Jehoschua 22 יהושע

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1
אָ֚ז יִקְרָ֣א יְהוֹשֻׁ֔עַ לָראוּבֵנִ֖י וְלַגָּדִ֑י וְלַחֲצִ֖י מַטֵּ֥ה מְנַשֶּֽׁה׃
BernfeldDarauf berief Josua die Stämme Ruben, Gad und den halben Stamm Manasse,
R. BreuerDamals berief Josua den Reubenischen und Gadischen Stamm und den halben Stamm Menasche;
2
וַיֹּ֣אמֶר אֲלֵיהֶ֔ם אַתֶּ֣ם שְׁמַרְתֶּ֔ם אֵ֚ת כׇּל־אֲשֶׁ֣ר צִוָּ֣ה אֶתְכֶ֔ם מֹשֶׁ֖ה עֶ֣בֶד יְהֹוָ֑ה וַתִּשְׁמְע֣וּ בְקוֹלִ֔י לְכֹ֥ל אֲשֶׁר־צִוִּ֖יתִי אֶתְכֶֽם׃
BernfeldUnd sprach zu ihnen: Ihr habt alles gehalten, was euch geboten Mose, der Knecht des Herrn; ihr habt meiner Stimme gehorcht in allem, was ich euch geboten.
R. BreuerUnd sprach zu ihnen: Ihr habt alles beobachtet, was euch geboten Moscheh, der Diener Gottes; ihr habt auf meine Stimme gehört, in allem, was ich euch geboten habe.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

Kap. 22. V. 2. Vgl. Num. 32, 20 ff.

Die Ausdrücke in diesem Verse sind mit Bedacht gewählt. Was Moses den 2½ Stämmen geboten, das lebte als Vermächtnis dieses großen Führers auch nach seinem Tode unvergessen in ihrer Mitte fort. Es bedurfte nicht der Mosisstimme, um seinen Worten Gehorsam zu erzwingen. Aber auch Josua haben sie gehorcht, obwohl es bei ihm die „Stimme“ des noch Lebenden war, die Gehorsam verlangte.

3
לֹֽא־עֲזַבְתֶּ֣ם אֶת־אֲחֵיכֶ֗ם זֶ֚ה יָמִ֣ים רַבִּ֔ים עַ֖ד הַיּ֣וֹם הַזֶּ֑ה וּשְׁמַרְתֶּ֕ם אֶת־מִשְׁמֶ֕רֶת מִצְוַ֖ת יְהֹוָ֥ה אֱלֹהֵיכֶֽם׃
BernfeldIhr habt euere Brüder nicht verlassen diese lange Zeit bis auf diesen Tag; ihr habt die Pflicht des Gebotes des Herrn eures Gottes erfüllt.
R. BreuerIhr habt eure Brüder nicht verlassen diese lange Zeit bis auf den heutigen Tag; ihr habt beobachtet die Hut des Gebotes Gottes, eures Gottes.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 3. לא עזבתם וגו'. Was ja die Bedingung war, unter welcher Mosche ihnen die Berücksichtigung ihres Anliegens zugesagt hatte.

ושמרתם את משמרתי וגו'. Es ist nicht klar, was dieser ziemlich überflüssige Nachsatz besagen will. Vielleicht schaut er auf das Motiv hin, das Moses, als die Stämme mit ihrem Ansinnen an ihn herantraten, zu seiner ablehnenden Haltung bewog: ויחר אף ד' וגו' והנה קמתם תחת אבתיכם וגו' לספות עוד על חרון אף ד' אל ישראל. (Num. 32, 10 ff). Es war die Angst vor einem abermaligen Auflodern des göttlichen Zornes, die Moses zu seiner Ablehnung jenes Ansinnens bewog. Daher mußte Vorsorge getroffen werden, daß nicht abermals, wie in den Tagen der Kundschafter, das Volk in einen Frevel gegen den göttlichen Willen verfiel. Diese Vorsorge liegt in den Bedingungen vor, unter welchen sich Moses zur Genehmigung jener Bitte verstand (Num. 32, 20 ff); und weil sie die Verhütung einer Gott mißfälligen Möglichkeit betraf, wird diese Vorsorge hier von dem auf die Vergangenheit zurückschauenden Josua — wohl in bewußtem Anklang an das ושמרתם את משמרת מצות ד' אלהיכם — משמרתי genannt.

4
וְעַתָּ֗ה הֵנִ֨יחַ יְהֹוָ֤ה אֱלֹֽהֵיכֶם֙ לַאֲחֵיכֶ֔ם כַּֽאֲשֶׁ֖ר דִּבֶּ֣ר לָהֶ֑ם וְעַתָּ֡ה פְּנוּ֩ וּלְכ֨וּ לָכֶ֜ם לְאׇהֳלֵיכֶ֗ם אֶל־אֶ֙רֶץ֙ אֲחֻזַּתְכֶ֔ם אֲשֶׁ֣ר ׀ נָתַ֣ן לָכֶ֗ם מֹשֶׁה֙ עֶ֣בֶד יְהֹוָ֔ה בְּעֵ֖בֶר הַיַּרְדֵּֽן׃
BernfeldUnd nun hat der Herr, euer Gott, euren Brüdern Ruhe geschafft, wie er ihnen zugesagt; jetzt könnt ihr nach euren Zelten ziehen in das Land eures Besitztums, das euch gegeben Mose, der Knecht des Herrn, jenseits des Jordan.
R. BreuerUnd nun hat Gott, euer Gott, euren Brüdern Ruhe geschafft, wie er ihnen verheißen, und nun könnt ihr wieder nach euren Zelten ziehen in das Land eures Besitztums, das euch gegeben Mosche, der Diener Gottes, jenseits des Jardens.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 4. Vgl. Deut. 3, 20.

ולכו לכם. Vgl. Komm. Gen. 12, 1.

5
רַ֣ק ׀ שִׁמְר֣וּ מְאֹ֗ד לַעֲשׂ֨וֹת אֶת־הַמִּצְוָ֣ה וְאֶת־הַתּוֹרָה֮ אֲשֶׁ֣ר צִוָּ֣ה אֶתְכֶם֮ מֹשֶׁ֣ה עֶֽבֶד־יְהֹוָה֒ לְ֠אַהֲבָ֠ה אֶת־יְהֹוָ֨ה אֱלֹהֵיכֶ֜ם וְלָלֶ֧כֶת בְּכׇל־דְּרָכָ֛יו וְלִשְׁמֹ֥ר מִצְוֺתָ֖יו וּלְדׇבְקָה־ב֑וֹ וּלְעׇבְד֕וֹ בְּכׇל־לְבַבְכֶ֖ם וּבְכׇל־נַפְשְׁכֶֽם׃
BernfeldNur seid sehr sorgsam, das Gebot und die Lehre zu üben, die euch geboten Mose, der Knecht des Herrn: den Herrn, euren Gott, zu lieben, in all seinen Wegen zu wandeln, seine Gebote zu halten, ihm anzuhangen und ihm zu dienen mit eurem ganzen Herzen und eurer ganzen Seele.
R. BreuerUnd achtet wohl darauf, zu befolgen das Gebot und die Lehre die euch Mosche, der Diener Gottes, geboten, zu lieben Gott, euren Gott, in all seinen Wegen zu wandeln, seine Gebote zu hüten, ihm anzuhangen und ihm zu dienen mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 5. Die Entfernung von der Centrale des jüdischen Lebens legte die Gefahr einer inneren Entfremdung nahe. Umso eindringlicher glaubte Josua den fortziehenden Männern die Treue zu Gott und Seinem Gesetz ans Herz reden zu sollen. Und wenn sich seine Mahnung in einer Reihe von Formeln ausspricht, die wie eine kompilatorische Zusammenfassung verschiedener Thorastellen anmuten, so mag dieses — halb willkürliche, halb bedachtsame — Aneinanderreihen von Verssplittern dem Bedürfnis entsprungen sein, das Wort des Abschieds in dieser ernsten Scheidestunde so gehaltvoll wie möglich zu gestalten: Am liebsten hätte Josua den scheidenden Stämmen noch einmal die ganze Thora vorgelesen, oder doch wenigstens alle jene Stellen vorgeführt, wo Gott sein Volk zu unentwegtem Treubleiben ermahnt; die Zeit erlaubt es nicht; darum beschränkt sich Josua darauf, einen Extrakt der göttlichen Mahnreden den Scheidenden als Vademekum mit auf den Weg zu geben.

6
וַֽיְבָרְכֵ֖ם יְהוֹשֻׁ֑עַ וַֽיְשַׁלְּחֵ֔ם וַיֵּלְכ֖וּ אֶל־אׇהֳלֵיהֶֽם׃ {פ}
BernfeldJosua segnete sie und entließ sie; sie zogen nach ihren Zelten.
R. BreuerJosua segnete sie und entließ sie; darauf zogen sie nach ihren Zelten.
7
וְלַֽחֲצִ֣י ׀ שֵׁ֣בֶט הַֽמְנַשֶּׁ֗ה נָתַ֣ן מֹשֶׁה֮ בַּבָּשָׁן֒ וּלְחֶצְי֗וֹ נָתַ֤ן יְהוֹשֻׁ֙עַ֙ עִם־אֲחֵיהֶ֔ם (מעבר) [בְּעֵ֥בֶר] הַיַּרְדֵּ֖ן יָ֑מָּה וְ֠גַ֠ם כִּֽי־שִׁלְּחָ֧ם יְהוֹשֻׁ֛עַ אֶל־אׇהֳלֵיהֶ֖ם וַֽיְבָרְכֵֽם׃
BernfeldDem halben Stamme Manasse hatte Mose [den Anteil] im Baschan gegeben — der anderen Hälfte gab Josua unter ihren Brüdern diesseits des Jordan westwärts —. auch sie entließ Josua, dass sie in ihre Zelte [zurückkehrten] und segnete sie.
R. BreuerDem halben Stamm Menasche hatte Mosche im Baschan gegeben — der anderen Hälfte gab Josua unter ihren Brüdern diesseits des Jardens westwärts — auch sie entließ Josua zu ihren Zelten und segnete sie.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 7. ולחציו bis ימה ist Zwischensatz. — Vgl. Num. 32, 33.

8
וַיֹּ֨אמֶר אֲלֵיהֶ֜ם לֵאמֹ֗ר בִּנְכָסִ֨ים רַבִּ֜ים שׁ֤וּבוּ אֶל־אׇֽהֳלֵיכֶם֙ וּבְמִקְנֶ֣ה רַב־מְאֹ֔ד בְּכֶ֨סֶף וּבְזָהָ֜ב וּבִנְחֹ֧שֶׁת וּבְבַרְזֶ֛ל וּבִשְׂלָמ֖וֹת הַרְבֵּ֣ה מְאֹ֑ד חִלְק֥וּ שְׁלַל־אֹיְבֵיכֶ֖ם עִם־אֲחֵיכֶֽם׃ {פ}
BernfeldEr sprach zu ihnen also: Mit vielen Habseligkeiten kehret zurück in eure Zelte und mit sehr vielen Herden, mit Silber und mit Gold und mit Kupfer und mit Eisen und mit Gewändern in großer Menge. Teilet die Beute eurer Feinde mit euren Brüdern.
R. BreuerUnd er sprach zu ihnen: Mit reichen Schätzen kehret zurück zu euren Zelten, mit sehr vielem Vieh, mit Silber und Gold, mit Kupfer und Eisen und mit Kleidern in großer Zahl. Teilet die Beute eurer Feinde mit euren Brüdern!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 8. Der Zusammenhang der Verse lehrt, daß die Anrede dieses Verses nur dem halben Stamm Menascheh gilt. Die Stämme Reuben und Gad waren bereits entlassen. (V. 6). Dann folgt V. 7 der besondere Segen an den halben Stamm Menascheh. Hier die Anrede in V. 8 dürfte sich vielleicht aus der besonderen Stellung dieses halben Stammes zur transjordanischen Ansiedlung erklären lassen. Sind ja die „Motive und Veranlassungen nicht mitgeteilt, welche zu diesem Anschluß des halben Stammes Menasse an die transjordanische Niederlassung geführt. רמב"ן vermutet, daß sich bei der Einweisung in den Besitz das Landesgebiet zu groß für die beiden Stämme ergeben und dies diesen Anschluß des halben Stammes Menasse veranlaßt habe.“ (Komm. Num. 32, 33). Jedenfalls bestand ursprünglich keine Veranlassung für den halben Stamm, sich den beiden Stämmen anzuschließen. Und von den בני ראובן und בני גד wird (Num. 32, 1) erzählt, daß sie מקנה רב עצום מאד besaßen. Die Verschiedenheit der Niederlassungsmotive ließ aber einen Mangel an Solidarität unter den 2½ Stämmen befürchten, der für die Ruhe der Kolonie verhängnisvoll werden konnte. Dieser Gefahr scheint nun Josua hier vorbeugen zu wollen, indem er der scheidenden Stammhälfte in der Stunde des Abschieds friedliches Zusammenhalten mit ihren Brüdern empfiehlt. חלקו שלל איביכם עם אחיכם. Bleibt gute Freunde untereinander, umsomehr, als ihr ja inzwischen ebenso wie sie in den Besitz von מקנה רב מאד, ja von נכסים רבים u. s. w. gelangt seid und die reichen Weidetriften des transjordanischen Gebietes auch euch zugute kommen werden.

9
וַיָּשֻׁ֣בוּ וַיֵּלְכ֡וּ בְּנֵֽי־רְאוּבֵ֨ן וּבְנֵי־גָ֜ד וַחֲצִ֣י ׀ שֵׁ֣בֶט הַֽמְנַשֶּׁ֗ה מֵאֵת֙ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל מִשִּׁלֹ֖ה אֲשֶׁ֣ר בְּאֶֽרֶץ־כְּנָ֑עַן לָלֶ֜כֶת אֶל־אֶ֣רֶץ הַגִּלְעָ֗ד אֶל־אֶ֤רֶץ אֲחֻזָּתָם֙ אֲשֶׁ֣ר נֹֽאחֲזוּ־בָ֔הּ עַל־פִּ֥י יְהֹוָ֖ה בְּיַד־מֹשֶֽׁה׃
BernfeldDie Söhne Ruben, die Söhne Gad und der halbe Stamm Manasse zogen ab von den Kindern Israel, von Silo, das im Lande Kanaan, um in das Land Gilead zu gehen, in das Land ihres Besitztums, worin sie sich ansässig gemacht auf Befehl des Herrn durch Mose.
R. BreuerSo zogen die Söhne Reubens und die Söhne Gads und der halbe Stamm Menascheh wieder fort von den Söhnen Israels, von Schiloh im Lande Kenaan, um in das Land Gilead zu gehen, in das Land ihres Besitztums, wo sie sich niedergelassen hatten nach dem Ausspruche Gottes durch Moscheh.
10
וַיָּבֹ֙אוּ֙ אֶל־גְּלִיל֣וֹת הַיַּרְדֵּ֔ן אֲשֶׁ֖ר בְּאֶ֣רֶץ כְּנָ֑עַן וַיִּבְנ֣וּ בְנֵי־רְאוּבֵ֣ן וּבְנֵי־גָ֡ד וַחֲצִ֣י שֵׁ֩בֶט֩ הַֽמְנַשֶּׁ֨ה שָׁ֤ם מִזְבֵּ֙חַ֙ עַל־הַיַּרְדֵּ֔ן מִזְבֵּ֥חַ גָּד֖וֹל לְמַרְאֶֽה׃
BernfeldAls sie in die Kreise des Jordan kamen, die im Lande Kanaan, bauten dort die Söhne Ruben und die Söhne Gad und der halbe Stamm Manasse einen großen Altar am Jordan zur Schau.
R. BreuerSie kamen in die Gegenden des Jarden, die im Lande Kenaan (liegen); dort bauten die Söhne Reubens, die Söhne Gads und der halbe Stamm Menascheh einen Altar am Jarden, einen großen Altar zur Schau.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 10. Schon diese beiden Umstände, daß der Altar, den die 2½ Stämme bauten, diesseits des Jardens, בארץ כנען, errichtet wurde, und daß seine äußere Form, מזבח גדול למראה, die ausschließliche Bestimmung des Altars als eines weithin sichtbaren Denkzeichens verriet, hätten, wie im נחלת יהושע richtig bemerkt wird, die Erbauer des Altars vor dem Verdachte schützen sollen, der V. 15 ff. zum Ausdruck kommt, als habe es sich bei diesem Altarbau um eine offene Lossagung von Israels Gesamtheit gehandelt. Eine symbolische Verkündigung des Abfalls hätte als Errichtungsstelle für den Altar das jenseitige Ufer des Jardens gewählt und auch der äußeren Form des Altars eine Gestaltung gegeben, wie sie einer Opferstätte — wenn derartiges beabsichtigt war — entspricht.

11
וַיִּשְׁמְע֥וּ בְנֵי־יִשְׂרָאֵ֖ל לֵאמֹ֑ר הִנֵּ֣ה בָנ֣וּ בְנֵי־רְאוּבֵ֣ן וּבְנֵי־גָ֡ד וַחֲצִי֩ שֵׁ֨בֶט הַֽמְנַשֶּׁ֜ה אֶת־הַמִּזְבֵּ֗חַ אֶל־מוּל֙ אֶ֣רֶץ כְּנַ֔עַן אֶל־גְּלִילוֹת֙ הַיַּרְדֵּ֔ן אֶל־עֵ֖בֶר בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
BernfeldDie Kinder Israel vernahmen die Nachricht: Gebaut haben die Söhne Ruben und die Söhne Gad und der halbe Stamm Manasse den Altar angesichts des Landes Kanaan, in den Kreisen des Jordan, an der den Kindern Israel [zugewandten] Seite.
R. BreuerDa vernahmen die Söhne Jisraels die Kunde: Siehe, es haben die Söhne Reubens, die Söhne Gads und der halbe Stamm Menascheh den Altar gebaut im Angesichte des Landes Kenaan in den Gegenden des Jardens gegenüber den Söhnen Jisraels.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 11. Der Ausdruck את המזבח lehrt, daß eine unbestimmte Kunde von dem Bau eines Altars schon vorher zu den בני ישראל gedrungen war. Jetzt kam die genaue Nachricht, daß eine offene Brüskierung der Gesamtheit Israels mit dem Bau „des Altars“ beabsichtigt war: so recht להכעים habe man אל מול ארץ כנען und אל עבר בני ישראל eine Protest-Opferstätte errichtet.

12
וַֽיִּשְׁמְע֖וּ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל וַיִּקָּ֨הֲל֜וּ כׇּל־עֲדַ֤ת בְּנֵֽי־יִשְׂרָאֵל֙ שִׁלֹ֔ה לַעֲל֥וֹת עֲלֵיהֶ֖ם לַצָּבָֽא׃ {פ}
BernfeldAls die Kinder Israel es hörten, versammelte sich die ganze Gemeinde der Kinder Israel nach Silo, wider sie in den Kampf zu ziehen.
R. BreuerDie Söhne Jisraels hörten es — und es versammelte sich die ganze Gemeinde der Söhne Jisraels nach Schiloh, um gegen sie in den Kampf zu ziehen.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 12. Die Wiederholung וישמעו בני ישראל (vgl. V. 11.) deutet das sprachlose Erstaunen an, in welches das Volk durch die vernommene Kunde versetzt wurde: zuerst hörten sie nur, mußten erst die unglaubliche Kunde in sich verarbeiten, ehe sie einen tatkräftigen Entschluß der Abwehr fassen konnten.

V. 13 f. Die Gesandtschaft sollte einen imposanten Eindruck machen. Daher wurden aus den einzelnen Stämmen die vornehmsten Männer delegiert.

13
וַיִּשְׁלְח֨וּ בְנֵי־יִשְׂרָאֵ֜ל אֶל־בְּנֵי־רְאוּבֵ֧ן וְאֶל־בְּנֵי־גָ֛ד וְאֶל־חֲצִ֥י שֵֽׁבֶט־מְנַשֶּׁ֖ה אֶל־אֶ֣רֶץ הַגִּלְעָ֑ד אֶת־פִּֽינְחָ֖ס בֶּן־אֶלְעָזָ֥ר הַכֹּהֵֽן׃
BernfeldDie Kinder Israel schickten zu den Söhnen Ruben und zu den Söhnen Gad und zum halben Stamme Manasse in das Land Gilead den Pinchas Sohn Elasars, des Priesters;
R. BreuerEs sandten die Söhne Jisraels zu den Söhnen Reubens, zu den Söhnen Gads und zum halben Stamm Menascheh in das Land Gilead den Pinchas, den Sohn Eleasars, des Priesters.
14
וַעֲשָׂרָ֤ה נְשִׂאִים֙ עִמּ֔וֹ נָשִׂ֨יא אֶחָ֜ד נָשִׂ֤יא אֶחָד֙ לְבֵ֣ית אָ֔ב לְכֹ֖ל מַטּ֣וֹת יִשְׂרָאֵ֑ל וְאִ֨ישׁ רֹ֧אשׁ בֵּית־אֲבוֹתָ֛ם הֵ֖מָּה לְאַלְפֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
BernfeldUnd zehn Fürsten mit ihm, je einen Fürsten für ein Stammhaus aus allen Stämmen Israels, jeglicher war das Haupt seines Stammhauses von den Haufen Israels.
R. BreuerUnd zehn Fürsten mit ihm, je einen Fürst vom Vaterhause von allen Stämmen Jisraels, und jeder von ihnen war das Haupt seines Vaterhauses unter den Tausenden Jisraels.
15
וַיָּבֹ֜אוּ אֶל־בְּנֵֽי־רְאוּבֵ֧ן וְאֶל־בְּנֵי־גָ֛ד וְאֶל־חֲצִ֥י שֵׁבֶט־מְנַשֶּׁ֖ה אֶל־אֶ֣רֶץ הַגִּלְעָ֑ד וַיְדַבְּר֥וּ אִתָּ֖ם לֵאמֹֽר׃
BernfeldSie kamen zu den Söhnen Ruben und zu den Söhnen Gad und zu dem halben Stamme Manasse in das Land Gilead, und redeten zu ihnen also.
R. BreuerSie kamen zu den Söhnen Reubens, zu den Söhnen Gads und zum halben Stamm Menascheh in das Land Gilead und sprachen zu ihnen folgendes:
16
כֹּ֣ה אָמְר֞וּ כֹּ֣ל ׀ עֲדַ֣ת יְהֹוָ֗ה מָֽה־הַמַּ֤עַל הַזֶּה֙ אֲשֶׁ֤ר מְעַלְתֶּם֙ בֵּאלֹהֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל לָשׁ֣וּב הַיּ֔וֹם מֵאַחֲרֵ֖י יְהֹוָ֑ה בִּבְנוֹתְכֶ֤ם לָכֶם֙ מִזְבֵּ֔חַ לִמְרׇדְכֶ֥ם הַיּ֖וֹם בַּיהֹוָֽה׃
BernfeldSo hat gesprochen die ganze Gemeinde des Herrn: Was ist das für eine Untreue, die ihr begangen an dem Gott Israels, euch heute abzuwenden von dem Herrn, indem ihr einen Altar bauet, euch heute zu empören gegen den Herrn?
R. BreuerAlso spricht die ganze Gemeinde Gottes: was ist das für ein Treubruch, den ihr verübt habt am Gotte Jisraels, euch heute abzuwenden von Gott, indem ihr einen Altar bautet, euch heute zu empören gegen Gott?
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 16. Das Vorgehen der 2½ Stämme wird als „Treubruch“ bezeichnet, insofern es die Unterordnung des gesamten Israels unter eine geistige Centrale störte, und als „Empörung“, insofern es diesen Treubruch so recht offensichtlich אל מול ארץ כנען und אל עבר בני ישראל (V. 11) inszenierte.

17
הַמְעַט־לָ֙נוּ֙ אֶת־עֲוֺ֣ן פְּע֔וֹר אֲשֶׁ֤ר לֹא־הִטַּהַ֙רְנוּ֙ מִמֶּ֔נּוּ עַ֖ד הַיּ֣וֹם הַזֶּ֑ה וַיְהִ֥י הַנֶּ֖גֶף בַּעֲדַ֥ת יְהֹוָֽה׃
BernfeldIst uns zu wenig die Schuld von Peor — von der wir noch nicht rein geworden bis auf diesen Tag — als die Seuche war in der Gemeinde des Herrn?
R. BreuerIst uns zu wenig die Peor-Verschuldung, von der wir noch nicht rein geworden bis auf den heutigen Tag? Und es war doch die Seuche in der Gemeinde Gottes!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 17. Den etwas nachhinkenden Schlußsatz ויהי הנגף בעדת ד' rückt die Bemerkung des Kommentars zu Num. 26, 1 ins rechte Licht: „ויהי אחר המגפה. Das Kapitel schließt in der Mitte des Verses nach einem Vordersatz und beginnt mit dem Nachsatz einen neuen Abschnitt, um zu veranschaulichen, wie mit dem Hinsterben der Peorverfallenen einem neuen reinen Abschnitte des Volkslebens Raum gegeben war. Mit dem Aussterben der im geschlechtlichen Peordienst Entarteten leuchtete Jisrael wieder in dem angestammten Adel geschlechtlicher Reinheit, wie der moabitische Prophet es vor der Peor-Verführung geschaut und wie dafür eine jede Zählung dieses Volkes das sprechendste Dokument bot. Daher nach der מגפה eine neue Volkszählung. Daß da ein jeder einzelne למשפחתו לבית אביו, wie vor vierzig Jahren nach dem Auszug aus Mizrajim gezählt werden konnte, das war der Beweis, daß über die Vaterschaft keines Kindes in Jisrael ein Zweifel obwaltete, das war der Beweis, daß die Peorausschweifung nur eine vereinzelte Ausnahme bildete, daß aber dem über die jüdischen Häuser ausgesprochenen Prophetenworte: יזל מים מדליו וזרעו על מים רבים die volle Wirklichkeit entsprach (s. מדרש אספה im Jalkut z. St.)“. Hier heißt es nun: Wenn auch die Peorverirrung den tatsächlichen Aufschwung des Sittlichen in Jisrael nicht verhinderte, so ließ sich der Eindruck jener Episode auf das Volksgemüt so leicht und so rasch nicht verwischen. Latent spukt noch heute das Peorgespenst im Volke. Und es war doch die Seuche im Volk! Und es hatte doch das „Hinsterben der Peorverfallenen einem neuen reinen Abschnitte des Volkslebens wieder Raum gegeben.“ So rasch aber schwinden die letzten Spuren der Sünde aus dem Volksgemüte nicht.

18
וְאַתֶּם֙ תָּשֻׁ֣בוּ הַיּ֔וֹם מֵאַחֲרֵ֖י יְהֹוָ֑ה וְהָיָ֗ה אַתֶּ֞ם תִּמְרְד֤וּ הַיּוֹם֙ בַּיהֹוָ֔ה וּמָחָ֕ר אֶֽל־כׇּל־עֲדַ֥ת יִשְׂרָאֵ֖ל יִקְצֹֽף׃
BernfeldUnd ihr wendet euch heute ab von dem Herrn? Ihr empört euch heute gegen den Herrn, und morgen zürnt er der ganzen Gemeinde Israels!
R. BreuerUnd ihr wollet euch heute von Gott abwenden! Die Folge wird sein: ihr empört euch heute gegen Gott, und morgen zürnt Er der ganzen Gemeinde Jisraels.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 18. Und nach solchen Erlebnissen wollet ihr abermals die Langmut Gottes auf die Probe stellen! Ist denn euer Solidaritätsgefühl so ganz verschwunden, daß ihr nicht bedenken wollet, wie das, was ein einzelner Volksteil tut, dem gesamten Volke zum Verhängnis werden kann? Und wie rasch die Vergeltung naht? Wie eine Sünde, die heute begangen wird, schon morgen ihre Strafe findet?

19
וְאַ֨ךְ אִם־טְמֵאָ֜ה אֶ֣רֶץ אֲחֻזַּתְכֶ֗ם עִבְר֨וּ לָכֶ֜ם אֶל־אֶ֨רֶץ אֲחֻזַּ֤ת יְהֹוָה֙ אֲשֶׁ֤ר שָֽׁכַן־שָׁם֙ מִשְׁכַּ֣ן יְהֹוָ֔ה וְהֵאָחֲז֖וּ בְּתוֹכֵ֑נוּ וּבַיהֹוָ֣ה אַל־תִּמְרֹ֗דוּ וְאֹתָ֙נוּ֙ אַל־תִּמְרֹ֔דוּ בִּבְנֹתְכֶ֤ם לָכֶם֙ מִזְבֵּ֔חַ מִֽבַּלְעֲדֵ֔י מִזְבַּ֖ח יְהֹוָ֥ה אֱלֹהֵֽינוּ׃
BernfeldHaltet ihr für unrein das Land eures Besitztums, so ziehet in das Land des Besitztums des Herrn, woselbst die Wohnung des Herrn thront, und werdet ansässig unter uns; aber gegen den Herrn emport euch nicht und uns werdet nicht abtrünnig, indem ihr einen Altar bauet außer dem Altare des Herrn unseres Gottes.
R. BreuerIst aber unrein das Land eures Besitztums, so ziehet in das Land des Besitztums Gottes, woselbst die Wohnung Gottes weilt, und werdet ansässig unter uns; gegen Gott aber empört euch nicht und gegen uns empört euch nicht, indem ihr euch einen Altar bauet außer dem Altar Gottes, unseres Gottes!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 19. Vielleicht wollet ihr euren Abfall mit „religiösen“ Gründen rechtfertigen: es gelte euch ja nur, in einem unreinen Lande das Glaubensbanner aufzupflanzen; es läge euch fern, dem überlieferten Judentum zu schaden, nur dort, wo bislang trostlose Unreinheit gewaltet, wollet ihr als Pioniere des jüdischen Glaubens wirken. Wir aber sagen euch: Es giebt nur ein und nur ein ganzes Judentum. Die Absicht, ein „unreines Land“ zu retten, diese gute, reine Absicht, wird uns niemals mit den schlimmen Mitteln versöhnen, die ihre Verwirklichung erstreben. Ist euch das Wohnen im „unreinen Lande“ eine Qual, dann kommt zu uns, wo die eine, reine, unverkürzte Thora ihre von Gott gebilligte Stätte findet und wo die Möglichkeit eines reinen, religiösen Lebens nicht mit Preisgabe des „Prinzips“ erkauft werden muß. Euer Vorgehen ist nicht blos eine Auflehnung wider Gott, sondern auch eine Schwächung der Position eurer Brüder, die nur durch einträchtiges Zusammenwirken für das gemeinsame Ideal des auf dem „Altare Gottes, unseres Gottes“ lodernden Gesetzesfeuers ausdauernde Kraft für ihre Mission auf Erden gewinnen.

20
הֲל֣וֹא ׀ עָכָ֣ן בֶּן־זֶ֗רַח מָ֤עַל מַ֙עַל֙ בַּחֵ֔רֶם וְעַֽל־כׇּל־עֲדַ֥ת יִשְׂרָאֵ֖ל הָ֣יָה קָ֑צֶף וְהוּא֙ אִ֣ישׁ אֶחָ֔ד לֹ֥א גָוַ֖ע בַּעֲוֺנֽוֹ׃ {ס}
BernfeldAchan Sohn Serahs hatte Untreue begangen an dem Bann, und über die ganze Gemeinde Israels war Zorn. Und er, der Einzelne, starb nicht in seiner Verschuldung.
R. BreuerWar's nicht Achan, Sohn Serachs, der Untreue übte am Bann, und dennoch kam über die ganze Gemeinde Jisraels Zorn? Und er, ein einzelner Mann, erstarrte nicht infolge seiner Schuld!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 20. Vgl. 7, 1 und das das. Bemerkte. — Auf den rätselhaften Nachsatz והוא איש אחד וגו', der den Erklärern viel zu schaffen macht, dürfte von einer Bemerkung des Kommentars zu Gen. 6, 17 ein aufhellender Lichtschein fallen. „יגוע rad. גוע. Schon von den Weisen bemerkt, daß dieser Ausdruck vorzugsweise das Sterben der Gerechten begleitet, so bei Abraham, Jizchak, Jakob . . . und hier steht dasselbe zur Bezeichnung des Unterganges dieses Geschlechtes! Nichts ist so bezeichnend, wie die Wahl dieses Ausdruckes! Es ist ja nicht ein Mensch, dessen Phantasie sich hier das Schreckliche des Untergangs des ganzen Menschengeschlechtes mit allem möglichen Graus ausmalt, desgleichen die verschiedenen Sündflutgemälde in Wort und Pinsel sich ergangen: es ist der milde, barmherzige Schöpfer und Herr der Welt, der uns über seine Taten Aufschluß giebt. Wie מבול, so ist auch dies גוע in dieser Richtung höchst bedeutsam. גוע verwandt.... aus allem diesen ergiebt sich die Grundbedeutung: Massensammlung, Stoffsammlung, und גוע wird den Moment bezeichnen, in welchem der bis dahin bewußte, fühlende, empfindende Leib, blos „Stoff“ wird, d. h. bewußtlos, empfindungslos wird, ein Zustand, der wenn er dem Tode vorangeht, ihn für den Sterbenden schmerzlos macht. So wird auch יגוע ב"ר einfach: יצמוק, erstarren, starr werden erläutert. Wie kann — menschlich gesprochen — der barmherzige Gott milder handeln, wie kann er dem Manne, der dies alles mit durchleben soll, und der das Phantasiebild des Röchelns, der Angst und Verzweiflung so vieler Millionen Wesen kaum hätte überleben können, wie kann er ihm das kommende Verhängnis mild-beruhigender ankündigen als: alles בשר, alles Empfindende wird in einem Moment erstarren, wird „Materie“ werden, יגוע! Materie fühlt nicht; das übrige, was dann mit ihnen vorgeht, ist nichts als elementare Auflösung...“ Gott hätte Achan auch anders bestrafen können, zumal es doch ein Einzelner, איש אחד, war, der sich am Banne vergriff: Er hätte ihn im Augenblick seiner Verschuldung durch den Blitzstrahl seines Zornes treffen können, ohne ihn erst einem langwierigen, mit einer schmerzhaften Hinrichtung abschließenden, Prozeßverfahren auszuliefern. Er tat es nicht, לא גוע בעונו, vielmehr als ויקח עכן וגו' מן החרם, da ויחר אף ד' בבני ישראל (7, 1). Giebt es eine schrecklichere Bestätigung dafür, daß, wenn אתם תמרדו היום בד' ומחר אל כל עדת ישראל יקצף (V. 18)?

21
וַֽיַּעֲנוּ֙ בְּנֵי־רְאוּבֵ֣ן וּבְנֵי־גָ֔ד וַחֲצִ֖י שֵׁ֣בֶט הַֽמְנַשֶּׁ֑ה וַֽיְדַבְּר֔וּ אֶת־רָאשֵׁ֖י אַלְפֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
BernfeldDa antworteten die Söhne Ruben und die Söhne Gad und der halbe Stamm Manasse und redeten zu den Häuptern der Haufen Israels:
R. BreuerDa antworteten die Söhne Reubens, die Söhne Gads und der halbe Stamm Menascheh und sprachen zu den Häuptern der Tausende Jisraels:
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 21—24. Die große Erregung, in welcher die Stämme der schweren Beschuldigung, die man ihnen angehängt hatte, entgegentreten, äußert sich in doppelter Weise: Vor allem in der temperamentvollen Art, wie sie wiederholt den Gott Jisraels als ד' אלקים als den Höchsten aller Götter bezeichnen, אל אלקים ד' אל אלקים ד'. Ganz außer sich sind sie über den Verdacht des Abfalls von Gott, dem Einen Einzigen; und sie beeilen sich durch ein hastig und heftig hervorstürzendes (und in der Form nicht einmal ganz einwandfreies vgl. Komm. Gen. 14, 18) Glaubensbekenntnis ihre Gläubigkeit zu betonen. Ferner äußert sich ihre große Erregung in den abgerissenen Sätzen ihrer Antwort selbst (V. 22—24) und in den eingestreuten Ausbrüchen ihres Schmerzes: אל תושיענו היום הזה und ד' הוא יבקש. Der Ausruf אל הושיענו וגו' ist eine direkte Anrede an Gott: Wenn wir uns empört haben wider dich und die Treue dir gebrochen haben, dann hilf uns nicht mehr, o Gott! Die Form der direkten Anrede ist im Gefühl des ersten, noch ganz heftigen Schmerzes und unter dem Einfluß des אל אלקים וגו' entstanden. Der Ausruf ד' הוא יבקש, mit welchem die Angeschuldigten gegen den Verdacht der Schaffung einer eigenen Kult- und Opferstätte sich verwahren, ist, wie die Form der indirekten Anrede beweist, schon gemäßigter. Allmählich verraucht der Zorn und es beginnt die sachliche Richtigstellung der Anklage: Nicht Untreue und Abfall, das gerade Gegenteil hat uns zu unserem Vorgehen bestimmt, die Sorge, den inneren, geistigen Zusammenhang mit euch zu verlieren, nachdem der äußere, regionale geschwunden ist. Wie leicht kann die kommende Generation, in deren Bewußtsein das Motiv unserer Trennung nicht mehr lebendig sein wird, auf den Gedanken kommen, die äußerlich geschiedenen Volksteile Jisraels seien auch durch kein inneres geistiges Band mehr verbunden.

22
אֵל֩ ׀ אֱלֹהִ֨ים ׀ יְהֹוָ֜ה אֵ֣ל ׀ אֱלֹהִ֤ים ׀ יְהֹוָה֙ ה֣וּא יֹדֵ֔עַ וְיִשְׂרָאֵ֖ל ה֣וּא יֵדָ֑ע אִם־בְּמֶ֤רֶד וְאִם־בְּמַ֙עַל֙ בַּיהֹוָ֔ה אַל־תּוֹשִׁיעֵ֖נוּ הַיּ֥וֹם הַזֶּֽה׃
BernfeldDer Gott der Götter ist der Herr, der Gott der Götter ist der Herr, er weiß und Israel soll wissen: ob aus Empörung und in Untreue gegen den Herrn [wir dies getan] — so stehe uns nicht bei diesen Tag!
R. BreuerEin Gott der Götter ist Gott! Ein Gott der Götter ist Gott! Er weiß es und Jisrael möge es wissen: Ob aus Empörung, ob aus Untreue gegen Gott — (dann steh' uns nicht bei diesen Tag!) —
23
לִבְנ֥וֹת לָ֙נוּ֙ מִזְבֵּ֔חַ לָשׁ֖וּב מֵאַחֲרֵ֣י יְהֹוָ֑ה וְאִם־לְהַעֲל֨וֹת עָלָ֜יו עוֹלָ֣ה וּמִנְחָ֗ה וְאִם־לַעֲשׂ֤וֹת עָלָיו֙ זִבְחֵ֣י שְׁלָמִ֔ים יְהֹוָ֖ה ה֥וּא יְבַקֵּֽשׁ׃
BernfeldOb wir uns einen Altar bauten, uns abzuwenden von dem Herrn, um darauf Ganzopfer und Speiseopfer darzubringen um darauf zu verrichten Mahlopfer — der Herr möge es ahnden.
R. Breueruns einen Altar zu bauen, um uns abzuwenden von Gott, oder darzubringen darauf Emporopfer und Huldigungsgabe, zu verrichten darauf Friedensmahlopfer — (Gott möge es ahnden!)—
24
וְאִם־לֹ֤א מִדְּאָגָה֙ מִדָּבָ֔ר עָשִׂ֥ינוּ אֶת־זֹ֖את לֵאמֹ֑ר מָחָ֗ר יֹֽאמְר֨וּ בְנֵיכֶ֤ם לְבָנֵ֙ינוּ֙ לֵאמֹ֔ר מַה־לָּכֶ֕ם וְלַיהֹוָ֖ה אֱלֹהֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
BernfeldOb wir dies nicht vielmehr aus Besorgnis getan, in dem wir dachten: Künftig werden euere Kinder zu unseren Kindern sprechen: Was habt ihr mit dem Herrn, dem Gott Israels zu schaffen?
R. Breueroder nicht vielmehr aus einer gewissen Besorgnis wir dieses taten, indem wir dachten: Morgen werden eure Kinder zu unseren Kindern sprechen: Was habt ihr mit Gott, dem Gotte Jisraels gemein?
25
וּגְב֣וּל נָֽתַן־יְ֠הֹוָ֠ה בֵּינֵ֨נוּ וּבֵינֵיכֶ֜ם בְּנֵֽי־רְאוּבֵ֤ן וּבְנֵי־גָד֙ אֶת־הַיַּרְדֵּ֔ן אֵין־לָכֶ֥ם חֵ֖לֶק בַּיהֹוָ֑ה וְהִשְׁבִּ֤יתוּ בְנֵיכֶם֙ אֶת־בָּנֵ֔ינוּ לְבִלְתִּ֖י יְרֹ֥א אֶת־יְהֹוָֽה׃
BernfeldDer Herr hat eine Grenze gesetzt zwischen uns und euch, ihr Söhne Ruben und Söhne Gad; den Jordan; ihr habt keinen Teil an dem Herrn. Und so werden eure Kinder unsere Kinder stören, den Herrn anzubeten.
R. BreuerAls Grenze hat ja Gott zwischen uns und euch, ihr Söhne Reubens und Gads, den Jarden festgesetzt; ihr habt keinen Teil an Gott! Und so würden eure Söhne unsere Söhne davon abbringen, daß sie Gott fürchten.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 25. Die Jordangrenze, nur bestimmt, unsere Gebietsteile äußerlich zu scheiden, wie arg könnte sie mißdeutet werden! Wie könnte sie euren Kindern zum Vorwand dienen, unseren Kindern jeden „Anteil an Gott“, die nationale Zusammengehörigkeit mit Gesamtjisrael zu bestreiten. Und was wird die Folge sein? Aus der Gemeinschaft mit dem Volksganzen verbannt, verfehmt und geächtet, werden die Generationen, die nach uns kommen, die Furcht vor Gott verlernen, sie könnten das einmal werden, was ihr schon heute uns beschuldigt habt zu sein!

26
וַנֹּ֕אמֶר נַעֲשֶׂה־נָּ֣א לָ֔נוּ לִבְנ֖וֹת אֶת־הַמִּזְבֵּ֑חַ לֹ֥א לְעוֹלָ֖ה וְלֹ֥א לְזָֽבַח׃
BernfeldDa sprachen wir: Wir wollen doch für uns sorgen, den Altar zu bauen, nicht zum Ganzopfer und nicht zum Schlachtopfer;
R. BreuerDa sprachen wir: Wir wollen es doch für uns tun, den Altar zu bauen, nicht zum Emporopfer und nicht zum Mahlopfer.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 26. נעשה נא לנו. Wir müssen doch etwas für uns tun; Vorsorge treffen, damit das Befürchtete nicht eintreffe. Zu diesem Zwecke, לא לעולה ולא לזבח, bauten wir den Altar.

27
כִּי֩ עֵ֨ד ה֜וּא בֵּינֵ֣ינוּ וּבֵינֵיכֶ֗ם וּבֵ֣ין דֹּרוֹתֵ֘ינוּ֮ אַחֲרֵ֒ינוּ֒ לַעֲבֹ֞ד אֶת־עֲבֹדַ֤ת יְהֹוָה֙ לְפָנָ֔יו בְּעֹלוֹתֵ֥ינוּ וּבִזְבָחֵ֖ינוּ וּבִשְׁלָמֵ֑ינוּ וְלֹא־יֹאמְר֨וּ בְנֵיכֶ֤ם מָחָר֙ לְבָנֵ֔ינוּ אֵין־לָכֶ֥ם חֵ֖לֶק בַּיהֹוָֽה׃
BernfeldSondern ein Zeuge sei er zwischen uns und euch und zwischen unseren Geschlechtern nach uns: den Dienst des Herrn vor [Gott] zu verrichten mit unsern Ganzopfern und unsern Schlachtopfern und unsern Mahlopfern, dass nicht euere Kinder künftig sprechen zu unsern Kindern: Ihr habt keinen Teil an dem Herrn.
R. BreuerVielmehr Zeuge soll er sein zwischen uns und euch und unseren Nachkommen nach uns: zu verrichten den Dienst Gottes vor ihm mit unseren Emporopfern, Mahlopfern und Friedensopfern, damit eure Kinder künftig nicht zu unseren Kindern sprechen können: Ihr habt keinen Teil an Gott!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 27. Vgl. Komm. Haftoroth S. 55.

לעבר וגו'. Dieser Nachsatz kann leicht mißdeutet werden, als ob der zur Bekundung der Treue errichtete Altar den entgegengesetzten Zweck der Schaffung einer Konkurrenzopferstätte gehabt habe. Der Sinn ist aber: Dieser Altar soll den kommenden Generationen verkünden, daß wir trotz unserer räumlichen Entfernung innerlich zur jüdischen Gesamtheit zählen und gewillt sind, unsern Opfergottesdienst לפניו, vor Ihm, vor Gott, an der Ihm geweihten, von Ihm anerkannten Stätte zu verrichten.

28
וַנֹּ֕אמֶר וְהָיָ֗ה כִּֽי־יֹאמְר֥וּ אֵלֵ֛ינוּ וְאֶל־דֹּרֹתֵ֖ינוּ מָחָ֑ר וְאָמַ֡רְנוּ רְא֣וּ אֶת־תַּבְנִית֩ מִזְבַּ֨ח יְהֹוָ֜ה אֲשֶׁר־עָשׂ֣וּ אֲבוֹתֵ֗ינוּ לֹ֤א לְעוֹלָה֙ וְלֹ֣א לְזֶ֔בַח כִּֽי־עֵ֣ד ה֔וּא בֵּינֵ֖ינוּ וּבֵינֵיכֶֽם׃
BernfeldWir sprachen: Wenn sie nun uns und unseren Geschlechtern künftig [also] sagen, so erwidern wir: Sehet das Abbild des Altars des Herrn, das unsre Väter gemacht, nicht zum Ganzopfer und nicht zum Schlachtopfer, sondern ein Zeuge ist er zwischen uns und euch.
R. BreuerFerner sprachen wir: Wenn sie aber nun doch zu uns und unsern Nachkommen künftig also reden werden, so werden wir antworten: Sehet das Abbild des göttlichen Altars, das unsere Väter gemacht, nicht zum Emporopfer und nicht zum Mahlopfer, sondern ein Zeuge ist er zwischen uns und euch!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 28. Die eigentliche Absicht war, durch den Altarbau das künftige Aufkommen von abfälligen Äußerungen von vornherein zu verhindern: ולא יאמרו בניכם וגו' (V. 27). Aber auch für den Fall, daß sie dennoch reden werden, והיה כי יאמרו אלינו וגו', ist vorgesorgt: Ein Blick auf Gestalt und Form des Altars wird genügen, um jeden Verdacht einer Untreue abzulenken. — Offenbar war der Altar derart gebaut, daß ihm seine Bestimmung anzusehen war: mehr dem Zweck eines beredten Denkzeichens als dem Bedürfnis des Opferns angepaßt.

29
חָלִ֩ילָה֩ לָּ֨נוּ מִמֶּ֜נּוּ לִמְרֹ֣ד בַּֽיהֹוָ֗ה וְלָשׁ֤וּב הַיּוֹם֙ מֵאַחֲרֵ֣י יְהֹוָ֔ה לִבְנ֣וֹת מִזְבֵּ֔חַ לְעֹלָ֖ה לְמִנְחָ֣ה וּלְזָ֑בַח מִלְּבַ֗ד מִזְבַּח֙ יְהֹוָ֣ה אֱלֹהֵ֔ינוּ אֲשֶׁ֖ר לִפְנֵ֥י מִשְׁכָּנֽוֹ׃ {פ}
BernfeldFern sei es von uns, uns zu empören gegen den Herrn, und uns heut abzuwenden von dem Herrn, einen Altar für Ganzopfer, für Speiseopfer und für Schlachtopfer zu bauen, außer dem Altare des Herrn, unseres Gottes, der vor seiner Wohnung.
R. BreuerFern sei es von uns, gegen Gott uns aufzulehnen und uns heute abzuwenden von Gott, einen Altar zu bauen für Emporopfer, Huldigungsopfer und Mahlopfer, außer dem Altare Gottes, unseres Gottes, der vor seiner Wohnung steht.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 29. Seltsam ist in dieser Verteidigungsrede der stete, willkürliche Wechsel der Opferarten, die von den Angegriffenen beispielsweise genannt werden. Einmal עולה ומנחה und זבחי שלמים (V. 23), dann עולה und זבח (V. 26), בעלותינו ובזבחינו ובשלמינו (V. 27), dann wieder עולה und זבח (V. 28) und schließlich עולה, מנחה und זבח im vorliegenden Vers. Vielleicht soll dieses bunte Durcheinanderwürfeln verschiedener Opferarten, die als Beispiele in einer schmerzlich erregten Verteidigungsrede wohl nicht gut systematisch angeführt werden konnten, das Gefühl der Unschuld unterstreichen, in welchem der Altar errichtet wurde. Aufs Gerathewohl werden ein Paar Opferbeispiele genannt, wie um zu sagen: So fern lag uns die Absicht der Untreue, daß wir auch nicht im entferntesten an die nötigen Zurüstungen dachten, die doch erforderlich gewesen wären, wenn wir einen Altar zum Zweck der Darbringung so verschiedenartiger Opfer, wie עולה und מנחה u. s. w. gebaut hätten. Meint ihr etwa, wir kennten die Gesetzgebung über die Opfer nicht? Glaubt ihr vielleicht, wir bildeten uns ein, um ein זבח, מנחה, עולה usw. zu opfern, genüge es, einfach ein paar Steine aufzuschichten und das Heiligtum mit allem Zubehör an Priestern und Geräten sei fertig? Es ist zum Lachen!

V. 30 f. Während der Verhandlung mit den Stämmen war Pinchas nicht hervorgetreten, obwohl er es doch gerade war, von dessen Feuereifer das Volk sich am meisten versprochen haben mochte und den es darum zum Führer der Delegierten erkoren hatte. Wird doch die Entsendung Pinchas' und der Fürsten in zwei getrennten Versen (13 u. 14) erzählt, wohl um zu sagen, daß Pinchas zum eigentlichen Wortführer bestimmt war, während die mitziehenden Fürsten und Häupter nur durch das Gewicht ihres sozialen Ansehens seinen Worten einen möglichst imposanten Nachdruck verleihen sollten. Indessen zeigt uns die Verhandlung selbst die Stämme nur im Gespräch mit den Fürsten (vgl. V. 15 u. 21). Pinchas selbst tritt nicht hervor. Warum? Vielleicht deshalb, weil dieser Feuerkopf sich wohl zum Dreinschlagen, לעלות עליהם לצבא (V. 12) eignete, nicht aber zu einer ruhigen Verhandlung, zu der sich wohl unterwegs die Delegation nach reiflicher Ueberlegung entschlossen haben mochte (beauftragt dazu war sie nicht), um den Weg friedlicher Verständigung zu versuchen, ehe man zum äußersten, zur Züchtigung mit dem Schwerte griff. Solange es galt, friedlich zu verhandeln, auf gütlichem Wege durch Mahnung und Warnung das Gewissen der Stämme wachzurufen, (V. 15—20), war es besser, Pinchas mit seinem heißen Temperament ein wenig kalt zu stellen. Uebrigens kannte er sich wohl selbst am besten und trat er wohl unaufgefordert zur Seite. Als aber dann die Stämme anfingen zu reden, als sie von ihrer Sorge um die jüdische Zukunft ihrer Kinder sprachen — וישמע פנחס, da war Pinchas der erste, dem es warm bei ihren Worten wurde, der überrascht aufhorchte, als er ihre Worte hörte und nun selber als Sprecher hervortrat, um in feuriger Rede seiner und seiner Genossen Freude über den unverhofft glücklichen Ausgang ihrer Mission Ausdruck zu verleihen: ויאמר פנחס וגו'.

30
וַיִּשְׁמַ֞ע פִּֽינְחָ֣ס הַכֹּהֵ֗ן וּנְשִׂיאֵ֨י הָעֵדָ֜ה וְרָאשֵׁ֨י אַלְפֵ֤י יִשְׂרָאֵל֙ אֲשֶׁ֣ר אִתּ֔וֹ אֶ֨ת־הַדְּבָרִ֔ים אֲשֶׁ֧ר דִּבְּר֛וּ בְּנֵי־רְאוּבֵ֥ן וּבְנֵי־גָ֖ד וּבְנֵ֣י מְנַשֶּׁ֑ה וַיִּיטַ֖ב בְּעֵינֵיהֶֽם׃
BernfeldAls Pinchas der Priester, und die Fürsten der Gemeinde und die Häupter der Haufen Israels, die mit ihm, die Worte hörten, welche die Söhne Ruben und die Söhne Gad und die Söhne Manasse geredet, gefiel es ihnen.
R. BreuerEs hörten Pinchas, der Priester, die Fürsten der Gemeinde und die Häupter der Tausende Jisraels, die mit ihm waren, die Worte, welche die Söhne Reubens, die Söhne Gads und die Söhne Menaschehs geredet, und es fand Beifall in ihren Augen.
31
וַיֹּ֣אמֶר פִּֽינְחָ֣ס בֶּן־אֶלְעָזָ֣ר הַכֹּהֵ֡ן אֶל־בְּנֵֽי־רְאוּבֵ֨ן וְאֶל־בְּנֵי־גָ֜ד וְאֶל־בְּנֵ֣י מְנַשֶּׁ֗ה הַיּ֤וֹם ׀ יָדַ֙עְנוּ֙ כִּֽי־בְתוֹכֵ֣נוּ יְהֹוָ֔ה אֲשֶׁ֛ר לֹא־מְעַלְתֶּ֥ם בַּיהֹוָ֖ה הַמַּ֣עַל הַזֶּ֑ה אָ֗ז הִצַּלְתֶּ֛ם אֶת־בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵ֖ל מִיַּ֥ד יְהֹוָֽה׃
BernfeldUnd Pinchas, Sohn Elasar, der Priester sprach zu den Söhnen Ruben und zu den Söhnen Gad und zu den Söhnen Manasse: Heute erkennen wir, dass der Herr unter uns ist, weil ihr an dem Herrn diese Untreue nicht begangen. Nunmehr habt ihr die Kinder Israel geschützt vor der Hand des Herrn.
R. BreuerUnd es sprach Pinchas, der Sohn Eleasars, des Priesters, zu den Söhnen Reubens, zu den Söhnen Gads und zu den Söhnen Menaschehs: Heute haben wir erkannt, daß Gott in unserer Mitte ist, weil ihr an Gott diese Untreue nicht begangen. Nunmehr habt ihr die Söhne Jisraels gerettet aus der Hand Gottes!
32
וַיָּ֣שׇׁב פִּֽינְחָ֣ס בֶּן־אֶלְעָזָ֣ר הַכֹּהֵ֣ן ׀ וְהַנְּשִׂיאִ֡ים מֵאֵ֣ת בְּנֵֽי־רְאוּבֵן֩ וּמֵאֵ֨ת בְּנֵי־גָ֜ד מֵאֶ֧רֶץ הַגִּלְעָ֛ד אֶל־אֶ֥רֶץ כְּנַ֖עַן אֶל־בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל וַיָּשִׁ֥בוּ אוֹתָ֖ם דָּבָֽר׃
BernfeldPinchas, Sohn Elasar, der Priester, und die Fürsten kehrten zurück von den Söhnen Ruben und von den Söhnen Gad aus dem Lande Gilead in das Land Kanaan zu den Kindern Israel und brachten ihnen Antwort.
R. BreuerEs kehrten Pinchas, der Sohn Eleasars, der Priester, und die Fürsten zurück von den Söhnen Reubens und den Söhnen Gads aus dem Lande Gilead in das Land Kenaan zu den Söhnen Jisraels und brachten ihnen Antwort.
33
וַיִּיטַ֣ב הַדָּבָ֗ר בְּעֵינֵי֙ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל וַיְבָרְכ֥וּ אֱלֹהִ֖ים בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל וְלֹ֣א אָמְר֗וּ לַעֲל֤וֹת עֲלֵיהֶם֙ לַצָּבָ֔א לְשַׁחֵת֙ אֶת־הָאָ֔רֶץ אֲשֶׁ֛ר בְּנֵי־רְאוּבֵ֥ן וּבְנֵי־גָ֖ד יֹשְׁבִ֥ים בָּֽהּ׃
BernfeldDie Sache gefiel den Kindern Israel, und die Kinder Israel priesen Gott und dachten nicht mehr, wider sie in den Kampf zu ziehen, das Land zu verderben, worin die Söhne Ruben und die Söhne Gad wohnten.
R. BreuerDie Sache fand Beifall in den Augen der Söhne Jisraels, und die Söhne Jisraels segneten Gott und dachten nicht mehr daran, wider sie in den Kampf zu ziehen, um das Land zu verderben, in welchem die Söhne Reubens und die Söhne Gads wohnten.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 33. Ein heiliger Krieg war's, den sie geplant. In ihre Entrüstung über den vermeintlichen Abfall der Brüder hatte sich kein unedles Gefühl gemengt: לשחת את הארץ וגו' frei von Streitsucht und frei von Neid auf die glücklichen Besitzer des gesegneten Landes hatten sie nur die idealen Interessen der Gesamtnation im Auge. Die Reinheit ihrer Gesinnung trat nun klar hervor, nachdem sich ihr Verdacht als unbegründet erwiesen hatte: imselben Augenblick, als die Gesandtschaft ihre aufklärende Antwort beendet hatte, war die Kampflust des Volkes erloschen, ולא אמרו לעלות עליהם לצבא וגו'.

34
וַֽיִּקְרְא֛וּ בְּנֵי־רְאוּבֵ֥ן וּבְנֵי־גָ֖ד לַמִּזְבֵּ֑חַ כִּ֣י עֵ֥ד הוּא֙ בֵּֽינֹתֵ֔ינוּ כִּ֥י יְהֹוָ֖ה הָאֱלֹהִֽים׃ {פ}
BernfeldDie Söhne Ruben und die Söhne Gad nannten den Altar: Ein Zeuge ist er zwischen uns, dass der Herr Gott ist.
R. BreuerDie Söhne Reubens und die Söhne Gads benannten den Altar (in entsprechender Weise): „Denn ein Zeuge ist er zwischen uns, daß Gott Gott ist“.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 34. Hinter למזבח ist dem Sinne nach das Wort עד zu ergänzen. Vgl. Raschi. Um jedem künftigen Mißverständnis vorzubeugen, sollte schon im Namen des Altars seine Bestimmung deutlich hervortreten: כי עד הוא וגו'. כי ד' האלהים. Vgl. V. 22.