Mischlej 19 משלי
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Übersetzung unter der Redaktion von Leopold Zunz (1838)
1
טֽוֹב־רָ֭שׁ הוֹלֵ֣ךְ בְּתֻמּ֑וֹ מֵעִקֵּ֥שׁ שְׂ֝פָתָ֗יו וְה֣וּא כְסִֽיל׃
ZunzBesser ein Armer, der in seiner Einfalt wandelt, als einer, krumm in Reden, der ein Thor ist.
2
גַּ֤ם בְּלֹא־דַ֣עַת נֶ֣פֶשׁ לֹא־ט֑וֹב וְאָ֖ץ בְּרַגְלַ֣יִם חוֹטֵֽא׃
ZunzAuch Unbesonnenheit ist nicht gut, und wer mit den Füßen eilt, tritt fehl.
3
אִוֶּ֣לֶת אָ֭דָם תְּסַלֵּ֣ף דַּרְכּ֑וֹ וְעַל־יְ֝הֹוָ֗ה יִזְעַ֥ף לִבּֽוֹ׃
ZunzDie Narrheit des Menschen führt ihn auf krummen Weg, und wider den Ewigen tobt sein Herz.
4
ה֗וֹן יֹ֭סִיף רֵעִ֣ים רַבִּ֑ים וְ֝דָ֗ל מֵרֵעֵ֥הוּ יִפָּרֵֽד׃
ZunzReichthum bringt viele Freunde, aber der Arme muß sich von dem (Einen) Freunde trennen.
5
עֵ֣ד שְׁ֭קָרִים לֹ֣א יִנָּקֶ֑ה וְיָפִ֥יחַ כְּ֝זָבִ֗ים לֹ֣א יִמָּלֵֽט׃
ZunzEin falscher Zeuge bleibt nicht ungetraft, und wer Lügen ausbringt, wird nicht entrinnen.
6
רַ֭בִּים יְחַלּ֣וּ פְנֵֽי־נָדִ֑יב וְכׇל־הָ֝רֵ֗עַ לְאִ֣ישׁ מַתָּֽן׃
ZunzViele begrüßen das Antlitz des Vornehmen, und Alles gesellt sich zu dem Freigebigen.
7
כׇּ֥ל־אֲחֵי־רָ֨שׁ ׀ שְֽׂנֵאֻ֗הוּ אַ֤ף כִּ֣י מְ֭רֵעֵהוּ רָחֲק֣וּ מִמֶּ֑נּוּ מְרַדֵּ֖ף אֲמָרִ֣ים (לא) [לוֹ־]הֵֽמָּה׃
ZunzAll die Brüder des Verarmten hassen ihn, wie viel mehr entfernen sich seine Genossen von ihm. Wer Worten nachjagt, dem werden sie.
8
קֹֽנֶה־לֵּ֭ב אֹהֵ֣ב נַפְשׁ֑וֹ שֹׁמֵ֥ר תְּ֝בוּנָ֗ה לִמְצֹא־טֽוֹב׃
ZunzWer sich Verstand aneignet, liebt seine Seele, wer auf Einsicht hält, findet Gutes.
9
עֵ֣ד שְׁ֭קָרִים לֹ֣א יִנָּקֶ֑ה וְיָפִ֖יחַ כְּזָבִ֣ים יֹאבֵֽד׃ {פ}
ZunzEin falscher Zeuge bleibt nicht ungetraft, und wer Lügen ausbringt, kommt um.
10
לֹא־נָאוֶ֣ה לִכְסִ֣יל תַּעֲנ֑וּג אַ֝֗ף כִּֽי־לְעֶ֤בֶד ׀ מְשֹׁ֬ל בְּשָׂרִֽים׃
ZunzNicht geziemt dem Thoren Wohlleben, wie viel weniger dem Sklaven das Herrschen über Fürsten.
11
שֵׂ֣כֶל אָ֭דָם הֶאֱרִ֣יךְ אַפּ֑וֹ וְ֝תִפְאַרְתּ֗וֹ עֲבֹ֣ר עַל־פָּֽשַׁע׃
ZunzWohlgefällig macht den Menschen langmüthig seyn, und Ruhm für ihn ist, Beleidigung übersehen.
12
נַ֣הַם כַּ֭כְּפִיר זַ֣עַף מֶ֑לֶךְ וּכְטַ֖ל עַל־עֵ֣שֶׂב רְצוֹנֽוֹ׃
ZunzWie das Gebrüll des Leuen ist die Wuth des Königs; aber wie Thau auf Gras ist seine Gnade.
13
הַוֺּ֣ת לְ֭אָבִיו בֵּ֣ן כְּסִ֑יל וְדֶ֥לֶף טֹ֝רֵ֗ד מִדְיְנֵ֥י אִשָּֽׁה׃
ZunzEin Verderben seinem Vater ist ein thörichter Sohn, und eine unablässige Traufe die Zänkerei des Weibes.
14
בַּ֣יִת וָ֭הוֹן נַחֲלַ֣ת אָב֑וֹת וּ֝מֵיְהֹוָ֗ה אִשָּׁ֥ה מַשְׂכָּֽלֶת׃
ZunzHaus und Gut ist Erbe der Väter, aber vom Ewigen kommt ein verständiges Weib.
15
עַ֭צְלָה תַּפִּ֣יל תַּרְדֵּמָ֑ה וְנֶ֖פֶשׁ רְמִיָּ֣ה תִרְעָֽב׃
ZunzTrägheit macht in Schlaf fallen, und des Lässigen Seele hungert.
16
שֹׁמֵ֣ר מִ֭צְוָה שֹׁמֵ֣ר נַפְשׁ֑וֹ בּוֹזֵ֖ה דְרָכָ֣יו (יומת) [יָמֽוּת]׃
ZunzWer das Gebot wahret, wahret sein Leben, wer seinen Wandel gering achtet, stirbt.
17
מַלְוֵ֣ה יְ֭הֹוָה ח֣וֹנֵֽן דָּ֑ל וּ֝גְמֻל֗וֹ יְשַׁלֶּם־לֽוֹ׃
ZunzEs leihet dem Ewigen, wer gegen den Armen mildthätig ist, und seinen Lohn wird er ihm zahlen.
18
יַסֵּ֣ר בִּ֭נְךָ כִּֽי־יֵ֣שׁ תִּקְוָ֑ה וְאֶל־הֲ֝מִית֗וֹ אַל־תִּשָּׂ֥א נַפְשֶֽׁךָ׃
ZunzZüchtige deinen Sohn, wenn noch Hoffnung ist, so wirst du dich nicht sehnen, ihn zu tödten.
19
(גרל) [גְּֽדׇל־]חֵ֭מָה נֹ֣שֵׂא עֹ֑נֶשׁ כִּ֥י אִם־תַּ֝צִּ֗יל וְע֣וֹד תּוֹסִֽף׃
ZunzWer von unmäßiger Hitze ist, muß seine Strafe büßen, denn wenn man (ihm) entreißt, so steigert man ihn.
20
שְׁמַ֣ע עֵ֭צָה וְקַבֵּ֣ל מוּסָ֑ר לְ֝מַ֗עַן תֶּחְכַּ֥ם בְּאַחֲרִיתֶֽךָ׃
ZunzHöre auf Rath und nimm Zucht an, damit du weise seiest in deiner Zukunft.
21
רַבּ֣וֹת מַחֲשָׁב֣וֹת בְּלֶב־אִ֑ישׁ וַעֲצַ֥ת יְ֝הֹוָ֗ה הִ֣יא תָקֽוּם׃
ZunzViele Gedanken sind im Herzen des Menschen, aber der Rathschluß des Ewigen, der hat Bestand.
22
תַּאֲוַ֣ת אָדָ֣ם חַסְדּ֑וֹ וְטֽוֹב־רָ֝֗שׁ מֵאִ֥ישׁ כָּזָֽב׃
ZunzEine Zierde des Menschen ist seine Huld, und besser arm als ein trügerischer Mensch.
23
יִרְאַ֣ת יְהֹוָ֣ה לְחַיִּ֑ים וְשָׂבֵ֥עַ יָ֝לִ֗ין בַּל־יִפָּ֥קֶד רָֽע׃
ZunzDie Furcht des Ewigen führt zum Leben, und wer weilt im Ueberfluß, wird nicht heimgesucht vom Uebel.
24
טָ֘מַ֤ן עָצֵ֣ל יָ֭דוֹ בַּצַּלָּ֑חַת גַּם־אֶל־פִּ֝֗יהוּ לֹ֣א יְשִׁיבֶֽנָּה׃
ZunzHat der Träge seine Hand gesteckt in die Schüssel, führt er sie nicht einmal zu seinem Munde.
25
לֵ֣ץ תַּ֭כֶּה וּפֶ֣תִי יַעְרִ֑ם וְהוֹכִ֥יחַ לְ֝נָב֗וֹן יָבִ֥ין דָּֽעַת׃
ZunzDen Spötter schlägst du und der Einfältige wird gewitzigt; ermahnt man aber den Gescheiten, so lernt er Einsicht.
26
מְֽשַׁדֶּד־אָ֭ב יַבְרִ֣יחַ אֵ֑ם בֵּ֝֗ן מֵבִ֥ישׁ וּמַחְפִּֽיר׃
ZunzEs verdrängt den Vater, es verjagt die Mutter ein schandbarer entehrender Sohn.
27
חֲֽדַל־בְּ֭נִי לִשְׁמֹ֣עַ מוּסָ֑ר לִ֝שְׁג֗וֹת מֵאִמְרֵי־דָֽעַת׃
ZunzLaß ab, mein Sohn, Belehrung zu hören, abzuirren von den Aussprüchen der Weisheit.
28
עֵ֣ד בְּ֭לִיַּעַל יָלִ֣יץ מִשְׁפָּ֑ט וּפִ֥י רְ֝שָׁעִ֗ים יְבַלַּע־אָֽוֶן׃
ZunzEin ruchloser Zeuge verspottet das Recht, und der Mund der Frevler verschlingt die Unthat.
29
נָכ֣וֹנוּ לַלֵּצִ֣ים שְׁפָטִ֑ים וּ֝מַהֲלֻמ֗וֹת לְגֵ֣ו כְּסִילִֽים׃
ZunzBereit sind den Spöttern Strafen, und Schläge dem Rücken der Thoren.