Tehillim 12 תהילים

Buch: Kapitel: Vers:
Übersetzung:
1
לַמְנַצֵּ֥חַ עַֽל־הַשְּׁמִינִ֗ית מִזְמ֥וֹר לְדָוִֽד׃
BernfeldDem Sangmeister auf dem Achtsait,ein Psalm Davids.
ZunzDem Sangmeister auf dem Achtsait. Psalm von Dawid.
HirschDem Siegverleiher auf der Achtseitigen. Psalm Davids.
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

Kap. 12, V. 1. למנצח על השמינית. Siehe K. 6, 1. Wie dort entwickelt ist die achtsaitige Harfe der durch's Judenthum getragenen גאולה-Wahrheit geweiht, welche die Gotteshilfe eben da verbürgt, wo alle Menschenhilfe zu Ende ist. Der Psalm 6 schwingt sich zu dieser Zuversicht aus völlig geistiger und leiblicher Entkräftung eines Einzeldaseins auf. Dieser Psalm sucht die Zuversicht auf Gottes Hilfe aus socialen Zuständen, die bis zur vollendeten Hoffnungslosigkeit entartet sind. Diesen Gipfel der Entartung, die keine sittliche Wiedergenesung aus sich heraus erhoffen läßt, erblickt er in dem Geschwundensein der „selbstlosen Liebe, Treue und Wahrheit" aus dem Verkehre der Menschengesellschaft, und gilt ihm als bedenklichstes Symptom die völlige Verderbtheit der menschlichen Rede, die, statt heilbringendstes und heiligstes Bindemittel der Gesellschaft zu sein, völlig zum verderblichsten Werkzeug im Dienste der krassesten Selbstsucht verkehrt ist. Zungengewandtheit herrscht und schafft daseinberaubtes, wehrloses Elend. Das ist der Moment, in welchem Gott zur Rettung der sittlichen Zukunft der Menschengesellschaft einschreitet.

2
הוֹשִׁ֣יעָה יְ֭הֹוָה כִּֽי־גָמַ֣ר חָסִ֑יד כִּי־פַ֥סּוּ אֱ֝מוּנִ֗ים מִבְּנֵ֥י אָדָֽם׃
BernfeldHilf, o Herr, denn dahin ist der Fromme, es schwindet die Treue unter den Menschenkindern.
ZunzHilf, o Ewiger; denn aus ist es mit dem Frommen, denn es schwindet die Treue aus den Menschenkindern.
HirschGieb neues Dasein, Gott, denn Liebeshingebung hat aufgehört, denn geschwunden ist Zuverläßigkeit von den Menschensöhnen.
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 2. הושיעה וגו'. Hilf, genauer: gewähre neues physisch und sittlich ungeknicktes Dasein, (יש siehe Ps. 9, 15), Gott, dessen Name ja ganz eigentlich das immer zu neuer Zukunftspende Bereitsein (siehe Pent. 1. B. M. 2, 4) enthält. גמר, כי גמר חסיד: hat Sein und Wirken zu Ende gebracht, hat zu sein und zu wirken aufgehört. חסד, חסיד ist nicht die Zurückgezogenheit von der Welt und ihren Genüssen, vielmehr die thätige, völlige, selbstlose Hingebung an das Wohl der Mitwelt, und חסיד ist Derjenige, dessen Grundcharakter eben diese selbstlose Hingebung bildet. Von dieser opferfreudigen Hingebung für des Nächsten Wohl ist keine Spur vorhanden. Was für des Nächsten Wohl noch geschieht, beruht selbst nur auf kluger Berechnung des eignen Vortheils. כי פסו אמונים, und mit dem Schwinden der חסיד-Gesinnung ist auch אמונים: die Zuverläßigkeit, die Treue und Rechtschaffenheit aus der Gesellschaft gewichen. Ja, sie ist noch spurloser als die Nächstenliebe fort. פס, von פסס, wovon אפס mit vorgesetztem א (wie אכן von כן): das völlige Verschwundensein. Meine man nicht, es ließe sich die Gesellschaft vom bloßen Recht ohne die Liebe erhalten. Ist erst die Liebe vor der Selbstsucht gewichen, so wird auch das Rechtsgefühl von der Selbstsucht begraben, ja, geht um so mehr noch spurloser verloren, da das der Nächstenliebe verwandte Mitleidsgefühl angeboren im Gemüthe wurzelt, und selbst bei völlig geschwundenem Rechtsgefühl noch Aeußerungen von Liebesthätigkeiten erzeugt, während das Rechtsgefühl weniger angeboren ist und mehr auf Reflexion beruht.

אמן, wovon ja אמת, die Wahrheit, bezeichnet Das, worauf man sich stützen kann, daher אומן: der der schwankenden Richtung des Zöglings feste Stütze verleiht, der Erzieher. האמין: Etwas in dem Grade für wahr und zuverläßig halten, daß man sich darauf rückhaltlos stützt. אמון ist der Charakter der Zuverläßigkeit. Grundbedingung des Verkehrs der Menschen mit Menschen ist אמון: die Zuverläßigkeit, und zwar אמונים, die Zuverläßigkeit in allen Dingen. Es muß der Mensch in Gesinnung, Wort und That seines Mitmenschen Vertrauen setzen können, daß dessen Gesinnung vor dem Unrecht zurückscheut und dem Wohle Anderer zugethan ist, daß sein Wort nichts Anderes sagt und verspricht als das, was er nach bestem Wissen für wahr hält und wahr machen will, und daß seine That seinem Worte entspricht und keine Verderben drohende Falle birgt. Diese Zuverläßigkeit schwindet, sobald an die Stelle der Nächsten-Liebe und der Nächsten-Rechtsachtung die Selbstsucht getreten ist. Und die durchgreifendste Folge davon ist die völlige Corruption des einzigen socialen Bindemittels und des unentbehrlichsten Werkzeugs der Wirksamkeit der Menschen auf einander und für einander, die Corruption des menschlichen Wortes, wie sie eben im Folgenden geschildert wird.

3
שָׁ֤וְא ׀ יְֽדַבְּרוּ֮ אִ֤ישׁ אֶת־רֵ֫עֵ֥הוּ שְׂפַ֥ת חֲלָק֑וֹת בְּלֵ֖ב וָלֵ֣ב יְדַבֵּֽרוּ׃
BernfeldFalsches reden sie miteinander; mit schmeichlerischer Lippe, mit falscher Gesinnung reden sie.
ZunzFalschheit reden sie Einer zum Andern mit glatter Lippe, mit doppeltem Herzen reden sie.
HirschNichtiges sprechen sie Einer mit dem Andern, Lippe glatter Reden sprechen sie mit Doppelherzen.
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 3. שוא ידברו וגו'. שוא. Der größte Gegensatz zu der Zuverläßigkeit des Wortes ist שוא, das Alles und Nichts bedeuten kann, das nichts Wirkliches zum Inhalt hat (Siehe Pent. 2. B. M. 20, 7). רעהו, (רע von רעה weiden), der Grundbegriff des socialen Verhältnisses, in welchem Einer zum Andern stehen soll. Es soll Jeder in dem Andern seine „Weide" d. i. seine Ergänzung erblicken und sich dem Andern als solche bieten und bewähren (Siehe Pent. 3. B. M. 19, 18). Das Wort, das noch die Form und das Gepräge eines solchen Verhältnisses trägt, ja dieß ganz eigentlich zur Schau trägt, ist שוא ist etwas falsch gemünztes. שפת חלקות. שפה siehe Pent. 1. B. M. 11, 1. חלקות, חלק glatt, von חלק: theilen. Der Begriff der Glätte fällt zusammen mit dem Begriff einer vollendeten Theilung. An einer vollkommen glatten Fläche haftet Nichts, sie gewährt daher auch nichts Anderm einen Halt. Die ganze Sprache ist abgeschliffen, Worten und Ausdrücken jede Schärfe und Ecke genommen, sie sind so „polirt," daß sie gar keinen Halt gewähren. Man spricht Alles, „ergebenst und gehorsamst" und meint das vollendete Gegentheil. שפת חלקות בלב ולב ידברו: eine Sprache glatt polirter Worte und Redensarten spricht man mit Doppelherzen d. h. mit anderer Meinung im Herzen als im Wortlaut auf der Lippe erscheint. Daher hier wiederholt שפה gebraucht. Die Lippe, der äußerste Saum des Sprachorgans, auf welchem das Innerste des Menschen zur Aeußerung gelangen sollte, steht in vollendetem Widerspruch zu diesem Innern, und die Rede dient nicht zur „Aeußerung," sondern zur „Verhüllung" der Gedanken.

4
יַכְרֵ֣ת יְ֭הֹוָה כׇּל־שִׂפְתֵ֣י חֲלָק֑וֹת לָ֝שׁ֗וֹן מְדַבֶּ֥רֶת גְּדֹלֽוֹת׃
BernfeldMöge der Herr alle ausrotten, die glatter Lippe sind, jede prahlerische Zunge.
ZunzAusrotte der Ewige alle glatten Lippen, die Zunge, die großsprecherische;
HirschAusrotten wird einst Gott alle Lippen glatter Reden, die Zunge, die Großmächtiges spricht,
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 4. 5. יכרת וגו' אשר וגו'. Gott, der die Menschenwelt einer reinern glücklichen Zukunft entgegenführt, wird mit Entschiedenheit die mit Mißbrauch des Wortes die Gesellschaft beherrschende Verderbniß ihr Ende finden lassen. Nichts mehr als sie steht dem sittlichen Zukunftziel der göttlichen Waltung entgegen. Weit mehr als offenbare brutale Gewalt untergräbt Glück und Sittlichkeit die mit Begriff verwirrender Maskirung des Schlechten und Falschen unter dem Redeschein des Guten und Wahren angestrebte sociale Herrschaft, die mit Worten מדברת גדולות Großmächtiges zu üben strebt und die Macht des Wortes im Interesse ihrer selbstsüchtigen Zwecke ausbeutet. ללשוננו נגביר Hifil, unserer Zunge schaffen wir die Herrschaft.

5
אֲשֶׁ֤ר אָמְר֨וּ ׀ לִלְשֹׁנֵ֣נוּ נַ֭גְבִּיר שְׂפָתֵ֣ינוּ אִתָּ֑נוּ מִ֖י אָד֣וֹן לָֽנוּ׃
BernfeldDie da sprechen: Durch unsere Zunge sind wir mächtig; sind unsere Lippen mit uns, wer wird unser Herr sein?
ZunzDie da sprechen: Mit unseren Zungen bringen wir es hoch; sind unsere Lippen mit uns, wer wird unser Herr seyn?
Hirschdie schon sagen: unserer Zunge schaffen wir die Herrschaft, unsere Lippen sind mit uns, Wer ist uns Herr!
6
מִשֹּׁ֥ד עֲנִיִּים֮ מֵאֶנְקַ֢ת אֶבְי֫וֹנִ֥ים עַתָּ֣ה אָ֭קוּם יֹאמַ֣ר יְהֹוָ֑ה אָשִׁ֥ית בְּ֝יֵ֗שַׁע יָפִ֥יחַֽ־לֽוֹ׃
BernfeldOb der Beraubung der Armen, ob dem Stöhnen der Dürftigen, will ich mich gleich erheben, spricht der Herr, will Hilfe dem senden, gegen den man schnaubt.
ZunzOb der Beraubung der Armen, ob dem Stöhnen der Dürftigen — will ich jetzt aufstehen, spricht der Ewige, will siegen machen, gegen den man schnaubt.
HirschOb des Raubes Armer, ob des Aufschrei's Wehrloser — jetzt stehe ich auf, spricht einst Gott; „Ich setze in Heil" haucht's schon leis von Ihm.
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 6. משד וגו'. עני ist der seiner Eristenz Beraubte, אביון der der Willkühr Anderer wehrlos Preisgegebene, von אבה sich dem Willen Anderer fügen. Wenn erst an der Hand des Redemißbrauchs die gesellschaftliche Verderbniß dahin gelangt ist, daß man allgemein auf Eristenz-Raub seine eigene Eristenz und auf Glücks-Raub sein eigenes Glück erbauen will, dann spricht Gott: עתה אקום jetzt ist es Zeit, daß ich aufstehe. das מin משד und מאנקת ist das מן der Veranlassung wie עששה מכעס עיני (Ps. 6. 8) מכל צוררי הייתי חרפה (Ps. 31, 12). Einst wird Gott aufstehen, aber jetzt schon deutet er leise, doch für den Verständigen vernehmlich darauf hin: „Ich setze in Heil!" Zittert nicht und verzweifelt nicht. Wir haben schon oben (Ps. 10, 5) bemerkt, wie פוח, hauchen, für ein leises andeutendes Sprechen gebraucht wird. So heißt es ganz im Einklange mit unserer Stelle (Habakuk 2, 3.) ויפח לקץ ולא יכזב אם יתמהמה חכה לו וגו', Gottes Verheißung „haucht" auf das Ende hin, d. h. deutet es an und täuscht nicht. Zögert es auch, harre sein, es kommt gewiß und bleibt nicht aus כי בא יבא לא יאחר. יפיח לו wie יפח לקץ: er deutet darauf hin. Will man das לו auf das Subjekt zurückbeziehen, so hieße es: es deutet von sich an: אשית בישע.

7
אִ֥מְר֣וֹת יְהֹוָה֮ אֲמָר֢וֹת טְהֹ֫ר֥וֹת כֶּ֣סֶף צָ֭רוּף בַּעֲלִ֣יל לָאָ֑רֶץ מְ֝זֻקָּ֗ק שִׁבְעָתָֽיִם׃
BernfeldDes Herrn Sprüche sind lauter wie geläutertes Silber im Tiegel der Erde siebenfach geläutert.
ZunzDes Ewigen Sprüche sind reine Sprüche, geläutertes Silber, deutlich der Erde. siebenfach geläutert.
HirschGottes Zusagen sind reine Zusagen, als geläutert Silber werden sie in That der Erde, siebenfach entschlackt.
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 7. אמרות ד' וגו'. Im Gegensatz zu dem שוא der Menschen-Versprechungen. Sie sind טהורות frei von jedem ihre Wahrhaftigkeit trübenden Zusatz. עליל ist ein jedes einzelne Moment des großen Ganzen der göttlichen Waltungen, die zusammen עלילה und עלילות heißen (Siehe Ps. 9, 12). עליל ist eine einzeln hervortretende Gottesthat. Was Gott verheißen, das kommt in That zur Erde, als geläutertes siebenfach entschlacktes Silber. Was Gott verheißen, das kommt voll und ganz und rein und ächt zur Verwirklichung. Allein es liegt eine Zeit zwischen der Verheißung und der Verwirklichung. Die Gottes-Verheißung ist das reine Silber, die irdischen Verhältnisse, in welchen sie zur Verwirklichung kommen soll, sind noch vielfach getrübt und noch nicht zu dieser Verwirklichung geeignet. In ihnen befindet sich die Gottesverheißung wie der edle Silberkern in der Schlackenumgebung des Erzes. Die ganze Arbeit der von Gott gelenkten und von seinen Verheißungen getragenen weltgeschichtlichen Ereignisse ist Nichts als eine „Entfernung der Schlacken," auf daß die Gottesverheißung in voller, reiner, ächter Wahrheit verwirklicht werden kann. Bis dahin geht die Verheißung wie ein ihr Vorhandensein und Kommen andeutender „Hauch" durch die Geschichte, יפיח לו, die Andeutung lautet: אשית בישע, „Ich setze in Heil!", durch mich, und nur durch mich wird dem Heil auf Erden die feste Basis gewonnen.

מוקק. זקק: binden, daher זקים: Fesseln. זקק: entbinden (wie סקל דשן), freimachen von den Schlacken, die das edle Metall gebunden halten, daher: läutern. זוק im Kal mit Schlacken binden, Hiob 28, 1. כי יש לכסף מוצא ומקום לזהב יזקו: es giebt einen Entstehungsort für das Silber und einen Ort wo noch Schlacken das Gold binden.

Ebenso von dem Binden des Wasserdunstes an die Wolken, um dann als Regen-Niederschlag zu werden, Hiob 37, 27. כי יגרע נטפי מים יזקו מטר לאדו. Er läßt Wassertropfen schwinden auf daß sie Niederschlag an seine Dunstwolke binden. Verwandt damit סיגים: Schlacken, von סוג, welches auch ein Einhegen bedeutet, סוגה בשושנים (Hohel. 7, 3), auch זג, die äußere Hülse (4. B. M. 6, 4). Ebenso סכך, שכך decken und einhegen. Der Untersuchung bedarf noch זכך, das schon in der Kalform rein und klar bedeutet, demgemäß auch זקק schon geläutert bedeuten könnte, wobei jedoch die unzweifelhafte Bedeutung: binden, die in זקים, Fesseln, und im rabbinischen Sprachgebrauch hervortritt, schwierig bliebe.

8
אַתָּֽה־יְהֹוָ֥ה תִּשְׁמְרֵ֑ם תִּצְּרֶ֓נּוּ ׀ מִן־הַדּ֖וֹר ז֣וּ לְעוֹלָֽם׃
BernfeldDu, o Herr, behüte sie, bewahre sie vor diesem Geschlechte auf ewig.
ZunzDu, o Ewiger, behüte sie, bewahre sie vor diesem Geschlechte auf ewig.
HirschDu, Gott, wirst sie unverwandt im Auge halten, wirst es bewahren vor einem solchen Geschlecht auf immer.
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 8. אתה וגו'. Du, Gott, wirst sie, deine Verheißungen, stets im Auge bewahren wie ואביו שמר את הדבר (1. B. M. 37, 11). Sie werden männlich, תשמרם, bezeichnet, eben um ihre Festigkeit, Unveränderlichkeit anzudeuten. תצרנו wahrscheinlich wie תצרנו, du wirst uns bewahren, so wie ממנו sowohl: von ihm, als von uns bedeutet. Als dritte Person Singular, könnte es sich vielleicht auf כסף beziehen, mit welchen ja eben die אמרות verglichen worden. Du wirst sie (die Verheißungen) stets im Auge behalten, wirst es (das Silber) schützen vor diesem Geschlecht für immer.

9
סָבִ֗יב רְשָׁעִ֥ים יִתְהַלָּכ֑וּן כְּרֻ֥ם זֻ֝לּ֗וּת לִבְנֵ֥י אָדָֽם׃ {פ}
BernfeldRingsum wandeln die Frevler nach ihrem Hochmut, herabwürdigend die Menschenkinder.
ZunzRings um wandeln die Frevler, nach ihrem Hochmuth herabwürdigend die Menschenkinder.
HirschMögen auch in weitem Umkreis Gesetzlose sich ergehen, so lange Gemeinheit hoch steht den Menschen-Söhnen.
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 9. סביב וגו'. Mögen auch ringsum Gesetzlose sich in ungestörter Ruhe und Hoheit ergehen, so lange Gemeinheit hoch steht bei den Menschen. Gott weiß mitten in der sittlich gemeinen Umgebung das Gute und Edle, den reinen Kern zu schützen und für die Zukunft zu erhalten. Vielleicht bezeichnet auch סביב eben den äußern Kreis. Das Schlechte bleibt doch nur auf der Außenlinie. Der innere edle Kern wird von ihm nicht berührt. זלת von זלל: gemein sein, Gegensatz von יקר dem Würdigen. אם תוציא יקר ממולל (Jerem. 15, 19). Insbesondere auch die in grobsinnlichem Genuß sich äußernde Gemeinheit, זולל וסובא (5. B. M. 21, 20). זוללי בשר (Prov. 23, 20). Davon Subst. זלות die Gemeinheit.