1
וַיִּמְעֲל֧וּ בְנֵי־יִשְׂרָאֵ֛ל מַ֖עַל בַּחֵ֑רֶם וַיִּקַּ֡ח עָכָ֣ן בֶּן־כַּרְמִי֩ בֶן־זַבְדִּ֨י בֶן־זֶ֜רַח לְמַטֵּ֤ה יְהוּדָה֙ מִן־הַחֵ֔רֶם וַיִּֽחַר־אַ֥ף יְהֹוָ֖ה בִּבְנֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃ {ס}
BernfeldAber die Kinder Israel begingen Untreue an dem Bann, es nahm Achan, Sohn Karmis, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Serahs vom Stamme Jehuda, von dem Bann, und der Zorn des Herrn erglühte über die Kinder Israel.
R. BreuerAber die Söhne Jisraels begingen Untreue an dem Bann: Es nahm Achan, der Sohn Karmis, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Serachs vom Stamme Juda, von dem Banne, da entbrannte der Zorn Gottes über die Söhne Jisraels.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
Kap. 7. V. 1. Eine bessere Einleitung zum folgenden hätte der Text nicht finden können, als die gegen die Gesamtheit der Söhne Jisraels geschleuderte wuchtige Anklage: וימעלו בני ישראל מעל בחרם. Ein einziger vergriff sich an dem, was dem Gottesheiligtum gebührte, und alle trugen die Schuld, und alle mußten sie büßen. Nur ein Glied des Ganzen ist der Einzelne, mitverantwortlich ist jeder für die Schuld des Nächsten, dessen Leichtsinn er mit der wachsamen Hut seines eigenen Gewissens hätte begegnen sollen. Eine gewaltigere Manifestation des כל ישראל ערבים זה לזה als das über Gesamtisrael wegen der Schuld eines Einzelnen vor den Toren von Ai hereingebrochene Verhängnis ist nicht zu denken.
V. 2 f. Josua beauftragt die Männer, das Land auszukundschaften, und von den Männern heißt es unmittelbar darauf, daß sie blos Ai ausgekundschaftet haben. Malbim z. St. folgert daraus, daß der Auftrag Josuas nicht genau ausgeführt worden sei, wodurch die bei Ai erfolgte Niederlage als das natürliche Ergebnis der Unvorsichtigkeit erscheint, mit welcher die Kundschafter den Inhalt ihrer Mission nach eigenem Ermessen modifizieren zu dürfen glaubten. Denn während Josua sie mit genauer Angabe der topographischen Lage Ais (bei Beth Awen im Osten von Bethel) angewiesen hatte, das ganze Land, d. h. die ganze Umgebung von Ai, von der im Kriegsfall eine Unterstützung Ais vermutet werden konnte, auszukundschaften, beschränkten sie sich darauf, die Machtverhältnisse des einen Städtchens zu erkunden und mußten dadurch naturgemäß zu einer falschen Vorstellung von der gesamten Streitmacht kommen, mit der Israel zu rechnen hatte. Gegen diese Auffassung spricht aber schon der eine Umstand, daß in V. 4 und 5 ausdrücklich zweimal betont wird, daß die Männer von Ai es waren, vor denen die dreitausend Mann die Flucht ergriffen, daß die Männer von Ai es waren, die sechsunddreißig Mann erschlugen usw. Von Hilfstruppen, die zur Unterstützung von Ai herbeigeeilt wären, ist hier nirgendwo die Rede. Wohl aber wird doch — was wahrlich nicht übersehen werden darf — gleich zu Beginn dieses Kapitels als die ausschließlich einzige Ursache der ganzen Niederlage der „Zorn Gottes“ genannt, der gegen Israel entbrannt war, noch bevor Josua sich zum Heereszug gegen Ai gerüstet hatte. Und wenn Josua eine Million gen Ai entsandt hätte, so hätten sie doch nicht zu siegen vermocht, selbst wenn das winzigste Häuflein ihnen entgegengezogen wäre. Denn „weil sie zum Banne sind geworden“ — wie Gott selbst (V. 12) die Ursache der Niederlage Josua gegenüber schilderte — „konnten die Söhne Jisraels nicht aufkommen vor ihren Feinden.“ Und was den Ausgangspunkt der Malbimschen Darlegung betrifft, so braucht zwischen ורגלו את הארץ und וירגלו את העי durchaus kein Gegensatz angenommen zu werden. Josua gab nach dem Sturze Jerichos den Befehl, in der Auskundschaftung des Landes fortzuschreiten, und die Männer entsprachen diesem Befehle, indem sie zunächst mit Ai begannen.
2
וַיִּשְׁלַח֩ יְהוֹשֻׁ֨עַ אֲנָשִׁ֜ים מִירִיח֗וֹ הָעַ֞י אֲשֶׁ֨ר עִם־בֵּ֥ית אָ֙וֶן֙ מִקֶּ֣דֶם לְבֵֽית־אֵ֔ל וַיֹּ֤אמֶר אֲלֵיהֶם֙ לֵאמֹ֔ר עֲל֖וּ וְרַגְּל֣וּ אֶת־הָאָ֑רֶץ וַֽיַּעֲלוּ֙ הָֽאֲנָשִׁ֔ים וַֽיְרַגְּל֖וּ אֶת־הָעָֽי׃
BernfeldJosua schickte unterdessen Männer von Jericho nach Ai, welches bei Bet Awen im Osten von Bet El, und sprach zu ihnen also: Ziehet hin und kundschaftet das Land aus. Und es zogen die Männer hin und kundschafteten Ai aus.
R. BreuerJosua sandte Männer von Jericho nach Ai, welches bei Beth Awen im Osten von Bethel liegt, und sprach zu ihnen: Ziehet hin und kundschaftet das Land aus! Da zogen die Männer hin und kundschafteten Ai aus.
3
וַיָּשֻׁ֣בוּ אֶל־יְהוֹשֻׁ֗עַ וַיֹּאמְר֣וּ אֵלָיו֮ אַל־יַ֣עַל כׇּל־הָעָם֒ כְּאַלְפַּ֣יִם אִ֗ישׁ א֚וֹ כִּשְׁלֹ֣שֶׁת אֲלָפִ֣ים אִ֔ישׁ יַעֲל֖וּ וְיַכּ֣וּ אֶת־הָעָ֑י אַל־תְּיַגַּע־שָׁ֙מָּה֙ אֶת־כׇּל־הָעָ֔ם כִּ֥י מְעַ֖ט הֵֽמָּה׃
BernfeldSie kehrten zu Josua zurück und sprachen zu ihm: Es ziehe nicht das ganze Volk; bei zweitausend Mann oder bei dreitausend Mann mögen hinziehen, und sie werden Ai erobern; mühe nicht das ganze Volk dahin ab, denn ihrer sind wenig.
R. BreuerSie kehrten zu Josua zurück und sprachen zu ihm: Nicht das ganze Volk soll heraufziehen; etwa zweitausend Mann oder dreitausend Mann mögen hinaufziehen und Ai erobern; bemühe nicht das ganze Volk dahin, denn sie sind nur wenige.
4
וַיַּעֲל֤וּ מִן־הָעָם֙ שָׁ֔מָּה כִּשְׁלֹ֥שֶׁת אֲלָפִ֖ים אִ֑ישׁ וַיָּנֻ֕סוּ לִפְנֵ֖י אַנְשֵׁ֥י הָעָֽי׃
BernfeldUnd es zogen von dem Volke dahin an dreitausend Mann; aber sie mussten fliehen vor den Männern von Ai.
R. BreuerUnd es zogen von dem Volke hinauf etwa dreitausend Mann; aber sie mußten fliehen vor den Männern von Ai.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 4. Von einem Versuch der dreitausend Mann, die Männer von Ai zu besiegen, wird mit keiner Silbe berichtet. Der Vers hört sich ganz so an, als ob die dreitausend Mann, nachdem sie kaum den Feind erblickt hatten, von einer unerklärlichen Angst befallen, sofort Reißaus genommen hätten: Kaum waren sie an Ort und Stelle, da flohen sie auch schon vor den Männern von Ai. Bei dieser Auffassung des Verses wäre die kopflose Flucht der zu vermeintlich unschwerem Siege Ausgesandten als eine furchtbare Manifestation von Gottes zürnender Waltung zu begreifen.
5
וַיַּכּ֨וּ מֵהֶ֜ם אַנְשֵׁ֣י הָעַ֗י כִּשְׁלֹשִׁ֤ים וְשִׁשָּׁה֙ אִ֔ישׁ וַֽיִּרְדְּפ֞וּם לִפְנֵ֤י הַשַּׁ֙עַר֙ עַד־הַשְּׁבָרִ֔ים וַיַּכּ֖וּם בַּמּוֹרָ֑ד וַיִּמַּ֥ס לְבַב־הָעָ֖ם וַיְהִ֥י לְמָֽיִם׃
BernfeldDie Leute von Ai schlugen von ihnen an sechs und dreißig Mann und verfolgten sie vor das Tor bis zu den Brüchen und schlugen sie am Abhange. Da schmolz das Herz des Volks und wurde zu Wasser.
R. BreuerDie Männer von Ai schlugen von ihnen etwa sechsunddreißig Mann und verfolgten sie vor dem Tore bis zu den Brüchen und schlugen sie am Abhange. Da schmolz das Herz des Volkes und wurde zu Wasser.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 5. Die sechsunddreißig Mann wurden sofort hingestreckt. Die übrigen wurden verfolgt, erreicht und dann ebenso geschlagen.
השברים. Entweder Steinbrüche, die am Wege lagen, oder, wie manche glauben, als Bezeichnung des Ortes zu verstehen, wo Israel besiegt, „gebrochen“ wurde.
במורד. Von ירד, hinabsteigen.
וימס לבב העם וגו'. Vgl. 2, 11; 5, 1. Der Zusatz ויהי למים, der oben fehlt, soll hier den ungewöhnlich krassen Eindruck veranschaulichen, den die gänzlich unerwartete Niederlage auf das Gemüt des schon von Siegesfreude erfüllten Volkes machte.
6
וַיִּקְרַ֨ע יְהוֹשֻׁ֜עַ שִׂמְלֹתָ֗יו וַיִּפֹּל֩ עַל־פָּנָ֨יו אַ֜רְצָה לִפְנֵ֨י אֲר֤וֹן יְהֹוָה֙ עַד־הָעֶ֔רֶב ה֖וּא וְזִקְנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל וַיַּעֲל֥וּ עָפָ֖ר עַל־רֹאשָֽׁם׃
BernfeldJosua zerriss seine Kleider und fiel auf sein Angesicht zur Erde nieder vor der Lade des Herrn bis zum Abend, er und die Ältesten Israels, und legten Asche auf ihr Haupt.
R. BreuerJosua zerriß seine Kleider, fiel auf sein Angesicht zur Erde nieder vor der Lade Gottes bis zum Abend, er und die Ältesten Jisraels; und sie streuten Asche auf ihr Haupt.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 6. Lebhaft kontrastiert das Verhalten Josuas zu dem des Volkes. Der großen Menge „schmolz nur das Herz und wurde zu Wasser“. (V. 5) In kopfloser Verzweiflung schaute sie in eine trübe Zukunft. Josua aber fand sofort den Weg zu Gott. Und ihm folgten die Ältesten des Volkes.
ויפל על פניו. „In Gegenwart einer ספר תורה wird תחנה mit niedergebeugt bedecktem Angesichte gesprochen, נפילת אפים; unser Beugen vor Gott bedeutet immer ein Beugen vor seinem Gesetze. (Im Anklange an Josua 7, 6.)“ Komm. Gebete S. 173.
V. 7 f. Josua ahnt nicht, was die Ursache der erlittenen Niederlage war. Sonst hätte er sich von seiner Erregung nicht dazu hinreißen lassen, eine Widersetzlichkeit gegen einen ausdrücklichen Befehl Gottes — denn was wäre der „Entschluß, jenseits des Jardens zu bleiben“ anders gewesen — als das im Vergleich zur erlittenen Niederlage bessere Los zu bezeichnen und überhaupt in seiner ganzen Rede eine ganz ähnliche Zaghaftigkeit zu verraten, wie sie zur Zeit seines Vorgängers nicht — Moses, sondern das Volk an den Tag zu legen pflegte.
הואלנו. „הואיל hat oft das tempus finitum nach sich . . .“ (Komm. Deut. 1, 5)
7
וַיֹּ֨אמֶר יְהוֹשֻׁ֜עַ אֲהָ֣הּ ׀ אֲדֹנָ֣י יֱהֹוִ֗ה לָ֠מָה הֵעֲבַ֨רְתָּ הַעֲבִ֜יר אֶת־הָעָ֤ם הַזֶּה֙ אֶת־הַיַּרְדֵּ֔ן לָתֵ֥ת אֹתָ֛נוּ בְּיַ֥ד הָאֱמֹרִ֖י לְהַאֲבִידֵ֑נוּ וְלוּ֙ הוֹאַ֣לְנוּ וַנֵּ֔שֶׁב בְּעֵ֖בֶר הַיַּרְדֵּֽן׃
BernfeldUnd Josua sprach: Wehe, Herr Gott! warum hast du doch dieses Volk herübergeführt über den Jordan, uns in die Hand des Emori zu geben, dass er uns vernichte? O dass wir uns entschlossen hätten und geblieben wären jenseits des Jordan.
R. BreuerUnd Josua sprach: Wehe, mein Herr, o Gott, warum hast Du dieses Volk über den Jarden ziehen lassen, uns in die Hand des Emoriters zu geben, daß er uns vernichte? O, daß wir uns entschlossen hätten und geblieben wären jenseits des Jardens! —
8
בִּ֖י אֲדֹנָ֑י מָ֣ה אֹמַ֔ר אַ֠חֲרֵ֠י אֲשֶׁ֨ר הָפַ֧ךְ יִשְׂרָאֵ֛ל עֹ֖רֶף לִפְנֵ֥י אֹיְבָֽיו׃
BernfeldBitte, Herr! was soll ich sagen, nachdem Israel den Rücken gewandt vor seinen Feinden?
R. BreuerO, mein Herr, was denn soll ich sagen, nachdem Jisrael seinen Rücken gewandt hat vor seinen Feinden?
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 8. Wie eine Bitte um Verzeihung klingt dieser Vers. Josua fühlt, daß er im vorigen Verse von seinem Schmerze sich zu weit hat hinreißen lassen, und er beeilt sich, den erhobenen Vorwurf durch den Hinweis auf seine Ratlosigkeit zu mildern.
9
וְיִשְׁמְע֣וּ הַֽכְּנַעֲנִ֗י וְכֹל֙ יֹשְׁבֵ֣י הָאָ֔רֶץ וְנָסַ֣בּוּ עָלֵ֔ינוּ וְהִכְרִ֥יתוּ אֶת־שְׁמֵ֖נוּ מִן־הָאָ֑רֶץ וּמַֽה־תַּעֲשֵׂ֖ה לְשִׁמְךָ֥ הַגָּדֽוֹל׃
BernfeldEs werden hören die Kanaaniter und alle Bewohner des Landes und sie werden über uns herfallen und ausrotten unsern Namen aus dem Lande. Und was wirst du tun deinem großen Namen?
R. BreuerEs werden hören der Kenaaniter und alle Bewohner des Landes, und sie werden über uns herfallen und ausrotten unsern Namen aus dem Lande. Was aber wirst du dann deinem großen Namen tun?
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 9. Den Bewohnern des Landes ist es nicht blos um die Besiegung eines Feindes zu tun. Sie trachten vor allem dahin, unsern Namen, den sie, weil eine geschichtliche Mission mit ihm verknüpft ist, noch mehr fürchten, als unser Schwert, von der Erde zu vertilgen. Mit diesem Namen, o Gott, ist aber auch der Deinige verbunden. Was soll aus diesem werden, wenn jener nicht mehr leben soll? Vgl. Deut. 9, 28 und Komm. das.
10
וַיֹּ֧אמֶר יְהֹוָ֛ה אֶל־יְהוֹשֻׁ֖עַ קֻ֣ם לָ֑ךְ לָ֣מָּה זֶּ֔ה אַתָּ֖ה נֹפֵ֥ל עַל־פָּנֶֽיךָ׃
BernfeldDa sprach der Herr zu Josua: Erhebe dich! wozu liegst du da auf deinem Angesicht?
R. BreuerDa sprach Gott zu Josua: Stehe auf, was liegst du da auf deinem Angesichte?
11
חָטָא֙ יִשְׂרָאֵ֔ל וְגַם֙ עָבְר֣וּ אֶת־בְּרִיתִ֔י אֲשֶׁ֥ר צִוִּ֖יתִי אוֹתָ֑ם וְגַ֤ם לָֽקְחוּ֙ מִן־הַחֵ֔רֶם וְגַ֤ם גָּֽנְבוּ֙ וְגַ֣ם כִּֽחֲשׁ֔וּ וְגַ֖ם שָׂ֥מוּ בִכְלֵיהֶֽם׃
BernfeldGesündigt hat Israel, sie haben meinen Bund übertreten, den ich ihnen geboten, genommen haben sie von dem Bann und gestohlen und veruntreuet und haben in ihre Geräte getan.
R. BreuerGesündigt hat Jisrael, auch haben sie meinen Bund übertreten, den ich ihnen geboten, auch haben sie von dem Bann genommen, gestohlen, veruntreut und in ihre Geräte getan.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 11. Jede Sünde stellt ein zwiefaches Vergehen dar: Zum Ungehorsam gegen Gott, zum „Übertreten seines Bundes“ gesellt sich die spezielle Verirrung, die zur Sünde führte. Hier aber erscheint die Sünde fünffach gehäuft. Nicht nur meinen Bund haben sie übertreten, auch vom Banne haben sie genommen, und sie haben es heimlich getan, als ob kein schlummerlos wachendes Auge wäre, entschlossen, jeden Verdacht durch hartnäckiges Leugnen zu entkräften. Und nicht zu augenblicklichem Bedarf haben sie Diebstahl geübt, vielmehr zum Zweck der Bereicherung ihre Geräte gefüllt.
בריתי. „Das Gesetz, wozu er uns verpflichtet, ist sein ברית, ist die absolute Bedingung seiner Verbindung mit uns . . .“ (Komm. Deut. 4, 13)
12
וְלֹ֨א יֻכְל֜וּ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֗ל לָקוּם֙ לִפְנֵ֣י אֹיְבֵיהֶ֔ם עֹ֗רֶף יִפְנוּ֙ לִפְנֵ֣י אֹיְבֵיהֶ֔ם כִּ֥י הָי֖וּ לְחֵ֑רֶם לֹ֤א אוֹסִיף֙ לִֽהְי֣וֹת עִמָּכֶ֔ם אִם־לֹ֥א תַשְׁמִ֛ידוּ הַחֵ֖רֶם מִֽקִּרְבְּכֶֽם׃
BernfeldDie Kinder Israel werden nicht aufkommen können vor ihren Feinden. Den Rücken werden sie kehren vor ihren Feinden, denn sie sind zum Bann geworden. Nicht werde ich forthin mit euch sein, so ihr nicht tilget den Bann aus eurer Mitte.
R. BreuerUnd nicht werden bestehen können die Söhne Jisraels vor ihren Feinden, den Rücken werden sie kehren vor ihren Feinden, denn sie sind zum Bann geworden. Nicht werde ich künftighin mit euch sein, wenn ihr nicht fortschaffen werdet den Bann aus eurer Mitte!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 12. לא אוסיף וגו'. Auffallend ist die unvermutete Plötzlichkeit der direkten Anrede. Sie erklärt sich aus der Heftigkeit des göttlichen Zornes: Keines Blickes hatte Gott bisher das Volk gewürdigt, doch im Augenblick, wo Gott seinen Beistand für die Folge kündigt, falls die Veranlassung seines Zornes nicht aus der Mitte des Volkes schwinden werde, wendet Er sein grimmes Wort unmittelbar an die Schuldigen: Nehmt euch in acht, daß ihr den einzigen Helfer nicht verliert, den ihr besitzt!
13
קֻ֚ם קַדֵּ֣שׁ אֶת־הָעָ֔ם וְאָמַרְתָּ֖ הִתְקַדְּשׁ֣וּ לְמָחָ֑ר כִּ֣י כֹה֩ אָמַ֨ר יְהֹוָ֜ה אֱלֹהֵ֣י יִשְׂרָאֵ֗ל חֵ֤רֶם בְּקִרְבְּךָ֙ יִשְׂרָאֵ֔ל לֹ֣א תוּכַ֗ל לָקוּם֙ לִפְנֵ֣י אֹיְבֶ֔יךָ עַד־הֲסִֽירְכֶ֥ם הַחֵ֖רֶם מִֽקִּרְבְּכֶֽם׃
BernfeldAuf, lasse das Volk sich rüsten und sprich: Seid bereit auf morgen. Denn also spricht der Herr, der Gott Israels: Bann ist in deiner Mitte, Israel; du vermagst nicht aufzukommen vor deinen Feinden, bis ihr entfernt den Bann aus eurer Mitte.
R. BreuerAuf, heilige das Volk und sprich: Heiligt euch für morgen! Denn also spricht Gott, der Gott Jisraels: Ein Bann ist in deiner Mitte, Jisrael, du vermagst nicht standzuhalten vor deinen Feinden, bis ihr entfernt habt den Bann aus eurer Mitte!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 13. קדש — התקדשו. Vgl. 3, 5. Auch der größte Führer, und wenn er ein Josua ist, vermag zur „Heiligung“ nur anzuregen (קדש); die Ausführung verbleibt der persönlichen Energie jedes Einzelnen im Volke (התקדשו).
הסירכם. Im vorigen Verse hieß es תשמידו. Da sprach Gott im Zorne und verlangte sofortige Vernichtung des חרם. Hier aber, in der Rede, die Gott Josua in den Mund legt, damit er sie dem Volke weitergebe, wird der mildere Ausdruck הסירכם gebraucht: Bevor der חרם vernichtet wird, muß er ja erst aufgefunden und aus der Mitte des Volkes entfernt werden. Daß diese Rede als eine versöhnlich mahnende, zu Herzen gehende Ansprache im Gegensatze zu dem Zornruf des vorigen Verses gedacht ist, beweist auch das zweimalige pathetische ישראל, wodurch der ganze Vers eine viel mildere Klangfarbe gewinnt. Ein Bann ist in deiner Mitte, o Israel! Das klingt doch ganz anders als der schrille Ausruf des vorigen Verses.
14
וְנִקְרַבְתֶּ֥ם בַּבֹּ֖קֶר לְשִׁבְטֵיכֶ֑ם וְהָיָ֡ה הַשֵּׁ֩בֶט֩ אֲשֶׁר־יִלְכְּדֶ֨נּוּ יְהֹוָ֜ה יִקְרַ֣ב לַמִּשְׁפָּח֗וֹת וְהַמִּשְׁפָּחָ֞ה אֲשֶֽׁר־יִלְכְּדֶ֤נָּה יְהֹוָה֙ תִּקְרַ֣ב לַבָּתִּ֔ים וְהַבַּ֙יִת֙ אֲשֶׁ֣ר יִלְכְּדֶ֣נּוּ יְהֹוָ֔ה יִקְרַ֖ב לַגְּבָרִֽים׃
BernfeldAm Morgen sollt ihr hervortreten nach euren Stämmen; der Stamm, welchen der Herr fassen wird, der soll hintreten nach Geschlechtern, und das Geschlecht, welches der Herr fassen wird, soll hintreten nach Häusern, und das Haus, welches der Herr fassen wird, soll hintreten nach den Männern.
R. BreuerDann sollt ihr am Morgen nach euren Stämmen hervortreten; und der Stamm, den Gott herausgreifen wird, soll hintreten nach Geschlechtern, und das Geschlecht, das Gott herausgreifen wird, soll hintreten nach Häusern, und das Haus, das Gott herausgreifen wird, soll hintreten nach Männern.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 14. Was unter ילכדנו zu verstehen ist, kann blos aus der Wurzel לכד, fangen, einnehmen, herausnehmen, herauswählen, ermittelt werden. Entweder ist hier an eine von Gott gefügte Wahl durchs Los, oder an ein ebenfalls durch Gott gefügtes Erwachen des Schuldbewußtseins zu denken. Daß Gott den Schuldigen nicht direkt, vielmehr durch allmähliches Herausschälen aus den ihn umgebenden Hüllen des menschlichen Gemeinschaftslebens (Stamm, Geschlecht und Haus) ermitteln ließ, lag wohl in der Absicht begründet, die Entlarvungsprozedur zu einer eindringlichen Predigt der gegenseitigen Verantwortungspflicht, als der Grundlage aller sozialen Ethik zu gestalten.
15
וְהָיָה֙ הַנִּלְכָּ֣ד בַּחֵ֔רֶם יִשָּׂרֵ֣ף בָּאֵ֔שׁ אֹת֖וֹ וְאֶת־כׇּל־אֲשֶׁר־ל֑וֹ כִּ֤י עָבַר֙ אֶת־בְּרִ֣ית יְהֹוָ֔ה וְכִֽי־עָשָׂ֥ה נְבָלָ֖ה בְּיִשְׂרָאֵֽל׃
BernfeldUnd der auf den Bann Ergriffene soll im Feuer verbrannt werden, er und alles das Seine, weil er übertreten hat den Bund des Herrn und weil er eine Schandtat verübt in Israel.
R. BreuerUnd es möge der des Banns Überführte durch Feuer verbrannt werden, er und all das Seine, denn übertreten hat er den Bund Gottes, und eine Schandtat hat er verübt in Jisrael.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 15. ישרף. Die Verbrennungsstrafe kann sich nicht auf Achan selbst beziehen, da dieser, wie aus V. 25 ersichtlich ist, gesteinigt wurde. Die syntaktische Möglichkeit dieser Lostrennung von אתו ואת כל אשר לו von ישרף באש weist Raschi zur Stelle nach. Abgesehen davon verfielen der שרפה-Strafe nur die Übertreter von עריות-Gesetzen und בת כהן שזינתה. Vgl. Komm. Lev. 20, 14.
כי עבר וגו'. Zwiefach ist sein Vergehen. An Gott hat er sich vergangen und zugleich hat er seinem Volke eine schmachvolle Niederlage bereitet. Zu נבלה vgl. Komm. Gen. 34, 7.
16
וַיַּשְׁכֵּ֤ם יְהוֹשֻׁ֙עַ֙ בַּבֹּ֔קֶר וַיַּקְרֵ֥ב אֶת־יִשְׂרָאֵ֖ל לִשְׁבָטָ֑יו וַיִּלָּכֵ֖ד שֵׁ֥בֶט יְהוּדָֽה׃
BernfeldJosua stand morgens früh auf und ließ herantreten Israel nach seinen Stämmen. Und es ward der Stamm Jehuda gefasst.
R. BreuerFrüh morgens stand Josua auf und ließ Jisrael nach seinen Stämmen herantreten. Da ward der Stamm Jehudah herausgegriffen.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 16—18. Früh am Morgen schon machte sich Josua pflichteifrig ans Werk. Auf Josuas זריזות sowohl, wie auch auf die sich selbst überstürzende Hast, mit welcher das „Herausgreifen“ des Schuldigen sich vollzog, weisen die seltsamen Ausdrucksverschiedenheiten dieser Verse hin. Statt ויקרב את משפחת יהודה hätte man ויקרב את שבט יהודה, statt וַיִלְכֹּד את משפחת הזרחי, wie auch sonst, וַיִלָכֵד משפחת הזרחי erwarten sollen. Allein die ungeduldige, das Kommende voreilig anticipierende Wucht, mit welcher das Verhängnis über alle Zwischenglieder hinweg zum Ziele drängt, soll wohl mit diesen Stilnüancen angedeutet werden: Im selben Augenblick, wo שבט יהודה hervortrat, war's auch schon משפחת יהודה, die im sarchischen Zweige vom Stammganzen sich loslöste, und mit solch unvermittelter Hast wirkte die „herausgreifende“ Waltung Gottes, daß Josua selbst „herauszu*greifen*“ glaubte (וַיִלְכֹּד), wo es doch nur ein durch Gottes Waltung „heraus*gegriffener*“ war (וַיִלָכֵד).
17
וַיַּקְרֵב֙ אֶת־מִשְׁפַּ֣חַת יְהוּדָ֔ה וַיִּלְכֹּ֕ד אֵ֖ת מִשְׁפַּ֣חַת הַזַּרְחִ֑י וַיַּקְרֵ֞ב אֶת־מִשְׁפַּ֤חַת הַזַּרְחִי֙ לַגְּבָרִ֔ים וַיִּלָּכֵ֖ד זַבְדִּֽי׃
BernfeldEr ließ herantreten jedes Geschlecht von Jehuda, und er fasste das Geschlecht Sarhi; und er ließ herantreten das Geschlecht Sarhi nach Männern, und es ward gefasst Sabdi.
R. BreuerEr ließ (jedes) Geschlecht von Jehudah herantreten, da griff er das sarchische Geschlecht heraus. Er ließ das sarchische Geschlecht nach Männern herantreten, da ward Sabdi herausgegriffen.
18
וַיַּקְרֵ֥ב אֶת־בֵּית֖וֹ לַגְּבָרִ֑ים וַיִּלָּכֵ֗ד עָכָ֞ן בֶּן־כַּרְמִ֧י בֶן־זַבְדִּ֛י בֶּן־זֶ֖רַח לְמַטֵּ֥ה יְהוּדָֽה׃
BernfeldEr ließ herantreten sein Haus nach Männern, und es ward gefasst Achan, Sohn Karmis, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Serahs vom Stamme Jehuda.
R. BreuerEr ließ sein Haus nach Männern herantreten, da ward herausgegriffen Achan, Sohn Karmis, Sohn Sabdis, Sohn Serachs vom Stamme Jehudah.
19
וַיֹּ֨אמֶר יְהוֹשֻׁ֜עַ אֶל־עָכָ֗ן בְּנִי֙ שִֽׂים־נָ֣א כָב֗וֹד לַיהֹוָ֛ה אֱלֹהֵ֥י יִשְׂרָאֵ֖ל וְתֶן־ל֣וֹ תוֹדָ֑ה וְהַגֶּד־נָ֥א לִי֙ מֶ֣ה עָשִׂ֔יתָ אַל־תְּכַחֵ֖ד מִמֶּֽנִּי׃
BernfeldJosua sprach zu Achan: Mein Sohn, tue doch dem Herrn, dem Gott Israels, Ehre an und gib ihm ein Bekenntnis, und thue mir doch kund, was du getan, verleugne mir nichts!
R. BreuerJosua sprach zu Achan: Erweise doch Gott die Ehre, dem Gotte Jisraels, und lege ihm ein Bekenntnis ab! Erzähle mir doch, was du getan hast, verheimliche mir nichts!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 19. Geh nicht mit einer Lüge aus der Welt! Laß ein offenes Bekenntnis deiner Schuld dir fürsprechend zum Throne des gerechten Richters folgen!
20
וַיַּ֧עַן עָכָ֛ן אֶת־יְהוֹשֻׁ֖עַ וַיֹּאמַ֑ר אׇמְנָ֗ה אָֽנֹכִ֤י חָטָ֙אתִי֙ לַֽיהֹוָה֙ אֱלֹהֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל וְכָזֹ֥את וְכָזֹ֖את עָשִֽׂיתִי׃
BernfeldAchan antwortete dem Josua und sprach: Fürwahr, ich habe gesündigt gegen den Herrn, den Gott Israels, und so und so habe ich getan.
R. BreuerAchan antwortete Josua, indem er sprach: Fürwahr, ich habe gesündigt gegen Gott, den Gott Jisraels, und so und so habe ich getan!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 20. וכזאת וכזאת. Entweder will Achan damit seine entschiedene Bereitschaft zu einem rückhaltlosen Geständnis zum Ausdruck bringen, oder (wie Raschi meint) sein Vergehen als im Wiederholungsfall geschehen bezeichnen. Vgl. Raschi.
21
(ואראה) [וָאֵ֣רֶא] בַשָּׁלָ֡ל אַדֶּ֣רֶת שִׁנְעָר֩ אַחַ֨ת טוֹבָ֜ה וּמָאתַ֧יִם שְׁקָלִ֣ים כֶּ֗סֶף וּלְשׁ֨וֹן זָהָ֤ב אֶחָד֙ חֲמִשִּׁ֤ים שְׁקָלִים֙ מִשְׁקָל֔וֹ וָאֶחְמְדֵ֖ם וָאֶקָּחֵ֑ם וְהִנָּ֨ם טְמוּנִ֥ים בָּאָ֛רֶץ בְּת֥וֹךְ הָאׇהֳלִ֖י וְהַכֶּ֥סֶף תַּחְתֶּֽיהָ׃
BernfeldIch sah unter der Beute einen schönen Mantel aus Sinar und zweihundert Sekel Silber und eine Barre Gold, fünfzig Sekel an Gewicht, und mich gelüstete danach und ich nahm sie. Sie sind vergraben in der Erde in meinem Zelte und das Silber darunter.
R. BreuerIch sah unter der Beute einen schönen Mantel aus Schinear, zweihundert Schekel Silber und eine Goldbarre, fünfzig Schekel an Gewicht; da gelüstete mich danach, und ich nahm sie. Sie sind vergraben in der Erde innerhalb meines Zeltes, und das Geld ist darunter.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 21. Achan begnügt sich nicht damit, als Motiv seines Vergehens nacktes Gelüst nach Geld und Schmuck zu nennen, vielmehr bemüht er sich, wie Raschi aus בשלל heraushört: התבוננתי במה שכתוב בתורה ואכלת וגו', für sein Verbrechen aus dem Bibelverse „und du genießest die Beute deiner Feinde“ (Deut. 20, 14) den Schein einer Rechtfertigung zu entlehnen. Das will uns so modern anmuten: Treiben's denn unsere Reformer anders, wenn sie ihre Auflehnung gegen Gott in der Thora zu verankern sich bestreben? שנער. Zu Babels Gebiet gehörig. Vgl. Gen. 10, 10. והכסף תחתיה. כסף hier wohl als Allgemeinbegriff für Silber und Gold zu verstehen. Das Geld lag unter dem Mantel, damit es vor allem möglichst sicher geborgen sei. Vgl. jedoch das zu V. 24 zu Bemerkende.
22
וַיִּשְׁלַ֤ח יְהוֹשֻׁ֙עַ֙ מַלְאָכִ֔ים וַיָּרֻ֖צוּ הָאֹ֑הֱלָה וְהִנֵּ֧ה טְמוּנָ֛ה בְּאׇהֳל֖וֹ וְהַכֶּ֥סֶף תַּחְתֶּֽיהָ׃
BernfeldJosua schickte Boten und sie liefen in das Zelt, [sie fanden] es vergraben in seinem Zelt und das Silber darunter.
R. BreuerJosua schickte Boten, und sie liefen in das Zelt, und siehe, es war vergraben in seinem Zelte, und das Geld befand sich darunter.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 22. והנה טמונה. Im vorigen Verse hieß es: והנם טמנים. Dort schilderte Achan die Einzelheiten seiner Unterschlagung und präzisierte genau, was da alles „in der Erde“ lag. In der Erde lag mehreres, darum die Pluralform: והנם טמנים. Hier aber eilen die Boten (um eine etwaige Vertuschung rechtzeitig zu hintertreiben) im Laufschritt zum Zelte, und ein oberflächlicher Blick ins Zelt (באהלו, nicht wie oben: בארץ בתוך אהלי) genügt, um das Versteck (nicht die einzelnen versteckten Gegenstände, die ja in der Erde lagen) wahrzunehmen, darum die Singularform: והנה טמונה.
23
וַיִּקָּחוּם֙ מִתּ֣וֹךְ הָאֹ֔הֶל וַיְבִאוּם֙ אֶל־יְהוֹשֻׁ֔עַ וְאֶ֖ל כׇּל־בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל וַיַּצִּקֻ֖ם לִפְנֵ֥י יְהֹוָֽה׃
BernfeldSie nahmen es aus dem Zelte, und brachten es zu Josua und zu allen Kindern Israel, und stellten es hin vor dem Herrn.
R. BreuerSie nahmen es aus dem Zelte und brachten es zu Josua und zu allen Söhnen Jisraels und schütteten es vor Gott hin.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 23. ויצקם לפני ד'. Dieses Hinstellen oder, wie es hier, dem erregten Augenblick entsprechend, impulsiver heißt: „Hinschütten“ vor Gott hatte wohl keinen andern Zweck, als dem eigentlichen Akte der Urteilsvollstreckung an Achan noch einmal die Versündigung an dem Eigentumsrechte Gottes in symbolischer Verkündigung vorauszuschicken.
24
וַיִּקַּ֣ח יְהוֹשֻׁ֣עַ אֶת־עָכָ֣ן בֶּן־זֶ֡רַח וְאֶת־הַכֶּ֣סֶף וְאֶת־הָאַדֶּ֣רֶת וְֽאֶת־לְשׁ֣וֹן הַזָּהָ֡ב וְֽאֶת־בָּנָ֡יו וְֽאֶת־בְּנֹתָ֡יו וְאֶת־שׁוֹרוֹ֩ וְאֶת־חֲמֹר֨וֹ וְאֶת־צֹאנ֤וֹ וְאֶֽת־אׇהֳלוֹ֙ וְאֶת־כׇּל־אֲשֶׁר־ל֔וֹ וְכׇל־יִשְׂרָאֵ֖ל עִמּ֑וֹ וַיַּעֲל֥וּ אֹתָ֖ם עֵ֥מֶק עָכֽוֹר׃
BernfeldUnd Josua nahm den Achan Sohn Serahs und das Silber und den Mantel und die Barre Gold, und seine Söhne und seine Töchter und seine Ochsen und seine Esel und seine Schafe und sein Zelt und all das Seine — und ganz Israel war mit ihm, und sie führten jene nach dem Tale Achor.
R. BreuerUnd Josua nahm den Achan, den Sohn Serachs, und das Silber und den Mantel und die Goldbarre und seine Söhne und seine Töchter und seine Ochsen und seine Esel und seine Schafe und sein Zelt und alles, was er besaß, und ganz Jisrael mit ihm, und man führte sie zum Tale Achor.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 24. ואת הכסף ואת האדרת ואת לשון הזהב. Oben V. 21 war die Reihenfolge: אדרת, dann כסף, dann זהב. Sehr begreiflich. Im Augenblick, wo Achan sein Vergehen schildert, sucht er den Eindruck zu reproduzieren, den die geraubten Gegenstände nacheinander auf ihn gemacht haben mögen. Da stand wohl der mit babylonischer Kunstfertigkeit gearbeitete Mantel obenan. Hier aber, wo Josua die aus ihrem Versteck hervorgeholten Gegenstände mitnimmt, richtet sich die Reihenfolge danach, wie die einzelnen Gegenstände Josua zur Hand gewesen sein mögen. Da wird הכסף zuerst genannt, weil ja והכסף תחתיה (V. 21 f.), das Silber zu unterst lag und darum nach dem Hervorholen wohl zu oberst kam. Allerdings müßte bei dieser Auffassung, da hier לשון הזהב durch אדרת von הכסף getrennt ist, auch das והכסף תחתיה im engeren Sinne, als Silber und nicht so, wie zu V. 21 bemerkt ward, verstanden worden.
ואת בניו ואת בנתיו. Achans Kinder werden hier zwischen Achans Geld und Achans Gut eingeschoben. Sie hätten auch in der Nähe von וכל ישראל untergebracht werden können. Es soll aber vielleicht durch diese formale Einbeziehung der Kinder Achans in den Kreis des dem Bann oder der Vernichtung Anheimgefallenen ihre etwaige Mitschuld an dem Verbrechen ihres Vaters oder ihr Mitwissen daran als eine naheliegende Möglichkeit angedeutet werden, (vgl. Sanhedrin 44), weshalb auch wohl die Öffentlichkeit der Urteilsvollstreckung an Achan vor den Augen „ganz Israels“ in ihrer abschreckenden Wirkung zunächst und zuvörderst für das Gemüt seiner Kinder berechnet gewesen sein mochte.
25
וַיֹּ֤אמֶר יְהוֹשֻׁ֙עַ֙ מֶ֣ה עֲכַרְתָּ֔נוּ יַעְכׇּרְךָ֥ יְהֹוָ֖ה בַּיּ֣וֹם הַזֶּ֑ה וַיִּרְגְּמ֨וּ אֹת֤וֹ כׇל־יִשְׂרָאֵל֙ אֶ֔בֶן וַיִּשְׂרְפ֤וּ אֹתָם֙ בָּאֵ֔שׁ וַיִּסְקְל֥וּ אֹתָ֖ם בָּאֲבָנִֽים׃
BernfeldJosua sprach zu ihm: Welch Verderben hast du uns gebracht! so verderbe dich der Herr an diesem Tage. Und es steinigte ihn ganz Israel; sie verbrannten sie in Feuer und bewarfen sie mit Steinen.
R. BreuerDa sprach Josua: Wie hast du uns ins Verderben gestürzt! Es stürzt dich Gott an diesem Tage ins Verderben! Und es steinigte ihn ganz Israel; sie verbrannten sie in Feuer und steinigten sie!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 25. וירגמו אתו bezieht sich auf Achan, וישרפו אתם auf all sein lebloses Gut, ויסקלו אתם auf seine Herde (Raschi). Vgl. das zu V. 15 Bemerkte.
וירגמו אתו. Vgl. Komm. Lev. 20, 2. „Wir haben dort bereits bemerkt, daß die סקילה-Tötung zunächst דחיה, das Hinabstoßen des Verbrechers an den Erdboden sei, und nur wenn dadurch der Tod nicht erfolgt ist ein Bewerfen mit Steinen erfolgt. Vielleicht erklärt sich hierdurch die verschiedene Konstruktion: רגם אות- (V. 14) und hier רגם בו. Jenes ist das Hinabwerfen des Verbrechers, dieses das Werfen des Steines auf ihn.“ (Komm. Lev. 24, 16).
26
וַיָּקִ֨ימוּ עָלָ֜יו גַּל־אֲבָנִ֣ים גָּד֗וֹל עַ֚ד הַיּ֣וֹם הַזֶּ֔ה וַיָּ֥שׇׁב יְהֹוָ֖ה מֵחֲר֣וֹן אַפּ֑וֹ עַל־כֵּ֠ן קָרָ֞א שֵׁ֣ם הַמָּק֤וֹם הַהוּא֙ עֵ֣מֶק עָכ֔וֹר עַ֖ד הַיּ֥וֹם הַזֶּֽה׃ {פ}
BernfeldDann errichteten sie über ihm einen großen Steinhaufen, noch bis auf diesen Tag [zu sehen], und der Herr ließ ab von seiner Zornesglut. Deshalb nannte man den Namen dieses Ortes Tal Achor [des Verderbens] — bis auf diesen Tag.
R. BreuerDann errichteten sie über ihm einen großen Steinhaufen, noch bis auf diesen Tag, und Gott ließ ab von der Glut seines Zornes. Deshalb nannte man den Namen dieses Ortes Tal Achor bis auf diesen Tag.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 26. Erst nachdem das Vergehen Achans durch seine Hinrichtung gesühnt und diese Sühne durch Aufrichtung des Steinhaufens für das Gedächtnis aller kommenden Geschlechter verewigt worden war, hörte Gott auf zu zürnen.
עמק עכור. Im Anklang an das מה עכרתנו יעכרך וגו' (V. 25): Tal des „Verderbens.“