Amos 6 עמוס

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1
ה֚וֹי הַשַּׁאֲנַנִּ֣ים בְּצִיּ֔וֹן וְהַבֹּטְחִ֖ים בְּהַ֣ר שֹׁמְר֑וֹן נְקֻבֵי֙ רֵאשִׁ֣ית הַגּוֹיִ֔ם וּבָ֥אוּ לָהֶ֖ם בֵּ֥ית יִשְׂרָאֵֽל׃
BernfeldO über die Sorglosen in Zijon, die sich sicher Glaubenden auf dem Berge Schomron, einst die Vornehmsten der Nationen genannt, und jetzt muss zu ihnen wandern das Haus Israel.
ZunzWehe den Sorglosen in Zijon, und den Sicheren auf dem Berge Schomron, genannt der Ausbund der Völker — so sollen sie zu ihnen kommen, Haus Jisraél.
J. J. HirschWehe den Sorglosen auf Zion und den Zuversichtlichen auf dem Berge Schomron! Sie werden bezeichnet als die Blüte der Nationen, und kommen daher als Haus Israel!
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Salomon Herxheimer

Israel ist ebenso als das bevorzugteste der Völker bezeichnet z. B. 2 Sam. 7, 23.

Um sich von ihnen richten zu lassen.

Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

Kap. 6. Das Prophetenwort wendet sich in diesem Kapitel an die höheren Schichten der israelitischen Gesellschaft, zeichnet deren vollständigen Mangel an nationalem Selbstgefühl, ihren ungemessenen Respect vor allem Fremdländischen, ihre durch keinerlei Gewissensbedenken gestörte Ruhe in dem Genusse des durch schlechte Mittel erworbenen Reichtums (V. 3), schildert V. 4—6 ihr üppiges, schwelgerisches Genussesleben, in dessen Verdauungspausen sie auch etwas Musik treiben, in der sie sich mit der Aufgeblasenheit des reichen Dilettanten als Virtuosen fühlen, sich um die allgemeinen Geschicke nicht im geringsten kümmern und von dem drohenden nationalen Zusammenbruch keine Ahnung haben, von dem (V. 7) sie deshalb zu allererst betroffen werden sollen. Wie sie mit Stolz sich stets als die Vornehmsten fühlten, so sollen sie auch jetzt die Spitze bilden „der in die Gefangenschaft Getriebenen“. V. 8—10 verkünden die Eroberung und die ihr vorangehenden Leiden und zeichnen die in diesen schweren Zeiten zu Tage tretende Gefühlsroheit und Verstocktheit. V. 12—14 besprechen die Nichtigkeit der von den Verblendeten gehegten Hoffnungen, durch äußere Machtmittel dem Verhängnisse Widerstand leisten zu können.

V. 1. Die Worte הַשַּׁאֲנַנִּים בְּצִיּוֹן beziehen sich auf die Gesinnungsgenossen der abgefallenen Israeliten im Reiche Juda, denn der ganze weitere Inhalt des Kapitels bezieht sich offenbar auf die Vornehmen des Reiches Israel, die „Zuversichtlichen auf dem Berge Schomron“. Die V. 14 verkündete feindliche Eroberung erstreckte sich übrigens mit ihren Leiden nach den dort angegebenen Grenzen über das ganze Land, während die Zerstörung des Staates und die Exilierung zunächst nur das Reich Israel traf. Möglich wäre es immerhin, daß auch unser Vers nur die israelitischen Großen im Auge hätte, und das ב in בְּצִיּוֹן nicht lokal, was immerhin in diesem Zusammenhange etwas ungewöhnlich ist, sondern causal zu fassen wäre. Sie sind sorglos in dem Gedanken an Zion, d. h. in dem Gedanken an die Zion und seinen Kindern zugesicherten Verheißungen des Schutzes und des Segens, während sie doch für die Gestaltung ihres eigenen Lebens „ihr Vertrauen auf den Berg Schomron setzen.“ Nur die Verheißungen, nicht aber die Gesetze Gottes existieren für sie. Dann bildet die zweite Vershälfte nur die weitere Ausführung dieses Gedankens. נִקְבֵי וגו' von נָקַב bezeichnen, נִקְבוּ בְשֵׁמוֹת Num. 1, 17, jemandem einen auszeichnenden Namen geben, ihn mit Auszeichnung nennen. Sie werden das Erste, die Elite der Völker genannt; voll Verachtung für alles Jüdische, waren sie von dem Streben beseelt, Eigentümlichkeiten und äußeres Wesen der sie umgebenden Völker sich anzueignen. Das muß ihnen nach unserer Stelle in hohem Grade gelungen sein. An Versatilität hat es uns ja nie gefehlt. Sie erschienen tyrischer als die Tyrer, syrischer als die Syrer, sie sind schon so „fortgeschritten“, daß man sie als das Erste der Völker bezeichnet, sie übertreffen ein jedes in seinen Eigentümlichkeiten — und treten doch noch auf, kommen doch noch daher als „das Haus Israel“! Glauben doch noch auf den Israel verheißenen Schutz und Segen Anspruch machen zu können. Dieser Gedanke liegt auch in dem לָהֶם.

2
עִבְר֤וּ כַֽלְנֵה֙ וּרְא֔וּ וּלְכ֥וּ מִשָּׁ֖ם חֲמַ֣ת רַבָּ֑ה וּרְד֣וּ גַת־פְּלִשְׁתִּ֗ים הֲטוֹבִים֙ מִן־הַמַּמְלָכ֣וֹת הָאֵ֔לֶּה אִם־רַ֥ב גְּבוּלָ֖ם מִגְּבֻלְכֶֽם׃
BernfeldZiehet hinüber nach Kalne und sehet zu, gehet von dort nach Hammt-Rabba, und ziehet hinab nach Gat, das den Philistern gehört: ob sie besser sind als diese Reiche, oder ob ihr Gebiet größer ist als euer Gebiet.
ZunzZiehet hinüber nach Kalneh und sehet zu, und gehet von dort nach Chamat Rabbah, und ziehet hinab nach Gat der Pelischtim; ob sie besser sind als diese Reiche, oder ob größer ist ihr Gebiet als euer Gebiet.
J. J. HirschGehet doch hinüber nach Calne und sehet, und gehet von dort nach Chamath, der Großen, und steiget hinab nach dem philistäischen Gath — giebt es wohl bessere als diese Reiche? [Und dennoch:] Ist etwa ihr Gebiet größer als das eurige?
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Salomon Herxheimer

Denn ist Israel nicht bevorzugt? sehet nur auf die Länder weit und breit, ob sie (טובים) in besserm Zustande sind? Seid ihr also bei eurem Undanke gegen den euch so begünstigenden Gott nicht strafwürdig? vgl. Jirm. 2, 5 bis 7.

Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 2. Der Prophet will ihnen die eigene Bedeutung und die absolute Grundlosigkeit ihres demütig bewundernden Emporblickens zu den Fremden klar machen. Da ist es nun charakteristisch. Er spricht ihnen nicht von der Erhabenheit des Gottesgesetzes im Gegensatze zu der Erbärmlichkeit der Götzengreuel, nicht von der welthistorischen Bedeutung der Sendung Israels, jenen Momenten, von denen sonst des Propheten Mund überströmt. Der Kreis, zu dem Amos sprach, würde davon ja nichts verstanden haben. Er nimmt zum Vergleiche einen Maßstab, für dessen Angaben auch sie Verständnis haben. Er vergleicht, und darin liegt die herbste Verurteilung ihrer geistigen Gesunkenheit, die äußere Größe, die Ausdehnung des israelitischen Landes mit derjenigen der von ihnen bewunderten Reiche. Seht sie euch doch einmal an, die Reiche, die euch umgeben und die ihr als Vorbilder verehret. Seht euch doch in Calne um, wie es scheint eine syrische Stadt, und geht von da nach Chamath, der Großen, gleichfalls in Syrien, und steigt herab nach Gath der Philister — giebt es wohl bessere als diese Reiche? Ihr sollt euch ja nicht mit geringen vergleichen! Und dennoch: ist ihr Gebiet etwa größer als das eure? Ihr steht doch selbst nicht an Größe und Bedeutung hinter Syrien und dem Philisterlande zurück!

3
הַֽמְנַדִּ֖ים לְי֣וֹם רָ֑ע וַתַּגִּשׁ֖וּן שֶׁ֥בֶת חָמָֽס׃
BernfeldDie dem Unheiltag entgegeneilen und mit ihrem Stillsitzen das Unglück heranbringen;
ZunzDie ihr hinausschiebt den Tag des Unglücks, und heranbringet das Thronen der Gewaltthat;
J. J. HirschDie ihr für so fern haltet den Tag des Unglücks und für so naheliegend das Wohnen auf Unrecht!
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Salomon Herxheimer

Die ihr sorglos (V. 1.) euer Treiben fortsetzt, in der Meinung, der oft gedrohete Straftag sei fern (9, 10), während ihr das Unrecht gleichsam immer näher bei euch thronen lasset. — מנדים vgl. Jes. 66, 5.

Glück und Macht machen den Menschen gar zu leicht stolz, sicher und gewalthätig. Da denkt er: Nichts und Niemand kann mir schaden. Da erlaubt er sich gegen den Schwächern Ungerechtigkeit aller Art. Hüte dich vor solcher gottesvergessenen Uebermüthigkeit!

Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 3. נדה, fern sein, im Piel: entfernen oder sich etwas als fern vorstellen. Die ihr in solche Ferne hinausweiset, euch als so unendlich fern vorstellet den Tag des Unglücks, während ihr es euch so nahe legt, als so natürlich findet, daß man ruhig wohnen könne auf Gewalt und Unrecht. Das Gefühl der Verantwortlichkeit, der Gedanke an den Rächer alles Unrechts war gänzlich zurückgedrängt, sodaß die Ruhe ihres Wohllebens dadurch nicht gestört wurde. Dieses wird nun im Folgenden in einigen Zügen geschildert, die uns einen ganz modern anheimelnden Einblick in die damalige Tagesarbeit eines vornehmen Israeliten gewähren.

V. 4 f. Zu „leben“ verstanden sie. Das Mobiliar aus kostbarstem Materiale, Lagerstätten, bei denen Elfenbein das Holz vertrat, oder die mit Elfenbein ausgelegt waren. Da erblicken wir sie, wie sie sich auf diesen Divans strecken (סרח ausgedehnt sein, überhangen, vergl. Ex. 26, 12f.), nur die auserlesensten Schafe und Mastkälber kommen auf ihre Tafel. Auch musizieren sie, V. 5, freilich stümperhaft. הַפֹּרְטִים, vergl. פֶּרֶט Lev. 19, 20 vereinzelte, einzelne Beeren, so hier: einzelne Töne hervorbringen, klimpern. Der Ausdruck der Stümperhaftigkeit wird noch verstärkt durch das עַל־פִּי, das die Oberflächlichkeit, das „Herumklimpern“ auf dem Instrumente bezeichnet, dem sie einzelne Töne entlocken, und sich dabei einem David gleich dünken an Virtuosität. כְּלֵי־שִׁיר vergl. 2 Chron. 34, 12: musikalische Instrumente, das. 29,26 כְּלֵי דָוִד, die von David angefertigten, nach 1 Chron. 23, 5: בִּכְלִים אֲשֶׁר עָשִׂיתִי לְהַלֵּל, vielleicht auch erfundenen Saiteninstrumenten.

4
הַשֹּֽׁכְבִים֙ עַל־מִטּ֣וֹת שֵׁ֔ן וּסְרֻחִ֖ים עַל־עַרְשׂוֹתָ֑ם וְאֹכְלִ֤ים כָּרִים֙ מִצֹּ֔אן וַעֲגָלִ֖ים מִתּ֥וֹךְ מַרְבֵּֽק׃
BernfeldSie ruhen auf Betten von Elfenbein, sie strecken sich hin auf ihren Lagern, sie essen die feisten Lämmer und Kälber aus der Mast;
ZunzDie auf Betten von Elfenbein liegen und sich hinstrecken auf ihren Lagern, und essen die feisten der Lämmer und Kälber aus der Mast;
J. J. HirschDie da ruhen auf elfenbeinernen Divans und sich strecken auf ihren Lagern und nur die Fettesten essen von der Herde und Kälber nur aus der Mast!
Kommentar (Herxheimer)
Kommentar von Rabbiner Salomon Herxheimer

Sie leben nur in übermüthiger, gottvergessener Ueppigkeit.

Wie 3, 12.

Feiste.

5
הַפֹּרְטִ֖ים עַל־פִּ֣י הַנָּ֑בֶל כְּדָוִ֕יד חָשְׁב֥וּ לָהֶ֖ם כְּלֵי־שִֽׁיר׃
BernfeldSie klimpern mit dem Psalter, wie das des David wähnen sie ihr Saitenspiel;
ZunzDie mit dem Psalter klimpern, wie des Dawid wähnen sie ihr Saitenspiel;
J. J. HirschDie auf der Harfe herumklimpern und sich dabei einem David gleich dünken auf dem Instrumente!
Kommentar (Herxheimer)
Kommentar von Rabbiner Salomon Herxheimer

Ihr Gelag begleitet eine stümperhafte Musik, die sie der meisterhaften des Königs David gleichsetzen; vgl. Jirm. 5, 12. Alub.: wie Dav. ersinnen sie sich Saitensp. — פרט drückt wol wie 3 M. 19, 10 das Einzelne aus.

6
הַשֹּׁתִ֤ים בְּמִזְרְקֵי֙ יַ֔יִן וְרֵאשִׁ֥ית שְׁמָנִ֖ים יִמְשָׁ֑חוּ וְלֹ֥א נֶחְל֖וּ עַל־שֵׁ֥בֶר יוֹסֵֽף׃
BernfeldDie trinken aus Weinpokalen, und mit dem besten Öle salben sie sich, denn sie kränken sich nicht um den Fall Josefs.
ZunzDie trinken aus Weinpokalen, und mit dem Ausbund der Oele salben sie sich, und fühlen kein Weh um die Wunde Josef's:
J. J. HirschDie aus Opferbecken Wein trinken und sich mit dem Besten der Öle salben, und sich gar nicht kümmern um den Bruch Josephs!
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Salomon Herxheimer

Gewöhnliche Becher genügen ihnen nicht.

Ueber das nahende Verderben Israels.

Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 6. הַשֹּׁתִים וגו'. Nicht aus Bechern, aus Sprengbecken trinken sie Wein. מִזְרְקֵי stat. constr., das Beziehungswort fehlt — יַיִן ist nach dem Accente Object, nicht Genitiv — daher scheint es sich auf die einzigen Sprengbecken zu beziehen, die vorkommen, nämlich auf die Opferschalen des Heiligtums. Also ihren Wein trinken sie aus mächtigen Humpen, die den Opferschalen nachgebildet sind. Dann würde auch das „Erste der Öle“ mit dem sie sich salben, in demselben Sinne als Hinblick auf das im Heiligtume zur Verwendung kommende Öl (Exod. 27, 20) zu fassen sein: in ihrer Genußesschwelgerei und in ihrem Streben nach Entfaltung des größten Luxus profanieren sie alles. — וְלֹא נֶחְלוּ: der Niphal der Intransitive hat oft die Bedeutung des Beginnes des betreffenden Zustandes oder des gewaltsamen Versetztwerdens in denselben. Hier im ersteren Sinne. Sie fangen gar nicht an bekümmert zu werden, mit zu leiden um den Untergang „Josephs“. Joseph ist das israelitische Reich, das sonst durch den herrschenden Stamm Ephraim bezeichnet wird. Hier steht der Name des Vaters, des ersten Sprossen des Jakobshauses, der in die Fremde gesandt wurde, so auch hier das Reich, derjenige Teil von Israel, der zuerst ins Exil ging.

7
לָכֵ֛ן עַתָּ֥ה יִגְל֖וּ בְּרֹ֣אשׁ גֹּלִ֑ים וְסָ֖ר מִרְזַ֥ח סְרוּחִֽים׃
BernfeldFürwahr, bald werden sie an der Spitze der Verbannten wandern, das Geschreigelage der Hingestreckten soll aufhören.
ZunzDarum sollen sie jetzt in das Elend gehen an der Spitze der Weggeführten, und weichen soll das Gekreische der Hingestreckten.
J. J. HirschDeshalb werden sie jetzt in die Gefangenschaft ziehen an der Spitze der Gefangenen, und fern bleibt die Trauerklage um die sich Streckenden!
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Salomon Herxheimer

Jetzt, wenn das שבר eintritt.

Wie sie jetzt an der Spitze des Volkes stehen.

Der Lärm der Schwelger V. 4.

Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 7. מַרְזֵחַ, von einem sonst ungebräuchlichen Stamme רזח, kommt nur noch Jer. 16, 5 in בֵּית מַרְזֵחַ vor, das nach dem Zusammenhange Trauerhaus bedeutet, und zwar scheint es, nach der dort dem Propheten untersagten Trauerklage und sonstigen Bezeigung des Mitgefühls, das Trauerhaus, das dort nicht בֵּית אֵבֶל genannt wird, als eine Stätte der Klage und Teilnahme von Seiten der Tröstenden zu bezeichnen. Dazu paßt auch, daß wenige Verse weiter (V. 10) gerade die völlige Teilnahmlosigkeit der Überlebenden als charakteristisch hervorgehoben wird, die als lachende Erben das ihnen zugefallene Haus von „den Gebeinen“ — dem Sinne nach wäre das Wort mit „Cadaver“ wiederzugeben — zu säubern bedacht sind. Der Sinn ist also: Sterben und Verderben ist das Los, das dieser Üppigen harret. Wer nicht in die Gefangenschaft getrieben wird, der geht zu Hause zu Grunde, und ihre Leiche wird, im Gegensatze zu dem ganzen Gepränge, mit dem sie ihre Person zu umgeben liebten, in verächtlicher Weise, ohne irgend welche Äußerung des Bedauerns um ihren Heimgang, „hinausgeschafft.“ Schön ist auch die Hervorhebung dieses Gegensatzes durch die Klangähnlichkeit der Worte מַרְזֵחַ und סְרוּחִים „fern bleibt jede Klage um die sich Streckenden.“

8
נִשְׁבַּע֩ אֲדֹנָ֨י יֱהֹוִ֜ה בְּנַפְשׁ֗וֹ נְאֻם־יְהֹוָה֙ אֱלֹהֵ֣י צְבָא֔וֹת מְתָאֵ֤ב אָנֹכִי֙ אֶת־גְּא֣וֹן יַעֲקֹ֔ב וְאַרְמְנֹתָ֖יו שָׂנֵ֑אתִי וְהִסְגַּרְתִּ֖י עִ֥יר וּמְלֹאָֽהּ׃
BernfeldGeschworen hat der Herr bei seinem Wesen, spricht der Herr, Gott Zebaot: Ich verabscheue die Herrlichkeit Jakobs, und seine Paläste hasse ich, ich gebe die Städte und ihre Bevölkerung preis.
ZunzGeschworen hat Gott der Herr bei seinem Leben, ist der Spruch des Ewigen, des Gottes der Heerschaaren: Ich verabscheue die Herrlichkeit Jaakob's, und seine Paläste hasse ich, und liefere aus die Stadt und ihre Bevölkerung.
J. J. HirschGeschworen hat's mein Herr, der seine Liebe als Rechtswaltung offenbarende Gott, Gott der Schöpfungsscharen: Ich verabscheue den Hochmut Jakobs und seine Paläste hasse ich längst, [deshalb] gebe ich preis die Stadt und ihre Fülle.
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Salomon Herxheimer

Vielmehr entsteht nun Grabesstille V. 8—10.

Seine Tempel.

In Feindes Hand.

Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 8. Die ganze Empörung über die im Vorigen geschilderte Entartung findet in dem Gottesschwure und in der Anführung der verschiedenen Gottesnamen ihren Ausdruck. Er spricht: zum Träger meines Wortes habe ich Israel berufen, das an sich „Jakob“, schwach und unselbständig ist, dessen „Stolz“ sein sollte, in Wahrheit Menschheitspriester und dadurch, als mein Diener und Verkünder, „Israel“ zu werden, das aber seinen Stolz in den nichtigen äußeren Prunk setzt und, in völliger Verkennung seiner Bestimmung, darin mit den Völkern wetteifert. Diesen Stolz verabscheue ich und seine Paläste hasse ich längst. Mit großer Feinheit wird dieser Gedanke an ein anderes, berechtigtes Hochgefühl, von dem Gott Israel beseelt sehen möchte, durch die Schreibung מְתָאֵב mit א und nicht mit ע, die keineswegs eine etwa dialektische Erweichung des Gutturals ע in א ist, in unübersetzbarer Kürze zum Ausdruck gebracht. תָּאַב heißt nämlich im Kal: verlangen, begehren, Ps. 119,40 und 174: תָּאַבְתִּי לְפִקֻּדֶיךָ — לִישׁוּעָתְךָ ה'. Nur hier wird es im Piel, und zwar im entgegengesetzten Sinne gebraucht. — הַסְגִּיר: den Feinden preisgeben, wie Deut. 32,30.

9
וְהָיָ֗ה אִם־יִוָּ֨תְר֜וּ עֲשָׂרָ֧ה אֲנָשִׁ֛ים בְּבַ֥יִת אֶחָ֖ד וָמֵֽתוּ׃
BernfeldUnd wenn zehn Mann sich in irgendeinem Hause versteckt halten, so sterben sie [Hungers].
ZunzUnd es soll geschehen, wenn übrig bleiben zehn Männer in einem Hause, so sollen sie sterben.
J. J. HirschUnd es wird geschehen, wenn zehn Männer in einem Hause übrig bleiben, so werden sie sterben.
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Salomon Herxheimer

Indem im Gefolge des Krieges Pest entsteht.

Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 9 und 10. Durch das „Preisgeben“ war zunächst der Anfang der Katastrophe verkündet. Sie begann mit den feindlichen Invasionen, mit Belagerungen, Mißwuchs, Hungersnot, Seuchen unter Tieren und Menschen, vergl. oben Kap. 4, 7—11. Auf die in diesen Versen gezeichnete Gefühlsroheit haben wir schon oben zu V. 7 hingewiesen. Köstlich ist die Zeichnung des lachenden Erben durch die Zusammenstellung דודו וּמְסָרְפוֹ, sein „Verwandter und Verbrenner“. Die Bestattung erfolgt ferner nicht als Erfüllung der letzten Liebespflicht, vor der nach dem Gottesgesetze bei einer jeden unversorgt daliegenden Hülle auch des fremdesten, gänzlich unbekannten Bruders selbst die heiligsten sonstigen Pflichten zurückgetreten haben, sondern: um das Haus, das zugefallene Erbe, von den unliebsamen irdischen Überresten der verstorbenen Bewohner zu befreien, „um die Gebeine aus dem Hause zu schaffen.“ Das Suffix in וּנְשָׂאוֹ bezieht sich auf jeden der Gestorbenen. Hätten die früheren Genossen seiner Zechgelage so viel Lebensart gehabt, draußen zu sterben, so hätte ihr Verwandter sich um ihre Bestattung nicht bekümmert. דוֹד Geliebter, Oheim, Vetter, auch allgemein: Verwandter, so hier. — יַרְכְּתֵי vom ungebr. ירכה, dual. יַרְכָּתַיִם, die hintere Seite, überhaupt das der Vorder- oder Außenseite entgegengesetzte Innerste, hier: eines Hauses. Der ungeduldige Erbe spricht zu dem im Inneren des Hauses mit dem Hinausschaffen der Leichen beschäftigten Diener: Ist noch etwas — charakteristisch fehlt des Subjekt, — bei dir? Er antwortet: „Nichts!“ worauf jener sofort ruft: „Still!“ Der treue Diener will offenbar in Wehklage darüber ausbrechen, daß das ganze Haus ausgestorben sei und wie furchtbar Gottes Hand sich an ihm gezeigt habe. Die ganze Verstocktheit des israelitischen Verwandten spricht sich in diesem Gebote des Schweigens aus: „denn“ — nämlich er gebietet dies — „um den Namen Gottes nicht erwähnen zu lassen,“ wörtlich: um die Ereignisse nicht denken zu lassen in oder mit dem Namen Gottes, d. i. um das Geschehene nicht als eine von Gott verhängte Strafe begreifen zu lassen. Es ist die Stimme des bösen Gewissens, die aus dieser Furcht vor der Erwähnung Gottes spricht, alles Unglück soll und muß nur Zufall sein, der Gedanke an die Möglichkeit einer höheren Fügung soll gar nicht aufkommen. Da im allgemeinen das Begraben oder das Beisetzen der Leichen in Nischen die übliche Bestattungsweise war, so ist das hier genannte Verbrennen entweder auch eine Nachahmung fremder Sitte, oder es wird als die durch die Anhäufung von Leichen gebotene Bestattungsweise bezeichnet.

10
וּנְשָׂא֞וֹ דּוֹד֣וֹ וּמְסָֽרְפ֗וֹ לְהוֹצִ֣יא עֲצָמִים֮ מִן־הַבַּיִת֒ וְאָמַ֞ר לַאֲשֶׁ֨ר בְּיַרְכְּתֵ֥י הַבַּ֛יִת הַע֥וֹד עִמָּ֖ךְ וְאָמַ֣ר אָ֑פֶס וְאָמַ֣ר הָ֔ס כִּ֛י לֹ֥א לְהַזְכִּ֖יר בְּשֵׁ֥ם יְהֹוָֽה׃ {ס}
BernfeldEs eilt dann herbei der Oheim oder der Freund, die Gebeine [der Verhungerten] aus dem Hause zu tragen. Er fragt dann den, der in einem der Hauswinkel versteckt ist: Ist noch jemand da bei dir? Worauf [der andere] erwidert: Keiner mehr. Er sagt noch weiter: Um den Namen Gottes, sei verschwiegen, denn dies darf nicht erwähnt werden!
ZunzUnd trägt ihn hinaus sein Vetter und der ihn verbrennt, um hinauszuschaffen die Gebeine aus dem Hause, und spricht zu dem, der im Innersten des Hauses ist: Ist noch wer bei dir? so wird er sprechen: Niemand! und er spricht: Still! denn nicht gedacht darf werden bei dem Namen des Ewigen.
J. J. HirschUnd es trägt ihn fort sein Verwandter und Verbrenner, um die Gebeine aus dem Hause wegzuschaffen, und er spricht zu dem im letzten Raume des Hauses: Ist noch etwas bei dir? Der sagt: Nichts! So sagt [jener]: Schweig!— um nicht den Namen Gottes nennen zu lassen.
Kommentar (Herxheimer)
Kommentar von Rabbiner Salomon Herxheimer

Dieser V. malt das dumpfe äußerste Unglück weiter aus: wenn ein Verwandter in so ein Sterbehaus kommt, um einem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen, so wird er keinen Lebenden mehr darin finden außer einem Kranken im verborgenen Winkel, der in verzweifelndes Klagen ausbrechend, gleich von dem Verwandten zum Schweigen verwiesen wird, um nicht zu solcher Zeit durch Beziehungen auf Gott dessen Zorn noch mehr zu reizen. — מסרפו (für משרפו) der die Leiche verbrennt, weil zu ihrer Beerdigung kein Raum mehr ist, und darum nur die Gebeine bestattet.

11
כִּֽי־הִנֵּ֤ה יְהֹוָה֙ מְצַוֶּ֔ה וְהִכָּ֛ה הַבַּ֥יִת הַגָּד֖וֹל רְסִיסִ֑ים וְהַבַּ֥יִת הַקָּטֹ֖ן בְּקִעִֽים׃
BernfeldDer Herr befiehlt, dass das große Haus in Trümmer fallen sollte und das kleine Haus in Risse.
ZunzDenn siehe, der Ewige gebeut und schlägt das große Haus in Trümmer, und das kleine Haus in Risse.
J. J. HirschDenn siehe, Gott bestellt es, man schlägt das große Haus in Trümmer, und das kleine Haus [bekommt] Risse.
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Salomon Herxheimer

Ein solches Ende (V. 8—10) erfolgt aber, denn Gott läßt die Hauptstadt durch Feinde (V. 14) zerstören, so daß Paläste wie Hütten (3, 15) vernichtet werden.

Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 11. Das כִּי blickt auf Vers 8 f. zurück: וְהִסְגַּרְתִּי עִיר וּמְלֹאָהּ und enthält zugleich gerade die Wahrheit, gegen deren Anerkennung der vorhergehende Satz sich wehrt. Denn siehe es ist Gott, der dieses Verhängnis bestellt: er schlägt die großen Häuser in Trümmer, sie gehen ganz zu Grunde, aber auch die kleinen bekommen Risse. Auch sie gehen nicht frei aus, wenngleich in ihnen die Entartung nicht so groß war, wie in den Palästen der Reichen — wurden doch die Ärmeren schon durch die Macht der Verhältnisse zu einem etwas besonneneren Leben geführt.

V. 12 f. Eine schwere Zukunft harret euer. Felsen türmen sich euch auf eurem Wege entgegen, und der Acker eurer Zukunft ist durch euer Verschulden so dürr und hart wie Fels. Was nützen alle Rosse, wenn Felsen zu übersteigen sind, und was alle Rinder und alles Ackergerät, wenn man keinen Boden hat, auf dem man säen kann? Nun hat uns Gott in seinem Gesetze und durch sein Gesetz zwei Factoren gegeben, die über jeden Felsen tragen und die jeden Boden in segenbergenden Ackergrund umwandeln: jenes ist מִשְׁפָּט, die Handhabung des Rechtes, die Ordnung der socialen Verhältnisse nach dem Rechte, das andere ist צְדָקָה, die Menschlichkeit. Allein gerade diese habt ihr in ihr Gegenteil verwandelt. Also: ihr habt viel gethan um euer Lebensglück zu gründen und zu sichern, ihr habt alle äußeren Machtmittel vermehrt. Allein alles ist vergebens. Kann man denn mit den Rossen über Felsen eilen oder mit Rindern Felsen pflügen, daß ihr in Galle das Recht umwandelt und die Frucht der Menschlichkeit in Wermut? Oder: denn ihr habt durch die Umwandlung von מִשְׁפָּט und צְדָקָה in ihr Gegenteil euch selbst Felsen in euren Lebensweg getürmt und den Acker eurer Zukunft selbst in Felsengrund umwandelt! — Thoren, die ihr euch mit Dingen freuet, die nichts sind, die jeder Wirklichkeit entbehren, und sprechet: „Sind wir denn nicht mächtig geworden?“ — vielleicht auch im Hinblick auf die kriegerische Tüchtigkeit Jerobeams II. und die Siege, die er über Aram gewonnen hatte, und auf Bundesgenossen, die sie sich gekauft zu haben wähnten — mit unserer Stärke weisen wir jeder drohenden Zukunft die Hörner, weisen wir jede Gefahr zurück, das sind die Rosse, mit denen ihr Felsen zu erklimmen, das die Rinder, mit denen ihr Felsgrund zu ackern gedenket! Das ist ja alles לֹא דָבָר, ein „Nichtding“, entbehrt ja aller Wirklichkeit.

12
הַיְרֻצ֤וּן בַּסֶּ֙לַע֙ סוּסִ֔ים אִֽם־יַחֲר֖וֹשׁ בַּבְּקָרִ֑ים כִּֽי־הֲפַכְתֶּ֤ם לְרֹאשׁ֙ מִשְׁפָּ֔ט וּפְרִ֥י צְדָקָ֖ה לְלַעֲנָֽה׃
BernfeldLaufen Rosse auf einem Felsen oder pflügt man ihn mit Rindern? dass ihr in Giftkraut das Recht verwandelt und die Frucht der Gerechtigkeit in Wermut?
ZunzLaufen auf einem Felsen Rosse, oder pflügt man (da) mit Rindern? daß ihr in Giftkraut das Recht verwandelt, und die Frucht der Gerechtigkeit in Wermuth?
J. J. HirschEilen wohl Rosse über Felsen? Oder kann man wohl [Felsen] mit Rindern pflügen? Daß ihr zu Galle das Recht verkehrt habt und die Frucht der Liebe in Wermut!
Kommentar (Herxheimer)
Kommentar von Rabbiner Salomon Herxheimer

Denn so unmöglich es ist, daß Rosse den Felsen hinauf rennen, kann man ungestraft alle Ordnung im Reiche umkehren.

13
הַשְּׂמֵחִ֖ים לְלֹ֣א דָבָ֑ר הָאֹ֣מְרִ֔ים הֲל֣וֹא בְחׇזְקֵ֔נוּ לָקַ֥חְנוּ לָ֖נוּ קַרְנָֽיִם׃
BernfeldSie freuen sich ohne Grund, wenn sie sprechen: Durch unsere Kraft haben wir uns Hörner [Macht] geschaffen.
ZunzDie sich freuen an dem Undinge, die sprechen: Haben wir nicht durch unsere Kraft uns Hörner geschaffen!
J. J. HirschDie ihr euch freuet mit Dingen die nichts sind, die ihr sprechet: Haben wir doch mit unserer Stärke uns Hörner gewonnen!
Kommentar (Herxheimer)
Kommentar von Rabbiner Salomon Herxheimer

Sie pochen frohlockend auf ihre Eigenmacht und Selbsthülfe, die sich als nichtiges Ding erweisen wird, denn (: V. 14).

14
כִּ֡י הִנְנִי֩ מֵקִ֨ים עֲלֵיכֶ֜ם בֵּ֣ית יִשְׂרָאֵ֗ל נְאֻם־יְהֹוָ֛ה אֱלֹהֵ֥י הַצְּבָא֖וֹת גּ֑וֹי וְלָחֲצ֥וּ אֶתְכֶ֛ם מִלְּב֥וֹא חֲמָ֖ת עַד־נַ֥חַל הָעֲרָבָֽה׃ {פ}
BernfeldIch sende über euch, Haus Israel, spricht der Herr, Gott Zebaot, ein Volk, sie sollen euch alle bedrücken von der Gegend um Hamat bis an den Steppenfluss.
ZunzDenn siehe, ich lasse aufstehen über euch, Haus Jisraél, ist der Spruch des Ewigen, des Gottes der Heerschaaren, ein Volk, und sie sollen euch drängen von der Gegend um Chamat bis an den Steppen-Fluß.
J. J. HirschDenn siehe ich lasse über euch ein Volk aufstehen, Haus Jisrael — ist der Spruch Gottes, Gottes der Schöpfungsscharen — die werden euch drängen von dem Wege nach Chamath bis zum Bache der Steppe.
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Salomon Herxheimer

Die Assyrer werden das Reich in seiner ganzen jetzigen (2 Kön. 14, 25) Ausdehnung vom Norden bis zum Süden, wo der Steppenfluß ins todte Meer fällt (Jes. 15, 7), bedrängen.

V. 13. u. 14. Haben wir Manches überwunden, so bereden wir uns: Es ist Alles möglich, man muß es nur recht angreifen. O wie kann Gott uns enge Grenzen setzen. Vertraue darum nicht zu viel auf eigene Kraft!

Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 14. Denn siehe ich lasse ein Volk, es sind die Assyrer gemeint, über euch erstehen, die werden euch von der Gegend von Chamath bis zum Bache der Steppe bedrängen, das ist in der ganzen Ausdehnung des Reiches. Sie hatten sich der von Jerobeam entfalteten militärischen Kraft gefreut, er hatte auch wirklich die alten Grenzen des Reiches wieder hergestellt, wörtlich heißt es ja 2 Kön. 14, 25: הוא הֵשִׁיב אֶת גְּבוּל יִשְׂרָאֵל מִלְּבֹא חֲמָת עַד יָם הָעֲרָבָה. Aber es ersteht eine stärkere Macht, von Gott gesandt, die euch in der ganzen Ausdehnung dieser Grenzen überwältigen und niederdrücken wird. — Die hier durch נַחַל הָעֲרָבָה bezeichnete Südgrenze ist offenbar identisch mit der dort als יָם הָעֲרָבָה angegebenen, dort ist allgemein das Tote Meer, hier ein sich in dasselbe ergießender Bach genannt.