Jehoschua 14 יהושע

Buch: Kapitel: Vers:
Übersetzung:
Haftarot in diesem Kapitel: Wajigasch
1
וְאֵ֛לֶּה אֲשֶׁר־נָחֲל֥וּ בְנֵֽי־יִשְׂרָאֵ֖ל בְּאֶ֣רֶץ כְּנָ֑עַן אֲשֶׁ֨ר נִחֲל֜וּ אוֹתָ֗ם אֶלְעָזָ֤ר הַכֹּהֵן֙ וִיהוֹשֻׁ֣עַ בִּן־נ֔וּן וְרָאשֵׁ֛י אֲב֥וֹת הַמַּטּ֖וֹת לִבְנֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
BernfeldDies bekamen die Kinder Israel im Lande Kanaan zum Anteil, das ihnen der Priester Elasar und Josua Sohn Nuns und die Häupter der Stammhäuser der Kinder Israel zuteilten.
R. BreuerUnd dieses ist's, was die Söhne Israels im Lande Kenaan zum Anteil bekamen, was ihnen der Priester Eleasar und Josua, Sohn Nuns, und die Häupter der Stammhäuser der Söhne Israels zuteilten.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

Kap. 14. V. 1. Vgl. Num. 34, 17 und Komm. das.: „Unter Elasars und Josuas Aufsicht und Leitung als Vertreter der Gesamtheit soll jeder Stammesfürst „für seinen Stamm“ den demselben zugewiesenen Landesteil „in Besitz nehmen“ und dessen entsprechende Verteilung unter die Familien und erbberechtigten Männer vollziehen.“

2
בְּגוֹרַ֖ל נַחֲלָתָ֑ם כַּאֲשֶׁ֨ר צִוָּ֤ה יְהֹוָה֙ בְּיַד־מֹשֶׁ֔ה לְתִשְׁעַ֥ת הַמַּטּ֖וֹת וַחֲצִ֥י הַמַּטֶּֽה׃
BernfeldNach dem Lose ihres Anteils, wie der Herr geboten durch Mose, den neun Stämmen und dem halben Stamme zu geben.
R. BreuerDurch das Los ward ihnen der Anteil, wie Gott durch Moscheh befohlen für die neun Stämme und den halben Stamm.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 2. Die Verteilung sollte nicht „durch gegenseitiges Kompromiß oder durch Entscheidung der nationalen Autorität, sondern על פי בגורל und גרל (V. 56) unter Mitwirkung eines von אורים ותומים-Ausspruch bestätigten Loses erzielt und festgestellt werden (Baba bathra 122 a).“ (Komm. Num. 26, 55).

V. 3 f. Die beiden Verse erklären die Schlußworte des zweiten Verses: לְתשעת המטות וחצי המטה. Das westjordanische Land wurde an 9½ Stämme verteilt. Denn von den 12 Stämmen scheiden die 2½ Stämme aus, deren Besitztum im ostjordanischen Lande lag. Bleiben also 9½ Stämme. Nun scheidet aber auch der Stamm Levi aus und es wären blos 8½ Stämme, wenn nicht der Stamm Josef infolge der Gleichberechtigung von Menascheh und Ephraim (Gen. 48, 5) zwei Stämme bildete, sodaß es also doch 9½ Stämme sind, die sich westlich vom Jarden niederließen.

ולא נתנו וגו'. Vgl. Num. 35, 1 ff.

ומגרשיהם. Vgl. Komm. das. und zu Lev. 25, 34.

למקניהם ולקנינם. Num. a. a. O.: ומגרשיהם יהיו לבהמתם ולרכשם ולכל חיתם. Demnach bedeutet למקניהם: לבהמתם und ולקנינם: ולרכשם ולכל חיתם.

3
כִּֽי־נָתַ֨ן מֹשֶׁ֜ה נַחֲלַ֨ת שְׁנֵ֤י הַמַּטּוֹת֙ וַחֲצִ֣י הַמַּטֶּ֔ה מֵעֵ֖בֶר לַיַּרְדֵּ֑ן וְלַ֨לְוִיִּ֔ם לֹא־נָתַ֥ן נַחֲלָ֖ה בְּתוֹכָֽם׃
BernfeldDenn Mose hatte den Anteil der zwei Stämme und des halben Stammes jenseits des Jordan gegeben, aber den Leviten hatte er keinen Anteil gegeben unter ihnen.
R. BreuerDenn Moscheh hatte den Anteil der zwei Stämme und des halben Stammes jenseits des Jarden gegeben, aber den Leviten hatte er keinen Anteil gegeben unter ihnen.
4
כִּֽי־הָי֧וּ בְנֵֽי־יוֹסֵ֛ף שְׁנֵ֥י מַטּ֖וֹת מְנַשֶּׁ֣ה וְאֶפְרָ֑יִם וְלֹֽא־נָתְנוּ֩ חֵ֨לֶק לַלְוִיִּ֜ם בָּאָ֗רֶץ כִּ֤י אִם־עָרִים֙ לָשֶׁ֔בֶת וּמִ֨גְרְשֵׁיהֶ֔ם לְמִקְנֵיהֶ֖ם וּלְקִנְיָנָֽם׃
BernfeldDie Söhne Josefs waren zwei Stämme, Manasse und Efraim. Aber sie hatten den Leviten keinen Teil vom Lande gegeben nur Städte zum Wohnen und deren Bezirke für ihre Herden und ihre Habe.
R. BreuerDenn die Söhne Josefs waren zwei Stämme, Menascheh und Ephrajim, und man gab den Leviten keinen Anteil am Lande, sondern nur Städte zum Wohnen und ihre Weichbilde für ihre Herden und ihre Habe.
5
כַּאֲשֶׁ֨ר צִוָּ֤ה יְהֹוָה֙ אֶת־מֹשֶׁ֔ה כֵּ֥ן עָשׂ֖וּ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל וַֽיַּחְלְק֖וּ אֶת־הָאָֽרֶץ׃ {פ}
BernfeldWie der Herr Mose geboten, so taten die Kinder Israel und teilten das Land.
R. BreuerWie Gott Moscheh befohlen hatte, so handelten die Söhne Israels und verteilten das Land.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 5. Der Verteilungsmodus entsprach vollkommen den göttlichen Weisungen an Moscheh, wie sie Num. 26, 52 ff. niedergelegt sind.

Haftarah Wajigasch Romanioten und Karäer beginnen hier.
6
וַיִּגְּשׁ֨וּ בְנֵי־יְהוּדָ֤ה אֶל־יְהוֹשֻׁ֙עַ֙ בַּגִּלְגָּ֔ל וַיֹּ֣אמֶר אֵלָ֔יו כָּלֵ֥ב בֶּן־יְפֻנֶּ֖ה הַקְּנִזִּ֑י אַתָּ֣ה יָדַ֡עְתָּ אֶֽת־הַדָּבָר֩ אֲשֶׁר־דִּבֶּ֨ר יְהֹוָ֜ה אֶל־מֹשֶׁ֣ה אִישׁ־הָאֱלֹהִ֗ים עַ֧ל אֹדוֹתַ֛י וְעַ֥ל אֹדוֹתֶ֖יךָ בְּקָדֵ֥שׁ בַּרְנֵֽעַ׃
BernfeldEs traten die Söhne Jehuda zu Josua in Gilgal, und es sprach zu ihm Kaleb, Sohn Jefunnes der Kenisi: Du kennst das Wort, das der Herr geredet hat zu Mose, dem Manne Gottes, wegen meiner und wegen deiner in Kades Barnea.
R. BreuerEs traten die Söhne Judas zu Josua in Gilgal und es sprach zu ihm Kaleb, Sohn Jefunnes, der Kenisi: Du kennst das Wort, das Gott geredet hat zu Moscheh, dem Gottesmanne, wegen meiner und wegen deiner in Kadesch Barnea.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 6. בני יהודה. Daß die Söhne Judas die Initiative ergriffen, um den Anspruch Kalebs bei Josua zur Geltung zu bringen, zu unterstützen, dürfte sich aus dem bescheidenen Edelsinn des Kenisi erklären, der lange gezögert haben mochte, bis er dem Drängen seiner Freunde nachgab, um Josua an das in der Kundschafterzeit von Moses gegebene Versprechen zu erinnern.

הדבר אשר דבר וגו'. Vgl. Num. 14, 20 ff.; 32, 10 ff.

על אדותי ועל אדותיך. Die Voranstellung der eigenen Person klingt wenig bescheiden. Doch vgl. Deut. 1, 36, wo Moses Kalebs als des Einzigen gedenkt, „der von den Kundschaftern in den Besitz des Landes kommen sollte .... Es scheint, als ob Josuas bei dieser Sendung bewährte Treue von einem unmittelbaren Jünger Moses zu sehr sich gleichsam von selbst verstand, als daß sie ebenso wie Kalebs besonders hervorgehoben hätte werden sollen. Ganz dieser Stellung gemäß, sehen wir auch 4. B. M. 13, 30 Kaleb allein für Moses dem Volke gegenüber in die Schranken treten, und wenn daselbst 14, 6 Josua und Kaleb das aufgeregte Volk von Empörung gegen Gott abzuhalten und seinen Kleinmut in hingebendes Vertrauen zu verwandeln versuchen und infolge dieses ihres männlichen Auftretens fast vom Volke gesteinigt worden sind, so wird daselbst V. 24 doch nur Kalebs gedacht, der durch seine Treue sich des Besitzes des Landes würdig gemacht, obgleich schließlich V. 30 daselbst beide als die einzig Überbleibenden des damaligen Geschlechts genannt werden. Auch hier bleibt Josuas bewiesene Botschaftertreue unerwähnt, und seines Hineinkommens ins Land wird nur im Zusammenhang mit seiner Stellung als Diener Moses und seiner Bestimmung zu dessen Nachfolger gedacht.“ (Komm. das.) Wenn hier darum Kaleb des Gotteswortes an Moses zunächst על אדותי und erst im Zusammenhang damit auch ועל אדותיך gedenkt, so stimmt diese Hervorhebung der eigenen Person nicht nur mit den geschichtlichen Tatsachen überein, sie offenbart auch zugleich ein edles Zartgefühl, dem es zuwider ist, „Josuas bewiesene Botschaftertreue“ — und noch dazu im Angesichte Josuas — anders als nur so nebenher zu erwähnen.

7
בֶּן־אַרְבָּעִ֨ים שָׁנָ֜ה אָנֹכִ֗י בִּ֠שְׁלֹ֠חַ מֹשֶׁ֨ה עֶבֶד־יְהֹוָ֥ה אֹתִ֛י מִקָּדֵ֥שׁ בַּרְנֵ֖עַ לְרַגֵּ֣ל אֶת־הָאָ֑רֶץ וָאָשֵׁ֤ב אֹתוֹ֙ דָּבָ֔ר כַּאֲשֶׁ֖ר עִם־לְֽבָבִֽי׃
BernfeldVierzig Jahre alt war ich, da Mose der Knecht des Herrn mich ausschickte von Kades Barnea, auszukundschaften das Land, und ich brachte ihm einen Bescheid, wie mir ums Herz war.
R. BreuerVierzig Jahre war ich alt, als Moscheh, der Diener Gottes, mich von Kadesch Barnea fortschickte, um das Land auszukundschaften, und ich erstattete ihm Bericht, wie es mir ums Herz war.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 7. כאשר עם לבבי. Vgl. Num. 14, 6 ff. In diesem כאשר עם לבבי zittert noch nach 45 Jahren (vgl. V. 10) die heftige Gemütsbewegung nach, in welcher Josua und Kaleb im Anblick des verzagten Volkes ihre Kleider zerrissen und ihr scharfes Mahnwort אך בד' אל תמרדו וגו' sprachen.

8
וְאַחַי֙ אֲשֶׁ֣ר עָל֣וּ עִמִּ֔י הִמְסִ֖יו אֶת־לֵ֣ב הָעָ֑ם וְאָנֹכִ֣י מִלֵּ֔אתִי אַחֲרֵ֖י יְהֹוָ֥ה אֱלֹהָֽי׃
BernfeldAber die Andern, die mit mir gegangen waren, machten das Herz des Volks zag, nur ich war ganz nach dem Sinne des Herrn meines Gottes.
R. BreuerMeine Brüder aber, die mit mir hinaufgezogen waren, machten das Herz des Volkes verzagt, nur ich erfüllte, Gott, meinem Gotte nachfolgend, meine Pflicht.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 8. המסיו וגו'. Vgl. Deut. 1, 28.

מלאתי וגו'. Vgl. Num. 14, 24; 32, 12 und Komm. das.

9
וַיִּשָּׁבַ֣ע מֹשֶׁ֗ה בַּיּ֣וֹם הַהוּא֮ לֵאמֹר֒ אִם־לֹ֗א הָאָ֙רֶץ֙ אֲשֶׁ֨ר דָּרְכָ֤ה רַגְלְךָ֙ בָּ֔הּ לְךָ֨ תִהְיֶ֧ה לְנַחֲלָ֛ה וּלְבָנֶ֖יךָ עַד־עוֹלָ֑ם כִּ֣י מִלֵּ֔אתָ אַחֲרֵ֖י יְהֹוָ֥ה אֱלֹהָֽי׃
BernfeldMose schwur an jenem Tage also: Das Land, worauf dein Fuß getreten, dir und deinen Söhnen zum Erbe wird es sein auf ewig! denn du warst ganz nach dem Sinne des Herrn, meines Gottes.
R. BreuerMoscheh schwur an jenem Tage also: Das Land, das dein Fuß betreten hat, soll dir und deinen Nachkommen für ewig gehören, denn du hast, Gott, meinem Gotte, nachfolgend, deine Pflicht erfüllt.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 9. Vgl. Num. 13, 22: ויעלו בנגב ויבא עד חברון und Komm. das.: „Der Singular ויבא ist auffallend. Nach Sota 34 b bezieht man es auf Kaleb, der allein dorthin gegangen wäre, um auf dem Grabe der Väter sich Widerstandskraft gegen das Vorhaben seiner Gefährten zu erflehen, und findet eine Bestätigung darin, daß von ihm 5. B. M. 1, 36 gesagt ist: ולו אתן את הארץ אשר דרך בה, und in der Tat ihm Chebron zuteil geworden . . . .“

10
וְעַתָּ֗ה הִנֵּה֩ הֶחֱיָ֨ה יְהֹוָ֥ה ׀ אוֹתִי֮ כַּאֲשֶׁ֣ר דִּבֵּר֒ זֶה֩ אַרְבָּעִ֨ים וְחָמֵ֜שׁ שָׁנָ֗ה מֵ֠אָ֠ז דִּבֶּ֨ר יְהֹוָ֜ה אֶת־הַדָּבָ֤ר הַזֶּה֙ אֶל־מֹשֶׁ֔ה אֲשֶׁר־הָלַ֥ךְ יִשְׂרָאֵ֖ל בַּמִּדְבָּ֑ר וְעַתָּה֙ הִנֵּ֣ה אָנֹכִ֣י הַיּ֔וֹם בֶּן־חָמֵ֥שׁ וּשְׁמֹנִ֖ים שָׁנָֽה׃
BernfeldDer Herr hat mich leben lassen, wie er geredet, diese fünf und vierzig Jahre, seitdem der Herr das Wort geredet zu Mose, da Israel in der Wüste umherzog; heut bin ich fünf und achtzig Jahre alt.
R. BreuerUnd nun hat mich Gott am Leben erhalten, wie er gesagt hat, diese fünfundvierzig Jahre, seitdem Gott dieses Wort zu Moscheh gesprochen hat, während Israel in der Wüste umherzog, und nun bin ich heute fünfundachtzig Jahre alt.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 10. Wie redselig Kaleb wird! Er schwelgt förmlich in der Erinnerung an die für ihn so rühmliche Vergangenheit; und er möchte zugleich in edlem Zartgefühl (vgl. das zu V. 6 Bemerkte) durch die Weitschweifigkeit seiner Rede ein wenig Zeit gewinnen, um nicht sofort mit seinem Anspruch auf Hebron vorzutreten. Zugleich erfahren wir aus Kalebs gemütlichem chronologischem Rückblick, in wieviel Jahren die Eroberung des Landes erfolgt. Im zweiten Jahre der vierzigjährigen Wüstenwanderung wurden die Kundschafter entsandt. 40 — 2 = 38; 45 — 38 = 7. Das Land wurde demnach in einem Zeitraum von sieben Jahren erobert.

11
עוֹדֶ֨נִּי הַיּ֜וֹם חָזָ֗ק כַּֽאֲשֶׁר֙ בְּי֨וֹם שְׁלֹ֤חַ אוֹתִי֙ מֹשֶׁ֔ה כְּכֹ֥חִי אָ֖ז וּכְכֹ֣חִי עָ֑תָּה לַמִּלְחָמָ֖ה וְלָצֵ֥את וְלָבֽוֹא׃
BernfeldIch bin aber heute noch rüstig, wie am Tage, da Mose mich ausgeschickt; wie meine Kraft damals, so ist meine Kraft jetzt zum Kriege, um auszuziehen und einzuziehen.
R. BreuerIch bin heute noch rüstig wie damals, als Moscheh mich aussandte; wie meine Kraft damals, so ist meine Kraft noch jetzt zum Kriege, um auszugehen und um einzugehen.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 11. Nichts haben die Jahre gegen meinen Jugendmut vermocht. Noch heute, wenn mich der Ruf eines Moses träfe, zauderte ich keinen Augenblick zu tun, was mir die Pflicht geböte. Nicht in die Hand eines gebrechlichen Greises, der es nicht zu erkämpfen und zu behaupten wüßte, legst du das mir verheißene Land.

ולצאת ולבוא. „יצא ובא לפני“ bezeichnet durchaus nicht nur die Heeresführung im Kriege. Als Salomo sich zur Erfüllung seiner Königspflichten ein לב שמע לשפט את עמו להבין בין טוב לרע erbat, ohne welches er zur Erfüllung seiner Obliegenheiten unfähig wäre, da bezeichnet er diese Unfähigkeit: ואנכי נער קטן לא אדע צאת ובא (Kön. I. 3, 7 und 9). יצא ובא ist somit Ausdruck für die Gesamtwirksamkeit eines an die Spitze eines Volkes gestellten Mannes. Ja, Josua 14, 11 unterscheidet Kaleb offenbar מלחמה von לצאת ולבא, er sagt: ככחי אז וככחי עתה למלחמה ולצאת ולבא und faßt somit unter לצאת ולבא außer der Kriegstüchtigkeit noch überhaupt die Fähigkeit zu öffentlicher Wirksamkeit jeder Art . . .“ (Komm. Num. 27, 17)

12
וְעַתָּ֗ה תְּנָה־לִּי֙ אֶת־הָהָ֣ר הַזֶּ֔ה אֲשֶׁר־דִּבֶּ֥ר יְהֹוָ֖ה בַּיּ֣וֹם הַה֑וּא כִּ֣י אַתָּֽה־שָׁמַ֩עְתָּ֩ בַיּ֨וֹם הַה֜וּא כִּֽי־עֲנָקִ֣ים שָׁ֗ם וְעָרִים֙ גְּדֹל֣וֹת בְּצֻר֔וֹת אוּלַ֨י יְהֹוָ֤ה אוֹתִי֙ וְה֣וֹרַשְׁתִּ֔ים כַּאֲשֶׁ֖ר דִּבֶּ֥ר יְהֹוָֽה׃
BernfeldUnd nun gib mir diesen Berg, von dem der Herr gesprochen an jenem Tage, denn du hast gehört an jenem Tage, dass Anakim daselbst wohnen und dass es große und feste Städte sind. Vielleicht ist der Herr mit mir und ich treibe sie aus, wie der Herr geredet.
R. BreuerUnd nun gieb mir dieses Gebirgs(land), von dem Gott damals sprach; du selbst hast ja damals gehört, daß Anakim daselbst wohnen und daß es große und feste Städte sind. Vielleicht ist Gott mit mir, sodaß ich sie vertreiben kann, wie Gott gesprochen hat.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 12. Vgl. Num. 13, 23 ff.

אולי. Es klingt ein wenig Ironie aus diesem אולי: willst du's vielleicht versuchen, Hebron durch andere erobern zu lassen, als durch den, der im Sinne der göttlichen Verheißung Anspruch darauf hat? Soll etwa das Land der Anakim und der festen Städte wieder einmal zur Untreue gegen Gott und zum Erregen seines Zornes Anlaß geben?

את ההר הזה. Die Umgebung von Hebron. Die Stadt selbst war ja schon von Josua erobert (10, 37) und fiel als עיר מקלט den Leviten zu (21, 11).

13
וַֽיְבָרְכֵ֖הוּ יְהוֹשֻׁ֑עַ וַיִּתֵּ֧ן אֶת־חֶבְר֛וֹן לְכָלֵ֥ב בֶּן־יְפֻנֶּ֖ה לְנַחֲלָֽה׃
BernfeldJosua segnete ihn und gab Hebron dem Kaleb, Sohn Jefunnes, zum Anteil.
R. BreuerJosua segnete ihn, und er gab Hebron dem Kaleb, dem Sohne Jefunnes, zum Anteil.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 13. Schweigend hatte Josua Kaleb ausreden lassen. Nachdem er geendet hatte, bestritt er ihm nicht nur seinen Anspruch nicht, vielmehr segnete er ihn, wünschte er ihm Glück zu dem geplanten Unternehmen. Die ברכה sprach er als Freund zum Freunde: ויברכהו, er segnete „ihn“. In der zweiten Satzhälfte wird Kalebs ganzer Name noch einmal ausdrücklich genannt, ויתן את חברון לכלב בן יפנה לנחלה: die Übergabe Hebrons an Kaleb war kein freundschaftlicher Liebesdienst, sondern eine Amtshandlung, die mit allen Formalitäten eines offiziellen Aktes geschah.

14
עַל־כֵּ֣ן הָיְתָֽה־חֶ֠בְר֠וֹן לְכָלֵ֨ב בֶּן־יְפֻנֶּ֤ה הַקְּנִזִּי֙ לְֽנַחֲלָ֔ה עַ֖ד הַיּ֣וֹם הַזֶּ֑ה יַ֚עַן אֲשֶׁ֣ר מִלֵּ֔א אַחֲרֵ֕י יְהֹוָ֖ה אֱלֹהֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
BernfeldDaher blieb Hebron dem Kaleb, Sohn Jefunnes, dem Kenisi, zum Anteil bis auf diesen Tag, dafür, dass er ganz war nach dem Sinn des Herrn, des Gottes Israels.
R. BreuerDaher blieb Hebron dem Kaleb, dem Sohne Jefunnes, dem Kenisi, zum Anteil bis auf diesen Tag, weil er, Gott, dem Gotte Israels, nachfolgend, seine Pflicht erfüllt hatte.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 14. Noch einmal wird ausdrücklich betont, daß Hebron nur in Anerkennung seiner Verdienste in der Kundschafterzeit Kaleb zum Anteil wurde und auch in diesem Sinne als Erbgut Kalebs im Gedächtnis der Nachwelt haften blieb bis auf diesen Tag.

15
וְשֵׁ֨ם חֶבְר֤וֹן לְפָנִים֙ קִרְיַ֣ת אַרְבַּ֔ע הָאָדָ֧ם הַגָּד֛וֹל בָּעֲנָקִ֖ים ה֑וּא וְהָאָ֥רֶץ שָֽׁקְטָ֖ה מִמִּלְחָמָֽה׃ {פ}
BernfeldDer Name Hebrons war vordem Kirjat Arba; der war der größte Mensch unter den Anakim. Das Land ruhete nun vom Kriege.
R. BreuerDer Name Hebrons war früher Kirjath Arba; dieser war der größte Mensch unter den Anakim. — Das Land aber hatte Ruhe vom Kriege.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 15. Josua 15, 13 wird der Vater der Anakim „ארבע genannt, ארבע אבי הענק, woher Chebrons ursprünglicher Name קרית ארבע, und daselbst 14, 15 wird dieser Arba האדם הגדול בענקים, der Riese unter den Riesen genannt. Dessen unmittelbare Nachkommen wohnten daher noch in Chebron. . . . . Der Name קרית ארבע, den es früher trug, weist darauf hin, daß er von ארבע, dem riesigen Ahn des Riesengeschlechtes gebaut war und bezeichnet קריה „eine stark befestigte Stadt. Vergl. 5. B. M. 2, 36 לא היתה קריה אשר שגבה ממנו. Chebron bot daher den Anblick einer aus uralter Zeit herüberragenden, mit großem Fleiße von Riesenhänden aufgebauten gewaltigen Burg, und erhöhte somit den überwältigenden Eindruck, den seine riesigen Bewohner auf den Ankömmling machten.“ (Komm. Num. 13, 22)

והארץ שקטה ממלחמה. Vgl. 11, 23. Während um Hebron noch Kämpfe bevorstanden, hatte das übrige Land bereits Ruhe vom Kriege, sodaß die Verteilung ungestört vor sich gehen konnte.

Kap. 15. V. 1 ist die Einleitung zur Grenzbestimmung des Gebietes der Söhne Judas in V. 2—12.

למשפחתם. „…. Das Land soll demnach so verteilt werden, daß jeder Stamm, und in jedem Stamm jede Familie, und in der Familie jedes zwanzig Jahre alte männliche Individuum sein kenntlich gesondertes eigenes Gebiet erhalte. So tritt auch überall sofort bei der Verteilung unter Josua die Norm למשפחתם bei jedem Stamme hervor (Josua 15) und sind שמיטין und יובל dadurch bedingt, daß nicht nur das Land im allgemeinen in Besitz genommen und etwa auch nach Stämmen verteilt, sondern daß diese Verteilung bis auf Familien und Familienhäupter und Individuen vollzogen worden …“ (Komm. Num. 26, 53)

מדבר צן. „Aus der Grenzbeschreibung des Landes Kap. 34 ist ersichtlich, daß die Wüste Zin die südöstliche Grenze bildet. Daselbst V. 3 heißt es: פאת נגב ממדבר צין על ידי אדום.“ (Komm. Num. 13, 21.)

Haftarah Wajigasch Karäer enden hier.