Jeschajahu 44 ישעיהו

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Haftarot in diesem Kapitel: Wajikra
1
וְעַתָּ֥ה שְׁמַ֖ע יַעֲקֹ֣ב עַבְדִּ֑י וְיִשְׂרָאֵ֖ל בָּחַ֥רְתִּי בֽוֹ׃
BernfeldNun aber höre, Jakob, mein Knecht, und Israel, den ich erkoren.
ZunzNun aber höre Jaakob, mein Knecht, und Jisraël, den ich erkoren.
J. J. HirschUnd nun höre Jakob, mein Diener, und Israel, das ich erwählt habe.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

Kap 44. V. 1. Das darf dich nicht beirren, auch im Jakobszustande bleibst du mein Diener, und spottet man deiner als „auserwähltes Volk" — ich habe dich zu „Israel" erwählt, und darin liegt zugleich die Bürgschaft für deine Israels-Stellung in der Menschheit.

2
כֹּה־אָמַ֨ר יְהֹוָ֥ה עֹשֶׂ֛ךָ וְיֹצֶרְךָ֥ מִבֶּ֖טֶן יַעְזְרֶ֑ךָּ אַל־תִּירָא֙ עַבְדִּ֣י יַעֲקֹ֔ב וִישֻׁר֖וּן בָּחַ֥רְתִּי בֽוֹ׃
BernfeldAlso spricht der Herr, dein Schöpfer und Bildner vom Mutterleibe an, der dir beisteht: Fürchte nicht, mein Knecht Jakob, und Jeschurun, den ich erkoren.
ZunzAlso spricht der Ewige, dein Schöpfer und Bildner vom Mutterleibe an, der dir beisteht: Fürchte nicht, mein Knecht Jaakob, und Jeschurun, den ich erkoren.
J. J. HirschSo hat Gott gesprochen, der noch an dir arbeitet und dein Bildner vom Mutterschoße an, der dir auch weiter beistehen wird: Fürchte dich nicht, mein Diener Jakob, und Jeschurun, das ich erwählt habe!
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 2. עשך. Gerade deine trübe Galuthzeit ist Mittel in meiner Hand, dir die Gestaltung zu geben, die ich bereits יצרך מבטן vor deiner volksgeschichtlichen Geburt für dich im Auge hatte, יעזרך und zur Erreichung dieses Zieles werde ich auch ferner dir beistehen.

Bleibst du auch als „Jakob" mein Diener und strebst danach, das Ideal deiner sittlichen Bestimmung, das in dem Geraden ישר liegt, zu erreichen und suchest dich also des Adeltitels „Jeschurun" würdig zu machen (vgl. Komm. zu 5. B. M. 32, 15), so hast du in keiner Lage und zu keiner Zeit etwas zu fürchten.

Haftarah Ki Tisa Romanioten enden hier.
3
כִּ֤י אֶצׇּק־מַ֙יִם֙ עַל־צָמֵ֔א וְנֹזְלִ֖ים עַל־יַבָּשָׁ֑ה אֶצֹּ֤ק רוּחִי֙ עַל־זַרְעֶ֔ךָ וּבִרְכָתִ֖י עַל־צֶאֱצָאֶֽיךָ׃
BernfeldDenn wie ich Wasser auf dürren Boden gieße und Fließendes auf das Trockene, so gieße ich auch meinen Geist aus auf deine Kinder und meinen Segen auf deine Sprösslinge;
ZunzDenn ich gieße Wasser auf Lechzendes, und Fließendes auf das Trockne; ich gieße aus meinen Geist auf deinen Samen, und meinen Segen auf deine Sprößlinge,
J. J. HirschDenn wie ich Wasser auf das Dürstende und strömenden Regen auf das Trockene gieße, so ergieße ich meinen Geist auf deinen Samen und meinen Segen auf deine Sprossen.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 3. Eines nur muß immer dein ernstes Streben sein: den geistigen Durst nach meiner Lehre in deinen Kindern zu erzeugen, in deinem „Samen" das Verlangen nach dem belebenden Worte deines Gottes zu erwecken und zu erhalten. Du darfst den kindlichen Geist nicht zuerst mit allem anderen, mit „praktischen" Kenntnissen und „profanem" Wissen überladen und ihm dann auch den Geist der Thora zuführen wollen — übersättigt weist deines Kindes Geist und Gemüt dann diese „Nachkost" zurück. Zum mindesten gleichzeitig und unter gleicher Wertschätzung mußt du in ihm den Durst nach dem Quell alles Heiles erwecken, dann wird es gern, ja gierig aufnehmen, was ich ihm biete. Dann tränke ich deinen Samen mit meinem Geiste, spende ihm meinen Segen, fördere sein Keimen und bringe ihn zur Blüte. — Der Gedanke hier dürfte dem Hosea 14, 6 mit אהיה כטל לישראל יפרח כשושנה ausgedrückten entsprechen: Ich will wie der Tau sein für Israel, es muß aber blühen wie die Rose, d. h. seinen Kelch nach oben, der Gnadenspende meines Taues zugewendet, geöffnet halten.

4
וְצָמְח֖וּ בְּבֵ֣ין חָצִ֑יר כַּעֲרָבִ֖ים עַל־יִבְלֵי־מָֽיִם׃
BernfeldDass sie wachsen wie zwischen Gras, wie Weiden an Wasserbächen.
ZunzDaß sie wachsen wie zwischen Gras, wie Weiden an Wasserbächen.
J. J. HirschWachsen werden sie in den Zwischenräumen der Gräser wie Weiden an Wasserbächen.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 4. בין חציר hieße zwischen Gräsern, בבין חציר heißt in dem Zwischenraum, der zwischen Halm und Halm ist, da, wo sonst nichts wächst, scheinbar nichts wachsen kann. Auf das treffendste zeichnet dieser Vers die wunderbare Weise, in welcher Gott das jüdische Volk während der langen Nacht seines Galuth-Geschickes, deren Ende ihm nun winkt, erhalten hat: „זרעך" des vorigen Verses, dein Same wird hinausgestreut auf die große Völkerwiese, die bereits dicht besetzt ist. Da ist kein Fleckchen, das nicht schon ausgenutzt wäre; für deinen Samen findet sich nicht das winzigste Plätzchen, auf dem er sich entwickeln könnte. So unmöglich da auch deine Existenz erscheint, Gottes liebende Fürsorge schafft deinem Samen Raum, בבין חציר in den Zwischenräumen der Gräser, welche die anderen nicht benutzen konnten noch wollten, da läßt Gott „deine Sprossen" Wurzel fassen — und, was noch größeres Wunder, da gedeihen und wachsen sie und entwickeln sich, als wären ihnen alle Bedingungen des Wachstums in reichstem Maße dargeboten. Und wächst sich dein Same auf dem fremden Boden auch nicht zur stolzen Höhe der Zeder seiner Heimat aus, so gedeiht er doch und bleibt frisch wie die Weide an Wasserbächen.

Daß trotz aller Einengung und Beschränkung, mit der man des Juden Existenz im Exil erschwerte, er dennoch gedeiht, das ist das größte Gotteswunder und macht das Galuth-Volk zu einem lebendigen Zeugen für die Waltung Gottes in der Geschichte. Und zwar sieht des Propheten Auge es in doppelter Gestalt, als Zeugenpaar vor dem Forum der Weltgeschichte erscheinen, als „Jakob" und als „Israel".

5
זֶ֤ה יֹאמַר֙ לַיהֹוָ֣ה אָ֔נִי וְזֶ֖ה יִקְרָ֣א בְשֵֽׁם־יַעֲקֹ֑ב וְזֶ֗ה יִכְתֹּ֤ב יָדוֹ֙ לַֽיהֹוָ֔ה וּבְשֵׁ֥ם יִשְׂרָאֵ֖ל יְכַנֶּֽה׃ {פ}
BernfeldDer wird sprechen: Dem Herrn gehöre ich, und der nennt sich mit dem Namen Jakob, und der verschreibt sich dem Herrn, und mit dem Namen Israel schmeichelt er sich.
ZunzDer wird sprechen: Dem Ewigen gehör' ich, und der nennt sich mit dem Namen Jaakob, und der verschreibt sich dem Ewigen, und mit dem Namen Jisraël schmeichelt er sich.
J. J. HirschDer eine wird den Ausspruch tun: „Gott gehöre ich an", den wird Er „Jakob" mit Namen nennen, der andere jedoch verschreibt Gott seine Hand, und den wird Er mit dem Namen „Israel" kennzeichnen.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 5. זה וגו' וזה וגו'. Als „Jakob", ohne יד, ohne Macht und Besitz, wehrlos duldend im Galuth, treu im Dienste Gottes ausharrend, hat es für alle Schrecknisse und Qualen, mit denen man seine Gottestreue bedroht, für alle Versprechungen und Verlockungen, die es seinem Gotte abspenstig machen wollen, nur die eine Antwort: לד' אני Gott gehöre ich, Gott mit meinem Tun, Gott mit meinem Geschicke; was Gott aus mir machen will, überlasse ich seiner Weisheit! Und mit diesem mutigen Bekenntnis überragt die Duldergestalt Jakobs an Heldentum alle die mächtigen Völkergrößen, die es bedrohten, und hat sie alle, alle überdauert.

Welcher Heldenmut im Ausdauern aber auch dazu gehört, um des Namens Jakob sich würdig zu erhalten, den der Ahn bei seiner Geburt empfing und in dem bereits die abhängige Galuthstellung des „Fersehaltenden" prognostiziert war, — nicht dieser Name drückt die ewig anhaltende Bestimmung des Ahns aus, nicht den Höhepunkt und das Endziel der Aufgabe seiner Nachkommen. „Isra-El" ist der Name, der die hohe Aufgabe des Ahns wie seiner Kinder zum Ausdruck bringt; heißt ja dieser Name wörtlich „Gott ist der Überragende, der Herrschende". Diese Wahrheit, die tiefe, den Menschen erlösende Weisheit des Gotteswortes, der Menschheit zum Bewußtsein zu bringen und darauf hin zu wirken, daß sich Ihm die Welt huldigend beuge, darin gipfelt die Aufgabe des jüdischen Volkes. Diesen Namen aber auch hatte der Ahn sich erst in einem langen Gott geweihten Leben zu erwerben; wie er die Bestimmung seines Trägers ausdrückt, so spricht er aber zugleich dessen Würdigkeit und Befähigung für die Erreichung dieses Zieles aus: Wer dem Ahn gleich sich die Anwartschaft, die Berechtigung zu diesem Namen erwirbt — ובשם ישראל יכנה, den bezeichnet, den kennzeichnet Gott als ישראל (כנה der Ausdruck für einen Beinamen [שם כנוי] ist lautverw. mit קנה erwerben).

Hat das jüdische Volk in seiner Zerstreuung sich des Namens „Jakob" würdig erwiesen, so hat es die Probe zu bestehen, wie es „ידו" zu verwenden versteht. Gewährt ihm Gottes Fürsorge Macht, Besitz und Ansehen im Kreise der Völker, und weiht es alles dieses einzig und allein Gott, verwendet es, um noch besser als bisher, da es ohne יד war, die göttlichen Ziele zu fördern und seine Gebote zu erfüllen und zu wahren, verschreibt es, wie einst der Hohepriester auf seinem goldenen Stirnbande קדש לד' geschrieben trug, „seine Hand" לד', so hat es den Namen Israel voll und ganz verdient und geht der Geschickesstellung, die dieser Name für es mit sich bringt, entgegen, um sie nie wieder zu verlieren.

Wird so einst am Ziele der Zeiten die Gesamtheit des jüdischen Volkes sich den Namen „Israel" erworben haben, so sieht der Prophet bereits während der Galuth-Periode einen Bruchteil dieses Ganzen von Gott gewürdigt, diesen Namen zu tragen. Es sind dies die, deren יד freilich nicht Macht und materiellen Besitz umfaßt, ja danach nicht einmal strebt, die aber ihre Hand und damit alle ihre Handlungen, ihre ganze Tatkraft, ihre gesamte Wirksamkeit einzig und allein als Gott gehörend Ihm „verschrieben" betrachten und durch ihr Beispiel im eigenen Familienkreise und in dem ganzen Bereiche ihres schaffenden Lebens bekunden, daß sie in Gott allein den gestaltenden Faktor ihres Handelns verehren. Es sind dies die von Gott Begnadeten, mit den reichsten Gaben des Geistes wie der Seele Ausgerüsteten, die ידו alle ihre Energien in den Dienst der Wahrheit stellen, und wenn sie auch zunächst nur im Kreise der Ihren den Kampf für die Wahrheit bestehen, dennoch durch die Reinheit ihrer Bestrebungen, durch den Adel ihrer Gesinnung und durch die lichtige Klarheit ihrer Geistesprodukte auch dem Esau-Gegner eine Ahnung von der Wahrheit der Gottesidee aufnötigen. Es sind eben die während der „Völkernacht" für den Anbruch des „Morgens der Allmenschheit" unablässig mit ihrer ganzen Tatkraft Ringenden — sie wahrlich, meint der Prophet, haben den Namen „Israel", mit welchem sie Gott adelt, wohl erworben.

Haftarah Ki Tisa Karäer enden hier.
6
כֹּה־אָמַ֨ר יְהֹוָ֧ה מֶלֶךְ־יִשְׂרָאֵ֛ל וְגֹאֲל֖וֹ יְהֹוָ֣ה צְבָא֑וֹת אֲנִ֤י רִאשׁוֹן֙ וַאֲנִ֣י אַחֲר֔וֹן וּמִבַּלְעָדַ֖י אֵ֥ין אֱלֹהִֽים׃
BernfeldAlso spricht der Herr, der König Israels und sein Erlöser, der Herr Zebaot: Ich bin der Erste und ich bin der Letzte, außer mir gibt es keinen Gott.
ZunzAlso spricht der Ewige, der König Jisraël's, und sein Erlöser, der Ewige der Heerschaaren: Ich bin der Erste und ich bin der Letzte, und außer mir giebt es keinen Gott.
J. J. HirschSo hat Gott gesprochen, Israels König und sein Erlöser, Gott Zebaoth: Ich bin der Erste und Ich bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 6—8. Die Gewähr für den endlichen Erfolg eurer Sendung liegt in der Ewigkeit und Einzigkeit des allmächtigen Gottes, der euch gesandt hat und euer König und Erlöser bleibt. Alles, was sonst die Menschen vergöttern, ist kein Gott.

ומי כמוני יקרא וגו'. Seht, ich habe euch berufen und euch eure ganze Zukunft voraus enthüllt, und alles Verkündete hat sich erfüllt. Vermöchte wohl irgend einer ihrer Götter solches? Vermöchte er auch nur rückwärts schauend, למו, seinen Verehrern zu erklären, was sich seit der Gründung Israels, des „ewigen Volkes", begeben hat?!

אל תפחדו וגו'. Darum kann euch nichts überraschend kommen, ihr habet vor keinem Ereignis zu zittern, alles habe ich euch vorher verkündet; ואתם עדי und euer Dasein, eure Nochexistenz, eure Erhaltung legt Zeugnis für meine Allmacht und Waltung ab. (Vgl. das oben V. 4 Gesagte.) אל תרהו, von der Wurzel רהה, kommt nur hier vor und ist nur aus dem Zusammenhange zu erklären. Welche Nuance des Begriffs „Fürchten" es ausdrücken soll, vermögen wir nicht zu bestimmen. Gesenius faßt es als Staunen auf, was durchaus nicht unmöglich ist.

היש וגו'. Diese negative Frage wird sofort durch das ואין צור וגו' als direkte Verneinung ausgesprochen: (צור Fels, Hort, eigentlich der gestaltende, bildende Starke. S. darüber Komm. zu 5. B. M. 32, 4) Alles, was Menschen sonst als mit solcher Stärke begabt betrachten, daß sie von ihm die Gestaltung ihres Seins und ihres Geschickes erwarten und sich daran halten — kurz alles, was die Menschen sonst vergöttern, ist ja selbst nur mein Geschöpf; mit den Attributen der Kraft habe ja ich es versorgt. Das dürfte hier durch בל ידעתי ausgedrückt sein, wie ja Gottes aufmerksame, fürsorgende Kenntnisnahme der Bedürfnisse seiner Geschöpfe durch ידע ausgedrückt wird. Vgl. Komm. zu 5. B. M. 2, 7: ידע לכתך וגו' und Ps. 1, 6: כי יודע ד' דרך צדיקים.

Haftarah Wajikra Jemeniten, Italiener, Djerba und Syrakus (erloschen) enden hier.
Haftarah Wajikra Syrakus (erloschen) fügen Jeschajahu 44,21–23 hinzu.
7
וּמִי־כָמ֣וֹנִי יִקְרָ֗א וְיַגִּידֶ֤הָ וְיַעְרְכֶ֙הָ֙ לִ֔י מִשּׂוּמִ֖י עַם־עוֹלָ֑ם וְאֹתִיּ֛וֹת וַאֲשֶׁ֥ר תָּבֹ֖אנָה יַגִּ֥ידוּ לָֽמוֹ׃
BernfeldWer wie ich ruft [alles] und verkündet und stellt es mir dar, seit ich eingesetzt ein Volk der Urzeit? Das, was eintreffen und was kommen wird, mögen sie ihnen verkünden.
ZunzUnd wer wie ich ruft herbei, und verkündet es, und stellt es mir dar, seit ich eingesetzt ein Volk der Urzeit? und das Eintreffende, und was da kommen wird, mögen sie ihnen verkünden.
J. J. HirschUnd wer auch beriefe gleich mir und verkündete es und stellte es mir dar, von da an, da ich das ewige Volk einsetzte? Mögen sie doch die Geschehnisse und was kommen wird ihnen erklären.
8
אַֽל־תִּפְחֲדוּ֙ וְאַל־תִּרְה֔וּ הֲלֹ֥א מֵאָ֛ז הִשְׁמַעְתִּ֥יךָ וְהִגַּ֖דְתִּי וְאַתֶּ֣ם עֵדָ֑י הֲיֵ֤שׁ אֱל֙וֹהַּ֙ מִבַּלְעָדַ֔י וְאֵ֥ין צ֖וּר בַּל־יָדָֽעְתִּי׃
BernfeldZittert nicht und fürchtet nicht; habe ich doch von jeher es dir verkündet und angesagt, und ihr seid meine Zeugen: Es gibt keinen Gott außer mir, und es ist kein Hort, den ich nicht kenne.
ZunzZittert nicht, und fürchtet nicht. Hab ich nicht von jeher es dir verkündet und angesagt? und ihr seid meine Zeugen: Giebt es einen Gott außer mir? und es ist kein Hort, den ich nicht kenne.
J. J. HirschIhr habet nicht zu erschrecken und nicht zu zagen! Habe ich nicht seit damals es dich vernehmen lassen und verkündet — und ihr selbst seid meine Zeugen: Gibt es wirklich eine Gottesmacht außer mir? Es gibt doch keinen Hort, den nicht ich versorgt hätte!
9
יֹצְרֵי־פֶ֤סֶל כֻּלָּם֙ תֹּ֔הוּ וַחֲמוּדֵיהֶ֖ם בַּל־יוֹעִ֑ילוּ וְעֵדֵיהֶ֣ם הֵ֗ׄמָּׄהׄ בַּל־יִרְא֛וּ וּבַל־יֵדְע֖וּ לְמַ֥עַן יֵבֹֽשׁוּ׃
BernfeldDie Götzenbilder sind alle eitel, ihre Lieblinge nutzen nichts, sie selbst sind Zeugen dafür, sie sehen nicht und merken nicht, auf dass sie beschämt werden.
ZunzDie Götzenbildner sind alle eitel, und ihre Herrlichen, sie nützen nichts, und ihre Zeugen sind sie selbst; sie sehen nicht und merken nicht, auf daß sie beschämt werden.
J. J. HirschDie Götzenbilder gestalten, sie alle sind in Unklarheit befangen — und die von ihnen Wertgeschätzten können keinen Nutzen bringen. Und sie selbst sind ihre Zeugen dafür, daß sie nichts sehen und kein Bewußtsein haben — darum sollten sie sich schämen!
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 9. Welcher chaotische Dämmerzustand muß die erfüllen, die nun von ihnen sich Bilder machen, um sie als Götter zu verehren und zu lieben. — וחמודיהם von חמד, etwas als kostbar ersehnen und lieben. — Diese Götzen können doch unmöglich etwas zustande bringen (das ist die eigentliche Bedeutung von הועיל) oder ihren Bildnern nützen. Keiner könnte besser als diese deren Unfähigkeit dazu bezeugen — sie müssen doch wissen, daß ihre Gebilde blind und blöde sind, darum sollten sie sich ihres Tuns schämen.

Auf המה stehen drei Punkte. Analog den אליו (1. B. M. 18, 9) und ואהרן (4. B. M. 3, 39) — s. Komm. das. — würde damit angedeutet sein, daß der Vers auch ohne Berücksichtigung des Wortes המה verstanden sein will, nämlich: „Aber ihre Zeugen (dafür, daß בל יועילו) sehen nichts und wissen nichts, darum sollten sie sich schämen!"

10
מִֽי־יָצַ֥ר אֵ֖ל וּפֶ֣סֶל נָסָ֑ךְ לְבִלְתִּ֖י הוֹעִֽיל׃
BernfeldWer ist so töricht, dass er sich einen Gott gemacht und ein Bild gegossen, das nichts nützt?
ZunzWer hat einen Gott gemacht und ein Bild gegossen, das nichts nützt?
J. J. HirschWer hat sich wohl einen Gott gestaltet und ein Götzenbild gegossen, damit es nicht nutzbringend sei?!
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 10. 11. Mit Bezug auf das בל יועילו folgt hier die negative Frage מי יצר וגו'. Der Sinn ist: Wer sich einen Gott macht, will doch Nutzen von ihm haben, und den haben sie doch nicht.

כל חבריו. Das Suffix geht auf אל und פסל: Alle, die sich dem Gott anschließen, sollten sich schämen, oder, wie die eigentliche Bedeutung von בוש ist, werden in ihren Erwartungen getäuscht werden. Kürzer und präziser als in diesem Verse kann der Widersinn des Götterkultus nicht ausgedrückt werden: Da scharen sich die Menschen um einen Gott, „וחרשים המה" aber die Meister, die ihn gebildet haben, sind sie selbst — מאדם der „Gott" ist ihr, der schwachen, sterblichen Menschen Werk! Und das ist der Gott, von dem sie sich Hilfe versprechen!

11
הֵ֤ן כׇּל־חֲבֵרָיו֙ יֵבֹ֔שׁוּ וְחָרָשִׁ֥ים הֵ֖מָּה מֵאָדָ֑ם יִֽתְקַבְּצ֤וּ כֻלָּם֙ יַעֲמֹ֔דוּ יִפְחֲד֖וּ יֵבֹ֥שׁוּ יָֽחַד׃
BernfeldAlle Anhänger [des Götzen] werden zu Schanden, obgleich seine Bildner die geschicktesten von allen waren; mögen sie alle zusammenkommen, sie werden doch einen Schreck bekommen und zu Schanden werden.
ZunzSiehe, all seine Genossen werden zu Schanden, denn die Künstler selbst sind Menschen; zusammenkommen sie alle, stehen da, zittern, werden zu Schanden allzumal.
J. J. HirschSeht, alle, die sich ihm [dem Gotte] anschließen, sollten sich schämen; die Meister sind doch sie — vom Menschen stammt er! Mögen sie sich nur alle versammeln, Stellung nehmen, schreckergriffen werden sie allesamt zuschanden werden.
12
חָרַ֤שׁ בַּרְזֶל֙ מַֽעֲצָ֔ד וּפָעַל֙ בַּפֶּחָ֔ם וּבַמַּקָּב֖וֹת יִצְּרֵ֑הוּ וַיִּפְעָלֵ֙הוּ֙ בִּזְר֣וֹעַ כֹּח֔וֹ גַּם־רָעֵב֙ וְאֵ֣ין כֹּ֔חַ לֹא־שָׁ֥תָה מַ֖יִם וַיִּיעָֽף׃
BernfeldDer Eisenschmied [Der Prophet verspottet die Götzendiener und ihr törichtes Treiben.]) fertigt ein Beil au, er arbeitet es in der Kohlenglut aus und mit Hämmern bildet er es, dann bearbeitet er es mit seinem kräftigen Arme, er hungert sogar dabei und hat keine Kraft mehr, er trinkt kein Wasser und ermattet.
ZunzEr schmiedet das Eisen zum Beile, und bearbeitet es in der Kohlengluth, und mit Hämmern bildet er es, und bearbeitet es mit seinem kräftigen Arm, hungert sogar, hat keine Kraft mehr, trinkt kein Wasser, und ermattet.
J. J. HirschHat er Eisen zur Axt geschmiedet, indem er Kohlenglut machte, um es mit Spitzhämmern zu formen, — während er mit krafterfülltem Arme daran arbeitete, wird er auch hungrig und kraftlos, hätte er nicht Wasser getrunken, er wäre ermattet —
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 12. 13. Mit feinster Persiflage wird uns nun die Herstellung eines solchen Gottes gezeigt und alles dessen, was dazu erforderlich ist. Vor allem muß der Meister für ein gutes, entsprechendes Werkzeug sorgen. Dessen Fabrikation überläßt er darum auch keinem anderen, er fertigt es selbst an: — חרש ist Verbum, wäre es Substantiv im stat. constr., so würde das Prädikat fehlen; das folgende חרש עצים könnte allerdings Substantiv sein. מעצד nur hier und Jerem. 10, 3. Etym. unbekannt. מקבות, Plural von מקבת, s. weiter Kap. 51, 1, von נקב, nach Ibn Esra Bohrer, nach Kimchi Spitzhammer mit breiter Rückseite. — Er schmiedet mit größter Kunst und Anstrengung in der Kohlenglut, die er selbst angefacht, das Eisen zur Axt. Schon bei diesem Tun (ויפעלהו bis ויעף ist Parenthese) zeigt sich das „מאדם", zeigt sich, daß der das große Werk unternimmt, einen „Gott" zu schaffen, doch nur ein armseliger, schwacher Mensch ist, ihn hungert's und er empfindet Durst — die Nähe der Kohlenglut ist schuld daran — und zu Ende ist's mit seiner Stärke. Zum Glück ist wenigstens ein Trunk Wasser in der Nähe, dieses Gottschöpfers Lebensgeister aufzufrischen, und neubelebt geht er nun an die eigentliche Herstellung seines Gottes. Holzstücke werden geschnitten, auf das genaueste abgezirkelt und vermessen, mit der Zeichnung, die er skizziert hatte, verglichen, exakt modelliert und glatt gehobelt, und so entsteht unter der kunstgeübten Hand des Meisters der Gott in Gestalt eines Menschen, aber כתפארת אדם als ein Prachtstück von einem Menschen, ein Ideal von einem Menschen!

Das genügt vollkommen für die Herstellung eines Gottes, der לשבת בית für die Ruhe, die Behaglichkeit und das Wohlergehen des Hauses zu sorgen hat, dessen Herr dem Künstler den Auftrag gegeben hat. (In diesem Sinne kommt שבת 2. Sam. 23,7: ישרפו בשבת vor und sonst, auch oben Kap. 30, 7: רהב הם שבת.)

13
חָרַ֣שׁ עֵצִים֮ נָ֣טָה קָו֒ יְתָאֲרֵ֣הוּ בַשֶּׂ֔רֶד יַעֲשֵׂ֙הוּ֙ בַּמַּקְצֻע֔וֹת וּבַמְּחוּגָ֖ה יְתׇאֳרֵ֑הוּ וַֽיַּעֲשֵׂ֙הוּ֙ כְּתַבְנִ֣ית אִ֔ישׁ כְּתִפְאֶ֥רֶת אָדָ֖ם לָשֶׁ֥בֶת בָּֽיִת׃
BernfeldDer Zimmermann spannt über das Holz die Schnur, zeichnet mit dem Stifte, fertigt es mit den Hobeln, und mit dem Zirkel zeichnet er es, er macht daraus die Abbildung eines Mannes nach menschlicher Schönheit, dass es ein Haus bewohne.
ZunzEr zimmert Holzstücke, spannt die Schnur, zeichnet es mit dem Stifte, fertigt es mit den Hobeln, und mit dem Zirkel zeichnet er es, und macht es nach dem Abbild eines Mannes, nach menschlicher Schönheit, daß es ein Haus bewohne.
J. J. Hirschso schnitt er Holzstücke zurecht, legte das Maß an, zeichnet ihn [den Gott] mit dem Stifte vor, arbeitet ihn mit den Hobeln aus und formt ihn genau nach dem Zirkel und hat ihn so angefertigt in Gestalt eines Mannes, als Prachtexemplar eines Menschen, — gilt es der Ruhe des Hauses.
Haftarah Wajikra Romanioten enden hier.
14
לִכְרׇת־ל֣וֹ אֲרָזִ֔ים וַיִּקַּ֤ח תִּרְזָה֙ וְאַלּ֔וֹן וַיְאַמֶּץ־ל֖וֹ בַּעֲצֵי־יָ֑עַר נָטַ֥ע אֹ֖רֶן וְגֶ֥שֶׁם יְגַדֵּֽל׃
BernfeldOft fällt er gar zuerst Zedern, oder er wählt sich Steineiche oder Terebinthe, er bemächtigt sich eines Waldbaumes; mitunter pflanzt er sogar erst eine Esche, die der Regen großzieht.
ZunzEr fällt sich Zedern, und nimmt Steineiche und Terebinthe, und wählt sich unter des Waldes Bäumen, pflanzt eine Esche, die der Regen groß zieht.
J. J. HirschGilt es für sich Zedern zu schlagen, da nahm er Buche und Eiche; Macht suchte er sich durch Waldesbäume zu verschaffen, — er pflanzte wohl einen Ahorn, und der soll den Regen mehren!
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 14. Verlangt man aber von dem Gott etwas Besonderes, eine spezielle Leistung, so muß auch das Material, aus dem er gefertigt wird, mit ganz besonderer Sorgfalt ausgewählt werden. Da muß man es verstehen, je nach der Spezialität, in welcher sich der Gott betätigen soll, auch die entsprechende Holzart mit kundigem Auge auszusuchen, wie dies an einigen Beispielen gezeigt wird: Ist der Auftraggeber Besitzer von Zedernbeständen und will mit dem zu schlagenden Zedernholz recht gute Geschäfte machen, so läßt er sich den Gott aus תרזה ואלון — wahrscheinlich Buche und Eiche anfertigen, das ist gut dafür! Um einflußreiche Machtstellung dem getreuen Supplikanten zu verschaffen, dafür sind wieder Götter aus anderem Holz gut! Man kann auch den Baum selbst zum Gott machen, z. B. einen Ahorn pflanzen, der sorgt dann für ergiebigen Regen, sobald man ihn darum bittet! Wir finden ja auch sonst „Aschera", Glücksbäume und andere Absurditäten, zu welchen der heidnische Wahn die Menschen führte.

15
וְהָיָ֤ה לְאָדָם֙ לְבָעֵ֔ר וַיִּקַּ֤ח מֵהֶם֙ וַיָּ֔חׇם אַף־יַשִּׂ֖יק וְאָ֣פָה לָ֑חֶם אַף־יִפְעַל־אֵל֙ וַיִּשְׁתָּ֔חוּ עָשָׂ֥הוּ פֶ֖סֶל וַיִּסְגׇּד־לָֽמוֹ׃
Bernfeld[Das Holz] dient dem Menschen zum Verbrennen, er nimmt davon und wärmt sich, auch heizt er und backt Brot. [Aus demselben Holz] macht er aber auch einen Gott und bückt sich; er hat ein Götzenbild daraus gemacht und kniet davor.
ZunzUnd es dient dem Menschen zum Verbrennen, und er nimmt davon, und wärmt sich, auch heizt er und backt Brod; macht auch einen Gott und bückt sich, er hat ein Götzenbild daraus gemacht und kniet davor.
J. J. HirschWas dem Menschen zum Brennen diente, wovon er nahm und sich wärmte, auch heizt und Brot backt — das verarbeitet er auch zu einem Gott und wirft sich nieder, er hatte es zum Götterbilde gemacht — vor solchen verbeugt er sich!
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 15—19. Von diesen Spezialitäten wendet sich der Prophet nun der Betrachtung der Götter-Anfertigung im allgemeinen zu und zeigt, welche entsetzliche Gedankenlosigkeit sie dokumentiert. Wie erblindet muß das Auge, wie verdummt der Sinn eines Menschen sein, wenn ihm nicht einmal die eigene verächtliche Weise, in der er die andere Hälfte des Holzblockes, aus dem sein „Gott" hervorgehen soll oder hervorgegangen ist, verwendet, die Augen öffnen und seinen Geist zum Nachdenken bringen kann. Und von einem solchen Machwerk erwartet er die Spende der Bedingungen seiner Existenz, Hilfe und Beistand in der Not!

16
חֶצְיוֹ֙ שָׂרַ֣ף בְּמוֹ־אֵ֔שׁ עַל־חֶצְיוֹ֙ בָּשָׂ֣ר יֹאכֵ֔ל יִצְלֶ֥ה צָלִ֖י וְיִשְׂבָּ֑ע אַף־יָחֹם֙ וְיֹאמַ֣ר הֶאָ֔ח חַמּוֹתִ֖י רָאִ֥יתִי אֽוּר׃
BernfeldDie Hälfte davon hat er im Feuer verbrannt, bei der Hälfte will er Fleisch essen, er bratet nämlich darauf einen Braten, dass er satt werde, wärmt sich auch und spricht: Ha, ich bin warm, ich spüre die Glut!
ZunzDie Hälfte davon hat er im Feuer verbrannt, bei der Hälfte will er Fleisch essen, brät einen Braten, daß er satt werde, wärmt sich auch und spricht: Ha, ich bin warm, spüre die Glut.
J. J. HirschDie Hälfte von ihm hat er im Feuer verbrannt, will bei seiner Hälfte Fleisch essen, brät den Braten und sättigt sich, wärmt sich auch und spricht: Ah! wie warm wird mir, ich merke die Glut!
17
וּשְׁאֵ֣רִית֔וֹ לְאֵ֥ל עָשָׂ֖ה לְפִסְל֑וֹ (יסגוד) [יִסְגׇּד־]ל֤וֹ וְיִשְׁתַּ֙חוּ֙ וְיִתְפַּלֵּ֣ל אֵלָ֔יו וְיֹאמַר֙ הַצִּילֵ֔נִי כִּ֥י אֵלִ֖י אָֽתָּה׃
BernfeldUnd den Rest davon macht er zum Gotte, zu seinem Bilde, er kniet davor und bückt sich und betet zu ihm und spricht: Errette mich, denn mein Gott bist du!
ZunzUnd den Rest davon macht er zum Gotte, zu seinem Bilde, kniet davor und bückt sich, und betet zu ihm und spricht: Errette mich, denn mein Gott bist du!
J. J. HirschUnd den Rest davon hat er zu einem Gott, zu seinem Götterbilde verarbeitet, verbeugt sich vor ihm, wirft sich nieder und betet zu ihm und spricht: Rette mich, denn mein Gott bist du!
18
לֹ֥א יָדְע֖וּ וְלֹ֣א יָבִ֑ינוּ כִּ֣י טַ֤ח מֵֽרְאוֹת֙ עֵינֵיהֶ֔ם מֵהַשְׂכִּ֖יל לִבֹּתָֽם׃
BernfeldSie erkennen nicht [das Törichte dabei] und sehen es nicht ein, weil ihr Auge verklebt ist und nicht sieht, ihr Herz [verstockt], dass es nicht versteht.
ZunzSie erkennen nicht, und sehen nicht ein, weil ihr Aug' übertüncht ist, daß es nicht sieht, ihr Herz, daß es nicht versteht.
J. J. HirschSie wissen nichts und begreifen nichts! Denn verschlossen sind ihre Augen dem Sehen, ihre Herzen dem Nachdenken.
19
וְלֹֽא־יָשִׁ֣יב אֶל־לִבּ֗וֹ וְלֹ֨א דַ֥עַת וְלֹֽא־תְבוּנָה֮ לֵאמֹר֒ חֶצְי֞וֹ שָׂרַ֣פְתִּי בְמוֹ־אֵ֗שׁ וְ֠אַ֠ף אָפִ֤יתִי עַל־גֶּחָלָיו֙ לֶ֔חֶם אֶצְלֶ֥ה בָשָׂ֖ר וְאֹכֵ֑ל וְיִתְרוֹ֙ לְתוֹעֵבָ֣ה אֶעֱשֶׂ֔ה לְב֥וּל עֵ֖ץ אֶסְגּֽוֹד׃
BernfeldEr führt es nicht zu Gemüte und hat nicht Erkenntnis und Einsicht zu denken: Die Hälfte davon habe ich im Feuer verbrannt, auch habe ich Brot gebacken über seinen Kohlen, ich brate noch Fleisch daran, dass ich es esse, und das Übrige mache ich zum Götzen, vor einem Holzblock knie ich.
ZunzUnd er führt es nicht zu Gemüthe, und hat nicht Erkenntniß, nicht Einsicht zu sprechen: Die Hälfte davon hab' ich im Feuer verbrannt, auch hab' ich Brod gebacken über seinen Kohlen, nun brat' ich Fleisch, daß ich es esse, und das Uebrige will ich zum Gräuel machen, vor einem Holzblock will ich knieen.
J. J. HirschSo daß er es sich nicht zu Herzen nimmt, weder Verstand noch Einsicht hat, sich zu sagen: die Hälfte von ihm habe ich im Feuer verbrannt und auch auf seinen Kohlen Brot gebacken, werde Fleisch braten und verspeisen — und was von ihm übriggeblieben, sollte ich zum Abgott machen, vor einem Holzklotz sollte ich mich verbeugen!!
20
רֹעֶ֣ה אֵ֔פֶר לֵ֥ב הוּתַ֖ל הִטָּ֑הוּ וְלֹא־יַצִּ֤יל אֶת־נַפְשׁוֹ֙ וְלֹ֣א יֹאמַ֔ר הֲל֥וֹא שֶׁ֖קֶר בִּימִינִֽי׃ {ס}
BernfeldEr geht der Asche nach, ein törichtes Herz hat ihn verführt, er kann sich nicht retten und nicht sprechen: Ist nicht Lug in meiner Rechten?
ZunzEr geht der Asche nach, ein betrogenes Herz hat ihn verführt, und er kann nicht seine Seele retten, und nicht sprechen: Ist nicht Lug in meiner Rechten?
J. J. HirschEr weidet — Asche! Das betrogene Herz hat ihn verführt, so daß er seine Seele nicht mehr rettet und nicht spricht: Fürwahr, Lüge ist, was ich in meiner Rechten habe!
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 20. רעה אפר: רעה, wie גם הצאן והבקר אל ירעו (2. B. M. 34, 3), אל יטעמו מאומה אל ירעו ומים אל ישתו (Jona 3, 7), Weiden, sich nähren. In übertragenem Sinne אפרים רעה רוח (Hosea 12, 2) u. ä. Efraim weidet Wind, d. h. das, worin es seine Erhaltung und Förderung sucht, erweist sich als Wind. אפר Asche ist das Bild des Wertlosen, Abgestorbenen, dessen, was von allem Bestehenden übrig bleibt; Asche ist der Gegensatz des Lebendigen. רעה אפר hier mit dem nachfolgenden ולא יציל את נפשו zusammen heißt somit: Unaufhaltsam, unrettbar geht der Anbeter der Götter dem geistig-sittlichen Tode entgegen, das, wovon er lebt und wofür er lebt, führt seinen moralischen Untergang herbei.

לב הותל הטהו: הותל wahrscheinlich Eigenschaftswort in der Pualform von התל, obgleich das Dagesch im ת fehlt, ebenso wie im ש des כשית (5. B. M. 32, 15), wenn es nicht Hofal von תלל ist, wovon oben Kap. 30, 10 חזו מהתלות ist. S. das. Die Bedeutung ist dieselbe: Täuschen, betrügen. — הטהו hat ihn vom geraden Wege abgeführt.

Mit diesen Worten werden wir über die Ursache der sonst nicht zu begreifenden Geistesbeschränktheit der Götteranbeter aufgeklärt. Wäre das Götzentum nur ein metaphysischer Irrtum, eine Verirrung des Denkens, eine krankhafte Verschleierung des geistigen Sehvermögens, so genügte seine in die Augen springende Lächerlichkeit, wie sie uns hier vorgeführt wird, um selbst dem Blindesten den Star zu stechen. Allein der Götzenwahn spekulierte auf die sinnlichen Triebe seiner Bekenner, er duldete nicht nur, er förderte deren Unsittlichkeit und erregte den Hang zu schamlosester, tierischer Ausschweifung. Durch die moralische Vergiftung der Sinne störte er das Gleichgewicht des Verstandes und lenkte sein Denken in falsche Bahnen. Befriedigung der leidenschaftlichen Unsittlichkeit war der Köder, mittels dessen der Götterkultus die Menschen an sich zog, um sie moralisch und geistig zu entmenschen. So nur läßt es sich einigermaßen begreifen, wie selbst sonst geistig Begabte dem Götterunwesen zur Beute fielen. Sanhedrin 63b wird uns bezüglich der polytheistischen Verirrungen im Reiche Israel gesagt: אמר ר' יהודה אמר רב יודעין היו ישראל בעכו"ם שאין בה ממש ולא עבדו עכו"ם אלא להתיר להם עריות בפרהסיא Israel war sich dessen wohl bewußt, daß der Götterkult ein Unwesen ist, wenn sie ihm dennoch huldigten, so geschah es, weil er ihnen die Erlaubnis brachte, uneingeschränkt durch die Verbote der Thora, öffentlich ihrer Sinnenlust zu frönen.

Haftarah Wajikra Zusatz: Syrakus (erloschen) lesen ab hier.
21
זְכׇר־אֵ֣לֶּה יַֽעֲקֹ֔ב וְיִשְׂרָאֵ֖ל כִּ֣י עַבְדִּי־אָ֑תָּה יְצַרְתִּ֤יךָ עֶֽבֶד־לִי֙ אַ֔תָּה יִשְׂרָאֵ֖ל לֹ֥א תִנָּשֵֽׁנִי׃
BernfeldBedenke dies, Jakob, und Israel, der du mein Knecht bist, ich habe dich mir zum Knechte gebildet; vergiss mich nicht, o Israel!
ZunzBedenke dies, Jaakob und Jisraél; denn du bist mein Knecht, gebildet hab' ich dich mir zum Knechte, du bist es, Jisraél, du wirst von mir nicht vergessen.
J. J. HirschDessen sei eingedenk als Jakob und als Israel, weil du mein Diener bist! Gebildet habe ich dich, daß du mir Diener seiest, werde Israel, so wird nichts von mir Verheißenes dir unerfüllt bleiben.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 21. Dieser sittlichen und geistigen Entartung, der einst auch Glieder deines Volkes anheimfielen, und in der du ganze Völker deiner Umgebung befangen siehest, bleibe eingedenk „יעקב", so lange die Nacht des Galuth-Geschickes dich umfängt, „וישראל" und auch wenn sie sich lichtet und deine Stellung unter der Menschheit eine bessere wird. Das Bewußtsein, mein Diener zu sein, erhalte dich rein in allen Phasen deines Geschickes. Dann gestaltet sich dieses der Bestimmung gemäß, für welche ich dich geschaffen habe: עבד לי אתה, nur לי, nur mir Diener zu sein, keinen andern Herrn über dir zu haben, als mich! ישראל, Werde „Israel", erfülle treu meine Gesetze, so gehen alle die Verheißungen des Glückes und Segens, welche ich dir in meiner Thora ausgesprochen habe, in Erfüllung. לא תנשני: Du wirst keinen unbefriedigten Anspruch an mich haben. Die Wurzel ist נשה, wörtlich: Gläubiger sein, an jemanden einen Anspruch haben, der noch seiner Befriedigung harrt. Vgl. Komm. zu 1. B. M. 41, 51: כי נשני אלקים את כל עמלי וגו' „denn es hat Gott mir mein ganzes Unglück und mein ganzes Vaterhaus zu Gläubigern gemacht" — sie haben Anspruch auf Dank von mir.

22
מָחִ֤יתִי כָעָב֙ פְּשָׁעֶ֔יךָ וְכֶעָנָ֖ן חַטֹּאותֶ֑יךָ שׁוּבָ֥ה אֵלַ֖י כִּ֥י גְאַלְתִּֽיךָ׃
BernfeldIch habe verwischt wie Dunst deine Missetaten und wie ein Gewölk deine Sünden; kehre zurück zu mir, denn ich habe dich erlöst.
ZunzIch habe gelöscht, wie Dunst, deine Missethaten, und wie ein Gewölk deine Sünden; kehre zurück zu mir, denn ich habe dich erlöst.
J. J. HirschIch habe dann wie Gewölk deine Verbrechen getilgt und wie die Wolke deine Vergehen sein lassen, kehre zurück zu mir, denn ich habe dich erlöst.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 22. מחיתי futurum exactum, für das im Hebräischen die Form des עבר benutzt wird. כעב פשעיך: עב bezeichnet ein dichtes, schweres Gewölk, wie aus 2. B. M. 19, 9: הנה אנכי בא אליך בעב הענן „in einer Verdichtung der Wolke" hervorgeht. Wenn Gott dich von deinen Sünden erlöst hat, dann werden durch seine Gnade deine Verbrechen wie Gewittergewölk und deine Verirrungen wie Regenwolken. Gewitter und Regen haben in ihrem Gefolge Segen, — so sind überwundene Sünden segensreich in ihren Wirkungen, sie heben und festigen die sittliche Treue für die Zukunft. Vgl. hierüber das zu Kap. 1, 18 Bemerkte.

Haftarah Wajikra Karäer enden hier.
23
רׇנּ֨וּ שָׁמַ֜יִם כִּֽי־עָשָׂ֣ה יְהֹוָ֗ה הָרִ֙יעוּ֙ תַּחְתִּיּ֣וֹת אָ֔רֶץ פִּצְח֤וּ הָרִים֙ רִנָּ֔ה יַ֖עַר וְכׇל־עֵ֣ץ בּ֑וֹ כִּֽי־גָאַ֤ל יְהֹוָה֙ יַעֲקֹ֔ב וּבְיִשְׂרָאֵ֖ל יִתְפָּאָֽר׃ {ס}
BernfeldJauchze, du Himmel, denn der Herr hat es vollbracht; jubelt, ihr Grundfesten der Erde, brechet aus, ihr Berge, in Jauchzen, Wald und alles Holz darin; denn der Herr hat Jakob erlöst, und an Israel verherrlicht er sich.
ZunzJauchzet, ihr Himmel, denn der Ewige hat es vollbracht; jubelt, ihr Gründe der Erde, brechet aus, ihr Berge, in Jauchzen, Wald und alles Holz darin; denn der Ewige hat Jaakob erlöst und an Jisraël verherrlicht er sich.
J. J. HirschJauchzet, ihr Himmel, denn Gott hat's vollbracht, jubelt laut Erdentiefen, brechet in Jauchzen aus, ihr Berge, der Wald und jeder Baum darin, denn erlöst hat Gott Jakob und durch Israel will er sich verherrlichen.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 23. רנו שמים וגו'. Mit Israels Rückkehr zur treuen Hingebung an seine heilige Aufgabe nähert sich auch die sittliche Hebung der Gesamtmenschheit ihrer Vollendung. Ist aber damit das Ziel ihrer Erziehung erreicht, so hebt Gott in seiner Allmacht die Hemmung auf, mit der er die Natur in ihrer freien Entwicklung beschränkt hatte, um den Menschen durch Entsagung und Arbeit für das Gute, Edle, Gottzugewandte zu erziehen. Vgl. Komm. 1. B. M. 3, 17 zu ארורה האדמה בעבורך. Deshalb jauchzen Himmel und Erde der Erlösung „Jakobs" entgegen — sie bringt auch ihnen die Erlösung! „Jakob" wird zu „Israel", und die Regenerierung der Natur gereicht zur Verherrlichung Gottes, vor dessen schöpferischer Allmacht sich dann die Menschheit huldigend beugt!

Haftarah Wajikra Ende des Zusatzes (Syrakus (erloschen)).
Haftarah Wajikra Aschkenasim und Sefardim enden hier.
24
כֹּֽה־אָמַ֤ר יְהֹוָה֙ גֹּאֲלֶ֔ךָ וְיֹצֶרְךָ֖ מִבָּ֑טֶן אָנֹכִ֤י יְהֹוָה֙ עֹ֣שֶׂה כֹּ֔ל נֹטֶ֤ה שָׁמַ֙יִם֙ לְבַדִּ֔י רֹקַ֥ע הָאָ֖רֶץ (מי אתי) [מֵאִתִּֽי]׃
BernfeldSo spricht der Herr, dein Erlöser und dein Bildner von Mutterleibe an: Ich, der Herr, vollführe alles; ich spannt aus den Himmel allein und dehnte die Erde aus meiner Macht.
ZunzSo spricht der Ewige, dein Erlöser und dein Bildner vom Mutterleibe an: Ich, der Ewige vollführe alles, ausspannt' ich die Himmel allein, dehnte die Erde aus meiner Macht.
J. J. HirschSo hat Gott gesprochen, der dich jetzt erlöst und dein Bildner ist von Mutterschoß her: Ich, Gott, gestalte alles, neige die Himmel, ich allein, gebe der Erde ihre Ausdehnung, von mir geschieht es —
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 24—28. Wie diese Neubelebung der Natur zu ungehemmter Entfaltung ihrer Kräfte noch heute einzig in meiner Hand ist wie am Tage, da ich sie schuf, so bin ich noch heute dein Erlöser, wie ich der bin, der dich zum Volke schuf. אנכי ד' עשה כל: Mein Werk ist noch heute das Weltall mit allem, was sich in ihm vollzieht, und wie in des Himmels Sphären einzig mein Gesetz herrscht, so stammt auch die endliche feste Gestaltung der irdischen Verhältnisse מאתי von mir, entspricht dem Plan, den ich bei der Schaffung der Welt im Auge hatte. Das כתיב aber ist רקע הארץ מי אתי, entsprechend dem נטה שמים לבדי, um die Gleichheit noch mehr hervorzuheben: auch auf Erden bin ich die einzige Macht, und wie niemand meine himmlischen Zirkel stören kann, so auch keiner meine irdischen.

מפר אתות בדים וגו'. Alle dahin zielenden Bestrebungen erweisen sich als Lüge, und alle Künste und Machinationen, den natürlichen, d. h. den Gesetzen Gottes entsprechenden Gang der Dinge in eine andere Richtung zu leiten, lasse ich als Blendwerk erkennen, zeige, daß ihr Glanz nur ein falscher, nicht von einem Lichtkern ausgehender ist. — Das ist die Bedeutung von הלל im Kal, s. darüber Ps. 5, 6: לא יתיצבו הוללים und das. 75, 5: אמרתי להוללים אל תהלו im Kommentar. —

משיב חכמים וגו'. Ich zeige, wie jedes darauf sich gründende philosophische System ein Rückschritt für die Menschheit ist und lasse solche Wissenschaft sich als Torheit entpuppen. מקים וגו'. Hingegen halte ich das Wort meines Dieners, des Propheten Jesaia aufrecht und lasse die Verheißungen meiner anderen Sendboten ihre vollste Verwirklichung finden, denn האמר לירושלם וגו', האמר לצולה וגו', האמר לכרש וגו', ich bin zu allen Zeiten derselbe — Geschichte und Natur gehorcht meinem Waltungsworte! — Die fünf Schlußsätze dieses Kapitels bilden ein großes Satzgefüge, und אנכי des V. 24 ist Subjekt für מקים und האמר. Durch die Wahl der ersten Person in אקומם und אוביש wird der ganze Ausspruch noch lebendiger.

Der Sinn der letzten Verse ist unserer Auffassung nach: Ich erfülle jetzt die Weissagungen meiner Propheten, indem ich dich aus dem so lange währenden Exile in deine Heimat zurückführe, zu der Stätte meines Heiligtums, dessen Trümmer ich wieder aufrichte. Alles, was sich deiner Heimkehr hindernd in den Weg stellt, räume ich hinweg; Meer und Ströme hemmen deinen Schritt nicht, meinem Winke gehorchend, werden sie zur gebahnten Straße für dich. (Vgl. oben Kap. 11, 15, 16: והחרים ד' את לשון ים מצרים והניף ידו על הנהר בעים רוחו וגו', wo die einstige endliche Erlösung zuerst von Jesaia verkündet wird.) Diese endliche Heimkehr zu ewig andauerndem Wohnen auf dem Boden deiner Heimat vollbringe ich, ich, der ich ja auch deine Erlösung aus dem babylonischen Exile herbeigeführt habe. Ich bin noch derselbe wie einst, — ich berief Cyrus zu meinem Hirten, er sollte meine Herde auf die Weide führen, die „חפצי" meinem Wunsche entsprach, und er tat es und berief meine Kinder heim zum Aufbau Jerusalems und verfügte die Wiederherstellung des Gottesheiligtums. — תוסד kann auch dritte Person weiblich sein und dann hieße es: „und der Tempel werde gegründet". היכל kommt sowohl männlich als weiblich vor. — So gleicht noch heute, Prov. 21, 1: פלגי מים לב מלך ביד ד' על כל אשר יחפץ יטנו Wasserbächen in Gottes Hand das Herz des Königs, Er lenkt es auf alles hin, was Er will! — Bedeutsam heißt es bezüglich des Tempels nicht תבנה, sondern תוסד: Unter Cyrus vollzog sich nur die Grundsteinlegung; der Bau ruhte dann lange und ward erst unter der Regierung des Darjawesch (wahrscheinlich Darius Hystaspis) vollendet. Vgl. Esra 4, 24 und Chaggais Worte an Serubabel.

Damit schließt diese Reihe der auf das jetzige Galuth bezüglichen und die Erlösung aus ihm verkündenden Kapitel, die mit dem vierzigsten begann.

25
מֵפֵר֙ אֹת֣וֹת בַּדִּ֔ים וְקֹסְמִ֖ים יְהוֹלֵ֑ל מֵשִׁ֧יב חֲכָמִ֛ים אָח֖וֹר וְדַעְתָּ֥ם יְסַכֵּֽל׃
BernfeldEr machte die Zeichen der Lügenredner zunichte und die Wahrsager zu Narren. Er lässt die Weisen [vor Scham] zurücktreten, und ihre Einsicht wird zur Torheit.
ZunzEr macht die Zeichen der Lügenredner zu nichte, und die Wahrsager zu Narren. Er heißt die Weisen zurücktreten, und ihre Einsicht bethört er.
J. J. Hirschbin es, der die Zeichen der Lügner vereitelt und den Glanz der Zauberer als falsch erkennen läßt, der die „Weisen" zurückweist und ihre Wissenschaft als Torheit sich erweisen läßt, —
26
מֵקִים֙ דְּבַ֣ר עַבְדּ֔וֹ וַעֲצַ֥ת מַלְאָכָ֖יו יַשְׁלִ֑ים הָאֹמֵ֨ר לִירוּשָׁלַ֜͏ִם תּוּשָׁ֗ב וּלְעָרֵ֤י יְהוּדָה֙ תִּבָּנֶ֔ינָה וְחׇרְבוֹתֶ֖יהָ אֲקוֹמֵֽם׃
BernfeldEr bestätigt das Wort seines Knechtes, und den Beschluss seiner Gesandten erfüllt er; der zu Jerusalem spricht: Es werde bewohnt, und zu den Städten Jehudas: Sie werden erbaut, und ihre Trümmer werde ich aufrichten
ZunzEr bestätigt das Wort seines Knechtes, und den Beschluß seiner Gesandten erfüllt er; der zu Jeruschalajim spricht: Es werde bewohnt, und zu den Städten Jehudah's: Sie werden erbaut, und ihre Trümmer werde ich aufrichten;
J. J. Hirschaber das Wort seines Dieners aufrecht hält und seiner Boten Plan zur Vollendung bringt, der über Jerusalem ausspricht: „es werde wieder bewohnt" und über Judas Städte „sie werden wieder erbaut und ihre Trümmer richte ich auf!"
27
הָאֹמֵ֥ר לַצּוּלָ֖ה חֳרָ֑בִי וְנַהֲרֹתַ֖יִךְ אוֹבִֽישׁ׃
BernfeldDer zur Meerestiefe spricht: Versiege! und deine Ströme trockne ich aus.
ZunzDer zur Tiefe spricht: Versiege! und deine Ströme trockne ich aus;
J. J. Hirschbin es, der zur Tiefe spricht: „trockne aus" und deine Ströme lasse ich vertrocknen —
28
הָאֹמֵ֤ר לְכ֙וֹרֶשׁ֙ רֹעִ֔י וְכׇל־חֶפְצִ֖י יַשְׁלִ֑ם וְלֵאמֹ֤ר לִירוּשָׁלַ֙͏ִם֙ תִּבָּנֶ֔ה וְהֵיכָ֖ל תִּוָּסֵֽד׃ {פ}
BernfeldDer Cyrus als Hirt entbietet, dass er all seine Wünsche erfülle und zu Jerusalem spreche: Es werde gebaut, und du, o Tempel, gegründet!
ZunzDer zu Koresch spricht: Mein Hirt, und all meine Wünsche erfüllt er, daß er zu Jeruschalajim spreche: Es werde gebaut, und du, o Tempel, gegründet!
J. J. Hirschbin es, der zu Cyrus spricht: „sei mein Hirte", und alles, was ich will, vollführt er und spricht betreffs Jerusalems: „es werde erbaut, und Tempel, du wirst gegründet!"