Jeschajahu 48 ישעיהו

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1
שִׁמְעוּ־זֹ֣את בֵּֽית־יַעֲקֹ֗ב הַנִּקְרָאִים֙ בְּשֵׁ֣ם יִשְׂרָאֵ֔ל וּמִמֵּ֥י יְהוּדָ֖ה יָצָ֑אוּ הַֽנִּשְׁבָּעִ֣ים ׀ בְּשֵׁ֣ם יְהֹוָ֗ה וּבֵאלֹהֵ֤י יִשְׂרָאֵל֙ יַזְכִּ֔ירוּ לֹ֥א בֶאֱמֶ֖ת וְלֹ֥א בִצְדָקָֽה׃
BernfeldHöret dieses ihr vom Hause Jakob, die genannt werden mit dem Namen Israel, und ihr, die aus der Quelle Jehudas hervorgegangen seid, ihr alle, die beim Namen des Herrn schwören, und den Gott Israels anrufen, aber nicht in Wahrheit und nicht in Frömmigkeit.
ZunzHöret dieses, Haus Jaakob, die genannt werden mit dem Namen Jisraël, und aus der Quelle Jehudah's sind hervorgegangen, die schwören beim Namen des Ewigen, und den Gott Jisraël's anrufen, nicht in Wahrheit und nicht in Frömmigkeit.
J. J. HirschHöret dieses, Haus Jakobs, die als „Israel“ berufen bleiben und Judas Wassern entstammt sind, die bei dem Namen Gottes schwören und den Gott Israels erwähnen, aber nicht in Wahrheit und nicht in Pflichttreue.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

Kap. 48. V. 1. An das jüdische Volk, im Begriff aus dem babylonischen Exile heimzukehren, richtet sich das Gotteswort. בית יעקב הנקראים בשם ישראל — s. das oben zu כי ירחם ד' את יעקב Kap. 14, 1 Bemerkte — Eurer Bestimmung, eurer Aufgabe und Berufung nach bleibt ihr „Israel“, wenn auch der wiederherzustellende Staat nicht unabhängig sein, vielmehr das Gepräge „Jakob“ aufweisen wird. Die ihn bilden werden, sind auch nur ein Bruchteil des Volkes Israel; von zwölf Stämmen sind es nur zwei: Juda und Benjamin, der bei der Teilung des Reiches sich Juda angeschlossen hatte, und einzelne aus den übrigen Stämmen, die unter ihnen lebten. — מי יהודה die Juda durchströmenden Gewässer: bildlicher Ausdruck für das jüdische Volk, ähnlich wie oben Kap. 8, 6, s. das., מי השלח bildlicher Ausdruck für das Königshaus Davids.

הנשבעים וגו'. Ihr unterstellet euer Reden der Allwissenheit Gottes, und indem ihr Gott אלקי ישראל den Gott Israels nennt, Ihm auch euer Tun und Lassen und erkennet in Ihm den euer Geschick Gestaltenden — jedoch seid ihr von der Wahrheit dessen, was ihr damit aussprechet, nicht so durchdrungen, daß es euch nun ganz in den Dienst treuer Pflichterfüllung stelle und euer gesamtes Leben regele. Euer Bekenntnis entquillt nicht völlig eurer innersten Überzeugung, ist mehr Lippenwort und Form, schon durch die Verhältnisse, in denen ihr lebet, veranlaßt.

2
כִּֽי־מֵעִ֤יר הַקֹּ֙דֶשׁ֙ נִקְרָ֔אוּ וְעַל־אֱלֹהֵ֥י יִשְׂרָאֵ֖ל נִסְמָ֑כוּ יְהֹוָ֥ה צְבָא֖וֹת שְׁמֽוֹ׃ {ס}
BernfeldDenn von der heiligen Stadt nennen sie sich und auf den Gott Israels stützen sie sich: Herr, Gott Zebaot ist sein Name.
ZunzDenn von der heiligen Stadt nennen sie sich, und auf den Gott Jisraël's stützen sie sich. Ewiger der Heerschaaren ist sein Name.
J. J. HirschDenn nach der heiligen Stadt werden sie genannt und verwiesen auf die Unterstützung des Gottes Israels, dessen Name Gott Zebaoth ist.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 2. כי מעיר הקדש וגו'. Denn selbst, wenn ihr es wolltet, könntet ihr eure Abstammung und eure Gott-Zugehörigkeit nicht verleugnen, das leidet schon eure Umgebung nicht. Selbst im Exile wirft man dem Juden seine Herkunft aus dem „gelobten Lande“ vor und verweist ihn, wenn er hilfsbedürftig ist, auf seinen Gott, der, obgleich ד' צבא' aller Wesen Gott ist, sich gerade dieses Volk „auserwählt“ habe. Ähnlich Obadja 1, 20: וגלת החל הזה לבני ישראל אשר כנענים עד צרפת „Und die Vertriebenen dieses zu Söhnen Israels gewordenen Heeres, welche als Kenaaniter bis nach Frankreich wohnen“ — ihre Umgebung vergißt nicht ihre palästinensische Herkunft. Ebenso Hohel. 4, 8: אתי מלבנון כלה אתי מלבנון תבואי, auch im Exile bleibt Israel das „מלבנון“ vom Libanon herstammende Volk, bleibt es bis zum Augenblicke seiner Heimkehr.

נסמכו על וגו' wie Ps. 71, 6: עליך נסמכתי מבטן ich wurde auf dich gestützt, d. h. die Verhältnisse, in die ich mit meiner Geburt eintrat, wiesen mich auf Gott als meine alleinige Stütze hin. (In der Sprache der Grammatiker ist נסמך על „in Zusammenhang gebracht mit“, „gestützt auf“, der Ausdruck für status constructus.)

3
הָרִֽאשֹׁנוֹת֙ מֵאָ֣ז הִגַּ֔דְתִּי וּמִפִּ֥י יָצְא֖וּ וְאַשְׁמִיעֵ֑ם פִּתְאֹ֥ם עָשִׂ֖יתִי וַתָּבֹֽאנָה׃
BernfeldDas Frühere habe ich von jeher verkündet und aus meinem Munde ging es hervor und ich tat es kund, plötzlich führe ich es aus und es trifft ein.
ZunzDas Frühere von jeher hab' ich verkündet, und aus meinem Munde ging es hervor, und ich that es kund, plötzlich führ' ich es aus, und es trifft ein.
J. J. HirschDie früheren Ereignisse hatte ich längst voraus verkündet, und sie traten aus meinem Munde hervor, um sie [euch] hören zu lassen; allein plötzlich führte ich sie aus, und sie trafen ein.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 3. הראשנות וגו'. Eure ganze historische Vergangenheit zeigt, wie ihr einzig auf mich angewiesen seid. Eure Erlösung aus Ägypten, eure Errettung aus der Hand Sanheribs und ebenso eure Befreiung jetzt aus dem babylonischen Exile — alles, alles hatte ich euch vorher verkündet, es traf ein, wie ich es vorausgesagt hatte, und traf und trifft euch dennoch völlig unvorbereitet, die Ausführung erfolgt plötzlich, nicht als natürliches Ergebnis der vorhergehenden Umstände, sondern als direkte Wirkung meines Beschlusses.

4
מִדַּעְתִּ֕י כִּ֥י קָשֶׁ֖ה אָ֑תָּה וְגִ֤יד בַּרְזֶל֙ עׇרְפֶּ֔ךָ וּמִצְחֲךָ֖ נְחוּשָֽׁה׃
BernfeldWeil ich weiß, dass du hart bist und dein Nacken eine Sehne von Eisen und deine Stirne von Erz ist:
ZunzWeil ich weiß, daß du hart bist, und eine Sehne von Eisen dein Nacken, und deine Stirn von Erz;
J. J. HirschWeil ich wußte, daß du hart bist; und eine eiserne Sehne dein Nacken und deine Stirn ehern ist,
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 4. 5. Ich kannte deinen starren Sinn, der sich nur schwer vor der Überzeugung von der Allmacht meiner Waltung beugt, sich nicht von ihr durchdringen lassen will und die Begebenheiten deiner Geschichte lieber einem blind waltenden Fatum zuschreibt, als mir; darum gerade setzte ich dich vor ihrem Eintreffen von ihnen in Kenntnis. מדעתי wie דעתי אתכם (5. B. M. 9, 24) nach meiner Erkenntnis, nach meiner Erfahrung.

5
וָאַגִּ֤יד לְךָ֙ מֵאָ֔ז בְּטֶ֥רֶם תָּב֖וֹא הִשְׁמַעְתִּ֑יךָ פֶּן־תֹּאמַר֙ עׇצְבִּ֣י עָשָׂ֔ם וּפִסְלִ֥י וְנִסְכִּ֖י צִוָּֽם׃
BernfeldSo verkünde ich dir alles von jeher; bevor es eintraf, ich tat es dir kund dass du nicht sprächest: Mein Götze hat es getan, mein gehauenes oder mein gegossenes Bild hat es angeordnet.
ZunzSo verkündigte ich dir von jeher, bevor es eintraf, that ich es dir kund, daß du nicht sprächest: mein Götze hat es gethan, mein gehauenes und mein gegossenes Bild hat es geboten.
J. J. Hirschso verkündigte ich sie dir längst voraus; bevor es eintreten sollte, ließ ich dich es vernehmen, damit du nicht sagest: „mein Götze hat sie gestaltet, mein geschnitzter und gegossener Gott hat sie angeordnet“.
6
שָׁמַ֤עְתָּֽ חֲזֵה֙ כֻּלָּ֔הּ וְאַתֶּ֖ם הֲל֣וֹא תַגִּ֑ידוּ הִשְׁמַעְתִּ֤יךָ חֲדָשׁוֹת֙ מֵעַ֔תָּה וּנְצֻר֖וֹת וְלֹ֥א יְדַעְתָּֽם׃
BernfeldSiehe doch, du hast es ganz gehört, ihr werdet es doch eingestehen! Ich tat dir Neues kund, was jetzt geschehen ist, und Verborgenes, das du nicht gewusst.
ZunzDu hast gehört, schaue es ganz, und ihr wollt ihr es nicht eingestehen? Ich that dir Neues kund aus der Gegenwart, und Verborgenes, das du nicht gewußt.
J. J. HirschWas du gehört hattest, schaue es nun als Ganzes! Und ihr, wollet ihr nicht kund machen, daß ich dich die neuen Ereignisse von jetzt zuvor habe hören lassen, die dennoch so verborgen blieben, daß du nichts von ihnen merktest?
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 6. 7. שמעת וגו'. Blick nun zurück; alles, von Anbeginn deiner Volksgründung an, was dir vorausverkündet war, ist buchstäblich in Erfüllung gegangen, sieh es nun als Ganzes, in seiner Vollendung an. Sollte nicht, müßte nicht die Tatsache, daß alles sich erfüllt hat und wie es sich erfüllt hat, dir die Überzeugung aufnötigen, daß נבראו alles Produkt meiner Schöpfung, nichts anderes als die Dokumentierung meines freien Waltens in der Geschichte ist! Babels Sturz und Judas Erlösung durch Cyrus waren, als Jesaia sie zu verkünden hatte, nicht etwa durch den Lauf der Ereignisse vorbereitet, so daß vielleicht nur ein großer, ungewöhnlicher Scharfsinn dazu gehört hätte, den Gang der Geschichte zu berechnen. Nein, עתה נבראו im Moment der Erfüllung war das Ereignis eine völlig neue Gottesschöpfung und dennoch war es längst, längst voraus angekündigt.

7
עַתָּ֤ה נִבְרְאוּ֙ וְלֹ֣א מֵאָ֔ז וְלִפְנֵי־י֖וֹם וְלֹ֣א שְׁמַעְתָּ֑ם פֶּן־תֹּאמַ֖ר הִנֵּ֥ה יְדַעְתִּֽין׃
BernfeldJetzt ist es entstanden und nicht von jeher und vor Zeiten, du hast früher nichts davon gehört, dass du also nicht sprächest: Ich wusste es ja.
ZunzJetzt ist es entstanden, und nicht von jeher und vor Zeiten, und du hast nichts gehört, daß du nicht sprechest: Siehe, ich wußte es.
J. J. HirschEben jetzt wurden sie geschaffen und sind nicht von damals, und tags zuvor hattest du nichts von ihnen gehört, sonst würdest du sagen: „siehe, ich habe es ja doch gewußt“.
8
גַּ֣ם לֹֽא־שָׁמַ֗עְתָּ גַּ֚ם לֹ֣א יָדַ֔עְתָּ גַּ֕ם מֵאָ֖ז לֹא־פִתְּחָ֣ה אׇזְנֶ֑ךָ כִּ֤י יָדַ֙עְתִּי֙ בָּג֣וֹד תִּבְגּ֔וֹד וּפֹשֵׁ֥עַ מִבֶּ֖טֶן קֹ֥רָא לָֽךְ׃
BernfeldDenn weder hörtest du noch wusstest du, noch drang es von jeher in dein Ohr; ich weiß ja, wie du treulos bist, dass du vom Mutterleibe abtrünnig genannt wirst.
ZunzWeder hörtest du, noch wußtest du, noch drang es von jeher in dein Ohr, denn ich weiß, wie du treulos bist, und abtrünnig vom Mutterleibe an wirst du genannt.
J. J. HirschGleichwohl hast du nicht gehorcht, gleichwohl nichts erkannt, gleichwohl hat selbst von da an dein Ohr sich nicht erschlossen. Denn ich weiß es, du wirst wieder untreu werden, und „Ungehorsam vom Mutterleibe an“ bist du benannt.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 8. Jedoch, wie du in der Vergangenheit immer von neuem in Ungehorsam zurückfielest und dich der Erkenntnis meiner Waltung verschlossest, so, weiß ich, wird es auch jetzt geschehen. ממרים היתם עם ד' „ungehorsam mit Gott,“ nannte dich bereits dein erster Führer und sprach es 5. B. M. 32, 18 aus, ותשכח א' מחללך daß du Gottes vergaßest, während er dich erzeugte. So wirst du auch jetzt mir nicht die Treue wahren, welche du mir stets schuldest und jetzt um so mehr, als ich dich wieder dem Boden deiner Heimat zuführe. — פִּתְּחָה das verstärkte פָּתְחָה, wie Hohel. 7, 13: פִּתַּח הַסְּמָדַר:

9
לְמַ֤עַן שְׁמִי֙ אַאֲרִ֣יךְ אַפִּ֔י וּתְהִלָּתִ֖י אֶחֱטׇם־לָ֑ךְ לְבִלְתִּ֖י הַכְרִיתֶֽךָ׃
BernfeldUm meines Namens willen will ich langmütig sein, und um meines Ruhmes willen zügle ich [meinen Zorn] gegen dich, dass ich dich nicht ausrotte.
ZunzUm meines Namens willen schieb' ich auf meinen Zorn, und um meines Ruhmes willen zügele ich mich gegen dich, daß ich dich nicht ausrotte.
J. J. HirschUm meines Namens willen verzögere ich mein Zürnen und um meines Ruhmes willen halte ich betreffs deiner an mich, um dich nicht zu vernichten.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 9. Auch jetzt verdankst du deine Erlösung nicht deinem Verdienste, im Gegenteil, es waren während deiner Exils-Periode Momente da, in denen ein großer Teil der Deinen sich von neuem mit Schuld belud — man erinnere sich nur der allerdings erzwungenen göttlichen Verehrung des goldenen Standbildes zu Nebukadnezars Zeiten und der Teilnahme an den verbotenen Genüssen der Hoftafel König Achaschweroschs — nur um meines Namens und meines Ruhmes willen (das למען bezieht sich auch auf ותהלתי) lege ich meinem berechtigten Unwillen Zügel an. — אחטם von חטם kommt nur hier vor, die Lautverwandtschaft mit חתם, versiegeln, verschließen, läßt es als ein an-sich-Halten, damit die innere Bewegung nicht nach außen hervortrete, auffassen.

10
הִנֵּ֥ה צְרַפְתִּ֖יךָ וְלֹ֣א בְכָ֑סֶף בְּחַרְתִּ֖יךָ בְּכ֥וּר עֹֽנִי׃
BernfeldIch lautere dich, wenn auch nicht wie das Silber geläutert wird; ich läutere dich im Schmelzofen des Elends.
ZunzSiehe, ich läutere dich, wenn auch nicht zu Silber, bewähre dich im Schmelzofen des Elends.
J. J. HirschSiehe, geläutert habe ich dich, aber nicht auf Silber, doch erwählte ich dich in dem Schmelztigel des Elends;
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 10. 11. הנה צרפתיך וגו'. Das babylonische Exil hat allerdings bessernd und reinigend auf dich gewirkt, aber dich dennoch nicht von allen Schlacken befreit, ולא בכסף reines Silber ergab die Läuterung noch nicht — בחרתיך dennoch erwählte ich dich von neuem, unterbrach die Prüfungszeit deines Galuth und werde den Reinigungsprozeß auf deinem heimatlichen Boden nun weiter fortsetzen. Das tue ich למעני meinetwegen, meines Namens willen, damit der nicht entweiht werde, damit nicht, wie es 5. B. M. 32, 27 eben auch auf eine solche Zeit hinschauend heißt, eure Feinde sagen, ידינו רמה ולא ד' פעל כל זאת „unsere Hand ist hoch gehoben, und nicht Gott hat alles dieses bewirkt“. Ich tue es, damit du auf heimatlicher Erde fortfahren kannst, dich für die große Aufgabe hinreichend vorzubereiten, die du einst auf deiner Wanderung durch die Menschheit zu lösen haben wirst.

בחרתיך wird gewöhnlich erklärt, als ob בחנתיך „ich habe dich geprüft“ stünde. Jedoch ist u. A. nach kein Grund vorhanden, בחר hier anders als in der ihm stets innewohnenden Bedeutung: wählen und erwählen aufzufassen. Ähnlich wie oben Kap. 41, 9: בחרתיך ולא מאסתיך, obgleich du noch nicht die sittliche Stufe, auf der ich dich gerne sehen würde, erreicht hast, bleibst du dennoch das für meine Ziele auserwählte Volk.

11
לְמַעֲנִ֧י לְמַעֲנִ֛י אֶעֱשֶׂ֖ה כִּ֣י אֵ֣יךְ יֵחָ֑ל וּכְבוֹדִ֖י לְאַחֵ֥ר לֹא־אֶתֵּֽן׃ {פ}
BernfeldUm meinetwillen, um meinetwillen tue ich es, denn wie würde [meine Ehre] entweiht sein? und meine Ehre gebe ich keinem andern.
ZunzUm meinet-, um meinetwillen thue ich es; denn wie würde (mein Name) entweihet! und meine Ehre geb' ich keinem Andern.
J. J. Hirschum meinetwillen, um meinetwillen werde ich's weiter tun — denn wie würde er entweiht werden — und meine Ehre werde ich keinem andern überlassen!
12
שְׁמַ֤ע אֵלַי֙ יַֽעֲקֹ֔ב וְיִשְׂרָאֵ֖ל מְקֹרָאִ֑י אֲנִי־הוּא֙ אֲנִ֣י רִאשׁ֔וֹן אַ֖ף אֲנִ֥י אַחֲרֽוֹן׃
BernfeldHöre mir zu, Jakob, mein Berufener Israel, ich bin es, ich der Erste und ich auch der Letzte.
ZunzHöre mir zu, Jaakob, und Jisraël, mein Berufener, ich bin es, ich der Erste, ich auch der Letzte.
J. J. HirschHöre auf mich, Jakob und Israel, das nach mir benannt ist. Ich bin derselbe, bin der Erste, ich bin auch der Letzte!
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 12—16. שמע אלי וגו'. Du bleibst auch als „Jakob“ der Träger der „Israels“-Aufgabe (מקראי s. oben 43, 1: קראתי בשמך לי אתה) und wirst sie lösen. Denn wie ich ewig derselbe und an keine Zeit gebunden bin, so bleibe ich auch ewig Herr einer jeden meiner Schöpfungen: קורא אני אליהם יעמדו יחדו wie כי הוא אמר ויהי הוא צוה ויעמד (Ps. 33, 9) „denn Er sprach und es ward, Er gebot und es stand stille“. Mein Wille beherrscht noch die von mir hervorgerufene Welt, und nur eines Winkes von mir bedarf es, und die Ordnung steht stille, auf deren Unveränderlichkeit die Menschen ihre Pläne bauen. So bist auch du, Israel, als meine Schöpfung, mit deinem Dasein und deinem Geschick einzig von meinem Willen abhängig, und eben jetzt lasse ich dein Geschick in eine neue Phase treten. Sehet, was sich jetzt vollzieht! Keiner hätte es der stolzen Babel und ihren Chaldäern voraussagen können — ein Wink von mir, und der Vollstrecker meines Willens ist da, Cyrus, unter dessen starkem Arm sie zu Boden sinkt. Ich berief ihn, und glücklich vollendet er, was mein Wille ihn heißt, das, worüber ich euch von Anbeginn an nicht im Unklaren ließ. מעת היותה: Von dem Momente, da es ins Dasein tritt (das Suffix in היותה bezieht sich auf זאת) bin „Ich“ in den Ereignissen offenbar.

ועתה: Jetzt aber, fährt Jesaia fort, so lange Zeit vor Eintreffen des Verkündeten, hat Gott mich gesandt, — Gott, der selbst während er begangenes Unrecht vor seinen Richterstuhl zieht, seinen Geschöpfen die Liebe bewahrt — damit ihr durch meine mahnenden Worte euch mit seinem Geiste erfüllt, und er das bereits beschlossene und verkündete Galuthgeschick doch noch von euch abwenden könne.

13
אַף־יָדִי֙ יָ֣סְדָה אֶ֔רֶץ וִימִינִ֖י טִפְּחָ֣ה שָׁמָ֑יִם קֹרֵ֥א אֲנִ֛י אֲלֵיהֶ֖ם יַעַמְד֥וּ יַחְדָּֽו׃
BernfeldMeine Hand hat die Erde gegründet und meine Rechte den Himmel ausgespannt. Ich rufe ihnen zu, sie stellen sich sofort ein, [um meinen Befehlen zu gehorchen].
ZunzJa, meine Hand hat gegründet die Erde, und meine Rechte ausgespannt die Himmel. Ich rufe ihnen zu, sie stellen sich ein allzumal.
J. J. HirschWar es doch meine Hand, welche die Erde gründete, und meine Rechte, die die Himmel umfaßte — rufe ich ihnen zu, so stehen sie allesamt stille!
14
הִקָּבְצ֤וּ כֻלְּכֶם֙ וּֽשְׁמָ֔עוּ מִ֥י בָהֶ֖ם הִגִּ֣יד אֶת־אֵ֑לֶּה יְהֹוָ֣ה אֲהֵב֔וֹ יַעֲשֶׂ֤ה חֶפְצוֹ֙ בְּבָבֶ֔ל וּזְרֹע֖וֹ כַּשְׂדִּֽים׃
BernfeldVersammelt euch alle und höret, wer unter ihnen hat dieses verkündet? Der Herr liebt [Cyrus], er wird ausführen seinen Willen an Babel, [Cyrus] wird vollstrecken die Strafe gegen die Chaldäer.
ZunzVersammelt euch Alle und höret, wer unter ihnen hat dieses verkündet? Der Ewige liebt ihn, er wird ausführen seinen Willen an Babel, und seinen Arm (an) den Kasdim.
J. J. HirschVersammelt euch alle und höret: Wer unter jenen hat dieses verkündet? Gott hat ihn geliebt, damit er Seinen Willen an Babel vollziehe und sein Arm gegen die Chaldäer sei.
15
אֲנִ֥י אֲנִ֛י דִּבַּ֖רְתִּי אַף־קְרָאתִ֑יו הֲבִאֹתִ֖יו וְהִצְלִ֥יחַ דַּרְכּֽוֹ׃
BernfeldIch habe verheißen und ihn berufen, ihn kommen lassen, und sein Weg wird gelingen.
ZunzIch, ich habe verheißen und ihn berufen, ihn kommen lassen, und sein Weg wird gelingen.
J. J. HirschIch, Ich hatte es ausgesprochen und habe ihn auch berufen, habe ihn kommen lassen, und glücklich vollbringt er seinen Weg!
16
קִרְב֧וּ אֵלַ֣י שִׁמְעוּ־זֹ֗את לֹ֤א מֵרֹאשׁ֙ בַּסֵּ֣תֶר דִּבַּ֔רְתִּי מֵעֵ֥ת הֱיוֹתָ֖הּ שָׁ֣ם אָ֑נִי וְעַתָּ֗ה אֲדֹנָ֧י יֱהֹוִ֛ה שְׁלָחַ֖נִי וְרוּחֽוֹ׃ {פ}
BernfeldNahet euch mir, höret solches; von Anbeginn habe ich dies nicht im Verborgenen geredet, seit es geschah, war ich da. Jetzt aber hat Gott, der Herr, mich gesandt, — sein Geist.
ZunzNahet euch mir, höret Solches, nicht hab' ich von Anbeginn im Verborgenen geredet, seit es geschah, war ich da. Jetzt aber hat Gott, der Herr, mich gesandt, und sein Geist.
J. J. HirschNahet euch mir, höret dies: Nicht habe ich von Anfang an im Unklaren geredet, in dem Augenblicke, da es sich verwirklicht, bin ich da! Jetzt aber hat der Herr, der auch richtend seine Liebe offenbarende Gott, mich gesandt und seinen Geist.
17
כֹּה־אָמַ֧ר יְהֹוָ֛ה גֹּאַלְךָ֖ קְד֣וֹשׁ יִשְׂרָאֵ֑ל אֲנִ֨י יְהֹוָ֤ה אֱלֹהֶ֙יךָ֙ מְלַמֶּדְךָ֣ לְהוֹעִ֔יל מַדְרִֽיכְךָ֖ בְּדֶ֥רֶךְ תֵּלֵֽךְ׃
BernfeldAlso spricht der Herr dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich zu deinem Heil belehrt, der dich leitet auf dem Wege, den du gehen sollst.
ZunzAlso spricht der Ewige, dein Erlöser, der Heilige Jisraël's: Ich bin der Ewige, dein Gott, der dich belehrt zum Frommen, der dich leitet auf dem Wege, den du gehen sollst.
J. J. HirschSo sprach Gott, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich Gott, dein Gott, belehre dich, um dir zu nützen, lasse dich den Weg betreten, den du gehen sollst.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 17—19. כה אמר ד' גאלך. Dann bedürfte es nicht erst meiner Erlösung aus dem babylonischen Exile. Du würdest geraden Wegs dem Heile entgegen gehen. Der Weg, den Gottes Lehre dir weiset, der führt zum Glücke, der führt zum Segen. — Hätte Israel den Satzungen Gottes gehorcht, seine Aufgabe und seine Größe lediglich in der Erfüllung des göttlichen Willens, wie er in der Thora gelehrt wird, gefunden, es wäre שלומך sein „Friede“, der Inbegriff alles menschlichen physischen, sozialen wie politischen Heiles, nicht ein Flickwerk stümperhafter Menschenhand gewesen, כנהר wie der Strom wäre er geworden, der aus dem ewigen Born gottgeschaffener Quelle strömt.

וצדקתך כגלי הים. Wie die Wellen vom Gotteshauch des Windes gestaltet und geleitet werden, so wären Israels Handlungen alle: Wirkungen seiner Pflichttreue, angeregt und vollzogen durch den Hauch des Gottesgeistes, der aus seiner Thora spricht.

ויהי כחול זרעך וגו'. Zahlreich wie des Meeres Sandkörner, gesund und frisch wie des Meeres Kinder (das Suffix כמעותיו nimmt Bezug auf הים), die Fische in ihrem Elemente, so wäre Israel in seinen Nachkommen gediehen, und es hätten sich in ihm und an ihm alle die Segnungen erfüllt, welche Gott bei Erteilung seines Gesetzes an dessen Beobachtung geknüpft hat, wie dies 2. B. M. 15, 26; 3. B. M. 26, 3 u. f.; 5. B. M. 7, 12 u. f.; 11, 13—15, 20—25; 28, 1—13 näher ausgeführt ist.

לא יכרת וגו'. Der Konjunktivsatz לוא הקשבת למצותי ויהי וגו' ויהי כחול וגו' schließt mit כמעותיו. Dagegen steht das darauf folgende לא יכרת וגו' ולא ישמד in positiver Futurumform und besagt demgemäß im Zusammenhange mit der vorher bedingungsweise ausgesprochenen Schilderung des Glücks und Gedeihens: Aber auch so, aber auch jetzt, da Israel nicht die hohe Stufe der von ihm geforderten Pflichterfüllung erreicht und sich bewahrt hat — „wird es dennoch nicht dem Untergang geweiht und wird weiter fortbestehen vor mir“. (Das Suffix in שמו bezieht sich auf das vorhergehende זרעך.) Darum begründe ich jetzt aufs neue eure Zukunft auf dem Boden eurer Bestimmung, eurer Heimat:

18
ל֥וּא הִקְשַׁ֖בְתָּ לְמִצְוֺתָ֑י וַיְהִ֤י כַנָּהָר֙ שְׁלוֹמֶ֔ךָ וְצִדְקָתְךָ֖ כְּגַלֵּ֥י הַיָּֽם׃
BernfeldHattest du nur immer meinen Geboten gehorcht! Dann wäre wie ein Strom dein Friede, und dein Heil wie die Meereswellen;
ZunzHättest du gehorcht meinen Geboten! Dann war wie ein Strom dein Frieden, und dein Heil wie die Meereswellen;
J. J. HirschO hättest du meinen Geboten gehorcht, so wäre dem Strome gleich dein Friede geworden und deine Pflichttreue wie des Meeres Wellen;
19
וַיְהִ֤י כַחוֹל֙ זַרְעֶ֔ךָ וְצֶאֱצָאֵ֥י מֵעֶ֖יךָ כִּמְעֹתָ֑יו לֹא־יִכָּרֵ֧ת וְֽלֹא־יִשָּׁמֵ֛ד שְׁמ֖וֹ מִלְּפָנָֽי׃ {ס}
BernfeldDann wäre wie Sand dein Volk, und die Sprösslinge deines Leibes wie seine Körner — nicht ausgerottet, nicht getilgt würde sein Name vor meinem Antlitze.
ZunzDann war wie Sand dein Same und die Sprößlinge deines Leibes wie seine Körner — nicht ausgerottet, nicht getilgt wurde sein Name vor meinem Antlitze.
J. J. Hirsches wäre wie der Sand deine Nachkommenschaft geworden und deines Schoßes Sprossen wie die seines Schoßes! [Aber auch so] wird nicht vernichtet und nicht ausgetilgt werden sein Name vor mir!
20
צְא֣וּ מִבָּבֶל֮ בִּרְח֣וּ מִכַּשְׂדִּים֒ בְּק֣וֹל רִנָּ֗ה הַגִּ֤ידוּ הַשְׁמִ֙יעוּ֙ זֹ֔את הוֹצִיא֖וּהָ עַד־קְצֵ֣ה הָאָ֑רֶץ אִמְר֕וּ גָּאַ֥ל יְהֹוָ֖ה עַבְדּ֥וֹ יַעֲקֹֽב׃
BernfeldZieht fort aus Babel, entfliehet aus der Mitte der Chaldäer, mit der Stimme des Jubels meldet, verkündet dieses, traget es hin bis an das Ende der Erde, sprechet: Erlöst hat der Herr seinen Knecht Jakob.
ZunzZiehet fort aus Babel, entfliehet aus der Kasdim (Lande), mit der Stimme des Jubels meldet, verkündet dieses, traget es hin bis an das Ende der Erde, sprechet: Erlöst hat der Ewige seinen Knecht Jaakob.
J. J. HirschZiehet aus von Babel, gehet eilends hinweg von den Chaldäern! Mit jubelnder Stimme verkündet, lasset dieses hören, bringet es hinaus bis ans Ende der Erde, sprechet: „Erlöst hat Gott seinen Diener Jakob,
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 20. 21. צאו מבבל וגו'. Verlasset darum Babel eilig und mit Jubel, verkündet aller Welt, daß ihr eure Erlösung Gott verdankt und Ihm fortan treue Diener zu sein euch entschließet. ברח heißt nicht bloß vor einer drohenden Gefahr fliehen, sondern raschen Entschlusses einen Platz verlassen, an dem man nichts mehr zu erwarten hat. So z. B. spricht 4. B. M. 24, 11 Balak zu Bileam: ועתה ברח לך אל מקומך Hier hast du keine Ehrung zu erwarten, entschließe dich darum rasch zur Heimreise. ברחו מכשדים Lasset euch durch keinerlei vielleicht euch liebgewordene Verhältnisse und Beziehungen bei den Chaldäern zurückhalten, ihr habet bei ihnen nichts zu erwarten, Palästina ist eure Heimat. Vgl. das oben zu Kap. 45, 20 Bemerkte, wo wir zugleich auf die Notwendigkeit dieser Mahnung hinwiesen.

ולא צמאו וגו' ist unserer Ansicht nach Fortsetzung dessen, was die Erlösten aussprechen sollen. — Esra 1, 4, 6 wird berichtet, daß auf Cyrus' Geheiß die aus der babylonischen Verbannung nach Jerusalem Hinaufziehenden mit allem, wessen sie bedurften, ausgerüstet wurden, sowohl für die Zwecke ihres eigenen wirtschaftlichen Reetablissements, wie für die Wiedereinrichtung des Gottestempels. So wenigstens glauben wir den Vers ינשאוהו אנשי מקמו בכסף ובזהב וברכוש ובבהמה עם הנדבה לבית האלקים אשר בירושלם sowie die Worte חזקו בידיהם בכלי כסף בזהב ברכוש ובבהמה ובמגדנות לבד על כל התנדב verstehen zu dürfen. Da waren sie sicherlich auch mit Speise und Trank für die Reise genügend versehen. Diese ganze Versorgung und Ausstattung verdankten sie der wunderbar fürsorgenden Waltung Gottes, und es bedurfte nicht erst eines offenbaren übernatürlichen Wunders, um sie vor den Gefahren der Wanderung, als deren schreckendste hier der Durst hervorgehoben wird, zu bewahren. Auch würde Esra gewiß nicht unterlassen haben, uns von solchen Wundern zu berichten. Es bedurfte ihrer nicht — wären sie notwendig gewesen, so hätte Gott sie gerade so bewirkt, wie er dies einst bei der vierzigjährigen Wanderung durch die Wüste getan hat. (Auch ר' אלעזר מבלנצי ז"ל erläutert diesen Satz: ולא צמאו אף אם בחרבות הוליכם שאף מים מצור הזיל למו אם יצטרכו לכך אבל לא צרכו לכך וגו'.) In der Überführung der Diktion aus dem Präterit. הוליכם und הזיל in die erzählende Imperfektform ויבקע und ויזבו liegt der Hinweis auf die früher erfolgten offenen Wundertaten, was wir in der Übersetzung durch „sonst schon“ ausgedrückt haben. — Es heißt also hier: Gottes liebende Waltung geleitet die sich seiner Führung vertrauensvoll Hingebenden sicher und fürsorglich zu dem Lande ihrer Bestimmung,

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וְלֹ֣א צָמְא֗וּ בׇּֽחֳרָבוֹת֙ הוֹלִיכָ֔ם מַ֥יִם מִצּ֖וּר הִזִּ֣יל לָ֑מוֹ וַיִּ֨בְקַע־צ֔וּר וַיָּזֻ֖בוּ מָֽיִם׃
BernfeldSie dursteten nicht, da er sie durch Steppen führte; Wasser aus dem Felsen ließ er ihnen rieseln, und er spaltete den Felsen und Wasser flossen.
ZunzUnd sie dursteten nicht, da er durch Steppen sie führte, Wasser aus dem Felsen ließ er ihnen rieseln, und er spaltete den Felsen und Wasser flossen.
J. J. Hirschund sie hatten nicht Durst zu leiden; hätte er sie durch Wüsteneien geführt, er hätte Wasser aus dem Felsen für sie niederrieseln lassen, — spaltete er doch sonst schon Felsen und es flossen die Wasser!“
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אֵ֣ין שָׁל֔וֹם אָמַ֥ר יְהֹוָ֖ה לָרְשָׁעִֽים׃ {פ}
BernfeldKein Friede hingegen — spricht der Herr — den Frevlern.
ZunzKein Friede — spricht der Ewige — den Frevlern.
J. J. HirschKeinen Frieden, sprach Gott, gibt es für die Frevler!
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 22. allein die seiner Aufforderung nicht Folge leisten (s. V. 20 das zu ברחו מכשדים Bemerkte), statt auf ihn, ihr Vertrauen und ihre Zuversicht auf ihre Positionen und Beziehungen in Babylon setzen und dort selbst ohne Gott, ja gegen seinen deutlich und unverkennbar ausgesprochenen Willen ihr „gelobtes Land“ zu finden glauben, solche mit vollem Bewußtsein gegen Gott Frevelnden werden bitter enttäuscht werden: אין שלום „Friede“, das heißt ja Glück, Befriedigung, Zufriedenheit, Gedeihen, Heil gewinnen sie nimmer in Babel, ihn kann man nur der Leitung Gottes folgend erreichen.