Amos 5 עמוס
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kap. 5. V. 1. Im Anschluß an das unmittelbar Vorhergehende, die Motivierung der Notwendigkeit des Gottesgerichtes, bricht der Prophet hier in Worte der Klage aus. Er sieht die Katastrophe als bereits eingetreten an, vielleicht macht die lebendige Vergegenwärtigung derselben doch noch Eindruck auf Israel und erweckt es aus seiner Verblendung.
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Durch die Assyrer.
Das Zehnstämmereich wird sich (n. Kimchi: in langer Zeit, n. A. von selber) nicht wieder erheben.
V. 2. בְּתוּלַת יִשְׂרָאֵל, die „Jungfrau Israel“ bezeichnet hier den israelitischen Staat, das Reich Israel. Gefallen ist sie und steht nicht wieder auf: der israelitische Staat, wie er in seiner Entstehung bereits den Keim des Abfalls vom Gottesgesetze trug, kehrt nicht wieder. In נִטְּשָׁה, Niphal von נָטַשׁ, liegt sowohl das Hingestreckt-, wie das Verlassensein, welches letztere durch den Zusatz אֵין מְקִימָהּ näher ausgeführt wird.
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Denn wie könnte es sich wieder erheben (V. 2), da es bis auf den zehnten Theil reducirt wird.
V. 3. Dieser Untergang des israelitischen Staates ist ein vollständiger, denn Gott hat verheißen, daß nur eine kleine Minderzahl dem Hause Israel erhalten bleiben wird, die überwiegende Mehrzahl, die ja gänzlich entfremdet war, schwindet dahin.
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Denn wie sollte es nicht so fallen, da es Gott nicht sucht.
V. 4. Das כִּי, mit dem dieser Vers anfängt, kann sich dem Sinne nach, da ja soeben der Untergang als vollzogen geschaut wird, nur auf die am Anfange des Kapitels ausgesprochene Aufforderung beziehen, diese Klage anzuhören und sich das drohende Leid zu vergegenwärtigen. „Denn“ — heißt es nun hier — es ist selbst jetzt noch nicht zu spät zur Rückkehr, „Suchet mich und gesundet!“ lautet noch jetzt die an das Haus Israel gerichtete Aufforderung. דְּרֹשׁ אֶת־ה' heißt: Hülfe und Belehrung bei Gott suchen, das erste ist bedingt durch das zweite. Suchet seinen Willen, also eure Pflicht bei ihm zu erkennen und gestaltet euer ganzes Leben nur nach seinem Willen, dann dürft ihr seiner Hülfe gewärtig sein, wie dies in dem: וִחְיוּ ausgesprochen ist. Fraget nicht, was Bethel zu eurer Umkehr sagt, oder: suchet dort keine Hülfe, und geht nicht nach Gilgal. Beides Cultstätten des Götzendienstes. Möglich auch, daß hier bei Gilgal an die alte nationale Bedeutung gedacht ist, die es im Anfange der Besitznahme des Landes zu einer Stätte nationaler Sammlung gemacht hatte und an die dort erfolgte Festsetzung des Königtums. Dann würde es heißen: Stützet euch ausschließlich auf Gott, nicht aber auf das, was ihr Gottesdienst nennt, auch nicht auf die nationale Kraft. Dann wäre das Hinüberschreiten nach Beerscheba als Weg zum Auslande zu begreifen, nach Mizrajim, auf dessen Hülfe Israel wie Juda stets sehnsüchtig blickte. Hier: und erhoffet auch keine Hülfe vom Auslande. Denn „Beth El“ wird der Gewalt verfallen und Gilgal dem Geschicke des Exils. אָוֶן Machtmißbrauch, bildet hier den Gegensatz zu אֵל: Gott und Kraft, und גִּלְגָּל גָּלֹה יִגְלֶה ist ein wunderbarer Anklang an גִּלְגָּל. Es wäre ein vergebliches Bemühen, in der Übersetzung eine auch nur unvollkommene Nachbildung des Gleichklangs herzustellen, weil im Hebräischen der Begriff des Exiles selbst durch denselben Lautklang zum Ausdruck kommt. Wenn der Weg nach Beerscheba so als der Weg zum Auslande gefaßt wird, so begreift sich's auch, weshalb von seinem Geschicke nichts erwähnt wird, denn von Beerscheba selbst wäre ja keine Hülfe erwartet worden. Also: — denn Gilgal wird selbst ins Exil gehen, und Bethel, von dem ihr Heil erwartet, wird selbst der Gewalt verfallen. Über Gilgal s. Haftoroth S. 261.
Kommentar (Herxheimer)
Das Aufsuchen der Götzen aber hilft nichts, da deren Orte selbst vernichtet werden. — Bei Berseba steht עבר eig. hinüberziehen, weil es in Juda lag. — גלגל u. גלה wie בית אל mit (eig. לבית =) און bilden Paronomasiean.
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
D. i. das Reich Ephrajim oder Zehnstämmereich.
Bethel ist als Hauptort des Götzendienstes hervorgehoben.
V. 6. בֵּית יוֹסֵף. Das „Haus Joseph“ ist der Hof, der Staat, die Regierung. צָלַח unaufhaltsam fortschreitende Bewegung. Gott suchet und gewinnet neues Leben, sonst wird das „Haus Joseph“ — also König, Staat und Regierung, mithin gerade die Faktoren, in denen ihr nach dem Vorbilde der anderen Völker bis jetzt die Repräsentanten der nationalen Kraft und die Stützen eures Heiles erblickt habt — sich als Ausgangspunkt und Quell eures Unheils erweisen: „wie Feuer wird unaufhaltsam um sich greifend auflodern das Haus Joseph und wird Bethel verzehren, und niemand ist, der diesen Brand löschte“. — Im Folgenden wird nun dieses „Haus Joseph“, dieses Staatswesen in zwei Zügen in seiner ganzen Verderbtheit geschildert.
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Bei der Ermahnung V. 6. drängt sichs sofort auf, wie sie das Gegentheil thun.
Bitteres Unrecht.
V. 7. Der eine mächtige Grundpfeiler des Staates ist das Recht. Die Aufrechthaltung und Handhabung des Rechtes in allen Verhältnissen der menschlichen Gesellschaft ist die vornehmste und wichtigste Funktion der Organe des Staates. Die äußere Ordnung und die innere Gesundheit des Volkslebens ist von der gewissenhaften Handhabung des Rechtes bedingt. In den Händen der Funktionäre des jerobeamischen Staates aber war die Arznei zur Krankheit, die Gerechtigkeitspflege zu einem Mittel der Unterdrückung geworden, was zur Stütze der Schwachen gereichen sollte, war hier zu einem Mittel unter Rechtsformen geübter Vergewaltigung geworden. מִשְׁפָּט ist ja die Handhabung des Rechtes, sie ist in ihren Händen zu Wermut geworden. Und den zweiten Pfeiler, der im jüdischen Staate zu dem Rechte hinzukommen soll, die Menschlichkeit, צְדָקָה — die haben sie gänzlich „zu Boden gelegt.“ Die im Geiste des Gotteswortes geübte Liebe adelt den Spendenden und Leistenden und erhebt materiell und moralisch den Gestützten. Das kärgliche, aus Klugheitsrücksichten, um die Elenden nicht zur Verzweiflung kommen zu lassen, im jerobeamischen Staate gespendete „Almosen“ erniedrigt den Empfänger und wird dazu mißbraucht, jede gegen ihn geübte Rechtsbeugung mit einem Scheine von Gesetzlichkeit zu umkleiden — die alte sodomitische Anschauung, der Armut als Verbrechen galt. Schamlos geübte Klassenjustiz und erbarmungslose Härte — in diese beiden Züge wird der Geist und das Wesen der jerobeamischen Regierungspolitik zusammengefaßt, sie besiegeln das Verdammungsurteil der göttlichen Gerechtigkeit über diesen Staat. Also: was wollt ihr bei diesem Josephshause suchen, wie könnt ihr das Heil von diesem Staate erwarten!
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Sie handeln so, während doch Gott allmächtig ist, und (V. 9.) sie verderben ann.
Diese wunderbaren Gestirne der Nacht.
Wie 9, 5. 6. 36*
V. 8. Dem gegenüber sehet Gottes Waltung! עֹשֶׂה, er schafft noch jetzt, ist noch jetzt als Schöpfer allmächtig über die leuchtenden Sternbilder. Präsens, nicht Perfect, wie so oft, um hervorzuheben, daß der Schöpfer des Anfangs in alle Ewigkeit frei gebietender Herr über seine Geschöpfe und die von ihm gesetzten Naturgesetze ist. כִּימָה wird von den meisten Erklärern für das Siebengestirn, die Plejaden gehalten und כְּסִיל für den Orion. Und dieser Gebieter des Weltalls waltet zugleich im Kreise der Menschen: er ist's, der selbst den Todesschatten zum Morgen umwandelt, nachdem er den Tag zu Nacht verdunkelt hatte. — Während in den Händen der eben bezeichneten menschlichen Machthaber selbst das sonst Heilbringende zum Quell des Verderbens wird, umwandelt Gott, dem Erziehungsbedürfnisse der Menschen entsprechend, freilich manches Heil in Unheil — הֶחֱשִׁיךְ Perf., הָפַךְ Präs., — aber aus diesem Unheil erblüht das Heil. „Er ruft den Wassern des Meeres noch zu, gebietet den Meeresfluten noch Einhalt, selbst nachdem er sie dahin gegossen hat auf die Fläche der Erde“! — Noch im letzten Augenblicke lenkt er das Verderben ab, wenn die Menschen durch ihre Besserung es unnötig gemacht, immer bleibt sein Name ה', immer dieselbe Liebe, wie verschieden sie auch, dem Erziehungsbedürfnisse entsprechend, sich offenbaret. In seinen Händen wird alles Segen und Heil und Licht, während dort alles zum Fluche wird. Darum: דִּרְשׁוּ אֶת ה'. wendet euch an ihn, der als ה' ewig bereit ist, neues Dasein zu spenden!
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
בלג plötzlich aufstrahlen, micare.
. V. über Samarien.
V. 9. Der stark macht den Raub über den Mächtigen: die Siegesbeute, die er im Triumphe in seine Burg schleppt, wird zur unheilschwangeren Last, die ihn begräbt, sodaß Plünderung, Verwüstung über seine feste Burg kommt. In dem Augenblicke, da er seinen Raub in seine Burg bringt, bereitet er ihr den Untergang. Das ist die Fügung der göttlichen Weltordnung. שֹׁד Raub, Gewaltthat und das durch sie Errungene oder Bewirkte, Verheerung, Zerstörung. הַמַּבְלִיג, בָּלַג verw. mit בּוֹלֵקָה, בָּלַק Jes. 24, 1, und פָּלַג, die ein Teilen, Zerklüften, Auseinanderreißen bedeuten, In diesem Sinne könnte es heißen: er läßt auseinanderreißend, zersprengend wirken den Raub oder die Gewaltthat auf den Räuber. Da jedoch an den wenigen Stellen, in denen בָּלַג selbst vorkommt, וַאַבְלִיגָה מְעַט, Hiob 9. 27, 10. 20, und ebenso Ps. 39,13 und מַבְלִיגִיתִי, Jer. 8,18, es offenbar ein Sicherholen, zu Kräften kommen bedeutet, so glaubt man die Grundbedeutung: stark sein annehmen zu müssen. Da es sich in allen diesen Stellen um eine Erhebung über Leiden handelt, so kann auch hier sehr wohl der Begriff der Entfernung, also Trennung und Teilung zu Grunde liegen, worin auch die constante Anwendung des Hiphil ihre Erklärung fände. Der Zuhülfenahme der gleichlautenden arabischen Wurzel, die glänzen, schön, fröhlich sein und werden bedeutet und ohnehin für unsere Stelle nicht ohne Zwang als „aufblitzen lassen“ herbeigezogen werden kann, bedarf es deshalb nicht. Wir sind in der Übersetzung der herkömmlichen Auffassung gefolgt.
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Der öffentlich, wo sie das Recht verbrechen V. 7., sich rügend darüber äußert. מוכיח kann Amos zugleich von sich selbst verstanden haben wollen; vgl. auch Jes. 29, 21.
Der Lehrer der Wahrheit, der auf die Fehler aufmerksam macht, vor Untugenden warnt und zur Gottesfurcht auffordert, wird auch jetzt noch oft eben so gehaßt.
V. 10. Aber freilich, fährt der Prophet fort, darf der Mahnruf, nur bei Gott Belehrung und Hülfe zu suchen, nicht hoffen, in diesem Kreise Eingang zu finden. Vielmehr Haß ist die Gesinnung, die man im öffentlichen Leben dem Mahner entgegenbringt. Er ist ja das verkörperte Gewissen, seine Worte, die die herrschenden Grundsätze in ihrer Falschheit und Verderblichkeit offen kennzeichnen, sind ja der lauteste Protest gegen Regierung und Gesellschaft und wecken Stimmen im eigenen Innern, die man längst zum Verstummen gebracht hatte. Er steht in Wirklichkeit als ein Störer der öffentlichen „Ruhe“ da. Und den, der, ohne öffentlich anklagend seine Stimme zu erheben, im Privatleben „in seiner Unschuld“, aufrichtig spricht, nicht politisch, nicht „klug“ ist, sondern seiner Meinung über Personen, Vorgänge und Verhältnisse offen und ehrlich Ausdruck giebt, den — verabscheut man. Man beehrt ihn nicht mit seinem Hasse, dafür — ist er zu unbedeutend, aber er ist doch für sie ein „gefährlicher Mensch“; der Piel läßt auch die Erklärung zu: man stellt ihn als abscheulich, als einen zu Verabscheuenden dahin.
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
בושסכם = בוססכם.
Sie bedrohen und drücken den Hülflosen, damit er ihnen Allerlei als Lösegeld gebe (V. 12), woraus sie ihren Luxus schaffen; den sollen sie aber zur Strafe, von den Assyrern fortgeführt, nicht genießen können.
V. 11. Es nützt euch nichts. Die Einzelnen könnt ihr mundtot machen, die Donnerstimme aus der Überwucht des über euch hereinbrechenden Verhängnisses wird sich Gehör zu erzwingen wissen. בּוֹשַׂסְכֶם, das Wort kommt nur hier vor. Möglich, daß es eine Zusammensetzung von בּוּשׁ und בּוּם darstellt. בּוּשׁ sich schämen, בִּשֵּׁשׁ Piel: Schande bringen, בּוּם: niedertreten. Es bedeutet dann wörtlich: weil ihr so schmählich herumtretet auf dem Armen, zur Unterdrückung tritt der Begriff der Herabwürdigung, der Erniedrigung hinzu. Durch den zum Substantiv erhobenen Infinitiv wird diese Unterdrückung als ein dauernder Zustand bezeichnet. Vielleicht ist in demselben Sinne auch das עַל zu verstehen: wegen eures so schimpflichen Schaltens mit dem Armen. מַשְׂאַת dürfte nach dem Zusammenhange stat. constr. von מַשְׂאָה sein, das hier als weibliche Form von מַשָּׂא Last, deren Winzigkeit bezeichnet: auch das bißchen Getreide wisset ihr den Armen zu rauben. Bei diesem System der Ausbeutung und Unterdrückung habt ihr freilich stolze Paläste gebaut, aber ihr werdet nicht in ihnen wohnen bleiben, habt ihr freilich herrliche Weinberge gepflanzt, aber ihren Wein werdet ihr nicht trinken.
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Wie 2, 7. 2 M. 23, 6.
V. 12. Denn an Umkehr ist bei den Machthabern nicht zu denken. Denn ich weiß es ja, eurer Verbrechen sind so viele und gar mächtig die Thaten eures Leichtsinns, alle die Richtungen, in denen euer Leichtsinn euch zur Sünde verleitet hat. Sie sind mächtig, d. i. sie lassen sich nicht beseitigen, sind so tief eingewurzelt, daß sie jedem Versuche zur Besserung unüberwindlichen Widerstand entgegensetzen. — Ihr seid Bedränger, unversöhnliche Feinde des Gerechten — in einem Staate, wo alles auf רֶשַׁע und פֶּשַׁע, auf Genuß- und Selbstsucht gebaut ist, ist ein Rechtschaffener, ein Pflichtgetreuer ein gefährlicher Mensch für diejenigen, die auf Corrumpierung des Volkes ihre Macht bauen, sein bloßes Dasein erinnert ja daran, daß es ein Höheres, Ideales giebt, höher als Besitz und Genuß. Vergl. V. 10. So unerbittlich streng, eigentlich: so verfolgungssüchtig ihr gegen die Pflichtgetreuen seid, so milde und nachsichtig seid ihr gegen die Gesinnungsgenossen; es heißt nicht: שֹׁחַד Bestechung, sondern כֹּפֶר, Sühne, ihr drückt ein Auge zu. Daß diese Verfolgung des Gerechten aber nicht eine vereinzelte Erscheinung ist, die etwa dem Amtseifer strebsamer Richter entspränge, sondern in der durch die ganze Natur der Verhältnisse gebildeten Gesinnung und Anschauungsweise der Richter ihren Grund hat, das wird durch die des verbalen Charakters entkleideten substantivischen und deshalb mit dem Genitiv des Objectes construierten Formen צֹרְרֵי und לֹקְחֵי, nicht צֹרְרִים und לֹקְחִים, zum Ausdruck gebracht. — Die Armen aber — אֶבְיוֹן von אָבָה: der einwilligen muß, durch seine sociale Stellung nicht in der Lage ist Widerstand zu leisten — die hat man in diesem Staate im öffentlichen Leben (בַּשַּׁעַר) längst beiseite geschoben.
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Zu einer Zeit wie diese V. 12., schweigt lieber mancher Einsichtige, um nicht für sein fruchtloses Reden noch verfolgt zu werden.
V. 13. Daher kommt es denn auch, daß derjenige, der noch bei klarem Verstande geblieben ist und diesen Verstand dazu gebraucht, die Verhältnisse in ihrem wahren Charakter zu erkennen und zu würdigen, mit jeder Äußerung seiner Gedanken sorgsam zurückhält: „denn es ist eine böse Zeit“, der V. 12 gekennzeichnete Terrorismus hält jedes mißbilligende Wort nieder.
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Doch der Prophet will noch nicht schweigen.
Wie ihr meint, daß er bei eurem jetzigem Wandel euch schütze.
V. 14. Und dennoch, trotz der Trostlosigkeit der Zustände und der Tiefe der Gesunkenheit, ergeht das Wort des Propheten: Suchet das Gute und nicht das Böse, damit ihr gesundet, — wenn auch zunächst als Mittel zum Zweck, nur aus Klugheit, um eurer Erhaltung willen, so wird in Wirklichkeit Gott mit euch sein, so wie ihr es gesprochen habt. Wenn ihr euch nämlich bisher zu Gott wandtet, Gott suchtet, so war es nur um Hülfe, nicht aber um Lehre und Gesetz von ihm zu erbitten, da blieb eure Bitte allerdings unerhört. Suchet also wirklich das Gute, wenn auch zuerst noch nicht um seiner selbst willen, so wird א' צְבָאוֹת, der Gehorsam von allen seinen Geschöpfen fordert, auch mit euch sein, wie ihr es bisher, vergebens, erhofftet. — כַּאֲשֶׁר אֲמַרְתֶּם kann sich jedoch auch auf die trügerischen Hoffnungen beziehen, die sie bisher von ihren Opfern gehegt hatten, durch die sie Gott zu befriedigen wähnten und deshalb den Mahnworten des Propheten bisher die kecke Behauptung entgegensetzten, sie hätten Gottes Zorn nicht zu fürchten, er werde vielmehr ihnen beistehen. Dann tritt das כֵּן in seine volle Bedeutung: „dann wird Gott so mit euch sein, wie ihr dies bisher fälschlich behauptet habt“.
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Und läßt beim kommenden Gericht nicht Alle verloren gehen.
V. 15. Und fühlt ihr euch dazu noch zu schwach, so höret doch nur einmal auf, Freunde des Bösen und Feinde des Guten zu sein, beginnet einmal das Böse zu hassen und das Gute zu lieben und stellet wenigstens im öffentlichen Leben das Recht wieder her, so wird vielleicht Gott Gnade schenken dem Überreste Josephs. Wenn er auch von der Forderung des unbedingten Gehorsams nicht abgeht, — deshalb heißt es auch hier: א' צְבָאוֹת — so wird er euch doch begnadigen als ה', der in seiner Liebe bereit ist, Dasein und Kraft zu gewähren zu weiterem Fortschreiten und Erstarken im Guten, so ihr nur den Weg der Besserung betretet.
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Darum aber, weil diese Besserung für jetzt nicht erfolgt, wird das Gedrohete V. 2. ff. kommen.
Das Unglück und die Sterblichkeit wird so groß sein, daß man überall die Todtenklage הוי אחי (Jir. 22, 18) anstimmen, selbst den Ackersmann vom Felde zum Leidtragen rufen und den Klageleuten (Jir. 9, 18. 19) das Wort מספד entgegenschallen wird.
V. 16. Wenn sich das einleitende לָכֵן auf die unmittelbar vorhergehenden Mahnungen und Verheißungen bezieht, wie dies ja das natürlichste ist, so bezeichnet es das Folgende als Mittel zu der eben in Aussicht gestellten Rettung wenigstens eines Teiles, des „Überrestes“ Josephs. Es heißt dann: deshalb, d. h. zu diesem Zwecke, auf daß diese mahnenden Worte bei euch Eingang finden, läßt Gott auf allen Straßen Totenklage und auf allen Gassen Weheruf laut werden, und zur Trauer rufen sie den sonst verachteten Landmann in die Stadt, das Unglück läßt alle Schranken schwinden, macht alle gleich, und Totenklage „wird“ d. h. steigt auf von den mit Klage Vertrauten. Möglicherweise ist auch die Construction zu verstehen als hieße es: וְיֹדְעֵי נֶהִי אֶל מִסְפָּד, als zweites Objekt von וְקָרְאוּ, das eine Ergänzung zu אֵבֶל bildete: und man ruft die schon ohnehin mit Leid, mit Unglück Vertrauten zur Totenklage — נְהִי heißt durchaus nicht bloß Klage, vergl. נְהִי נִהְיָה Micha 2, 4, wo es sich auf das Klage veranlassende Unglück bezieht. S. das. Ebensowenig braucht hier an die Jer. 9, 16 erwähnten Klageweiber gedacht zu werden. Vergl. auch Jes. 53, 3: וִידוּעַ חֳלִי Part. pass., wo derselbe Gedanke, nur anders nüanciert, durch ידע ausgedrückt ist, wörtlich: der von jeder Krankheit Wohlgekannte, d. i. mit jeder Krankheit Vertraute.
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Wo doch sonst Freude ist.
Mit Strafgericht wie 2 M. 12.
V. 17. Nicht bloß in den Städten, auch auf dem Lande, in den Weinbergen herrscht Klage, denn hindurchziehen werde ich durch deine Mitte, spricht Gott, alle Kreise, in Stadt und Land, werde ich prüfend, richtend, strafend durchschreiten. Vergl. Exod. 12, 12: וְעָבַרְתִּי בְאֶרֶץ מִצְרַיִם.
V. 18 ff. Wie wir hier erfahren, gab es im israelitischen Staate auch Leute, die nicht bloß nach Bethel und Gilgal pilgerten, sondern auch in Jerusalem opferten, auch noch die Festtage äußerlich feierten und deshalb sich schon für vollkommen gerecht hielten, in dünkelhafter Überhebung auf die anderen herabblickten, und so groß war ihre Verblendung, ihre Unwissenheit und ihre Herzenshärte, daß sie den Tag des Gottesgerichtes herbeisehnten, weil sie in eitler Selbsttäuschung sich jeder Läuterung durch die Leidensgeschicke enthoben glaubten. An diese richtet sich das Prophetenwort: Vor allem aber wehe über euch, die ihr den Tag des Gottesgerichtes herbeisehnt! Was soll euch denn der Tag Gottes, er ist ja auch für euch nicht hell! Er ist ja auch für euch ein Tag mannigfaltigster Verhängnisse, wer dem einen entrinnt, verfällt unrettbar dem anderen! Denn eure Festopfer hasse und verschmähe ich und habe kein Wohlgefallen an eurer Festesfeier (21). Denn wenn ihr mir auch Emporopfer darbringet und ebenso eure Huldigungsgaben, so nehme ich sie nicht an und auf die Friedensopfer eurer Masttiere sehe ich nicht hin, beachte sie nicht (22), und eure vielen frommen Tempelgesänge sind mir eine Last, lasset sie verstummen מֵ־עָלַי, daß sie mich nicht mehr belästigen, ebenso die rauschende Tempelmusik will ich nicht mehr hören! (V. 23) Es ist dies ganz die Jes. 1, 11 ff. und 66, 3 gezeichnete Verblendung, die durch Tempeldienst und Festesfeier Dispens von der Erfüllung des ganzen Gottesgesetzes und einen Freibrief für alle Frevel zu gewinnen glaubte. Nur daß hier noch der charakteristische Zug der hochmütigen Selbstüberhebung über die Mehrzahl hinzutritt, die auch diesen Teil der Gesetze nicht erfüllte. Die von solchen Händen, in solcher Gesinnung und aus einem solchen Leben heraus dargebrachten Opfer und gefeierten Feste können wahrlich das Strafgericht nicht aufhalten und noch weniger von euch abwenden!
Kommentar (Herxheimer)
V. 18–27. Wehe denjenigen, welche (wie Jes. 5, 19), weil sie äußerlich dem wahren Gott dienen und der oft gedrohete Straftag sich verzögert, an dessen Kommen nicht glaubend, spottend ihn herbeiwünschen.
Kommentar (Herxheimer)
Sinn: Niemand wähne, dem Unglücke, dem Straftag entfliehen zu können.
Kommentar (Herxheimer)
Wenn ihr glaubet, Gott werde durch eure äußerliche Werkheiligkeit euch gnädig sein, so irret ihr.
Kommentar (Herxheimer)
Das Riechen V. 21. bezieht sich eigentlich auf die Festopfer; so schließt sich dieser V. durch כי אם an den vorigen an.
Aeußerer Gottesdienst neben Ungerechtigkeit und Lastern findet sich auch heute noch häufig, und kann nie Wohlgefallen bei Gott erwirken.
Kommentar (Herxheimer)
Des scheinheiligen Gottesdienstes.
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Statt dieser Opfer und Feste, lasset lieber Gerechtigkeit strömen, vgl. Jes. 1, 11–17.
V. 24. Vielmehr hereinbrechen, wörtlich: sich daherwälzen — וְיִגַּל, Niphal von גלל, nicht von גָּלָה, dann müßte es heißen: וְיִגָּל — wie die Flut muß das Gericht, das göttliche Strafgericht, bis die Pflichttreue, der Geist der Lebenspflichterfüllung als ein uralter, mächtiger Strom hervorbricht. Wenn auch מִשְׁפָּט hier unzweifelhaft sich auf das von Gott vollzogene Strafgericht bezieht, wie צִיּוֹן בְּמִשְׁפָּט תִּפָּדֶה Jes. 1, 27 und an so vielen anderen Stellen, so ist צְדָקָה doch nicht auf die von Gott zu erhoffende Gnade wie Jes. 5, 16 zu beziehen, wo gleichfalls beide genannt werden, sondern auf die Pflichtgerechtigkeit des Menschen und das zu ihr spornende Pflichtgefühl, auf die wieder von neuem durch die Strafgerichte zu erweckende Pflichttreue „Israels“, die nur unterdrückt, durch die in der Üppigkeit der Genussesfülle entfesselten Leidenschaften nur niedergehalten, aber nie ganz erstorben war. Das ist ja die im Gottesworte so oft vorkommende Anschauung, daß der Kern des Menschenwesens ein unverwüstlich guter sei. Selbstsucht und Genußsucht bewirken, daß sich eine undurchdringliche „Fettschicht“ um diesen edlen Kern, um das für das Edle empfängliche, fühlende Herz legt, die es stumpf und unempfindlich macht, vergl. Deut. 32, 15 שָׁמַנְתָּ עָבִיתָ כָּשִׂיתָ, dann bedarf es der schweren Schicksalsschläge, die des „Herzens Sperre sprengen“ (Hos. 13, 8), den Menschen frei machen von allem, was ihn niedergehalten hat, sodaß alle edlen Regungen und Triebe in ihm aufblühen und die Herrschaft wieder erlangen, die sie nie hätten verlieren sollen. Dieses Pflichtgefühl und seine Frucht: die Pflichtgerechtigkeit, das Streben nach Verwirklichung des Zedek-Ideals, wird hier mit einem uralten mächtigen Strome verglichen, der bisher eingedämmt, in seinem Laufe gehemmt war. Es ist das Bild eines unterirdischen Flusses, der durch vorgelagertes Felsgestein und Gerölle zurückgehalten wurde. Nun bricht die von Gott gesandte Flut, das Gottesgericht, herein und sprengt das Felsgestein und schwemmt das Gerölle hinweg, und hervorbricht die so lange zurückgedämmte klare Flut als mächtiger, nimmer versiegender Strom. So wird die Pflichttreue des von den Fesseln des Wahnes und der Leidenschaften befreiten Israel nimmer versiegen.
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
In der weidelosen Wüste konnten sie kein Vieh zu Opfern erhalten (höchstens konnte nur für die ganze Gemeinde zu Zeiten ein Opfer dargebracht werden); ein Beweis, daß Gott diese Art der Verehrung entbehren kann, weshalb er in der Wüste nur Rechtthun von ihnen forderte, vgl. Jirm. 7, 22. 23. (Ebn Esra.)
V. 25. Das ה in הַזְּבָחִים ist ein ה interrog., der Satz ist ein verneinender. Es ist durchaus nicht nötig, hier an die vielfach zur Erklärung dieser Stelle angeführte Ansicht zu denken, daß auch die Pflichtopfer in der Wüste nicht dargebracht worden seien, selbst das Peßachopfer nur einmal. Dann würde er einen Vorwurf ausdrücken, und dahin zu verstehen sein, daß schon vom ersten Anbeginn an Israel nicht gewissenhaft in der Gesetzeserfüllung gewesen sei. Das widerspräche dem ganzen Zusammenhange. Überhaupt wird nie die Darbringung von Opfern als ein Gradmesser für die Gesetzestreue Israels betrachtet. Nicht Unterschätzung, sondern Überschätzung der Opfer wird stets dem verblendeten Volke vorgeworfen, das in den Opfern einen Ersatz für die im Leben zu bewährende Pflichttreue erblickte. Diesem selben Wahne war ja der Prophet unmittelbar zuvor V. 21 und 22 entgegengetreten. Unser Vers ist vielmehr die weitere Ausführung dieses Gedankens. Er weist darauf hin, daß Israel sich der wunderbaren Gottesführung und der segnenden Gottesnähe, die während der vierzigjährigen Wanderung durch die Wüste sich tagtäglich schon in der Mannaspende offenbarte, doch wahrlich nicht durch Opfer würdig gemacht habe. Es ist hier ja von der Verdienstlichkeit der freiwilligen Privatopfer die Rede, deren Darbringung aber war während des größten Teiles der vierzig Jahre der Mehrzahl des Volkes unmöglich. Aus dem Vorwurfe des unzufriedenen Volkes: Wer giebt uns Fleisch zu essen! — ergiebt sich ja, daß der aus Ägypten mitgenommene reiche Herdenbestand jedenfalls zum großen Teile zu Grunde gegangen sein mußte. Erst zu Ende der Wüstenwanderung gelangte Israel durch die Siege über die Midjaniter wieder zu reichem Herdenbesitz. Zur praktischen Anwendung der Lev. 17, 3 ff. über שְׁחוּטֵי חוּץ gegebenen Anordnungen gab es daher für Privatopfer während des bei weitem größten Teils der vierzig Jahre nur verhältnismäßig wenig Gelegenheit. Ebenso verhielt es sich mit dem aus Mehl und Öl und hinsichtlich der מנחות נסכים auch aus Wein bestehenden Menachoth. Nach Chagiga 6b war es übrigens nach Raschi's Auffassung der großen Mehrzahl Israels schon deshalb nicht möglich Opfer darzubringen, weil sie durch die Versündigung mit dem goldenen Kalbe sich den Gotteszorn zugezogen hatten, מפני שהיו נזופין, nur der Stamm Levi, der sich davon frei gehalten hatte, konnte Opfer darbringen. Der Prophet war daher sehr wohl berechtigt, als auf eine Thatsache darauf hinzuweisen: Habt ihr mir etwa Mahlopfer und Huldigungsopfer in der Wüste vierzig Jahre dargebracht, Haus Israel?
Kommentare (Herxheimer, J. J. Hirsch)
Zur Strafe ihres innern Götzendienstes soll denn der Gerichtstag (V. 18 ff.) kommen, wo der Feind sie wegführen wird. Da werden die Götzengebilde ihrer eignen Hände ihnen nicht helfen, vielmehr selbst von ihnen mit ins Exil getragen werden; vgl. Jes. 46, 1.
סכות wahrsch. = סכה Hütte, Zelt, für den Götzen.
D. i. des Götzen, vgl. Jes. 8, 21.
כיון nehmen wir mit Targum, Hizzig u. Ew. = כן oder מכונה Gestell, was dem Parallelism. angemessener ist als die Deutung von Ebn Esra u. A.: Kijun (= Saturn), eure Bilder.
Stern, als Bild ihrer Gottheit.
Schwerlich ist mit LXX zu verstehen: ihr truget (in der Wüste) rc.
V. 26. f. וְנָשָׂאתֶם: ihr werdet zu tragen haben, wie מַשָּׂא als Geschickeslast. סִכּוּת Subst. von סכת im Piel — von סכך würde es סִכּוּךְ heißen — davon Hiphil הַסְכֵּת Deut. 27, 9: aufmerken, auf etwas hinhören; also Gehorsam, der respectvolle Aufblick. כִּיּוּן von כון, wovon auch in gedehnter Form כֵּהֵן, wie רָהָב von רוב. כון leiten, ordnen, die rechte Grundlage und Stellung geben, כֵּהֵן: der dem Volke die rechte Richtung geben soll. Das von derselben Wurzel gebildete, nur hier vorkommende כִּיּוּן bezieht sich aber auf das israelitische Priestertum, das dem Volke gerade die falsche Richtung gab, wie das in derselben Weise gebildete und vocalisierte סִכּוּת im Gegensatze zu הַסְכֵּת den dem abgefallenen und auf den Abfall des Volkes sich gründenden israelitischen Königtum gezollten Gehorsam bezeichnet. Wie סִכּוּת die übelberatene Willensrichtung, so bezeichnet כִּיּוּן die übelberatene Geistesrichtung, die entschiedene Parteinahme, die Begeisterung für das Götzentum, beides entsprechend der privativen Bedeutung des Piel. Dieser und der folgende Vers bilden den Schluß der V. 18 begonnenen Rede an diejenigen, die, weil sie nach ihrer Meinung noch nicht ganz mit Gott gebrochen hatten, vielmehr neben dem Götzendienste auch noch in Jerusalem opferten und die Feste feierten, sich für alle Eventualitäten der Zukunft gesichert hielten. Ihnen wird nun hier gesagt: ihr werdet trotz eurer Opfer nicht gerettet werden. Ihr werdet zu tragen haben den eurem Könige geleisteten huldigenden Gehorsam, — werdet zu tragen haben die euren Götzen gezollte Huldigung. Während ihr in Jerusalem opfertet, habt ihr zu Hause den Götzencult eifrig mitgemacht. Und endlich: כּוֹכַב אֱלֹהֵיכֶם, ihr habt euer Vertrauen nicht auf Gott, sondern in die Waltung der Gestirne gesetzt. So ist ihr Wesen, ihr eigentliches Leben aus diesen drei Momenten gebildet, im äußeren Leben, politisch: unbedingt königstreu, auch gegenüber den in jerobeamischen Abfall versunkenen Königen, religiös: götzentümlich orthodox stricter Observanz, das liegt in dem Worte כִּיּוּן, im Herzen aber: Fatalist, „sterngläubig,“ also: über den ganzen royalistischen und pontificalen Mummenschanz still lächelnder sterngläubiger Fatalist. Die Geschickesfolge von allem diesen wird sein: וְהִגְלֵתִי אֶתְכֶם, (V. 27) dasselbe Verderben, das die anderen ereilt, trifft auch euch. Möglich auch, daß וּנְשָׂאתֶם in ironischem Sinne zu fassen ist: haltet nur hoch, oder: nehmet nur eure Königshuldigung, eure Götzenbegeisterung, den Stern eurer Götter, den ihr euch gemacht habt, nämlich zum Gotte, mit alle dem: וְהִגְלֵתִי אֶתְכֶם, sende ich euch in die Verbannung weit über Dameßek hinaus, wörtlich: von jenseits von Dameßek hinweg, d. i. in weite Ferne