Mischlej 16 משלי

Buch: Kapitel: Vers:
Übersetzung unter der Redaktion von Leopold Zunz (1838)
1
לְאָדָ֥ם מַעַרְכֵי־לֵ֑ב וּ֝מֵיְהֹוָ֗ה מַעֲנֵ֥ה לָשֽׁוֹן׃
ZunzDes Menschen sind die Anordnungen des Herzens, aber vom Ewigen kommt die Antwort der Zunge.
2
כׇּֽל־דַּרְכֵי־אִ֭ישׁ זַ֣ךְ בְּעֵינָ֑יו וְתֹכֵ֖ן רוּח֣וֹת יְהֹוָֽה׃
ZunzAll die Wege des Menschen sind lauter in seinen Augen, aber der Ewige ermisset die Gesinnungen.
3
גֹּ֣ל אֶל־יְהֹוָ֣ה מַעֲשֶׂ֑יךָ וְ֝יִכֹּ֗נוּ מַחְשְׁבֹתֶֽיךָ׃
ZunzBefiehl dem Ewigen deine Werke, so werden deine Entwürfe bestehen.
4
כֹּ֤ל פָּעַ֣ל יְ֭הֹוָה לַֽמַּעֲנֵ֑הוּ וְגַם־רָ֝שָׁ֗ע לְי֣וֹם רָעָֽה׃
ZunzAlles schuf der Ewige zu seiner Bestimmung; aber auch den Frevler für den Tag des Unheils.
5
תּוֹעֲבַ֣ת יְ֭הֹוָה כׇּל־גְּבַהּ־לֵ֑ב יָ֥ד לְ֝יָ֗ד לֹ֣א יִנָּקֶֽה׃
ZunzEin Greuel dem Ewigen ist jeglicher Hochmüthige; Handvoll zu Handvoll — er bleibt nicht ungestraft.
6
בְּחֶ֣סֶד וֶ֭אֱמֶת יְכֻפַּ֣ר עָוֺ֑ן וּבְיִרְאַ֥ת יְ֝הֹוָ֗ה ס֣וּר מֵרָֽע׃
ZunzDurch Liebe und Treue wird die Schuld gesühnt, und durch Furcht des Ewigen entweicht man dem Bösen.
7
בִּרְצ֣וֹת יְ֭הֹוָה דַּרְכֵי־אִ֑ישׁ גַּם־א֝וֹיְבָ֗יו יַשְׁלִ֥ם אִתּֽוֹ׃
ZunzWenn der Ewige Wohlgefallen hat an Jemandes Wandel, läßt er auch seine Feinde mit ihm Frieden machen.
8
טוֹב־מְ֭עַט בִּצְדָקָ֑ה מֵרֹ֥ב תְּ֝בוּא֗וֹת בְּלֹ֣א מִשְׁפָּֽט׃
ZunzBesser wenig durch Gerechtigkeit, als viel Einkommen durch Ungebühr.
9
לֵ֣ב אָ֭דָם יְחַשֵּׁ֣ב דַּרְכּ֑וֹ וַ֝יהֹוָ֗ה יָכִ֥ין צַעֲדֽוֹ׃
ZunzDas Herz des Menschen überdenkt seinen Weg, und der Ewige richtet seinen Schritt.
10
קֶ֤סֶם ׀ עַֽל־שִׂפְתֵי־מֶ֑לֶךְ בְּ֝מִשְׁפָּ֗ט לֹ֣א יִמְעַל־פִּֽיו׃
ZunzEin Zauber ist auf den Lippen des Königs, dessen Mund nicht untreu wird dem Recht.
11
פֶּ֤לֶס ׀ וּמֹאזְנֵ֣י מִ֭שְׁפָּט לַיהֹוָ֑ה מַ֝עֲשֵׂ֗הוּ כׇּל־אַבְנֵי־כִֽיס׃
ZunzWage und Wagschalen, wie es recht ist, sind Sache des Ewigen, sein Geschäft alle Gewichtsteine im Beutel.
12
תּוֹעֲבַ֣ת מְ֭לָכִים עֲשׂ֣וֹת רֶ֑שַׁע כִּ֥י בִ֝צְדָקָ֗ה יִכּ֥וֹן כִּסֵּֽא׃
ZunzEin Greuel sei den Königen Frevel zu verüben, denn durch Gerechtigkeit wird ein Thron befestigt.
13
רְצ֣וֹן מְ֭לָכִים שִׂפְתֵי־צֶ֑דֶק וְדֹבֵ֖ר יְשָׁרִ֣ים יֶאֱהָֽב׃
ZunzWohlgefallen der Könige seien aufrichtige Lippen, und wer grade redet, den soll er lieben.
14
חֲמַת־מֶ֥לֶךְ מַלְאֲכֵי־מָ֑וֶת וְאִ֖ישׁ חָכָ֣ם יְכַפְּרֶֽנָּה׃
ZunzDer Grimm des Königs ist ein Todesengel, doch der kluge Mann versöhnt ihn.
15
בְּאוֹר־פְּנֵי־מֶ֥לֶךְ חַיִּ֑ים וּ֝רְצוֹנ֗וֹ כְּעָ֣ב מַלְקֽוֹשׁ׃
ZunzIm leuchtenden Gesicht des Königs ist Leben, und seine Huld gleicht einer Wolke des Spätregens.
16
קְֽנֹה־חׇכְמָ֗ה מַה־טּ֥וֹב מֵחָר֑וּץ וּקְנ֥וֹת בִּ֝ינָ֗ה נִבְחָ֥ר מִכָּֽסֶף׃
ZunzWeisheit erwerben, wie viel besser ist's als Gold, und Einsicht erwerben ist vorzüglicher als Silber.
17
מְסִלַּ֣ת יְ֭שָׁרִים ס֣וּר מֵרָ֑ע שֹׁמֵ֥ר נַ֝פְשׁ֗וֹ נֹצֵ֥ר דַּרְכּֽוֹ׃
ZunzDie Bahn der Redlichen ist Ausweichen dem Bösen, sein Leben bewahrt, wer seines Weges achtet.
18
לִפְנֵי־שֶׁ֥בֶר גָּא֑וֹן וְלִפְנֵ֥י כִ֝שָּׁל֗וֹן גֹּ֣בַהּ רֽוּחַ׃
ZunzVor dem Falle (kommt) Stolz, und vor dem Sturze Hochmuth.
19
ט֣וֹב שְׁפַל־ר֭וּחַ אֶת־[עֲנָוִ֑ים] (עניים) מֵחַלֵּ֥ק שָׁ֝לָ֗ל אֶת־גֵּאִֽים׃
ZunzBesser demüthig unter Armen als Beute theilen mit Hoffährtigen.
20
מַשְׂכִּ֣יל עַל־דָּ֭בָר יִמְצָא־ט֑וֹב וּבוֹטֵ֖חַ בַּיהֹוָ֣ה אַשְׁרָֽיו׃
ZunzWer aufmerkt auf eine Sache, findet Gutes, doch wer auf den Ewigen vertraut, Heil ihm!
21
לַֽחֲכַם־לֵ֭ב יִקָּרֵ֣א נָב֑וֹן וּמֶ֥תֶק שְׂ֝פָתַ֗יִם יֹסִ֥יף לֶֽקַח׃
ZunzWer klugen Sinnes ist, heißt ein Weiser; aber Wohlredenheit mehrt Belehrung.
22
מְק֣וֹר חַ֭יִּים שֵׂ֣כֶל בְּעָלָ֑יו וּמוּסַ֖ר אֱוִלִ֣ים אִוֶּֽלֶת׃
ZunzEin Quell des Lebens ist der Verstand dem Eigner, aber die Strafe der Narren ist die Narrheit.
23
לֵ֣ב חָ֭כָם יַשְׂכִּ֣יל פִּ֑יהוּ וְעַל־שְׂ֝פָתָ֗יו יֹסִ֥יף לֶֽקַח׃
ZunzDer Sinn des Klugen macht seinen Mund verständig, und durch seine Rede mehrt er Belehrung.
24
צוּף־דְּ֭בַשׁ אִמְרֵי־נֹ֑עַם מָת֥וֹק לַ֝נֶּ֗פֶשׁ וּמַרְפֵּ֥א לָעָֽצֶם׃
ZunzHonigseim sind holde Reden, süß für die Seele und heilsam für den Leib.
25
יֵ֤שׁ דֶּ֣רֶךְ יָ֭שָׁר לִפְנֵי־אִ֑ישׁ וְ֝אַחֲרִיתָ֗הּ דַּרְכֵי־מָֽוֶת׃
ZunzMancher Weg dünkt dem Menschen gerade, aber am Ende sind es Wege zum Tode.
26
נֶ֣פֶשׁ עָ֭מֵל עָ֣מְלָה לּ֑וֹ כִּֽי־אָכַ֖ף עָלָ֣יו פִּֽיהוּ׃
ZunzDer Hunger des Arbeiters arbeitet für ihn, sein Mund hat ihn angeschirrt.
27
אִ֣ישׁ בְּ֭לִיַּעַל כֹּרֶ֣ה רָעָ֑ה וְעַל־[שְׂ֝פָת֗וֹ] (שפתיו) כְּאֵ֣שׁ צָרָֽבֶת׃
ZunzDer Mann der Ruchlosigkeit gräbt Unheil, und auf seinen Lippen ist es wie ein fressendes Feuer.
28
אִ֣ישׁ תַּ֭הְפֻּכוֹת יְשַׁלַּ֣ח מָד֑וֹן וְ֝נִרְגָּ֗ן מַפְרִ֥יד אַלּֽוּף׃
ZunzDer Mann der Ränke stiftet Zank, und der Ohrenbläser trennt Vertraute.
29
אִ֣ישׁ חָ֭מָס יְפַתֶּ֣ה רֵעֵ֑הוּ וְ֝הוֹלִיכ֗וֹ בְּדֶ֣רֶךְ לֹא־טֽוֹב׃
ZunzDer Gewaltthätige bethört seinen Nächsten, und führt ihn auf einem Wege, der nicht gut ist.
30
עֹצֶ֣ה עֵ֭ינָיו לַחְשֹׁ֣ב תַּהְפֻּכ֑וֹת קֹרֵ֥ץ שְׂ֝פָתָ֗יו כִּלָּ֥ה רָעָֽה׃
ZunzEr drückt die Augen zu, um Ränke zu sinnen; er kneift die Lippen zusammen, hat er das Unheil beschlossen.
31
עֲטֶ֣רֶת תִּפְאֶ֣רֶת שֵׂיבָ֑ה בְּדֶ֥רֶךְ צְ֝דָקָ֗ה תִּמָּצֵֽא׃
ZunzEine Krone des Schmuckes ist das greise Haupt, auf dem Wege der Gerechtigkeit wird es gefunden.
32
ט֤וֹב אֶ֣רֶךְ אַ֭פַּיִם מִגִּבּ֑וֹר וּמֹשֵׁ֥ל בְּ֝רוּח֗וֹ מִלֹּכֵ֥ד עִֽיר׃
ZunzBesser ein Langmüthiger, als ein Held; und wer sein Gemüth beherrscht, als ein Städtebezwinger.
33
בַּ֭חֵיק יוּטַ֣ל אֶת־הַגּוֹרָ֑ל וּ֝מֵיְהֹוָ֗ה כׇּל־מִשְׁפָּטֽוֹ׃
ZunzIn den Schooß wird das Loos geschüttet, aber vom Ewigen kommt die ganze Entscheidung.