1
וַיָּ֩קׇם֩ אַחֲרֵ֨י אֲבִימֶ֜לֶךְ לְהוֹשִׁ֣יעַ אֶת־יִשְׂרָאֵ֗ל תּוֹלָ֧ע בֶּן־פּוּאָ֛ה בֶּן־דּוֹד֖וֹ אִ֣ישׁ יִשָּׂשכָ֑ר וְהוּא־יֹשֵׁ֥ב בְּשָׁמִ֖יר בְּהַ֥ר אֶפְרָֽיִם׃
BernfeldNach Abimelech stand auf, Israel [im Kriege] anzuführen, Tola Sohn Puas, Sohnes Dodos, ein Mann aus Issachar; er wohnte in Samir auf dem Gebirge Efraim.
ZunzUnd aufstand nach Abimelech, Jisraël zu retten, Tola Sohn Puah, Sohnes Dodo, ein Mann aus Jisachar; und er wohnte in Schamir auf dem Gebirge Efrajim.
R. BreuerNach Abimelech trat zur Errettung Israels Thola auf, Sohn Puas, Sohnes Dodos, ein Mann aus Issachar; er wohnte in Samir auf dem Gebirge Ephraim.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
Kap. 10. V. 1—2. Abimelechs Regierungszeit war von kriegerischen Unruhen erfüllt. Nach seinem Tode sehnte sich Israel nach Ruhe, die ihm Tholas dreiundzwanzigjährige Richterzeit gewährt zu haben scheint. Allerdings berichtet die biblische Notiz nur kurz, daß nach Abimelech Thola aufgestanden sei, um Israel eine Quelle des Heils zu sein, ohne ausführlich und genau zu sagen, ob und wie es dem in Samir residierenden Richter gelang, sein Regierungsprogramm auszuführen. Immerhin dürfen wir aus diesem Stillschweigen und der einfachen Feststellung, daß Thola dreiundzwanzig Jahre Israel gerichtet habe, schließen, daß Israel während dieser Zeit von nennenswerten Erschütterungen seines innern und äußern Heils verschont geblieben ist.
2
וַיִּשְׁפֹּט֙ אֶת־יִשְׂרָאֵ֔ל עֶשְׂרִ֥ים וְשָׁלֹ֖שׁ שָׁנָ֑ה וַיָּ֖מׇת וַיִּקָּבֵ֥ר בְּשָׁמִֽיר׃ {פ}
BernfeldEr richtete Israel drei und zwanzig Jahre und starb und ward begraben in Samir.
ZunzUnd er richtete Jisraël drei und zwanzig Jahre, und starb und ward begraben in Schamir.
R. BreuerEr richtete Israel dreiundzwanzig Jahre, dann starb er und ward begraben in Samir.
3
וַיָּ֣קׇם אַחֲרָ֔יו יָאִ֖יר הַגִּלְעָדִ֑י וַיִּשְׁפֹּט֙ אֶת־יִשְׂרָאֵ֔ל עֶשְׂרִ֥ים וּשְׁתַּ֖יִם שָׁנָֽה׃
BernfeldNach ihm stand auf der Gileadite Jair, er richtete Israel zwei und zwanzig Jahre.
ZunzUnd nach ihm stand auf Jair der Gileadi, und er richtete Jisraël zwei und zwanzig Jahre.
R. BreuerNach ihm stand auf der Gileadite Jair, er richtete Israel zweiundzwanzig Jahre.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 3—5. Wie über Tholas Richterzeit nur aus dem kurzen Worte להושיע את ישראל (V. 1) ein schwacher Lichtschein fällt, so wird auch die Richterzeit Jairs nur durch den kurzen Bericht von seinen dreißig Söhnen, ihren dreißig Füllen und ihren dreißig Städten notdürftig erhellt. Was bezweckt die Erzählung mit diesem seltsamen Bericht? Will sie damit in rühmender Absicht die imponierende Macht andeuten, die Jairs Familie besaß, oder in tadelnder Absicht zu verstehen geben, daß Jairs Söhne von Großmannssucht nicht frei gewesen seien? In letzterem Falle mag dem Gleichklang von עירים Füllen und עירים (statt ערים) Städte ein ironisches Motiv zu Grunde liegen.
חות יאיר. Vgl. Num. 32, 41; Jos. 13, 30.
4
וַֽיְהִי־ל֞וֹ שְׁלֹשִׁ֣ים בָּנִ֗ים רֹֽכְבִים֙ עַל־שְׁלֹשִׁ֣ים עֲיָרִ֔ים וּשְׁלֹשִׁ֥ים עֲיָרִ֖ים לָהֶ֑ם לָהֶ֞ם יִקְרְא֣וּ ׀ חַוֺּ֣ת יָאִ֗יר עַ֚ד הַיּ֣וֹם הַזֶּ֔ה אֲשֶׁ֖ר בְּאֶ֥רֶץ הַגִּלְעָֽד׃
BernfeldEr hatte dreißig Söhne, die auf dreißig Füllen ritten und dreißig Städte hatten; die nennt man die Weiler Jairs bis auf diesen Tag, die im Lande Gilead.
ZunzUnd er hatte dreißig Söhne, die auf dreißig Füllen ritten und dreißig Städte hatten sie; die nennt man die Weiler Jairs bis auf diesen Tag, die im Lande Gilead.
R. BreuerEr hatte dreißig Söhne, die auf dreißig Füllen ritten, und dreißig Städte hatten; die nennt man die Dörfer Jairs bis auf diesen Tag, die im Lande Gilead.
5
וַיָּ֣מׇת יָאִ֔יר וַיִּקָּבֵ֖ר בְּקָמֽוֹן׃ {פ}
BernfeldJair starb und ward begraben in Kamon.
ZunzUnd Jair starb und ward begraben in Kamon.
R. BreuerJair starb und ward begraben in Kamon.
6
וַיֹּסִ֣יפוּ ׀ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֗ל לַעֲשׂ֣וֹת הָרַע֮ בְּעֵינֵ֣י יְהֹוָה֒ וַיַּעַבְד֣וּ אֶת־הַבְּעָלִ֣ים וְאֶת־הָעַשְׁתָּר֡וֹת וְאֶת־אֱלֹהֵ֣י אֲרָם֩ וְאֶת־אֱלֹהֵ֨י צִיד֜וֹן וְאֵ֣ת ׀ אֱלֹהֵ֣י מוֹאָ֗ב וְאֵת֙ אֱלֹהֵ֣י בְנֵֽי־עַמּ֔וֹן וְאֵ֖ת אֱלֹהֵ֣י פְלִשְׁתִּ֑ים וַיַּעַזְב֥וּ אֶת־יְהֹוָ֖ה וְלֹ֥א עֲבָדֽוּהוּ׃
BernfeldDie Kinder Israel fuhren fort das Böse in den Augen des Herrn zu tun, und sie dienten dem Baal und den Astarot, den Göttern von Aram und den Göttern von Zidon und den Göttern Moabs und den Göttern der Ammoniter und den Göttern der Philister; sie verließen den Herrn und dienten ihm nicht.
ZunzUnd die Kinder Jisraël fuhren fort das Böse in den Augen des Ewigen zu thun, und sie dienten den Baalim und den Aschtarot und den Göttern von Aram und den Göttern von Zidon, und den Göttern Moabs und den Göttern der Söhne Ammon und den Göttern der Pelischtim, und verließen den Ewigen und dienten ihm nicht.
R. BreuerDie Kinder Israels fuhren fort zu tun, was böse war in den Augen Gottes, und sie dienten den Baalim und Astaroth, den Göttern von Aram und den Göttern von Zidon und den Göttern Moabs und den Göttern der Ammoniter und den Göttern der Philister; sie verließen Gott und dienten ihm nicht.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 6. So einsilbig der Bericht über Jairs Richterzeit war, so muß doch sein Einfluß auf Israel heilsam genug gewesen sein, wenn alsbald nach seinem Tode Israel wieder in seinen für die ganze Richterzeit charakteristischen Fehler verfiel und von der in den Tagen Jairs offenbar bewährten Treue zu Gott in einen siebenfachen Götzendienst (Raschi: שבע ע"ז נמנו כאן) abglitt. Und so gründlich muß diese abermalige Abirrung gewesen sein, daß sie sich nicht damit begnügten, neben Gott auch fremden Göttern zu dienen, ihr Abfall ging vielmehr so weit, daß „sie Gott verließen und ihm nicht dienten“, daß sie Gott nicht einmal in Verbindung mit fremden Göttern (Raschi: אפילו בשותפות עם אלו) einen Raum in ihrem Denken und Leben ließen.
7
וַיִּֽחַר־אַ֥ף יְהֹוָ֖ה בְּיִשְׂרָאֵ֑ל וַֽיִּמְכְּרֵם֙ בְּיַד־פְּלִשְׁתִּ֔ים וּבְיַ֖ד בְּנֵ֥י עַמּֽוֹן׃
BernfeldDa erglühte der Zorn des Herrn über Israel und er lieferte sie in die Hand der Philister und in die Hand der Ammoniter;
ZunzDa erglühete der Zorn des Ewigen über Jisraël und er lieferte sie in die Hand der Pelischtim und in die Hand der Söhne Ammon,
R. BreuerDa entbrannte Gottes Zorn wider Israel, und er lieferte sie aus in die Hand der Philister und in die Hand der Ammoniter.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 7—9. Die Gottesstrafe ließ nicht lange auf sich warten. Noch „in jenem Jahre“, in welchem Jair starb (Raschi: בשנה ההיא כשמת יאיר), geriet Israel in die Hand der Philister und Ammoniter. Im ersten Jahre der achtzehnjährigen Fremdherrschaft seufzte ganz Israel gleichmäßig unter den Mißhandlungen des Feindes. Als sich dann die feindlichen Quälereien auf das Ostjordanland konzentrierten, waren zunächst die Kinder Israels jenseits des Jordans die vom Leid unmittelbar Betroffenen, bis die Ammoniter über den Jordan setzten und ihre Aufrichtung einer gleichmäßigen Gewaltherrschaft im ganzen Lande in ganz Israel das Gefühl der Schicksalsgemeinschaft wieder vertiefte. Aus diesem Gefühl eines gemeinsamen unerträglichen Leidens erwuchs dann die Sehnsucht nach Erhebung und Rückkehr zu Gott.
8
וַֽיִּרְעֲצ֤וּ וַיְרֹֽצְצוּ֙ אֶת־בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל בַּשָּׁנָ֖ה הַהִ֑יא שְׁמֹנֶ֨ה עֶשְׂרֵ֜ה שָׁנָ֗ה אֶֽת־כׇּל־בְּנֵ֤י יִשְׂרָאֵל֙ אֲשֶׁר֙ בְּעֵ֣בֶר הַיַּרְדֵּ֔ן בְּאֶ֥רֶץ הָאֱמֹרִ֖י אֲשֶׁ֥ר בַּגִּלְעָֽד׃
BernfeldSie peinigten und drückten die Kinder Israel in jenem Jahre und achtzehn Jahre darauf, alle Kinder Israel, die von jenseits des Jordan im Lande des Emori, in Gilead.
ZunzUnd sie peinigten und drückten die Kinder Jisraël in demselben Jahre; achtzehn Jahre lang, alle Kinder Jisraël, die jenseit des Jarden im Lande des Emori, der in Gilead.
R. BreuerSie quälten und mißhandelten die Kinder Israels in jenem Jahre — achtzehn Jahre lang alle Kinder Israels jenseits des Jordan, im Lande des Emori, in Gilead.
9
וַיַּעַבְר֤וּ בְנֵֽי־עַמּוֹן֙ אֶת־הַיַּרְדֵּ֔ן לְהִלָּחֵ֛ם גַּם־בִּיהוּדָ֥ה וּבְבִנְיָמִ֖ין וּבְבֵ֣ית אֶפְרָ֑יִם וַתֵּ֥צֶר לְיִשְׂרָאֵ֖ל מְאֹֽד׃
BernfeldDie Ammoniter gingen auch über den Jordan, um anzugreifen Jehuda und Benjamin und Efraim; Israel war sehr bedrängt.
ZunzUnd die Söhne Ammon gingen über den Jarden auch mit Jehudah zu streiten, und mit Binjamin und mit dem Hause Efrajim; und Jisraël war sehr bedrängt.
R. BreuerDie Ammoniter setzten dann über den Jordan, um auch Juda und Benjamin und das Haus Ephraim zu bekämpfen, so daß Israel in großer Bedrängnis war.
10
וַֽיִּזְעֲקוּ֙ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל אֶל־יְהֹוָ֖ה לֵאמֹ֑ר חָטָ֣אנוּ לָ֔ךְ וְכִ֤י עָזַ֙בְנוּ֙ אֶת־אֱלֹהֵ֔ינוּ וַֽנַּעֲבֹ֖ד אֶת־הַבְּעָלִֽים׃ {פ}
BernfeldDie Kinder Israel schrien zu dem Herrn also: Wir haben gegen dich gesündigt, dass wir verlassen unsern Gott und dienen dem Baal.
ZunzUnd die Kinder Jisraël schrien zu dem Ewigen also: Wir haben gegen dich gesündigt, daß wir verlassen unsern Gott und dienten den Baalim.
R. BreuerDa schrieen die Kinder Israels zu Gott: Wir haben gegen dich gesündigt, denn wir haben ja unseren Gott verlassen und dem Baal gedient.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 10. Durch וכי wird die Satzkonstruktion unterbrochen, wodurch der ganze Vers das Gepräge eines grammatisch wohl nicht korrekten, eben darum aber nur umso natürlicher wirkenden Verzweiflungsausbruches erhält.
11
וַיֹּ֥אמֶר יְהֹוָ֖ה אֶל־בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל הֲלֹ֤א מִמִּצְרַ֙יִם֙ וּמִן־הָ֣אֱמֹרִ֔י וּמִן־בְּנֵ֥י עַמּ֖וֹן וּמִן־פְּלִשְׁתִּֽים׃
BernfeldDer Herr sprach zu den Kindern Israel: Ich habe von Ägypten und von dem Emori, und von den Ammonitern und von den Philistern [euch gerettet],
ZunzUnd der Ewige sprach zu den Kindern Jisraël: Habe ich nicht von Mizrajim und von dem Emori, von den Söhnen Ammon, und von den Pelischtim (euch gerettet,)
R. BreuerGott aber sprach zu den Kindern Israels: Fürwahr, von den Ägyptern und von dem Emori, von den Ammonitern und Philistern — —
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 11—14. In zornerfüllten Worten antwortet Gott. Israel hat Gottes Gnade verscherzt. Wie oft ist ihm Gottes Hilfe in Drangsal und Not zuteil geworden! Jetzt aber soll Israel einmal seinem Schicksal überlassen bleiben. Möge es bei seinen fremden Göttern Hilfe suchen. — Wie in V. 10 der Affekt der um Hilfe Bittenden die Konstruktion des Satzes unterbrach (Vgl. das das. Bemerkte), so bricht auch in V. 11 Gottes zornige Antwort den begonnenen Satzbau mitten entzwei —: aus der Hand der Ägypter, des Emori usw. habe ich euch errettet, sollte der Satz lauten — um auch hier durch die abrupte Form den Eindruck des Eruptiven zu erhöhen.
12
וְצִידוֹנִ֤ים וַֽעֲמָלֵק֙ וּמָע֔וֹן לָחֲצ֖וּ אֶתְכֶ֑ם וַתִּצְעֲק֣וּ אֵלַ֔י וָאוֹשִׁ֥יעָה אֶתְכֶ֖ם מִיָּדָֽם׃
BernfeldAuch die Zidonier und Amalek und Maon haben euch bedrängt, und ihr schriet zu mir, und ich rettete euch aus ihrer Hand.
ZunzUnd die Zidonim und Amalek und Maon haben euch bedrängt, und ihr schriet zu mir, und ich rettete euch aus ihrer Hand.
R. BreuerAuch die Zidonier und Amalek und Maon haben euch bedrängt, und ihr schrieet zu mir, und ich rettete euch aus ihrer Hand.
13
וְאַתֶּם֙ עֲזַבְתֶּ֣ם אוֹתִ֔י וַתַּעַבְד֖וּ אֱלֹהִ֣ים אֲחֵרִ֑ים לָכֵ֥ן לֹֽא־אוֹסִ֖יף לְהוֹשִׁ֥יעַ אֶתְכֶֽם׃
BernfeldAber ihr verließet mich, und dientet fremden Göttern, darum werde ich euch fortan nicht beistehen.
ZunzAber ihr verließet mich, und dientet fremden Göttern, darum werd' ich euch fortan nicht beistehen.
R. BreuerIhr aber verließet mich und dientet fremden Göttern, darum werde ich euch fortan nicht mehr erretten.
14
לְכ֗וּ וְזַֽעֲקוּ֙ אֶל־הָ֣אֱלֹהִ֔ים אֲשֶׁ֥ר בְּחַרְתֶּ֖ם בָּ֑ם הֵ֛מָּה יוֹשִׁ֥יעוּ לָכֶ֖ם בְּעֵ֥ת צָרַתְכֶֽם׃
BernfeldGehet und schreiet zu den Göttern, welche ihr erwählt habt, sie mögen euch beistehen zur Zeit eurer Not.
ZunzGehet und schreiet zu den Göttern, welche ihr erwählt habt, sie mögen euch beistehen zur Zeit eurer Roth.
R. BreuerGehet und schreiet zu den Göttern, die ihr erwählt habt, sie mögen euch helfen zur Zeit eurer Not.
15
וַיֹּאמְר֨וּ בְנֵי־יִשְׂרָאֵ֤ל אֶל־יְהֹוָה֙ חָטָ֔אנוּ עֲשֵֽׂה־אַתָּ֣ה לָ֔נוּ כְּכׇל־הַטּ֖וֹב בְּעֵינֶ֑יךָ אַ֛ךְ הַצִּילֵ֥נוּ נָ֖א הַיּ֥וֹם הַזֶּֽה׃
BernfeldDie Kinder Israel sprachen zu dem Herrn: Wir haben gesündigt, tue du uns ganz, wie es gut ist in deinen Augen, nur rette uns doch dieses Mal.
ZunzUnd die Kinder Jisraël sprachen zu dem Ewigen: Wir haben gesündigt, thue du uns ganz, wie es gut ist in deinen Augen, nur rette uns doch dieses Mal.
R. BreuerDa sprachen die Kinder Israels zu Gott: Wir haben gesündigt, tue du uns ganz wie es gut ist in deinen Augen, nur rette uns doch dieses Mal.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 15—18. Gottes Zornrede wirkte. Ihre nächste Folge war ein Sündenbekenntnis des Volkes. Israel weiß und bekennt, daß es die härteste Strafe verdient, nur möchte es in Gottes, nicht in des Feindes Hände fallen. Israel fühlt aber auch zugleich, daß ein Bekenntnis der Sünde zwecklos ist, wenn es nicht auf den Weg der Besserung führt. Darum zögert Israel nicht, die fremden Götter aus seiner Mitte zu beseitigen und reumütig zum Dienste Gottes zurückzukehren. Diese Rückkehr zu Gott verfehlt ihre Wirkung nicht. Gottes Seele, die soeben erst in zorniger Erregung aufgeflammt war, wird mit einemmale zu eng, um Israels Elend tragen, ertragen zu können. Der strafende Richter wird zum liebenden Vater im Augenblick, wo Israels aufrichtige Rückkehr die Flammen des göttlichen Zornes löscht; und sofort bereitet die Vorsehung das Werk der Rettung vor, indem sie die Ereignisse einleitet, die berufen sind, das drohende Verhängnis zu bannen: die Besetzung Gileads durch die Ammoniter, die Gegenaktion Israels in Mizpa, die Ausschau nach einem tatkräftigen Führer, der Beginn des Freiheitskampfes des Volkes und der Fürsten.
16
וַיָּסִ֜ירוּ אֶת־אֱלֹהֵ֤י הַנֵּכָר֙ מִקִּרְבָּ֔ם וַיַּעַבְד֖וּ אֶת־יְהֹוָ֑ה וַתִּקְצַ֥ר נַפְשׁ֖וֹ בַּעֲמַ֥ל יִשְׂרָאֵֽל׃ {פ}
BernfeldSie schafften weg die fremden Götter aus ihrer Mitte und dienten dem Herrn, und er war ungeduldig über das Leiden Israels.
ZunzUnd sie schafften weg die fremden Götter aus ihrer Mitte, und dienten dem Ewigen, und er ward ungeduldig über das Leiden Jisraël's.
R. BreuerSie schafften die fremden Götter fort aus ihrer Mitte und dienten Gott, da ward Er ungeduldig über das Elend Israels.
17
וַיִּצָּֽעֲקוּ֙ בְּנֵ֣י עַמּ֔וֹן וַֽיַּחֲנ֖וּ בַּגִּלְעָ֑ד וַיֵּאָֽסְפוּ֙ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל וַֽיַּחֲנ֖וּ בַּמִּצְפָּֽה׃
BernfeldEs versammelten sich damals die Ammoniter und lagerten in Gilead, und die Kinder Israel kamen zusammen und lagerten in Mizpa.
ZunzUnd es versammelten sich die Söhne Ammon und lagerten in Gilead, und die Kinder Jisraël kamen zusammen und lagerten in Mizpah.
R. BreuerEs versammelten sich die Ammoniter und lagerten in Gilead, und die Kinder Israels kamen zusammen und lagerten in Mizpa.
18
וַיֹּאמְר֨וּ הָעָ֜ם שָׂרֵ֤י גִלְעָד֙ אִ֣ישׁ אֶל־רֵעֵ֔הוּ מִ֣י הָאִ֔ישׁ אֲשֶׁ֣ר יָחֵ֔ל לְהִלָּחֵ֖ם בִּבְנֵ֣י עַמּ֑וֹן יִֽהְיֶ֣ה לְרֹ֔אשׁ לְכֹ֖ל יֹשְׁבֵ֥י גִלְעָֽד׃ {פ}
BernfeldDa sprach das Volk und die Fürsten Gileads einer zum andern: Derjenige, der anhebt zu streiten mit den Ammonitern soll Oberhaupt über alle Bewohner Gileads werden.
ZunzDa sprach das Volk, die Fürsten Gileads einer zum andern: Derjenige Mann, der anhebt zu streiten mit den Söhnen Ammon, soll Oberhaupt seyn aller Bewohner Gileads.
R. BreuerDa sprachen das Volk und die Fürsten Gileads einer zum andern: Derjenige, der anfängt zu streiten mit den Ammonitern, soll zum Oberhaupt aller Einwohner Gileads werden.