Die Torah - Die fünf Bücher Mose
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Hebräischer Text (nach der Masorah)
כִּֽי־יַרְחִיב֩ יְהֹוָ֨ה אֱלֹהֶ֥יךָ אֶֽת־גְּבֻלְךָ֮ כַּאֲשֶׁ֣ר דִּבֶּר־לָךְ֒ וְאָמַרְתָּ֙ אֹכְלָ֣ה בָשָׂ֔ר כִּֽי־תְאַוֶּ֥ה נַפְשְׁךָ֖ לֶאֱכֹ֣ל בָּשָׂ֑ר בְּכׇל־אַוַּ֥ת נַפְשְׁךָ֖ תֹּאכַ֥ל בָּשָֽׂר׃
Deutsche Übersetzung (Samson Raphael Hirsch)
Wenn Gott, dein Gott, dein Gebiet erweitern wird, wie er dir verheißen, und du sagen wirst: ich möchte Fleisch essen, denn es verlangt dein Wille Fleisch zu essen, so darfst du nach dem ganzen Belieben deines Willens Fleisch essen.
Onkelos
אֲרֵי יַפְתֵּי יְיָ אֱלָהָךְ יָת תְּחוּמָךְ כְּמָא דִי מַלִיל לָךְ וְתֵימַר אֵיכוּל בִּשְׂרָא אֲרֵי תִתִּרְעֵי נַפְשָׁךְ לְמֵיכַל בִּשְׂרָא בְּכָל רְעוּת נַפְשָׁךְ תֵּיכוּל בִּשְׂרָא
Raschi
כי ירחיב וגו'. לִמְּדָה תוֹרָה דֶּרֶךְ אֶרֶץ שֶׁלֹּא יִתְאַוֶּה אָדָם לֶאֱכֹל בָּשָׂר אֶלָּא מִתּוֹךְ רַחֲבַת יָדַיִם וְעֹשֶׁר (חולין פ"ד): כל אות נפשך וגו'. אֲבָל בַּמִּדְבָּר נֶאֱסַר לָהֶם בְּשַׂר חֻלִּין אֶלָּא אִם כֵּן מַקְדִּישָׁהּ וּמַקְרִיבָהּ שְׁלָמִים (שם ט"ז):
Kommentar von R. Samson Raphael Hirsch
V. 20. כי ירחיב וגו׳. Wir haben bereits Wajikra Kap. 17, 3 bemerkt, wie zufolge der nach allgemeinster Auffassung als Halacha rezipierten Lehre des ר׳ ישמעאל während der Wanderung in der Wüste und des Zusammenseins des ganzen Volkes im nächsten Umkreis des Heiligtums בשר תאוה, d. i. gewöhnlicher Fleischgenuss von opferfähigen Tieren nicht gestattet war, diese vielmehr als שלמים darzubringen und das Fleisch nur als Opferanteil der Eigentümer genossen werden konnte. Dieser Auffassung gemäß spricht unser Vers denn die Gestattung des בשר תאוה mit der Besitznahme des Landes aus und motiviert Vers 21 die Gestattung mit der nunmehrigen Entfernung vom Heiligtum (siehe ספרי und Chulin 16b). In eigentümlicher Weise wird aber hier die Gestattung des gewöhnlichen Fleischgenusses, und zwar die ganz unbeschränkte Gestattung: בכל אות נפשך תאכל בשר, doch, wir möchten sagen, dreifach verklausuliert eingeführt: כי תאוה וגו׳ כי תרחיב וגו׳ ואמרת וגו׳, und wird daher Chulin 84a gelehrt: למדה תורה דרך ארץ שלא יאכל אדם בשר אלא לתיאבון, daß das Gesetz Fleisch nicht als gewöhnliches Nahrungsmittel, sondern als Befriedigung eines besonderen Verlangens voraussetzt, und ergibt sich dort, wie nur mit zunehmender Schwäche der Konstitutionen Fleischnahrung ein tägliches Bedürfnis geworden. In der Tat setzt doch unser Vers selbst bei הרחבת גבול, bei weniger beschränkten Verhältnissen Fleischgenuss nur bedingt durch כי תאוה נפשך וגו׳, und dürfte auch אוה und אות נפש wohl von התאוה sich unterscheiden. Während התאוה überwiegend ein unberechtigtes lüsternes Verlangen ausdrückt, bezeichnet אוה vielmehr in der Regel ein durchaus gestattetes Verlangen, und kann תאוה נפשך und אות נפשך sehr wohl ein vom Bedürfnis erzeugtes und eben das Bedürfnis ankündigendes Verlangen bezeichnen und diese so ausführliche Motivierung des Fleischgenusses gerade mit Hinblick auf die so verhängnisvoll gewordene unberechtigte Fleischlüsternheit bei קברות התאוה gegeben sein.
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