Malachi מלאכי

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Kapitel

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Einleitung von Julius Jehuda Hirsch

Maleachi.

Von dem Leben des Propheten ist nichts weiter bekannt. Nach der Septuaginta und Jonathan zu Kap. 1,1 wäre der Name überhaupt kein Eigenname, sondern bezeichne den Propheten als Gottesgesandten und sei identisch mit Esra. Die bei weitem überwiegende Ansicht erblickt in ihm einen Eigennamen. Ohnehin, will uns dünken, weist schon der Inhalt auf eine spätere Zeit als die Esras. Die Herabwürdigung des Heiligtums durch die Haltung, die den Priestern vorgeworfen wird, läßt auf einen schon längere Zeit wieder aufgenommenen Tempeldienst schließen, ebenso ihre Einsegnung der Felder. Außerdem trägt die Sprache oder vielmehr der Stil ein ganz individuell charakteristisches Gepräge. Ganz abgesehen davon, daß sich schwer begreifen ließe, weshalb Esras Name hier verschwiegen sein sollte.

Auch die Zeit Maleachi's ist nicht genau zu fixieren. Jedenfalls ist er nach dem Schriftworte der letzte der Propheten.

Was den Inhalt betrifft, so wendet sich der Prophet zuerst an das Volk und zeigt (1,1—4) zunächst, daß er sich einem in der Treue und im freudigen Gottesbewußtsein noch sehr schwankenden Volke gegenüber fühlt. Er macht dafür vor allem die Priester, die Vertreter des Heiligtums verantwortlich, die durch ihre mangelnde Energie und dadurch, daß sie das Volk in seinen falschen Vorstellungen von der Bedeutung des Heiligtums und der Opfer noch bestärken, dem ganzen Tempeldienste jede sittigende und erziehende Kraft raubten, ja ihn geradezu in den Augen des Volkes herabwürdigten.

Kap. 2 schildert sodann die Idealstellung und die Idealwirksamkeit des wahrhaft levitischen Priesters gegenüber ihrem verderblichen Wirken und gegenüber der wohlverdienten Verachtung, der sie verfallen seien (V. 1—9). Als schwerste Folge ihrer Pflichtvergessenheit wird sodann die Trübung des jüdischen Ehelebens hervorgehoben und V. 10 eine Probe der gleißnerischen Begünstigung und Rechtfertigung dieser das Fundament des ganzen Volkslebens untergrabenden Versündigung mitgeteilt, durch die die ganze Zukunft Israels in Frage gestellt werde. V. 14—16 wendet sich der Prophet an das Volk und sucht es mit der Erkenntnis der wahren Bedeutung und innersten Heiligkeit der jüdischen Ehe und den Pflichten, die daraus erwachsen, zu erfüllen.

Im 3. Kapitel belehrt der Prophet die große Zahl jener, die allerdings im Gesetze wandeln, aber das rechte innere Verhältnis zu Gott noch nicht gefunden haben, und die deshalb die Gotteswaltung nicht begreifen und an ihrer Gerechtigkeit kleinmütig zweifeln (Kap. 2, 17), über die Wege und Ziele der göttlichen Waltung. Um den Tag des Gerichtes, der kommen wird, zu bestehen, muß Israel, das sich nie dem Gesetze in seiner Ganzheit untergeordnet hat, durch Geschicke geläutert werden (K. 3, 1—12). Ein reiner Kern aber bleibt noch zur Zeit schlimmster Verblendung, an ihm klärt sich der Blick der Verirrten (V. 13—21), Und wer dann dem gottgesandten Propheten Elia sich anschließt, wird gerettet werden. (V. 22 ff.)