Amos עמוס

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Kapitel

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Einleitung von Julius Jehuda Hirsch

Amos

1. Amos und seine Zeit. Was die Persönlichkeit des Propheten betrifft, so stammte er aus Thekoa (1, 1), einer südöstlich von Bethlehem, also in Juda, am Rande der (2 Chron. 20, 20) nach ihr genannten Wüste gelegenen Stadt. Er gehörte zu den Viehzüchtern und beschäftigte sich nach 7, 14 auch mit der Baumzucht. „Von der Herde hinweg“ berief ihn Gott zum Propheten. Also ein Mann von bescheidenster Lebensstellung. Nicht ein „Prophet von Beruf“ nach der unjüdischen Vorstellung des Hofpriesters von Bethel. Daß er zu den geistig und sittlich Geadelten gehört ist die stillschweigende Voraussetzung seiner Berufung und wird durch einen Blick in seine Reden bezeugt. Stätte seiner Wirksamkeit war Bethel, der Hauptsitz des Götzencultes im Reiche Israel. Auf dieses beziehen sich zunächst die meisten seiner Reden, jedoch verliert er auch Juda nicht aus dem Auge, und nie verläßt ihn der Gedanke an die ewige Bestimmung Gesamtisraels.

Die Zeit seiner Wirksamkeit wird durch die Angabe der beiden Könige Usija in Juda und Jerobeam II. in Israel bestimmt. Die Zeit ihrer gleichzeitigen Regierung betrug 26 Jahre. Der Anfang seiner Sendung wird 1, 1 noch näher präcisiert durch den Zusatz: „zwei Jahre vor dem Erdbeben“. Uns wird aus diesen Zeiten nur von einem Erdbeben berichtet, nämlich im sechsten Kapitel des Jesaias, in dem Augenblicke seiner Berufung. Wir haben bereits anderwärts (Haftoroth S. 547) darauf hingewiesen, wie auch Secharja 14, 5 auf dieses Erdbeben hinblickt. Demgemäß erfolgte die Berufung des Propheten Amos zwei Jahre vor der des Propheten Jesaias. Wenn wir bedenken, daß dieses Erdbeben, das, wie Jesaias dem Volke zu verkünden hatte, in dem Augenblicke erfolgte, da die Gottesherrlichkeit sich dem Tempel entzog und, wie es wörtlich heißt, „die Säulen der Schwellen erbebten vor der Stimme dieses Rufes“, nämlich der Verkündigung der Heiligkeit Gottes und der Forderung, daß die „Fülle der ganzen Erde“ die Offenbarung seiner Herrlichkeit sein solle, d. i. in Beziehung auf das Bereich der Menschenthat: die Erfüllung des göttlichen Willens — so tritt die Bedeutsamkeit dieser Angabe, wie wir glauben, in ein recht helles Licht.

Denn als diese Worte: „zwei Jahre vor dem Erdbeben“ niedergeschrieben wurden, da wurde auf dasselbe bereits zurückgeblickt. Es war ein gewaltiger Gottesruf und durch den Augenblick, in dem es eintrat, wohl geeignet, dem Verführungswerke der feilen Priester und Propheten entgegen zu arbeiten, die Sorglosigkeit aufzuscheuchen, den Trotz zu erschüttern, und damit den Worten des Gottespropheten Eingang zu erschließen. Als Amos aufstand, gehörte dieser mächtige Gottesruf noch der Zukunft an. Er hatte noch nicht zu verkünden, daß bereits die Gottesherrlichkeit dem Tempel entschwinde. Israel war noch sorglos, — für alle Verfehlungen, so wähnte es, sichere der Tempeldienst die Sühne, auch die dem Bilderdienste und Götzenculte ergebenen Männer in Israel hatten ihre Götzen doch vielfach nur neben Gott gesetzt, und es trug auch zu ihrer Beruhigung bei, daß durch den Dienst im Tempel auf Zion oder auf den Höhen auch Gott sein Genüge geschehe, und sie somit vor seinem Zorne geschützt seien. Es ist dies ja ganz die heidnische Auffassung vom Opfer. In diesem Glauben und dieser Zuversicht mußten sie noch bestärkt werden durch den blühenden Zustand, in dem sich die beiden Reiche, Juda und Israel, was die äußere Machtstellung betrifft, gerade damals befanden. Die Könige Usija und Jerobeam II. waren ja tüchtige und thatkräftige Herrscher und tapfere und sieggekrönte Heerführer. Sie waren beide Mehrer des Reiches an äußerem Umfange, wie oben in der Einleitung zu Hosea S. 4 ff. eingehend geschildert wurde. Nach trüben Zeiten der Demütigung war Israels Name wieder gefürchtet, Juda und Israel standen auf der Höhe ihrer Macht.

Das war das Israel, in dessen Mitte Amos, ein Mann aus dem Volke, aus dessen bescheidensten Schichten, vielleicht gar aus dem Kreise der Viehzüchter der königlichen Herden, hinaustreten und schonungslos alle täuschenden Hüllen zerreißen und den inneren Wurmfraß aufdecken sollte, der den stolzen Staatsbau unrettbar dem Verderben verfallen machte. Welch schrille Dissonanz, welche Majestätsbeleidigung, welche an Hochverrat grenzende Beleidigung der Nation! Welcher Aufnahme mußte dieser Mann, noch dazu aus Juda, im jerobeamischen Israel gewärtig sein!

Auf alles dieses deutet Amos mit den Worten hin: „Es war das zwei Jahre vor dem Erdbeben!“ und die ganze Zeichnung der damaligen Zeitlage ist in der Nennung dieser beiden Könige Usija und Jerobeam enthalten. Uns tritt hier wiederum jener Lapidarstil entgegen, der zu seinem Verständnisse allerdings die lebendige Vergegenwärtigung der Geschichte voraussetzt und voraussetzen durfte.

Wenn manche Ausleger glauben, bei aller Anerkennung der Größe des Propheten, aus einigen dem Landbau entnommenen Bildern seine frühere Beschäftigung und in einigen Ausdrücken einen Volksdialekt erkennen zu können, so scheint uns dieses nicht zutreffend zu sein. Ganz Israel war mit dem Landbau eng verwachsen, und Bilder, die von innigster Naturanschauung zeugen, begegnen uns in allen Reden der Propheten und Psalmisten. Was insbesondere den Ackerbau und die Landwirtschaft betrifft, so erinnern wir an Jes. 28, 24 ff. wo der dem Königsgeschlechte entstammende Prophet von den verschiedenen Weisen des Säens und des Dreschens bei den verschiedenen Pflanzenarten das Bild für die Darstellung seines Gedanken entlehnt. Ebensowenig stichhaltig sind die Beispiele, die für den Volksdialekt angeführt werden. Das Wort מֵעִיק, 2, 13, das angeblich für מֵצִיק stehen soll, stammt vielmehr von עוּק, einer Wurzel, die auch im Munde des königlichen David vorkommt, bei dem man wohl keinen dialektischen Ausdruck annehmen wird. Wir erinnern an Ps. 66, 11: שַׂמְתָּ מוּעָקָה בְּמָתְנֵינוּ und das. 55, 4: מִפְּנֵי עָקַת רָשָׁע. Ebenso werden wir hinsichtlich der Ausdrücke בּוֹשַׁסְכֶם für בּוֹסַסְכֶם, 5, 11, מִתָּאֵב 6. 8, יִשְׂחָק 7, 9. 16 an den betreffenden Stellen nachweisen, wie hier gerade feine Nüancierungen der Begriffe vorliegen, die mit großer Feinheit eben in diesen Formen ihren Ausdruck finden, eine im Prophetenworte durchaus nicht ungewöhnliche Weise, tiefen Gedanken in unübersetzbarer Kürze den prägnantesten Ausdruck zu geben.

2. Das Buch Amos. Während Joels Worte, zumal in ihrer zweiten Hälfte, mehr die ferne Zukunft im Auge haben, wendet sich Amos mehr an seine Zeitgenossen, sie zur Rückkehr zu bestimmen und so die drohende Katastrophe abzuwenden. Seine Worte haben zunächst das Reich Israel im Auge. Schonungslos deckt er die dort in Staat, Gesellschaft und, modern würden wir sagen, „Kirche“ herrschenden Zustände auf und sucht ihnen gegenüber die sittliche Energie des Volkes wachzurufen. Er zeichnet die charakterlosen, feilen Machthaber und Richter, wie sie ihre Macht im eigenen Interesse schnöde mißbrauchen, zeichnet die charakterlose, feile Geistlichkeit von Jerobeams Gnaden, wie sie zu allen Schandthaten der Großen connivierend schweigt, ja in aller Seelenruhe ihr Placet dazu giebt. Er schildert die unglaubliche sittliche Entartung der herrschenden Kreise (2, 7), die Herzenshärte und Genußsucht der Damen der damaligen israelitischen „Gesellschaft“ (4, 1), die heuchlerischen Veranstaltungen der Gottesverehrung und macht auch vor den Stufen des Thrones keineswegs Halt.

Kap. 1 bis 3 sucht er zunächst das jüdische Hochgefühl zu wecken, indem er Israel zum Bewußtsein und zum Verständnis seiner weltgeschichtlichen Stellung inmitten der Völker zu bringen sucht. Zu diesem Behufe zeigt er Gottes Walten in der Geschichte und weist darauf hin, wie das Geschick der anderen Völker erst besiegelt werde infolge schwerer internationaler Verfehlungen, der jüdische und israelitische Staat jedoch schon wegen der im Innern herrschenden Ungerechtigkeit und Sittenlosigkeit dem Untergange entgegeneile, und zeigt, wie der Grund für diese größere Strenge der göttlichen Weltwaltung Israel gegenüber gerade in dessen menschheitpriesterlicher Bestimmung liege. Kap. 3,2.

Nachdem er darauf Kap. 4, 1—3 zunächst als Gipfelpunkt der Entartung die Verderbnis der israelitischen Frauen bezeichnet und sodann darauf hingewiesen hat, wie die Gesinnung, in der man im damaligen Israel die symbolischen Opferhandlungen vollzog, dieselben in das diametrale Gegenteil des von Gott mit ihnen Beabsichtigten umwandle, weist er auf die ganze Reihe der sichtbaren Eingriffe und Heimsuchungen hin, durch welche Gott sie „in ihrem Lande“, „in ihren Städten“ zur Erkenntnis ihrer Schuld bringen wollte, um ihnen das Exil zu ersparen, wie jedoch alles vergebens gewesen sei, wie es höchstens eine flüchtige Regung zum Besseren, nie aber eine „Rückkehr bis zu mir“ bewirkt habe, wie dies in fünfmaliger Wiederholung V. 6—11 Israel vorgehalten wird. Deshalb sei die Stunde der Verantwortung gekommen: „Schicke dich an, Israel, vor deinen Richter zu treten!“ V. 12.

Im Kap. 5 wird zuerst V. 1—3 Wehklage erhoben über den Untergang, gleichwohl V. 4 ff. nochmals zur Rückkehr aufgefordert zu dem barmherzigen, ewig verzeihungsbereiten Gotte, vor dem die Reue nie zu spät sei, der „noch Einhalt gebietet den verderbenbringenden Fluten in dem Augenblicke, da er sie bereits dahinströmen läßt über die Erde, dessen Name ה', der Allerbarmer ist.“ — Er weist sodann auf die Ursache der andauernden Verstocktheit hin, wie man jeden mit Haß verfolge, der im öffentlichen Leben die mahnende Stimme zu erheben wage, und wie sofort frivol als Heuchler verdächtigt werde ein jeder, der, unbeeinflußt von der herrschenden Verblendung „noch in Sittenreinheit redet“ (V. 10), wie deshalb die Vergewaltigung und Aussaugung der Armen ungestört fortgesetzt werde und die Sache der Wahrheit und Gerechtigkeit keine Vertreter habe (V. 13), wie deshalb das Verhängnis hereinbrechen und alle Paläste und Weinberge, die Errungenschaften ihrer Missethaten, zerstören werde. Er entlarvt sodann die Scheinheiligen und Selbstgerechten, die „den Gottestag herbeisehnen“, schildert diesen in seinem Ernste und verkündet (V. 27) das Exil.

Im 6. Kapitel geißelt er die Jämmerlichkeit der Selbstverachtung Israels und des tiefen Respectes, mit dem es zu den Völkern seiner Umgebung aufblickt, schildert sodann in lebendigen Farben das in Üppigkeit sich abspinnende Leben der Großen in seiner ganzen Leere, die nur Sinn haben für Tafeln und Zechen und die Pausen zwischen den Mahlzeiten mit dilettantischer Pflege der Musik ausfüllen: „sie klimpern auf der Harfe und dünken sich David gleich auf ihrem Instrumente!“ — ohne in der Üppigkeit ihres Genusseslebens sich auch nur im allergeringsten um das allgemeine Unglück und die heraufziehende Katastrophe zu kümmern.

In Kap. 7 wird darauf hingewiesen, wie Israels Erhaltung ein fortgesetztes Wunder sei, wie deshalb Gott, um es zu strafen, nichts gegen es zu thun brauche, da es, sich selbst überlassen, als „Jakob“, den übermächtigen Feinden gegenüber vollständig machtlos sei, wie es aber gänzlich verloren wäre, wenn Gott feindlich gegen es einschritte. Nachdem dem Propheten die trostreiche Verheißung geworden, daß dies nicht geschehen werde, wird ihm gezeigt, daß auch im Galuth Gott mit Israel sei, daß das Exil gerade die Erziehung Israels zum würdigen Träger des Gotteswortes, oder, wie es in dem Bilde heißt, in welchem die Thora mit einem Juwel verglichen wird, zur würdigen Fassung dieses Edelsteins geläutert werden solle. Deshalb könne Gott nicht länger ihm verzeihen, es müsse seiner staatlichen Selbständigkeit und des Landbesitzes verlustig werden, ein längerer Genuß dieser Güter würde es unrettbarer Verderbnis verfallen machen.

Kap. 8, 1—3 wird derselbe Gedanke in einem anderen Bilde veranschaulicht. Begründet wird dies in einer ergreifenden Apostrophe an die ihre Machtmittel zur Unterdrückung der Armen mißbrauchenden Reichen. Angesichts der äußeren Respectabilität und Scheinheiligkeit, hinter denen die herzloseste Habgier lauert, findet der Prophet Worte für den Ausdruck der ihn durchbebenden sittlichen Empörung, die zu den herrlichsten Perlen gehören, die der Schatz des Prophetenwortes birgt. Er steht da als der Genius der Menschenliebe, der Odem des Allerbarmers webt in ihm, er sieht den Jammer der unglücklichen Opfer der socialen Verhältnisse, sieht das teuflische Behagen der ihres Erfolges sicheren kapitalkräftigen Ausbeuter des Volkes und hört dabei die frommen Tempelhymnen und sieht die äußere Festesfeier — da bricht er in die Worte aus: „Muß da nicht die Erde erbeben, muß sie nicht aufwogen wie der Nil und niederwogen wie der Strom Mizrajims“?! —

Im 9. Kapitel weist er nochmals darauf hin, wie noch im letzten Augenblicke Gott das Verhängnis abwenden könne, und es deshalb nie zu spät zur Rückkehr sei (V. 6), wie aber das Heiligtum des Gottesgesetzes ein großes organisches einheitliches Ganzes sei, in dem nichts untergeordnet, nichts bedeutungslos, vielmehr alles wesentlich sei, sodaß die Verletzung auch des scheinbar unwichtigsten Teiles das Ganze in seinem Fundamente erschüttere. Diese Warnung vor einer willkürlichen Auswahl und vor einer Unterscheidung zwischen den göttlichen Gesetzen nach dem vermeintlich größeren oder geringeren Grade ihrer Bedeutung, sie enthüllt die tiefste Ursache des Kap. 2, 4 ff. und 5, 1 ff. über das Verhalten Judas und Israels zum Gottesgesetze Ausgesprochenen. Siehe das.

Wir brauchen nicht erst darauf hinzuweisen, wie in allen diesen Beziehungen die Worte des Propheten leider nicht aufgehört haben, in der jüdischen wie in der nichtjüdischen Welt ihre vollste Beachtung dringend zu heischen. Wer sieht nicht, daß die irrigen Vorstellungen vom Judentum und von Frömmigkeit zu der Zeit des Propheten dieselben sind, an denen auch unsere Gegenwart krankt! Bezieht sich dies zunächst auf den jüdischen Kreis, so erscheinen im Hinblick auf die trotz manchen Fortschrittes in weiten Kreisen noch immer herrschenden Anschauungen, nicht minder actuell seine Ausführungen über das Verhalten der wirtschaftlich Starken zu den wirtschaftlich Schwachen. Amos wie alle anderen Gottespropheten, wie sie Vertreter sind des göttlichen Willens gegenüber menschlicher Willkür, der ewigen Forderungen des Rechtes gegen menschliche Selbstsucht, der ewigen Wahrheit gegen die von Leidenschaften erzeugten Wahnvorstellungen der Menschen, so sind sie eben damit auch die geborenen Vertreter der Unterdrückten und Elenden gegen ihre mächtigen Unterdrücker. Sie sind das verkörperte Gewissen des Volkes, dessen Stimme sich nicht zum Schweigen bringen läßt. Wir heben diese Stellung und Bedeutung aus dem Grunde gerade bei Amos hervor, weil gerade er diese Wahrheiten in solcher Anschaulichkeit und Eindringlichkeit ausspricht, und weil gerade er mit solcher Meisterschaft mit wenigen Strichen Charakterbilder der einzelnen Typen in plastischer Lebenswahrheit vor unseren Augen erstehen läßt. Es sind wahrhafte Momentaufnahmen, die aus einer dreitausendjährigen Vergangenheit uns Gestalten vor Augen führen, in denen wir mit schmerzlicher Ueberraschung Typen erkennen, die in Israel wie in anderen Culturvölkern auch am Ende des neunzehnten Jahrhunderts noch weit davon entfernt sind ausgestorben zu sein. Wir erinnern an Stellen wie 2, 6. 4, 1 ff. 5, 10 f. 6, 4 ff. 8, 4 ff.

Amos schließt mit dem wiederholten Hinweise, wie der Untergang des Staates nötig sei zur Rettung und Gewinnung des jüdischen Hauses V. 8, wie deshalb in allen Stürmen des Galuth Gottes Vaterhand alle diejenigen schützend umfangen werde, die in Treue zu ihm halten V. 9, und die Wiederaufrichtung der Davidshütte gerade dann erfolgen werde, wenn sie nach dem Urteile der Menschen unrettbar verloren sei V. 11. Das in der Schule des Galuth zum Gottesvolk geläuterte Israel aber werde dann zurückgeführt und „eingepflanzt“ werden in den Boden seiner ureigenen Heimat und nimmer wieder entwurzelt werden aus diesem Boden. V. 15. In überaus eindrucksvoller Wendung durch plötzlichen Übergang in die zweite Person schließt sodann der Prophet mit einer unmittelbaren Apostrophierung eines jeden, der seine Worte lesen werde: — „so spricht Gott, der dein Gott ist!“ und hält damit einer jeden Zeit die ewige Actualität seiner Worte entgegen und fordert damit die Kinder einer jeden Zeit zur Mitarbeit auf an der Herbeiführung dieses Zieles durch Selbstheiligung in der Gestaltung ihres eigenen inneren und äußeren Lebens nach dem göttlichen Willen.