Jirmejahu 6 ירמיהו
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Übersetzung unter der Redaktion von Leopold Zunz (1838)
Haftarot in diesem Kapitel:
9. Aw, Schacharit
1
הָעִ֣זוּ ׀ בְּנֵ֣י בִנְיָמִ֗ן מִקֶּ֙רֶב֙ יְר֣וּשָׁלַ֔͏ִם וּבִתְק֙וֹעַ֙ תִּקְע֣וּ שׁוֹפָ֔ר וְעַל־בֵּ֥ית הַכֶּ֖רֶם שְׂא֣וּ מַשְׂאֵ֑ת כִּ֥י רָעָ֛ה נִשְׁקְפָ֥ה מִצָּפ֖וֹן וְשֶׁ֥בֶר גָּדֽוֹל׃
ZunzFlüchtet, Söhne Binjamin, aus Jeruschalajim, und in Tekoa stoßet in die Posaune, und auf Bet Hakkerem lasset Rauchsäulen aufsteigen; denn Unglück ragt herein von Norden her und großes Unheil.
2
הַנָּוָה֙ וְהַמְּעֻנָּגָ֔ה דָּמִ֖יתִי בַּת־צִיּֽוֹן׃
ZunzDie Schöne und Verzärtelte zerstöre ich, die Tochter Zijon.
3
אֵלֶ֛יהָ יָבֹ֥אוּ רֹעִ֖ים וְעֶדְרֵיהֶ֑ם תָּקְע֨וּ עָלֶ֤יהָ אֹֽהָלִים֙ סָבִ֔יב רָע֖וּ אִ֥ישׁ אֶת־יָדֽוֹ׃
ZunzZu ihr kommen Hirten und ihre Heerden, schlagen rund um sie her ihre Zelte auf, weiden ab jeglicher seinen Bereich.
4
קַדְּשׁ֤וּ עָלֶ֙יהָ֙ מִלְחָמָ֔ה ק֖וּמוּ וְנַעֲלֶ֣ה בַֽצׇּהֳרָ֑יִם א֥וֹי לָ֙נוּ֙ כִּֽי־פָנָ֣ה הַיּ֔וֹם כִּ֥י יִנָּט֖וּ צִלְלֵי־עָֽרֶב׃
ZunzRüstet wider sie Krieg! Auf, lasset uns hinanziehen am Mittag! Wehe uns, wenn der Tag sich neigt, wenn sich die Abendschatten strecken.
5
ק֚וּמוּ וְנַעֲלֶ֣ה בַלָּ֔יְלָה וְנַשְׁחִ֖יתָה אַרְמְנוֹתֶֽיהָ׃ {פ}
ZunzAuf, laßt uns sie ersteigen in der Nacht, und ihre Paläste zerstören.
6
כִּ֣י כֹ֤ה אָמַר֙ יְהֹוָ֣ה צְבָא֔וֹת כִּרְת֣וּ עֵצָ֔הֿ וְשִׁפְכ֥וּ עַל־יְרוּשָׁלַ֖͏ִם סֹֽלְלָ֑ה הִ֚יא הָעִ֣יר הׇפְקַ֔ד כֻּלָּ֖הּ עֹ֥שֶׁק בְּקִרְבָּֽהּ׃
ZunzDenn also spricht der Ewige der Heerschaaren: Fället Bäume und schüttet auf einen Wall gegen Jeruschalajim, dies ist die Stadt des Verhängnisses, voll ist sie der Erpressung in ihrem Innern.
7
כְּהָקִ֥יר (בור) [בַּ֙יִר֙] מֵימֶ֔יהָ כֵּ֖ן הֵקֵ֣רָה רָעָתָ֑הּ חָמָ֣ס וָ֠שֹׁ֠ד יִשָּׁ֨מַע בָּ֧הּ עַל־פָּנַ֛י תָּמִ֖יד חֳלִ֥י וּמַכָּֽה׃
ZunzWie ein Born sein Wasser quellen läßt, so quillet ihre Bosheit; Gewaltthat und Raub vernimmt man in ihr vor meinem Angesicht, stets Krankheit und Plage.
8
הִוָּֽסְרִי֙ יְר֣וּשָׁלַ֔͏ִם פֶּן־תֵּקַ֥ע נַפְשִׁ֖י מִמֵּ֑ךְ פֶּן־אֲשִׂימֵ֣ךְ שְׁמָמָ֔ה אֶ֖רֶץ ל֥וֹא נוֹשָֽׁבָה׃ {פ}
ZunzBessere dich, Jeruschalajim, daß mein Herz sich nicht von dir losreiße, daß ich dich nicht zur Oede mache, zum unbewohnten Lande.
9
כֹּ֤ה אָמַר֙ יְהֹוָ֣ה צְבָא֔וֹת עוֹלֵ֛ל יְעוֹלְל֥וּ כַגֶּ֖פֶן שְׁאֵרִ֣ית יִשְׂרָאֵ֑ל הָשֵׁב֙ יָֽדְךָ֔ כְּבוֹצֵ֖ר עַל־סַלְסִלּֽוֹת׃
ZunzAlso spricht der Ewige der Heerschaaren: Ablesen wird man wie einen Weinstock den Ueberrest Jisraël's. Laß deine Hand hin und herfahren, wie der Winzer an den Körben.
10
עַל־מִ֨י אֲדַבְּרָ֤ה וְאָעִ֙ידָה֙ וְיִשְׁמָ֔עוּ הִנֵּה֙ עֲרֵלָ֣ה אׇזְנָ֔ם וְלֹ֥א יוּכְל֖וּ לְהַקְשִׁ֑יב הִנֵּ֣ה דְבַר־יְהֹוָ֗ה הָיָ֥ה לָהֶ֛ם לְחֶרְפָּ֖ה לֹ֥א יַחְפְּצוּ־בֽוֹ׃
ZunzWen soll ich anreden und warnen, daß sie hören? Siehe, unbeschnitten ist ihr Ohr und sie können nicht aufmerken. Siehe, das Wort des Ewigen ist ihnen zum Schimpf geworden, sie mögen es nicht.
11
וְאֵת֩ חֲמַ֨ת יְהֹוָ֤ה ׀ מָלֵ֙אתִי֙ נִלְאֵ֣יתִי הָכִ֔יל שְׁפֹ֤ךְ עַל־עוֹלָל֙ בַּח֔וּץ וְעַ֛ל ס֥וֹד בַּחוּרִ֖ים יַחְדָּ֑ו כִּֽי־גַם־אִ֤ישׁ עִם־אִשָּׁה֙ יִלָּכֵ֔דוּ זָקֵ֖ן עִם־מְלֵ֥א יָמִֽים׃
ZunzUnd ich bin voll vom Grimm des Ewigen, daß ich zu schwach bin, ihn zu fassen, daß ich ihn ausschütte über das Kind auf der Straße, und über den Kreis der Jünglinge allzumal; denn so Mann wie Weib werden gefangen, der Greis wie der Wohlbetagte.
12
וְנָסַ֤בּוּ בָֽתֵּיהֶם֙ לַאֲחֵרִ֔ים שָׂד֥וֹת וְנָשִׁ֖ים יַחְדָּ֑ו כִּֽי־אַטֶּ֧ה אֶת־יָדִ֛י עַל־יֹשְׁבֵ֥י הָאָ֖רֶץ נְאֻם־יְהֹוָֽה׃
ZunzUnd ihre Häuser gehen über an Fremde, Aecker und Weiber zumal; denn ich strecke meine Hand über die Bewohner des Landes, ist der Spruch des Ewigen.
13
כִּ֤י מִקְּטַנָּם֙ וְעַד־גְּדוֹלָ֔ם כֻּלּ֖וֹ בּוֹצֵ֣עַ בָּ֑צַע וּמִנָּבִיא֙ וְעַד־כֹּהֵ֔ן כֻּלּ֖וֹ עֹ֥שֶׂה שָּֽׁקֶר׃
ZunzDenn vom Kleinsten bis zum Größten, alle geizen sie nach Gewinn, und vom Propheten bis zum Priester, alle üben sie Trug.
14
וַֽיְרַפְּא֞וּ אֶת־שֶׁ֤בֶר עַמִּי֙ עַל־נְקַלָּ֔ה לֵאמֹ֖ר שָׁל֣וֹם ׀ שָׁל֑וֹם וְאֵ֖ין שָׁלֽוֹם׃
ZunzUnd sie heilten die Wunde meines Volks leichthin, sprechend: Heil, Heil! und doch ist kein Heil.
Haftarah 9. Aw, Schacharit Vorangestellt: Jemeniten lesen ab hier.
15
הֹבִ֕ישׁוּ כִּ֥י תוֹעֵבָ֖ה עָשׂ֑וּ גַּם־בּ֣וֹשׁ לֹֽא־יֵב֗וֹשׁוּ גַּם־הַכְלִים֙ לֹ֣א יָדָ֔עוּ לָכֵ֞ן יִפְּל֧וּ בַנֹּפְלִ֛ים בְּעֵת־פְּקַדְתִּ֥ים יִכָּשְׁל֖וּ אָמַ֥ר יְהֹוָֽה׃ {ס}
ZunzSie sollten beschämt seyn, daß sie Gräuel gethan; aber weder schämen sie sich, noch kennen sie das Erröthen. Darum werden sie fallen unter den Fallenden; zur Zeit, da ich an ihnen ahnde, werden sie stürzen, spricht der Ewige.
Haftarah 9. Aw, Schacharit Vorangestellt: Jemeniten lesen ab hier.
16
כֹּ֣ה אָמַ֣ר יְהֹוָ֡ה עִמְדוּ֩ עַל־דְּרָכִ֨ים וּרְא֜וּ וְשַׁאֲל֣וּ ׀ לִנְתִב֣וֹת עוֹלָ֗ם אֵי־זֶ֨ה דֶ֤רֶךְ הַטּוֹב֙ וּלְכוּ־בָ֔הּ וּמִצְא֥וּ מַרְגּ֖וֹעַ לְנַפְשְׁכֶ֑ם וַיֹּאמְר֖וּ לֹ֥א נֵלֵֽךְ׃
ZunzSo spricht der Ewige: Tretet auf die Wege und schauet und fraget nach den Straßen alter Zeit, welches der gute Weg sei, daß ihr darauf wandelt, und Ruhe findet für eure Seelen. Aber sie sprechen: Wir wollen (ihn) nicht wandeln.
Haftarah 9. Aw, Schacharit Ende des vorangestellten Teils (Jemeniten); weiter bei der Haftarah.
17
וַהֲקִמֹתִ֤י עֲלֵיכֶם֙ צֹפִ֔ים הַקְשִׁ֖יבוּ לְק֣וֹל שׁוֹפָ֑ר וַיֹּאמְר֖וּ לֹ֥א נַקְשִֽׁיב׃
ZunzDann habe ich Wächter bestellt (sprechend): Merket auf den Posaunenschall! Aber sie sprechen: Wir wollen nicht merken.
Haftarah 9. Aw, Schacharit Ende des vorangestellten Teils (Jemeniten); weiter bei der Haftarah.
18
לָכֵ֖ן שִׁמְע֣וּ הַגּוֹיִ֑ם וּדְעִ֥י עֵדָ֖ה אֶת־אֲשֶׁר־בָּֽם׃
ZunzDarum höret, ihr Völker, und erfahr' es, Gemeinde, was an ihnen ist.
19
שִׁמְעִ֣י הָאָ֔רֶץ הִנֵּ֨ה אָנֹכִ֜י מֵבִ֥יא רָעָ֛ה אֶל־הָעָ֥ם הַזֶּ֖ה פְּרִ֣י מַחְשְׁבוֹתָ֑ם כִּ֤י עַל־דְּבָרַי֙ לֹ֣א הִקְשִׁ֔יבוּ וְתוֹרָתִ֖י וַיִּמְאֲסוּ־בָֽהּ׃
ZunzHör' es, Land! Siehe, ich bringe diesem Volk Unglück, die Frucht ihrer Gedanken; denn auf meine Worte merkten sie nicht, und meine Lehre schmäheten sie.
20
לָמָּה־זֶּ֨ה לִ֤י לְבוֹנָה֙ מִשְּׁבָ֣א תָב֔וֹא וְקָנֶ֥ה הַטּ֖וֹב מֵאֶ֣רֶץ מֶרְחָ֑ק עֹלֽוֹתֵיכֶם֙ לֹ֣א לְרָצ֔וֹן וְזִבְחֵיכֶ֖ם לֹא־עָ֥רְבוּ לִֽי׃
ZunzWozu mir Weihrauch, der aus Scheba kommt, und das feine Würzrohr aus fernem Lande? Eure Ganzopfer sind euch nicht zur Gnade, und eure Mahlopfer sind mir nicht angenehm.
21
לָכֵ֗ן כֹּ֚ה אָמַ֣ר יְהֹוָ֔ה הִנְנִ֥י נֹתֵ֛ן אֶל־הָעָ֥ם הַזֶּ֖ה מִכְשֹׁלִ֑ים וְכָ֣שְׁלוּ בָ֠ם אָב֨וֹת וּבָנִ֥ים יַחְדָּ֛ו שָׁכֵ֥ן וְרֵע֖וֹ (יאבדו) [וְאָבָֽדוּ]׃ {פ}
ZunzDarum, so spricht der Ewige: Siehe, ich lege diesem Volke Anstöße, daß darüber stürzen Väter und Söhne mit einander, der Nachbar und sein Genosse, und umkommen.
22
כֹּ֚ה אָמַ֣ר יְהֹוָ֔ה הִנֵּ֛ה עַ֥ם בָּ֖א מֵאֶ֣רֶץ צָפ֑וֹן וְג֣וֹי גָּד֔וֹל יֵע֖וֹר מִיַּרְכְּתֵי־אָֽרֶץ׃
ZunzSo spricht der Ewige: Siehe, ein Volk kommt aus dem Lande des Nordens, und ein großes Volk wird wach von den Enden der Erde.
23
קֶ֣שֶׁת וְכִיד֞וֹן יַחֲזִ֗יקוּ אַכְזָרִ֥י הוּא֙ וְלֹ֣א יְרַחֵ֔מוּ קוֹלָם֙ כַּיָּ֣ם יֶהֱמֶ֔ה וְעַל־סוּסִ֖ים יִרְכָּ֑בוּ עָר֗וּךְ כְּאִישׁ֙ לַמִּלְחָמָ֔ה עָלַ֖יִךְ בַּת־צִיּֽוֹן׃
ZunzBogen und Lanze führen sie; grausam ist es und sie haben kein Erbarmen, ihre Stimme braust wie das Meer, und auf Rossen reiten sie, gerüstet wie ein Mann zum Kriege wider dich, Tochter Zijon.
24
שָׁמַ֥עְנוּ אֶת־שׇׁמְע֖וֹ רָפ֣וּ יָדֵ֑ינוּ צָרָה֙ הֶחֱזִקַ֔תְנוּ חִ֖יל כַּיּֽוֹלֵדָֽה׃
ZunzWir haben die Kunde von ihm gehört, erschlafft sind unsere Hände, Angst hat uns ergriffen, Wehen gleich einer Gebärerin.
25
אַל־[תֵּֽצְאוּ֙] (תצאי) הַשָּׂדֶ֔ה וּבַדֶּ֖רֶךְ אַל־[תֵּלֵ֑כוּ] (תלכי) כִּ֚י חֶ֣רֶב לְאֹיֵ֔ב מָג֖וֹר מִסָּבִֽיב׃
ZunzGehet nicht hinaus auf das Feld, und gehet nicht auf dem Wege, denn vom Schwerte des Feindes ist Schrecken ringsum.
26
בַּת־עַמִּ֤י חִגְרִי־שָׂק֙ וְהִתְפַּלְּשִׁ֣י בָאֵ֔פֶר אֵ֤בֶל יָחִיד֙ עֲשִׂ֣י לָ֔ךְ מִסְפַּ֖ד תַּמְרוּרִ֑ים כִּ֣י פִתְאֹ֔ם יָבֹ֥א הַשֹּׁדֵ֖ד עָלֵֽינוּ׃
ZunzTochter meines Volkes, gürte dich mit Säcken und lege dich in Asche, trauere wie um den Einzigen, stelle an eine bittere Klage, denn plötzlich kommt der Verwüster über uns.
27
בָּח֛וֹן נְתַתִּ֥יךָ בְעַמִּ֖י מִבְצָ֑ר וְתֵדַ֕ע וּבָחַנְתָּ֖ אֶת־דַּרְכָּֽם׃
ZunzZum Wardein setze ich dich für mein Volk, das Erz, daß du erkennest und prüfest ihren Wandel.
28
כֻּלָּם֙ סָרֵ֣י סוֹרְרִ֔ים הֹלְכֵ֥י רָכִ֖יל נְחֹ֣שֶׁת וּבַרְזֶ֑ל כֻּלָּ֥ם מַשְׁחִיתִ֖ים הֵֽמָּה׃
ZunzAlle sind sie Abtrünnige, Ausspäher, Kupfer und Eisen, alle sind sie entartet.
29
נָחַ֣ר מַפֻּ֔חַ (מאשתם) [מֵאֵ֖שׁ תַּ֣ם] עֹפָ֑רֶת לַשָּׁוְא֙ צָרַ֣ף צָר֔וֹף וְרָעִ֖ים לֹ֥א נִתָּֽקוּ׃
ZunzEs glühet der Blasebalg, vom Feuer ist das Blei verzehret; umsonst schmelzt man wieder und wieder, die Schlechten werden nicht geschieden.
30
כֶּ֣סֶף נִמְאָ֔ס קָרְא֖וּ לָהֶ֑ם כִּֽי־מָאַ֥ס יְהֹוָ֖ה בָּהֶֽם׃ {פ}
ZunzVerworfenes Silber nennt man sie, denn der Ewige hat sie verworfen.