Mischlej 17 משלי

Buch: Kapitel: Vers:
Übersetzung unter der Redaktion von Leopold Zunz (1838)
1
ט֤וֹב פַּ֣ת חֲ֭רֵבָה וְשַׁלְוָה־בָ֑הּ מִ֝בַּ֗יִת מָלֵ֥א זִבְחֵי־רִֽיב׃
ZunzBesser trocknes Brod und Ruhe dabei, als ein Haus voll Mahlopfer bei Zank.
2
עֶֽבֶד־מַשְׂכִּ֗יל יִ֭מְשֹׁל בְּבֵ֣ן מֵבִ֑ישׁ וּבְת֥וֹךְ אַ֝חִ֗ים יַחֲלֹ֥ק נַחֲלָֽה׃
ZunzEin verständiger Knecht herrscht über den schandbaren Sohn, und mit den Brüdern theilt er das Erbe.
3
מַצְרֵ֣ף לַ֭כֶּסֶף וְכ֣וּר לַזָּהָ֑ב וּבֹחֵ֖ן לִבּ֣וֹת יְהֹוָֽה׃
ZunzEin Schmelztiegel für Silber, und ein Ofen für Gold, aber die Herzen prüft der ewige.
4
מֵ֭רַע מַקְשִׁ֣יב עַל־שְׂפַת־אָ֑וֶן שֶׁ֥קֶר מֵ֝זִ֗ין עַל־לְשׁ֥וֹן הַוֺּֽת׃
ZunzDer Böse merkt auf die Lippe des Unheils, die Lüge horcht der Zunge des Verderbens.
5
לֹעֵ֣ג לָ֭רָשׁ חֵרֵ֣ף עֹשֵׂ֑הוּ שָׂמֵ֥חַ לְ֝אֵ֗יד לֹ֣א יִנָּקֶֽה׃
ZunzWer des Armen spottet, lästert seinem Schöpfer, wer sich des Unfalls freuet, bleibt nicht ungestraft.
6
עֲטֶ֣רֶת זְ֭קֵנִים בְּנֵ֣י בָנִ֑ים וְתִפְאֶ֖רֶת בָּנִ֣ים אֲבוֹתָֽם׃
ZunzDie Krone der Greise sind Kindeskinder, und der Schmuck der Kinder ihre Eltern.
7
לֹא־נָאוָ֣ה לְנָבָ֣ל שְׂפַת־יֶ֑תֶר אַ֝֗ף כִּֽי־לְנָדִ֥יב שְׂפַת־שָֽׁקֶר׃
ZunzNicht geziemt dem Niedrigen die Sprache des Adels, wie viel weniger dem Edlen die Sprache der Lüge.
8
אֶבֶן־חֵ֣ן הַ֭שֹּׁחַד בְּעֵינֵ֣י בְעָלָ֑יו אֶֽל־כׇּל־אֲשֶׁ֖ר יִפְנֶ֣ה יַשְׂכִּֽיל׃
ZunzEin Zauber ist das Geschenk in den Augen des Empfängers, wohin auch es sich wendet, macht es Glück.
9
מְֽכַסֶּה־פֶּ֭שַׁע מְבַקֵּ֣שׁ אַהֲבָ֑ה וְשֹׁנֶ֥ה בְ֝דָבָ֗ר מַפְרִ֥יד אַלּֽוּף׃
ZunzWer das Vergehen bedeckt, sucht Liebe; aber wer eine Sache wieder vorbringt, trennt Vertraute.
10
תֵּ֣חַת גְּעָרָ֣ה בְמֵבִ֑ין מֵהַכּ֖וֹת כְּסִ֣יל מֵאָֽה׃
ZunzEindringlicher ist ein Verweis bei dem Verständigen, als bei dem Thoren hundert Schläge.
11
אַךְ־מְרִ֥י יְבַקֶּשׁ־רָ֑ע וּמַלְאָ֥ךְ אַ֝כְזָרִ֗י יְשֻׁלַּח־בּֽוֹ׃
ZunzNur Widersetzlichkeit sucht der Böse; so werde ein grausamer Bote gegen ihn losgelassen.
12
פָּג֬וֹשׁ דֹּ֣ב שַׁכּ֣וּל בְּאִ֑ישׁ וְאַל־כְּ֝סִ֗יל בְּאִוַּלְתּֽוֹ׃
ZunzBegegne Einem ein Bär, der der Jungen beraubt ist, nur nicht ein Thor in seiner Narrheit.
13
מֵשִׁ֣יב רָ֭עָה תַּ֣חַת טוֹבָ֑ה לֹא־[תָמ֥וּשׁ] (תמיש) רָ֝עָ֗ה מִבֵּיתֽוֹ׃
ZunzWer Böses vergilt für Gutes, aus dessen Haus weicht das Unglück nicht.
14
פּ֣וֹטֵֽר מַ֭יִם רֵאשִׁ֣ית מָד֑וֹן וְלִפְנֵ֥י הִ֝תְגַּלַּ֗ע הָרִ֥יב נְטֽוֹשׁ׃
ZunzEin Wasser-Durchbruch ist der Beginn des Zanks; darum bevor er herausbricht, laß ab vom Streit.
15
מַצְדִּ֣יק רָ֭שָׁע וּמַרְשִׁ֣יעַ צַדִּ֑יק תּוֹעֲבַ֥ת יְ֝הֹוָ֗ה גַּם־שְׁנֵיהֶֽם׃
ZunzWer den Schuldigen frei spricht, und wer den Gerechten verdammt, ein Greuel dem Ewigen sind alle Beide.
16
לָמָּה־זֶּ֣ה מְחִ֣יר בְּיַד־כְּסִ֑יל לִקְנ֖וֹת חׇכְמָ֣ה וְלֶב־אָֽיִן׃
ZunzWozu Geld in der Hand des Thoren? Weisheit zu kaufen? da ist ja kein Verstand.
17
בְּכׇל־עֵ֭ת אֹהֵ֣ב הָרֵ֑עַ וְאָ֥ח לְ֝צָרָ֗ה יִוָּלֵֽד׃
ZunzAlle Zeit hat man sich einen Freund zuzugesellen; denn ein Bruder wird er in der Noth.
18
אָדָ֣ם חֲסַר־לֵ֭ב תּוֹקֵ֣עַ כָּ֑ף עֹרֵ֥ב עֲ֝רֻבָּ֗ה לִפְנֵ֥י רֵעֵֽהוּ׃
ZunzEin sinnloser Mensch schlägt die Hand ein, thut Bürgschaft für seinen Nächsten.
19
אֹ֣הֵֽב פֶּ֭שַׁע אֹהֵ֣ב מַצָּ֑ה מַגְבִּ֥יהַּ פִּ֝תְח֗וֹ מְבַקֶּשׁ־שָֽׁבֶר׃
ZunzWer Vergehung liebt, liebt Streit; wer seine Thür hoch anlegt, sucht einen Bruch.
20
עִקֶּשׁ־לֵ֭ב לֹ֣א יִמְצָא־ט֑וֹב וְנֶהְפָּ֥ךְ בִּ֝לְשׁוֹנ֗וֹ יִפּ֥וֹל בְּרָעָֽה׃
ZunzEin krummer Sinn findet kein Gut; und eine falsche Zunge fällt in Unglück.
21
יֹלֵ֣ד כְּ֭סִיל לְת֣וּגָה ל֑וֹ וְלֹא־יִ֝שְׂמַ֗ח אֲבִ֣י נָבָֽל׃
ZunzMan zeugt einen Thoren sich zum Kummer, und keine Freude hat der Vater eines Niederträchtigen.
22
לֵ֣ב שָׂ֭מֵחַ יֵיטִ֣יב גֵּהָ֑ה וְר֥וּחַ נְ֝כֵאָ֗ה תְּיַבֶּשׁ־גָּֽרֶם׃
ZunzEin fröhlich Herz giebt gesundes Aussehen, aber ein niedergeschlagenes Gemüth vertrocknet die Knochen.
23
שֹׁ֣חַד מֵ֭חֵק רָשָׁ֣ע יִקָּ֑ח לְ֝הַטּ֗וֹת אׇרְח֥וֹת מִשְׁפָּֽט׃
ZunzGeschenke aus dem Busen holt der Frevler, um zu beugen die Pfade des Rechts.
24
אֶת־פְּנֵ֣י מֵבִ֣ין חׇכְמָ֑ה וְעֵינֵ֥י כְ֝סִ֗יל בִּקְצֵה־אָֽרֶץ׃
ZunzVor dem Angesicht des Einsichtigen ist die Klugheit; aber die Augen des Thoren sind am Ende der Erde.
25
כַּ֣עַס לְ֭אָבִיו בֵּ֣ן כְּסִ֑יל וּ֝מֶ֗מֶר לְיֽוֹלַדְתּֽוֹ׃
ZunzEine Kränkung seinem Vater ist der thörichte Sohn, und ein Herzleid seiner Gebärerin.
26
גַּ֤ם עֲנ֣וֹשׁ לַצַּדִּ֣יק לֹא־ט֑וֹב לְהַכּ֖וֹת נְדִיבִ֣ים עַל־יֹֽשֶׁר׃
ZunzSelbst den Gerechten lasse büßen für das nicht Gute, und Edle schlagen um des Rechtes willen.
27
חוֹשֵׂ֣ךְ אֲ֭מָרָיו יוֹדֵ֣עַ דָּ֑עַת (וקר) [יְקַר־]ר֝֗וּחַ אִ֣ישׁ תְּבוּנָֽה׃
ZunzZurückhaltend mit seiner Rede ist der Kenntnißreiche, selten ist mit seinem Geiste der Mann von Einsicht.
28
גַּ֤ם אֱוִ֣יל מַ֭חֲרִישׁ חָכָ֣ם יֵחָשֵׁ֑ב אֹטֵ֖ם שְׂפָתָ֣יו נָבֽוֹן׃
ZunzAuch ein Narr, der schweigt, gilt für klug, der seine Lippen verschließt, für einsichtig.