Tehillim 148 תהילים
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kap. 148, V. 1. הללוי'. Der vorige Psalm hatte Gottes fürsorgende Waltung und Gottes Gehorsam forderndes Gesetz in Einem, die Natur- und Menschenwelt zusammenfassenden Gedanken denken, und daraus die Zukunft und Bedeutung Israels für die Zukunft der Menschheit als Träger und Wahrer des göttlichen Gesetzes erschließen gelehrt. Dieser Psalm feiert nun den Moment, in welchem die gesammte, auch die nichtjüdische Welt von dieser Erkenntniß durchdrungen sein wird, und das ganze Weltall, von der Unendlichkeit der Himmelshöhen bis hinab in die Erdentiefe, alle Wesen in Einen Hymnus der Gotteshuldigung zusammen stimmen werden, und schließt mit dem Gedanken, daß, wenn diese Zukunft eine Zeit der Wiedererhebung seines Volkes sein wird, diese Erhebung selbst allen Gott in Liebe sich weihenden Menschen die Vollwürdigung ihres reinen Seins und Strebens verbürgt, und Israel nur als das bereits von je Gott nahe gewesene Volk zu erkennen sei.
Es wird aber das Weltganze als zwei Weltkreise vorgeführt: die Himmelswelt V. 1—6, mit dem Charakter der Stetigkeit und Gesetzmäßigkeit, sie sprechen es aus, daß sich nur Gott in ihrem Dasein, ihrer Beständigkeit und ihrer Gesetzmäßigkeit offenbare; auf Gottes „Werde!" seien sie geworden, die Macht seines Willens halte sie in ihrer Beständigkeit, das in ihnen herrschende Gesetz schwanke nicht, weil Er es gegeben. Die Erdwelt, V. 7—13, das Meer mit seinen Geschöpfen, die Elemente, der Continent mit seinen Pflanzen, Land- und Lufthieren, die Menschengesellschaft mit ihren Abstufungen und Gliederungen, ihren Scheidungen nach Geschlecht und Alter, sie Alle — wie sehr sie sich auch der Himmelswelt in Abhängigkeit untergeordnet fühlen — sie haben doch endlich den Hymnus der Himmelswelt vernommen, in welchem sie Gott als ihren Schöpfer, Erhalter und Gesetzgeber verkündet, und darum sprechen auch sie es endlich aus, daß Gott, Gott allein der einzig Hohe und Erhabene über Allen sei, und seine Machtherrlichkeit über Erde und Himmel leuchte. Mit dieser Huldigung weiht auch V. 14 die nichtjüdische Menschheit sich Gott in hingebender Liebe und schließt sich Israel an, dem bereits seit je Gott nahe gewesenen Volke.
V. 1—6. השמים: die ganze außerirdische Welt. מרומים: die selbst von menschlichen Gedanken unerreichbaren Höhen. צבאו, כתיב: צבאיו, die ganze Mannigfaltigkeit seiner Heere bilden doch nur ein einheitliches von Ihm, dem Einen, befehligtes Heer. כוכבי אור wohl die im eigenen Licht leuchtenden Firsterne. Oder vielleicht alle Sterne umfassend, welche Licht verbreiten, sei es nun eigenes oder selbst empfangenes. שמי השמים, jene Himmelswelt, zu welcher unser Himmel sich also verhält, wie die Erde zu ihm, für welche somit unser ganzer Himmel zu Einem Punkt zusammen schwindet (Siehe Jeschurun VIII. S. 274). והמים אשר מעל השמים, und darüber — vielleicht — noch erst werdende, wie unsere Erde bei ihrem Entstehen einst, noch von Wasser bedeckte Welten. חק-נתן scheint durch die מקף-Verbindung ein Begriff zu sein: das Gesetz, das Er gegeben, das von Ihm gegebene Gesetz geht nicht vorüber, es ist bleibend weil Er es gegeben, seine Unwandelbarkeit offenbart Ihn. ולא יעבר wie כיום אתמול כי יעבר (Ps. 90, 4).
Kommentar (S. R. Hirsch)
V. 7—13. תנינים siehe Pent. 1. B. M. 1, 21. אש, der Blitz, ותהלך אש ארצה (2. B.
M. 9, 23). — קיטור sonst Rauch. כקיטור הכבשן (1. B. M. 19, 28). Hier: Nebel, Duft. — בחורים וגם בתולות, beide selbständig für sich, aus eigener Erkenntniß, זקנים עם נערים: die Knaben im Anschluß an Greise und durch diese belehrt.