Mischlej 23 משלי

Buch: Kapitel: Vers:
Übersetzung unter der Redaktion von Leopold Zunz (1838)
1
כִּֽי־תֵ֭שֵׁב לִלְח֣וֹם אֶת־מוֹשֵׁ֑ל בִּ֥ין תָּ֝בִ֗ין אֶת־אֲשֶׁ֥ר לְפָנֶֽיךָ׃
ZunzWenn du dich setzest zu speisen mit einem Herrscher, merke wohl, wen du vor dir hast.
2
וְשַׂמְתָּ֣ שַׂכִּ֣ין בְּלֹעֶ֑ךָ אִם־בַּ֖עַל נֶ֣פֶשׁ אָֽתָּה׃
ZunzDenn du setzest dir das Messer an die Kehle, wenn du ein gieriger Mensch bist.
3
אַל־תִּ֭תְאָו לְמַטְעַמּוֹתָ֑יו וְ֝ה֗וּא לֶ֣חֶם כְּזָבִֽים׃
ZunzLaß dich nicht gelüsten nach seinen Leckereien, denn es ist betrügliche Kost.
4
אַל־תִּיגַ֥ע לְֽהַעֲשִׁ֑יר מִֽבִּינָתְךָ֥ חֲדָֽל׃
ZunzMühe dich nicht ab reich zu werden; laß ab von deinen Entwürfen.
5
(התעוף) [הֲתָ֤עִיף]־עֵינֶ֥יךָ בּ֗וֹ וְֽאֵ֫ינֶ֥נּוּ כִּ֤י עָשֹׂ֣ה יַעֲשֶׂה־לּ֣וֹ כְנָפַ֑יִם כְּ֝נֶ֗שֶׁר (ועיף) [יָע֥וּף] הַשָּׁמָֽיִם׃ {פ}
ZunzSoll dein Blick darüber hinfliegen? Er ist nicht mehr da, denn Flügel wird er sich machen, wie ein Adler gen Himmel fliegen.
6
אַל־תִּלְחַ֗ם אֶת־לֶ֭חֶם רַ֣ע עָ֑יִן וְאַל־תִּ֝תְאָ֗ו לְמַטְעַמֹּתָֽיו׃
ZunzIß nicht das Brod des Mißgünstigen, und laß dich nicht gelüsten nach seinen Leckereien.
7
כִּ֤י ׀ כְּמ֥וֹ שָׁעַ֥ר בְּנַפְשׁ֗וֹ כֶּ֫ן־ה֥וּא אֱכ֣וֹל וּ֭שְׁתֵה יֹ֣אמַר לָ֑ךְ וְ֝לִבּ֗וֹ בַּל־עִמָּֽךְ׃
ZunzDenn wie einer, der Etwas erwägt, wo es ums Leben geht, so ist er; iß und trink! spricht er zu dir, aber sein Herz ist nicht bei dir.
8
פִּֽתְּךָ־אָכַ֥לְתָּ תְקִיאֶ֑נָּה וְ֝שִׁחַ֗תָּ דְּבָרֶ֥יךָ הַנְּעִימִֽים׃
ZunzDein Brod, das du gegessen, speiest du aus, wenn du verschwendest deine lieblichen Worte.
9
בְּאׇזְנֵ֣י כְ֭סִיל אַל־תְּדַבֵּ֑ר כִּי־יָ֝ב֗וּז לְשֵׂ֣כֶל מִלֶּֽיךָ׃
ZunzVor den Ohren eines Narren rede nicht, denn er verachtet deine verständigen Worte.
10
אַל־תַּ֭סֵּג גְּב֣וּל עוֹלָ֑ם וּבִשְׂדֵ֥י יְ֝תוֹמִ֗ים אַל־תָּבֹֽא׃
ZunzVerrücke nicht alte Grenzen, und dringe nicht in das Feld der Waisen.
11
כִּֽי־גֹאֲלָ֥ם חָזָ֑ק הֽוּא־יָרִ֖יב אֶת־רִיבָ֣ם אִתָּֽךְ׃
ZunzDenn ihr Annehmer ist stark, der wird ihren Streit führen gegen dich.
12
הָבִ֣יאָה לַמּוּסָ֣ר לִבֶּ֑ךָ וְ֝אׇזְנֶ֗ךָ לְאִמְרֵי־דָֽעַת׃
ZunzFühre dein Herz der Zucht zu, und deine Ohren den weisen Sprüchen.
13
אַל־תִּמְנַ֣ע מִנַּ֣עַר מוּסָ֑ר כִּֽי־תַכֶּ֥נּוּ בַ֝שֵּׁ֗בֶט לֹ֣א יָמֽוּת׃
ZunzEntziehe nicht dem Knaben Zucht, wenn du ihn mit der Ruthe schlägst, so stirbt er nicht.
14
אַ֭תָּה בַּשֵּׁ֣בֶט תַּכֶּ֑נּוּ וְ֝נַפְשׁ֗וֹ מִשְּׁא֥וֹל תַּצִּֽיל׃
ZunzDu schlägst ihn mit der Ruthe, und rettest seine Seele von dem Untergang.
15
בְּ֭נִי אִם־חָכַ֣ם לִבֶּ֑ךָ יִשְׂמַ֖ח לִבִּ֣י גַם־אָֽנִי׃
ZunzMein Sohn, wenn dein Herz weise ist, wird sich auch mein Herz freuen;
16
וְתַעְלֹ֥זְנָה כִלְיוֹתָ֑י בְּדַבֵּ֥ר שְׂ֝פָתֶ֗יךָ מֵישָׁרִֽים׃
ZunzUnd jauchzen wird mein Inneres, wenn deine Lippen reden, was recht ist.
17
אַל־יְקַנֵּ֣א לִ֭בְּךָ בַּחַטָּאִ֑ים כִּ֥י אִם־בְּיִרְאַת־יְ֝הֹוָ֗ה כׇּל־הַיּֽוֹם׃
ZunzEs neide dein Herz nicht die Sünder, sondern bleibe in der Furcht des Ewigen immerdar.
18
כִּ֭י אִם־יֵ֣שׁ אַחֲרִ֑ית וְ֝תִקְוָתְךָ֗ לֹ֣א תִכָּרֵֽת׃
ZunzGewiß, es giebt eine Zukunft, und deine Hoffnung wird nicht abgeschnitten.
19
שְׁמַע־אַתָּ֣ה בְנִ֣י וַחֲכָ֑ם וְאַשֵּׁ֖ר בַּדֶּ֣רֶךְ לִבֶּֽךָ׃
ZunzHöre, mein Sohn, und werde weise, und führe auf diesem Wege dein Herz.
20
אַל־תְּהִ֥י בְסֹֽבְאֵי־יָ֑יִן בְּזֹלְלֵ֖י בָשָׂ֣ר לָֽמוֹ׃
ZunzSei nicht unter den Weinsäufern und Fleischfressern.
21
כִּֽי־סֹבֵ֣א וְ֭זוֹלֵל יִוָּרֵ֑שׁ וּ֝קְרָעִ֗ים תַּלְבִּ֥ישׁ נוּמָֽה׃
ZunzDenn ein Säufer und Fresser verarmt, und in Lumpen kleidet die Schläfrigkeit.
22
שְׁמַ֣ע לְ֭אָבִיךָ זֶ֣ה יְלָדֶ֑ךָ וְאַל־תָּ֝ב֗וּז כִּֽי־זָקְנָ֥ה אִמֶּֽךָ׃
ZunzHöre auf deinen Vater, der dich gezenget, und verachte nicht deine Mutter, wenn sie alt wird.
23
אֱמֶ֣ת קְ֭נֵה וְאַל־תִּמְכֹּ֑ר חׇכְמָ֖ה וּמוּסָ֣ר וּבִינָֽה׃
ZunzWahrheit kaufe und verkaufe sie nicht, Weisheit und Zucht und Einsicht.
24
(גול) [גִּ֣יל] יָ֭גִיל אֲבִ֣י צַדִּ֑יק (יולד) [וְיוֹלֵ֥ד] חָ֝כָ֗ם (וישמח) [יִשְׂמַח־]בּֽוֹ׃
ZunzEs jubelt der Vater des Gerechten, wer einen Klugen gezeugt, hat Freude an ihm.
25
יִֽשְׂמַח־אָבִ֥יךָ וְאִמֶּ֑ךָ וְ֝תָגֵ֗ל יוֹלַדְתֶּֽךָ׃
ZunzFreuen wird sich dein Vater und deine Mutter, und jubeln wird deine Gebärerin.
26
תְּנָה־בְנִ֣י לִבְּךָ֣ לִ֑י וְ֝עֵינֶ֗יךָ דְּרָכַ֥י (תרצנה) [תִּצֹּֽרְנָה]׃
ZunzGieb, mein Sohn, dein Herz mir, und deine Augen laß meine Wege beachten.
27
כִּֽי־שׁוּחָ֣ה עֲמֻקָּ֣ה זוֹנָ֑ה וּבְאֵ֥ר צָ֝רָ֗ה נׇכְרִיָּֽה׃
ZunzDenn ein tiefes Grab ist die Buhlerin, und eine enge Grube die Ausländerin.
28
אַף־הִ֭יא כְּחֶ֣תֶף תֶּאֱרֹ֑ב וּ֝בוֹגְדִ֗ים בְּאָדָ֥ם תּוֹסִֽף׃
ZunzAuch lauert sie wie ein Raubthier, und mehrt Verräther unter den Menschen.
29
לְמִ֨י א֥וֹי לְמִ֪י אֲב֡וֹי לְמִ֤י (מדונים) [מִדְיָנִ֨ים ׀] לְמִ֥י שִׂ֗יחַ לְ֭מִי פְּצָעִ֣ים חִנָּ֑ם לְ֝מִ֗י חַכְלִל֥וּת עֵינָֽיִם׃
ZunzWer hat Ach, wer hat Weh, wer Zänkereien, wer Klagen, wer Wunden umsonst, wer Röthe der Augen?
30
לַֽמְאַחֲרִ֥ים עַל־הַיָּ֑יִן לַ֝בָּאִ֗ים לַחְקֹ֥ר מִמְסָֽךְ׃
ZunzDie spät beim Weine sitzen, die kommen, den Mischtrank zu prüfen.
31
אַל־תֵּ֥רֶא יַּיִן֮ כִּ֤י יִתְאַ֫דָּ֥ם כִּֽי־יִתֵּ֣ן (בכיס) [בַּכּ֣וֹס] עֵינ֑וֹ יִ֝תְהַלֵּ֗ךְ בְּמֵֽישָׁרִֽים׃
ZunzSiehe nicht den Wein an, wie er roth blinkt, wie er im Becher seine Farbe wiederstrahlt, er glatt hinunterschlüpft;
32
אַ֭חֲרִיתוֹ כְּנָחָ֣שׁ יִשָּׁ֑ךְ וּֽכְצִפְעֹנִ֥י יַפְרִֽשׁ׃
ZunzAm Ende beißt er wie eine Schlange und sticht wie der Basilisk.
33
עֵ֭ינֶיךָ יִרְא֣וּ זָר֑וֹת וְ֝לִבְּךָ֗ יְדַבֵּ֥ר תַּהְפֻּכֽוֹת׃
ZunzDeine Augen sehen Fremdes, und dein Herz redet Verkehrtes.
34
וְ֭הָיִיתָ כְּשֹׁכֵ֣ב בְּלֶב־יָ֑ם וּ֝כְשֹׁכֵ֗ב בְּרֹ֣אשׁ חִבֵּֽל׃
ZunzUnd du bist wie einer, der im Herzen des Meeres liegt, oder wie einer, der auf der Spitze des Mastes liegt.
35
הִכּ֥וּנִי בַל־חָלִיתִי֮ הֲלָמ֗וּנִי בַּל־יָ֫דָ֥עְתִּי מָתַ֥י אָקִ֑יץ א֝וֹסִ֗יף אֲבַקְשֶׁ֥נּוּ עֽוֹד׃
ZunzSie haben mich geschlagen, es schmerzet mich nicht, sie haben mich gestoßen, ich fühle nichts. Wann erwache ich? Ich will noch mehr davon!