Schoftim 18 שופטים

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1
בַּיָּמִ֣ים הָהֵ֔ם אֵ֥ין מֶ֖לֶךְ בְּיִשְׂרָאֵ֑ל וּבַיָּמִ֣ים הָהֵ֗ם שֵׁ֣בֶט הַדָּנִ֞י מְבַקֶּשׁ־ל֤וֹ נַֽחֲלָה֙ לָשֶׁ֔בֶת כִּי֩ לֹא־נָ֨פְלָה לּ֜וֹ עַד־הַיּ֥וֹם הַה֛וּא בְּתוֹךְ־שִׁבְטֵ֥י יִשְׂרָאֵ֖ל בְּנַחֲלָֽה׃ {פ}
BernfeldIn jener Zeit war kein König in Israel, und in jener Zeit suchte sich der Stamm Dan einen festen Besitz, denn es war ihm bis dahin noch kein Erbteil zugefallen unter den Stämmen Israels.
ZunzIn jener Zeit war kein König in Jisraël, und in jener Zeit suchte sich der Stamm Dan einen Besitz um da zu wohnen, denn es war ihm bis auf selbigen Tag noch kein Erbtheil zugefallen unter den Stämmen Jisraël's.
R. BreuerIn jener Zeit war kein König in Israel; und in jener Zeit suchte sich der Stamm Dan einen Erbsitz, um sich niederzulassen, denn es war ihm bis auf jenen Tag inmitten der Stämme Israels noch kein Land als Erbbesitz zugefallen.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

Kap. 18. V. 1. Die folgende Erzählung kann nicht wirksamer eingeleitet werden als durch Hervorhebung der Tatsache, daß in jenen Tagen kein König in Israel war. Wäre damals ein für die Erhaltung des reinen Thorageistes Verantwortlicher an Israels Spitze gestanden, so hätte er wohl die Ausbreitung des Götzentums von Michas Haus auf den ganzen Stamm Dan, zu hindern vermocht. Den äußeren Anstoß zu den Ereignissen dieses Kapitels gaben die eigentümlichen Besitzverhältnisse des Stammes Dan, die in Josua 19, 41—47 geschildert werden (S. Komm. das.) und worauf hier hingeschaut wird, wenn es heißt, daß der Stamm Dan seine Besitzverhältnisse durch eine kriegerische Expedition damals zu verbessern suchte. Malbim verweist auch auf den Anfang des Richterbuches (1, 35 f.) und liest aus den Worten בתוך שבטי ישראל heraus, daß die Unzufriedenheit des Stammes Dan in der ungünstigen Lage seines Besitztums außerhalb der Grenzen der übrigen Stammländer gewurzelt habe.

2
וַיִּשְׁלְח֣וּ בְנֵי־דָ֣ן ׀ מִֽמִּשְׁפַּחְתָּ֡ם חֲמִשָּׁ֣ה אֲנָשִׁ֣ים מִקְצוֹתָם֩ אֲנָשִׁ֨ים בְּנֵי־חַ֜יִל מִצׇּרְעָ֣ה וּמֵאֶשְׁתָּאֹ֗ל לְרַגֵּ֤ל אֶת־הָאָ֙רֶץ֙ וּלְחׇקְרָ֔הּ וַיֹּאמְר֣וּ אֲלֵהֶ֔ם לְכ֖וּ חִקְר֣וּ אֶת־הָאָ֑רֶץ וַיָּבֹ֤אוּ הַר־אֶפְרַ֙יִם֙ עַד־בֵּ֣ית מִיכָ֔ה וַיָּלִ֖ינוּ שָֽׁם׃
BernfeldDie Söhne Dan schickten aus ihrem Geschlechte fünf vornehme Männer, tüchtige Männer aus Zorea und Estaol, das Land auszukundschaften und es zu erforschen. Sie sprachen zu ihnen: Gehet, erforschet das Land. Sie kamen in das Gebirge Efraim, in das Haus Michas, und übernachteten allda.
ZunzUnd die Söhne Dan schickten aus ihrem Geschlechte fünf Männer von ihnen, tüchtige Männer aus Zoreah und Eschtaol, das Land auszukundschaften und es zu erforschen. Und sie sprachen zu ihnen: Gehet, erforschet das Land, und sie kamen in das Gebirge Efrajim in das Haus Michah's, und übernachteten allda.
R. BreuerDie Söhne Dans schickten aus ihrem Geschlechte fünf vornehme Männer, kriegstüchtige Männer aus Zorea und Eschthaol, um das Land auszukundschaften und es zu erforschen. Sie sprachen zu ihnen: Gehet, erforschet das Land. Sie kamen in das Gebirge Ephraim, bis zum Hause Michas, und übernachteten dort.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 2. מקצותם. Die von der Masse sich Abhebenden, die Abseitsstehenden, die Vornehmen. Vgl. מצודת ציון z. St.: מקצותם מלשון קצין כמו ותאכל בקצה המחנה (במדבר י"א) וארז"ל בקצינים שבמחנה.

3
הֵ֚מָּה עִם־בֵּ֣ית מִיכָ֔ה וְהֵ֣מָּה הִכִּ֔ירוּ אֶת־ק֥וֹל הַנַּ֖עַר הַלֵּוִ֑י וַיָּס֣וּרוּ שָׁ֗ם וַיֹּ֤אמְרוּ לוֹ֙ מִֽי־הֱבִיאֲךָ֣ הֲלֹ֔ם וּמָה־אַתָּ֥ה עֹשֶׂ֛ה בָּזֶ֖ה וּמַה־לְּךָ֥ פֹֽה׃
BernfeldSie waren eben am Hause Michas, da erkannten sie die Stimme des Jünglings, des Leviten, und sie kehrten da ein und sprachen zu ihm: Wer hat dich hierher gebracht, und was tust du hier? und was hast du hier?
ZunzSie waren eben am Hause Michah's, da erkannten sie die Stimme des Jünglings, des Lewi, und sie kehrten da ein, und sprachen zu ihm: Wer hat dich hieher gebracht, und was thust du hier? und was hast du hier?
R. BreuerSie waren am Hause Michas, da erkannten sie die Stimme des Jünglings, des Leviten, und sie kehrten da ein und sprachen zu ihm: Wer hat dich hierher gebracht, und was tust du hier und was hast du hier?
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 3. Der Jüngling war ihnen schon vorher bekannt, wie Malbim treffend aus Josua 21, 5 schließt, sodaß sie ihn jetzt an der Stimme wiedererkennen konnten. Auch Michas Götzentum war ihnen bekannt. Sonst hätten sie wohl in Michas Haus zu übernachten gesucht. So aber kamen sie עד בית מיכה (V. 2), übernachteten in der Nähe seines Hauses, hörten die Stimme des Jünglings, erkannten ihn, kehrten erst dann im Hause ein und fragten ihn, was es mit seinem Aufenthalt in einem solchen Hause für eine Bewandtnis habe. Nach B. bathra 110a, woraus Raschi hier einen kurzen Auszug bringt, sind die drei Fragen in tadelndem Sinne zu verstehen. Noch bevor der Jüngling antworten konnte, ließen ihn die Fragesteller merken, wie abfällig sie seinen Aufenthalt im Hause Michas beurteilten, wie nur Einer, der seine levitische Würde verscherzt habe, ja, der unmöglich von Moses abstammen könne, sich habe entschließen können, in einem solchen Hause sich niederzulassen. Daselbst erfahren wir auch näheres über das Motiv dieser Niederlassung und über die weitere Entwicklungsgeschichte unseres levitischen Jünglings. Er hatte geglaubt, recht zu handeln, als er die Priesterstelle im Hause Michas annahm. אמר להן כך מקובלני מבית אבי אבא לעולם ישכיר עצמו לע"ז ואל יצטרך לבריות והוא סבר לע"ז ממש ולא היא אלא ע"ז עבודה שזרה לו כדאמר ליה רב לרב כהנא נטוש נבילתא בשוקא ושקול אגרא ולא תימא גברא רבא אנא וזילא בי מילתא. „Er sprach zu ihnen: Von meinen Vorfahren ist mir überliefert worden, daß man sich lieber dem Götzendienst verdingen soll als seinen Mitmenschen zur Last zu fallen. Er hatte nämlich das Wort Aboda Sara mißverständlich als Götzendienst verstanden, während dieses Wort hier in Wirklichkeit im Sinne von ungewohnter Arbeit verstanden werden muß, ähnlich wie Rab zu R. Kahana sprach: Mach dir gegebenenfalls nichts daraus, einem Aase auf der Straße gegen Lohn das Fell abzuziehen und sprich nicht: Ein großer Mann bin ich, mir paßt diese Arbeit nicht.“ — Später ist Michas Priester von David zum Schatzmeister ernannt worden, nachdem er reumütig zu Gott zurückgekehrt war. Als er nach Davids Tod bei Salomos Regierungsantritt seine Stelle verlor, fiel er wieder von Gott zum Götzendienste ab. — Wir haben es also bei unserem Jonathan — so hieß der levitische Jüngling (s. weiter V. 30) — mit einem charakterschwachen Glücksritter und Stellenjäger zu tun, einem Menschentyp, der vielfach auch das Judentum unserer Tage zu verunzieren pflegt.

4
וַיֹּ֣אמֶר אֲלֵהֶ֔ם כָּזֹ֣ה וְכָזֶ֔ה עָ֥שָׂה לִ֖י מִיכָ֑ה וַיִּשְׂכְּרֵ֕נִי וָאֱהִי־ל֖וֹ לְכֹהֵֽן׃
BernfeldEr erwiderte: So und so hat Micha mir getan, er mietete mich, und ich ward ihm zum Priester.
ZunzUnd er sprach zu ihnen: So und so hat Michah mir gethan, und er miethete mich, und ich ward ihm zu einem Priester.
R. BreuerEr antwortete ihnen: So und so hat Micha mir getan, er mietete mich, und ich ward ihm zum Priester.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 4—5. So einfach und schmucklos, wie es hier in V. 4 berichtet wird, mag die Erzählung Jonathans nicht gewesen sein. Wenn die Kundschafter, die in V. 3 in tadelnder Verwunderung den Jüngling zur Rede gestellt haben, ihn jetzt als Mittler zwischen sich und Gott benutzen, dann muß es Jonathan verstanden haben, seine Stellung im Hause Michas in einem viel harmloseren Lichte erscheinen zu lassen, als sie den Kundschaftern zuerst erschienen war. — V. 5 bestätigt unsere Bemerkung zu 17, 5, wonach unter תרפים Orakel spendende Götzenbilder zu verstehen sind.

5
וַיֹּ֥אמְרוּ ל֖וֹ שְׁאַל־נָ֣א בֵאלֹהִ֑ים וְנֵ֣דְעָ֔ה הֲתַצְלִ֣חַ דַּרְכֵּ֔נוּ אֲשֶׁ֥ר אֲנַ֖חְנוּ הֹלְכִ֥ים עָלֶֽיהָ׃
BernfeldDa sprachen sie zu ihm: Befrage doch Gott, dass wir erkennen, ob gelingen wird unser Weg, auf dem wir ziehen.
ZunzDa sprachen sie zu ihm: Befrage doch Gott, daß wir erkennen, ob gelingen wird unser Weg, auf dem wir ziehen.
R. BreuerDa sprachen sie zu ihm: Befrage doch Gott, daß wir erkennen, ob gelingen wird unser Weg, auf dem wir ziehen.
6
וַיֹּ֧אמֶר לָהֶ֛ם הַכֹּהֵ֖ן לְכ֣וּ לְשָׁל֑וֹם נֹ֣כַח יְהֹוָ֔ה דַּרְכְּכֶ֖ם אֲשֶׁ֥ר תֵּלְכוּ־בָֽהּ׃ {פ}
BernfeldDer Priester sprach zu ihnen: Gehet in Frieden! Vor dem Herrn ist euer Weg, auf dem ihr zieht.
ZunzUnd der Priester sprach zu ihnen: Gehet in Frieden! Vor dem Angesichte des Ewigen ist euer Weg, auf dem ihr zieht.
R. BreuerDer Priester sprach zu ihnen: Gehet in Frieden! Vor Gott ist euer Weg, auf dem ihr zieht.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 6. הכהן. Zum ersten Mal sehen wir hier Jonathan als Priester sich betätigen und zwar gleich in der ganzen Schlauheit eines Orakel spendenden Pfaffen. Auf die Frage der Kundschafter, ob der Weg, den zu gehen sie im Begriffe sind, ihnen Glück bringen werde, antwortet er nicht eindeutig Ja oder Nein, sondern vorsichtig: נכח ד' וגו' vor oder gegenüber Gott ist der Weg usw. Man kann ja nicht wissen, wie das Unternehmen gelingen wird. Im Falle des Mißlingens wird sich der Priester mit dem Hinweis darauf herausreden, daß ja alle Wege vor Gott liegen.

7
וַיֵּֽלְכוּ֙ חֲמֵ֣שֶׁת הָאֲנָשִׁ֔ים וַיָּבֹ֖אוּ לָ֑יְשָׁה וַיִּרְא֣וּ אֶת־הָעָ֣ם אֲשֶׁר־בְּקִרְבָּ֣הּ יוֹשֶֽׁבֶת־לָ֠בֶ֠טַח כְּמִשְׁפַּ֨ט צִדֹנִ֜ים שֹׁקֵ֣ט ׀ וּבֹטֵ֗חַ וְאֵין־מַכְלִ֨ים דָּבָ֤ר בָּאָ֙רֶץ֙ יוֹרֵ֣שׁ עֶ֔צֶר וּרְחוֹקִ֥ים הֵ֙מָּה֙ מִצִּ֣ידֹנִ֔ים וְדָבָ֥ר אֵין־לָהֶ֖ם עִם־אָדָֽם׃
BernfeldDie fünf Männer gingen und kamen nach Lajis, und sie sahen das Volk darin ruhig wohnen, nach der Weise der Zidonier friedlich und ruhig. Niemand würde sie hindern, das Land in Besitz zu nehmen; denn fern waren sie von den Zidoniern und hatten mit keinem Menschen Verkehr.
ZunzUnd die fünf Männer gingen und kamen nach Lajisch, und sie sahen das Volk, das darin, ruhig wohnen, nach Weise der Zidonim friedlich und ruhig, und Keiner, der im Geringsten (einen) kränkte im Lande als Erbe der Herrschaft, und fern waren sie von den Zidonim, und hatten mit keinem Menschen Verkehr.
R. BreuerDie fünf Männer gingen und kamen nach Lajisch, und sie sahen das Volk ruhig darin wohnen, nach Art der Sidonier, friedlich und ruhig. Kein kränkendes Wort fiel im Lande, kein erblicher Machthaber war vorhanden, fern waren sie von den Sidoniern und hatten mit keinem Menschen Verkehr.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 7. Wie auf die Insel der Seligen fühlten sich die Kundschafter in Lajisch versetzt. Sie merkten sofort: dieses Volk war im Kriege leicht zu überwältigen. Denn hier fehlte alles, woraus sonst Kriegslust und Kriegstüchtigkeit sich zu entwickeln pflegen. Nach Art der handeltreibenden Sidonier ging das Volk von Lajisch friedlich und ruhig seiner Tagesarbeit nach. Unberührt von den politischen Händeln der Welt, hatte es auch im Innern Ruhe. Jene widerwärtigen Auswüchse politischer Demagogie, die das Leben eines Volkes durch Aufpeitschung der politischen Leidenschaft, persönliche Gehässigkeiten usw. zu vergiften pflegen, waren in Lajisch unbekannt. Kein kränkendes Wort fiel im Lande. Ein freiheitliches Regierungssystem, das erbliche Machtansprüche ausschloß, ließ von vornherein innerpolitische Verwicklungen nicht aufkommen. Es war ein zufriedenes, sich selbst genügendes Volk, das jede Alliance mit fremden Völkern, auch mit den ihm wesensverwandten Sidoniern, vermied und eben infolge dieser Isolierung einem feindlichen Gewalteinbruch wehrlos ausgeliefert war.

8
וַיָּבֹ֙אוּ֙ אֶל־אֲחֵיהֶ֔ם צׇרְעָ֖ה וְאֶשְׁתָּאֹ֑ל וַיֹּאמְר֥וּ לָהֶ֛ם אֲחֵיהֶ֖ם מָ֥ה אַתֶּֽם׃
BernfeldSie kamen zu ihren Brüdern nach Zorea und Estaol, und ihre Brüder sprachen zu ihnen: Was [bringet) ihr?
ZunzUnd sie kamen zu ihren Brüdern nach Zoreah und Eschtaol, und ihre Brüder sprachen zu ihnen: Was (bringet) ihr?
R. BreuerSie kamen zu ihren Brüdern nach Zorea und Eschthaol, und ihre Brüder sprachen zu ihnen: Was bringet ihr?
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 8—10. מה אתם. Aus der abgekürzten Form dieser Frage weht uns der fliegende Atem jener hastigen Neugierde entgegen, die, noch ehe ihre Frage beendet ist, schon die Antwort hören möchte.

ואתם מחשים. Kann als Frage verstanden werden (Malbim) oder als Aufforderung, reinen Mund zu halten, damit keine fremden Stammesangehörigen ihnen in der mühelosen Eroberung eines so schönen Landes zuvorkommen (מצודת דוד); wir glauben, daß mit diesen Worten jede Diskussion als überflüssig abgeschnitten werden soll: seid still, redet nicht hin und her wie einst zur Zeit der ersten Kundschafter in Moses' und Josuas Tagen und besinnt euch nicht lang, eine Frucht zu ergreifen, die euch mühelos in den Schoß fallen wird.

עם בטח וגו'. In עם בטח ist alles enthalten, was im Sinne von V. 7 die Eroberung von Lajisch zu einem mühelosen Unternehmen macht. Außerdem werden hier aber noch zwei andere Vorzüge betont, die den lockenden Reiz von Lajisch noch um ein beträchtliches erhöhen sollen. Das Land ist sehr geräumig, denn Gott hat es in euere Hand gegeben. Die Anknüpfung mit „denn“ ist schwierig. Vielleicht soll damit gesagt sein: Macht euch darüber keine Sorgen, ob auch das Land geräumig genug ist, um uns alle aufzunehmen, denn so offensichtlich ruht der Segen Gottes auf dem Lande und unserem Unternehmen, daß es sträflicher Kleinmut wäre, durch ängstliche Zweifel an der Aufnahmefähigkeit des Landes das Übersiedlungswerk sich vergällen zu lassen. Und dann: welch ein gesegnetes Stückchen Erde ist dieses Lajisch! Nichts wird euch dort fehlen, wonach euer Herz begehrt.

9
וַיֹּאמְר֗וּ ק֚וּמָה וְנַעֲלֶ֣ה עֲלֵיהֶ֔ם כִּ֤י רָאִ֙ינוּ֙ אֶת־הָאָ֔רֶץ וְהִנֵּ֥ה טוֹבָ֖ה מְאֹ֑ד וְאַתֶּ֣ם מַחְשִׁ֔ים אַל־תֵּעָ֣צְל֔וּ לָלֶ֥כֶת לָבֹ֖א לָרֶ֥שֶׁת אֶת־הָאָֽרֶץ׃
BernfeldDa sprachen sie: Auf, lasset uns gegen sie ziehen, denn wir haben das Land gesehen, es ist sehr gut. Und ihr seid ruhig? Seid nicht träge hinzugehen, das Land einzunehmen.
ZunzDa sprachen sie: Auf, lasset uns gegen sie ziehen, denn wir haben das Land gesehen, und siehe, es ist sehr gut, und ihr seid ruhig? Seid nicht träge hinzugehen, zu kommen das Land einzunehmen.
R. BreuerDa sprachen sie: Auf, lasset uns gegen sie ziehen, denn wir haben das Land gesehen, es ist sehr gut. Ihr aber sollt schweigen und nicht zögern hinzugehen, um das Land einzunehmen.
10
כְּבֹאֲכֶ֞ם תָּבֹ֣אוּ ׀ אֶל־עַ֣ם בֹּטֵ֗חַ וְהָאָ֙רֶץ֙ רַחֲבַ֣ת יָדַ֔יִם כִּֽי־נְתָנָ֥הּ אֱלֹהִ֖ים בְּיֶדְכֶ֑ם מָקוֹם֙ אֲשֶׁ֣ר אֵֽין־שָׁ֣ם מַחְס֔וֹר כׇּל־דָּבָ֖ר אֲשֶׁ֥ר בָּאָֽרֶץ׃
BernfeldIhr kommet da zu einem sicheren Volke, und das Land ist geräumig nach allen Seiten, denn der Herr hat es in unsere Hand gegeben, ein Ort, wo kein Mangel an irgendetwas, das auf Erden.
ZunzWenn ihr kommet, kommet ihr zu einem sicheren Volke, und das Land ist geräumig nach allen Seiten, denn der Herr hat es in unsere Hand gegeben; ein Ort, wo kein Mangel an irgend etwas, das auf Erden.
R. BreuerWenn ihr dahin kommt, kommt ihr zu einem sorglosen Volke, und das Land ist geräumig nach allen Seiten. denn Gott hat es in eure Hand gegeben, eine Stätte, wo kein Mangel ist an irgend etwas, das es auf Erden giebt.
11
וַיִּסְע֤וּ מִשָּׁם֙ מִמִּשְׁפַּ֣חַת הַדָּנִ֔י מִצׇּרְעָ֖ה וּמֵאֶשְׁתָּאֹ֑ל שֵֽׁשׁ־מֵא֣וֹת אִ֔ישׁ חָג֖וּר כְּלֵ֥י מִלְחָמָֽה׃
BernfeldEs brachen von dort auf aus dem Geschlechte des Dan, aus Zorea und Estaol, sechshundert Mann, umgürtet mit Kriegsgeräten.
ZunzUnd es brachen von dort auf aus dem Geschlechte des Dan, aus Zoreah und Eschtaol, sechshundert Mann, umgürtet mit Kriegsgeräthen.
R. BreuerEs brachen von dort auf aus dem Geschlechte des Dan, aus Zorea und Eschthaol, sechshundert Mann, umgürtet mit Kriegsgeräten.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 11—12. Auf ihrem Zuge nach Lajisch machten die sechshundert Krieger aus dem Stamme Dan in Kirjath Jearim Halt; und obwohl sie nicht eigentlich in Kirjath Jearim selbst ihr Lager aufschlugen, sondern hinter Kirjath Jearim lagerten, so blieb doch der Ort selbst im Gedächtnis der Nachwelt mit diesem Aufenthalt der Daniten so innig verknüpft, daß er von da ab und weiter Lager Dans genannt wurde bis auf diesen Tag.

12
וַֽיַּעֲל֗וּ וַֽיַּחֲנ֛וּ בְּקִרְיַ֥ת יְעָרִ֖ים בִּֽיהוּדָ֑ה עַל־כֵּ֡ן קָרְאוּ֩ לַמָּק֨וֹם הַה֜וּא מַחֲנֵה־דָ֗ן עַ֚ד הַיּ֣וֹם הַזֶּ֔ה הִנֵּ֕ה אַחֲרֵ֖י קִרְיַ֥ת יְעָרִֽים׃
BernfeldSie zogen und lagerten nahe Kirjat Jearim in Jehuda, daher nannten sie diesen Ort Lager Dans bis auf diesen Tag; er ist hinter Kirjat Jearim.
ZunzUnd gingen hinauf und lagerten in Kirjat Jearim in Jehudah, daher nannten sie diesen Ort Lager Dans bis auf diesen Tag; siehe er ist hinter Kirjat Jearim.
R. BreuerSie zogen hinauf und lagerten in Kirjath Jearim in Juda; daher nannte man diesen Ort Lager Dans bis auf diesen Tag; siehe, es war hinter Kirjath Jearim.
13
וַיַּעַבְר֥וּ מִשָּׁ֖ם הַר־אֶפְרָ֑יִם וַיָּבֹ֖אוּ עַד־בֵּ֥ית מִיכָֽה׃
BernfeldSie zogen weiter von dort nach dem Gebirge Efraim und kamen zum Hause Michas.
ZunzUnd sie zogen weiter von dort nach dem Gebirge Efrajim und kamen zum Hause Michah's.
R. BreuerSie zogen weiter von dort nach dem Gebirge Ephraim und kamen zum Hause Michas.
14
וַֽיַּעֲנ֞וּ חֲמֵ֣שֶׁת הָאֲנָשִׁ֗ים הַהֹלְכִים֮ לְרַגֵּל֮ אֶת־הָאָ֣רֶץ לַ֒יִשׁ֒ וַיֹּֽאמְרוּ֙ אֶל־אֲחֵיהֶ֔ם הַיְדַעְתֶּ֗ם כִּ֠י יֵ֣שׁ בַּבָּתִּ֤ים הָאֵ֙לֶּה֙ אֵפ֣וֹד וּתְרָפִ֔ים וּפֶ֖סֶל וּמַסֵּכָ֑ה וְעַתָּ֖ה דְּע֥וּ מַֽה־תַּעֲשֽׂוּ׃
BernfeldDa meinten die fünf Männer, die gegangen waren das Land Lajis auszukundschaften, und sprachen zu ihren Brüdern: Wisset ihr, dass in diesen Häusern Efod und Terafim und ein gehauenes und gegossenes Bild vorhanden? Und nun überleget, was ihr tun sollt.
ZunzDa hoben an die fünf Männer, die gegangen waren das Land Lajisch auszukundschaften, und sprachen zu ihren Brüdern: Wisset ihr, daß in diesen Häusern Efod und Terasim, und ein gehauenes und gegossenes Bild vorhanden? Und nun überleget, was ihr thun sollt.
R. BreuerDa hoben die fünf Männer, die gegangen waren, um das Land Lajisch auszukundschaften, an und sprachen zu ihren Brüdern: Wisset ihr, daß in diesen Häusern Efod und Therafim und ein gehauenes und gegossenes Bild vorhanden sind? Und nun müßt ihr wissen, was ihr zu tun habt!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 14. בבתים. Es scheint, daß Michas Götzendienstutensilien in verschiedenen Häusern untergebracht waren, worauf auch vielleicht das ויהי בבית מיכיהו (17, 4) und das והאיש מיכה לו בית אלהים (17, 5) hinweist.

ועתה דעו וגו'. Die fünf Kundschafter machen geheimnisvolle Andeutungen. Die günstige Gelegenheit, sich in den Besitz von Efod, Therafim usw. zu setzen, darf man sich nicht entgehen lassen. Wie muß der Götzenkult einst die Gemüter der Menschen beherrscht haben, wenn er selbst in Israel, dem Gottesvolke, wie eine Seuche sich ausbreiten konnte!

15
וַיָּס֣וּרוּ שָׁ֔מָּה וַיָּבֹ֛אוּ אֶל־בֵּֽית־הַנַּ֥עַר הַלֵּוִ֖י בֵּ֣ית מִיכָ֑ה וַיִּשְׁאֲלוּ־ל֖וֹ לְשָׁלֽוֹם׃
BernfeldSie kehrten daselbst ein und kamen in das Haus des Jünglings, des Leviten, in das Haus Michas, und fragten ihn nach seinem Wohlsein.
ZunzUnd sie kehrten daselbst ein und kamen in das Haus des Jünglings, des Lewi, in das Haus Michah's, und fragten ihn nach seinem Wohlseyn.
R. BreuerSie kehrten daselbst ein und kamen in das Haus des Jünglings, des Leviten, in das Haus Michas, und begrüßten ihn zum Frieden.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 15—18. בית מיכה und בית הנער הלוי sind auseinanderzuhalten. Der levitische Jüngling wohnte in einer besonderen Räumlichkeit, zu der man erst auf dem Wege durch Michas Haus gelangen konnte. Nach der Begrüßung des Priesters (V. 15) stellten sich die sechshundert Daniten am Eingang des Tores auf, kampfgerüstet, um für alle Fälle eines möglichen Zusammenstoßes mit Michas Leuten bereit zu sein (V. 16), während die fünf Kundschafter in das Hausinnere sich begaben, um aus dem Hause des Priesters die Götzenbilder an sich zu nehmen. Unterdessen stand der Priester mit den sechshundert Daniten am Eingang des Tores und unterhielt sich wohl mit ihnen, sodaß er die Entfernung der fünf Kundschafter nicht merkte (V. 17). Erst als die Fünf aus dem Hause des Priesters in das Haus Michas zurückgekehrt und im Begriffe waren, mit den Götzenbildern das Haus zu verlassen, merkte der Priester, was vorgefallen ist und trat ihnen mit der Frage entgegen: Was tut ihr? (V. 18)

16
וְשֵׁשׁ־מֵא֣וֹת אִ֗ישׁ חֲגוּרִים֙ כְּלֵ֣י מִלְחַמְתָּ֔ם נִצָּבִ֖ים פֶּ֣תַח הַשָּׁ֑עַר אֲשֶׁ֖ר מִבְּנֵי־דָֽן׃
BernfeldDie sechshundert Mann, umgürtet mit ihren Kriegsgeräten — die von den Söhnen Dan — standen am Eingange des Tores.
ZunzUnd die sechshundert Mann, umgürtet mit ihren Kriegsgeräthen, standen am Eingange des Thores, — die von den Söhnen Dan;
R. BreuerDie sechshundert Mann, umgürtet mit ihren Kriegsgeräten, standen am Eingang des Thores, die von den Söhnen Dans.
17
וַֽיַּעֲל֞וּ חֲמֵ֣שֶׁת הָאֲנָשִׁ֗ים הַהֹלְכִים֮ לְרַגֵּ֣ל אֶת־הָאָ֒רֶץ֒ בָּ֣אוּ שָׁ֔מָּה לָקְח֗וּ אֶת־הַפֶּ֙סֶל֙ וְאֶת־הָ֣אֵפ֔וֹד וְאֶת־הַתְּרָפִ֖ים וְאֶת־הַמַּסֵּכָ֑ה וְהַכֹּהֵ֗ן נִצָּב֙ פֶּ֣תַח הַשַּׁ֔עַר וְשֵׁשׁ־מֵא֣וֹת הָאִ֔ישׁ הֶחָג֖וּר כְּלֵ֥י הַמִּלְחָמָֽה׃
BernfeldDie fünf Männer, die gegangen waren das Land auszukundschaften, gingen hinein und nahmen das gehauene Bild und das Efod und die Terafim und das gegossene Bild; der Priester stand am Eingange des Tores, und die sechshundert Mann, die mit Kriegsgeräten umgürtet.
ZunzUnd hinaufstiegen die fünf Männer, die gegangen waren das Land auszukundschaften, sie gingen hinein, nahmen das gehauene Bild, und das Efod und die Terasim, und das gegossene Bild; und der Priester stand am Eingange des Thores, und die sechshundert Mann, die mit Kriegsgeräthen umgürtet.
R. BreuerDie fünf Männer, die gegangen waren, um das Land auszukundschaften, gingen hinein und nahmen das gehauene Bild und das Efod und die Therafim und das gegossene Bild; der Priester stand am Eingang des Thores mit den sechshundert Mann, den mit Kriegsgeräten umgürteten.
18
וְאֵ֗לֶּה בָּ֚אוּ בֵּ֣ית מִיכָ֔ה וַיִּקְחוּ֙ אֶת־פֶּ֣סֶל הָאֵפ֔וֹד וְאֶת־הַתְּרָפִ֖ים וְאֶת־הַמַּסֵּכָ֑ה וַיֹּ֤אמֶר אֲלֵיהֶם֙ הַכֹּהֵ֔ן מָ֥ה אַתֶּ֖ם עֹשִֽׂים׃
BernfeldJene kamen in das Haus Michas, und nahmen das gehauene Bild samt Efod und die Terafim und das gegossene Bild. Der Priester sprach zu ihnen: Was tut ihr?
ZunzUnd diese kamen in das Haus Michah's, und nahmen das gehauene Bild sammt Efod und die Terasim und das gegossene Bild, und der Priester sprach zu ihnen: Was thut ihr?
R. BreuerJene kamen in das Haus Michas und nahmen das gehauene Bild sammt Efod und die Therafim und das gegossene Bild. Da sprach zu ihnen der Priester: Was tut ihr?
19
וַיֹּ֩אמְרוּ֩ ל֨וֹ הַחֲרֵ֜שׁ שִֽׂים־יָדְךָ֤ עַל־פִּ֙יךָ֙ וְלֵ֣ךְ עִמָּ֔נוּ וֶהְיֵה־לָ֖נוּ לְאָ֣ב וּלְכֹהֵ֑ן הֲט֣וֹב ׀ הֱיוֹתְךָ֣ כֹהֵ֗ן לְבֵית֙ אִ֣ישׁ אֶחָ֔ד א֚וֹ הֱיוֹתְךָ֣ כֹהֵ֔ן לְשֵׁ֥בֶט וּלְמִשְׁפָּחָ֖ה בְּיִשְׂרָאֵֽל׃
BernfeldSie gaben ihm zurück: Schweige, lege deine Hand auf deinen Mund und gehe mit uns, und sei uns zu einem Vater und einem Priester. Ist es dir lieber, Priester zu sein für das Haus eines Mannes, oder Priester zu sein für einen [ganzen] Stamm und ein Geschlecht in Israel.
ZunzUnd sie sprachen zu ihm: Schweige, lege deine Hand auf deinen Mund und gehe mit uns, und sei uns zu einem Vater und einem Priester. Ist es dir lieber, Priester zu seyn für das Haus Eines Mannes, oder Priester zu seyn für einen Stamm und ein Geschlecht in Jisraël?
R. BreuerUnd sie sprachen zu ihm: Schweige, lege deine Hand auf deinen Mund und gehe mit uns und sei uns zum Vater und Priester. Ist es dir lieber Priester zu sein für das Haus eines Mannes, oder Priester zu sein für einen Stamm und ein Geschlecht in Israel?
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 19. Die Kundschafter wußten genau, mit wem sie's zu tun hatten. Sie kannten die Motive, aus welchen der Jüngling zum Priester im Hause Michas sich hatte anwerben lassen, und gar trefflich verstanden sie's, den höchst irdischen Ehrgeiz des geistlichen Herrn sich dienstbar zu machen.

20
וַיִּיטַב֙ לֵ֣ב הַכֹּהֵ֔ן וַיִּקַּח֙ אֶת־הָ֣אֵפ֔וֹד וְאֶת־הַתְּרָפִ֖ים וְאֶת־הַפָּ֑סֶל וַיָּבֹ֖א בְּקֶ֥רֶב הָעָֽם׃
BernfeldDa ward das Herz des Priesters froh, und er nahm das Efod und die Terafim und das gehauene Bild und ging unter des Volkes Mitte.
ZunzDa ward das Herz des Priesters froh, und er nahm das Efod und die Terasim und das gehauene Bild, und ging unter des Volkes Mitte.
R. BreuerDa wurde der Priester guten Muts, und er nahm das Efod und die Terafim und das gehauene Bild, und er ging ein in des Volkes Mitte.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 20. Der Antrag der Kundschafter war dem Priester sehr sympathisch. Er ging auf den Antrag ein, nahm das Efod usw. an sich und begab sich sofort in des Volkes Mitte. In diesem Eingehen in des Volkes Mitte liegt offenbar ein Doppeltes: Das Bestreben, sich alsbald der neuen Umgebung anzupassen und ein Suchen des Verräters nach Halt und Schutz für den Fall, daß Micha ihm, ergrimmt über den Verrat, nachstellen sollte.

21
וַיִּפְנ֖וּ וַיֵּלֵ֑כוּ וַיָּשִׂ֜ימוּ אֶת־הַטַּ֧ף וְאֶת־הַמִּקְנֶ֛ה וְאֶת־הַכְּבוּדָּ֖ה לִפְנֵיהֶֽם׃
BernfeldSie wandten sich und gingen weiter; die Kinder und die Herden und alles Wertvolle taten sie voran.
ZunzUnd sie wandten sich und gingen, und thaten die Kinder und die Heerden und alles Beschwerliche voran.
R. BreuerDarauf wandten sie sich und gingen weiter; die Kinder, das Vieh und den Troß stellten sie an die Spitze.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 21. את הטף וגו'. Warum werden die Frauen nicht genannt? Weil etwa Kinder ohne ihre Mütter nicht zu denken sind und darum את הטף zugleich את הנשים bedeutet? Dem widersprechen aber die zahlreichen Stellen der Bibel, wo neben den Kindern ausdrücklich auch die Frauen genannt werden.

הכבודה. Zu unserer Übersetzung vgl. Raschi. Man könnte auch im Hinblick auf Gen. 31, 1 „alles Wertvolle“ übersetzen.

22
הֵ֥מָּה הִרְחִ֖יקוּ מִבֵּ֣ית מִיכָ֑ה וְהָאֲנָשִׁ֗ים אֲשֶׁ֤ר בַּבָּתִּים֙ אֲשֶׁר֙ עִם־בֵּ֣ית מִיכָ֔ה נִֽזְעֲק֔וּ וַיַּדְבִּ֖יקוּ אֶת־בְּנֵי־דָֽן׃
BernfeldSie waren schon fern vom Hause Michas, da versammelten sich die Männer, die in den Häusern um das Haus Michas, und folgten den Söhnen Dan auf dem Fuße.
ZunzSie waren schon fern vom Hause Michah's, da versammelten sich die Männer, die in den Häusern, die beim Hause Michah's, und folgten auf dem Fuße den Söhnen Dan.
R. BreuerSie waren schon fern vom Hause Michas, da versammelten sich die Männer, die sich in den Häusern um das Haus Michas befanden, und holten die Söhne Dans ein.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 22—26. Bis Micha die Leute seiner Umgebung, die offenbar die Genossen seines Götzenkultes waren, zur Verfolgung der Diebe aufgeboten hatte, waren diese von Michas Haus schon ziemlich weit entfernt. Doch wurden sie von ihren Verfolgern noch eingeholt. Und es entspinnt sich da ein Gespräch, das für beide Teile ungemein bezeichnend ist. Wir erhalten da einen Einblick in die seelische Verfassung des damaligen Geschlechtes. Wie da Micha, als ob es sich von selbst verstände, von seinem Gotte spricht, den er sich selbst fabriziert habe und wie er den Raub der Götzenbilder in erbitterten Worten als einen Raub seines ganzen Lebensglücks bezeichnet — „was hab ich denn noch“, wenn mir die Bilder fehlen, ich kann nicht leben ohne sie — und wie auf der anderen Seite die Söhne Dans zu dem Standpunkt „Macht geht vor Recht“ mit einer Offenherzigkeit sich bekennen, die sich nur aus der sittlichen Verwilderung einer in Götzentum und Machtmißbrauch versunkenen Zeit erklärt, und wie schließlich Micha, aus Angst vor den „Männern erbitterten Gemütes“ unter den Söhnen Dans, die mit ihm und seinen Leuten kurzen Prozeß machen würden, wenn er's versuchen wollte, sich mit Gewalt in den Besitz der ihm geraubten Heiligtümer zu setzen, die Übermacht der Gegner bedenkt, sich den Tatsachen beugt und verbittert und geknickt nach Hause geht, während die Söhne Dans, als ob nichts geschehen wäre, ruhig ihres Weges weiter ziehen —: in kurzen Strichen wird hier ein Zeitbild gezeichnet, in das man sich nur ein wenig zu versenken braucht, um das grausige Ereignis zu verstehen, von dem die folgenden Verse berichten.

23
וַֽיִּקְרְאוּ֙ אֶל־בְּנֵי־דָ֔ן וַיַּסֵּ֖בּוּ פְּנֵיהֶ֑ם וַיֹּאמְר֣וּ לְמִיכָ֔ה מַה־לְּךָ֖ כִּ֥י נִזְעָֽקְתָּ׃
BernfeldSie riefen den Söhnen Dan nach; die aber wandten ihr Angesicht um, und sprachen zu Micha: Was hast du, dass du einen Auflauf machst?
ZunzUnd sie riefen die Söhne Dan; die aber wandten ihr Angesicht um, und sprachen zu Michah: Was hast du, daß du dich versammelt?
R. BreuerAls sie die Söhne Dans anriefen, wandten diese ihr Angesicht und sprachen zu Micha: Was hast du, daß du einen Auflauf machst?
24
וַיֹּ֡אמֶר אֶת־אֱלֹהַי֩ אֲשֶׁר־עָשִׂ֨יתִי לְקַחְתֶּ֧ם וְֽאֶת־הַכֹּהֵ֛ן וַתֵּלְכ֖וּ וּמַה־לִּ֣י ע֑וֹד וּמַה־זֶּ֛ה תֹּאמְר֥וּ אֵלַ֖י מַה־לָּֽךְ׃
BernfeldAber er sprach: Meinen Gott, den ich habe machen lassen, habt ihr genommen samt dem Priester, und seid gegangen und was hab ich denn noch? und wie fraget ihr noch: Was hast du?
ZunzUnd er sprach: Meinen Gott, den ich machen lassen, habt ihr genommen sammt dem Priester, und seid gegangen, und was habe ich denn noch? und wie sprechet ihr zu mir: Was hast du?
R. BreuerDa sprach er: Meinen Gott, den ich gemacht, habt ihr genommen samt dem Priester, und seid gegangen, und was habe ich denn noch? Und wie fragt ihr noch: Was hast du?
25
וַיֹּאמְר֤וּ אֵלָיו֙ בְּנֵי־דָ֔ן אַל־תַּשְׁמַ֥ע קוֹלְךָ֖ עִמָּ֑נוּ פֶּֽן־יִפְגְּע֣וּ בָכֶ֗ם אֲנָשִׁים֙ מָ֣רֵי נֶ֔פֶשׁ וְאָסַפְתָּ֥ה נַפְשְׁךָ֖ וְנֶ֥פֶשׁ בֵּיתֶֽךָ׃
BernfeldDa sprachen die Söhne Dan zu ihm: Lasse deine Stimme nicht laut werden gegen uns, dass nicht Männer erbitterten Gemütes euch anfallen, und du kommest um dein Leben und um das Leben deines Hauses.
ZunzDa sprachen die Söhne Dan zu ihm: Laß deine Stimme nicht laut werden unter uns; daß nicht Männer erbitterten Gemüthes euch anfallen, und du kommest um dein Leben, und um das Leben deines Hauses!
R. BreuerDa sprachen die Söhne Dans zu ihm: Laß deine Stimme nicht laut werden gegen uns, daß nicht Männer erbitterten Gemüts euch anfallen, und du kämst um dein Leben und das Leben deines Hauses!
26
וַיֵּלְכ֥וּ בְנֵי־דָ֖ן לְדַרְכָּ֑ם וַיַּ֣רְא מִיכָ֗ה כִּֽי־חֲזָקִ֥ים הֵ֙מָּה֙ מִמֶּ֔נּוּ וַיִּ֖פֶן וַיָּ֥שׇׁב אֶל־בֵּיתֽוֹ׃
BernfeldDie Söhne Dan gingen ihres Weges und da Micha sah, dass sie ihm zu stark waren, wandte er sich und kehrte zurück in sein Haus.
ZunzUnd die Söhne Dan gingen ihres Weges; und da Michah sah, daß sie ihm zu stark waren, wandte er sich und kehrte zurück in sein Haus.
R. BreuerDie Söhne Dans gingen ihres Weges, und da Micha sah, daß sie ihm zu stark waren, wandte er sich und kehrte zurück in sein Haus.
27
וְהֵ֨מָּה לָקְח֜וּ אֵ֧ת אֲשֶׁר־עָשָׂ֣ה מִיכָ֗ה וְֽאֶת־הַכֹּהֵן֮ אֲשֶׁ֣ר הָֽיָה־לוֹ֒ וַיָּבֹ֣אוּ עַל־לַ֗יִשׁ עַל־עַם֙ שֹׁקֵ֣ט וּבֹטֵ֔חַ וַיַּכּ֥וּ אוֹתָ֖ם לְפִי־חָ֑רֶב וְאֶת־הָעִ֖יר שָׂרְפ֥וּ בָאֵֽשׁ׃
BernfeldSie hatten genommen [das Bild], welches Micha hatte machen lassen, und den Priester, den er gehabt, und kamen über Lajis, über ein ruhiges und friedliches Volk, und schlugen es mit der Schärfe des Schwertes, und die Stadt verbrannten sie im Feuer.
ZunzUnd sie hatten genommen, was Michah machen lassen, und den Priester, den er gehabt, und kamen über Lajisch, über ein ruhiges und friedliches Volk, und schlugen sie mit der Schärfe des Schwertes, und die Stadt verbrannten sie durch Feuer.
R. BreuerSie hatten genommen, was Micha hatte machen lassen, und den Priester, der ihm gehörte, und nun kamen sie über Lajisch, über ein ruhiges und sorgloses Volk, und schlugen sie mit der Schärfe des Schwertes, und die Stadt verbrannten sie im Feuer.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 27. Sie, die genommen hatten, was Micha hatte machen lassen, und den Priester, der ihm gehörte, überfielen Lajisch und vernichteten ein ruhiges, sorgloses Volk. Es wird nicht herausgesagt, was Micha hatte machen lassen: Die Götzenbilder werden nicht erwähnt. Die Gewalttat der Daniten soll hier weniger als Ausdruck ihres Götzentums als in ihrer Eigenschaft als Rechtsbruch, als Raub gekennzeichnet werden. Ebenso wird stark betont, daß der Priester, den sie ausgemietet hatten, Micha gehörte. Es soll eben gesagt werden, daß nicht verwunderlich sei, wenn Räuber, die sich über den Gegensatz zwischen Mein und Dein hinwegsetzen, auch in ihren Kriegsmethoden sittlich verwildert sind.

28
וְאֵ֨ין מַצִּ֜יל כִּ֧י רְֽחוֹקָה־הִ֣יא מִצִּיד֗וֹן וְדָבָ֤ר אֵין־לָהֶם֙ עִם־אָדָ֔ם וְהִ֕יא בָּעֵ֖מֶק אֲשֶׁ֣ר לְבֵית־רְח֑וֹב וַיִּבְנ֥וּ אֶת־הָעִ֖יר וַיֵּ֥שְׁבוּ בָֽהּ׃
BernfeldNiemand rettete, denn fern war es von Zidon, und sie hatten mit keinem Menschen Verkehr, und es lag im Tale, das bei Bet Rehob. Sie baueten die Stadt wieder auf und wohnten darin.
ZunzUnd Niemand rettete, denn fern war es von Zidon, und sie hatten mit keinem Menschen Verkehr, und es lag im Thale, das bei Bet Rechob, und sie baueten die Stadt und wohnten darin.
R. BreuerNiemand rettete, denn fern war es von Zidon, und sie hatten mit keinem Menschen Verkehr, und es lag im Tale bei Beth-Rechob. Sie bauten die Stadt wieder auf und wohnten darin.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 28. Was die Kundschafter über die leichte Bezwingbarkeit von Lajisch vorausgesagt hatten (V. 7), traf ein. Ja, es erwies sich außerdem, daß auch die Lage der Stadt im Tale dem Unternehmen günstig war.

29
וַיִּקְרְא֤וּ שֵׁם־הָעִיר֙ דָּ֔ן בְּשֵׁם֙ דָּ֣ן אֲבִיהֶ֔ם אֲשֶׁ֥ר יוּלַּ֖ד לְיִשְׂרָאֵ֑ל וְאוּלָ֛ם לַ֥יִשׁ שֵׁם־הָעִ֖יר לָרִאשֹׁנָֽה׃
BernfeldSie nannten den Namen der Stadt Dan, nach dem Namen Dans, ihres Stammvaters, der dem Israel geboren worden; Lajis aber war der Name der Stadt vorher.
ZunzUnd nannten den Namen der Stadt, Dan, nach dem Namen Dans, ihres Vatersder dem Jisraël geboren worden; Lajisch aber war der Name der Stadt vorher.
R. BreuerSie nannten den Namen der Stadt Dan, nach dem Namen Dans, ihres Vaters, der dem Israel geboren worden; Lajisch aber war der Name der Stadt vorher.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 29. Ihrer Abstammung von Dan waren sich die Daniten auch in Zeiten der Verwilderung bewußt. Ihr Stammesstolz, der den Namen Lajisch durch den Namen Dan ersetzte, war ungebrochen, obwohl sie zu Götzendienern, Räubern und gewalttätigen Eroberern entartet waren. So ist auch in unseren Tagen Nationalismus zu einem Asyl für ihrem Gott Entfremdete, religiös Obdachlose geworden.

V. 30 f. Vgl. das zu 17, 7 Bemerkte. — Die Kundschafter hatten Recht, als sie Jonathan (V. 19) seine Zukunft in ihrem Kreise in den rosigsten Farben schilderten. Seine Priesterstellung im Kreise der Daniten wurde zu einer Familienpfründe, die sich von Vater auf Sohn fortvererbte bis zur Zeit des ersten Exils in Sancheribs Tagen (vgl. Raschi). Allerdings mit Unterbrechung: In Samuels Tagen, als sich das Gotteshaus nicht mehr in Siloh befand, hörte der פסל מיכה-Kult auf, um in Jerobeams Tagen wieder aufzuleben (Vgl. Malbim).

30
וַיָּקִ֧ימוּ לָהֶ֛ם בְּנֵי־דָ֖ן אֶת־הַפָּ֑סֶל וִ֠יהֽוֹנָתָ֠ן בֶּן־גֵּרְשֹׁ֨ם בֶּן־מְנַשֶּׁ֜ה ה֣וּא וּבָנָ֗יו הָי֤וּ כֹֽהֲנִים֙ לְשֵׁ֣בֶט הַדָּנִ֔י עַד־י֖וֹם גְּל֥וֹת הָאָֽרֶץ׃
BernfeldDie Söhne Dan errichteten bei sich das gehauene Bild, und Jonatan Sohn Gersom, Sohn Manasses, er und seine Söhne waren Priester bei dem Stamme Dan, bis zur Wegführung [der Bewoher] des Landes.
ZunzUnd die Söhne Dan errichteten sich das gehauene Bild, und Jehonatan, Sohn Gerschom, Sohn Menascheh's, er und seine Söhne waren Priester bei dem Stamme des Dani, bis auf die Wegführung (der Bewohner) des Landes.
R. BreuerDie Söhne Dans errichteten bei sich das gehauene Bild; und Jonathan, Sohn Gerschoms, Sohn Menasches, er und seine Söhne waren Priester bei dem Stamme Dan, bis zur Wegführung (der Bewohner) des Landes.
31
וַיָּשִׂ֣ימוּ לָהֶ֔ם אֶת־פֶּ֥סֶל מִיכָ֖ה אֲשֶׁ֣ר עָשָׂ֑ה כׇּל־יְמֵ֛י הֱי֥וֹת בֵּית־הָאֱלֹהִ֖ים בְּשִׁלֹֽה׃ {פ}
BernfeldSie stellten sich das Bild Michas auf, das er hatte machen lassen — all die Tage, da das Haus Gottes in Silo war.
ZunzUnd sie stellten sich das Bild Michah's auf, das er machen lassen — all die Tage, da das Haus Gottes in Schiloh war.
R. BreuerSie stellten sich das Bild Michas auf, das er hatte machen lassen, all die Tage, da das Haus Gottes in Silo war.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 31. מיכה. Zum Schluß wird noch einmal betont, daß es Micha ist, der als Urheber der von ihm auf die Daniten übergegangenen Entartung im Gedächtnis der Nachwelt fortleben muß.

כל ימי וגו'. Aus dieser chronologischen Angabe folgert Raschi zu 17,1, daß die פסל מיכה-Geschichte zu Beginn der Richterzeit in Othniels Tagen sich abgespielt haben müsse.