Mischlej 20 משלי
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Übersetzung unter der Redaktion von Leopold Zunz (1838)
1
לֵ֣ץ הַ֭יַּיִן הֹמֶ֣ה שֵׁכָ֑ר וְכׇל־שֹׁ֥גֶה בּ֝֗וֹ לֹ֣א יֶחְכָּֽם׃
ZunzEin Spötter ist der Wein, ein Lärmer der Rauschtrank, und wer sich darin ergeht, wird nicht weise.
2
נַ֣הַם כַּ֭כְּפִיר אֵ֣ימַת מֶ֑לֶךְ מִ֝תְעַבְּר֗וֹ חוֹטֵ֥א נַפְשֽׁוֹ׃
ZunzWie das Gebrüll des Leuen ist der Schrecken vor dem König, wer ihn erzürnt, verwirkt sein Leben.
3
כָּב֣וֹד לָ֭אִישׁ שֶׁ֣בֶת מֵרִ֑יב וְכׇל־אֱ֝וִ֗יל יִתְגַּלָּֽע׃
ZunzEine Ehre ist's dem Manne, inne zu halten beim Hader, aber der ganze Narr zeigt sich in seiner Blöße.
4
מֵ֭חֹרֶף עָצֵ֣ל לֹא־יַחֲרֹ֑שׁ (ישאל) [וְשָׁאַ֖ל] בַּקָּצִ֣יר וָאָֽיִן׃
ZunzWegen des Winters pflügt der Träge nicht; verlangt er nun in der Ernte, so ist nichts da.
5
מַ֣יִם עֲ֭מֻקִּים עֵצָ֣ה בְלֶב־אִ֑ישׁ וְאִ֖ישׁ תְּבוּנָ֣ה יִדְלֶֽנָּה׃
ZunzEin tiefes Gewässer ist die Gesinnung im Herzen des Menschen; doch der Mann von Scharfsinn schöpft sie herauf.
6
רׇב־אָדָ֗ם יִ֭קְרָא אִ֣ישׁ חַסְדּ֑וֹ וְאִ֥ישׁ אֱ֝מוּנִ֗ים מִ֣י יִמְצָֽא׃
ZunzEine Menge Menschen nennt man Freunde, aber wer findet den getreuen Mann?
7
מִתְהַלֵּ֣ךְ בְּתֻמּ֣וֹ צַדִּ֑יק אַשְׁרֵ֖י בָנָ֣יו אַחֲרָֽיו׃
ZunzWer in seiner Einfalt gerecht wandelt, Heil seinen Kindern nach ihm!
8
מֶ֗לֶךְ יוֹשֵׁ֥ב עַל־כִּסֵּא־דִ֑ין מְזָרֶ֖ה בְעֵינָ֣יו כׇּל־רָֽע׃
ZunzEin König sitzend auf dem Throne des Gerichts sichtet mit seinen Augen jeglichen Bösen.
9
מִֽי־יֹ֭אמַר זִכִּ֣יתִי לִבִּ֑י טָ֝הַ֗רְתִּי מֵחַטָּאתִֽי׃
ZunzWer darf sagen: Ich habe lauter erhalten mein Herz, ich bin rein ohne Fehl!
10
אֶ֣בֶן וָ֭אֶבֶן אֵיפָ֣ה וְאֵיפָ֑ה תּוֹעֲבַ֥ת יְ֝הֹוָ֗ה גַּם־שְׁנֵיהֶֽם׃
ZunzZweierlei Gewichtsteine, zweierlei Maaß, alles beides ist dem Ewigen ein Greuel.
11
גַּ֣ם בְּ֭מַעֲלָלָיו יִתְנַכֶּר־נָ֑עַר אִם־זַ֖ךְ וְאִם־יָשָׁ֣ר פׇּעֳלֽוֹ׃
ZunzSchon der Knabe wird erkannt bei seinen Handlungen, ob lauter und gerad sein Thun ist.
12
אֹ֣זֶן שֹׁ֭מַעַת וְעַ֣יִן רֹאָ֑ה יְ֝הֹוָ֗ה עָשָׂ֥ה גַם־שְׁנֵיהֶֽם׃
ZunzHörendes Ohr und sehendes Auge, der Ewige schuf sie alle beide.
13
אַל־תֶּאֱהַ֣ב שֵׁ֭נָה פֶּן־תִּוָּרֵ֑שׁ פְּקַ֖ח עֵינֶ֣יךָ שְֽׂבַֽע־לָֽחֶם׃
ZunzLiebe nicht den Schlaf, daß du nicht verarmst; thue auf deine Augen, und du hast satt Brod.
14
רַ֣ע רַ֭ע יֹאמַ֣ר הַקּוֹנֶ֑ה וְאֹזֵ֥ל ל֝֗וֹ אָ֣ז יִתְהַלָּֽל׃
ZunzSchlecht! Schlecht! spricht der Käufer; aber geht er davon, dann rühmt er sich.
15
יֵ֣שׁ זָ֭הָב וְרׇב־פְּנִינִ֑ים וּכְלִ֥י יְ֝קָ֗ר שִׂפְתֵי־דָֽעַת׃
ZunzEs ist Gold da und Fülle von Perlen, und künstliches Geräth — Lippen der Erkenntniß.
16
לְֽקַח־בִּ֭גְדוֹ כִּי־עָ֣רַב זָ֑ר וּבְעַ֖ד (נכרים) [נׇכְרִיָּ֣ה] חַבְלֵֽהוּ׃
ZunzNimm ihm das Kleid, denn er hat gebürgt für den andern, und um die Fremde pfände ihn.
17
עָרֵ֣ב לָ֭אִישׁ לֶ֣חֶם שָׁ֑קֶר וְ֝אַחַ֗ר יִמָּֽלֵא־פִ֥יהוּ חָצָֽץ׃
ZunzSüß ist dem Menschen das Brod des Truges; aber später wird sein Mund voll Kieselsteine.
18
מַ֭חֲשָׁבוֹת בְּעֵצָ֣ה תִכּ֑וֹן וּ֝בְתַחְבֻּל֗וֹת עֲשֵׂ֣ה מִלְחָמָֽה׃
ZunzEntwürfe kommen zu Stande durch Rath, und mit Ueberlegung führe Krieg.
19
גּֽוֹלֶה־סּ֭וֹד הוֹלֵ֣ךְ רָכִ֑יל וּלְפֹתֶ֥ה שְׂ֝פָתָ֗יו לֹ֣א תִתְעָרָֽב׃
ZunzEs bringt aus das Geheimniß, der als Verläumder einhergeht; und mit dem Schwätzer laß dich nicht ein.
20
מְ֭קַלֵּל אָבִ֣יו וְאִמּ֑וֹ יִֽדְעַ֥ךְ נֵ֝ר֗וֹ (באישון) [בֶּאֱשׁ֥וּן] חֹֽשֶׁךְ׃
ZunzWer Vater und Mutter flucht, dessen Leuchte erlischt in dichter Finsterniß.
21
נַ֭חֲלָה (מבחלת) [מְבֹהֶ֣לֶת] בָּרִאשׁוֹנָ֑ה וְ֝אַחֲרִיתָ֗הּ לֹ֣א תְבֹרָֽךְ׃
ZunzEin Besitzthum übereilt genommen im Anbeginn wird am Ende nicht gesegnet.
22
אַל־תֹּאמַ֥ר אֲשַׁלְּמָה־רָ֑ע קַוֵּ֥ה לַ֝יהֹוָ֗ה וְיֹ֣שַֽׁע לָֽךְ׃
ZunzSprich nicht: Ich will Böses vergelten. Hoffe auf den Ewigen, und er wird dir helfen.
23
תּוֹעֲבַ֣ת יְ֭הֹוָה אֶ֣בֶן וָאָ֑בֶן וּמֹאזְנֵ֖י מִרְמָ֣ה לֹא־טֽוֹב׃
ZunzEin Greuel ist dem Ewigen zweierlei Gewicht, und falsche Wagschalen gefallen ihm nicht.
24
מֵיְהֹוָ֥ה מִצְעֲדֵי־גָ֑בֶר וְ֝אָדָ֗ם מַה־יָּבִ֥ין דַּרְכּֽוֹ׃
ZunzVom Ewigen sind die Schritte des Mannes; aber der Mensch, was weiß der von seinem Wege?
25
מוֹקֵ֣שׁ אָ֭דָם יָ֣לַע קֹ֑דֶשׁ וְאַחַ֖ר נְדָרִ֣ים לְבַקֵּֽר׃
ZunzEin Fallstrick dem Menschen ist es, vorschnell zu sprechen: geheiligt! und hinterdrein die Gelöbnisse zu untersuchen.
26
מְזָרֶ֣ה רְ֭שָׁעִים מֶ֣לֶךְ חָכָ֑ם וַיָּ֖שֶׁב עֲלֵיהֶ֣ם אוֹפָֽן׃
ZunzEs worfelt die Frevler ein kluger König, hat er geführt über ihn die Dreschwalze.
27
נֵ֣ר יְ֭הֹוָה נִשְׁמַ֣ת אָדָ֑ם חֹ֝פֵ֗שׂ כׇּל־חַדְרֵי־בָֽטֶן׃
ZunzEine Leuchte des Ewigen ist des Menschen Seele, durchforschend alle Kammern des Innern.
28
חֶ֣סֶד וֶ֭אֱמֶת יִצְּרוּ־מֶ֑לֶךְ וְסָעַ֖ד בַּחֶ֣סֶד כִּסְאֽוֹ׃
ZunzLiebe und Treue bewachen den König, und er stützt durch Liebe seinen Thron.
29
תִּפְאֶ֣רֶת בַּחוּרִ֣ים כֹּחָ֑ם וַהֲדַ֖ר זְקֵנִ֣ים שֵׂיבָֽה׃
ZunzDie Zierde der Jünglinge ist ihre Kraft, und der Schmuck der Alten ist das greise Haupt.
30
חַבֻּר֣וֹת פֶּ֭צַע (תמריק) [תַּמְר֣וּק] בְּרָ֑ע וּ֝מַכּ֗וֹת חַדְרֵי־בָֽטֶן׃
ZunzBeulen und Wunden sind Reinigungsmittel für den Bösen, und Schläge für die Kammern des Innern.