Tehillim 131 תהילים
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kap. 131, V. 1. שיר המעלות וגו'. Dieses Lied offenbart in drei Versen die ganze Seelengröße Davids. Für sich kennt er keinen Wunsch. So weit es ihn persönlich betrifft, ist er mit Allem ausgeglichen, und hat sich jeden Verlangens entwöhnt. Dagegen für sein Volk reicht sein Wünschen, Hoffen und Streben in ungemessene Ferne. ד' לא גבה וגו', גבה, zunächst: sich in die Höhe erstrecken, hoch sein. רום: höher sein als Anderes. Mein Herz war nicht hoch, ich hielt mich nicht für etwas Hohes, darum suchten meine Augen auch für mich Nichts in der Höhe, ולא הלכת', und darum bin ich nicht gegangen, habe ich nicht gestrebt in Dingen, die für mich zu groß und unerreichbar fern von mir waren. Vgl. ולא נפלאת היא ממך (5. B. M. 30, 11).
Kommentar (S. R. Hirsch)
V. 2. אם לא שויתי וגו', שויתי נפשי: ich habe meine Seele mit Allem gleichgestellt. Nichts, was mir geworden war, war mir zu wenig oder zu klein und gering, ich ließ meine Seele nicht höher reichen als Das, was mir beschieden war, und ודוממתי, und machte so meine Seele still, beschwichtigte sie, daß sie kein weiteres Verlangen hatte.
כגמל עלי אמו, wie ein entwöhntes Kind an der Mutterbrust ruht, ohne das Geringste aus dem Quell zu verlangen, aus welchem es bisher mit Begierde und Befriedigung sog, wie ein solches entwöhntes Kind ward bei mir meine Seele. Sie forderte, so weit es mich betraf, nichts mehr von mir. Für mich kenne ich kein Weiterstreben. אם לא ist auch ohne vorhergehenden Ausdruck des Schwörens eine Betheurung. So אני ד' דברתי אם לא וגו' (4. B. M. 14, 35).
Kommentar (S. R. Hirsch)
V. 3. יחל וגו'. „Aber Israel harre zu Gott hin von jetzt in Ewigkeit." Für Israel war ich nimmer befriedigt, es, mein Volk, hatte mir ewigen Anspruch auf Fortschritt des Gedeihens, und für es und mit ihm harrte ich unablässig zu Gott.