Tehillim 133 תהילים

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1
שִׁ֥יר הַֽמַּעֲל֗וֹת לְדָ֫וִ֥ד הִנֵּ֣ה מַה־טּ֭וֹב וּמַה־נָּעִ֑ים שֶׁ֖בֶת אַחִ֣ים גַּם־יָֽחַד׃
BernfeldStufenlied. Von David. Fürwahr, wie schön und lieblich ist es, wenn Brüder zusammenwohnen.
ZunzStufenlied. Von Dawid. Siehe, wie schön und lieblich ist's, wenn Brüder zusammenwohnen.
HirschLied der Emporgänge von David. Seht, wie gut wie lieblich, wenn Brüder auch zusammen wohnen!
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

Kap. 133. Mit zwei kurzen Psalmen schließen diese Emporlieder, die beide mit הנה, der Partikel des zur Betrachtung auffordernden Darreichens oder Hinweisens beginnen. In ihnen kommen, gleichsam resumirend, die beiden Gedanken zum Ausdruck, welche diesen uns über jede trübe Gegenwart emporhebenden Liedern zu Grunde liegen. Ps. 133 schildert das Glück, das der zerstreuten Glieder des jüdischen Volkes bei ihrer einstigen Wiedervereinigung im Lande harrt. Ps. 134 ermahnt auch in der Zerstreuung das geistige Band zu wahren, das uns Alle um Zion vereinigt.

V. 1. שיר המעלות וגו'. הנה וגו'. Wie gut, wie lieblich war es und wird es wieder sein, wenn Diejenigen, die, wenn gleich weithin von einander zerstreut, durch die geistige Einheit ihrer Ueberzeugungen, ihrer Lebensgrundsätze und Lebensbestrebungen „Brüder" sind, „auch räumlich in Einem Lande wieder zusammen wohnen werden!" Darin liegt zugleich der Gedanke, daß die Wiedervereinigung im Lande nur dann etwas Gutes und herrlich Beglückendes sein wird, wenn wir als im Geiste geeinigte Brüder das Land betreten, als im Geiste geeinigte Brüder das Land bewohnen werden, eine Einigung, die nur in dem rückhaltlosen Anschluß Aller an das Eine gemeinsame Heiligthum, an das Eine gemeinsame Gottes-Gesetz zu finden ist.

2
כַּשֶּׁ֤מֶן הַטּ֨וֹב ׀ עַל־הָרֹ֗אשׁ יֹרֵ֗ד עַֽל־הַזָּקָ֥ן זְקַֽן־אַהֲרֹ֑ן שֶׁ֝יֹּרֵ֗ד עַל־פִּ֥י מִדּוֹתָֽיו׃
BernfeldWie köstliches Öl auf das Haupt, herabfließend auf den Bart, den Bart Aarons, der herabfließt auf den Saum seiner Gewänder.
ZunzWie köstliches Oel auf das Haupt, heherabfließend auf den Bart, den Bart Aharon's, der herabrollt auf den Saum seiner Gewänder.
HirschWie das gute Oel auf dem Haupte hinabduftet auf den Bart, wie Aharons Bart es ist, der hinabwallt so weit seine Gewänden reichen:
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 2. 3. כטל וגו', כשמן וגו'. Dieses durch das brüderlich im Geiste geeinigte Israel, das es bewohnt, eine Einheit gewordene Land, sieht das Lied als Einen HohenpriesterLeib, dessen Haupt in Zion ruht, und dessen Gewandessaum noch der letzte Hermonsgipfel, der höchste Gipfel des Antilibanons, bildet. Obgleich, räumlich angeschaut, vielmehr der Hermon im Libanon den höchsten Gipfel bildet, von welchem der Zionsberg als der letzte niedrigste Ausläufer erscheint, so ist doch geistig gedacht, Zion die höchste Höhe, von welcher Weihe und Segen dem ganzen Lande bis in die äußerste Libanonsgränze ausgeht, und der Thau, der auf den Hermon fällt, fällt dort nur, weil noch der Hermon zu Zions Gebirgen gehört. כשמן הטוב, wie das Salböl, wie die Salbung des Hauptes nicht auf das Haupt beschränkt bleibt, sondern von dort aus den ganzen Körper bis in die zarteste Faser erfaßt, wie der unterste über das Gewand hinabwallende Bartsaum Aharons noch zu Aharons Persönlichkeit gehört: so ist der Thau Hermons, der auf Hermons Gipfel noch als auf Zions Bergen fällt; denn dort, in Zion, hat Gott den Segen und das ewige Leben bestellt, von dort geht Segen und Leben über das ganze Land bis in die äußerste Gränze aus —

3
כְּטַל־חֶרְמ֗וֹן שֶׁיֹּרֵד֮ עַל־הַרְרֵ֢י צִ֫יּ֥וֹן כִּ֤י שָׁ֨ם ׀ צִוָּ֣ה יְ֭הֹוָה אֶת־הַבְּרָכָ֑ה חַ֝יִּ֗ים עַד־הָעוֹלָֽם׃ {פ}
BernfeldWie der Tau Hermons, der herabfließt auf Zijons Gebirge, denn dort hat der Herr den Segen entboten, Leben bis in Ewigkeit.
ZunzWie der Thau Chermon's, der herabrollt auf Zijon's Gebirge; denn dort hat der Ewige den Segen entboten, Leben bis in Ewigkeit.
Hirschso ist Hermons Thau, der auf Zions Berge fällt; denn dort hat Gott den Segen bestellt, Leben bis in Ewigkeit.