1
וַיְהִ֤י הַגּוֹרָל֙ לְמַטֵּ֣ה מְנַשֶּׁ֔ה כִּי־ה֖וּא בְּכ֣וֹר יוֹסֵ֑ף לְמָכִיר֩ בְּכ֨וֹר מְנַשֶּׁ֜ה אֲבִ֣י הַגִּלְעָ֗ד כִּ֣י ה֤וּא הָיָה֙ אִ֣ישׁ מִלְחָמָ֔ה וַֽיְהִי־ל֖וֹ הַגִּלְעָ֥ד וְהַבָּשָֽׁן׃
BernfeldEs war das Los des Stammes Manasse — [eigentlich] war er der Erstgeborene Josefs: — an Machir, den Erstgeborenen Manasses, den Vater des Gilead, da er ein Kriegsmann war — an ihn kam Gilead und Baschan.
R. BreuerEs war das Los des Stammes Menascheh, der ja der Erstgeborene Josefs war, an Machir, den Erstgeborenen Menaschehs, den Vater des Gilead, da er ein Kriegsmann war: ihm ward Gilead und Baschan zuteil.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
Kap. 17. V. 1. כי הוא בכור יוסף. Als Erstgeborener Josefs hätte Menascheh beanspruchen können, daß bei der Landesverteilung das Los auf seinen Stamm zuerst falle. Ihm ward aber Ephraim vorgezogen, den ja bereits Jakob bei der Segenserteilung bevorzugt hatte. Vgl. Gen. 48, 14. Die Erzählung kann nicht umhin, die bei der Landesverteilung hervortretende Reihenfolge andeutungsweise als eine dem historischen Verhältnis entsprechende zu betonen.
אבי הגלעד. Vgl. Num. 26, 29 f.
כי הוא וגו'. Es bedurfte der Anwesenheit eines kriegstüchtigen Mannes, um diese Gegend vor feindlichen Einfällen, denen sie stark ausgesetzt war, zu schützen.
2
וַ֠יְהִ֠י לִבְנֵ֨י מְנַשֶּׁ֥ה הַנּֽוֹתָרִים֮ לְמִשְׁפְּחֹתָם֒ לִבְנֵ֨י אֲבִיעֶ֜זֶר וְלִבְנֵי־חֵ֗לֶק וְלִבְנֵ֤י אַשְׂרִיאֵל֙ וְלִבְנֵי־שֶׁ֔כֶם וְלִבְנֵי־חֵ֖פֶר וְלִבְנֵ֣י שְׁמִידָ֑ע אֵ֠לֶּה בְּנֵ֨י מְנַשֶּׁ֧ה בֶן־יוֹסֵ֛ף הַזְּכָרִ֖ים לְמִשְׁפְּחֹתָֽם׃
BernfeldAn die übrigen Söhne Manasses kam nach ihren Geschlechtern: an die Söhne Abissers und an die Söhne Heleks und an die Söhne Asriêls und an die Söhne Sechems und an die Söhne Hefers und an die Söhne Semidas; das sind die Kinder Manasses Sohnes Josefs, die Männlichen, nach ihren Geschlechtern.
R. BreuerEs war (das Los auch) an die übrigen Söhne Menaschehs nach ihren Familien: An die Söhne Abiesers, an die Söhne Cheleks, an die Söhne Asriels, an die Söhne Schechems, an die Söhne Chefers und an die Söhne Schemidas. Das sind die Kinder Menaschehs, des Sohnes Josefs, die männlichen, nach ihren Familien.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 2. Vgl. Num. 26, 30 ff. אביעזר wird daf. abgekürzt איעזר genannt.
הזכרים. Überleitung zum folgenden, wo von den weiblichen Nachkommen berichtet wird.
3
וְלִצְלׇפְחָד֩ בֶּן־חֵ֨פֶר בֶּן־גִּלְעָ֜ד בֶּן־מָכִ֣יר בֶּן־מְנַשֶּׁ֗ה לֹא־הָ֥יוּ ל֛וֹ בָּנִ֖ים כִּ֣י אִם־בָּנ֑וֹת וְאֵ֙לֶּה֙ שְׁמ֣וֹת בְּנֹתָ֔יו מַחְלָ֣ה וְנֹעָ֔ה חׇגְלָ֥ה מִלְכָּ֖ה וְתִרְצָֽה׃
BernfeldAber Zelafhad, Sohn Hefers Sohnes Gileads, Sohnes Machirs, Sohnes Manasses hatte keine Söhne, sondern nur Töchter; und das sind die Namen seiner Töchter: Mahla und Noa, Hogla, Milka und Tirza.
R. BreuerAber Zelafchad, Sohn Chefers, des Sohnes Gileads, des Sohnes Machirs, des Sohnes Menaschehs, hatte keine Söhne, sondern nur Töchter; und das sind die Namen seiner Töchter: Machla, Noa, Chagla, Milka und Tirza.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 3. Vgl. Num. 26, 33.
4
וַתִּקְרַ֡בְנָה לִפְנֵי֩ אֶלְעָזָ֨ר הַכֹּהֵ֜ן וְלִפְנֵ֣י ׀ יְהוֹשֻׁ֣עַ בִּן־נ֗וּן וְלִפְנֵ֤י הַנְּשִׂיאִים֙ לֵאמֹ֔ר יְהֹוָה֙ צִוָּ֣ה אֶת־מֹשֶׁ֔ה לָתֶת־לָ֥נוּ נַחֲלָ֖ה בְּת֣וֹךְ אַחֵ֑ינוּ וַיִּתֵּ֨ן לָהֶ֜ם אֶל־פִּ֤י יְהֹוָה֙ נַחֲלָ֔ה בְּת֖וֹךְ אֲחֵ֥י אֲבִיהֶֽן׃
BernfeldSie traten vor Elasar den Priester und vor Josua Sohn Nuns und vor die Fürsten und sprachen. Der Herr hat dem Mose geboten, uns ein Erbe zu geben unter unseren Stammbrüdern. Er gab ihnen nach dem Ausspruch des Herrn ein Erbe unter den Brudern ihres Vaters.
R. BreuerDa traten sie vor Eleasar, den Priester, vor Josua, Sohn Nuns und vor die Fürsten und sprachen: Gott hat dem Moscheh geboten, uns ein Erbe zu geben unter unseren Brüdern. Er gab ihnen nach dem Ausspruche Gottes ein Erbe unter den Brüdern ihres Vaters.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 4. Vgl. 14, 1, wonach die Verteilung des Landes durch Eleasar, Josua und die ראשי אבות המטות, die hier נשיאים genannt werden, geleitet wurde.
ד' צוה את משה. Vgl. Num. 27, 6 ff.
בתוך אחינו. Eigentlich בתוך אחי אבינו, wie sie (Num. 27, 8) zu Moses sprachen und wie auch hier am Schluß des Verses die Erzählung berichtet: בתוך אחי אביהן. Es entsprach aber der Art der Töchter Zelafchads, nur das Wesentliche hervorzuheben und wenn, wie hier, sich etwas von selbst verstand, das Selbstverständliche so kurz wie möglich zu sagen. Vgl. Komm. Num. a. a. O. V. 3: „Wenn die Weisen bemerken, daß Zelafchads Töchter חכמות ודורשות, gesetzkundig und eindringenden Verstandes gewesen, so spricht sich diese Geistesklarheit und Schärfe in ihrem ganzen Vortrag aus. Sie sagen alles, was zur Sache gehört, und sagen kein Wort zu viel . . . .“
5
וַיִּפְּל֥וּ חַבְלֵֽי־מְנַשֶּׁ֖ה עֲשָׂרָ֑ה לְבַ֞ד מֵאֶ֤רֶץ הַגִּלְעָד֙ וְהַבָּשָׁ֔ן אֲשֶׁ֖ר מֵעֵ֥בֶר לַיַּרְדֵּֽן׃
BernfeldUnd so fielen zehn Anteile auf Manasse; außer dem Lande Gilead und Baschan, die jenseits des Jordan.
R. BreuerSo entfielen zehn Teile auf Menascheh; außer dem Lande Gilead und Baschan, welche jenseits des Jarden lagen.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 5. עשרה. Sechs Teile auf die V. 2 Genannten und vier Teile auf die Töchter Zelafchads. Vgl. Raschi.
6
כִּ֚י בְּנ֣וֹת מְנַשֶּׁ֔ה נָחֲל֥וּ נַחֲלָ֖ה בְּת֣וֹךְ בָּנָ֑יו וְאֶ֙רֶץ֙ הַגִּלְעָ֔ד הָיְתָ֖ה לִבְנֵי־מְנַשֶּׁ֥ה הַנּוֹתָרִֽים׃
BernfeldDenn die Töchter Manasses erhielten Erbtum unter seinen Söhnen; und das Land Gilead kam an die übrigen Söhne Manasses.
R. BreuerDenn die Töchter Menaschehs erhielten Erbbesitz unter seinen Söhnen; das Land Gilead aber war den übrigen Söhnen Menaschehs zuteil geworden.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 6. כי בנות וגו'. Dieser Satz will die Zehnzahl der חבלי מנשה (V. 5) erklären: es waren zehn, weil die Töchter Zelafchads mit den Söhnen Menaschehs erbten.
הנותרים. Die von Machir Abstammenden (V. 1).
7
וַיְהִ֤י גְבוּל־מְנַשֶּׁה֙ מֵאָשֵׁ֔ר הַֽמִּכְמְתָ֔ת אֲשֶׁ֖ר עַל־פְּנֵ֣י שְׁכֶ֑ם וְהָלַ֤ךְ הַגְּבוּל֙ אֶל־הַיָּמִ֔ין אֶל־יֹשְׁבֵ֖י עֵ֥ין תַּפּֽוּחַ׃
BernfeldEs war die Grenze Manasses von Asser nach Mikmetat, das vor Sechem, und dann ging die Grenze zur Rechten, bis zu den Bewohnern von En Tappnah.
R. BreuerEs war die Grenze Menaschehs von Ascher nach Mikmetat, das vor Schechem liegt; dann geht die Grenze zur Rechten bis zu den Bewohnern von En Thapuach.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 7. המכמתת. Vgl. 16, 6.
תפוח. Vgl. 16, 8.
8
לִמְנַשֶּׁ֕ה הָיְתָ֖ה אֶ֣רֶץ תַּפּ֑וּחַ וְתַפּ֛וּחַ אֶל־גְּב֥וּל מְנַשֶּׁ֖ה לִבְנֵ֥י אֶפְרָֽיִם׃
BernfeldAn Manasse kam auch das Land Tappnah; Tappuah war an der Grenze Manasses an Efraim.
R. BreuerAn Menascheh kam das Land Thapuach, Thapuach aber an der Grenze Menaschehs gehörte den Söhnen Ephraims.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 8. Nur das Land um Thapuach fiel an Menascheh; Thapuach selbst gehörte Ephraim.
9
וְיָרַ֣ד הַגְּבוּל֩ נַ֨חַל קָנָ֜ה נֶ֣גְבָּה לַנַּ֗חַל עָרִ֤ים הָאֵ֙לֶּה֙ לְאֶפְרַ֔יִם בְּת֖וֹךְ עָרֵ֣י מְנַשֶּׁ֑ה וּגְב֤וּל מְנַשֶּׁה֙ מִצְּפ֣וֹן לַנַּ֔חַל וַיְהִ֥י תֹצְאֹתָ֖יו הַיָּֽמָּה׃
BernfeldDie Grenze zog sich nach dem Bache Kana, südlich vom Bache; diese Städte gehörten Efraim inmitten der Städte Manasses; die Grenze Manasses war zur Nordseite des Baches, und ihr Endpunkt war am Meere.
R. BreuerEs steigt die Grenze hinab nach dem Bache Kanah, südlich vom Bache; diese Städte gehörten Ephraim inmitten der Städte Menaschehs; die Grenze Menaschehs war nördlich vom Bache, und ihre Ausgänge waren dem Meere zu.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 9. Vgl. 16, 8.
ערים האלה. Die Städte von Thapuach bis zum Bache Kanah.
10
נֶ֣גְבָּה לְאֶפְרַ֗יִם וְצָפ֙וֹנָה֙ לִמְנַשֶּׁ֔ה וַיְהִ֥י הַיָּ֖ם גְּבוּל֑וֹ וּבְאָשֵׁר֙ יִפְגְּע֣וּן מִצָּפ֔וֹן וּבְיִשָּׂשכָ֖ר מִמִּזְרָֽח׃
BernfeldGen Süden war des Efraim und gen Norden des Manasse, da war das Meer seine Grenze; und an Asser stießen sie gegen Norden und an Issachar gegen Osten.
R. BreuerNach dem Süden (gehörte das Land) Ephraim, nach dem Norden Menascheh; da bildet das Meer seine Grenze; an Ascher stoßen sie im Norden, an Issachar im Osten.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 10. Vgl. 19, 17 ff.; 24 ff.
11
וַיְהִ֨י לִמְנַשֶּׁ֜ה בְּיִשָּׂשכָ֣ר וּבְאָשֵׁ֗ר בֵּית־שְׁאָ֣ן וּ֠בְנוֹתֶ֠יהָ וְיִבְלְעָ֨ם וּבְנוֹתֶ֜יהָ וְֽאֶת־יֹשְׁבֵ֧י דֹ֣אר וּבְנוֹתֶ֗יהָ וְיֹשְׁבֵ֤י עֵֽין־דֹּר֙ וּבְנוֹתֶ֔יהָ וְיֹשְׁבֵ֤י תַעְנַךְ֙ וּבְנֹתֶ֔יהָ וְיֹשְׁבֵ֥י מְגִדּ֖וֹ וּבְנוֹתֶ֑יהָ שְׁלֹ֖שֶׁת הַנָּֽפֶת׃
BernfeldEs gehörte Manasse in Issachar und in Asser [als Enklave]: Bet Seon und seine Tochterstädte und Jibleam und seine Tochterstadte, nebst den Bewohnern von Dor und seinen Tochterstädten und den Bewohnern von En Dor und seinen Tochterstädten und den Bewohnern von Taanach und seinen Tochterstadten und den Bewohnern von Megiddo und seinen Tochterstädten, den drei Landschaften.
R. BreuerEs gehörte Menascheh in Issachar und Ascher: Beth-Scheon und seine Tochterstädte, Jibleam und seine Tochterstädte, nebst den Bewohnern von Dor und seinen Tochterstädten, den Bewohnern von En-Dor und seinen Tochterstädten, den Bewohnern von Thaanach und seinen Tochterstädten, und den Bewohnern von Megiddo und seinen Tochterstädten; drei Landschaften.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 11. בות שאן. Vgl. V. 16. Auch בית שן genannt: Sam. I 31, 10. 12; II. 21, 12.
יבלעם. Vgl. Richt. 1, 27; Kön. II. 9, 27. Auch בלעם genannt Chr. I. 6, 55.
דאר — דר. Vgl. 11, 2.
תענך — מגדו. Vgl. 12, 21.
שלשת הנפת. Es ist nicht klar, worauf sich diese Schlußbezeichnung bezieht. Am einfachsten scheint es, sie auf die Gesamtheit der in diesem Verse genannten Städte zu beziehen, die wohl nach drei verschiedenen Richtungen hin auseinanderlagen. Vgl. jedoch Raschi, wo ein Zusammenhang mit 11, 2 konstatiert wird.
12
וְלֹ֤א יָֽכְלוּ֙ בְּנֵ֣י מְנַשֶּׁ֔ה לְהוֹרִ֖ישׁ אֶת־הֶעָרִ֣ים הָאֵ֑לֶּה וַיּ֙וֹאֶל֙ הַֽכְּנַעֲנִ֔י לָשֶׁ֖בֶת בָּאָ֥רֶץ הַזֹּֽאת׃
BernfeldDie Söhne Manasse vermochten nicht [die Einwohner] dieser Städte auszutreiben; der Kanaani setzte es durch, in diesem Lande zu bleiben.
R. BreuerAber die Söhne Menaschehs vermochten diese Städte nicht einzunehmen, und so gelang es dem Kenaani, in diesem Lande wohnen zu bleiben.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 12. ויואל. Vgl. Ex. 2, 21 und Komm. daf.
13
וַיְהִ֗י כִּ֤י חָֽזְקוּ֙ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל וַיִּתְּנ֥וּ אֶת־הַֽכְּנַעֲנִ֖י לָמַ֑ס וְהוֹרֵ֖שׁ לֹ֥א הֽוֹרִישֽׁוֹ׃ {ס}
BernfeldAls jedoch die Kinder Israel erstarkten, da machten sie den Kanaani zinsbar, aber sie trieben ihn nicht aus.
R. BreuerAls jedoch die Söhne Israels erstarkten, da machten sie den Kenaani zinsbar, aber vertrieben haben sie ihn nicht.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 13. Die Erstarkung der Söhne Israels, die zur Einnahme der genannten Städte führte, erfolgte erst zur Zeit der Richter.
14
וַֽיְדַבְּרוּ֙ בְּנֵ֣י יוֹסֵ֔ף אֶת־יְהוֹשֻׁ֖עַ לֵאמֹ֑ר מַדּ֩וּעַ֩ נָתַ֨תָּה לִּ֜י נַחֲלָ֗ה גּוֹרָ֤ל אֶחָד֙ וְחֶ֣בֶל אֶחָ֔ד וַאֲנִ֣י עַם־רָ֔ב עַ֥ד אֲשֶׁר־עַד־כֹּ֖ה בֵּרְכַ֥נִי יְהֹוָֽה׃
BernfeldDie Söhne Josef sprachen zu Josua: Warum hast du mir als Besitz gegeben ein Los und ein Teil, wir sind so zahlreich, denn der Herr hat uns gesegnet.
R. BreuerEs sprachen die Söhne Josefs zu Josua: Warum hast du mir zum Besitz nur ein Loos und nur einen Anteil gegeben, während ich doch ein zahlreiches Volk bin, da mich Gott dermaßen gesegnet hat!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 14. עד וגו'. Eine schwierige Konstruktion. Vgl. Raschi. Vielleicht liegt darin eine Entschuldigung der Unzufriedenheit, die aus dem Anspruche der Söhne Josefs hervortritt. Sie sagen: Glaub nur nicht, daß wir aus purer Habsucht deinen Verteilungsmodus kritisieren. Wir möchten am liebsten schweigen, wie die andern auch. Allein wir können nicht. Unsere Zahl ist größer als die der andern. Ja, unser Stamm ist so groß, עד אשר עד כה ברכני ד', daß es beinahe scheint, daß uns Gott nur deswegen so zahlreich werden ließ, damit wir mit besonderen Ansprüchen an dich herantreten. — Vielleicht soll das schiefe Verhältnis, in welchem die Größe des Stammes zum Umfang des auf ihn entfallenden Teiles stand, auch durch den Wechsel des Numerus (וידברו בני יוסף — נתתה לי — ואני עם רב — ברכני) angedeutet werden: der Plural muß sich zur Winzigkeit des Singulars bequemen.
15
וַיֹּ֨אמֶר אֲלֵיהֶ֜ם יְהוֹשֻׁ֗עַ אִם־עַם־רַ֤ב אַתָּה֙ עֲלֵ֣ה לְךָ֣ הַיַּ֔עְרָה וּבֵרֵאתָ֤ לְךָ֙ שָׁ֔ם בְּאֶ֥רֶץ הַפְּרִזִּ֖י וְהָרְפָאִ֑ים כִּי־אָ֥ץ לְךָ֖ הַר־אֶפְרָֽיִם׃
BernfeldJosua erwiderte ihnen: Wenn ihr so zahlreich seid, so gehet hinauf in den Wald und rode dir dort aus im Lande des Perisi und der Refaim, wenn dir eng ist das Gebirge Efraim.
R. BreuerJosua erwiderte ihnen: Wenn du ein zahlreiches Volk bist, dann steige hinauf in den Wald und rode dir dort aus im Lande des Perisi und der Rephaim, wenn dir zu eng ist das Gebirge Ephraim.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 15. Vgl. die Ausführungen des Kommentars zu Lev. 25, 34 über das Verhältnis von Stadt und Land. „. . . . Offenbar wird nämlich durch diese Bestimmungen die möglichste Erhaltung einer „mit Landbau sich beschäftigenden städtischen Bevölkerung“ als überwiegender Grundtypus der Nation in den Vordergrund gestellt und dem Anwachs der Städte zu vom Lande abgelösten Großstädten Hindernis in den Weg gelegt. Es können sich die vorhandenen Städte nicht über deren Flurraum hinaus auf Kosten des Baulandes, ja nicht einmal auf Kosten ihres (ganzen?) Flurraumes erweitern, und es kann überhaupt kein Bauland in Stadtgebiet umgewandelt werden. Bei einer Überfüllung müssen neue Städte da angelegt werden, wo bis jetzt kein Bauland war, wie z. B. Josua Kap. 17, 15 bis 18 den Söhnen Josephs die Lichtung von Gebirgswaldungen zur Anlegung neuer Städte empfahl.“
ובראת. „ברא. Die verwandten Wurzeln. . . . die sämtlich ein Hinausstreben und Hinaustreten aus einer Innerlichkeit oder einer Gebundenheit bedeuten, ergeben für ברא ebenfalls den Begriff des Hinaussetzens in die Äußerlichkeit; heißt ja auch chaldäisch ברא ohne weiteres das Draußenseiende, draußen. . . . Auch das ובראת לך שם ובראתו (Josua 17, 15, 18) dürfte sagen: schaffe dir dort Raum, daß du dich ausdehnen kannst. Oder es hängt mit dem chald. Begriff ברא, das Draußenseiende, das Freie, das Weite zusammen und heißt dann: mache dir den Wald zum freien Raum. וברא אותהן בחרבותם (Ezech. 23, 47) heißt wohl nicht durchbohren, sondern aufschlitzen, so daß die sonst verhüllten Eingeweide frei und offen werden. Insofern kann auch das ברא vom Walde: frei machen, lichten bedeuten, die bis dahin in Waldesdickicht verborgenen Stellen zugänglich machen.“ (Kom. Gen. 1, 1).
16
וַיֹּֽאמְרוּ֙ בְּנֵ֣י יוֹסֵ֔ף לֹא־יִמָּ֥צֵא לָ֖נוּ הָהָ֑ר וְרֶ֣כֶב בַּרְזֶ֗ל בְּכׇל־הַֽכְּנַעֲנִי֙ הַיֹּשֵׁ֣ב בְּאֶרֶץ־הָעֵ֔מֶק לַאֲשֶׁ֤ר בְּבֵית־שְׁאָן֙ וּבְנוֹתֶ֔יהָ וְלַאֲשֶׁ֖ר בְּעֵ֥מֶק יִזְרְעֶֽאל׃
BernfeldDie Söhne Josef sprachen: Das Gebirge wird für uns nicht ausreichen; und eiserne Wagen gibt es bei dem Kanaani, der im Tal-Lande wohnt, bei denen in Bet Seon und seinen Tochterstädten und denen im Tale Israel, [wir können ihn nicht besiegen].
R. BreuerDa sprachen die Söhne Josefs: Das Gebirge wird für uns nicht ausreichen, und eiserne Wagen giebt es beim Kenaani durchweg, der im Tieflande wohnt, bei denen in Beth-Schean und seinen Tochterstädten und denen im Tale Jisreel.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 16. Josuas Rat erscheint unannehmbar im Hinblick auf die geringe Ausdehnung des Gebirges, das eine so große Menschenmenge, wie sie die Söhne Josephs darstellten, nicht zu fassen vermöge und im Hinblick auf die bedrohliche Nähe der umliegenden, schwerbewaffneten Feinde.
ימצא. Vgl. Num. 11, 22.
17
וַיֹּ֤אמֶר יְהוֹשֻׁ֙עַ֙ אֶל־בֵּ֣ית יוֹסֵ֔ף לְאֶפְרַ֥יִם וְלִמְנַשֶּׁ֖ה לֵאמֹ֑ר עַם־רַ֣ב אַתָּ֗ה וְכֹ֤חַ גָּדוֹל֙ לָ֔ךְ לֹֽא־יִֽהְיֶ֥ה לְךָ֖ גּוֹרָ֥ל אֶחָֽד׃
BernfeldJosua erwiderte dem Hause Josefs, Efraim und Manasse, also: Ihr seid zahlreich und habt auch viel Kraft, gewiss wird euch ein Los nicht genügen; du hast große Kraft, also sollst du nicht ein Los haben.
R. BreuerJosua erwiderte dem Hause Josefs, Ephraim und Menascheh: du bist ein großes Volk und hast viel Kraft, du wirst nicht nur ein Loos haben.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 17—18. Energisch weist Josua ihre Bedenken zurück. Das Gebirge ist euch zu klein? Rodet nur seine Waldungen aus und vertreibt zugleich ringsum den Feind, dann werden auch die „Ausgänge“ des Gebirges, das angrenzende Land und was dazu gehört, in euere Hände fallen. Den Kenaani fürchtet ihr? Schämt ihr euch nicht? Ihr sagt ja selbst, wie zahlreich ihr seid (mit vielem Bedacht wird in der Antwort Josuas das „Haus Josefs“ schon durch die Apposition לאפרים ולמנשה andeutungsweise in seiner Größe charakterisirt), und nicht nur zahlreich seid ihr, וכח גדול לך, auch eure Kraft ist wahrlich groß genug, um den „eisernen Wagen“ des „starken“ Kenaani heldenmütig standzuhalten.
18
כִּ֣י הַ֤ר יִֽהְיֶה־לָּךְ֙ כִּֽי־יַ֣עַר ה֔וּא וּבֵ֣רֵאת֔וֹ וְהָיָ֥ה לְךָ֖ תֹּצְאֹתָ֑יו כִּֽי־תוֹרִ֣ישׁ אֶת־הַֽכְּנַעֲנִ֗י כִּ֣י רֶ֤כֶב בַּרְזֶל֙ ל֔וֹ כִּ֥י חָזָ֖ק הֽוּא׃ {פ}
BernfeldIhr habet Gebirge, welche waldreich sind, rode sie aus, und dein werden seine Lichtungen, treibe auch den Kanaani aus, ob er auch eiserne Wagen habe, wie stark er auch sei.
R. BreuerDenn ein Gebirge fällt dir zu, welches waldreich ist, rode es aus, und dein werden seine Ausgänge; denn vertreiben wirst du den Kenaani, ob er auch eiserne Wagen habe, wie stark er auch sei.