Jehoschua 6 יהושע

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1
וִֽירִיחוֹ֙ סֹגֶ֣רֶת וּמְסֻגֶּ֔רֶת מִפְּנֵ֖י בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל אֵ֥ין יוֹצֵ֖א וְאֵ֥ין בָּֽא׃ {ס}
BernfeldJericho war geschlossen und versperrt vor den Kindern Israel. niemand ging aus, niemand ein.
R. BreuerJericho aber war verschlossen und verriegelt vor den Söhnen Jisraels; niemand ging aus, niemand ein.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

Kap. 6. V. 1. Die Aesthetik der biblischen Geschichtsdarstellung versteht es, wie z. B. hier, meisterhaft, in knapper, und doch erschöpfender Ausdrucksweise eine stimmungsvolle Situation zu malen: Jericho lag unter festem Verschluß — niemand ging aus und ein. Das Allernotwendigste nur; doch es genügt.

Haftarah Pessach, 1. Tag Aschkenasim, Sefardim, Jemeniten, Italiener und Romanioten enden hier.
Haftarah Pessach, 1. Tag Sefardim, Jemeniten und Italiener fügen Joschua 6,27 hinzu.
2
וַיֹּ֤אמֶר יְהֹוָה֙ אֶל־יְהוֹשֻׁ֔עַ רְאֵה֙ נָתַ֣תִּי בְיָֽדְךָ֔ אֶת־יְרִיח֖וֹ וְאֶת־מַלְכָּ֑הּ גִּבּוֹרֵ֖י הֶחָֽיִל׃
BernfeldDa sprach der Herr zu Josua: Siehe, ich gebe in deine Hand Jericho und seinen König, alle Kriegsstarken.
R. BreuerDa sprach Gott zu Josua: Siehe, ich habe in deine Hand gegeben Jericho und seinen König, die Helden des Heeres.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 2. Du brauchst den Heldenmut des Königs und der Kriegsgewaltigen Jerichos nicht zu fürchten. Ihre Niederlage ist schon beschlossen: ich habe sie bereits in deine Hand gegeben.

3
וְסַבֹּתֶ֣ם אֶת־הָעִ֗יר כֹּ֚ל אַנְשֵׁ֣י הַמִּלְחָמָ֔ה הַקֵּ֥יף אֶת־הָעִ֖יר פַּ֣עַם אֶחָ֑ת כֹּ֥ה תַעֲשֶׂ֖ה שֵׁ֥שֶׁת יָמִֽים׃
BernfeldIhr sollt umringen die Stadt, alle Kriegsmänner die Stadt umgehen einmal. So sollst du sechs Tage tun.
R. BreuerIhr sollt die Stadt umringen, alle Kriegsmänner, euch im Kreise um die Stadt bewegen einmal. So sollst du sechs Tage tun.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 3. „הקיף heißt: sich im Kreise um etwas bewegen, oder etwas im Kreise umgeben ... Es ist synonym mit סבב, muß sich jedoch durch eine begriffliche Nüance von ihm unterscheiden: סבו ציון והקיפוה (Ps. 48, 13). Es scheint, daß סבב das Umgeben überhaupt, auch in fernerem Umkreis bedeutet, הקיף aber das eng einschließende ...“ (Komm. Lev. 19, 27) Demnach stellt הקיף את העיר nur eine präzisierende Erläuterung des וסבתם את העיר dar.

4
וְשִׁבְעָ֣ה כֹהֲנִ֡ים יִשְׂאוּ֩ שִׁבְעָ֨ה שׁוֹפְר֤וֹת הַיּֽוֹבְלִים֙ לִפְנֵ֣י הָאָר֔וֹן וּבַיּוֹם֙ הַשְּׁבִיעִ֔י תָּסֹ֥בּוּ אֶת־הָעִ֖יר שֶׁ֣בַע פְּעָמִ֑ים וְהַכֹּ֣הֲנִ֔ים יִתְקְע֖וּ בַּשּׁוֹפָרֽוֹת׃
BernfeldUnd sieben Priester sollen tragen sieben schmetternde Posaunen vor der Lade; am siebenten Tage umgehet die Stadt sieben Mal, und die Priester sollen in die Posaune stoßen.
R. BreuerUnd sieben Priester sollen sieben Jobelhörner vor der Lade tragen und am siebten Tage umgehet die Stadt siebenmal, und die Priester sollen in die Posaunen stoßen.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 4. שבע — השביעי — שבעה. Vgl. Ges. Schr. III, 304 f. היובלים. „יבל heißt: heimbringen, daher יְבול (vgl. התבואה): der Ertrag des Feldes, יובֵל: das Jahr der Heimkehr. Daher heißt denn wohl auch das Signalhorn, womit das Zeichen zur Heimkehr, zur Entlassung geblasen wird, יובֵל. So wurden auch bei dem Umzug um Jericho יובלים geblasen. Ihr Signal war kein kriegerisches, denn Jericho sollte doch eben nicht durch Israels Schwert eingenommen werden. Es war vielmehr das Signal, die Aufforderung an die Mauern der Stadt, die Stadt frei und ihren nunmehrigen berechtigten Herren heimzugeben ...“ (Komm. Ex. 19, 13)

5
וְהָיָ֞ה בִּמְשֹׁ֣ךְ ׀ בְּקֶ֣רֶן הַיּוֹבֵ֗ל (בשמעכם) [כְּשׇׁמְעֲכֶם֙] אֶת־ק֣וֹל הַשּׁוֹפָ֔ר יָרִ֥יעוּ כׇל־הָעָ֖ם תְּרוּעָ֣ה גְדוֹלָ֑ה וְנָ֨פְלָ֜ה חוֹמַ֤ת הָעִיר֙ תַּחְתֶּ֔יהָ וְעָל֥וּ הָעָ֖ם אִ֥ישׁ נֶגְדּֽוֹ׃
BernfeldWenn das schmetternde Horn anhaltend ertönt, wie ihr höret die Stimme der Posaune, so erhebe das ganze Volk großes Lärmgeschrei, dann wird die Mauer der Stadt zusammenstürzen, und das Volk soll hineinziehen, jeder grade vor sich hin.
R. BreuerUnd es soll sein, wenn das Jobelhorn seine Töne dehnt, wenn ihr die Stimme der Posaune vernehmet, dann soll das ganze Volk ein lautes Geschrei erheben, dann wird die Mauer der Stadt zusammenstürzen, und das Volk soll hineinziehen, jeder gerade vor sich hin.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 5. במשך. Zur Übersetzung vgl. Ex. a. a. O.

איש נגדו. Es wird keiner Umwege bedürfen, um in die Stadt zu gelangen. Geradaus wird das Volk hineinziehen können. Denn nach völligem Einsturz der Mauer wird der Weg geebnet sein.

6
וַיִּקְרָ֞א יְהוֹשֻׁ֤עַ בִּן־נוּן֙ אֶל־הַכֹּ֣הֲנִ֔ים וַיֹּ֣אמֶר אֲלֵהֶ֔ם שְׂא֖וּ אֶת־אֲר֣וֹן הַבְּרִ֑ית וְשִׁבְעָ֣ה כֹהֲנִ֗ים יִשְׂאוּ֙ שִׁבְעָ֤ה שֽׁוֹפְרוֹת֙ יֽוֹבְלִ֔ים לִפְנֵ֖י אֲר֥וֹן יְהֹוָֽה׃
BernfeldJosua, Sohn Nuns, berief die Priester und sprach zu ihnen: Traget die Bundeslade, und sieben Priester sollen tragen sieben schmetternde Posaunen vor der Lade des Herrn.
R. BreuerDa berief Josua, Sohn Nuns, die Priester und sprach zu ihnen: Traget die Bundeslade, und sieben Priester sollen sieben Jobelposaunen tragen vor der Lade Gottes.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 6. Vgl. das zu 3, 3 Bemerkte.

7
(ויאמרו) [וַיֹּ֙אמֶר֙] אֶל־הָעָ֔ם עִבְר֖וּ וְסֹ֣בּוּ אֶת־הָעִ֑יר וְהֶ֣חָל֔וּץ יַעֲבֹ֕ר לִפְנֵ֖י אֲר֥וֹן יְהֹוָֽה׃
BernfeldUnd zum Volke sprach er: Gehet hin und umziehet die Stadt, und die Vorhut soll voranziehen vor der Lade des Herrn.
R. BreuerUnd er sprach zum Volke: Zieht im Kreise um die Stadt, und die Vorhut soll einherziehen vor der Lade Gottes.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 7. והחלוץ. Das sind die Gaditen und Rubeniten, sowie der halbe Stamm Menasse. Vgl. Deut. 3, 18.

8
וַיְהִ֗י כֶּאֱמֹ֣ר יְהוֹשֻׁ֘עַ֮ אֶל־הָעָם֒ וְשִׁבְעָ֣ה הַכֹּהֲנִ֡ים נֹשְׂאִים֩ שִׁבְעָ֨ה שׁוֹפְר֤וֹת הַיּֽוֹבְלִים֙ לִפְנֵ֣י יְהֹוָ֔ה עָבְר֕וּ וְתָֽקְע֖וּ בַּשּׁוֹפָר֑וֹת וַֽאֲרוֹן֙ בְּרִ֣ית יְהֹוָ֔ה הֹלֵ֖ךְ אַחֲרֵיהֶֽם׃
BernfeldEs geschah, wie Josua zum Volke sprach: die sieben Priester, tragend die sieben schmetternden Posaunen, zogen vor dem Herrn [vor der Bundeslade] voran und stießen in die Posaunen, und die Bundeslade des Herrn ging hinter ihnen her.
R. BreuerEs geschah, wie Josua zum Volke sprach: die sieben Priester trugen die sieben Jobelposaunen vor Gott, zogen voran und stießen in die Posaunen, und die Bundeslade Gottes ging hinter ihnen her.
9
וְהֶחָל֣וּץ הֹלֵ֔ךְ לִפְנֵי֙ הַכֹּ֣הֲנִ֔ים (תקעו) [תֹּקְעֵ֖י] הַשּׁוֹפָר֑וֹת וְהַֽמְאַסֵּ֗ף הֹלֵךְ֙ אַחֲרֵ֣י הָאָר֔וֹן הָל֖וֹךְ וְתָק֥וֹעַ בַּשּׁוֹפָרֽוֹת׃
BernfeldUnd die Vorhut ging vor den Priestern, die in die Posaune stießen, und der Nachzug ging hinter der Lade, fort und fort in die Posaunen stoßend.
R. BreuerUnd die Vorhut ging vor den Priestern, die in die Posaune stießen, und die Nachhut ging hinter der Lade, fortwährend in die Posaunen stoßend.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 9. והמאסף. Das מחנה בני דן, von dem es Num. 10, 25 heißt: מאסף לכל המחנת לצבאתם. Zur Etymologie des Wortes מאסף vgl. Komm. das.

„Bei einer ins Feld ziehenden Heeressäule heißt die voranschreitende Spitze: החלוץ, wörtlich: der „Detachierte“, es ist die vom übrigen Truppenkörper losgelöste, vorausgesandte, „rüstigste“ Truppe, die zuerst ins Treffen kommt und überhaupt überall die ersten Schwierigkeiten zu überwinden hat. Der Schlußteil der Heeressäule heißt: מאסף, die den Truppenkörper abschließende, zu einer Einheit bindende und zusammenhaltende Truppe, die „Nachhut“, eine Bezeichnung, in welcher wohl auch der mit אסף verwandte Begriff des abwehrenden Schutzes seinen Ausdruck findet (siehe Josua 6, 9 ff.).“ (das.)

10
וְאֶת־הָעָם֩ צִוָּ֨ה יְהוֹשֻׁ֜עַ לֵאמֹ֗ר לֹ֤א תָרִ֙יעוּ֙ וְלֹא־תַשְׁמִ֣יעוּ אֶת־קֽוֹלְכֶ֔ם וְלֹא־יֵצֵ֥א מִפִּיכֶ֖ם דָּבָ֑ר עַ֠ד י֣וֹם אׇמְרִ֧י אֲלֵיכֶ֛ם הָרִ֖יעוּ וַהֲרִיעֹתֶֽם׃
BernfeldDem Volke gebot Josua also: Lärmet nicht und lasset eure Stimme nicht hören, und nicht gehe ein Wort aus eurem Munde bis zum Tage, da ich zu euch sage: Lärmet, dann sollt ihr lärmen.
R. BreuerDem Volke gebot Josua: Lärmet nicht und lasset eure Stimme nicht hören und nicht gehe ein Wort aus eurem Munde bis zum Tage, da ich zu euch sage: Lärmet, dann sollt ihr lärmen.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 10. Bemerkenswert ist die Steigerung von לא תריעו über ולא תשמיעו את קולכם bis ולא יצא מפיכם דבר. Ein Ton kann auf den Lippen schweben, ohne vom Ohr gehört zu werden, und er kann vom Ohr gehört werden, ohne sich zur schmetternden Gewalt einer תרועה zu erheben.

11
וַיַּסֵּ֤ב אֲרוֹן־יְהֹוָה֙ אֶת־הָעִ֔יר הַקֵּ֖ף פַּ֣עַם אֶחָ֑ת וַיָּבֹ֙אוּ֙ הַֽמַּחֲנֶ֔ה וַיָּלִ֖ינוּ בַּֽמַּחֲנֶֽה׃ {פ}
BernfeldDie Lade des Herrn umzog die Stadt, sie einmal umringend. Und sie kamen zurück in das Lager, und übernachteten im Lager.
R. BreuerEs umzog die Lade Gottes die Stadt im Kreise einmal; dann kehrten sie zum Lager zurück und übernachteten im Lager.
12
וַיַּשְׁכֵּ֥ם יְהוֹשֻׁ֖עַ בַּבֹּ֑קֶר וַיִּשְׂא֥וּ הַכֹּהֲנִ֖ים אֶת־אֲר֥וֹן יְהֹוָֽה׃
BernfeldJosua stand früh morgens auf, und die Priester trugen die Lade des Herrn.
R. BreuerDarauf stand Josua früh morgens auf, und die Priester trugen die Lade Gottes.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 12. Jetzt erst, am zweiten Tage, da man vor Jericho stand, gelangte der für Jericho geltende Befehl, daß die Leviten im Tragen der Bundeslade von den Priestern abgelöst werden sollten, zur Ausführung.

13
וְשִׁבְעָ֣ה הַכֹּהֲנִ֡ים נֹשְׂאִים֩ שִׁבְעָ֨ה שׁוֹפְר֜וֹת הַיֹּבְלִ֗ים לִפְנֵי֙ אֲר֣וֹן יְהֹוָ֔ה הֹלְכִ֣ים הָל֔וֹךְ וְתָקְע֖וּ בַּשּׁוֹפָר֑וֹת וְהֶחָלוּץ֙ הֹלֵ֣ךְ לִפְנֵיהֶ֔ם וְהַֽמְאַסֵּ֗ף הֹלֵךְ֙ אַֽחֲרֵי֙ אֲר֣וֹן יְהֹוָ֔ה (הולך) [הָל֖וֹךְ] וְתָק֥וֹעַ בַּשּׁוֹפָרֽוֹת׃
BernfeldUnd die sieben Priester, sieben schmetternde Posaunen tragend vor der Lade des Herrn, gingen und stießen fort und fort in die Posaunen. Die Vorhut ging vor ihnen her, und der Nachzug ging hinter der Lade des Herrn, fort und fort in die Posaunen stoßend.
R. BreuerUnd die sieben Priester trugen die sieben Jobelposaunen vor der Lade Gottes, sie gingen einher und stießen fortwährend in die Posaunen. Die Vorhut ging vor ihnen einher, und die Nachhut ging hinter der Lade Gottes, fortwährend in die Posaunen stoßend.
14
וַיָּסֹ֨בּוּ אֶת־הָעִ֜יר בַּיּ֤וֹם הַשֵּׁנִי֙ פַּ֣עַם אַחַ֔ת וַיָּשֻׁ֖בוּ הַֽמַּחֲנֶ֑ה כֹּ֥ה עָשׂ֖וּ שֵׁ֥שֶׁת יָמִֽים׃
BernfeldSie umzogen die Stadt auch am zweiten Tage einmal, und kehrten zurück in das Lager. So taten sie sechs Tage
R. BreuerSie umzogen die Stadt auch am zweiten Tage einmal und kehrten in das Lager zurück. So taten sie sechs Tage.
15
וַיְהִ֣י ׀ בַּיּ֣וֹם הַשְּׁבִיעִ֗י וַיַּשְׁכִּ֙מוּ֙ כַּעֲל֣וֹת הַשַּׁ֔חַר וַיָּסֹ֧בּוּ אֶת־הָעִ֛יר כַּמִּשְׁפָּ֥ט הַזֶּ֖ה שֶׁ֣בַע פְּעָמִ֑ים רַ֚ק בַּיּ֣וֹם הַה֔וּא סָבְב֥וּ אֶת־הָעִ֖יר שֶׁ֥בַע פְּעָמִֽים׃
BernfeldAm siebenten Tage machten sie sich morgens auf, als die Frühe heraufkam, und umzogen die Stadt nach dieser Ordnung sieben Mal; nur an diesem Tage umzogen sie die Stadt sieben Mal.
R. BreuerEs war am siebten Tage, da standen sie früh auf beim Anbruch der Morgenröte und umzogen die Stadt nach dieser Ordnung sieben Mal; nur an diesem Tage umzogen sie die Stadt siebenmal.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 15. Um die für den siebenmaligen Umzug um die Stadt erforderliche Zeit zu haben, mußten sie schon recht früh, schon beim Anbruch der Morgenröte, aufstehen.

כמשפט הזה. Wie es V. 13 und 14 geschildert wurde.

16
וַֽיְהִי֙ בַּפַּ֣עַם הַשְּׁבִיעִ֔ית תָּקְע֥וּ הַכֹּהֲנִ֖ים בַּשּׁוֹפָר֑וֹת וַיֹּ֨אמֶר יְהוֹשֻׁ֤עַ אֶל־הָעָם֙ הָרִ֔יעוּ כִּֽי־נָתַ֧ן יְהֹוָ֛ה לָכֶ֖ם אֶת־הָעִֽיר׃
BernfeldBeim siebenten Mal, als die Priester in die Posaunen stießen, da sprach Josua zu dem Volke: Lärmet, denn der Herr hat euch die Stadt gegeben.
R. BreuerEs war beim siebten Male, da stießen die Priester in die Posaunen und es sprach Josua zum Volke: Lärmet, denn gegeben hat euch Gott die Stadt!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 16. Vgl. V. 10.

17
וְהָיְתָ֨ה הָעִ֥יר חֵ֛רֶם הִ֥יא וְכׇל־אֲשֶׁר־בָּ֖הּ לַֽיהֹוָ֑ה רַק֩ רָחָ֨ב הַזּוֹנָ֜ה תִּֽחְיֶ֗ה הִ֚יא וְכׇל־אֲשֶׁ֣ר אִתָּ֣הּ בַּבַּ֔יִת כִּ֣י הֶחְבְּאַ֔תָה אֶת־הַמַּלְאָכִ֖ים אֲשֶׁ֥ר שָׁלָֽחְנוּ׃
BernfeldDie Stadt und alles, was darin, sei ein Bann dem Herrn; nur Rahab, die Buhlerin, soll leben bleiben, sie und alles, was mit ihr im Hause, denn sie hat versteckt die Boten, die wir gesandt.
R. BreuerUnd es sei die Stadt zum Banne, sie selbst und alles, was in ihr ist, für Gott. Nur Rachab, die Wirtsfrau, soll am Leben bleiben, sie selbst und alles, was mit ihr im Hause ist, denn sie hat versteckt die Boten, die wir gesandt.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 17. חרם, „eigentlich Netz (Habakuk 1, 15 und Ezechiel 26, 5) bezeichnet einen Zustand völliger Ab- und Ausgeschlossenheit von anderen Beziehungen. Ein solcher absoluter Ausschluß ist Vernichtung ...“ (Komm. Lev. 27, 28)

18
וְרַק־אַתֶּם֙ שִׁמְר֣וּ מִן־הַחֵ֔רֶם פֶּֽן־תַּחֲרִ֖ימוּ וּלְקַחְתֶּ֣ם מִן־הַחֵ֑רֶם וְשַׂמְתֶּ֞ם אֶת־מַחֲנֵ֤ה יִשְׂרָאֵל֙ לְחֵ֔רֶם וַעֲכַרְתֶּ֖ם אוֹתֽוֹ׃
BernfeldAllein hütet euch vor dem Bann, dass ihr nicht verbannet und doch nehmet von dem Bann, und das Lager Israel zum Bann machet und es ins Verderben bringet.
R. BreuerIhr jedoch hütet euch vor dem Bann, daß ihr nicht bannet und nehmet von dem Bann, und das Lager Jisraels zum Banne machet und ins Verderben stürzt.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 18. Unberechenbar ist ein Menschenherz. Wenn sein böser Trieb erwacht, dann bedenkt es nicht lange, ob es dieser Trieb in Gegensatz zu sich selber bringt — es vergreift sich an dem Banne, den es selbst gebannt. Davor sollt ihr euch hüten, damit nicht Israels Lager das Schicksal Jerichos teile und gleich ihm ins Unglück komme.

19
וְכֹ֣ל ׀ כֶּ֣סֶף וְזָהָ֗ב וּכְלֵ֤י נְחֹ֙שֶׁת֙ וּבַרְזֶ֔ל קֹ֥דֶשׁ ה֖וּא לַיהֹוָ֑ה אוֹצַ֥ר יְהֹוָ֖ה יָבֽוֹא׃
BernfeldAlles Silber und Gold und kupferne und eiserne Gerät sei heilig dem Herrn. In den Schatz des Herrn soll es kommen.
R. BreuerAlles Silber und Gold und Geräte aus Kupfer und Eisen seien ein Heiligtum für Gott, in Gottes Schatz soll es kommen.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 19. Dem חרם sollte nur das verfallen, was nicht wie Silber, Gold usw. geeignet war, dem Herrn geweiht zu werden.

20
וַיָּ֣רַע הָעָ֔ם וַֽיִּתְקְע֖וּ בַּשֹּׁפָר֑וֹת וַיְהִי֩ כִשְׁמֹ֨עַ הָעָ֜ם אֶת־ק֣וֹל הַשּׁוֹפָ֗ר וַיָּרִ֤יעוּ הָעָם֙ תְּרוּעָ֣ה גְדוֹלָ֔ה וַתִּפֹּ֨ל הַחוֹמָ֜ה תַּחְתֶּ֗יהָ וַיַּ֨עַל הָעָ֤ם הָעִ֙ירָה֙ אִ֣ישׁ נֶגְדּ֔וֹ וַֽיִּלְכְּד֖וּ אֶת־הָעִֽיר׃
BernfeldDas Volk lärmte, [die Priester] stießen in die Posaunen; als das Volk den Schall der Posaunen hörte, da erhob das Volk ein großes Lärmgeschrei, die Mauer stürzte zusammen, und das Volk zog hinein in die Stadt, jeder gerade vor sich hin, und sie nahmen die Stadt ein.
R. BreuerDas Volk lärmte und man stieß in die Posaunen; als nun das Volk den Schall der Posaune hörte, da erhob das Volk lautes Kriegsgeschrei, die Mauer stürzte zusammen, und das Volk zog hinein in die Stadt, ein jeder grade vor sich hin; so eroberten sie die Stadt.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 20. Vgl. V. 5.

21
וַֽיַּחֲרִ֙ימוּ֙ אֶת־כׇּל־אֲשֶׁ֣ר בָּעִ֔יר מֵאִישׁ֙ וְעַד־אִשָּׁ֔ה מִנַּ֖עַר וְעַד־זָקֵ֑ן וְעַ֨ד שׁ֥וֹר וָשֶׂ֛ה וַחֲמ֖וֹר לְפִי־חָֽרֶב׃
BernfeldSie bannten alles, was in der Stadt, von Mann bis Weib, von Jung bis Alt, bis auf Ochs und Schaf und Esel, mit der Schärfe des Schwertes.
R. BreuerSie bannten alles, was in der Stadt war, Mann und Weib, jung und alt, und die Ochsen, Schafe und Esel mit der Schärfe des Schwertes.
22
וְלִשְׁנַ֨יִם הָאֲנָשִׁ֜ים הַֽמְרַגְּלִ֤ים אֶת־הָאָ֙רֶץ֙ אָמַ֣ר יְהוֹשֻׁ֔עַ בֹּ֖אוּ בֵּית־הָאִשָּׁ֣ה הַזּוֹנָ֑ה וְהוֹצִ֨יאוּ מִשָּׁ֤ם אֶת־הָֽאִשָּׁה֙ וְאֶת־כׇּל־אֲשֶׁר־לָ֔הּ כַּאֲשֶׁ֥ר נִשְׁבַּעְתֶּ֖ם לָֽהּ׃
BernfeldDen beiden Männern, die das Land ausgekundschaftet, sagte Josua: Gehet in das Haus des Weibes, der Buhlerin, und führet von da heraus die Frau und all das Ihre, wie ihr ihr zugeschworen.
R. BreuerZu den beiden Männern aber, die das Land ausgekundschaftet hatten, hatte Josua gesagt: Geht in das Haus der Wirtsfrau und führet heraus von dort die Frau und alles, was ihr gehört, wie ihr ihr zugeschworen habt.
23
וַיָּבֹ֜אוּ הַנְּעָרִ֣ים הַֽמְרַגְּלִ֗ים וַיֹּצִ֡יאוּ אֶת־רָ֠חָ֠ב וְאֶת־אָבִ֨יהָ וְאֶת־אִמָּ֤הּ וְאֶת־אַחֶ֙יהָ֙ וְאֶת־כׇּל־אֲשֶׁר־לָ֔הּ וְאֵ֥ת כׇּל־מִשְׁפְּחוֹתֶ֖יהָ הוֹצִ֑יאוּ וַיַּ֨נִּיח֔וּם מִח֖וּץ לְמַחֲנֵ֥ה יִשְׂרָאֵֽל׃
BernfeldDie Jünglinge, die Kundschafter, gingen und führten Rahab heraus und ihren Vater und ihre Mutter und ihre Brüder und all das Ihre und all ihre Geschlechter führten sie heraus, und ließen sie außerhalb des Lagers Israels.
R. BreuerDa gingen die Jünglinge, die Kundschafter, und führten Rachab heraus und ihren Vater und ihre Mutter und ihre Brüder und all das Ihre und all ihre Familien führten sie heraus und ließen sie außerhalb des Lagers Jisraels.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 23. Auffallend ist, daß im Augenblick, wo das Rachab zugesagte Befreiungswerk vor sich geht, des oben (2, 18) erwähnten חוט השני, dem doch daselbst eine wesentliche Bedeutung zugeschrieben wurde, hier mit keiner Silbe gedacht wird. Sollte im Augenblick, wo die Stadtmauer fiel (V. 20), auch Rachabs an der Stadtmauer liegendes Haus (vgl. 2, 15) mitsamt dem roten Faden zusammengestürzt sein, Rachab und ihre Familie nur mit knapper Not aus den Trümmern sich gerettet und das Befreiungswerk doch einen andern Verlauf genommen haben, als es programmgemäß geplant war? Vielleicht steht damit im Einklang, daß, während es in V. 22 heißt: באו בית האשה הזונה, hier einfach berichtet wird: ויבאו הנערים המרגלים, weil eben im Augenblick, wo die Kundschafter ankamen, das Haus nicht mehr da war und es jetzt nur galt, Rachab und ihre Familie außerhalb der Stadt in Sicherheit zu bringen.

הנערים. Vgl. Raschi.

ואת כל משפחותיה הוציאו. Von diesen משפחות war oben nicht die Rede. Auch der weitere Kreis der entfernten Verwandten scheint im Augenblick der Not sich Rachab genähert zu haben.

ויניחום וגו'. Es ist nicht recht einzusehen, warum die Geretteten außerhalb des Lagers deponiert werden mußten. Etwa im Hinblick auf Deut. 23, 15: והיה מחנך קדוש ולא יראה בך ערות דבר, womit sich der Aufenthalt heidnischer Familien im Lager — noch dazu der einer אשה זונה — nicht vertrüge? Allerdings wird man dann die Auffassung von זונה als Wirtsfrau besser fahren lassen. Indessen kann diese Auffassung mit dem Bericht in V. 25: ותשב בקרב ישראל וכו' nur schwer vereinbart werden.

24
וְהָעִ֛יר שָׂרְפ֥וּ בָאֵ֖שׁ וְכׇל־אֲשֶׁר־בָּ֑הּ רַ֣ק ׀ הַכֶּ֣סֶף וְהַזָּהָ֗ב וּכְלֵ֤י הַנְּחֹ֙שֶׁת֙ וְהַבַּרְזֶ֔ל נָתְנ֖וּ אוֹצַ֥ר בֵּית־יְהֹוָֽה׃
BernfeldDie Stadt verbrannten sie im Feuer und alles, was darin; nur das Silber und das Gold und die kupfernen und eisernen Geräte gaben sie in den Schatz des Herrn.
R. BreuerDie Stadt aber verbrannten sie im Feuer, und alles, was in ihr war; nur das Silber und das Gold und die kupfernen und eisernen Geräte gaben sie in den Schatz des Gotteshauses.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 24. Vgl. V. 19.

25
וְֽאֶת־רָחָ֣ב הַ֠זּוֹנָ֠ה וְאֶת־בֵּ֨ית אָבִ֤יהָ וְאֶת־כׇּל־אֲשֶׁר־לָהּ֙ הֶחֱיָ֣ה יְהוֹשֻׁ֔עַ וַתֵּ֙שֶׁב֙ בְּקֶ֣רֶב יִשְׂרָאֵ֔ל עַ֖ד הַיּ֣וֹם הַזֶּ֑ה כִּ֤י הֶחְבִּ֙יאָה֙ אֶת־הַמַּלְאָכִ֔ים אֲשֶׁר־שָׁלַ֥ח יְהוֹשֻׁ֖עַ לְרַגֵּ֥ל אֶת־יְרִיחֽוֹ׃ {פ}
BernfeldRahab, die Hure, und das Haus ihres Vaters und all das Ihre ließ Josua leben; und sie blieb mitten unter ihnen bis auf diesen Tag, denn sie hatte die Boten versteckt, welche Josua gesandt hatte, Jericho auszukundschaften.
R. BreuerRachab, die Wirtsfrau, ihr Vaterhaus und alles, was sie besaß, ließ Josua am Leben, und sie weilte in der Mitte von Jisrael bis auf diesen Tag, denn sie hatte die Boten versteckt, die Josua gesandt hatte, um Jericho auszukundschaften.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 25. ותשב וגו'. Der ganze Verstenor läßt vermuten, daß Rachab noch lange nach der Einnahme von Jericho als eine Art historischer Reliquie in Israels Kreisen galt und mit einer gewissen ehrfürchtigen Scheu als diejenige behandelt wurde, die einst — wie ein Citat aus einer Chronik klingt die Wiederholung hier — die Boten versteckt hatte, die Josua zur Auskundschaftung Jerichos entsandt.

26
וַיַּשְׁבַּ֣ע יְהוֹשֻׁ֔עַ בָּעֵ֥ת הַהִ֖יא לֵאמֹ֑ר אָר֨וּר הָאִ֜ישׁ לִפְנֵ֣י יְהֹוָ֗ה אֲשֶׁ֤ר יָקוּם֙ וּבָנָ֞ה אֶת־הָעִ֤יר הַזֹּאת֙ אֶת־יְרִיח֔וֹ בִּבְכֹר֣וֹ יְיַסְּדֶ֔נָּה וּבִצְעִיר֖וֹ יַצִּ֥יב דְּלָתֶֽיהָ׃ {ס}
BernfeldJosua sprach in jener Zeit folgenden Schwur aus: Verflucht sei der Mann vor dem Herrn, der diese Stadt Jericho wieder aufbaut. Mit seinem Erstgeborenen leg‘ er ihren Grund und mit seinem Jüngsten stell‘ er ihre Türme! [er verliere beim Bau alle Kinder.]
R. BreuerJosua ließ um diese Zeit schwören: Verflucht sei der Mann vor Gott, der diese Stadt Jericho wieder aufbaut! Um den Preis seines Erstgeborenen soll er ihren Grund legen und um den Preis seines Jüngsten ihre Tore einsetzen!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 26. וישבע. Das ganze Volk übernahm diesen Schwur; es bedarf darum keiner näheren Präzision, wen Josua schwören ließ. Über das Verbot, eine gebannte Stadt wieder aufzubauen, vgl. Deut. 13, 17.

את העיר הזאת את יריחו. Mit der Genauigkeit der in Verträgen üblichen Ausdrucksweise wird hier „diese Stadt, nämlich Jericho“ ewiger Vernichtung preisgegeben, damit ihre Trümmer zum ewigen Wahrzeichen des hier verübten Gotteswunders werden.

בבכרו וגו'. Das Bedürfnis, Jericho wieder aufzubauen, wird immer nur dem Familientrieb behaglicher Wohnstattgründung entstammen. Höher aber noch als das friedliche Streben des Stadterbauers steht der Gotteswille, dessen Pläne niemand ungestraft durchkreuzt.

Haftarah Pessach, 1. Tag Zusatz: Sefardim, Jemeniten und Italiener lesen ab hier.
27
וַיְהִ֥י יְהֹוָ֖ה אֶת־יְהוֹשֻׁ֑עַ וַיְהִ֥י שׇׁמְע֖וֹ בְּכׇל־הָאָֽרֶץ׃
BernfeldDer Herr war mit Josua und sein Ruf war im ganzen Lande.
R. BreuerSo war Gott mit Josua, und sein Ruf war im ganzen Land.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 27. Der Untergang Jerichos, die feierliche Beschwörung des gesamten Volkes — es genügte, um die Überzeugung im ganzen Lande reifen zu lassen, wie sichtbar die göttliche Verheißung (1, 5) an Josua in Erfüllung ging.

Haftarah Pessach, 1. Tag Ende des Zusatzes (Sefardim, Jemeniten und Italiener).
Haftarah Simchat Torah (in Erez Israel: Schemini Atzeret) Ende des Zusatzes (Jemeniten).