Jeschajahu 47 ישעיהו
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kap. 47. Im Gegensatz zu dem Aufblühen, das dem aus babylonischem Exile heimkehrenden Volke soeben verheißen ward, wenn es sich seiner Israels-Bestimmung widmet, entwirft nun dieses Kapitel die Zeichnung des Niedergangs des babylonischen Staates, von dem er sich nie wieder erheben werde. Das Gericht, welches über die Stadt Babylon heranbrechen sollte, war schon Kap. 13 und 14 verkündet worden (s. das.). In der allegorischen Darstellung eines Weibes personifiziert der Prophet den Staat, wie dies in der heiligen Schrift häufig geschieht, und bedient sich dieses Bildes für alle Stadien des Geschickes: Er schaut Babel als die aufblühende stolze Jungfrau, als stattliche, herrische Gebieterin über Königreiche, aber auch als der Kinder beraubte Mutter, als Witwe, die den ins Grab sinken sieht, der ihr Namen und Rang und Macht verliehen, er schaut die Besiegte sich anschickend, dem Sieger als Magd zu folgen. Auch der Verschuldung gedenkt er, mit der sie das göttliche Strafgericht herniederruft, — durch Nachdenken über sich selbst und Insichgehen hätte die so kluge und „wissenschaftlich“ gebildete „Tochter der Chaldäer“ es vielleicht abwenden können, aber sicherlich nicht durch die Sterndeuter und Zauberer, die sie großgezogen hatte. Deren vorgebliche Kunst, in den Sternen die Zukunft lesen und die Sprache des Himmels als Echo wiedergeben zu können, wird versagen und jämmerlich zuschanden werden.
V. 1. בתולת בת בבל: Hast dich rasch entwickelt, bist zur stolzen Jungfrau erblüht, seit du das Joch der Assyrer abschütteln konntest (s. die einleitenden Worte zu Kap. 14). Du hattest einen mächtigen Thron bestiegen, du Tochter des Nomadenvolkes der Chaldäer (s. das oben Kap. 23, 13 zu הן ארץ כשדים Bemerkte). Aber damit ist es nun vorbei! אין כסא וגו' es gibt keinen Thron mehr für dich: Nachdem Babel, durch Cyrus erobert, zur persischen Provinz hinabgesunken war, sollte es sich nie wieder zur Selbständigkeit erheben. Nach dem Sturze des persischen Reiches kam es unter die Herrschaft Alexanders des Großen, dann der Syrer, sodann der Parther, vorübergehend auch der Römer und so fort — einen babylonischen Thron gab es nie wieder!
לא תוסיפי יקראו לך. Gewöhnlich wird הוסיף, fortfahren etwas zu tun, mit dem Infinitiv, aber auch mit dem tempus finitum des folgenden Verbum konstruiert, dessen Subjekt jedoch immer die gleiche Person wie die durch הוסיף bezeichnete ist: לא תוסף תת כחה לך (1. B. M. 4, 12) — ולא יוספו לעשות עוד (5. B. M. 19, 20) — כי לא יוסיף יבא בך עוד וגו' (weiter 52, 1) — כי לא אוסיף עוד ארחם את בית ישראל (Hosea 1, 6). Regulär würde es also hier und V. 5 heißen müssen לא תוסיפי תקראי oder להקרא, oder aber לא יוסיפו יקראו לך oder קרא לך. Bei dieser ungewöhnlichen Ausdrucksweise, die, soweit wir finden konnten, nur hier vorkommt, ist aber die Person, zu der לא תוסיפי gesagt wird, eine andere als die, von der יקראו לך ausgesagt wird, und das dürfte ausdrücken sollen: Auch wenn du fortan dich noch so sehr bemühst, wirst du doch nicht erreichen, daß man dir derartige, dein Wohlergehen oder deine hohe Stellung (V. 5) unter den Völkern der Erde besonders hervorhebende Bezeichnungen beilegt, früher geschah es, und zwar ohne dein Zutun.
הרכה והענגה wie 5. B. M. 28, 56. Babels üppiges Genussesleben, verbunden mit Ausschweifung und Sittenverderbnis, hat bis auf den heutigen Tag den Namen „Babel“ mit dem Epitheton „die sündige“ zur Bezeichnung großer Zentren, in denen das Leben sich ähnlich gestaltet, gemacht. Gerade in der letzten Zeit seiner Selbständigkeit hatte dieses Wohlleben und die Wollust den Kulminationspunkt erreicht. Die sybaritische Verweichlichung dürfte um so mehr auf den Charakter der Nation degenerierend eingewirkt haben, als sie ein Volk ergriff, welches seinen Ursprung in rauhen, kriegerischen Nomaden hatte.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 2—4. Deine Selbständigkeit büßest du ein, mußt dich gewöhnen, Mägdedienste zu leisten. Dazu gehörte, wie wir aus 2. B. M. 11, 5: עד בכור השפחה אשר אחר הרחים sehen, das Mahlen der Getreidekörner auf der Handmühle, und diese שפחה wird dort Kap. 12, 29 als שבי אשר בבית הבור bezeichnet. Es ist die Arbeit der weiblichen Gefangenen, darum hier קחי רחים. — Lege die reichen Gewänder ab, die dir als Herrscherin wohlstanden, für die Besiegte, die Magd, die der Laune des Siegers unterworfen, dem Gebote des Herrn überall hin zu folgen hat, sind sie nicht passend.
צמתך. Die Bedeutung von צַמָּה ist sowohl hier als Hohel. 4, 1; 6, 7 strittig. Nach Ansicht der einen: feines Gewebe, das darunter Befindliches durchscheinen läßt, Schleier. Nach Ansicht anderer: Haargeflecht. — שׁבֶל wird von vielen als Fuß genommen, der beim Gehen שְׁבִיל den Weg berührt. Wir schließen uns der Ansicht derer an, die es mit „Schleppe“ übersetzen, da das lautverwandte שול (Plural שוּלַים) Saum, hauptsächlich eines Gewandes, bedeutet: על שולי המעיל (2. B. M. 28, 34).
גלי und חשפי von גלה und חשף. Beider Bedeutung ist: Fortnehmen einer Verhüllung und Bloßlegen des darunter Befindlichen. Gewöhnlich ist der zu entblößende Teil als das Objekt von גלה und חשף genannt, aber auch manchesmal das verhüllende Gewand. Als Beispiele für die erste Kategorie diene: אשר לא תגלה ערותך עליו (2. B. M. 20, 23) — וזרוע ד' על מי נגלתה (weiter Kap. 53, 1) — חשף ד' את זרוע קדשו (weiter Kap. 52, 10) — מַחשף הלבן (1. B. M. 30, 37) die Entblößung des Weißen, — für die zweite: ברב עונך נגלו שוליך (Jerem. 13, 22) — מי גלה פני לבושו (Job 41, 5) — וגליתי שוליך על פניך וגו' (Nachum 3, 5) — חשפתי שוליך על פניך (Jerem. 13, 26). Hier haben wir in חשפי שבל möglicherweise die zweite und in גלי שוק und תגל ערותך die erste.
Die beschämende Niedrigkeit, der du entgegengehst, ist eine wohlverdiente Strafe für das, was du an meinem Volke gesündigt hast — aber du hast dir in den Tagen deines Glückes und Glanzes auch sonst viele Feinde geschaffen, Freunde gar nicht gewonnen, jeder gönnt dir nun dein Mißgeschick und sieht mit dem Gefühle befriedigten Hasses es über dich kommen. Das dürfte mit dem לא אפגע אדם gesagt sein. — פגע mit ב bezeichnet heftiges Eindringen in jemanden, sowohl mit Bitten als auch mit der Waffe. In פגע mit dem Akkusativ liegt, soweit uns scheint, mit dem direkten Zugehen auf jemanden, welches es in der Regel bedeutet, etwas von dem, dem die Begegnung gilt, als unliebsam Empfundenes, so selbst in ויפגעו את משה ואת אהרן (2. B. M. 5, 20). So auch hier: „Ich trete damit keinem Menschen unliebsam entgegen, durch mein Einschreiten gegen Babel fühlt sich keiner unangenehm berührt.“
גואלנו וגו'. Bei den eben zitierten Worten Gottes vernimmt der Prophet den Herzenserguß Israels: Mögen alle anderen schadenfroh sich des von Gott über Babel verhängten Unglücks freuen — nicht Schadenfreude ist's, was uns jubeln läßt, uns hat sich Gott damit als unser Erlöser bewährt, zum zweitenmal uns der Gefangenschaft entrissen wie in Mizrajim, als ד' צבא' uns wiederum auf unseren Posten gestellt, damit wir Ihm und der uns heiligenden Israels-Aufgabe auf dem Boden unserer Bestimmung unser Leben weihen!
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 5. Du aber, die du das große Wort führtest, שבי דומם setze dich ganz stille nieder, kehre in das Dunkel zurück, aus dem du hervorgegangen, Tochter der Chaldäer, nimmer gelingt es dir in Zukunft, dich mit dem Strahlenglanz der Hegemonie als die Herrin über Königreiche zu umgeben.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 6. 7. Mißbraucht hattest du die Macht, die ich dir, als ich meinem Volke zürnte, einräumte. Du hättest bedenken sollen, daß es נחלתי mein Erbe, „mein Eigentum“ ist und bleibt, was ich in deine Hand legte und dessen Rückgabe ich auch von dir fordern werde. Da hättest du dir eine erbarmungsvolle Behandlung der in deine Macht Gefallenen zum Gesetz machen müssen. — Dies ist die Bedeutung von שום in Beziehung zu רחמים, s. Komm. zu 5. B. M. 13, 18, wörtlich: Erbarmen einsetzen, d. h. zum Gesetz machen. — Das tatest du nicht, machtest selbst Greisen, denen der Schmerz um den Verlust der staatlichen Selbständigkeit Israels und ganz besonders um den Untergang des Gottestempels tief zu Herzen ging, ihr ohnehin schweres Geschick noch schwerer.
In deinem dünkelhaften Hochmute wähntest du, deine Herrschaft werde ewig dauern, so daß du nie in die Lage kommen würdest, vor mir für dein Tun Rechenschaft ablegen zu müssen, darum לא שמת אלה וגו' zogst du auch für dich keine Lehre daraus, daß es der Ungehorsam meines Volkes gegen mein Gesetz gewesen, der meinen Zorn erregt und אחריתה das Ende seines staatlichen Daseins herbeigeführt hat. Sonst hättest du wissen müssen, was dir bevorsteht! — Das Suffix von אחריתה bezieht sich auf נחלתי. — Das Suffix von ואתנם (Plural) und ebenso der Plural להם bezieht sich auf עמי und נחלתי.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 8. 9. עדינה von עדן, das die höchste Befriedigung meistens der Sinnesanforderung des Menschen bezeichnet. Da עדן der Name des Paradieses ist, dürfte hier Babel als „die in Paradieses-Genüssen Schwelgende“ angeredet sein. Vgl. oben Kap. 13, 22: בהיכלי ענג, 43, 14: וכשדים באניות רנתם.
לא אשב אלמנה. אלמנה, von אלם stumm, die ihren Wortführer verloren hat. Immer wird in mir, spricht die stolze Babel, ein Fürst thronen, dessen Machtwort meinen Willen vielen Reichen gebieterisch zum Gesetz macht; ולא אדע שכול ich werde nie erfahren, was es heißt, durch Tod oder Gefangenschaft meiner Kinder, d. h. meines Volkes, verlustig zu gehen.
ותבאנה לך וגו'. Und dennoch kommt beides über dich, plötzlich und zusammen, כתמם beides in ganzer Vollendung; mit ganzer Schicksalsschwere trifft dich der Verlust, so daß du dich nie wieder erholen kannst. Unvorbereitet ereilt dich das Verhängnis und machtlos, trotz deiner Meisterschaft in Zauberkunst und Bann-Verständnis. — ברב, das ב bedeutet: trotz oder ungeachtet, wie ברכבו ובפרשיו (2. B. M. 14, 17) „trotz seiner Wagen und seiner Reiter“, oder oben Kap. 7, 4: בחרי אף. — Also: Ungeachtet dessen, daß du in allen Fächern der Zauberei ja so bewandert bist — du hattest besonders diesen Teil der chaldäischen Wissenschaft so unendlich liebevoll und unter großen Opfern gepflegt (s. V. 12) — und trotz der Virtuosität und des vorgeblichen Könnens deiner Bannverständigen, gibt es für dich keine Rettung vor dem Sturze, sie vermögen ihm keinen Halt zu gebieten. — Über כשפים s. Komm. zu 2. B. M. 22, 17, wo zugleich das Entsittlichende dieser Verirrung eingehend erläutert wird.
חֲבָרַיִךְ ist nicht Pielform, sonst hätte חַבָּרַיִךְ stehen müssen, das ח mit Pathach und ב mit Dagesch. Es dürfte vielmehr dem Kal nachgebildete Form sein. חֲבָרִים, Ps. 58, 6 und hier, scheinen die Bannformeln zu sein (Singul. חֶבֶר), mittels derer der חבר, der sich ihrer bedienende Beschwörer, der Bann-Verständige, vorgibt, sich mit einem anderen lebenden Wesen in solch enge Verbindung setzen zu können, daß sein Wille an die Stelle des Willens des andern tritt und er denselben ganz seinem eigenen Wunsche gemäß leiten kann. Also hier: Im gegebenen Falle hätten die Bannformeln ihre Macht darin zu zeigen gehabt, daß sie dem heranstürmenden persisch-medischen Heere Halt geboten hätten oder bereits vorher Cyrus zur Änderung seiner kriegerischen Absichten gegen Babel hätten bewegen können. So stark sie auch angeblich sein sollten, das vermochten sie natürlich nicht. בעצמת stat. const. von עצמה, s. oben Kap. 40, 29. — מאד nimmt Bezug auf בעצמת. —
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 10. ותבטחי וגו'. Du rechnetest fest darauf, daß keiner dich an Schlechtigkeit, an Skrupellosigkeit in der Wahl der Mittel überbieten könne, — darauf basierte deine Zuversicht. — Möglich aber ist auch hier das ב von ברעתך als „trotz“ aufzufassen wie im vorhergehenden Verse: ותבטחי (בטח heißt auch sicher): Du fühltest dich sicher trotz deiner Schlechtigkeit, glaubtest, dir alles erlauben zu dürfen, sprachst, es gibt keine Vorsehung, keinen, dem ich Rechenschaft abzulegen hätte. — ראני für ראני wie oben Kap. 29, 15: מי ראנו; ähnlich finden wir להוציאנו (2. B. M. 14, 11 u. sonst). — היא שובבתך wie וילך שובב בדרך לבו (s. weiter Kap. 57, 17), בנים שובבים (Jerem. 3, 14 u. 22) irregehende Söhne. Daß du mit deiner Wissenschaft und deinen astronomischen Kenntnissen andere Nationen weit überragtest, das führte dich irre, ließ dich auf alle andern mit Verachtung herabschauen und deine Kenntnisse nur zu deren Schädigung mißbräuchlich verwenden.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 11. לא תדעי. Du wirst nicht wissen, wann die Nacht des Unglücks, die sich über dich herabsenkt, in den Morgen übergehen wird. — הוה Mißgeschick, Verderben. הוה על הוה תבוא (Jecheskl. 7, 26). — כפרה wie כפר אותה: kannst nicht durch Erstattung von Sühnegeld כפר es von dir abwenden. — לא תדעי: Trotz deiner Zauberkunst hast du keine Ahnung, daß das Unglück dir so nahe bevorsteht.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 12. באשר יגעת מנעוריך. Hast ja von Jugend auf deinen Sinn dem Studium von Beschwörungsformeln zugewandt und dich aufs eifrigste mit jeglicher Art der Zauberkunst beschäftigt; siehe nun zu, welchen Nutzen du jetzt davon hast, vielleicht kannst du mittels ihrer dem Unglück Trotz bieten. Über תערוצי hier s. auch Komm. zu 5. B. M. 1, 29.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 13. נלאית s. oben Kap. 1, 14: נלאיתי נשא, jedoch in der reflexiven Bedeutung, die dem Nifal häufig innewohnt. — הברי שמים. Die Wurzel הבר kommt nicht wieder vor. Die Annahme, daß הברי von ברר stamme und aufklären, klarmachen bedeute, wird bereits von Ibn Esra zurückgewiesen, das ה gehört jedenfalls zur Wurzel. Viele, unter ihnen מכלל יופי, nehmen es als „Einteilen“, eigentlich „Einschneiden“, den Himmel in „Abschnitte teilen“ zwecks astronomischer und dann astrologischer Orientierung, wie im Arabischen die Bedeutung eines ähnlich lautenden Wortes ist. Der Kommentar zu 5. B. M. 18, 11 gibt der Meinung Ausdruck, daß es das, was הברי שמים sagen würde, nämlich: die sich erkühnen, sogar dem Himmel ihren Willen aufzwingen zu wollen, durch Umwandlung des ח in das schwächere ה als lächerliche Prätension bezeichnen will.
Unsererseits wagen wir den Versuch folgender Erklärung: Da die Wurzel הבר in der heiligen Schrift, wie bemerkt, sonst nicht vorkommt, dürfte das Nächstliegende sein, uns in der talmudischen nach diesem Wortstamm umzuschauen. Den finden wir im Traktat Rosch Haschanah 27a und 28a: התוקע לתוך הבור וגו' ואם קול הברה שמע וגו', wo הברה das Echo, den Widerhall des Schofartons bedeutet, den jemand zusammen mit dem Schofartone hört. Davon ausgehend, fassen wir הברי שמים so auf: Sie geben vor, nur das Echo der Himmelsstimme zu sein, wollen den Glauben erwecken, als sprächen sie nur das nach, was der Himmel gesagt hat. So ist das קרי: הברי שמים als Widerhall des Himmels wollen sie erscheinen. Das כתיב jedoch, das der Wirklichkeit entspricht, ist הברו: sie lassen den Himmel ihre Worte nachsprechen, lassen den Himmel das Echo ihrer eigenen Worte sein.
החזים בכוכבים. חזה s. oben Kap. 1. Die in den Sternen das Fernliegende schauen zu können vorgeben, מודיעים וגו' sollten ihre Hilfe wenigstens dadurch bestätigen, daß sie einige wenige Monate im voraus verkünden, מאשר (der Teilungsartikel מ das abgekürzte מן) wenn auch nicht alles, so doch einen Teil dessen, was über dich ergehen wird. (מודיעים als Verkünder.) Allein auch das können sie nicht,
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 14. sie sind ebenso überrascht und überwältigt von der Glut des dein Staatswesen verzehrenden Feuers, wie du selbst. Betrogene Betrüger sind es, deren angebliche Kenntnis und Wissenschaft sie völlig in Stich läßt.
לחמם von חמם, wie לשְׁכַּב (1. B. M. 34, 7) statt לשְׁכֹּב, nur hat das ל wegen des nachfolgenden ח ein פתח, wie לחתות אש מיקוד ולחשוף מים מגבא (oben Kap. 30, 14) und sonst. Auch bei den כפולים finden wir den inf. constr. in der Weise der שלמים: לסבב את ארץ אדום (4. B. M. 21, 4) statt לסוב. Andere nehmen לחמם als: ihr Brot, nicht eine Kohle zum Brotbacken für sie bleibt übrig; wiederum andere wie ולחמי רשף (5. B. M. 32, 24). — לשבת נגדו: behaglich davor zu sitzen, wie der Begriff der Ruhe und Behaglichkeit häufig mit שבת verknüpft wird, s. oben Kap. 44, 13: לשבת בית.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 15. סוחריך: Die von jeher gute Geschäfte mit dir machten, die Prästigiatoren und Sterndeuter, sie fanden bei dir stets lohnenden Absatz für ihre Lügen. איש לעברו תעו: Jeder von ihnen, für die du soviel aufgewandt hast, denkt nur an die eigene Rettung, flieht in der Richtung, in der er für sich einen Ausweg zu finden hofft — keinem kommt auch nur der Gedanke, dir helfen zu wollen!