Zefanja צפניה

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Einleitung von Julius Jehuda Hirsch

Zephanja

Was die Person Zephanjas betrifft, so wird uns, im Gegensatze zu den Propheten Amos, Obadja, Jona, Micha, Nachum und Habakuk, bei ihm die Abstammung bis ins vierte Geschlecht hinauf in der Überschrift mitgeteilt. Er war aus königlichem, davidischen Geschlechte, es ist kein Grund vorhanden, den hier genannten Chiskijahu für einen anderen als den König Chiskijahu zu halten. Wenn es ein Unbekannter dieses Namens wäre, so würde auch wohl nicht bis auf ihn die Abstammung Zephanjas so weit zurückgeführt sein. Auch der Umstand fällt nicht ins Gewicht, daß von der Seitenlinie bereits der Urenkel wirksam war, während von der regierenden Linie erst der Enkel, Joschijahu, auf dem Throne saß, denn Menasche, Chiskijahus Sohn, hatte ja die ungewöhnlich große Regierungsdauer von 55 Jahren erreicht. — Als Zeit seiner Wirksamkeit als Gottesprophet wird die Zeit des Königs Joschijahu, des Sohnes Amons, in der Überschrift angegeben, der von 641—610 regierte. Er war ein Zeitgenosse des Propheten Jeremias, dessen Sendung nach Jer. 1, 2 im dreizehnten Regierungsjahre Joschijahus begann, auch Habakuks, der den Untergang Ninives als noch in den Tagen seiner Zeitgenossen erfolgend verkündete, während Zephanja 2, 13 f. denselben Untergang als bevorstehend ankündigt. In der viel umstrittenen Frage, ob seine Sendung in die erste oder in die zweite Hälfte der einunddreißigjährigen Regierung Joschijahus falle, neigen wir mit Entschiedenheit der Ansicht zu, die sie in die zweite Hälfte setzt, nachdem bereits der König die Großthat der Restauration vollbracht hatte. Dafür spricht nicht nur, daß 1, 4 die Vernichtung des „Restes“ des Baal und des „Namens“ der Götzenpfaffen verkündet wird, wonach also in der Hauptsache der Baalcult bereits beseitigt und die Götzenpfaffen schon vernichtet sein mußten, sondern auch der ganze übrige Inhalt des ersten Kapitels bietet gewichtige innere Gründe dafür. Die Klage über den Mangel an Entschiedenheit der Gesinnung, über die Halbheit, mit der ganze Kreise gleichzeitig Gott und den Gestirnen und ihrem Könige huldigen (V. 5), über die bloß äußere Korrektheit anderer scheinheiliger Kreise, die jedoch in ihrem Herzen jede richtende Waltung Gottes leugnen (V. 13) und auf ihr Silber und Gold vertrauen (V. 18) — alles dies spricht dafür, daß zur Zeit, als diese Worte gesprochen wurden, bereits eine starke Hand dem frechen, Gott offen hohnsprechenden Abfall entgegen getreten war. Freilich war sie ohnmächtig gewesen, bei der abgefallenen Majorität und den herrschenden Kreisen eine durchgreifende innere Besserung zu bewirken, wie dies dem edlen Könige ja auch bereits von der Prophetin Hulda gleich zu Anfang verkündet worden war (2 Kön.). Im Hinblick auf manche Züge, die bereits wieder ein offenes Hervortreten des unjüdischen Wesens beklagen, glauben wir, daß eine geraume Zeit, jedenfalls mehrere Jahre nach dem mächtigen Aufschwung bereits verflossen sein mußten und die religiöse und nationale Begeisterung, von der 2 Kön. 22 und 23 ein so ergreifendes Bild gegeben wird, bei der Masse bereits verrauscht war, als Zephanja in die Mitte seines Volkes als Prophet hinaus trat.

Das Buch Zephanja. Kap. 1. Wenn alles beseitigt werden sollte, was die Gesetzlosen zur Sünde verleite, so müßte Gott nicht weniger als alles vernichten (V. 2, 3). Wohl aber werde er ins Gericht gehn mit den Abgefallenen, die in einzelnen Kategorieen gezeichnet werden (V. 3—12); sodann folgt die Schilderung des ganzen Ernstes des Gottesgerichtes (V. 13—19).