Mischlej 18 משלי

Buch: Kapitel: Vers:
Übersetzung unter der Redaktion von Leopold Zunz (1838)
1
לְֽ֭תַאֲוָה יְבַקֵּ֣שׁ נִפְרָ֑ד בְּכׇל־תּ֝וּשִׁיָּ֗ה יִתְגַּלָּֽע׃
ZunzNach Wollust trachtet der Abtrünnige, alles Verständige behandelt er schnöde.
2
לֹא־יַחְפֹּ֣ץ כְּ֭סִיל בִּתְבוּנָ֑ה כִּ֝֗י אִֽם־בְּהִתְגַּלּ֥וֹת לִבּֽוֹ׃
ZunzDer Thor hat keine Lust an Einsicht, sondern nur seinen Sinn zu äußern.
3
בְּֽבוֹא־רָ֭שָׁע בָּ֣א גַם־בּ֑וּז וְֽעִם־קָל֥וֹן חֶרְפָּֽה׃
ZunzWenn der Frevler kommt, kommt auch Verachtung, und mit der Geringschätzung Hohn.
4
מַ֣יִם עֲ֭מֻקִּים דִּבְרֵ֣י פִי־אִ֑ישׁ נַ֥חַל נֹ֝בֵ֗עַ מְק֣וֹר חׇכְמָֽה׃
ZunzTiefes Gewässer sind die Reden des Mundes eines Mannes, ein sprudelnder Bach, der Quell der Weisheit.
5
שְׂאֵ֣ת פְּנֵי־רָשָׁ֣ע לֹא־ט֑וֹב לְהַטּ֥וֹת צַ֝דִּ֗יק בַּמִּשְׁפָּֽט׃
ZunzEs ist nicht gut das Ansehn des Frevlers zu achten, um den Gerechten zu beugen im Gericht.
6
שִׂפְתֵ֣י כְ֭סִיל יָבֹ֣אוּ בְרִ֑יב וּ֝פִ֗יו לְֽמַהֲלֻמ֥וֹת יִקְרָֽא׃
ZunzDie Lippen des Thoren kommen mit Zank, und sein Mund schreiet nach Prügeln.
7
פִּֽי־כְ֭סִיל מְחִתָּה־ל֑וֹ וּ֝שְׂפָתָ֗יו מוֹקֵ֥שׁ נַפְשֽׁוֹ׃
ZunzDer Mund des Thoren ist sein Verderben, und seine Lippen der Fallstrick seiner Seele.
8
דִּבְרֵ֣י נִ֭רְגָּן כְּמִֽתְלַהֲמִ֑ים וְ֝הֵ֗ם יָרְד֥וּ חַדְרֵי־בָֽטֶן׃
ZunzDie Worte des Ohrenbläsers sind wie Leckereien, die hinabgehen in des Leibes Kammern.
9
גַּ֭ם מִתְרַפֶּ֣ה בִמְלַאכְתּ֑וֹ אָ֥ח ה֝֗וּא לְבַ֣עַל מַשְׁחִֽית׃
ZunzAuch der Lässige in seinem Werke ist ein Bruder des Zerstörers.
10
מִגְדַּל־עֹ֭ז שֵׁ֣ם יְהֹוָ֑ה בּֽוֹ־יָר֖וּץ צַדִּ֣יק וְנִשְׂגָּֽב׃
ZunzEin fester Thurm ist der Name des Ewigen, auf ihn zu läuft der Gerechte und ist geborgen.
11
ה֣וֹן עָ֭שִׁיר קִרְיַ֣ת עֻזּ֑וֹ וּכְחוֹמָ֥ה נִ֝שְׂגָּבָ֗ה בְּמַשְׂכִּתֽוֹ׃
ZunzDes Reichen Vermögen ist seine feste Burg, und wie (hinter) ragender Mauer ist er in seinen Prunkgemächern.
12
לִפְנֵי־שֶׁ֭בֶר יִגְבַּ֣הּ לֶב־אִ֑ישׁ וְלִפְנֵ֖י כָב֣וֹד עֲנָוָֽה׃
ZunzVor dem Fall wird stolz des Mannes Herz, und vor der Ehre ist Demuth.
13
מֵשִׁ֣יב דָּ֭בָר בְּטֶ֣רֶם יִשְׁמָ֑ע אִוֶּ֥לֶת הִיא־ל֝֗וֹ וּכְלִמָּֽה׃
ZunzWer Antwort giebt, bevor er verstanden, dem ist es Narrheit und Schande.
14
רֽוּחַ־אִ֭ישׁ יְכַלְכֵּ֣ל מַחֲלֵ֑הוּ וְר֥וּחַ נְ֝כֵאָ֗ה מִ֣י יִשָּׂאֶֽנָּה׃
ZunzDes Mannes Muth erträgt seine Krankheit; aber ein niedergeschlagenes Gemüth, wer richtet das auf!
15
לֵ֣ב נָ֭בוֹן יִקְנֶה־דָּ֑עַת וְאֹ֥זֶן חֲ֝כָמִ֗ים תְּבַקֶּשׁ־דָּֽעַת׃
ZunzDas Herz des Einsichtigen erwirbt Erkenntniß, und das Ohr der Weisen sucht Erkenntniß.
16
מַתָּ֣ן אָ֭דָם יַרְחִ֣יב ל֑וֹ וְלִפְנֵ֖י גְדֹלִ֣ים יַנְחֶֽנּוּ׃
ZunzDas Geschenk schaffet dem Menschen Raum und führt ihn vor die Großen.
17
צַדִּ֣יק הָרִאשׁ֣וֹן בְּרִיב֑וֹ (יבא) [וּבָֽא־]רֵ֝עֵ֗הוּ וַחֲקָרֽוֹ׃
ZunzGerecht ist der erste in seiner Streitsache; aber kommt der andere, so untersucht man's.
18
מִ֭דְיָנִים יַשְׁבִּ֣ית הַגּוֹרָ֑ל וּבֵ֖ין עֲצוּמִ֣ים יַפְרִֽיד׃
ZunzZwistigkeiten schlichtet das Loos, und Heftige trennt es.
19
אָ֗ח נִפְשָׁ֥ע מִקִּרְיַת־עֹ֑ז (ומדונים) [וּ֝מִדְיָנִ֗ים] כִּבְרִ֥יחַ אַרְמֽוֹן׃
ZunzEin abgefallener Bruder ist stärker als eine feste Burg, und Zwistigkeiten sind wie der Riegel an einem Schlosse.
20
מִפְּרִ֣י פִי־אִ֭ישׁ תִּשְׂבַּ֣ע בִּטְנ֑וֹ תְּבוּאַ֖ת שְׂפָתָ֣יו יִשְׂבָּֽע׃
ZunzVon der Frucht des Mundes wird satt des Mannes Leib, vom Ertrage seiner Lippen wird er satt.
21
מָ֣וֶת וְ֭חַיִּים בְּיַד־לָשׁ֑וֹן וְ֝אֹהֲבֶ֗יהָ יֹאכַ֥ל פִּרְיָֽהּ׃
ZunzTod und Leben sind in der Macht der Zunge, und ihre Freunde essen ihre Frucht.
22
מָצָ֣א אִ֭שָּׁה מָ֣צָא ט֑וֹב וַיָּ֥פֶק רָ֝צ֗וֹן מֵיְהֹוָֽה׃
ZunzWer ein Weib gefunden, hat ein Gut gefunden, und Gnade erlangt vom Ewigen.
23
תַּחֲנוּנִ֥ים יְדַבֶּר־רָ֑שׁ וְ֝עָשִׁ֗יר יַעֲנֶ֥ה עַזּֽוֹת׃
ZunzFlehend redet der Arme, aber der Reiche antwortet trotzig.
24
אִ֣ישׁ רֵ֭עִים לְהִתְרֹעֵ֑עַ וְיֵ֥שׁ אֹ֝הֵ֗ב דָּבֵ֥ק מֵאָֽח׃
ZunzWer viele Gefährten hat, gefährdet sich; aber es giebt einen Freund anhänglicher als ein Bruder.