1
וַֽיְהִי֙ מִיָּמִ֣ים רַבִּ֔ים אַ֠חֲרֵ֠י אֲשֶׁר־הֵנִ֨יחַ יְהֹוָ֧ה לְיִשְׂרָאֵ֛ל מִכׇּל־אֹיְבֵיהֶ֖ם מִסָּבִ֑יב וִיהוֹשֻׁ֣עַ זָקֵ֔ן בָּ֖א בַּיָּמִֽים׃
Bernfeld1.Lange Zeit, nachdem der Herr Israel Ruhe verschafft von all seinen Feinden ringsum, und Josua wurde unterdessen alt und betagt;
R. BreuerEs war lange Zeit, nachdem Gott Jisrael Ruhe verschafft hatte vor all seinen Feinden ringsum — Josua war alt geworden und in die Tage gekommen —
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
Kap. 23. V. 1. Im Buche Josua erscheint der Nachfolger Moses' vornehmlich als Feldherr. Und doch muß der Nachfolger Moses' auch als geistiger Führer seines Volkes großes und bedeutsames gewirkt haben. Wie Josua freilich in den „vielen Tagen, nachdem Gott Israel Ruhe verschafft hatte vor seinen Feinden“ als Lehrer und Verkünder der Thora sich betätigt haben möchte, das läßt uns die Bibel nur aus den Mahnworten erahnen, mit welchen das Buch Josua (Kap. 23 und 24) schließt. Sie beweisen, daß Josua seine geistige Führerbestimmung (vgl. 1, 7 ff.) so glänzend wie seine strategische Feldherrnaufgabe (vgl. 1, 2 ff.) erfüllt haben mußte.
ויהושע זקן בא בימים. Schon oben (13, 1) hieß es: ויהושע זקן בא בימים. Noch aber durfte er damals keine Zeit haben, alt und müde zu sein; denn והארץ נשארה הרבה מאד לרשתה (das.). Erst nachdem „Gott Israel Ruhe verschafft hatte vor seinen Feinden“, war auch für Josua die Zeit des Alt- und Müdeseins gekommen.
2
וַיִּקְרָ֤א יְהוֹשֻׁ֙עַ֙ לְכׇל־יִשְׂרָאֵ֔ל לִזְקֵנָיו֙ וּלְרָאשָׁ֔יו וּלְשֹׁפְטָ֖יו וּלְשֹׁטְרָ֑יו וַיֹּ֣אמֶר אֲלֵהֶ֔ם אֲנִ֣י זָקַ֔נְתִּי בָּ֖אתִי בַּיָּמִֽים׃
BernfeldDa berief Josua ganz Israel, seine Ältesten und seine Häupter und seine Richter und seine Beamten, und sprach zu ihnen: Ich bin alt und betagt geworden.
R. Breuerda berief Josua ganz Jisrael, seine Ältesten und Häupter, seine Richter und Ausführungsbeamte und sprach zu ihnen: Ich bin alt geworden und in die Tage gekommen.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 2. לזקניו וגו' ולשטריו. Vgl. Deut. 16, 18 und Komm. das.: „.... Es ergiebt dies die Anordnung einer aus Richter und Exekutive bestehenden Gerichtsbarkeit an der Spitze der Gesamtnation, סנהדרין גדולה, בית דין הגדול, של שבעים ואחד, und von ihr aus eine aus Richter und Exekutive bestehende Gerichtsbarkeit an der Spitze eines jeden Stammes und in jeder Stadt ....“
3
וְאַתֶּ֣ם רְאִיתֶ֗ם אֵת֩ כׇּל־אֲשֶׁ֨ר עָשָׂ֜ה יְהֹוָ֧ה אֱלֹהֵיכֶ֛ם לְכׇל־הַגּוֹיִ֥ם הָאֵ֖לֶּה מִפְּנֵיכֶ֑ם כִּ֚י יְהֹוָ֣ה אֱלֹהֵיכֶ֔ם ה֖וּא הַנִּלְחָ֥ם לָכֶֽם׃
BernfeldIhr habt alles gesehen, was der Herr, euer Gott, all diesen Völkern getan euretwegen; denn der Herr, euer Gott, ist es, der für euch streitet.
R. BreuerIhr habt gesehen, was Gott, euer Gott, all diesen Völkern vor euch getan hat; denn Gott, euer Gott, ist es, der für euch streitet.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 3. Nicht mehr lange werde ich in eurer Mitte weilen. Ich bin alt und hochbetagt. Allein mein baldiges Schwinden aus eurem Kreise braucht euch nicht zu ängstigen. War ich's denn, der euch all eure Siege erfocht? Gott war's, und Er, der niemals Alternde, verläßt euch nicht.
4
רְאוּ֩ הִפַּ֨לְתִּי לָכֶ֜ם אֶֽת־הַ֠גּוֹיִ֠ם הַנִּשְׁאָרִ֥ים הָאֵ֛לֶּה בְּנַחֲלָ֖ה לְשִׁבְטֵיכֶ֑ם מִן־הַיַּרְדֵּ֗ן וְכׇל־הַגּוֹיִם֙ אֲשֶׁ֣ר הִכְרַ֔תִּי וְהַיָּ֥ם הַגָּד֖וֹל מְב֥וֹא הַשָּֽׁמֶשׁ׃
BernfeldSehet‘ ich habe euch diese noch übrigen Völker zum Besitz verteilt nach euren Stämmen, vom Jordan und all den Völkern an, die ich ausgerottet, bis zu dem großen Meer im Westen.
R. BreuerSeht, ich habe euch diese noch übrigen Völker zum Besitz verteilt nach euren Stämmen, vom Jarden und all den Völkern, die ich vernichtet habe, bis zu dem großen Meere im Sonnenuntergang.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 4. Vgl. 13, 1—6.
אשר הכרתי. Als seinen persönlichen Anteil an der Eroberung des Landes bezeichnet Josua die Verloosung der eroberten Gebiete, und nur in einem unscheinbaren Nebensatz — אשר הכרתי — wagt er anzudeuten, daß er auch bei der Vernichtung der Völker nicht so ganz unbeteiligt gewesen.
5
וַיהֹוָ֣ה אֱלֹהֵיכֶ֗ם ה֚וּא יֶהְדֳּפֵ֣ם מִפְּנֵיכֶ֔ם וְהוֹרִ֥ישׁ אֹתָ֖ם מִלִּפְנֵיכֶ֑ם וִֽירִשְׁתֶּם֙ אֶת־אַרְצָ֔ם כַּאֲשֶׁ֥ר דִּבֶּ֛ר יְהֹוָ֥ה אֱלֹהֵיכֶ֖ם לָכֶֽם׃
BernfeldDer Herr, euer Gott, wird sie ausstoßen und austreiben vor euch, und ihr werdet ihr Land einnehmen, wie der Herr euer Gott euch zugesagt.
R. BreuerGott, euer Gott, wird sie fortstoßen von euch und vertreiben vor euch, und ihr werdet einnehmen ihr Land, wie Gott, euer Gott, euch verheißen hat.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 5. Macht euch keine Sorgen um eure künftige Ruhe. Ihr bedürfet meiner nicht. Gott ist's, der, getreu seiner Verheißung, über euer Herrenrecht am Lande wacht.
יהדפם. „הדף: stoßen (4. B. M. 35, 20 und 24) mit מ fortstoßen (Jesaias 22, 19).“ (Komm. Deut. 9, 4).
6
וַחֲזַקְתֶּ֣ם מְאֹ֔ד לִשְׁמֹ֣ר וְלַֽעֲשׂ֔וֹת אֵ֚ת כׇּל־הַכָּת֔וּב בְּסֵ֖פֶר תּוֹרַ֣ת מֹשֶׁ֑ה לְבִלְתִּ֥י סוּר־מִמֶּ֖נּוּ יָמִ֥ין וּשְׂמֹֽאול׃
BernfeldIhr sollt sehr standhaft sein, zu beobachten und zu tun alles, was geschrieben ist im Buche der Lehre Moses, davon weder rechts noch links zu weichen.
R. BreuerIhr sollt sehr standhaft sein zu beobachten und zu tun alles, was geschrieben ist im Buche der Lehre Moschehs, davon nicht zu weichen weder rechts noch links;
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 6. Gott wird aber nur dann seine schützende Hand über euch halten, wenn ihr ihm und seinem Gesetze unbedingte Treue bewahrt. In eurer Gesetzestreue liegt die Bürgschaft für die Erhaltung dessen, was Gott bisher für euch getan. — Wenn Josua diese Mahnung beinahe in dieselben Worte kleidet, die einst Gott zu ihm selbst gesprochen (1, 7), so können wir an dieser äußerlichen Uebereinstimmung die Tiefe des Ernstes ermessen, mit welchem Josua das Gotteswort, das ihn einst an die Spitze seines Volkes gestellt, bis an sein Lebensende behütet hat.
7
לְבִלְתִּי־בֹא֙ בַּגּוֹיִ֣ם הָאֵ֔לֶּה הַנִּשְׁאָרִ֥ים הָאֵ֖לֶּה אִתְּכֶ֑ם וּבְשֵׁ֨ם אֱלֹהֵיהֶ֤ם לֹֽא־תַזְכִּ֙ירוּ֙ וְלֹ֣א תַשְׁבִּ֔יעוּ וְלֹ֣א תַעַבְד֔וּם וְלֹ֥א תִֽשְׁתַּחֲו֖וּ לָהֶֽם׃
BernfeldGeratet nicht unter diese Völker, die unter euch übriggeblieben, und bei dem Namen ihrer Götter gedenket nicht und schwöret nicht, und dienet ihnen nicht und bücket euch nicht vor ihnen.
R. Breuerdaß ihr nicht aufgeht in diesen Völkern, die da unter euch übrig geblieben sind; und beim Namen ihrer Götter rufet nicht an und schwöret nicht und dienet ihnen nicht und werfet euch nicht hin vor ihnen!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 7. Vgl. Ex. 23, 13; Deut. 6, 13. Nehmt euch vor der Gefahr der Assimilation in acht! Sie beginnt nicht erst dann, wenn Israel in der Fremde unter Wirtsvölkern weilt, auch im eigenen Lande erhebt sie bedrohlich ihr Haupt. Denn gar verlockend ist das Beispiel des ungebundenen Lebens; auch im eigenen Land. Habt ihr euch einmal den Völkern innerlich genähert, dann währt es nicht mehr lang, und ihr seid dem vollendeten Götzentum unrettbar verfallen.
8
כִּ֛י אִם־בַּיהֹוָ֥ה אֱלֹהֵיכֶ֖ם תִּדְבָּ֑קוּ כַּאֲשֶׁ֣ר עֲשִׂיתֶ֔ם עַ֖ד הַיּ֥וֹם הַזֶּֽה׃
BernfeldSondern dem Herrn, eurem Gotte, hanget an, wie ihr getan bis auf diesen Tag.
R. BreuerVielmehr Gott, eurem Gotte, hanget an, wie ihr getan habt bis auf diesen Tag.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 8. כאשר עשיתם וגו'. Josua ist also mit dem bisherigen Verhalten des Volkes zufrieden. Auch er freilich hat, wie Moses, mancherlei Aerger mit dem Volke gehabt. War denn Achans Untreue ein Kinderspiel? Allein in dieser weihevollen Stunde, wo Josua im Vorgefühle seines Scheidens zum Volke spricht, tritt aller Unmut zurück, und nur ernste, herzliche, wehmütige Innigkeit atmen seine Worte.
9
וַיּ֤וֹרֶשׁ יְהֹוָה֙ מִפְּנֵיכֶ֔ם גּוֹיִ֖ם גְּדֹלִ֣ים וַעֲצוּמִ֑ים וְאַתֶּ֗ם לֹא־עָ֤מַד אִישׁ֙ בִּפְנֵיכֶ֔ם עַ֖ד הַיּ֥וֹם הַזֶּֽה׃
BernfeldDenn der Herr trieb vor euch große und mächtige Volker aus, und keiner hielt Stand vor euch bis auf diesen Tag.
R. BreuerVertrieben hat darum Gott vor euch große und mächtige Völker; und ihr — niemand hielt stand vor euch bis auf diesen Tag.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 9. Nur deshalb, weil ihr Gott anhänglich wart bis auf diesen Tag (vgl. den vorigen Vers), hat Gott große und mächtige Völker vor euch vertrieben. Jeder Sieg ist ein Ruhmesdenkmal eurer Treue.
ואתם. Ihr könnt euch was einbilden auf eure Siege. Gewiß war es Gott, der für euch kämpfte. Weil er aber nur dann und nur solange für euch kämpft, als בד' אלהיכם תדבקו (V. 8), darum ואתם — kann auch euch jeder Sieg mit gerechtem Stolz erfüllen, könnet ihr's auch eurem Verdienste zuschreiben, wenn לא עמד איש בפניכם עד היום הזה.
10
אִישׁ־אֶחָ֥ד מִכֶּ֖ם יִרְדׇּף־אָ֑לֶף כִּ֣י ׀ יְהֹוָ֣ה אֱלֹהֵיכֶ֗ם ה֚וּא הַנִּלְחָ֣ם לָכֶ֔ם כַּאֲשֶׁ֖ר דִּבֶּ֥ר לָכֶֽם׃
BernfeldEin Mann von euch jagte tausend, denn der Herr, euer Gott, er streitet für euch, wie er euch zugesagt.
R. BreuerEin Mann von euch verfolgte tausend; denn Gott, euer Gott, ist's, der für euch kämpft, wie er euch verheißen.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 10. Obwohl gering an Zahl, vermochtet ihr, weil Gott auf eurer Seite war, die erdrückende Mehrheit eurer Feinde zurückzuschlagen. Das Andenken an eure Siege darf euch (vgl. das zum Worte ואתם im vorigen Vers Bemerkte) mit gerechtem Stolz erfüllen.
11
וְנִשְׁמַרְתֶּ֥ם מְאֹ֖ד לְנַפְשֹֽׁתֵיכֶ֑ם לְאַהֲבָ֖ה אֶת־יְהֹוָ֥ה אֱלֹֽהֵיכֶֽם׃
BernfeldNehmet euch nun sehr in Acht: Den Herrn, euren Gott, immer zu lieben.
R. BreuerSo hütet euch denn sehr für eure Seelen, zu lieben Gott, euren Gott!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 11. „השמר לנפש kommt durchaus sonst nicht vor (nur noch einmal in ähnlichem Zusammenhange Josua 23, 11; siehe unten) ... ונשמרתם מאד לנפשתיכם heißt daher in diesem Zusammenhange: erhaltet euch um alles in der Welt dem Erkenntniseinfluß eurer Seele, deren Bewußtsein ja dem sinnlich Unfaßbaren eine realere Existenz als dem sinnlich Faßbaren zuerkennt, damit euch Gott eben in seiner Außersinnlichkeit die realste Existenz in höchster Reinheit bleibe. Ebenso Josua 23, 11: ונשמרתם מאד לנפשתיכם לאהבה את ד' אלהיכם, die reine jüdische Seele wallt von selbst Gott, ihrem Gotte, zu und ihre volle Liebeshingebung an Gott ist die höchste Seligkeit. Wachet über euch, daß ihr euch diesem Einfluß eurer Seelen erhaltet, und um alles in der Welt lasset euch durch nichts diesem reinen Zuge eurer Seelen entreißen, כי אם שוב תשובו ודבקתם ביתר הגוים וגו'.“ (Komm. Deut. 4, 15).
12
כִּ֣י ׀ אִם־שׁ֣וֹב תָּשׁ֗וּבוּ וּדְבַקְתֶּם֙ בְּיֶ֙תֶר֙ הַגּוֹיִ֣ם הָאֵ֔לֶּה הַנִּשְׁאָרִ֥ים הָאֵ֖לֶּה אִתְּכֶ֑ם וְהִֽתְחַתַּנְתֶּ֥ם בָּהֶ֛ם וּבָאתֶ֥ם בָּהֶ֖ם וְהֵ֥ם בָּכֶֽם׃
BernfeldDenn wenn ihr euch abwendet und euch an den Rest dieser Völker hänget, die unter euch übriggeblieben, und ihr euch mit ihnen verschwägert, dass sie in eurer Mitte aufgenommen werden, oder ihr in ihrer Mitte;
R. BreuerDenn wenn ihr euch abwendet und anhanget dem Reste dieser Völker, die unter euch übriggeblieben, und ihr euch mit ihnen verschwägert, sodaß ihr in ihnen aufgehet und sie in euch:
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 12—13. Vgl. Num. 33, 55 und Komm. das.: „.... Der Sinn ist daher wohl: die polytheistischen Bewohner, die ihr im Lande lassen werdet, werden zu einem Gehege um ihr polytheistisches Unwesen werden, so daß sich dieses Unwesen eurer Einsicht und Aufsicht und eurem verwerfenden Urteil entzieht. Mit der Toleranz gegen die polytheistischen Bewohner werdet ihr auch tolerant gegen den Polytheismus .... Mit dieser dem Polytheismus im Gotteslande Berechtigung einräumenden Duldung büßt ihr aber selber die Integrität eurer Gotthörigkeit, die Berechtigung und den Schutz eures Daseins im Lande ein, und wie Gott seinen Schutz euch wegzieht, werden die Geduldeten eure Dränger und Feinde in eurem eigenen Lande. Das ganze Buch der Richter ist nichts als Geschichte der Verwirklichung dieser nicht beachteten Warnung“.
ובאתם בהם והם בכם. Die Assimilation durch Mischehen (והתחתנתם בהם) wird auf beiden Seiten verderblich wirken: euch und den Völkern wird sie die Eigenart des Lebens und des Blutes rauben.
13
יָד֙וֹעַ֙ תֵּֽדְע֔וּ כִּי֩ לֹ֨א יוֹסִ֜יף יְהֹוָ֣ה אֱלֹהֵיכֶ֗ם לְהוֹרִ֛ישׁ אֶת־הַגּוֹיִ֥ם הָאֵ֖לֶּה מִלִּפְנֵיכֶ֑ם וְהָי֨וּ לָכֶ֜ם לְפַ֣ח וּלְמוֹקֵ֗שׁ וּלְשֹׁטֵ֤ט בְּצִדֵּיכֶם֙ וְלִצְנִנִ֣ים בְּעֵינֵיכֶ֔ם עַד־אֲבׇדְכֶ֗ם מֵ֠עַ֠ל הָאֲדָמָ֤ה הַטּוֹבָה֙ הַזֹּ֔את אֲשֶׁר֙ נָתַ֣ן לָכֶ֔ם יְהֹוָ֖ה אֱלֹהֵיכֶֽם׃
BernfeldSo sollt ihr wissen, dass der Herr, euer Gott, nicht fortfahren wird, all diese Völker vor euch auszutreiben; sie werden euch werden zur Schlinge und zum Fallstrick und zur Geißel in eure Seiten und zu Stacheln in eure Augen, bis ihr verstoßen werdet von diesem schönen Boden, den der Herr, euer Gott euch gegeben.
R. Breuerso sollt ihr wissen, daß nicht fortfahren wird Gott, euer Gott, zu vertreiben diese Völker vor euch; sie werden euch werden zur Schlinge und zum Fallstrick und zur Geißel an euren Seiten und zu Stacheln in euren Augen, bis ihr verschwunden sein werdet von diesem guten Boden, den Gott, euer Gott, euch gegeben.
14
וְהִנֵּ֨ה אָנֹכִ֤י הוֹלֵךְ֙ הַיּ֔וֹם בְּדֶ֖רֶךְ כׇּל־הָאָ֑רֶץ וִידַעְתֶּ֞ם בְּכׇל־לְבַבְכֶ֣ם וּבְכׇל־נַפְשְׁכֶ֗ם כִּ֣י לֹֽא־נָפַל֩ דָּבָ֨ר אֶחָ֜ד מִכֹּ֣ל ׀ הַדְּבָרִ֣ים הַטּוֹבִ֗ים אֲשֶׁ֨ר דִּבֶּ֜ר יְהֹוָ֤ה אֱלֹֽהֵיכֶם֙ עֲלֵיכֶ֔ם הַכֹּל֙ בָּ֣אוּ לָכֶ֔ם לֹא־נָפַ֥ל מִמֶּ֖נּוּ דָּבָ֥ר אֶחָֽד׃
BernfeldIch gehe bald den Weg alles Irdischen: so erkennt denn mit eurem ganzen Herzen und eurer ganzen Seele, dass nicht Eines ausgeblieben von all den guten Dingen, die der Herr, euer Gott, euch zugesagt. Alles ist bei euch eingetroffen, nichts ist ausgeblieben.
R. BreuerSeht, ich gehe bald den Weg alles Irdischen; so erkennet denn mit eurem ganzen Herzen und eurer ganzen Seele, daß auch nicht eines ausgeblieben ist von all den guten Dingen, die Gott, euer Gott, euch zugesagt hat; alles ist bei euch eingetroffen, nichts davon ist ausgeblieben.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 14—16. Wie eine kurze Zusammenfassung des ואהבת- und והיה אם שמע-Kapitels (Deut. 6, 5 ff., 11, 13 ff.) hören sich diese Schlußworte an. Wie konnte es anders sein! Wie konnte Josua anders reden im Augenblick, da er, von Todesahnungen erfüllt — והנה אנכי הולך היום בדרך כל הארץ — sein geistiges Vermächtnis dem Volke übergab! Sind ja die Postulate, von denen dieses Vermächtnis spricht, nur die Konsequenzen jenes ernsten, heiligen Gedankens, „den die Genossen dem jüdischen Menschen noch als Scheidegruß in das Jenseits nachrufen“ (Komm. Deut. 6, 4): שמע ישראל.
15
וְהָיָ֗ה כַּאֲשֶׁר־בָּ֤א עֲלֵיכֶם֙ כׇּל־הַדָּבָ֣ר הַטּ֔וֹב אֲשֶׁ֥ר דִּבֶּ֛ר יְהֹוָ֥ה אֱלֹהֵיכֶ֖ם אֲלֵיכֶ֑ם כֵּן֩ יָבִ֨יא יְהֹוָ֜ה עֲלֵיכֶ֗ם אֵ֚ת כׇּל־הַדָּבָ֣ר הָרָ֔ע עַד־הַשְׁמִיד֣וֹ אוֹתְכֶ֗ם מֵ֠עַ֠ל הָאֲדָמָ֤ה הַטּוֹבָה֙ הַזֹּ֔את אֲשֶׁר֙ נָתַ֣ן לָכֶ֔ם יְהֹוָ֖ה אֱלֹהֵיכֶֽם׃
BernfeldWie nun über euch all das Gute gekommen, das der Herr, euer Gott, euch zugesagt, so wird der Herr über euch all das Böse bringen, bis er euch vertilgt von diesem schönen Boden, den der Herr, euer Gott, euch gegeben.
R. BreuerWie aber all das Gute über euch gekommen, das Gott, euer Gott, euch zugesagt hat, so wird Gott über euch all das Böse bringen, bis er euch vernichtet hat von diesem guten Boden, den euch gegeben Gott, euer Gott:
16
בְּ֠עׇבְרְכֶ֠ם אֶת־בְּרִ֨ית יְהֹוָ֥ה אֱלֹֽהֵיכֶם֮ אֲשֶׁ֣ר צִוָּ֣ה אֶתְכֶם֒ וַהֲלַכְתֶּ֗ם וַֽעֲבַדְתֶּם֙ אֱלֹהִ֣ים אֲחֵרִ֔ים וְהִשְׁתַּחֲוִיתֶ֖ם לָהֶ֑ם וְחָרָ֤ה אַף־יְהֹוָה֙ בָּכֶ֔ם וַאֲבַדְתֶּ֣ם מְהֵרָ֔ה מֵעַל֙ הָאָ֣רֶץ הַטּוֹבָ֔ה אֲשֶׁ֖ר נָתַ֥ן לָכֶֽם׃ {פ}
BernfeldWenn ihr den Bund des Herrn, eures Gottes übertretet, den er euch geboten, fremden Göttern nachgeht und dienet und bücket euch vor ihnen, wird der Zorn des Herrn über euch erglühen, und ihr werdet bald umkommen von dem schönen Lande hinweg, das er euch gegeben.
R. BreuerWenn ihr übertretet den Bund Gottes, eures Gottes, den er euch geboten, und wenn ihr hingehet und dienet anderen Göttern und euch niederwerfet vor ihnen; und es wird erglühen über euch der Zorn Gottes und ihr werdet alsbald verschwinden aus dem guten Lande, das er euch gegeben.