Jeschajahu 17 ישעיהו
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kap. 17. Wegen einiger scheinbaren Schwierigkeiten hat sich dieses Kapitel die verschiedensten Auslegungen gefallen lassen müssen. Folgt man jedoch ohne Voreingenommenheit strikt den Worten des Propheten, so schwinden diese Schwierigkeiten von selbst und der Zusammenhang des Kapitels ergibt sich ganz leicht. Mit Ausnahme einer Nüance in der Auffassung des dritten Abschnitts sind wir in der glücklichen Lage, uns mit der Erklärung Raschis einig zu wissen.
In dem ersten Verse wird der Überschrift entsprechend Damaskus' trübes Geschick verkündet. Daran knüpft V. 2 die Bemerkung, daß noch vor dessen Eintreffen das Strafgericht über das mit Damaskus verbündete Reich Israel mit der Vertreibung der zwei Stämme Reuben und Gad beginnen und sich (V. 3 und 4) mit dem Fall der Feste Efraims fortsetzen werde, welcher bereits Kapitel 7, 8 verkündet war. (Die Exilierung des übrigen Israel erfolgte etwa zwei Dezennien später.) In chronologischer Reihenfolge wird sodann der Untergang des Königtums von Damaskus, ja ganz Arams prophezeit, so daß die beiden Bundesgenossen Aram und Israel das Schicksal der Verbannung durch Aschur teilen. Unter den von Israel einstweilen noch im Lande Zurückbleibenden (V. 5 bis 8) wird, durch das Leidensgeschick gebessert, eine Minorität sich Gott zuwenden und die Gerechtigkeit seiner Waltung anerkennen. Freilich wird der bessernde Einfluß dieser Minorität auf die Masse nicht stark genug sein, um Gott zur Zurücknahme des von ihm beschlossenen Strafgerichts zu veranlassen (V. 9), dessen Gründe der Prophet (V. 10 und 11) seinen Zeitgenossen noch einmal mit einigen ernsten Worten vor die Seele führt.
Darauf sieht er später Aschur (V. 12), durch seinen Erfolg gegen das Reich Israel siegessicher geworden, nun auch sich gegen Jerusalem wenden, dort aber durch Gottes wunderbare Fügung die Vernichtung seines Heeres finden. Das Kapitel schließt mit der Versicherung, daß gleiches Schicksal auch einst einen in spätester Zeit das jüdische Volk bedrohenden Feind ereilen werde.
V. 1. מוסר von סור weichen, dem Sinne nach: aus der Reihe der Städte schwinden. Da Städtenamen sonst weiblich sind, hier aber das auf דמשק bezügliche מוסר mit männlicher Endung gebraucht ist, wird dadurch auf die bisherige besondere Stärke von Damaskus hingewiesen. Um den Kontrast des Verfalls noch deutlicher hervortreten zu lassen, ist dann והיתה wieder weiblich.
מעי מפלה von der Wurzel עיה; vgl. 4. B. M. Komm. zu 21, 11: Einöde, wie עיי העברים, oder Trümmer, wie שמו את ירושלם לעיים (Ps. 79, 1), ושמתי שמרון לעי השדה (Micha 1, 6). Durch das sonst nicht wieder bei diesem Worte vorkommende Vorsetzen des מ dürfte das tragische Geschick Damaskus' in der knappsten Kürze, nämlich durch einen hinwegfallenden Buchstaben, ausgesprochen sein: es wird מעיר zu מעי!
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 2. ערי ערער. Diese beiden Worte bereiteten den Kommentatoren viele Schwierigkeiten. Einige nehmen mit dem Targum Jonathan ערער gar nicht als Eigennamen, sondern als Bezeichnung von Verwüstung, im Hinblick auf ערער התערער (Jerem. 51, 58). Andere, und das sind die meisten, wollen ערי ערער als „Städte um Aroer“ oder von Aroer abhängige Städte, wie חשבון וכל עריה (Jos. 13, 17), auffassen, welche Stelle jedoch kaum eine Analogie bieten dürfte, da חשבון Hauptstadt war, die unter dem Namen ערער vorkommenden Städte dieses aber nicht waren. Man nahm an, es müsse hier eine zu dem damascenischen Syrien gehörende Stadt dieses Namens gemeint sein. Von einer solchen geschieht indessen in תנ"ך keine Erwähnung. Einige Geographen verzeichnen sogar auf Grund dieser Annahme eine solche Stadt in der Gegend von Damaskus in ihren Karten. Lassen wir uns jedoch einzig von dem Wortlaute leiten, so heißt ערי ערער nichts anderes als „die Städte Aroer“.
Außer einem ערער, welches dem von Juda umschlossenen Stamme Simeon gehörte (1. Sam. 30,28), aber hier nicht in Betracht kommt, finden wir noch zwei Städte dieses Namens. Am häufigsten wird das am Ufer des Arnon gelegene, die Grenze Reubens und des ganzen transjordanischen Gebietes der zehn Stämme bildende erwähnt (5. B. M. 2, 36. 3, 12, Jos. 13, 16 u. f.). Von diesem existieren noch Ruinen, bekannt unter dem Namen „die Ruinen von Arar“.
Eines zweiten transjordanischen Aroer wird Jos. 13, 25 als על פני רבה gedacht, in der Gegend von Rabbath-Ammon gelegen und dem Stamme Gad zugehörig, dieses wird auch noch an anderen Stellen erwähnt. Dieses Aroer ist jetzt ein Dorf und trägt den Namen Ira; es liegt nahe an der Ostgrenze des ehemaligen Gebietes von Gad.
Nachdem V. 1 der durch Aschur erfolgende Untergang von Damaskus geweissagt war, berichten die folgenden Verse kurz, in welcher Weise sich die Eroberungstätigkeit Aschurs entwickeln werde: erst richtet sie sich gegen Damaskus' Bundesgenossen, sodann gegen dieses selbst. עזבות ערי ערער וגו' Verlassen sind die Städte Aroer u. s. w. heißt u. E. nach nichts anderes als: zuerst werden die beiden Städte Aroer, welche hier als Bezeichnung für das ganze Gebiet von Reuben und Gad genannt sind, erobert und dessen Bewohner vertrieben werden; sie, die nebenbei bemerkt, als die Ersten den Besitz des Landes angetreten hatten, müssen es auch am frühesten verlassen, und ihr Gebiet verödet. Die Erfüllung des hier im voraus Verkündeten berichtet 1. Chron. 5, 26: „Der Gott Israels regte den Geist Phuls, des Königs von Aschur, und den Geist Tiglath Pilneßers, des Königs von Aschur, an und ließ sie in die Verbannung führen: Reuben und Gad und die Hälfte des Stammes Menasche.“ — Der letztgenannte König von Aschur setzt die Eroberung von Galilea fort, nimmt die Festung Schomron, wodurch die Weissagung
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 3. ונשבת מבצר מאפרים eintrifft, zieht in Damaskus ein, tötet dessen König Rezin entsprechend dem וממלכה מדמשק, führt die Bevölkerung שאר ארם ins Exil nach Kir (2. Könige 16, 9), und so teilt Aram die „Herrlichkeit der Söhne Israels“.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 4. והיה וגו' zeichnet dann sofort, wie es um diese „Herrlichkeit“ bestellt ist. Das stolze „Jisrael“, welches seine Aufgabe nicht begriffen, nicht verstanden hatte, in pflichtgetreuem, dem göttlichen Willen gehorsamem Leben sich des göttlichen Segens würdig zu machen und eben dadurch der ganzen Welt die Überzeugung zu bringen, daß „Gott der Überragende“ ist — es hat nun begonnen יעקב, das „Ferse haltende“, in die Verbannung ziehende Galuth-Volk zu werden und ביום ההוא ידל כבוד יעקב „an jenem Tage“, das heißt: von da an wird es selbst mit dieser so abgeschwächten „Herrlichkeit“ rapid abwärts gehen — bis zur Armseligkeit wird sie verkümmern. — ומשמן בשרו ירזה. Die zwischen Haut und Muskulatur befindliche Fettlage schwächt die äußeren Eindrücke und Einflüsse auf den inneren Organismus ab — Gottes Fürsorge ist die schützende Hülle des Jakobvolkes, entzieht Gott ihm zeitweilig diese, um es zur Pflichterfüllung zu erwecken, so ist es jeder Unbill der Zeit, jedem Stoß und Druck der Außenwelt auf das empfindlichste preisgegeben.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 5. והיה כאסף וגו'. Der Acker der Zukunft Jakobs wird äußerlich einem Brachfelde gleichen — alle Aussichten auf eine Rückkehr zur Gottestreue werden erstorben scheinen. Wer diese ernten wollte, und gar — וזרעו nicht וידו — nicht mit der Sichel in der Hand, sondern mit der Sense im Arm weit ausholend, dessen Tun würde so unvernünftig erscheinen, als schickte er sich an, im Totenreiche Ernte zu halten. רפאים die Gestorbenen, Abgeschiedenen, wie oben 14, 9 und weiter 26, 14, ebenso Ps. 88, 11, Prov. 21, 16 und sonst. Näheres darüber und Etymologie s. Komm. zu 5. B. M. 2, 11.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 6. ונשאר בו. Doch ganz so hoffnungslos ist es nicht. בו bezieht sich auf יעקב im V. 4. Etwas bleibt doch noch von ihm übrig, jedoch „unfertige, noch nicht zu voller Entwicklung gelangte Früchte“. בנקף זית. Wie bereits im Komm. zu 5. B. M. 24, 20 gesagt ist, begnügte man sich nach dem ספרי zu dortiger Stelle in alter Zeit damit, die Früchte der Ölbäume durch Schlagen mit Stöcken zu ernten und pflückte sie nicht sorgfältig einzeln ab. Da blieben denn in dem Wipfel einzelne Oliven zurück. Das dürfte doch wohl nur dann geschehen sein, wenn die Ernte sehr ergiebig war, in ertragsarmen Jahren wird man wahrscheinlich peinlich bemüht um jede einzelne Frucht gewesen sein. Dies scheint hier mit dem Worte פוריה gesagt zu sein. זית, sonst männlich, kommt auch zugleich weiblich vor: Jerem. 11, 16 bezieht sich die weibliche Endung von עליה in הצית אש עליה auf das vorherstehende זית רענן, obgleich da רענן männliche Endung hat. Es liegt darum wohl kein zwingender Grund vor, das ה in בסעפיה für überflüssig hinzugefügt aufzufassen, wie es viele wollen. אמיר Spitze des Baumes oder im V. 9 des Berges kommt sonst nicht wieder vor.
Als Sinn dieses Verses ergibt sich folgendes: Der Prophet verläßt den Vergleich Israels mit einem Getreidefelde — als solches angeschaut, sieht es allerdings trostlos aus. Aber mehr individuell betrachtet, wie einen Olivenbaum, erkennt das aufmerksame Auge doch noch manche der allgemeinen Entartung Entgangene, nicht von dem „abschlagenden Stocke“ Erreichte. Nur wenige sind es im Verhältnis zu der großen Menge (פוריה), verschwindend wenige, und auch sie sind noch „unfertig“, bedürfen noch sehr der Entwicklung, aber Gott, der Gott Israels, der jeden einzelnen prüft, sieht, daß sie auch noch entwicklungsfähig sind und der beginnende Zusammenbruch des Staates und all das Elend, welches damit seinen Einzug hielt, ihnen die Augen geöffnet haben, und sie fortan ihr Hoffen und Streben nicht auf irdische Potenzen der Macht und Größe, sondern einzig und allein
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 7. 8. על עשהו hinauf zu ihrem Schöpfer richten und ihr Augenmerk der sittlichen Aufgabe zuwenden, durch welche Gott Israel „heiligen“ will. Sie sind geheilt von der Vergötterung ihrer eigenen Kraft, errichten nicht mehr „dem Werke ihrer Hände“ Altäre, ja das ganze heidnische Unwesen, die Anbetung der Naturmächte wie der Erscheinungen der physischen Welt, wird fortan für sie nichts Verführerisches mehr haben. Finden wir doch wirklich 2. Chron. Kapitel 30 und 31 berichtet, daß „Männer von Ascher, Menasche und Sebulun in sich gingen und nach Jerusalem zogen“, daß sie dort das Peßachfest feierten u. s. w. und die Standbilder zerbrachen, die Heilesbäume niederhieben und deren Altäre zerstörten als sie wieder in ihre Heimat zurückkehrten. Ihr Einfluß reichte jedoch, wie es scheint, nicht aus, um ihre Brüder zur Besserung zu veranlassen, und so mußte das Verhängnis seinen Fortgang nehmen.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 9. ערי מעוז. Die Erfahrung hat gelehrt, daß Israel nur in seinem Gotte die Widerstandskraft gegen alles es Befehdende finden kann — entfremdet es sich in Entartung seinem Gotte, so bieten seine Festungsstädte ihm ebenso wenig Schutz, als sie einst den entarteten Ureinwohnern Kenaans geboten hatten, als Gott sie vor den Söhnen „Jisraels“, das durch sein Leben die „Herrschaft Gottes“ auf Erden anzubahnen beauftragt war, aus dem Lande vertrieb. Vgl. 3. B. M. 20, 22, 23. עוז Widerstandskraft, מעוז die Quelle derselben. חרש Wald, Dickicht. (1. Samuel 23, 15; Hesek. 31, 3.)
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 10. 11. כי שכחת. שכח heißt ein Vergessen durch Eingenommensein von etwas anderem, זכר etwas im Gedächtnis bewahren, es positiv in der Erinnerung festhalten. Das Gedeihen und die materielle Blüte deines Landes erfüllte derart dein ganzes Sinnen, daß dir der wirkliche Zweck, für welchen dein Gott dir es in Besitz gegeben hatte, völlig entschwand. Es sollte den Boden für die Entwicklung deines Heils und wahrhaftigen Seins bilden — ישע ist lautverwandt mit יש —: „Er gab ihnen Länder von Völkern, und was Nationen erarbeitet hatten, erbten sie, damit sie seine Gesetze hüten und seine Lehren pflegen sollten“ (Ps. 105, 44, 45).
וצור מעוזך וגו'. Du vergegenwärtigtest dir nicht, daß der Born deines Glückes und deiner Blüte die Lehre deines Gottes ist und nur durch deren stete Pflege und Wartung du ihnen Dauer und Bestand sicherst. Das war dir zu beschwerlich und währte dir zu lange; rascher sollte dein Glück wachsen und mühelos reiche Ernte liefern. Darum suchtest du — das drückt die Futurumform von תטעי aus — nach freundlich deinen Wünschen entgegenkommenden Pflanzen für deine Aussaat. נעמנים: das Anmutige, Zusagende, Ansprechende, נועם in vielfacher Gestaltung, deshalb Plural. — Eine andere ähnliche Pluralform der Wurzel נעם finden wir in ובל אלחם במנעמיהם (Ps. 141, 4). — Die göttliche Lehre, dieser „Baum des Lebens“ war dir zu ernst und sein Wachstum zu langsam, und wenn auch דרכיה דרכי נועם „ihre Wege Wege der Anmut“ sind (Prov. 3, 17), dich gelüstete nach Sinnenrausch und Genuß in reicher Abwechslung und um jeden Preis, deshalb erschien dir die Rebe der Fremde als die geeignetste Pflanze deiner Lebenskultur. Der heidnische Götterkultus deiner Nachbarn mit seinen Ausschweifungen und Orgien reizte zur Nachahmung und berückte dich. In dem Anbau dieser fremden Rebe entfaltetest du deine ganze männliche Energie, betratest mit vollem Bewußtsein die Bahn des Abfalls. Das dürfte mit dem Gebrauch der männlichen Form der Anrede תִּזְרָעֶנּוּ statt תזרעיהו gesagt sein, während alle übrigen Verba dieser beiden Verse das Reich Israel in weiblicher Form apostrophieren, wie das ja in der Regel Städten und Ländern gegenüber in der Sprache der Propheten geschieht. Dabei hatte dein Gott dich, abgesehen von dem eigentlichen Götzendienst, vor jeder Nachahmung der spezifischen Sitten der Völker gewarnt und sie ganz besonders verboten. Siehe Komm. zu 3. B. M. 18, 3 und 5. B. M. 12, 30.
תשגשגי wahrscheinlich von שגה groß werden, wachsen, wie ואחריתך ישגה מאד (Job 8, 7) unter Verdoppelung der ersten und zweiten Wurzelbuchstaben. ובבקר am anderen Morgen. נד präter. von נוד fliehen, wie מת von מות ביום נחלה am Tage, da du ihren Besitz antreten wolltest. Da נחלה mit חטף פתח geschrieben ist und den Akzent auf der letzten Silbe hat, liegt kein Grund vor, es anders als in seiner gewöhnlichen Bedeutung aufzufassen: Du wolltest die sicher erwartete Ernte schon in Besitz nehmen, doch sie entschwand dir, Genuß, Gedeihen und Glück, um derentwillen du Gott die Treue gebrochen hattest, erreichtest du nicht, sie flohen vor dir. Dir blieb nichts als unheilbares Weh, dein Staat bricht zusammen und dich selbst führt Aschur zuletzt in die Verbannung hinweg.
כאב אנוש wie אנושה מכתי (Jerem. 15, 18) schwere, unheilbare oder unheilvolle Erkrankung oder Wunde, und ganz so wie hier, vom Schmerze: אנוש מכאבך (Jerem. 30, 15). —
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 12—14. Der Prophet wendet sich nun Aschur zu, dessen König Sanherib er mit gewaltigen Heeresmassen gegen Jerusalem ziehen sieht. Ein Wink von Gott und der mächtige Heereskörper, am Abend noch der Schrecken Judas und Jerusalems, liegt wenn der Morgen graut, entseelt am Boden und der König selbst flieht schleunigst in seine Heimat, um dort den Tod durch Mörderhand zu finden.
ונגער בו ונס ממרחק kann sich wohl nur auf שאון לאומים beziehen und wahrscheinlich auf noch im Marsche nach Jerusalem begriffene Truppen, welche die Kunde von der plötzlichen wunderbaren Vernichtung ihrer Genossen unterwegs ereilte und in die Flucht trieb.
חלק שוסינו. Wie 2. Könige 18, 14—16 berichtet wird, hatte Sanherib auf einem früheren Kriegszuge Jerusalem bereits schwer gebrandschatzt und zu solch hoher Kontribution gezwungen, daß, nachdem er alles Gold und Silber der königlichen Schatzkammer und des Tempelvermögens erhalten hatte, seiner unersättlichen Raubgier auch noch die mit Gold belegten Tore und Schwellen des Tempels ausgeliefert werden mußten.
וגורל לבזוינו. Da es nicht בזוינו, sondern לבזוינו heißt, so liegt darin nach Raschi die Andeutung, daß es ebenso denen ergehen werde, die in Zukunft sich anschicken werden, uns zu plündern. Diese warnende Bemerkung bezieht sich auf die Heeresmassen von Gog und Magog, welche in spätester Zeit gegen Jerusalem ziehen und, wie Hesek. 38 prophezeit, dort durch göttliche Fügung ihren Untergang finden werden. Das wird überhaupt der allerletzte Angriff sein, der das von Gott alsdann wieder aufgerichtete Heiligtum und den es umgebenden jüdischen Staat bedrohen wird, und auf diesen Angriff blickt das folgende Kapitel hin.