1
וַיֵּ֨לֶךְ אֲבִימֶ֤לֶךְ בֶּן־יְרֻבַּ֙עַל֙ שְׁכֶ֔מָה אֶל־אֲחֵ֖י אִמּ֑וֹ וַיְדַבֵּ֣ר אֲלֵיהֶ֔ם וְאֶל־כׇּל־מִשְׁפַּ֛חַת בֵּית־אֲבִ֥י אִמּ֖וֹ לֵאמֹֽר׃
BernfeldAbimelech, der Sohn des Jerubbaal, ging nach Sichem zu den Brüdern seiner Mutter und sprach zu ihnen und zu dem ganzen Geschlechte des Hauses des Vaters seiner Mutter also:
ZunzUnd Abimelech, der Sohn des Jerubbaal, ging nach Schechem zu den Brüdern seiner Mutter, und sprach zu ihnen und zu dem ganzen Geschlechte des Hauses des Vaters seiner Mutter also:
R. BreuerAbimelech, Sohn Jerubbaals, ging nach Sichem zu den Brüdern seiner Mutter und sprach zu ihnen und zu der ganzen Familie des Vaterhauses seiner Mutter also:
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
Kap. 9. V. 1. Jerubbaals Heldenmut setzte sich in des Sohnes Abimelech Seele als ungestüme Herrschbegierde fort. Das edle Wort seines Vaters „nicht ich will über euch herrschen, nicht mein Sohn soll über euch herrschen, Gott soll über euch herrschen“ (8, 23) fand keinen Widerhall in Abimelechs Seele. Nach dem Tode seines Vaters machte er sich auf nach Sichem, um mit Hilfe der Familie seiner Mutter die Königswürde zu erlangen. Er scheint gleich zu Beginn seiner Intrige recht schlau vorgegangen zu sein. Zuerst machte er sich an die Brüder seiner Mutter heran. Dann zog er den ganzen Familienkreis des großväterlichen Hauses hinzu, um mit ihrer aller Hilfe die Herren von Sichem für seinen ehrgeizigen Plan zu gewinnen.
2
דַּבְּרוּ־נָ֞א בְּאׇזְנֵ֨י כׇל־בַּעֲלֵ֣י שְׁכֶם֮ מַה־טּ֣וֹב לָכֶם֒ הַמְשֹׁ֨ל בָּכֶ֜ם שִׁבְעִ֣ים אִ֗ישׁ כֹּ֚ל בְּנֵ֣י יְרֻבַּ֔עַל אִם־מְשֹׁ֥ל בָּכֶ֖ם אִ֣ישׁ אֶחָ֑ד וּזְכַרְתֶּ֕ם כִּֽי־עַצְמְכֶ֥ם וּבְשַׂרְכֶ֖ם אָֽנִי׃
BernfeldRedet doch mit all den Herren von Sichem: Was ist euch lieber? dass über euch herrschen siebzig Männer, die Söhne Jerubbaals, oder dass über euch herrsche ein Mann? und bedenket, dass ich euer Bein und Fleisch bin.
ZunzRedet doch vor den Ohren all der Herren von Schechem: Was ist euch lieber, daß über euch herrschen siebenzig Mann, all die Söhne Jerubbaal's, oder daß über euch herrsche Ein Mann? und bedenket, daß ich euer Bein und euer Fleisch bin.
R. BreuerRedet doch mit all den Herren von Sichem: Was ist euch lieber, daß über euch herrschen siebzig Männer, die Söhne Jerubbaals, oder daß über euch herrsche ein Mann? Und bedenket, daß ich euer Bein und Fleisch bin!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 2—3. Unter einem Herrscher lebt sich's besser als unter siebzig Herrschern. Abimelech spekulierte auf den Ordnungs- und Freiheitssinn der Herren von Sichem und auf den Egoismus seiner Verwandten, die sich wohl gerne im Königsglanze eines der Ihrigen sonnen würden. Er täuschte sich hierin nicht. Getreulich befolgten sie die Anweisung ihres Neffen, dem schon jetzt als künftigem König ihr Verwandtenherz in stolzer Freude zuwallte. Der Satz ויט לבם וגו' kann sich aber auch auf die Herren von Sichem beziehen, die in Abimelech auf Grund der familiären Beziehung, die ihn mit Sichem verband, einen der Ihrigen sahen.
3
וַיְדַבְּר֨וּ אֲחֵי־אִמּ֜וֹ עָלָ֗יו בְּאׇזְנֵי֙ כׇּל־בַּעֲלֵ֣י שְׁכֶ֔ם אֵ֥ת כׇּל־הַדְּבָרִ֖ים הָאֵ֑לֶּה וַיֵּ֤ט לִבָּם֙ אַחֲרֵ֣י אֲבִימֶ֔לֶךְ כִּ֥י אָמְר֖וּ אָחִ֥ינוּ הֽוּא׃
BernfeldEs redeten seiner Mutter Brüder seinetwegen mit den Herren von Sichem all diese Worte. Ihr Herz neigte auch Abimelech zu, denn sie sprachen: Unser Verwandter ist er.
ZunzUnd es redeten seiner Mutter Brüder seinetwegen vor den Ohren all der Herren von Schechem all diese Worte. Und ihr Herz neigte nach Abimelech, denn sie sprachen: Unser Verwandter ist er.
R. BreuerEs redeten die Brüder seiner Mutter seinetwegen mit den Herren von Sichem alle diese Worte. Ihr Herz neigte sich Abimelech zu, denn sie sprachen: Unser Verwandter ist er.
4
וַיִּתְּנוּ־לוֹ֙ שִׁבְעִ֣ים כֶּ֔סֶף מִבֵּ֖ית בַּ֣עַל בְּרִ֑ית וַיִּשְׂכֹּ֨ר בָּהֶ֜ם אֲבִימֶ֗לֶךְ אֲנָשִׁ֤ים רֵיקִים֙ וּפֹ֣חֲזִ֔ים וַיֵּלְכ֖וּ אַחֲרָֽיו׃
BernfeldSie gaben ihm siebzig Silberstücke aus dem Hause des Baal Berit, und Abimelech mietete dafür leere und leichtsinnige Leute, die ihm folgten.
ZunzUnd sie gaben ihm siebenzig Silberstücke aus dem Hause des Baal Berit, und Abimelech miethete dafür leere und leichtsinnige Leute, und sie folgten ihm.
R. BreuerSie gaben ihm siebzig Silberstücke aus dem Tempel des Baal Berith, dafür mietete Abimelech nichtsnutzige und leichtsinnige Leute, und sie folgten ihm.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 4—5. Abimelech wird zum Mörder seiner Brüder, um als Alleinherrscher über Israel zu regieren. Mit dem Gelde, das ihm die Männer von Sichem aus dem Tempelschatze des Baal-Berith-Götzen wie zu einer Weihehandlung geben, mietet er ihm blind ergebene Mordgesellen, die ihm bei der Ausübung des Brüdermordes zur Seite stehen sollen. An der heiligen Stätte, wo einst sein großer Vater gewandelt, in Ofra, erschlägt er seine Brüder. Wie Opfertiere werden sie auf einem und demselben Steine abgeschlachtet. Nur Jotham, Gideons jüngster Sohn, hält sich verborgen und entkommt.
שבעים איש—שבעים כסף. Der siebzigfache Mord ward im voraus mit siebzig Silberstücken belohnt. Sollte die Gleichheit der Zahl an den Aberglauben denken lassen, der die Seele des Mörders in dunklem Drange zu den seltsamsten Stützen treibt, zu leeren Äußerlichkeiten, die ihr das Gelingen des Werkes verbürgen sollen?
פוחזים. Vgl. Komm. zu פחז כמים Gen. 49, 4.
5
וַיָּבֹ֤א בֵית־אָבִיו֙ עׇפְרָ֔תָה וַֽיַּהֲרֹ֞ג אֶת־אֶחָ֧יו בְּנֵי־יְרֻבַּ֛עַל שִׁבְעִ֥ים אִ֖ישׁ עַל־אֶ֣בֶן אֶחָ֑ת וַיִּוָּתֵ֞ר יוֹתָ֧ם בֶּן־יְרֻבַּ֛עַל הַקָּטֹ֖ן כִּ֥י נֶחְבָּֽא׃ {ס}
BernfeldEr ging in seines Vaters Haus nach Ofra und erschlug seine Brüder, die Söhne Jerubbaals, siebzig Mann auf einem Stein; es blieb nur Jotam übrig, der jüngste Sohn Jerubbaals, denn er hatte sich versteckt.
ZunzUnd er ging in seines Vaters Haus nach Ofrah und erschlug seine Brüder die Söhne Jerubbaals, siebenzig Mann auf einem Steine, und es blieb übrig Jotam der jüngste Sohn Jerubbaals, denn er hatte sich versteckt.
R. BreuerEr ging in das Haus seines Vaters nach Ofra und erschlug seine Brüder, die Söhne Jerubbaals, siebzig Mann auf einem Steine; nur Jotham blieb übrig, der jüngste Sohn Jerubbaals, denn er hatte sich versteckt.
6
וַיֵּאָ֨סְפ֜וּ כׇּל־בַּעֲלֵ֤י שְׁכֶם֙ וְכׇל־בֵּ֣ית מִלּ֔וֹא וַיֵּ֣לְכ֔וּ וַיַּמְלִ֥יכוּ אֶת־אֲבִימֶ֖לֶךְ לְמֶ֑לֶךְ עִם־אֵל֥וֹן מֻצָּ֖ב אֲשֶׁ֥ר בִּשְׁכֶֽם׃
BernfeldEs versammelten sich dann alle Herren von Sichem und ganz Bet Millo und wählten den Abimelech zum Könige bei dem Terebinthen-Hain Muzzab, der zu Sichem.
ZunzUnd es versammelten sich all die Herren von Schechem und ganz Bet Millo und sie gingen und machten den Abimelech zum Könige bei dem Terebinthen-Hain Muzzab, der zu Schechem.
R. BreuerEs versammelten sich dann alle Herren von Sichem und ganz Beth Millo, und sie gingen hin und wählten den Abimelech zum Könige bei der Eiche Muzzab, die bei Sichem steht.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 6. וכל בית מלוא. Es ist nicht klar, was hierunter zu verstehen ist. Im allgemeinen versteht man unter מלוא einen Teil der Burg zu Jerusalem, einen Teil ihrer Festungswerke. (Vgl. Sam. II. 5, 9; Kön. I. 9, 15 usw.) Sollte בית מלוא hier in ähnlichem Sinne zu verstehen sein, so hätten wir uns unter כל בית מלוא die ganze militärische Besatzung von Sichem zu denken, die sich an der Königswahl beteiligte, um der Stellung Abimelechs das erforderliche militärische Rückgrat zu verleihen. Aus V. 46 erhellt, daß בית מלוא identisch mit מגדל שכם ist.
מצב ist entweder der Name der Eiche oder — wie Jes. 29, 3 wo es in der Bedeutung von Wachtposten vorkommt — eine bildliche Bezeichnung der Eiche, die sich in der Umgebung von Sichem aus dem Gelände wie ein ragender Posten erhob.
7
וַיַּגִּ֣דוּ לְיוֹתָ֗ם וַיֵּ֙לֶךְ֙ וַֽיַּעֲמֹד֙ בְּרֹ֣אשׁ הַר־גְּרִזִ֔ים וַיִּשָּׂ֥א קוֹל֖וֹ וַיִּקְרָ֑א וַיֹּ֣אמֶר לָהֶ֗ם שִׁמְע֤וּ אֵלַי֙ בַּעֲלֵ֣י שְׁכֶ֔ם וְיִשְׁמַ֥ע אֲלֵיכֶ֖ם אֱלֹהִֽים׃
BernfeldDies hinterbrachte man dem Jotam. Er ging und stellte sich auf den Gipfel des Berges Gerisim und erhob seine Stimme und rief und sprach zu ihnen: Höret mich, ihr Herren von Sichem, so wird euch Gott erhören.
ZunzUnd man hinterbrachte es dem Jotam, und er ging und stellte sich auf den Gipfel des Berges Gerisim und erhob seine Stimme und rief und sprach zu ihnen: Höret mich, Herren von Schechem, so wird euch Gott hören.
R. BreuerAls man dieses Jotham gemeldet hatte, ging er hin und stellte sich auf den Gipfel des Berges Gerisim und erhob seine Stimme und rief und sprach zu ihnen: Höret mich, ihr Herren von Sichem, so wird euch Gott erhören!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 7. „Der Gerisim, südlich vom Tale Sichem, ein grüner, mit terassenförmig sich erhebenden Gärten bedeckter fruchtbarer Berg . . . .“ „Das Volk steht auf beiden Bergen, und als auf dem Gerisim stehend, spricht es den Segen, als auf dem Ebal stehend, den Fluch aus . . . .“ (Komm. Deut. 11, 29) Auf den Gipfel des Gerisim, dieses südlich vom Tale Sichem liegenden Berges, stellt sich Jotham, Gideons jüngster Sohn, um den in Baal Berith-Götzenkult versunkenen, durch Gewalttat und Mord befleckten Männern von Sichem den Namen אלהים zuzurufen: Höret auf mich, ihr Herren von Sichem, damit אלהים euch erhöre! In Jotham erwacht das seit Gideons Tod entschlummerte Gewissen des jüdischen Volkes.
8
הָל֤וֹךְ הָֽלְכוּ֙ הָעֵצִ֔ים לִמְשֹׁ֥חַ עֲלֵיהֶ֖ם מֶ֑לֶךְ וַיֹּאמְר֥וּ לַזַּ֖יִת (מלוכה) [מׇלְכָ֥ה] עָלֵֽינוּ׃
BernfeldEinst gingen die Bäume, einen König über sich zu salben, und sie sprachen zum Ölbaum: Regiere über uns.
ZunzEinst gingen die Bäume, einen König über sich zu salben, und sie sprachen zum Oelbaum: Regiere über uns.
R. BreuerEinst gingen die Bäume, einen König über sich zu salben und sie sprachen zum Oelbaum: Regiere über uns!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 8—20. Jothams Rede ist eine Strafrede. Seine Entrüstung über die seinem Vaterhause angetane Schmach gelangt in einer beißenden Fabel zum Ausdruck, die sowohl mit dem, was sie deutlich heraussagt, als auch mit dem, was sie nur leise andeutet, den Herren von Sichem das, was sie getan, als ein Verbrechen von furchtbarer, verhängnisvoller Schwere zu Gemüte führen soll. Die Bäume suchen einen König. Ölbaum, Feigenbaum und Weinstock lehnen ab. Sie haben was besseres zu tun als König zu sein. Die Würde, die ihnen ihr Eigenwert verleiht, steht ihnen höher als der konventionelle Glanz der Königskrone, in der sich nicht selten trügerischer Schein als wirkliches Sein geriert. Der Dornbusch nimmt die Krone an. Doch unter einer Bedingung: Wenn die Bäume seine Königswahl ernst nehmen, wenn sie kein Gespött mit ihm treiben. Der Dornbusch weiß selbst am Besten, daß er zum König nicht geboren ist. Deshalb sucht er sich zu vergewissern, wie es die Wähler mit ihm meinen. Er verspricht sich nichts gutes davon, wenn seine Erwählung zum König nicht gewissenhaftem Ernste sondern frivolem Leichtsinn entsprang. Er ist überzeugt, daß es sich furchtbar rächen wird, daß Feuer ausgehen wird vom Dornbusch, um die Zedern des Libanon zu verzehren, wenn sein Königtum von Anbeginn im Zeichen der Lüge stand. Soweit die Fabel. Und nun die Anwendung. Nach Raschi ist der Ölbaum eine bildliche Bezeichnung für Othniel, der Feigenbaum für Deborah, der Weinstock für Gideon (s. das.). Wenn die drei gewollt hätten, wäre es ihnen ein leichtes gewesen, sich zu Königen über Israel aufzuschwingen. Sie wollten aber nicht. Sie waren zu groß und standen zu hoch, um den eitlen Glanz einer Königskrone zu erstreben. Diesen kleinlichen Ehrgeiz überließen sie Abimelech. Der, ein Sohn einer Magd, stand so tief unter ihnen wie der Dornbusch unter edlen Fruchtbäumen steht. Und ihn, gerade ihn haben die Herren von Sichem zum König gemacht. Nachdem sie vorher das Andenken Gideons geschändet und ihre Hände mit Blut befleckt hatten. Was hatten sie alles Gideon zu verdanken! Wie hat er für sie gekämpft! Wie hat er sein Leben für sie hingeworfen, als es galt, Israel aus der Hand Midjans zu befreien! Sie aber gingen hin und trieben ihre schändliche Undankbarkeit gegen Gideon und sein Haus so weit, daß sie siebzig Söhne Gideons hinschlachteten, um für Abimelech, den Sohn seiner Magd, den Weg zum Königsthrone frei zu machen. Glauben sie wirklich, daß nach einem solchen Verbrechen sie und Abimelech einer frohen Zukunft entgegengehen? Muß das, was sie getan, nicht früher oder später zu einer Feuersbrunst werden, die sie und Abimelech verzehrt? Überlegt euch doch nur einmal, ruft Jotham den Herren von Sichem zu, ob die Beweggründe eures Tuns Wahrheit und Redlichkeit waren! Sollte euer Nachdenken ergeben, daß ihr wirklich nur aus aufrichtiger Pietät gegen Gideon und sein Haus seinen — unwürdigsten Sprößling nach Abschlachtung seiner Brüder zum König ausgerufen habt, dann dürft ihr euch zu dieser vortrefflichen Wahl beglückwünschen, wenn aber nicht, dann müßt ihr euch auf das Schlimmste gefaßt machen!
Im einzelnen bemerken wir:
9
וַיֹּ֤אמֶר לָהֶם֙ הַזַּ֔יִת הֶחֳדַ֙לְתִּי֙ אֶת־דִּשְׁנִ֔י אֲשֶׁר־בִּ֛י יְכַבְּד֥וּ אֱלֹהִ֖ים וַאֲנָשִׁ֑ים וְהָ֣לַכְתִּ֔י לָנ֖וּעַ עַל־הָעֵצִֽים׃
BernfeldDa sprach der Ölbaum zu ihnen: Wie soll ich aufgeben mein Fett, mit welchem man Gott und Menschen ehrt, und soll gehen, mich zu wiegen über den Bäumen?
ZunzDa sprach zu ihnen der Oelbaum: Wie, soll ich aufgeben mein Fett, mit welchem man Gott und Menschen ehret, und soll gehen mich zu wiegen über den Bäumen?
R. BreuerDa sprach der Ölbaum zu ihnen: Wie soll ich aufgeben mein Fett, mit welchem man Gott und Menschen ehrt, und hingehen, um über den Bäumen zu schweben?
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 9. Mit Öl werden Gott und Menschen geehrt: Gott mit dem Öl der Menorah, Menschen mit dem Salböl der Priester und Könige.
10
וַיֹּאמְר֥וּ הָעֵצִ֖ים לַתְּאֵנָ֑ה לְכִי־אַ֖תְּ מׇלְכִ֥י עָלֵֽינוּ׃
BernfeldEs sprachen alsdann die Bäume zum Feigenbaume; Regiere du über uns!
ZunzUnd es sprachen die Bäume zum Feigenbaume: Geh du, regiere über uns!
R. BreuerDa sprachen die Bäume zum Feigenbaum: Wohlan, sei du König über uns!
11
וַתֹּ֤אמֶר לָהֶם֙ הַתְּאֵנָ֔ה הֶחֳדַ֙לְתִּי֙ אֶת־מׇתְקִ֔י וְאֶת־תְּנוּבָתִ֖י הַטּוֹבָ֑ה וְהָ֣לַכְתִּ֔י לָנ֖וּעַ עַל־הָעֵצִֽים׃
BernfeldAber der Feigenbaum sprach zu ihnen: Wie soll ich aufgeben meine Süße und meinen schönen Fruchttrieb, und soll gehen, mich zu wiegen über den Bäumen?
ZunzUnd es sprach zu ihnen der Feigenbaum: Wie, soll ich aufgeben meine Süße und meinen schönen Fruchttrieb, und soll gehen, mich zu wiegen über den Bäumen?
R. BreuerAber der Feigenbaum sprach zu ihnen: Sollte ich meine Süßigkeit und meinen köstlichen Ertrag aufgeben und hingehen, um über den Bäumen zu schweben?
12
וַיֹּאמְר֥וּ הָעֵצִ֖ים לַגָּ֑פֶן לְכִי־אַ֖תְּ (מלוכי) [מׇלְכִ֥י] עָלֵֽינוּ׃
BernfeldEs sprachen nun die Bäume zum Weinstock: Regiere du über uns!
ZunzUnd es sprachen die Bäume zum Weinstock: Geh du, regiere über uns!
R. BreuerDa sprachen die Bäume zum Weinstock: Wohlan, sei du König über uns!
13
וַתֹּ֤אמֶר לָהֶם֙ הַגֶּ֔פֶן הֶחֳדַ֙לְתִּי֙ אֶת־תִּ֣ירוֹשִׁ֔י הַֽמְשַׂמֵּ֥חַ אֱלֹהִ֖ים וַאֲנָשִׁ֑ים וְהָ֣לַכְתִּ֔י לָנ֖וּעַ עַל־הָעֵצִֽים׃
BernfeldAber der Weinstock sprach zu ihnen: Wie soll ich aufgeben meinen Most, der Gott und Menschen erfreuet, und soll gehen, mich zu wiegen über den Bäumen?
ZunzUnd es sprach zu ihnen der Weinstock: Wie, soll ich aufgeben meinen Most, der Gott und Menschen erfreuet, und soll gehen, mich zu wiegen über den Bäumen?
R. BreuerAber der Weinstock sprach zu ihnen: Wie soll ich aufgeben meinen Most, der Gott und Menschen erfreut, und hingehen, um über den Bäumen zu schweben?
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 13. Der Wein erfreut Gott und die Menschen: Der Gott erfreuende Levitengesang im Tempel ging Hand in Hand mit dem Gußopfer des Weines, und auch des Menschen Herz wird nach Ps. 104 durch Wein erfreut.
14
וַיֹּאמְר֥וּ כׇל־הָעֵצִ֖ים אֶל־הָאָטָ֑ד לֵ֥ךְ אַתָּ֖ה מְלׇךְ־עָלֵֽינוּ׃
BernfeldEs sprachen alle Bäume nunmehr zum Dornbusche: Regiere du über uns!
ZunzUnd es sprachen alle Bäume zum Dornbusche: Geh du, regiere über uns!
R. BreuerDa sprachen alle Bäume zum Dornbusche: Wohlan, sei du König über uns!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 14. Während es in V. 8, 10 und 12 העצים hieß, heißt es hier כל העצים. Es wird damit angedeutet, daß der Antrag an den Dornbusch, König zu werden, von allen Bäumen ausging; nachdem ein richtiger Baum für das Königtum nicht in Betracht kam, blieb nichts anderes übrig, als an einen Strauch heranzutreten. In diesem כל klingt ein ironischer Unterton mit.
15
וַיֹּ֣אמֶר הָאָטָד֮ אֶל־הָעֵצִים֒ אִ֡ם בֶּאֱמֶ֣ת אַתֶּם֩ מֹשְׁחִ֨ים אֹתִ֤י לְמֶ֙לֶךְ֙ עֲלֵיכֶ֔ם בֹּ֖אוּ חֲס֣וּ בְצִלִּ֑י וְאִם־אַ֕יִן תֵּ֤צֵא אֵשׁ֙ מִן־הָ֣אָטָ֔ד וְתֹאכַ֖ל אֶת־אַרְזֵ֥י הַלְּבָנֽוֹן׃
BernfeldDer Dornbusch sprach zu den Bäumen: Wenn ihr in Wahrheit mich salbet zum König über euch, kommet, berget euch in meinem Schatten; wo aber nicht, wird Feuer ausgehen aus dem Dornbusch und die Zedern des Libanon verzehren.
ZunzUnd es sprach der Dornbusch zu den Bäumen: Wenn ihr in Wahrheit mich salbet zum König über euch, kommet, berget euch in meinem Schatten, wo aber nicht, wird Feuer ausgehen aus dem Dornbusche und wird die Zedern des Lebanon verzehren.
R. BreuerDa sprach der Dornbusch zu den Bäumen: Wenn ihr in Wahrheit mich zum König über euch salben wollt, so kommt und berget euch in meinem Schatten; wenn aber nicht, so wird Feuer ausgehen aus dem Dornbusch und die Zedern des Libanon verzehren.
16
וְעַתָּ֗ה אִם־בֶּאֱמֶ֤ת וּבְתָמִים֙ עֲשִׂיתֶ֔ם וַתַּמְלִ֖יכוּ אֶת־אֲבִימֶ֑לֶךְ וְאִם־טוֹבָ֤ה עֲשִׂיתֶם֙ עִם־יְרֻבַּ֣עַל וְעִם־בֵּית֔וֹ וְאִם־כִּגְמ֥וּל יָדָ֖יו עֲשִׂ֥יתֶם לֽוֹ׃
BernfeldDemnach, wenn ihr mit Treue und Redlichkeit gehandelt, dass ihr den Abimelech zum Könige gemacht, und wenn ihr Gutes getan an Jerubbaal und an seinem Hause, und wenn ihr nach dem Verdienst seiner Hände ihm getan;
ZunzDemnach, wenn ihr mit Treue und Redlichkeit gehandelt, daß ihr den Abimelech zum Könige gemacht, und wenn ihr Gutes gethan an Jerubbaal und an seinem Hause, und wenn ihr nach dem Verdienst seiner Hände ihm gethan,
R. BreuerNun denn, wenn ihr ehrlich und redlich gehandelt habt, daß ihr den Abimelech zum König gemacht, und wenn ihr Gutes getan an Jerubbaal und an seinem Hause und ihm nach dem Tun seiner Hände vergolten habt;
17
אֲשֶׁר־נִלְחַ֥ם אָבִ֖י עֲלֵיכֶ֑ם וַיַּשְׁלֵ֤ךְ אֶת־נַפְשׁוֹ֙ מִנֶּ֔גֶד וַיַּצֵּ֥ל אֶתְכֶ֖ם מִיַּ֥ד מִדְיָֽן׃
BernfeldDafür, dass mein Vater gestritten für euch und sein Leben dahingeworfen und euch gerettet hat aus der Hand Midjans;
ZunzDafür daß mein Vater gestritten für euch und sein Leben dahin geworfen und euch gerettet hat aus der Hand Midjan's;
R. Breuerdafür, daß mein Vater gekämpft hat für euch und sein Leben hingeworfen und euch gerettet hat aus der Hand Midjans;
18
וְאַתֶּ֞ם קַמְתֶּ֨ם עַל־בֵּ֤ית אָבִי֙ הַיּ֔וֹם וַתַּהַרְג֧וּ אֶת־בָּנָ֛יו שִׁבְעִ֥ים אִ֖ישׁ עַל־אֶ֣בֶן אֶחָ֑ת וַתַּמְלִ֜יכוּ אֶת־אֲבִימֶ֤לֶךְ בֶּן־אֲמָתוֹ֙ עַל־בַּעֲלֵ֣י שְׁכֶ֔ם כִּ֥י אֲחִיכֶ֖ם הֽוּא׃
BernfeldUnd ihr machtet euch heute auf über das Haus meines Vaters und erschluget seine Söhne, siebzig Mann auf einem Stein, und macht Abimelech, den Sohn seiner Magd, zum Könige über die Herren von Sichem, weil er euer Verwandter ist:
ZunzUnd ihr machet euch heute auf über das Haus meines Vaters und erschlaget seine Söhne, siebenzig Mann auf einem Steine, und macht zum Könige Abimelech, den Sohn seiner Magd, über die Herren von Schechem, weil er euer Verwandter ist;
R. Breuerund ihr machtet euch heute auf über das Haus meines Vaters und erschluget seine Söhne, siebzig Mann auf einem Steine, und machtet Abimelech, den Sohn seiner Magd, zum Könige über die Herren von Sichem, weil er euer Verwandter ist:
19
וְאִם־בֶּאֱמֶ֨ת וּבְתָמִ֧ים עֲשִׂיתֶ֛ם עִם־יְרֻבַּ֥עַל וְעִם־בֵּית֖וֹ הַיּ֣וֹם הַזֶּ֑ה שִׂמְחוּ֙ בַּאֲבִימֶ֔לֶךְ וְיִשְׂמַ֥ח גַּם־ה֖וּא בָּכֶֽם׃
BernfeldWenn ihr nun mit Treue und Redlichkeit gehandelt an Jerubbaal und an seinem Hause diesen Tag, so freuet euch Abimelechs und er freue sich euer.
ZunzWenn ihr nun mit Treue und Redlichkeit gehandelt an Jerubbaal und an seinem Hause diesen Tag, so freuet euch Abimelechs, und er freue sich euer.
R. BreuerWenn ihr ehrlich und redlich gehandelt habt an Jerubbaal und an seinem Hause an diesem Tage, so freuet euch Abimelechs und er freue sich euer.
20
וְאִם־אַ֕יִן תֵּ֤צֵא אֵשׁ֙ מֵאֲבִימֶ֔לֶךְ וְתֹאכַ֛ל אֶת־בַּעֲלֵ֥י שְׁכֶ֖ם וְאֶת־בֵּ֣ית מִלּ֑וֹא וְתֵצֵ֨א אֵ֜שׁ מִבַּעֲלֵ֤י שְׁכֶם֙ וּמִבֵּ֣ית מִלּ֔וֹא וְתֹאכַ֖ל אֶת־אֲבִימֶֽלֶךְ׃
BernfeldWenn aber nicht, soll Feuer ausgehen von Abimelech und die Herren von Sichem und Bet Millo verzehren, und Feuer ausgehen von den Herren von Sichem und Bet Millo und verzehren den Abimelech.
ZunzWenn aber nicht, soll Feuer ausgehen von Abimelech, und fressen all die Herren von Schechem und Bet Millo, und ausgehen Feuer von den Herren von Schechem und Bet Millo, und fressen den Abimelech.
R. BreuerWenn aber nicht, soll Feuer ausgehen von Abimelech und die Herren von Sichem und Beth Millo verzehren, und Feuer ausgehen von den Herren von Sichem und Beth Millo und verzehren den Abimelech.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 20. In der Fabel geht blos Feuer vom Dornbusch aus und verzehrt die Zedern des Libanons, doch nicht umgekehrt. In der Anwendung der Fabel auf Abimelech und Sichem verzehren sie sich gegenseitig durch beiderseitigen Feuerausbruch. Zwischen Bäumen wird ein Kampf niemals mit solch blinder Leidenschaft ausgefochten werden wie zwischen Menschen Der Mensch, den die Furien des Hasses und der Feindschaft ergreifen, ist — unter Schaudern erleben wir's heute — unter allen Naturwesen das wildeste.
21
וַיָּ֣נׇס יוֹתָ֔ם וַיִּבְרַ֖ח וַיֵּ֣לֶךְ בְּאֵ֑רָה וַיֵּ֣שֶׁב שָׁ֔ם מִפְּנֵ֖י אֲבִימֶ֥לֶךְ אָחִֽיו׃ {פ}
BernfeldJotam machte sich davon und entfloh nach Beër — und blieb daselbst — wegen seines Bruders Abimelech.
ZunzUnd Jotam machte sich davon und entfloh und ging nach Beër, und blieb daselbst wegen seines Bruders Abimelech.
R. BreuerJotham machte sich davon und floh nach Beër, und er ließ sich dort nieder vor seinem Bruder Abimelech.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 21. Die Satzkonstruktion ist seltsam. מפני אבימלך אחיו würde besser zu וינס und ויברח als zu וישב passen. Die Verbindung mit וישב will aber wohl sagen, daß Jotham, nachdem er so offenherzig seine Meinung geäußert hatte, nicht blos hastig davon geflohen sei — auf die hastige Flucht deutet vielleicht die Worthäufung וינס ויברח hin — sondern aus Furcht, von Abimelech gefangen und bestraft zu werden, sich dort niedergelassen habe, wo er ein möglichst sicheres Versteck gefunden zu haben glaubte. Offenbar war באר, eine Ortschaft zwischen Jerusalem und Sichem, ein solch geeigneter Zufluchtsort.
22
וַיָּ֧שַׂר אֲבִימֶ֛לֶךְ עַל־יִשְׂרָאֵ֖ל שָׁלֹ֥שׁ שָׁנִֽים׃
BernfeldAbimelech herrschte über Israel drei Jahre.
ZunzUnd Abimelech herrschte über Jisraël drei Jahre.
R. BreuerEs herrschte Abimelech über Israel drei Jahre.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 22—24. Abimelechs Königsherrlichkeit dauerte nicht lange. Wohl war es ihm gelungen, seine Herrschaft über ganz Israel auszudehnen — bisher war immer nur von Abimelechs Herrschaft über Sichem die Rede, hier, V. 22, heißt es, daß er über Israel geherrscht habe — doch schon nach drei Jahren begann Jothams Vorhersage sich zu bewahrheiten. Noch schrie Abimelechs und der Herren von Sichem Blutschuld um Gideons siebzig Söhne ungesühnt zum Himmel. Da bewirkte es Gott, der Rächer aller Schuld, daß ein „böser Geist“ Abimelech aus kurzem Königstraum jäh erwachen ließ: die Herren von Sichem, denen er sein Königtum zu verdanken hatte, wandten sich ab von ihm. Über den Grund ihrer Untreue erfahren wir nichts. Was bedarf's auch der genauen Klarstellung, warum ein Freundschaftsbund, dessen Kitt ein gemeinschaftliches Verbrechen war, in die Brüche ging! Es genügt, wenn wir wissen, daß ein von Gott gesandter böser Geist die edlen Bundesgenossen einander entfremdete.
23
וַיִּשְׁלַ֤ח אֱלֹהִים֙ ר֣וּחַ רָעָ֔ה בֵּ֣ין אֲבִימֶ֔לֶךְ וּבֵ֖ין בַּעֲלֵ֣י שְׁכֶ֑ם וַיִּבְגְּד֥וּ בַעֲלֵֽי־שְׁכֶ֖ם בַּאֲבִימֶֽלֶךְ׃
BernfeldGott sandte aber einen bösen Geist zwischen Abimelech und die Herren von Sichem: die Herrn von Sichem wurden dem Abimelech untreu;
ZunzUnd Gott sandte einen bösen Geist zwischen Abimelech und die Herren von Schechem, und die Herrn von Schechem wurden dem Abimelech untreu;
R. BreuerDa sandte Gott einen bösen Geist zwischen Abimelech und die Herren von Sichem: die Herren von Sichem wurden Abimelech untreu.
24
לָב֕וֹא חֲמַ֖ס שִׁבְעִ֣ים בְּנֵֽי־יְרֻבָּ֑עַל וְדָמָ֗ם לָשׂ֞וּם עַל־אֲבִימֶ֤לֶךְ אֲחִיהֶם֙ אֲשֶׁ֣ר הָרַ֣ג אוֹתָ֔ם וְעַל֙ בַּעֲלֵ֣י שְׁכֶ֔ם אֲשֶׁר־חִזְּק֥וּ אֶת־יָדָ֖יו לַהֲרֹ֥ג אֶת־אֶחָֽיו׃
BernfeldAuf dass heimkäme die Gewalt, die an den siebzig Söhnen Jerubbaals verübt worden, und ihre Blutschuld auf Abimelech, ihren Bruder, der sie erschlagen, und die Herren von Sichem, welche ihm dazu verholfen hatten, seine Brüder zu erschlagen.
ZunzAuf daß heimkäme die Gewalt, die den siebenzig Söhnen Jerubbaal's geschehen, und um ihre Blutschuld dem Abimelech, ihrem Bruder, aufzulegen, der sie erschlagen, und den Herren von Schechem, welche seine Hände verstärkt hatten seine Brüder zu erschlagen.
R. BreuerDamit der Frevel an den siebzig Söhnen des Jerubbaal und ihr Blut über Abimelech ihren Bruder komme, der sie erschlagen, und über die Herren von Sichem, die ihm dazu verholfen hatten, seine Brüder zu erschlagen.
25
וַיָּשִׂ֣ימוּ לוֹ֩ בַעֲלֵ֨י שְׁכֶ֜ם מְאָֽרְבִ֗ים עַ֚ל רָאשֵׁ֣י הֶהָרִ֔ים וַֽיִּגְזְל֔וּ אֵ֛ת כׇּל־אֲשֶׁר־יַעֲבֹ֥ר עֲלֵיהֶ֖ם בַּדָּ֑רֶךְ וַיֻּגַּ֖ד לַאֲבִימֶֽלֶךְ׃ {פ}
BernfeldEs setzten ihm die Herren von Sichem Lauerer auf den Gipfeln der Berge, und sie beraubten, wer irgend an ihnen des Weges vorüberzog, dies ward dem Abimelech berichtet.
ZunzUnd es setzten ihm die Herren von Schechem Lauerer auf den Gipfeln der Berge, und sie beraubten, wer irgend an ihnen des Weges vorüberzog, und es ward dem Abimelech berichtet.
R. BreuerEs setzten ihm die Herren von Sichem Lauerer auf den Gipfeln der Berge, und sie beraubten Jeden, der an ihnen des Weges vorüberzog. Dies ward dem Abimelech berichtet.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 25. Die edlen Herren von Sichem beschlossen, sich des ihnen verhaßt gewordenen Abimelech hinterrücks zu entledigen. Sie warben Leute an, die Abimelech auf den Bergesgipfeln auflauern und (was zwar nicht deutlich herausgesagt wird, aber aus dem Zusammenhang sich von selbst versteht), wenn sie seiner habhaft wurden, beseitigen sollten. Womit hätten aber die Mordgesellen bis zu dem Augenblick, wo ihnen Abimelech in die Hände fiel, die Zeit besser totschlagen können als durch Ausplünderung aller Wanderer, die an ihnen des Wegs vorüberzogen! So hatten die Herren von Sichem höchst unklug selber dafür gesorgt, daß Abimelech auf der Hut war: konnte es ja nicht ausbleiben, daß die Kunde von der Unsicherheit der Gegend von Sichem auch zu ihm drang und ihn zur Vorsicht mahnte.
26
וַיָּבֹ֞א גַּ֤עַל בֶּן־עֶ֙בֶד֙ וְאֶחָ֔יו וַיַּעַבְר֖וּ בִּשְׁכֶ֑ם וַיִּבְטְחוּ־ב֖וֹ בַּעֲלֵ֥י שְׁכֶֽם׃
BernfeldEs kamen Gaal Sohn Ebeds und seine Brüder und gingen durch Sichem, und die Herren von Sichem fassten zu ihm Vertrauen.
ZunzUnd es kam Gaal, Sohn Ebed, und seine Brüder, und gingen durch Schechem, und die Herren von Schechem faßten zu ihm Vertrauen.
R. BreuerEs kamen Gaal, Sohn Ebeds, und seine Brüder und gingen durch Sichem und es faßten Vertrauen zu ihm die Herren von Sichem.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 26—27. In der ersten Zeit hatte sich die Revolution gegen Abimelech nur auf Schleichwegen bewegt (V. 25). Nun aber fügte es der von Gott gesandte böse Geist, daß nach Sichem ein Mann kam, der den Herren von Sichem geeignet schien, sich an die Spitze ihrer revolutionären Bewegung zu stellen und ihr geheimes Wollen durch eine offene Propaganda der Tat zu verwirklichen. Dieser Mann war Gaal, Sohn Ebeds. Er trat mit seinen Brüdern auf der Durchreise in Sichem auf und scheint, obwohl er Ausländer war (Raschi: מאומה אחרת היה), sehr bald durch Offenbarung von Führereigenschaften sich den Herren von Sichem als Haupt der Revolution empfohlen zu haben. Die nächste Folge war, daß die feindseligen Gefühle Sichems gegen Abimelech gelegentlich einer Weinlese und der aus diesem Anlaß veranstalteten Freudenfeste offen herausbrachen.
27
וַיֵּצְא֨וּ הַשָּׂדֶ֜ה וַֽיִּבְצְר֤וּ אֶת־כַּרְמֵיהֶם֙ וַֽיִּדְרְכ֔וּ וַֽיַּעֲשׂ֖וּ הִלּוּלִ֑ים וַיָּבֹ֙אוּ֙ בֵּ֣ית אֱֽלֹהֵיהֶ֔ם וַיֹּֽאכְלוּ֙ וַיִּשְׁתּ֔וּ וַֽיְקַלְל֖וּ אֶת־אֲבִימֶֽלֶךְ׃
BernfeldSie gingen auf das Feld hinaus und hielten Lese in ihren Weinbergen und kelterten und veranstalteten Freudenfeste; sie gingen in das Haus ihres Gottes, sie aßen und tranken und lästerten den Abimelech.
ZunzUnd sie gingen hinaus auf das Feld und hielten Lese in ihren Weinbergen und kelterten, und veranstalteten Freudenfeste, und gingen in das Haus ihres Gottes, und aßen und tranken, und lästerten den Abimelech.
R. BreuerSie gingen auf das Feld hinaus und hielten Lese in ihren Weinbergen und kelterten und veranstalteten Freudenfeste; sie gingen in das Haus ihres Gottes, sie aßen und tranken und verfluchten den Abimelech.
28
וַיֹּ֣אמֶר ׀ גַּ֣עַל בֶּן־עֶ֗בֶד מִֽי־אֲבִימֶ֤לֶךְ וּמִֽי־שְׁכֶם֙ כִּ֣י נַעַבְדֶ֔נּוּ הֲלֹ֥א בֶן־יְרֻבַּ֖עַל וּזְבֻ֣ל פְּקִיד֑וֹ עִבְד֗וּ אֶת־אַנְשֵׁ֤י חֲמוֹר֙ אֲבִ֣י שְׁכֶ֔ם וּמַדּ֖וּעַ נַעַבְדֶ֥נּוּ אֲנָֽחְנוּ׃
BernfeldGaal Sohn Ebeds sprach: Wer ist Abimelech und wer Sichem, dass wir ihm dienen? Ist er nicht Sohn des Jerubbaal, und Sebul sein Aufseher? Dienet den Leuten des Hamor des Vaters von Sichem, und warum sollen wir ihm dienen?
ZunzUnd Gaal Sohn Ebed sprach: Wer ist Abimelech und wer Schechem, daß wir ihm dienen? ist er nicht Sohn des Jerubbaal und Sebul sein Aufseher? dienet den Leuten des Chamor des Vaters von Schechem, und warum sollen wir ihm dienen?
R. BreuerGaal, Sohn Ebeds, sprach: Wer ist Abimelech und wer Sichem, daß wir ihm dienen sollen? Ist er nicht Sohn des Jerubbaal und Sebul sein Statthalter? Dienet den Leuten des Chamor, des Vaters von Sichem, und warum sollen wir ihm dienen?
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 28—29. Gaal verstand es meisterhaft, Sichem gegen Abimelech aufzuhetzen. Er setzt Abimelech herab und hebt Sichem in die Höhe. Habt ihr, edle Herren von Sichem, es nötig, euch von diesem Abimelech beherrschen zu lassen? Wer ist denn dieser Abimelech, daß er sich herausnehmen darf, euer Herr zu sein? Er ist Jerubbaals Sohn. Er stammt nicht aus Sichem. Nicht aus eurer Mitte ging er hervor. Er ist ein Fremder. Wenn ihr einem Herrn dienen wollet, dann wählet euch einen, der euch und dem ihr nahe stehet. Da ist eine alte einheimische Adelsfamilie unter euch, die Leute des Chamor, des Vaters von Sichem (Gen. 34, 6), ihnen dienet, warum sollten „wir“ Abimelech dienen? — Sehr bezeichnend für die bedenkenlose Agitationsmethode dieses Volksaufwieglers ist's, daß er, obwohl doch selbst ein Fremder, sich selbst ohne weiteres zu Sichem zählt und dieses „wir“ am Schluß von V. 28 noch durch אנחנו doppelt unterstreicht.
וזבל פקידו. Es mag vielleicht sein, daß die Mißstimmung gegen Abimelech auf eine nicht einwandfreie Verwaltung seines Statthalters Sebul zurückzuführen ist, weshalb Gaals Hetzrede wohlweislich auch hervorhebt, daß eben dieser Sebul der Vertreter Abimelechs ist.
ומי יתן וגו'. Gaal traut sich die Kraft zu, Abimelech abzusetzen, wenn „dieses Volk“, worunter die ganze Einwohnerschaft von Sichem zu verstehen ist, sich geschlossen hinter ihn stellt, und im Vorgefühl des ihm sicher erscheinenden Sieges fordert er Abimelech zum Kampfe heraus. Er glaubt mit Abimelech fertig zu werden, auch wenn dieser die ihm augenblicklich zur Verfügung stehende Streitmacht vergrößern sollte.
29
וּמִ֨י יִתֵּ֜ן אֶת־הָעָ֤ם הַזֶּה֙ בְּיָדִ֔י וְאָסִ֖ירָה אֶת־אֲבִימֶ֑לֶךְ וַיֹּ֙אמֶר֙ לַאֲבִימֶ֔לֶךְ רַבֶּ֥ה צְבָאֲךָ֖ וָצֵֽאָה׃
BernfeldGäbe nur einer dies Volk in meine Hand, ich wollte den Abimelech absetzen! Und er ließ dem Abimelech sagen: Vergrößere deine Schar und ziehe aus!
ZunzGäbe nur Einer dies Volk in meine Hand, ich wollte den Abimelech absetzen! Und er ließ dem Abimelech sagen: Vergrößere deine Schaar und ziehe aus!
R. BreuerGäbe nur einer dieses Volk in meine Hand, dann wollte ich Abimelech schon vertreiben! Er sprach zu Abimelech: Vergrößere deine Schaar und ziehe aus!
30
וַיִּשְׁמַ֗ע זְבֻל֙ שַׂר־הָעִ֔יר אֶת־דִּבְרֵ֖י גַּ֣עַל בֶּן־עָ֑בֶד וַיִּ֖חַר אַפּֽוֹ׃
BernfeldSebul, der Befehlshaber der Stadt, hörte die Worte des Gaal Sohnes Ebeds und sein Zorn erglühte.
ZunzUnd Sebul der Befehlshaber der Stadt hörte die Worte des Gaal, Sohnes Ebed, und sein Zorn erglühete.
R. BreuerSebul, der Befehlshaber der Stadt, hörte die Worte des Gaal, des Sohnes Ebeds, und sein Zorn erglühte.
31
וַיִּשְׁלַ֧ח מַלְאָכִ֛ים אֶל־אֲבִימֶ֖לֶךְ בְּתׇרְמָ֣ה לֵאמֹ֑ר הִנֵּה֩ גַ֨עַל בֶּן־עֶ֤בֶד וְאֶחָיו֙ בָּאִ֣ים שְׁכֶ֔מָה וְהִנָּ֛ם צָרִ֥ים אֶת־הָעִ֖יר עָלֶֽיךָ׃
BernfeldEr sandte Boten an Abimelech in Torma und ließ ihm sagen: Gaal Sohn Ebeds und seine Brüder sind nach Sichem gekommen, sie versperren dir die Stadt.
ZunzUnd er sandte Boten an Abimelech in Tormah ihm zu sagen: Siehe, Gaal, Sohn Ebed, und seine Brüder sind nach Schechem gekommen, und siehe, sie versperren dir die Stadt.
R. BreuerEr sandte Boten an Abimelech in Torma und ließ ihm sagen: Siehe, Gaal, Sohn Ebeds, und seine Brüder sind nach Sichem gekommen, und sie versperren dir die Stadt.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 31. בתרמה. Nach Raschi (כמו במרמה בתרמית כלומר בלט ובסתר) ist בתרמה adverbiale Bestimmung zu וישלח und bedeutet „in heimlicher List“. Danach war der Einfluß Gaals in Sichem schon so stark, daß Sebul es nur heimlich wagen konnte, seinen Herrn von den Verhältnissen in der Stadt durch Boten zu benachrichtigen. Der Auffassung Raschis steht indes V. 41 entgegen: ארומה ist offenbar identisch mit תרמה. Die Stadt, in der Abimelech zu jener Zeit residierte, hatte zwei Namen. (vgl. מצודת דוד). Vielleicht wird aber hier absichtlich der Name תרמה genannt, um gleichzeitig die Bemerkung Raschis anzudeuten.
את העיר. Malbim bezieht dieses auf Torma, vermutlich weil im allgemeinen zu והנם צרים nur eine Stadt, gegen die ein Angriff geplant wird, zu passen pflegt. Dagegen scheint uns מצודת דוד mit Recht zu bemerken, daß מצור nicht bloß Einschließung einer Stadt von außen, sondern auch Absperrung einer Stadt von innen bedeutet. Nach dem unmittelbar davor stehenden באים שכמה kann sich der ganzen Satzkonstruktion entsprechend את העיר nur auf Sichem beziehen.
32
וְעַתָּה֙ ק֣וּם לַ֔יְלָה אַתָּ֖ה וְהָעָ֣ם אֲשֶׁר־אִתָּ֑ךְ וֶאֱרֹ֖ב בַּשָּׂדֶֽה׃
BernfeldMache dich auf bei Nacht, du samt dem Volke, das bei dir, und lauere auf dem Felde.
ZunzUnd nun mache dich auf bei Nacht, du sammt dem Volke, das bei dir, und lauere auf dem Felde.
R. BreuerUnd nun mache dich auf bei Nacht, du und das Volk, das bei dir ist, und lauere auf dem Felde.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 32—35. Sebul war über die Absichten Gaals genau unterrichtet. Er wußte, daß Gaal keine Offensive gegen Abimelech plante, sondern blos darauf ausging, Abimelech den Eintritt in Sichem zu verwehren. Dementsprechend war auch sein Vorschlag an Abimelech, gegen Sichem vorzugehen. Gaal sollte durch den Angriff Abimelechs möglichst überrascht werden. Zu diesem Zwecke sollte Abimelech nachts mit seinem Heere im Felde sich auf die Lauer legen und dann sofort beim ersten Frührot zum Angriff auf Sichem schreiten. Dieser Angriff sollte nicht mit dem ganzen geschlossenen Heere, sondern mit „ausschwärmenden“ Kolonnen (ופשטת) unternommen werden, damit Gaal so spät wie möglich die drohende Gefahr merken solle. Abimelech tat so, wie Sebul ihm geraten hatte. Nachts ließ er sein Heer in vier Abteilungen sich auf die Lauer legen, um dann bei Tagesanbruch aus dem Hinterhalte vorzubrechen. Gaal hielt sich in der Defensive. Am Eingang des Stadttores trat er in Verteidigungsstellung.
33
וְהָיָ֤ה בַבֹּ֙קֶר֙ כִּזְרֹ֣חַ הַשֶּׁ֔מֶשׁ תַּשְׁכִּ֖ים וּפָשַׁטְתָּ֣ עַל־הָעִ֑יר וְהִנֵּה־ה֞וּא וְהָעָ֤ם אֲשֶׁר־אִתּוֹ֙ יֹצְאִ֣ים אֵלֶ֔יךָ וְעָשִׂ֣יתָ לּ֔וֹ כַּאֲשֶׁ֖ר תִּמְצָ֥א יָדֶֽךָ׃
BernfeldUnd am Morgen, wie die Sonne aufgeht, mache dich auf und breite dich aus gegen die Stadt. Er nun und das Volk, das bei ihm, werden hinausziehen gegen dich, dann magst du ihm tun wie deine Hand vermag.
ZunzUnd es geschehe am Morgen, wie die Sonne aufgeht, mache dich früh auf und breite dich aus gegen die Stadt. Er nun und das Volk, das bei ihm, werden hinausziehen gegen dich, dann magst du ihm thun wie deine Hand vermag.
R. BreuerUnd am Morgen, wenn die Sonne aufgeht, mache dich früh auf und breite dich aus gegen die Stadt. Dann wird er und das Volk, das bei ihm ist, hinausziehen gegen dich, dann magst du ihm tun, wie deine Hand vermag.
34
וַיָּ֧קׇם אֲבִימֶ֛לֶךְ וְכׇל־הָעָ֥ם אֲשֶׁר־עִמּ֖וֹ לָ֑יְלָה וַיֶּאֶרְב֣וּ עַל־שְׁכֶ֔ם אַרְבָּעָ֖ה רָאשִֽׁים׃
BernfeldAbimelech machte sich auf und das ganze Volk, das mit ihm, bei Nacht, und sie legten sich gegen Sichem auf die Lauer, vier Abteilungen.
ZunzUnd Abimelech machte sich auf und das ganze Volk, das mit ihm, bei Nacht, und sie legten sich gegen Schechem auf die Lauer, vier Abtheilungen.
R. BreuerAbimelech machte sich auf und das ganze Volk, das bei ihm war, bei Nacht, und sie legten sich gegen Sichem auf die Lauer in vier Abteilungen.
35
וַיֵּצֵא֙ גַּ֣עַל בֶּן־עֶ֔בֶד וַיַּעֲמֹ֕ד פֶּ֖תַח שַׁ֣עַר הָעִ֑יר וַיָּ֧קׇם אֲבִימֶ֛לֶךְ וְהָעָ֥ם אֲשֶׁר־אִתּ֖וֹ מִן־הַמַּאְרָֽב׃
BernfeldGaal Sohn Ebeds zog hinaus, und stellte sich an den Eingang des Stadttores; da machte sich Abimelech und das Volk, das bei ihm, aus dem Hinterhalte auf.
ZunzUnd Gaal, Sohn Ebed, zog hinaus, und stellte sich in den Eingang des Stadtthores, da machte sich Abimelech und das Volk, das bei ihm, aus dem Hinterhalte auf.
R. BreuerGaal, Sohn Ebeds, zog hinaus und stellte sich an den Eingang des Stadttores; da machte sich Abimelech und das Volk, das bei ihm war, aus dem Hinterhalte auf.
36
וַיַּרְא־גַּ֘עַל֮ אֶת־הָעָם֒ וַיֹּ֣אמֶר אֶל־זְבֻ֔ל הִנֵּה־עָ֣ם יוֹרֵ֔ד מֵרָאשֵׁ֖י הֶהָרִ֑ים וַיֹּ֤אמֶר אֵלָיו֙ זְבֻ֔ל אֵ֣ת צֵ֧ל הֶהָרִ֛ים אַתָּ֥ה רֹאֶ֖ה כָּאֲנָשִֽׁים׃
BernfeldGaal sah das Volk, und sprach zu Sebul: Ein Volk kommt herab von den Gipfeln der Berge. Sebul antwortete ihm: Den Schatten der Berge siehst du für Menschen.
ZunzUnd Gaal sah das Volk, und sprach zu Sebul: Siehe, Volk kommt herab von den Gipfeln der Berge; und Sebul sprach zu ihm: Den Schatten der Berge siehst du für Menschen (an).
R. BreuerGaal sah das Volk und sprach zu Sebul: Siehe, Volk kommt herab von den Gipfeln der Berge. Da antwortete ihm Sebul: Den Schatten der Berge siehst du für Menschen.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 36—38. Beim Anblick des heranrückenden Heeres war der großsprecherische Gaal sehr kleinlaut geworden. Bleiche Angst spricht aus seinen Worten an den verschlagenen Sebul, der anfangs Gespött mit ihm treibt — „du verwechselst den Schatten der Berge mit Menschen“ — dann aber, als der zitternde Gaal schon die einzelnen Abteilungen des feindlichen Heeres und die Wege, die sie einschlagen, unterscheiden kann, ihn mit grausamem Hohne an sein verflossenes Maulheldentum erinnert.
37
וַיֹּ֨סֶף ע֣וֹד גַּ֘עַל֮ לְדַבֵּר֒ וַיֹּ֕אמֶר הִנֵּה־עָם֙ יֽוֹרְדִ֔ים מֵעִ֖ם טַבּ֣וּר הָאָ֑רֶץ וְרֹאשׁ־אֶחָ֣ד בָּ֔א מִדֶּ֖רֶךְ אֵל֥וֹן מְעוֹנְנִֽים׃
BernfeldGaal fuhr fort zu reden und sprach: Volk kommt herab von der Spitze des Landes, und eine Abteilung kommt des Weges von dem Haine Meonenim.
ZunzUnd Gaal fuhr fort ferner zu reden, und sprach: Siehe, Volk kommt herab von der Spitze des Landes, und eine Abtheilung kommt des Weges von dem Haine Meonenim.
R. BreuerGaal fuhr fort zu reden und sprach: Siehe, Volk kommt herab von der Höhe des Landes, und eine Abteilung kommt des Weges von der Zauberer-Terebinthe her.
38
וַיֹּ֨אמֶר אֵלָ֜יו זְבֻ֗ל אַיֵּ֨ה אֵפ֥וֹא פִ֙יךָ֙ אֲשֶׁ֣ר תֹּאמַ֔ר מִ֥י אֲבִימֶ֖לֶךְ כִּ֣י נַעַבְדֶ֑נּוּ הֲלֹ֨א זֶ֤ה הָעָם֙ אֲשֶׁ֣ר מָאַ֣סְתָּה בּ֔וֹ צֵא־נָ֥א עַתָּ֖ה וְהִלָּ֥חֶם בּֽוֹ׃
BernfeldDa sprach Sebul zu ihm: Wo ist denn nun dein Maul, dass du sprachest: Wer ist Abimelech, dass wir ihm dienen? Ist das nicht das Volk, das du verachtet hast? Gehe doch jetzt hinaus und streite mit ihm.
ZunzDa sprach Sebul zu ihm: Wo ist denn nun dein Maul, daß du sprachest: Wer ist Abimelech, daß wir ihm dienen? Ist das nicht das Volk, das du verachtet hast? Gehe doch jetzt hinaus und streite mit ihm.
R. BreuerDa sprach Sebul zu ihm: Wo ist denn nun dein Maul, daß du sprachest: Wer ist Abimelech, daß wir ihm dienen? Ist das nicht das Volk, das du verachtet hast? Gehe doch jetzt hinaus und kämpfe mit ihm!
39
וַיֵּ֣צֵא גַ֔עַל לִפְנֵ֖י בַּעֲלֵ֣י שְׁכֶ֑ם וַיִּלָּ֖חֶם בַּאֲבִימֶֽלֶךְ׃
BernfeldGaal zog aus vor den Herrn von Sichem und griff dann Abimelech an.
ZunzUnd Gaal zog aus vor den Herren von Schechem, und stritt mit Abimelech.
R. BreuerGaal zog aus vor den Herren von Sichem und kämpfte mit Abimelech.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 39. לפני בעלי שכם. Am liebsten wäre der ruhmredige und im Grunde doch feige Gaal gleich davon gelaufen, aber „vor den Herren von Sichem“ schämte er sich doch, nicht wenigstens den Versuch zu machen, sich Abimelechs zu erwehren, und so nahm er den Kampf mit ihm auf.
40
וַיִּרְדְּפֵ֣הוּ אֲבִימֶ֔לֶךְ וַיָּ֖נׇס מִפָּנָ֑יו וַֽיִּפְּל֛וּ חֲלָלִ֥ים רַבִּ֖ים עַד־פֶּ֥תַח הַשָּֽׁעַר׃
BernfeldAbimelech verfolgte ihn, denn jener floh vor ihm, und es fielen viele Erschlagene bis zum Eingange des Tores.
ZunzUnd Abimelech verfolgte ihn, und er floh vor ihm, und es fielen viele Erschlagene bis zum Eingange des Thores.
R. BreuerAbimelech aber jagte ihm nach, und er floh vor ihm her, und es fielen viele Erschlagene bis zum Eingang des Tores.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 40. Gaal, der einst den Mund so voll genommen hatte, wurde schimpflich in die Flucht geschlagen. In Massen fielen seine Leute, und ihre Leichen deckten den Kampfplatz bis zum Thoreingang der Stadt.
41
וַיֵּ֥שֶׁב אֲבִימֶ֖לֶךְ בָּֽארוּמָ֑ה וַיְגָ֧רֶשׁ זְבֻ֛ל אֶת־גַּ֥עַל וְאֶת־אֶחָ֖יו מִשֶּׁ֥בֶת בִּשְׁכֶֽם׃ {ס}
BernfeldAbimelech blieb in Aruma, und Sebul vertrieb den Gaal und seine Brüder, dass sie nicht blieben in Sichem.
ZunzUnd Abimelech blieb in Arumah, und Sebul vertrieb den Gaal und seine Brüder, daß sie nicht blieben in Schechem.
R. BreuerAbimelech blieb in Aruma, während Sebul den Gaal und seine Brüder vertrieb, sodaß sie nicht mehr in Sichem wohnten.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 41. Nachdem es ihm gelungen war, Gaal in die Flucht zu schlagen, hielt es Abimelech für überflüssig, in Sichem einzudringen; er kehrte nach Aruma (Thorma s. V. 31) zurück und überließ es Sebul, Gaal und seine Brüder zu vertreiben.
42
וַֽיְהִי֙ מִֽמׇּחֳרָ֔ת וַיֵּצֵ֥א הָעָ֖ם הַשָּׂדֶ֑ה וַיַּגִּ֖דוּ לַאֲבִימֶֽלֶךְ׃
BernfeldAm andern Tage ging das Volk hinaus auf das Feld, und man berichtete es dem Abimelech.
ZunzUnd es geschah am andern Tage, ging das Volk hinaus auf das Feld, und man berichtete es dem Abimelech.
R. BreuerAm andern Tage ging das Volk auf das Feld hinaus, und man berichtete es dem Abimelech.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 42—45. Hätte Abimelech von vornherein die Absicht gehabt, mit Sichem so zu verfahren, wie in diesen Versen erzählt wird, dann wäre er wohl kaum nach dem Siege über Gaal nach Aruma zurückgekehrt, dann hätte er sofort das Werk vollendet, das er so erfolgreich begonnen hatte. Er scheint sich aber zunächst mit dem Siege über Gaal begnügt zu haben, und erst nachdem ihm berichtet wurde, daß „das Volk auf das Feld hinausgehe“, scheint er die völlige Vernichtung Sichems beschlossen zu haben. Das Hinausgehen des Volkes auf das Feld war daher wohl kaum ein harmloser Spaziergang oder, wie Malbim meint, zum Zwecke der Weinlese unternommen, vielmehr ein gegen Abimelech gerichtetes feindseliges Unternehmen der Männer von Sichem, die sich trotz der Niederlage Gaals noch nicht für endgültig besiegt ansahen und noch einmal den Versuch einer Erhebung wagten. Abimelech hört davon und macht sich abermals gegen Sichem auf. Während V. 43 summarisch berichtet, daß Abimelech mit einem Heere in drei Abteilungen dem aus der Stadt hinausziehendem Volke aufgelauert, sich gegen sie aufgemacht und sie geschlagen habe, erfahren wir aus V. 44, zu welchem Zwecke Abimelech sein Heer in drei Abteilungen sich ausbreiten ließ: er selbst stellte sich mit einer Abteilung an den Eingang des Stadtthores, um den Männern von Sichem den Rückzug abzuschneiden, den beiden anderen Abteilungen fiel die Aufgabe der Niederwerfung des Feindes in der Feldschlacht zu. Schwierig ist die Mehrzahlform in והראשים אשר עמו, es war doch nur eine Abteilung, die bei Abimelech blieb. Vielleicht soll damit angedeutet werden, daß zu Beginn des Kampfes Abimelech mit sämtlichen Abteilungen sich dem Eingang des Stadtthores genähert habe, um zunächst festzustellen, wie viel Truppen zur Besetzung des Stadtthores erforderlich waren, und erst nach dieser Feststellung die zwei Abteilungen ins Feld geschickt wurden.
ויזרעה מלח. Eine Strafe von grausamer Gründlichkeit wurde über die Stadt verhängt. Abimelech begnügt sich nicht, Sichem zu erobern, zu zerstören und die Einwohner zu töten, auch der Boden der Stadt wurde künstlich unfruchtbar gemacht. „Ein Boden wird unfruchtbar gemacht, wenn er mit Salz besät wird (Richter 9, 45). Ein unfruchtbares Land heißt מְלֵחָה (Ps. 107, 34 u. f.)“ (Komm. Lev. 2, 13).
43
וַיִּקַּ֣ח אֶת־הָעָ֗ם וַיֶּֽחֱצֵם֙ לִשְׁלֹשָׁ֣ה רָאשִׁ֔ים וַיֶּאֱרֹ֖ב בַּשָּׂדֶ֑ה וַיַּ֗רְא וְהִנֵּ֤ה הָעָם֙ יֹצֵ֣א מִן־הָעִ֔יר וַיָּ֥קׇם עֲלֵיהֶ֖ם וַיַּכֵּֽם׃
BernfeldEr nahm das Volk und teilte es in drei Abteilungen, und lauerte auf dem Felde. Er sah das Volk aus der Stadt kommen, und er machte sich über die Leute her und schlug sie.
ZunzUnd er nahm das Volk und theilte sie in drei Abtheilungen, und lauerte auf dem Felde. Und ersah, und siehe, Volk kam aus der Stadt, und er machte sich über sie her und schlug sie.
R. BreuerEr nahm das Volk und teilte es in drei Abteilungen und lauerte auf dem Felde. Er sah das Volk aus der Stadt kommen, da machte er sich über sie her und schlug sie.
44
וַאֲבִימֶ֗לֶךְ וְהָֽרָאשִׁים֙ אֲשֶׁ֣ר עִמּ֔וֹ פָּשְׁט֕וּ וַיַּ֣עַמְד֔וּ פֶּ֖תַח שַׁ֣עַר הָעִ֑יר וּשְׁנֵ֣י הָרָאשִׁ֗ים פָּ֥שְׁט֛וּ עַֽל־כׇּל־אֲשֶׁ֥ר בַּשָּׂדֶ֖ה וַיַּכּֽוּם׃
BernfeldAbimelech und die Abteilungen, die mit ihm, breiteten sich aus und stellten sich an den Eingang des Stadttores, und die beiden Abteilungen breiteten sich aus über alle, die auf dem Felde, und schlugen sie.
ZunzUnd Abimelech und die Abtheilungen, die mit ihm, breiteten sich aus, und stellten sich an den Eingang des Stadtthores, und die beiden Abtheilungen breiteten sich aus über Alle, die auf dem Felde und schlugen sie.
R. BreuerAbimelech und die Abteilungen, die mit ihm waren, breiteten sich aus und stellten sich an den Eingang des Stadttores, und die beiden Abteilungen breiteten sich aus über alle, die auf dem Felde waren, und schlugen sie.
45
וַאֲבִימֶ֜לֶךְ נִלְחָ֣ם בָּעִ֗יר כֹּ֚ל הַיּ֣וֹם הַה֔וּא וַיִּלְכֹּד֙ אֶת־הָעִ֔יר וְאֶת־הָעָ֥ם אֲשֶׁר־בָּ֖הּ הָרָ֑ג וַיִּתֹּץ֙ אֶת־הָעִ֔יר וַיִּזְרָעֶ֖הָ מֶֽלַח׃ {פ}
BernfeldAbimelech stritt gegen die Stadt diesen ganzen Tag, er nahm die Stadt ein und das Volk darin erschlug er, die Stadt riss er nieder, und bestreute [ihren Boden] mit Salz.
ZunzUnd Abimelech stritt gegen die Stadt diesen ganzen Tag, und er nahm die Stadt ein, und das Volk darin erschlug er, und er riß die Stadt nieder, und bestreute (ihren Boden) mit Salz.
R. BreuerAbimelech kämpfte gegen die Stadt diesen ganzen Tag, er nahm die Stadt ein und das Volk darin erschlug er, die Stadt riß er ein und bestreute sie mit Salz.
46
וַֽיִּשְׁמְע֔וּ כׇּֽל־בַּעֲלֵ֖י מִֽגְדַּל־שְׁכֶ֑ם וַיָּבֹ֣אוּ אֶל־צְרִ֔יחַ בֵּ֖ית אֵ֥ל בְּרִֽית׃
BernfeldDie Herren von Migdal Sichem [der Zitadelle von Sichem] hörten es und kamen in den Wartturm des Hauses des Götzen Berit.
ZunzUnd all die Herren von Migdal Schechem hörten es und kamen in den Wartthurm des Hauses des Gottes Berit.
R. BreuerDie Herren der Burg von Sichem hörten es und kamen in den Wartturm des Hauses des Götzen Berith.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 46—49. Das Feuer, das vom Dornbusch ausging, hatte bereits die בעלי שכם verzehrt, nun griff es auch auf בית מלוא über. (Vgl. oben V. 20 und das zu V. 6 Bemerkte). Die Insassen der Burg wußten, was ihnen bevorstand. Darum flüchteten sie sich, als sie von dem Schicksal Sichems hörten, auf den Wartturm ihres Götzentempels. Vielleicht hofften sie, daß Abimelech die heilige Kultstätte verschonen werde. Abimelech aber war es ganz gleichgültig, wo sich die Burgherren verbarrikadiert hatten. Ihm genügte die Kunde, „daß sich die Herren der Burg von Sichem versammelt hatten“ und ohne Rücksicht auf den Charakter ihres Versammlungsortes ging er unverzüglich daran, den Turm in Brand zu legen.
47
וַיֻּגַּ֖ד לַאֲבִימֶ֑לֶךְ כִּ֣י הִֽתְקַבְּצ֔וּ כׇּֽל־בַּעֲלֵ֖י מִֽגְדַּל־שְׁכֶֽם׃
BernfeldEs ward dem Abimelech berichtet, dass sich versammelt hätten all die Herren von Migdal Sichem.
ZunzUnd es ward dem Abimelech berichtet, daß sich versammelten all die Herren von Migdal Schechem.
R. BreuerEs ward dem Abimelech berichtet, daß sich versammelt hätten alle Herren der Burg von Sichem.
48
וַיַּ֨עַל אֲבִימֶ֜לֶךְ הַר־צַלְמ֗וֹן הוּא֮ וְכׇל־הָעָ֣ם אֲשֶׁר־אִתּוֹ֒ וַיִּקַּח֩ אֲבִימֶ֨לֶךְ אֶת־הַקַּרְדֻּמּ֜וֹת בְּיָד֗וֹ וַיִּכְרֹת֙ שׂוֹכַ֣ת עֵצִ֔ים וַיִּ֨שָּׂאֶ֔הָ וַיָּ֖שֶׂם עַל־שִׁכְמ֑וֹ וַיֹּ֜אמֶר אֶל־הָעָ֣ם אֲשֶׁר־עִמּ֗וֹ מָ֤ה רְאִיתֶם֙ עָשִׂ֔יתִי מַהֲר֖וּ עֲשׂ֥וּ כָמֽוֹנִי׃
BernfeldDa ging Abimelech auf den Berg Zalmon, er und das ganze Volk, das bei ihm. Und Abimelech nahm die Axt in seine Hand und schnitt einen Holzast ab und trug ihn und legte ihn auf seine Schulter. Er sprach zu dem Volke, das mit ihm: Was ihr gesehen, das ich getan, tut eilends mir nach.
ZunzDa ging Abimelech auf den Berg Zalmon, er und das ganze Volk, das bei ihm. Und Abimelech nahm die Aexte in seine Hand, und schnitt einen Holzast ab und trug ihn und legte ihn auf seine Schulter, und sprach zu dem Volke, das mit ihm: Was ihr gesehen, daß ich gethan, thut eilends mir nach.
R. BreuerDa ging Abimelech auf den Berg Zalmon, er und das ganze Volk, das bei ihm war. Abimelech nahm die Axt in seine Hand, schnitt einen Holzast ab, hob ihn auf und legte ihn auf seine Schulter. Dann sprach er zu dem Volke, das bei ihm war: Was ihr mich tun gesehen habt, das tut eilends mir nach.
49
וַיִּכְרְת֨וּ גַם־כׇּל־הָעָ֜ם אִ֣ישׁ שׂוֹכֹ֗ה וַיֵּ֨לְכ֜וּ אַחֲרֵ֤י אֲבִימֶ֙לֶךְ֙ וַיָּשִׂ֣ימוּ עַֽל־הַצְּרִ֔יחַ וַיַּצִּ֧יתוּ עֲלֵיהֶ֛ם אֶֽת־הַצְּרִ֖יחַ בָּאֵ֑שׁ וַיָּמֻ֜תוּ גַּ֣ם כׇּל־אַנְשֵׁ֧י מִֽגְדַּל־שְׁכֶ֛ם כְּאֶ֖לֶף אִ֥ישׁ וְאִשָּֽׁה׃ {פ}
BernfeldUnd auch das ganze Volk schnitt jeglicher einen Ast ab; sie folgten dem Abimelech und legten sich um den Wartturm, und zündeten über ihnen an den Wartturm mit Feuer. So starben auch all die Leute von Migdal Sichem, an tausend Männer und Frauen.
ZunzUnd auch das ganze Volk schnitt jeglicher seinen Ast ab, und sie folgten dem Abimelech, und legten sie um den Wartthurm, und zündeten über ihnen an den Wartthurm mit Feuer. So starben auch all die Leute von Migdal Schechem, an tausend Männer und Weiber.
R. BreuerDa schnitt auch das ganze Volk jeder einen Ast ab und folgten dem Abimelech und legten es an den Wartturm und steckten so den Wartturm über ihnen in Brand, so daß auch alle Insassen der Burg von Sichem starben, ungefähr tausend, Männer und Frauen.
50
וַיֵּ֥לֶךְ אֲבִימֶ֖לֶךְ אֶל־תֵּבֵ֑ץ וַיִּ֥חַן בְּתֵבֵ֖ץ וַֽיִּלְכְּדָֽהּ׃
BernfeldAbimelech ging nach Tebez und belagerte Tebez und nahm es ein.
ZunzUnd Abimelech ging nach Tebez, und belagerte Tebez und nahm es ein.
R. BreuerAbimelech ging nach Tebez und belagerte Tebez und nahm es ein.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 50—57. Nun brach das Verhängnis, ganz wie Jothams Gleichnisrede verkündet hatte, auch über Abimelech herein. Noch einmal gelingt es ihm kurz vor seinem Ende, einen kriegerischen Erfolg davonzutragen. Tebez, das er belagert, fällt in seine Hand. (Aus dem Zusammenhang der Erzählung ist nicht recht ersichtlich, warum Abimelech gegen Tebez zog. Nur aus V. 55 geht hervor, daß nach Abimelechs Tod die Männer Israels ein jeder nach seinem Orte gingen. Es war also durch Abimelechs Gewaltherrschaft ganz Israel in Bewegung geraten und erst nach seinem Tode kam es zur Ruhe. Der Aufstand in Sichem war der Beginn der Kämpfe, die Abimelech noch bevorstanden, wollte er seine Herrschaft befestigen. Dem Kampfe um Sichem schloß sich zunächst der Kampf um Tebez an.) Er dringt in die Stadt ein, die Bewohner, Männer und Frauen, flüchten zu der in der Stadtmitte befindlichen Burg, ihnen schließen sich auch die Häupter der Stadt an, die Burg wird verschlossen, die Flüchtlinge begeben sich auf das Dach der Burg, von wo aus ein Weib, als Abimelech gerade im Begriff ist, die Burg in Brand zu stecken, ihm mit einem Mühlsteinstück den Schädel zerschmettert. Da bewährt sich im Sterben Abimelech als des heldenmütigen Gideons heldenhafter Sohn: es widerstrebt seinem Heldenstolz, von einer Frauenhand getötet zu sein, und er bittet seinen jugendlichen Waffenträger ihn zu töten. — Die Erzählung hält es für überflüssig, hervorzuheben, daß mit Abimelechs Tod die kriegerischen Unternehmungen seines Heeres zusammenbrachen, ganz kurz betont sie nur, daß mit seinem Tode in Israel Ruhe einkehrte, um dafür mit offensichtlicher Befriedigung dick zu unterstreichen, wie buchstäblich Gott Jothams Fluchverkündigung in Erfüllung gehen ließ.
51
וּמִגְדַּל־עֹז֮ הָיָ֣ה בְתוֹךְ־הָעִיר֒ וַיָּנֻ֨סוּ שָׁ֜מָּה כׇּל־הָאֲנָשִׁ֣ים וְהַנָּשִׁ֗ים וְכֹל֙ בַּעֲלֵ֣י הָעִ֔יר וַֽיִּסְגְּר֖וּ בַּעֲדָ֑ם וַֽיַּעֲל֖וּ עַל־גַּ֥ג הַמִּגְדָּֽל׃
BernfeldEin fester Turm war aber in der Mitte der Stadt, dahin flohen alle Männer und Frauen und alle Herren der Stadt und schlossen hinter sich zu; sie gingen dann hinauf auf das Dach des Turmes.
ZunzUnd ein fester Thurm war in der Mitte der Stadt, und dahin flohen alle Männer und Weiber und all die Herren der Stadt und schlossen hinter sich zu, und gingen hinauf auf das Dach des Thurmes.
R. BreuerEin fester Turm war aber in der Mitte der Stadt, dahin flohen alle Männer und Frauen und alle Herren der Stadt und schlossen hinter sich zu; dann gingen sie hinauf auf das Dach des Turmes.
52
וַיָּבֹ֤א אֲבִימֶ֙לֶךְ֙ עַד־הַמִּגְדָּ֔ל וַיִּלָּ֖חֶם בּ֑וֹ וַיִּגַּ֛שׁ עַד־פֶּ֥תַח הַמִּגְדָּ֖ל לְשׇׂרְפ֥וֹ בָאֵֽשׁ׃
BernfeldAbimelech kam bis an den Turm und griff ihn an und er trat herzu bis an den Eingang des Turmes, ihn im Feuer zu verbrennen.
ZunzUnd Abimelech kam bis an den Thurm und stritt gegen ihn, und er trat herzu bis an den Eingang des Thurmes, ihn durch Feuer zu verbrennen.
R. BreuerAbimelech kam bis an den Turm und griff ihn an, und er trat hin an den Eingang des Turmes, um ihn in Brand zu stecken.
53
וַתַּשְׁלֵ֞ךְ אִשָּׁ֥ה אַחַ֛ת פֶּ֥לַח רֶ֖כֶב עַל־רֹ֣אשׁ אֲבִימֶ֑לֶךְ וַתָּ֖רִץ אֶת־גֻּלְגׇּלְתּֽוֹ׃
BernfeldDa warf ein Weib das Stück eines Mühlsteines dem Abimelech auf den Kopf und zerschmetterte seinen Schädel.
ZunzDa warf ein Weib das Stück eines Mühlsteines dem Abimelech auf den Kopf und zerschmetterte seinen Schädel.
R. BreuerDa warf ein Weib das Stück eines Mühlsteins dem Abimelech auf den Kopf und zerschmetterte seinen Schädel.
54
וַיִּקְרָ֨א מְהֵרָ֜ה אֶל־הַנַּ֣עַר ׀ נֹשֵׂ֣א כֵלָ֗יו וַיֹּ֤אמֶר לוֹ֙ שְׁלֹ֤ף חַרְבְּךָ֙ וּמ֣וֹתְתֵ֔נִי פֶּן־יֹ֥אמְרוּ לִ֖י אִשָּׁ֣ה הֲרָגָ֑תְהוּ וַיִּדְקְרֵ֥הוּ נַעֲר֖וֹ וַיָּמֹֽת׃
BernfeldEr rief eilends den Knaben, seinen Waffenträger, und sprach zu ihm: Zücke dein Schwert und töte mich, dass sie nicht von mir sagen: Ein Weib hat ihn erschlagen. Und sein Knabe durchstach ihn, dass er starb.
ZunzUnd er rief eilends den Knaben seinen Waffenträger, und sprach zu ihm: Zücke dein Schwert und tödte mich, daß sie nicht von mir sagen: Ein Weib hat ihn erschlagen. Und sein Knabe durchstach ihn, und er starb.
R. BreuerDa rief er schnell den Knaben, der ihm die Waffen trug, und sprach zu ihm: Zücke dein Schwert und töte mich, daß sie nicht von mir sagen: Ein Weib hat ihn erschlagen! Und sein Knabe durchbohrte ihn, daß er starb.
55
וַיִּרְא֥וּ אִֽישׁ־יִשְׂרָאֵ֖ל כִּ֣י מֵ֣ת אֲבִימֶ֑לֶךְ וַיֵּלְכ֖וּ אִ֥ישׁ לִמְקֹמֽוֹ׃
BernfeldAls die Männer Israels sahen, dass Abimelech tot war, da gingen sie dann jeglicher nach seinem Orte.
ZunzAls die Männer Jisraël's sahen, daß Abimelech todt war, da gingen sie ein jeglicher nach seinem Orte.
R. BreuerAls die Männer Israels sahen, daß Abimelech tot war, da gingen sie ein jeder nach seinem Orte.
56
וַיָּ֣שֶׁב אֱלֹהִ֔ים אֵ֖ת רָעַ֣ת אֲבִימֶ֑לֶךְ אֲשֶׁ֤ר עָשָׂה֙ לְאָבִ֔יו לַהֲרֹ֖ג אֶת־שִׁבְעִ֥ים אֶחָֽיו׃
BernfeldGott vergalt also die Bosheit des Abimelech, die er an seinem Vater geübt, seine siebzig Brüder zu erschlagen.
ZunzUnd der Ewige vergalt die Bosheit des Abimelech, die er an seinem Vater geübt, seine siebenzig Brüder zu erschlagen.
R. BreuerSo vergalt Gott die Missetat Abimelechs, die er an seinem Vater geübt, seine siebzig Brüder zu erschlagen.
57
וְאֵ֗ת כׇּל־רָעַת֙ אַנְשֵׁ֣י שְׁכֶ֔ם הֵשִׁ֥יב אֱלֹהִ֖ים בְּרֹאשָׁ֑ם וַתָּבֹ֣א אֲלֵיהֶ֔ם קִֽלְלַ֖ת יוֹתָ֥ם בֶּן־יְרֻבָּֽעַל׃ {פ}
BernfeldUnd auch die Bosheit der Leute von Sichem vergalt Gott auf ihr Haupt. Und es traf sie der Fluch des Jotam Sohnes Jerubbaal.
ZunzUnd all die Bosheit der Leute von Schechem vergalt der Ewige auf ihr Haupt. Und es traf sie der Fluch des Jotam, Sohnes Jerubbaal.
R. BreuerUnd alle Freveltaten der Männer von Sichem ließ Gott auf ihr Haupt zurückfallen. So kam über sie der Fluch Jothams, des Sohnes Jerubbaals.