Mischlej 21 משלי
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Übersetzung unter der Redaktion von Leopold Zunz (1838)
1
פַּלְגֵי־מַ֣יִם לֶב־מֶ֭לֶךְ בְּיַד־יְהֹוָ֑ה עַֽל־כׇּל־אֲשֶׁ֖ר יַחְפֹּ֣ץ יַטֶּֽנּוּ׃
ZunzWasserbäche ist das Herz des Königs in der Hand des Ewigen, wohin er begehrt, lenkt er es.
2
כׇּֽל־דֶּרֶךְ־אִ֭ישׁ יָשָׁ֣ר בְּעֵינָ֑יו וְתֹכֵ֖ן לִבּ֣וֹת יְהֹוָֽה׃
ZunzAlle Wege des Mannes sind gerade in seinen Augen, aber es erwägt die Herzen der Ewige.
3
עֲ֭שֹׂה צְדָקָ֣ה וּמִשְׁפָּ֑ט נִבְחָ֖ר לַיהֹוָ֣ה מִזָּֽבַח׃
ZunzRecht und Gebühr üben ist dem Ewigen vorzüglicher als Opfer.
4
רוּם־עֵ֭ינַיִם וּרְחַב־לֵ֑ב נִ֖ר רְשָׁעִ֣ים חַטָּֽאת׃
ZunzStolzer Blick und unmäßiges Herz ist der Frevler Sündenacker.
5
מַחְשְׁב֣וֹת חָ֭רוּץ אַךְ־לְמוֹתָ֑ר וְכׇל־אָ֝֗ץ אַךְ־לְמַחְסֽוֹר׃
ZunzDie Entwürfe des Fleißigen führen nur zum Ueberfluß; wer aber eilfertig ist, nur zum Mangel.
6
פֹּ֣עַל אֹ֭צָרוֹת בִּלְשׁ֣וֹן שָׁ֑קֶר הֶ֥בֶל נִ֝דָּ֗ף מְבַקְשֵׁי־מָֽוֶת׃
ZunzDer Erwerb von Schätzen durch falsche Zunge ist ein verweheter Dunst; die den Tod suchen (suchen ihn.)
7
שֹׁד־רְשָׁעִ֥ים יְגוֹרֵ֑ם כִּ֥י מֵ֝אֲנ֗וּ לַעֲשׂ֥וֹת מִשְׁפָּֽט׃
ZunzDie Verwüstung der Frevler rafft sie hinweg, denn sie haben sich geweigert, das Recht zu üben.
8
הֲפַכְפַּ֬ךְ דֶּ֣רֶךְ אִ֣ישׁ וָזָ֑ר וְ֝זַ֗ךְ יָשָׁ֥ר פׇּעֳלֽוֹ׃
ZunzEs windet sich der Weg des schuldbelasteten Mannes; aber der Reine, sein Thun ist gerade.
9
ט֗וֹב לָשֶׁ֥בֶת עַל־פִּנַּת־גָּ֑ג מֵאֵ֥שֶׁת מִ֝דְיָנִ֗ים וּבֵ֥ית חָֽבֶר׃
ZunzBesser zu wohnen auf einer Dachzinne, als mit einem zänkischen Weibe in einem gemeinsamen Hause.
10
נֶ֣פֶשׁ רָ֭שָׁע אִוְּתָה־רָ֑ע לֹֽא־יֻחַ֖ן בְּעֵינָ֣יו רֵעֵֽהוּ׃
ZunzDas Herz des Frevlers begehrt nur Böses, selbst sein Freund hat keine Gnade in seinen Augen.
11
בַּֽעֲנׇשׁ־לֵ֭ץ יֶחְכַּם־פֶּ֑תִי וּבְהַשְׂכִּ֥יל לְ֝חָכָ֗ם יִקַּח־דָּֽעַת׃
ZunzWenn man den Spötter straft, wird der Einfältige klug, und wenn man den Klugen belohnt, nimmt er Erkenntniß an.
12
מַשְׂכִּ֣יל צַ֭דִּיק לְבֵ֣ית רָשָׁ֑ע מְסַלֵּ֖ף רְשָׁעִ֣ים לָרָֽע׃
ZunzSchaut der Gerechte auf das Haus des Frevlers, stürzt er die Frevler ins Unglück.
13
אֹטֵ֣ם אׇ֭זְנוֹ מִזַּעֲקַת־דָּ֑ל גַּֽם־ה֥וּא יִ֝קְרָ֗א וְלֹ֣א יֵעָנֶֽה׃
ZunzWer sein Ohr verschließt vor den Wehklagen des Armen, der wird auch rufen und kein Gehör finden.
14
מַתָּ֣ן בַּ֭סֵּתֶר יִכְפֶּה־אָ֑ף וְשֹׁ֥חַד בַּ֝חֵ֗ק חֵמָ֥ה עַזָּֽה׃
ZunzEine Gabe im Geheimen stillt Zorn, und Bestechung im Stillen heftigen Grimm.
15
שִׂמְחָ֣ה לַ֭צַּדִּיק עֲשׂ֣וֹת מִשְׁפָּ֑ט וּ֝מְחִתָּ֗ה לְפֹ֣עֲלֵי אָֽוֶן׃
ZunzEine Freude ist es dem Gerechten Recht zu üben, aber ein Schrecken den Uebelthätern.
16
אָדָ֗ם תּ֭וֹעֶה מִדֶּ֣רֶךְ הַשְׂכֵּ֑ל בִּקְהַ֖ל רְפָאִ֣ים יָנֽוּחַ׃
ZunzEin Mensch, der vom Wege der Ueberlegung irrt, wird in der Versammlung der Schatten ruhen.
17
אִ֣ישׁ מַ֭חְסוֹר אֹהֵ֣ב שִׂמְחָ֑ה אֹהֵ֥ב יַֽיִן־וָ֝שֶׁ֗מֶן לֹ֣א יַעֲשִֽׁיר׃
ZunzEin Mann des Mangels wird, wer Vergnügen liebt; wer Wein und Salben liebt, wird nicht reich.
18
כֹּ֣פֶר לַצַּדִּ֣יק רָשָׁ֑ע וְתַ֖חַת יְשָׁרִ֣ים בּוֹגֵֽד׃
ZunzEine Sühne des Gerechten wird der Frevler, und für die Redlichen tritt der Verräther ein.
19
ט֗וֹב שֶׁ֥בֶת בְּאֶֽרֶץ־מִדְבָּ֑ר מֵאֵ֖שֶׁת (מדונים) [מִדְיָנִ֣ים] וָכָֽעַס׃
ZunzBesser im wüsten Lande wohnen, als mit einem zänkischen zornigen Weibe.
20
אוֹצָ֤ר ׀ נֶחְמָ֣ד וָ֭שֶׁמֶן בִּנְוֵ֣ה חָכָ֑ם וּכְסִ֖יל אָדָ֣ם יְבַלְּעֶֽנּוּ׃
ZunzEin erwünschter Schatz und Oel ist in der Wohnung des Klugen, aber der thörichte Mensch verschlingt ihn.
21
רֹ֭דֵף צְדָקָ֣ה וָחָ֑סֶד יִמְצָ֥א חַ֝יִּ֗ים צְדָקָ֥ה וְכָבֽוֹד׃
ZunzWer nach Gerechtigkeit und Liebe strebt, findet Leben, Heil und Ehre.
22
עִ֣יר גִּ֭בֹּרִים עָלָ֣ה חָכָ֑ם וַ֝יֹּ֗רֶד עֹ֣ז מִבְטֶחָֽהֿ׃
ZunzDie Stadt der Helden ersteigt der Kluge, und stürzt nieder die Veste ihrer Zuversicht.
23
שֹׁמֵ֣ר פִּ֭יו וּלְשׁוֹנ֑וֹ שֹׁמֵ֖ר מִצָּר֣וֹת נַפְשֽׁוֹ׃
ZunzWer Mund und Zunge wahrt, wahrt vor Leiden seinen Leib.
24
זֵ֣ד יָ֭הִיר לֵ֣ץ שְׁמ֑וֹ ע֝וֹשֶׂ֗ה בְּעֶבְרַ֥ת זָדֽוֹן׃
ZunzDer Uebermüthige, Dünkelhaste — Spötter ist sein Name, handelt mit frechem Uebermuth.
25
תַּאֲוַ֣ת עָצֵ֣ל תְּמִיתֶ֑נּוּ כִּֽי־מֵאֲנ֖וּ יָדָ֣יו לַעֲשֽׂוֹת׃
ZunzDes Trägen Begierde tödtet ihn, denn seine Hände weigern sich zu thun.
26
כׇּל־הַ֭יּוֹם הִתְאַוָּ֣ה תַאֲוָ֑ה וְצַדִּ֥יק יִ֝תֵּ֗ן וְלֹ֣א יַחְשֹֽׂךְ׃
ZunzDen ganzen Tag hat er Begierden, aber der Gerechte giebt und kargt nicht.
27
זֶ֣בַח רְ֭שָׁעִים תּוֹעֵבָ֑ה אַ֝֗ף כִּֽי־בְזִמָּ֥ה יְבִיאֶֽנּוּ׃
ZunzDas Opfer des Frevlers ist ein Greuel; wie viel mehr, wenn er es mit Arglist bringt.
28
עֵד־כְּזָבִ֥ים יֹאבֵ֑ד וְאִ֥ישׁ שׁ֝וֹמֵ֗עַ לָנֶ֥צַח יְדַבֵּֽר׃
ZunzEin lügenhafter Zeuge kommt um, aber ein gehorsamer Mann redet zum Siege.
29
הֵעֵ֬ז אִ֣ישׁ רָשָׁ֣ע בְּפָנָ֑יו וְ֝יָשָׁ֗ר ה֤וּא ׀ (יכין דרכיו) [יָבִ֬ין דַּרְכּֽוֹ]׃
ZunzTrotzig geht der Frevler vor sich hin; aber der Redliche, der merkt auch seinen Weg.
30
אֵ֣ין חׇ֭כְמָה וְאֵ֣ין תְּבוּנָ֑ה וְאֵ֥ין עֵ֝צָ֗ה לְנֶ֣גֶד יְהֹוָֽה׃ {פ}
ZunzKeine Klugheit und keine Einsicht, und keine Ueberlegung gilt wider den Ewigen.
31
ס֗וּס מ֭וּכָן לְי֣וֹם מִלְחָמָ֑ה וְ֝לַיהֹוָ֗ה הַתְּשׁוּעָֽה׃
ZunzDas Roß wird gerüstet für den Tag des Kampfes; aber beim Ewigen ist der Sieg.