Mischlej 15 משלי
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Übersetzung unter der Redaktion von Leopold Zunz (1838)
1
מַֽעֲנֶה־רַּ֭ךְ יָשִׁ֣יב חֵמָ֑ה וּדְבַר־עֶ֝֗צֶב יַעֲלֶה־אָֽף׃
ZunzMilde Antwort wendet ab den Grimm; aber ein kränkendes Wort entflammt Zorn.
2
לְשׁ֣וֹן חֲ֭כָמִים תֵּיטִ֣יב דָּ֑עַת וּפִ֥י כְ֝סִילִ֗ים יַבִּ֥יעַ אִוֶּֽלֶת׃
ZunzDie Zunge der Weisen spendet feinen Witz; aber der Mund der Thoren sprudelt Narrheit.
3
בְּֽכׇל־מָ֭קוֹם עֵינֵ֣י יְהֹוָ֑ה צֹ֝פ֗וֹת רָעִ֥ים וְטוֹבִֽים׃
ZunzAn allen Orten sind die Augen des Ewigen, schauend die Bösen und die Guten.
4
מַרְפֵּ֣א לָ֭שׁוֹן עֵ֣ץ חַיִּ֑ים וְסֶ֥לֶף בָּ֝֗הּ שֶׁ֣בֶר בְּרֽוּחַ׃
ZunzArzenei der Zunge ist ein Baum des Lebens; aber Falschheit auf derselben ist ein Bruch ins Herz.
5
אֱוִ֗יל יִ֭נְאַץ מוּסַ֣ר אָבִ֑יו וְשֹׁמֵ֖ר תּוֹכַ֣חַת יַעְרִֽים׃
ZunzEin Narr verwirft die Zucht des Vaters, aber wer Zurechtweisung beachtet, wird klug.
6
בֵּ֣ית צַ֭דִּיק חֹ֣סֶן רָ֑ב וּבִתְבוּאַ֖ת רָשָׁ֣ע נֶעְכָּֽרֶת׃
ZunzDas Haus des Gerechten (birgt) großen Schatz, aber im Einkommen des Frevlers ist Zerrüttung.
7
שִׂפְתֵ֣י חֲ֭כָמִים יְזָ֣רוּ דָ֑עַת וְלֵ֖ב כְּסִילִ֣ים לֹא־כֵֽן׃
ZunzDie Lippen der Weisen streuen Erkenntniß aus, aber das Herz der Thoren Unrichfiges.
8
זֶ֣בַח רְ֭שָׁעִים תּוֹעֲבַ֣ת יְהֹוָ֑ה וּתְפִלַּ֖ת יְשָׁרִ֣ים רְצוֹנֽוֹ׃
ZunzDas Mahlopfer der Frevler ist dem Ewigen ein Greuel; aber das Gebet der Redlichen ist sein Wohlgefallen.
9
תּוֹעֲבַ֣ת יְ֭הֹוָה דֶּ֣רֶךְ רָשָׁ֑ע וּמְרַדֵּ֖ף צְדָקָ֣ה יֶאֱהָֽב׃
ZunzEin Greuel dem Ewigen ist des Frevlers Weg; aber wer der Gerechtigkeit nachtrebt, den liebt er.
10
מוּסָ֣ר רָ֭ע לְעֹזֵ֣ב אֹ֑רַח שׂוֹנֵ֖א תוֹכַ֣חַת יָמֽוּת׃
ZunzZucht mißfällt dem, der die Bahn verläßt, wer Zurechtweisung hasset, stirbt.
11
שְׁא֣וֹל וַ֭אֲבַדּוֹן נֶ֣גֶד יְהֹוָ֑ה אַ֝֗ף כִּֽי־לִבּ֥וֹת בְּֽנֵי־אָדָֽם׃
ZunzGrab und Verwesung sind dem Ewigen gegenwärtig; wie vielmehr die Herzen der Menschenkinder.
12
לֹ֣א יֶאֱהַב־לֵ֭ץ הוֹכֵ֣חַֽ ל֑וֹ אֶל־חֲ֝כָמִ֗ים לֹ֣א יֵלֵֽךְ׃
ZunzDer Spötter liebt es nicht, daß man ihn zurechtweise, zu den Weisen geht er nicht.
13
לֵ֣ב שָׂ֭מֵחַ יֵיטִ֣ב פָּנִ֑ים וּבְעַצְּבַת־לֵ֝֗ב ר֣וּחַ נְכֵאָֽה׃
ZunzEin fröhliches Herz erheitert das Angesicht; aber durch Kummer des Herzens wird der Muth gebeugt.
14
לֵ֣ב נָ֭בוֹן יְבַקֶּשׁ־דָּ֑עַת (ופני) [וּפִ֥י] כְ֝סִילִ֗ים יִרְעֶ֥ה אִוֶּֽלֶת׃
ZunzDas Herz des Einsichtigen sucht Erkenntniß, aber der Mund der Thoren weidet sich an Narrheit.
15
כׇּל־יְמֵ֣י עָנִ֣י רָעִ֑ים וְטֽוֹב־לֵ֝֗ב מִשְׁתֶּ֥ה תָמִֽיד׃
ZunzDie Tage des Trübsinnigen sind alle unglücklich, aber ein heiteres Herz ist ein stetes Gastmahl.
16
טוֹב־מְ֭עַט בְּיִרְאַ֣ת יְהֹוָ֑ה מֵאוֹצָ֥ר רָ֝֗ב וּמְה֥וּמָה בֽוֹ׃
ZunzBesser wenig in der Furcht des Ewigen, als ein großer Schatz und Unruhe dabei.
17
ט֤וֹב אֲרֻחַ֣ת יָ֭רָק וְאַהֲבָה־שָׁ֑ם מִשּׁ֥וֹר אָ֝ב֗וּס וְשִׂנְאָה־בֽוֹ׃
ZunzBesser ein Gericht Kraut, wo Liebe ist, als ein gemästeter Ochse und Haß dabei.
18
אִ֣ישׁ חֵ֭מָה יְגָרֶ֣ה מָד֑וֹן וְאֶ֥רֶךְ אַ֝פַּ֗יִם יַשְׁקִ֥יט רִֽיב׃
ZunzEin zorniger Mensch erregt Zank, aber der Langmüthige stillet den Streit.
19
דֶּ֣רֶךְ עָ֭צֵל כִּמְשֻׂ֣כַת חָ֑דֶק וְאֹ֖רַח יְשָׁרִ֣ים סְלֻלָֽה׃
ZunzDer Weg des Trägen ist wie (mit) Dornen verzäunt; aber der Pfad der Redlichen ist gebahnt.
20
בֵּ֣ן חָ֭כָם יְשַׂמַּח־אָ֑ב וּכְסִ֥יל אָ֝דָ֗ם בּוֹזֶ֥ה אִמּֽוֹ׃
ZunzEin kluger Sohn erfreut den Vater; aber ein thörichter Mensch verachtet seine Mutter.
21
אִ֭וֶּלֶת שִׂמְחָ֣ה לַחֲסַר־לֵ֑ב וְאִ֥ישׁ תְּ֝בוּנָ֗ה יְיַשֶּׁר־לָֽכֶת׃
ZunzNarrheit ist eine Freude für den Unverständigen; aber der Mann von Einsicht gehet grade.
22
הָפֵ֣ר מַ֭חֲשָׁבוֹת בְּאֵ֣ין ס֑וֹד וּבְרֹ֖ב יוֹעֲצִ֣ים תָּקֽוּם׃
ZunzGieb Gedanken auf, die unberathen; aber bei vielen Rathgebern wirst du bestehen.
23
שִׂמְחָ֣ה לָ֭אִישׁ בְּמַעֲנֵה־פִ֑יו וְדָבָ֖ר בְּעִתּ֣וֹ מַה־טּֽוֹב׃
ZunzFreude wird dem Menschen durch seines Mundes Antwort; auch das Wort zu rechter Zeit, wie trefflich ist's!
24
אֹ֣רַח חַ֭יִּים לְמַ֣עְלָה לְמַשְׂכִּ֑יל לְמַ֥עַן ס֝֗וּר מִשְּׁא֥וֹל מָֽטָּה׃
ZunzDer Pfad des Lebens (geht) aufwärts bei dem Verständigen, damit er ausweiche dem Grabe abwärts.
25
בֵּ֣ית גֵּ֭אִים יִסַּ֥ח ׀ יְהֹוָ֑ה וְ֝יַצֵּ֗ב גְּב֣וּל אַלְמָנָֽה׃
ZunzDas Haus der Hoffährtigen wird der Ewige niederreißen, und feststellen den Grenzstein der Wittwe.
26
תּוֹעֲבַ֣ת יְ֭הֹוָה מַחְשְׁב֣וֹת רָ֑ע וּ֝טְהֹרִ֗ים אִמְרֵי־נֹֽעַם׃
ZunzEin Greuel dem Ewigen sind die Gedanken des Bösen, aber wohlgefällige Reden die reinen
27
עֹכֵ֣ר בֵּ֭יתוֹ בּוֹצֵ֣עַ בָּ֑צַע וְשׂוֹנֵ֖א מַתָּנֹ֣ת יִחְיֶֽה׃
ZunzSein Haus verderbt, wer nach Gewinn geizt, aber wer Bestechung hasset, wird leben.
28
לֵ֣ב צַ֭דִּיק יֶהְגֶּ֣ה לַעֲנ֑וֹת וּפִ֥י רְ֝שָׁעִ֗ים יַבִּ֥יעַ רָעֽוֹת׃
ZunzDas Herz des Gerechten sinnet nach, um zu antworten, aber der Mund der Frevler sprudelt Bosheiten.
29
רָח֣וֹק יְ֭הֹוָה מֵרְשָׁעִ֑ים וּתְפִלַּ֖ת צַדִּיקִ֣ים יִשְׁמָֽע׃
ZunzFern ist der Ewige von den Frevlern, aber das Gebet der Gerechten hört er.
30
מְֽאוֹר־עֵ֭ינַיִם יְשַׂמַּֽח־לֵ֑ב שְׁמוּעָ֥ה ט֝וֹבָ֗ה תְּדַשֶּׁן־עָֽצֶם׃
ZunzLicht den Augen (ist, was) das Herz erfreut; gute Nachricht giebt Mark dem Gebein.
31
אֹ֗זֶן שֹׁ֭מַעַת תּוֹכַ֣חַת חַיִּ֑ים בְּקֶ֖רֶב חֲכָמִ֣ים תָּלִֽין׃
ZunzEin Ohr, das hört auf Lebenslehren, wird unter Weisen wohnen.
32
פּוֹרֵ֣עַ מ֭וּסָר מוֹאֵ֣ס נַפְשׁ֑וֹ וְשׁוֹמֵ֥עַ תּ֝וֹכַ֗חַת ק֣וֹנֶה לֵּֽב׃
ZunzWer Zucht verwirft, verschmähet seine Seele, aber wer auf Zurechtweisung hört, gewinnt Verstand.
33
יִרְאַ֣ת יְ֭הֹוָה מוּסַ֣ר חׇכְמָ֑ה וְלִפְנֵ֖י כָב֣וֹד עֲנָוָֽה׃
ZunzDie Furcht des Ewigen ist Anleitung zur Weisheit, und vor der Ehre kommt Demuth.