Jirmejahu 5 ירמיהו

Buch: Kapitel: Vers:
Übersetzung unter der Redaktion von Leopold Zunz (1838)
1
שׁוֹטְט֞וּ בְּחוּצ֣וֹת יְרוּשָׁלַ֗͏ִם וּרְאוּ־נָ֤א וּדְעוּ֙ וּבַקְשׁ֣וּ בִרְחוֹבוֹתֶ֔יהָ אִם־תִּמְצְא֣וּ אִ֔ישׁ אִם־יֵ֛שׁ עֹשֶׂ֥ה מִשְׁפָּ֖ט מְבַקֵּ֣שׁ אֱמוּנָ֑ה וְאֶסְלַ֖ח לָֽהּ׃
ZunzStreifet umher in den Straßen Jeruschalajim's und sehet doch zu, daß ihr erkundet, und suchet auf ihren Plätzen, ob ihr einen Mann findet, ob Einer ist, der Recht thut, Wahrheit suchet, und ich will ihr verzeihen.
2
וְאִ֥ם חַי־יְהֹוָ֖ה יֹאמֵ֑רוּ לָכֵ֥ן לַשֶּׁ֖קֶר יִשָּׁבֵֽעוּ׃
ZunzUnd wenn sie sprechen: So wahr der Ewige lebt! ja dann schwören sie falsch.
3
יְהֹוָ֗ה עֵינֶ֘יךָ֮ הֲל֣וֹא לֶאֱמוּנָה֒ הִכִּ֤יתָה אֹתָם֙ וְֽלֹא־חָ֔לוּ כִּלִּיתָ֕ם מֵאֲנ֖וּ קַ֣חַת מוּסָ֑ר חִזְּק֤וּ פְנֵיהֶם֙ מִסֶּ֔לַע מֵאֲנ֖וּ לָשֽׁוּב׃
ZunzEwiger, sind deine Augen nicht auf Wahrheit (gerichtet)? du schlägst sie, sie fühlen es nicht; du vernichtest sie, sie wollen keine Zucht annehmen; sie machen ihr Angesicht trotziger als der Fels; sie wollen nicht umkehren.
4
וַאֲנִ֣י אָמַ֔רְתִּי אַךְ־דַּלִּ֖ים הֵ֑ם נוֹאֲל֕וּ כִּ֣י לֹ֤א יָֽדְעוּ֙ דֶּ֣רֶךְ יְהֹוָ֔ה מִשְׁפַּ֖ט אֱלֹהֵיהֶֽם׃
ZunzUnd ich dachte: Nur die Gemeinen sind es; die sind bethört, weil sie nicht kennen den Weg des Ewigen, das Recht ihres Gottes.
5
אֵֽלְכָה־לִּ֤י אֶל־הַגְּדֹלִים֙ וַאֲדַבְּרָ֣ה אוֹתָ֔ם כִּ֣י הֵ֗מָּה יָֽדְעוּ֙ דֶּ֣רֶךְ יְהֹוָ֔ה מִשְׁפַּ֖ט אֱלֹהֵיהֶ֑ם אַ֣ךְ הֵ֤מָּה יַחְדָּו֙ שָׁ֣בְרוּ עֹ֔ל נִתְּק֖וּ מוֹסֵרֽוֹת׃
ZunzIch will doch zu den Großen gehen und will mit ihnen reden, denn die kennen den Weg des Ewigen, das Recht ihres Gottes. Doch sie allzumal haben das Joch gebrochen, die Bande zerrissen.
6
עַל־כֵּן֩ הִכָּ֨ם אַרְיֵ֜ה מִיַּ֗עַר זְאֵ֤ב עֲרָבוֹת֙ יְשׇׁדְדֵ֔ם נָמֵ֤ר שֹׁקֵד֙ עַל־עָ֣רֵיהֶ֔ם כׇּל־הַיּוֹצֵ֥א מֵהֵ֖נָּה יִטָּרֵ֑ף כִּ֤י רַבּוּ֙ פִּשְׁעֵיהֶ֔ם עָצְמ֖וּ מְשֻׁבוֹתֵיהֶֽם׃
ZunzDarum schlägt sie der Löwe aus dem Walde, der Wolf der Steppen verwüstet sie, der Panther lauert gegen ihre Städte, wer aus ihnen herausgehet, wird zerrissen; denn viel sind ihrer Missethaten, zahlreich ihre Abtrünnigkeiten.
7
אֵ֤י לָזֹאת֙ (אסלוח) [אֶֽסְלַֽח־]לָ֔ךְ בָּנַ֣יִךְ עֲזָב֔וּנִי וַיִּשָּׁבְע֖וּ בְּלֹ֣א אֱלֹהִ֑ים וָאַשְׂבִּ֤עַ אוֹתָם֙ וַיִּנְאָ֔פוּ וּבֵ֥ית זוֹנָ֖ה יִתְגּוֹדָֽדוּ׃
ZunzWie, soll ich dir das verzeihen? deine Söhne haben mich verlassen und schwören bei Ungöttern; da ich ihnen Fülle gab, trieben sie Ehebruch, und liefen schaarenweise in's Hurenhaus.
8
סוּסִ֥ים מְיֻזָּנִ֖ים מַשְׁכִּ֣ים הָי֑וּ אִ֛ישׁ אֶל־אֵ֥שֶׁת רֵעֵ֖הוּ יִצְהָֽלוּ׃
ZunzHengste mit starken Gliedern und Geilen waren sie; Einer wiehert nach dem Weibe des Andern.
9
הַעַל־אֵ֥לֶּה לֽוֹא־אֶפְקֹ֖ד נְאֻם־יְהֹוָ֑ה וְאִם֙ בְּג֣וֹי אֲשֶׁר־כָּזֶ֔ה לֹ֥א תִתְנַקֵּ֖ם נַפְשִֽׁי׃ {ס}
ZunzSoll ich an Solchen nicht ahnden, ist der Spruch des Ewigen, oder an einem Volke wie dieses nicht meine Seele Rache nehmen?
10
עֲל֤וּ בְשָׁרוֹתֶ֙יהָ֙ וְשַׁחֵ֔תוּ וְכָלָ֖ה אַֽל־תַּעֲשׂ֑וּ הָסִ֙ירוּ֙ נְטִ֣ישׁוֹתֶ֔יהָ כִּ֛י ל֥וֹא לַיהֹוָ֖ה הֵֽמָּה׃
ZunzErsteiget ihre Mauern und zerstöret, aber vernichtet nicht; schneidet ihre Schößlinge ab, denn nicht des Ewigen sind sie.
11
כִּי֩ בָג֨וֹד בָּגְד֜וּ בִּ֗י בֵּ֧ית יִשְׂרָאֵ֛ל וּבֵ֥ית יְהוּדָ֖ה נְאֻם־יְהֹוָֽה׃
ZunzDenn untreu ward mir das Haus Jisraël und das Haus Jehudah, ist der Spruch des Ewigen.
12
כִּֽחֲשׁוּ֙ בַּיהֹוָ֔ה וַיֹּאמְר֖וּ לוֹא־ה֑וּא וְלֹֽא־תָב֤וֹא עָלֵ֙ינוּ֙ רָעָ֔ה וְחֶ֥רֶב וְרָעָ֖ב ל֥וֹא נִרְאֶֽה׃
ZunzSie verleugneten den Ewigen und sprachen: Er ist nicht; und nicht wird über uns Unglück kommen, und Schwert und Hunger werden wir nicht sehen.
13
וְהַנְּבִיאִים֙ יִהְי֣וּ לְר֔וּחַ וְהַדִּבֵּ֖ר אֵ֣ין בָּהֶ֑ם כֹּ֥ה יֵעָשֶׂ֖ה לָהֶֽם׃ {ס}
ZunzUnd die Propheten werden zu Wind werden, denn er redet nicht durch sie; also wird es ihnen selber ergehen.
14
לָכֵ֗ן כֹּֽה־אָמַ֤ר יְהֹוָה֙ אֱלֹהֵ֣י צְבָא֔וֹת יַ֚עַן דַּבֶּרְכֶ֔ם אֶת־הַדָּבָ֖ר הַזֶּ֑ה הִנְנִ֣י נֹתֵן֩ דְּבָרַ֨י בְּפִ֜יךָ לְאֵ֗שׁ וְהָעָ֥ם הַזֶּ֛ה עֵצִ֖ים וַאֲכָלָֽתַם׃
ZunzDarum spricht also der Ewige, der Gott der Heerschaaren: Weil ihr dieses Wort geredet, siehe, so mache ich meine Worte in deinem Munde zum Feuer und dieses Volk zu Holz, und es soll sie fressen.
15
הִנְנִ֣י מֵבִיא֩ עֲלֵיכֶ֨ם גּ֧וֹי מִמֶּרְחָ֛ק בֵּ֥ית יִשְׂרָאֵ֖ל נְאֻם־יְהֹוָ֑ה גּ֣וֹי ׀ אֵיתָ֣ן ה֗וּא גּ֤וֹי מֵֽעוֹלָם֙ ה֔וּא גּ֚וֹי לֹא־תֵדַ֣ע לְשֹׁנ֔וֹ וְלֹ֥א תִשְׁמַ֖ע מַה־יְדַבֵּֽר׃
ZunzSiehe, ich bringe über euch ein Volk aus der Ferne, Haus Jisraël, ist der Spruch des Ewigen: ein starkes Volk ist es, ein Volk von Alters her ist es, ein Volk, dessen Sprache du nicht kennst und nicht verstehest, was es redet.
16
אַשְׁפָּת֖וֹ כְּקֶ֣בֶר פָּת֑וּחַ כֻּלָּ֖ם גִּבּוֹרִֽים׃
ZunzSein Köcher gleicht dem offenen Grabe, alle sind sie Helden.
17
וְאָכַ֨ל קְצִֽירְךָ֜ וְלַחְמֶ֗ךָ יֹֽאכְלוּ֙ בָּנֶ֣יךָ וּבְנוֹתֶ֔יךָ יֹאכַ֤ל צֹֽאנְךָ֙ וּבְקָרֶ֔ךָ יֹאכַ֥ל גַּפְנְךָ֖ וּתְאֵנָתֶ֑ךָ יְרֹשֵׁ֞שׁ עָרֵ֣י מִבְצָרֶ֗יךָ אֲשֶׁ֥ר אַתָּ֛ה בֹּטֵ֥חַ בָּהֵ֖נָּה בֶּחָֽרֶב׃
ZunzUnd es zehret auf deine Ernte und dein Brod, zehret auf deine Söhne und deine Töchter, zehret auf deine Schafe und deine Rinder, verzehret deinen Weinstock und deinen Feigenbaum, es entvölkert deine festen Städte, auf die du vertrauest, mit dem Schwerte.
18
וְגַ֛ם בַּיָּמִ֥ים הָהֵ֖מָּה נְאֻם־יְהֹוָ֑ה לֹא־אֶעֱשֶׂ֥ה אִתְּכֶ֖ם כָּלָֽה׃
ZunzAber auch in jenen Tagen, ist der Spruch des Ewigen, werde ich euch nicht vernichten.
19
וְהָיָה֙ כִּ֣י תֹאמְר֔וּ תַּ֣חַת מֶ֗ה עָשָׂ֨ה יְהֹוָ֧ה אֱלֹהֵ֛ינוּ לָ֖נוּ אֶת־כׇּל־אֵ֑לֶּה וְאָמַרְתָּ֣ אֲלֵיהֶ֗ם כַּאֲשֶׁ֨ר עֲזַבְתֶּ֤ם אוֹתִי֙ וַתַּעַבְד֞וּ אֱלֹהֵ֤י נֵכָר֙ בְּאַרְצְכֶ֔ם כֵּ֚ן תַּעַבְד֣וּ זָרִ֔ים בְּאֶ֖רֶץ לֹ֥א לָכֶֽם׃ {פ}
ZunzUnd es geschieht, wenn ihr sprechet: Wofür hat der Ewige, unser Gott, uns alles dieses gethan? so sprich zu ihnen: Wie ihr mich verlassen und fremden Göttern gedient in eurem Lande, so werdet ihr fremden Göttern dienen in einem Lande, das nicht euer ist.
20
הַגִּ֥ידוּ זֹ֖את בְּבֵ֣ית יַעֲקֹ֑ב וְהַשְׁמִיע֥וּהָ בִיהוּדָ֖ה לֵאמֹֽר׃
ZunzSaget das an im Hause Jaakob und machet es kund in Jehudah also:
21
שִׁמְעוּ־נָ֣א זֹ֔את עַ֥ם סָכָ֖ל וְאֵ֣ין לֵ֑ב עֵינַ֤יִם לָהֶם֙ וְלֹ֣א יִרְא֔וּ אׇזְנַ֥יִם לָהֶ֖ם וְלֹ֥א יִשְׁמָֽעוּ׃
ZunzHöret doch dies, thörichtes Volk ohne Sinn; die Augen haben und nicht sehen, die Ohren haben und nicht hören.
22
הַאוֹתִ֨י לֹא־תִירָ֜אוּ נְאֻם־יְהֹוָ֗ה אִ֤ם מִפָּנַי֙ לֹ֣א תָחִ֔ילוּ אֲשֶׁר־שַׂ֤מְתִּי חוֹל֙ גְּב֣וּל לַיָּ֔ם חׇק־עוֹלָ֖ם וְלֹ֣א יַעַבְרֶ֑נְהוּ וַיִּֽתְגָּעֲשׁוּ֙ וְלֹ֣א יוּכָ֔לוּ וְהָמ֥וּ גַלָּ֖יו וְלֹ֥א יַעַבְרֻֽנְהוּ׃
ZunzMich wollt ihr nicht fürchten, ist der Spruch des Ewigen? Vor mir wollt ihr nicht zittern? Der ich den Sand gemacht, eine Grenze dem Meere, eine ewige Schranke, die es nicht überschreitet, und es stürmen an, aber vermögen nichts, und es toben seine Wellen und überschreiten sie nicht.
23
וְלָעָ֤ם הַזֶּה֙ הָיָ֔ה לֵ֖ב סוֹרֵ֣ר וּמוֹרֶ֑ה סָ֖רוּ וַיֵּלֵֽכוּ׃
ZunzAber diesem Volke ward ein unbändiges, widerspenstiges Herz, sie weichen ab und gehen dahin.
24
וְלֽוֹא־אָמְר֣וּ בִלְבָבָ֗ם נִ֤ירָא נָא֙ אֶת־יְהֹוָ֣ה אֱלֹהֵ֔ינוּ הַנֹּתֵ֗ן גֶּ֛שֶׁם (וירה) [יוֹרֶ֥ה] וּמַלְק֖וֹשׁ בְּעִתּ֑וֹ שְׁבֻעֹ֛ת חֻקּ֥וֹת קָצִ֖יר יִשְׁמׇר־לָֽנוּ׃
ZunzUnd sprechen nicht in ihrem Herzen: Lasset uns doch fürchten den Ewigen unsern Gott, der Regen gibt, Frühregen und Spätregen zu seiner Zeit; die bestimmten Wochen der Erntezeit hält er uns.
25
עֲוֺנוֹתֵיכֶ֖ם הִטּוּ־אֵ֑לֶּה וְחַטֹּ֣אותֵיכֶ֔ם מָנְע֥וּ הַטּ֖וֹב מִכֶּֽם׃
ZunzEure Missethaten haben dies gestört, und eure Sünden entziehen euch das Gute.
26
כִּֽי־נִמְצְא֥וּ בְעַמִּ֖י רְשָׁעִ֑ים יָשׁוּר֙ כְּשַׁ֣ךְ יְקוּשִׁ֔ים הִצִּ֥יבוּ מַשְׁחִ֖ית אֲנָשִׁ֥ים יִלְכֹּֽדוּ׃
ZunzDenn es finden sich unter meinem Volke Frevler, lauernd wie die Vogelsteller zum Fallenlegen; sie stellen Schlingen auf, fangen die Leute.
27
כִּכְלוּב֙ מָ֣לֵא ע֔וֹף כֵּ֥ן בָּתֵּיהֶ֖ם מְלֵאִ֣ים מִרְמָ֑ה עַל־כֵּ֥ן גָּדְל֖וּ וַֽיַּעֲשִֽׁירוּ׃
ZunzWie ein Käfig voll Vögel, so wurden ihre Häuser voll des Erlisteten; dadurch wurden sie groß und reich.
28
שָֽׁמְנ֣וּ עָֽשְׁת֗וּ גַּ֚ם עָבְר֣וּ דִבְרֵי־רָ֔ע דִּ֣ין לֹא־דָ֔נוּ דִּ֥ין יָת֖וֹם וְיַצְלִ֑יחוּ וּמִשְׁפַּ֥ט אֶבְיוֹנִ֖ים לֹ֥א שָׁפָֽטוּ׃
ZunzWurden feist, hart, und es strömten über ihre bösen Anschläge; sie führen keine Rechtssache, die Rechtssache der Waise, daß sie sie durchführten, und die Sachen der Dürftigen richten sie nicht.
29
הַעַל־אֵ֥לֶּה לֹֽא־אֶפְקֹ֖ד נְאֻם־יְהֹוָ֑ה אִ֚ם בְּג֣וֹי אֲשֶׁר־כָּזֶ֔ה לֹ֥א תִתְנַקֵּ֖ם נַפְשִֽׁי׃ {ס}
ZunzSoll ich an solchen nicht ahnden, ist der Spruch des Ewigen, oder an einem Volke, wie dieses, nicht meine Seele Rache nehmen?
30
שַׁמָּה֙ וְשַׁ֣עֲרוּרָ֔ה נִהְיְתָ֖ה בָּאָֽרֶץ׃
ZunzEntsetzliches und Schauderhaftes geschiehet im Lande.
31
הַנְּבִאִ֞ים נִבְּא֣וּ בַשֶּׁ֗קֶר וְהַכֹּֽהֲנִים֙ יִרְדּ֣וּ עַל־יְדֵיהֶ֔ם וְעַמִּ֖י אָ֣הֲבוּ כֵ֑ן וּמַֽה־תַּעֲשׂ֖וּ לְאַחֲרִיתָֽהּ׃
ZunzDie Propheten weissagen falsch, und mit ihrer Hülfe schalten die Priester, und mein Volk hat es gern also; doch was wollt ihr thun in der Zukunft!