1
וַיְהִי֩ כִשְׁמֹ֨עַ אֲדֹנִי־צֶ֜דֶק מֶ֣לֶךְ יְרוּשָׁלַ֗͏ִם כִּֽי־לָכַ֨ד יְהוֹשֻׁ֣עַ אֶת־הָעַי֮ וַיַּחֲרִימָהּ֒ כַּאֲשֶׁ֨ר עָשָׂ֤ה לִֽירִיחוֹ֙ וּלְמַלְכָּ֔הּ כֵּן־עָשָׂ֥ה לָעַ֖י וּלְמַלְכָּ֑הּ וְכִ֨י הִשְׁלִ֜ימוּ יֹשְׁבֵ֤י גִבְעוֹן֙ אֶת־יִשְׂרָאֵ֔ל וַיִּֽהְי֖וּ בְּקִרְבָּֽם׃
BernfeldAlls Adoni-Zedek König von Jernsalem hörte, dass Josua Ai eingenommen und es gebannt, — wie er Jericho und seinem König getan, also tat er Ai und seinem König, — und dass die Bewohner Gibeons mit Israel Frieden gemacht und mitten unter ihnen geblieben;
R. BreuerAls Adoni-Zedek, König von Jerusalem, hörte, daß Josua Ai eingenommen und es gebannt — wie er Jericho und seinem Könige getan, also tat er Ai und seinem Könige — und daß die Bewohner Gibeons mit Jisrael Frieden gemacht und nun in ihrer Mitte weilten,
2
וַיִּֽירְא֣וּ מְאֹ֔ד כִּ֣י עִ֤יר גְּדוֹלָה֙ גִּבְע֔וֹן כְּאַחַ֖ת עָרֵ֣י הַמַּמְלָכָ֑ה וְכִ֨י הִ֤יא גְדוֹלָה֙ מִן־הָעַ֔י וְכׇל־אֲנָשֶׁ֖יהָ גִּבֹּרִֽים׃
BernfeldDa fürchteten sie sich sehr; weil Gibeon eine große Stadt war, wie eine der königlichen Städte [Gibeon war augenscheinlich Republik, weshalb es sich gleich unterwarf.], und weil sie größer war als Ai und ihre Männer waren als tapfer [bekannt].
R. Breuerda fürchteten sie sich sehr, denn eine große Stadt war Gibeon wie eine der Königsstädte, und weil sie größer war als Ai und alle ihre Männer Helden waren.
3
וַיִּשְׁלַ֨ח אֲדֹנִי־צֶ֜דֶק מֶ֣לֶךְ יְרוּשָׁלַ֗͏ִם אֶל־הוֹהָ֣ם מֶֽלֶךְ־חֶ֠בְר֠וֹן וְאֶל־פִּרְאָ֨ם מֶלֶךְ־יַרְמ֜וּת וְאֶל־יָפִ֧יעַ מֶלֶךְ־לָכִ֛ישׁ וְאֶל־דְּבִ֥יר מֶלֶךְ־עֶגְל֖וֹן לֵאמֹֽר׃
BernfeldAdoni-Zedek König von Jerusalem schickte zu Hoham König von Hebron, und zu Piream König von Jarmut, zu Jafia König von Lachisch, und zu Debir König von Eglon und sprach:
R. BreuerAdoni-Zedek, König von Jerusalem, sandte zu Hoham, König von Hebron, und zu Piream, König von Jarmuth, zu Jafia, König von Lachisch, und zu Debir, König von Eglon, mit dem Auftrag:
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 3. Dieser Satz ist nach seiner Konstruktion nicht, wie der vorige, abhängig von וישלח in V. 1. Es wird einfach gesagt, daß der Kanaani im Osten und Westen, der Emori usw. auf dem Gebirge und der Chiwi am Fuße des Hermon wohnte und damit wohl angedeutet, daß diese Völkerschaften eines besonderen Aufrufs zum Kampfe seitens Jabins nicht bedurften, vielmehr sofort zum Feldzuge bereit waren, als die erste Kunde von den im Norden sich vorbereitenden Ereignissen zu ihnen gedrungen war.
והחוי תחת חרמון. Aus V. 19 und 9, 7 ist ersichtlich, daß der Chiwi in Gibeon wohnte. Ein Teil dieses Volksstammes scheint, wie der vorliegende Vers beweist, am Fuße des Hermons ansässig gewesen zu sein.
4
עֲלוּ־אֵלַ֣י וְעִזְרֻ֔נִי וְנַכֶּ֖ה אֶת־גִּבְע֑וֹן כִּי־הִשְׁלִ֥ימָה אֶת־יְהוֹשֻׁ֖עַ וְאֶת־בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
BernfeldKommt und steht mir bei, dass wir Gibeon züchtigen, weil es Friede gemacht mit Josua und den Kindern Israel.
R. BreuerZieht herauf zu mir und helft mir, daß wir Gibeon schlagen, denn Frieden hat es geschlossen mit Josua und den Söhnen Jisraels.
5
וַיֵּאָסְפ֨וּ וַֽיַּעֲל֜וּ חֲמֵ֣שֶׁת ׀ מַלְכֵ֣י הָאֱמֹרִ֗י מֶ֣לֶךְ יְרֽוּשָׁלַ֜͏ִם מֶֽלֶךְ־חֶבְר֤וֹן מֶֽלֶךְ־יַרְמוּת֙ מֶלֶךְ־לָכִ֣ישׁ מֶלֶךְ־עֶגְל֔וֹן הֵ֖ם וְכׇל־מַחֲנֵיהֶ֑ם וַֽיַּחֲנוּ֙ עַל־גִּבְע֔וֹן וַיִּֽלָּחֲמ֖וּ עָלֶֽיהָ׃
BernfeldDie fünf Könige des Emori: König von Jerusalem, König von Hebron, König von Jarmut, König von Lachisch, König von Eglon, zogen ihre Heere zusammen und lagerten vor Gibeon und griffen es an.
R. BreuerGemeinsam zogen nun die fünf Könige des Emori hinauf, der König von Jerusalem, der König von Hebron, der König von Jarmuth, der König von Lachisch, der König von Eglon, sie und alle ihre Heere, belagerten Gibeon und kämpften mit ihm.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 5. מי מרום. Ein längs des Jarden sich erstreckender See.
6
וַיִּשְׁלְח֣וּ אַנְשֵׁי֩ גִבְע֨וֹן אֶל־יְהוֹשֻׁ֤עַ אֶל־הַֽמַּחֲנֶה֙ הַגִּלְגָּ֣לָה לֵאמֹ֔ר אַל־תֶּ֥רֶף יָדֶ֖יךָ מֵעֲבָדֶ֑יךָ עֲלֵ֧ה אֵלֵ֣ינוּ מְהֵרָ֗ה וְהוֹשִׁ֤יעָה לָּ֙נוּ֙ וְעׇזְרֵ֔נוּ כִּ֚י נִקְבְּצ֣וּ אֵלֵ֔ינוּ כׇּל־מַלְכֵ֥י הָאֱמֹרִ֖י יֹשְׁבֵ֥י הָהָֽר׃
BernfeldDie Männer von Gibeon schickten zu Josua in das Lager nach Gilgal also: Ziehe nicht ab deine Hände von deinen Knechten. Komme eilends und hilf uns und steh uns bei; denn es haben sich gegen uns zusammengetan all die Könige des Emori, die das Gebirge bewohnen.
R. BreuerDie Männer von Gibeon sandten zu Josua in das Lager nach Gilgal mit dem Auftrag: Laß deine Knechte nicht im stich, ziehe eilends herauf zu uns, errette uns und hilf uns, denn zusammengetan haben sich gegen uns alle Könige des Emori, die auf dem Gebirge wohnen!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 6. את סוסיהם תעקר. Vgl. Sam. I. 8, 4 und Raschi das.: משום לא ירבה לו סוסים. Vgl. Komm. Deut. 17, 16.
7
וַיַּ֨עַל יְהוֹשֻׁ֜עַ מִן־הַגִּלְגָּ֗ל ה֚וּא וְכׇל־עַ֤ם הַמִּלְחָמָה֙ עִמּ֔וֹ וְכֹ֖ל גִּבּוֹרֵ֥י הֶחָֽיִל׃ {פ}
BernfeldJosua zog hinauf von Gilgal, und mit ihm das ganze Kriegsvolk und alle Tapferen.
R. BreuerJosua zog hinauf von Gilgal, er und das ganze Kriegsvolk mit ihm und alle Tapferen des Heeres.
8
וַיֹּ֨אמֶר יְהֹוָ֤ה אֶל־יְהוֹשֻׁ֙עַ֙ אַל־תִּירָ֣א מֵהֶ֔ם כִּ֥י בְיָדְךָ֖ נְתַתִּ֑ים לֹא־יַעֲמֹ֥ד אִ֛ישׁ מֵהֶ֖ם בְּפָנֶֽיךָ׃
BernfeldDer Herr sprach zu Josua: Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich gebe sie in deine Hand; kein Mann wird vor dir bestehen.
R. BreuerGott aber sprach zu Josua: Fürchte dich nicht vor ihnen, denn in deine Hand habe ich sie gegeben, keiner von ihnen wird vor dir bestehen.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 8. צידון רבה. Sidon, die berühmte Handelsstadt Phöniziens.
משרפות מים sind nach Raschis Citat aus dem תרגום יונתן Wassergruben, in denen sich das Meerwasser sammelt, um sich unter der Einwirkung der Sonnenglut in Salz zu verwandeln.
9
וַיָּבֹ֧א אֲלֵיהֶ֛ם יְהוֹשֻׁ֖עַ פִּתְאֹ֑ם כׇּל־הַלַּ֕יְלָה עָלָ֖ה מִן־הַגִּלְגָּֽל׃
BernfeldJosua überfiel sie plötzlich; denn die ganze Nacht hindurch war er hervorgerückt von Gilgal.
R. BreuerJosua überfiel sie plötzlich; die ganze Nacht hindurch war er von Gilgal hervorgerückt.
10
וַיְהֻמֵּ֤ם יְהֹוָה֙ לִפְנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל וַיַּכֵּ֥ם מַכָּֽה־גְדוֹלָ֖ה בְּגִבְע֑וֹן וַֽיִּרְדְּפֵ֗ם דֶּ֚רֶךְ מַעֲלֵ֣ה בֵית־חוֹרֹ֔ן וַיַּכֵּ֥ם עַד־עֲזֵקָ֖ה וְעַד־מַקֵּדָֽה׃
BernfeldDer Herr verwirrte sie vor Israel, dass es ihnen eine große Niederlage bereitete bei Gibeon und sie verfolgte in der Richtung der Anhöhe von Bet-Horon und schlug sie bis Aseka und Matteda.
R. BreuerGott verwirrte sie vor Jisrael, sodaß es ihnen eine große Niederlage bei Gibeon bereitete; es verfolgte sie in der Richtung zur Anhöhe von Beth-Horon und schlug sie bis Aseka und Makkeda.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 10. וישב יהושע. Bevor Josua zu weiterem Vorgehen sich entschloß, „kehrte er zurück“, um erst die Städte der verbündeten Könige einzunehmen, nachdem er ihre Heere in offener Feldschlacht besiegt hatte. Zunächst wandte er sich gegen die Vormacht der Verbündeten, Chazor, dessen König ja das Signal zum Kampfe gegeben hatte (V. 1).
11
וַיְהִ֞י בְּנֻסָ֣ם ׀ מִפְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֗ל הֵ֞ם בְּמוֹרַ֤ד בֵּית־חוֹרֹן֙ וַיהֹוָ֡ה הִשְׁלִ֣יךְ עֲלֵיהֶם֩ אֲבָנִ֨ים גְּדֹל֧וֹת מִן־הַשָּׁמַ֛יִם עַד־עֲזֵקָ֖ה וַיָּמֻ֑תוּ רַבִּ֗ים אֲשֶׁר־מֵ֙תוּ֙ בְּאַבְנֵ֣י הַבָּרָ֔ד מֵאֲשֶׁ֥ר הָרְג֛וּ בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵ֖ל בֶּחָֽרֶב׃ {ס}
BernfeldUnd als sie vor Israel flohen — sie waren am Abhange von Bet-Horon — da warf der Herr auf sie große Steine vom Himmel, bis Aseka, dass sie starben. Mehr waren derer, die durch die Hagelsteine starben, als welche die Kinder Israel getötet durch das Schwert.
R. BreuerUnd als sie vor Jisrael flohen und gerade auf dem Abstieg von Beth-Horon waren, da ließ Gott große Steine vom Himmel auf sie herunterfallen bis Aseka, sodaß sie starben. Zahlreicher waren diejenigen, welche durch die Hagelsteine starben, als diejenigen, welche die Söhne Jisraels durch das Schwert töteten.
12
אָ֣ז יְדַבֵּ֤ר יְהוֹשֻׁעַ֙ לַֽיהֹוָ֔ה בְּי֗וֹם תֵּ֤ת יְהֹוָה֙ אֶת־הָ֣אֱמֹרִ֔י לִפְנֵ֖י בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל וַיֹּ֣אמֶר ׀ לְעֵינֵ֣י יִשְׂרָאֵ֗ל שֶׁ֚מֶשׁ בְּגִבְע֣וֹן דּ֔וֹם וְיָרֵ֖חַ בְּעֵ֥מֶק אַיָּלֽוֹן׃
BernfeldDamals redete Josua vor dem Herrn, am Tage, da der Herr hingegeben den Emori vor den Kindern Israel; er sprach vor den Augen Israels: Sonne in Gibeon harre, und du, Mond, im Tale Ajalon!
R. BreuerDamals redete Josua zu Gott am Tage, da Gott hingab den Emori vor die Söhne Jisraels.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 12. כאשר צוה וגו'. Vgl. Deut. 20, 16 ff.
13
וַיִּדֹּ֨ם הַשֶּׁ֜מֶשׁ וְיָרֵ֣חַ עָמָ֗ד עַד־יִקֹּ֥ם גּוֹי֙ אֹֽיְבָ֔יו הֲלֹא־הִ֥יא כְתוּבָ֖ה עַל־סֵ֣פֶר הַיָּשָׁ֑ר וַיַּעֲמֹ֤ד הַשֶּׁ֙מֶשׁ֙ בַּחֲצִ֣י הַשָּׁמַ֔יִם וְלֹא־אָ֥ץ לָב֖וֹא כְּי֥וֹם תָּמִֽים׃
BernfeldUnd es harrte die Sonne, und der Mond stand still, bis sich gerächt das Volk an seinen Feinden. Dies Lied ist geschrieben im Buche Jaschar. — Und die Sonne stand still in der Mitte des Himmels und eilte nicht zum Untergange, wie am vollen Tage.
R. BreuerDa stand die Sonne still, und der Mond blieb stehen, bis das Volk an seinen Feinden Rache genommen. (Wie es im ספר הישר beschrieben ist.) Die Sonne blieb stehen in der Mitte des Himmels und eilte nicht zum Untergange wie am vollen Tage.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 13. העמדות על תלם. Was darunter zu verstehen ist, erscheint rätselhaft. Nach Raschi sind diejenigen Städte gemeint, שלא נהרסה חומתם, deren Mauer nicht eingerissen war. Offenbar — das scheint die nächstliegende Deutung zu sein — blieben diejenigen Städte, die sich gutwillig ergaben und deren Mauer darum nicht wie die Jerichos mit Gewalt zum Einsturz gebracht werden mußte, von dem Schicksal spurloser Vernichtung verschont. Mit Ausnahme Chazors, weil diese Stadt das Haupt der feindlichen Mächte war. Vgl. Raschi z. St. und den פירוש מהרז"ו zu בראשית רבה 81, 4.
14
וְלֹ֨א הָיָ֜ה כַּיּ֤וֹם הַהוּא֙ לְפָנָ֣יו וְאַחֲרָ֔יו לִשְׁמֹ֥עַ יְהֹוָ֖ה בְּק֣וֹל אִ֑ישׁ כִּ֣י יְהֹוָ֔ה נִלְחָ֖ם לְיִשְׂרָאֵֽל׃ {ס}
BernfeldWie dieser Tag war keiner zuvor und keiner nachher, dass der Herr der Stimme des Menschen gehorchte, denn der Herr stritt für Israel.
R. BreuerUnd es war wie dieser Tag keiner zuvor und keiner nachher, daß Gott auf die Stimme eines Menschen hörte, denn Gott stritt für Israel.
15
וַיָּ֤שׇׁב יְהוֹשֻׁ֙עַ֙ וְכׇל־יִשְׂרָאֵ֣ל עִמּ֔וֹ אֶל־הַֽמַּחֲנֶ֖ה הַגִּלְגָּֽלָה׃
BernfeldJosua kehrte dann zurück und ganz Israel mit ihm ins Lager nach Gilgal.
R. BreuerDarauf kehrte Josua und ganz Jisrael mit ihm in das Lager nach Gilgal zurück.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 15. Wenn Josua den Feinden Israels mit schonungsloser Härte begegnete, so handelte er dabei nicht blos dem Befehle Moses' entsprechend, vielmehr war es der göttliche Auftrag, der ihm dabei vor Augen schwebte. Dadurch verlor für sein Bewußtsein das blutige Verfahren viel von seiner finsteren Schärfe.
16
וַיָּנֻ֕סוּ חֲמֵ֖שֶׁת הַמְּלָכִ֣ים הָאֵ֑לֶּה וַיֵּחָבְא֥וּ בַמְּעָרָ֖ה בְּמַקֵּדָֽה׃
BernfeldDie fünf Könige flohen und verbargen sich in der Hohle zu Makkeda.
R. BreuerJene fünf Könige aber flohen und versteckten sich in einer Höhle bei Makkeda.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 16. Vgl. 10, 40 ff.
ואת הר ישראל. Nach Einigen das Gebirge, auf welchem Jakob (Israel) wohnte; oder das Gebirge des nördlichen Reiches im Gegensatz zu ההר, unter welchem das Gebirge Juda zu verstehen ist.
ושפלתה. „שפלה ist die Niederung, die Tiefgegend zu Seiten eines Gebirges. So Josua 11, 16: הר ישראל ושפלתה.“ (Komm. Deut. 1, 7)
17
וַיֻּגַּ֖ד לִיהוֹשֻׁ֣עַ לֵאמֹ֑ר נִמְצְאוּ֙ חֲמֵ֣שֶׁת הַמְּלָכִ֔ים נֶחְבְּאִ֥ים בַּמְּעָרָ֖ה בְּמַקֵּדָֽה׃
BernfeldDem Josua ward berichtet also: Die fünf Könige hat man verborgen gefunden in der Höhle zu Makkeda.
R. BreuerAls nun Josua gemeldet wurde: man habe die fünf Könige in einer Höhle bei Makkeda versteckt vorgefunden,
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 17. החלק. Es kann auch von חלק teilen abgeleitet werden und bezeichnet dann ein Gebirge, das seine Ausläufer nach verschiedenen Richtungen sendet.
18
וַיֹּ֣אמֶר יְהוֹשֻׁ֔עַ גֹּ֛לּוּ אֲבָנִ֥ים גְּדֹל֖וֹת אֶל־פִּ֣י הַמְּעָרָ֑ה וְהַפְקִ֧ידוּ עָלֶ֛יהָ אֲנָשִׁ֖ים לְשׇׁמְרָֽם׃
BernfeldDa sprach Josua: Wälzet große Steine an die Mündung der Höhle und bestellet darüber Männer, sie zu bewachen.
R. Breuerda sprach Josua: Wälzet große Steine vor den Eingang der Höhle und bestellet darüber Männer, sie zu bewachen.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 18. Schlag auf Schlag wickelten sich früher Josuas Kämpfe ab. (Vgl. 10, 42) Allein je mehr sein Lebensweg einer via triumphalis glich, desto ängstlicher mochte es ihn bedrücken, daß mit dem nahenden Abschluß seiner Kämpfe auch der Zweck seines Lebens sich erfüllen und damit zugleich dieses Leben selbst sein Ende erreichen würde. Wäre es zu verwundern, wenn Josua das langsamere Tempo, mit welchem die Ereignisse dieses Kapitels im Vergleich zu denen des vorigen aufeinanderfolgten, als eine willkommene Fügung begrüßt hätte? Dieses Hineinspielen persönlicher Empfindungen in Josuas Führer- und Feldherrnseele wäre, wenn auch nicht entschuldbar — denn בגנותו ספר הכתוב שהיה מתכוין לדחות את כבוש הארץ כדי להאריך ימיו וגו' (Raschi) — als menschliche, allzumenschliche Regung wahrlich sehr wohl zu begreifen.
19
וְאַתֶּם֙ אַֽל־תַּעֲמֹ֔דוּ רִדְפוּ֙ אַחֲרֵ֣י אֹיְבֵיכֶ֔ם וְזִנַּבְתֶּ֖ם אוֹתָ֑ם אַֽל־תִּתְּנ֗וּם לָבוֹא֙ אֶל־עָ֣רֵיהֶ֔ם כִּ֧י נְתָנָ֛ם יְהֹוָ֥ה אֱלֹהֵיכֶ֖ם בְּיֶדְכֶֽם׃
BernfeldIhr aber steht nicht still, verfolget eure Feinde und fallet sie von hinten an, lasset sie nicht in ihre Städte gelangen; denn der Herr euer Gott hat sie in eure Hand gegeben.
R. BreuerIhr aber bleibt nicht stehen, verfolgt eure Feinde und machet ihre Nachzügler nieder; lasset sie nicht in ihre Städte entkommen, denn Gott, euer Gott, hat sie in eure Hand gegeben.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 19. Deut. 20, 10 ff. „wird zur Pflicht gemacht, immer zuerst לשלום, friedliche Beziehungen anzubieten, und wenn die Stadt sich freiwillig ergiebt, so darf keiner Person und keinem Gut das Geringste geschehen; sie werden nur zur Tributpflicht und Untertänigkeit verhalten, יהיו לך למס ועבדוך. Nach allgemeinster im ספרי und ירושלמי ausgesprochener und auch vom רמב"ם (הל' מלכים VI, 1) und רמב"ן z. St. vertretener Auffassung war diese Friedensanbietung überall und auch bei der Eroberung des Landes den Bevölkerungen gegenüber Pflicht. Auch ihnen wurde Frieden und ein tributäres untertanpflichtiges Verbleiben im Lande, jedoch nur unter der Bedingung der Lossagung von ע"ז und Rückkehr zu den allgemeinen menschlichen Sitten- und Rechtspflichten, שבע מצות בני נח, angeboten. Die hier Verse 16—17 vorgeschriebene Vertilgung aus dem Lande war nur geboten, wenn sie auf diese Friedensbedingungen nicht eingehen und mit Beibehaltung ihrer polytheistischen Lebensweisen sich im Lande behaupten wollten. So heißt es im Jeruschalmi (Schebuoth VI, 1): שלוש פרסטגיות שלח יהושע לארץ ישראל עד שלא יכנסו לארץ מי שהוא רוצה להפנות יפנה להשלים ישלים לעשות מלחמה יעשה גרגשי פינה והאמין לו להב"ה והלך לו לאפריקי גבעונים השלימו שלשים ואחד מלך עשו מלחמה ונפלו. Drei Kundmachungen schickte Josua vor sich her, bevor er ins Land zog: wer sein Land räumen will, der gehe fort, wer Frieden eingehen will, der schließe Frieden, wer Krieg führen will, der führe Krieg. Girgaschi verließ das Land und ging nach Afrika, die Gibeoniten wählten den Frieden, die einunddreißig Könige den Krieg und fielen. Daher wird auch Josua 11, 19 berichtet: לא היתה עיר אשר השלימה אל בני ישראל בלתי החוי ישבי גבעון וגו', daß außer den Gibeoniten keine Stadt in Friedensbeziehungen zu Israel habe eingehen wollen, was offenbar voraussetzt, daß diese Friedensbeziehungen ihnen angeboten worden. Wenn daher gleichwohl die Gibeoniten glaubten, ihre Zuflucht zu einer List nehmen zu müssen, so müssen sie, wie dies auch die Kommentatoren erläutern, entweder den einfachen Friedensanbietungen Josuas nicht getraut, oder ein über die Friedensbedingungen hinausgehendes Verhältnis, ein כריתות ברית angestrebt haben, wie sie dies selbst in ihren Anträgen: כרתו לנו ברית bezeichneten, das jedoch Israel ausdrücklich (2. B. M. 34, 14) verboten war.“ (Komm. das.)
20
וַיְהִי֩ כְּכַלּ֨וֹת יְהוֹשֻׁ֜עַ וּבְנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֗ל לְהַכּוֹתָ֛ם מַכָּ֥ה גְדוֹלָֽה־מְאֹ֖ד עַד־תֻּמָּ֑ם וְהַשְּׂרִידִים֙ שָֽׂרְד֣וּ מֵהֶ֔ם וַיָּבֹ֖אוּ אֶל־עָרֵ֥י הַמִּבְצָֽר׃
BernfeldAls Josua und die Kinder Israel fertig waren, sie völlig zu schlagen, bis sie dahin waren; und die Entronnenen von ihnen, die sich gerettet, in die festen Städte gelangt waren:
R. BreuerAls Josua und die Söhne Jisraels sie in einer schweren Niederlage vollständig bis auf den letzten Mann geschlagen hatten, und die Entronnenen, die sich vor ihnen gerettet, in die festen Städte gelangt waren:
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 20. Die seltsame Häufung: למען החרימם לבלתי היות להם תחנה כי למען להשמידם dürfte sich im Anschluß an Deut. 7, 2 f. erklären. החרם תחרים אתם וגו' heißt es daselbst von den Völkerschaften des verheißenen Landes, ולא תחנם. Dann heißt es weiter in V. 4: כי יסיר וגו' וחרה אף ד' בכם והשמדך מהר. Diese göttliche Warnung ist beherzigt worden. Dem החרם תחרים אתם entspricht das למען החרימם; dem ולא תחנם das לבלתי היות להם תחנה; und anstatt daß es den Völkern gelungen wäre, den göttlichen Zorn auf Israel zu lenken: והשמידך מהר, wurden sie selbst von der Nemesis ereilt: כי למען להשמידם.
21
וַיָּשֻׁ֩בוּ֩ כׇל־הָעָ֨ם אֶל־הַמַּחֲנֶ֧ה אֶל־יְהוֹשֻׁ֛עַ מַקֵּדָ֖ה בְּשָׁל֑וֹם לֹֽא־חָרַ֞ץ לִבְנֵ֧י יִשְׂרָאֵ֛ל לְאִ֖ישׁ אֶת־לְשֹׁנֽוֹ׃
BernfeldDa kehrte das ganze Volk zurück in das Lager zu Josua nach Makkeda in Frieden; es spitzte gegen Keinen von den Kindern Israels [irgendwer] seine Zunge.
R. Breuerda kehrte das ganze Volk in das Lager zurück zu Josua nach Makkeda in Frieden; keinem regte sich gegen die Söhne Jisraels die Zunge.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 21. ענב. In der Gebirgsgegend von Juda.
הענקים. Num. 13, 33 „werden בני ענק als הנפילים und als מן הנפילים erklärt, also selber als נפילים (siehe zu 1. B. M. 6, 4), oder von נפילים stammend, somit ein gigantisches Riesengeschlecht, Reste des uralten, oder von ihm stammend. ענק bezeichnet den Schmuck, den Stolz des Halses (siehe 1. B. M. S. 212), in diesem Ausdruck: den hochgestreckten, stolz emporragenden Hals. Wir wissen nun aus Josua 11, 21, daß Anaker in mehreren Städten und Gegenden des Landes wohnten, und muß dieses Geschlecht von riesigem Wuchs einen so bedeutenden Bestandteil der Bevölkerung gebildet haben, daß Moses 5. B. M. 9, 2 von dieser Bevölkerung überhaupt sagen konnte: עם גדול ורם בני ענקים אשר אתה ידעת ואתה שמעת מי יתיצב לפני בני ענק!. . . “ (Komm. Num. 13, 22). Vgl. auch Komm. das. V. 33.
Daß hier Josua als Vertreiber der Anakim genannt wird, während 14, 12 f. 15, 13 f. ihre Besiegung Kaleb zugeschrieben wird, erklärt sich nach allgemeiner Auffassung aus der Rangstellung Josuas, unter dessen Aegide alle kriegerischen Ereignisse sich vollzogen.
22
וַיֹּ֣אמֶר יְהוֹשֻׁ֔עַ פִּתְח֖וּ אֶת־פִּ֣י הַמְּעָרָ֑ה וְהוֹצִ֣יאוּ אֵלַ֗י אֶת־חֲמֵ֛שֶׁת הַמְּלָכִ֥ים הָאֵ֖לֶּה מִן־הַמְּעָרָֽה׃
BernfeldDann sprach Josua: Öffnet die Mündung der Höhle und bringet mir die fünf Könige aus der Höhle.
R. BreuerDann sprach Josua: Öffnet den Eingang der Höhle und bringet mir diese fünf Könige aus der Höhle!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 22. בעזה וגו'. Philisterstädte.
23
וַיַּ֣עֲשׂוּ כֵ֔ן וַיֹּצִ֣יאוּ אֵלָ֗יו אֶת־חֲמֵ֛שֶׁת הַמְּלָכִ֥ים הָאֵ֖לֶּה מִן־הַמְּעָרָ֑ה אֵ֣ת ׀ מֶ֣לֶךְ יְרוּשָׁלַ֗͏ִם אֶת־מֶ֤לֶךְ חֶבְרוֹן֙ אֶת־מֶ֣לֶךְ יַרְמ֔וּת אֶת־מֶ֥לֶךְ לָכִ֖ישׁ אֶת־מֶ֥לֶךְ עֶגְלֽוֹן׃
BernfeldSie taten also und brachten ihm die fünf Könige aus der Höhle: den König von Jerusalem, den König von Hebron, den König von Jarmut, den König von Lachisch, den König von Eglon.
R. BreuerMan tat also und brachte ihm diese fünf Könige aus der Höhle: den König von Jerusalem, den König von Hebron, den König von Jarmuth, den König von Lachisch, den König von Eglon.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 23. כמחלקתם לשבטיהם. Alles nähere wird in den folgenden Kapiteln erzählt.
24
וַ֠יְהִ֠י כְּֽהוֹצִיאָ֞ם אֶת־הַמְּלָכִ֣ים הָאֵ֘לֶּה֮ אֶל־יְהוֹשֻׁ֒עַ֒ וַיִּקְרָ֨א יְהוֹשֻׁ֜עַ אֶל־כׇּל־אִ֣ישׁ יִשְׂרָאֵ֗ל וַ֠יֹּ֠אמֶר אֶל־קְצִינֵ֞י אַנְשֵׁ֤י הַמִּלְחָמָה֙ הֶהָלְכ֣וּא אִתּ֔וֹ קִרְב֗וּ שִׂ֚ימוּ אֶת־רַגְלֵיכֶ֔ם עַֽל־צַוְּארֵ֖י הַמְּלָכִ֣ים הָאֵ֑לֶּה וַֽיִּקְרְב֔וּ וַיָּשִׂ֥ימוּ אֶת־רַגְלֵיהֶ֖ם עַל־צַוְּארֵיהֶֽם׃
BernfeldAls sie die Könige zu Josua brachten, da rief Josua alle Männer von Israel und sprach zu den Häuptlingen der Kriegsmänner, die mit ihm gegangen: Tretet her, setzet eure Füße auf die Hälse dieser Könige. Und sie traten herzu und setzten ihre Füße auf ihre Hälse.
R. BreuerUnd als man diese Könige zu Josua herausgeführt hatte, da rief Josua alle Männer von Jisrael und sprach zu den Obersten der Kriegsmänner, die mit ihm gezogen waren: Tretet her und setzet eure Füße auf den Nacken dieser Könige! Da traten sie hin und setzten ihre Füße auf ihren Nacken.
25
וַיֹּ֤אמֶר אֲלֵיהֶם֙ יְהוֹשֻׁ֔עַ אַל־תִּֽירְא֖וּ וְאַל־תֵּחָ֑תּוּ חִזְק֣וּ וְאִמְצ֔וּ כִּ֣י כָ֗כָה יַעֲשֶׂ֤ה יְהֹוָה֙ לְכׇל־אֹ֣יְבֵיכֶ֔ם אֲשֶׁ֥ר אַתֶּ֖ם נִלְחָמִ֥ים אוֹתָֽם׃
BernfeldUnd Josua sprach zu ihnen: Seid nicht furchtsam und nicht bang, seid stark und fest; denn also wird der Herr tun an allen euren Feinden, gegen welche ihr Krieg führt.
R. BreuerDann sprach Josua zu ihnen: Fürchtet euch nicht und verzagt nicht, seid stark und fest, denn so wird Gott allen euren Feinden tun, mit denen ihr kämpfen werdet.
26
וַיַּכֵּ֨ם יְהוֹשֻׁ֤עַ אַֽחֲרֵי־כֵן֙ וַיְמִיתֵ֔ם וַיִּתְלֵ֕ם עַ֖ל חֲמִשָּׁ֣ה עֵצִ֑ים וַיִּֽהְי֛וּ תְּלוּיִ֥ם עַל־הָעֵצִ֖ים עַד־הָעָֽרֶב׃
BernfeldJosua tötete sie nachher und hängte sie auf fünf Bäume; sie blieben aufgehangen an den Bäumen bis zum Abend.
R. BreuerNachher ließ Josua sie töten und auf fünf Bäume hängen; sie blieben an den Bäumen hängen bis zum Abend.
27
וַיְהִ֞י לְעֵ֣ת ׀ בּ֣וֹא הַשֶּׁ֗מֶשׁ צִוָּ֤ה יְהוֹשֻׁ֙עַ֙ וַיֹּֽרִידוּם֙ מֵעַ֣ל הָעֵצִ֔ים וַיַּ֨שְׁלִכֻ֔ם אֶל־הַמְּעָרָ֖ה אֲשֶׁ֣ר נֶחְבְּאוּ־שָׁ֑ם וַיָּשִׂ֜מוּ אֲבָנִ֤ים גְּדֹלוֹת֙ עַל־פִּ֣י הַמְּעָרָ֔ה עַד־עֶ֖צֶם הַיּ֥וֹם הַזֶּֽה׃ {ס}
BernfeldUm die Zeit des Sonnenuntergangs gebot Josua, dass man sie herabnahm von den Bäumen, man warf sie in die Höhle, woselbst sie sich verborgen hatten, und legte große Steine auf die Mündung der Hohle — bis auf diesen Tag.
R. BreuerUm die Zeit des Sonnenunterganges befahl Josua, daß man sie von den Bäumen herunternehme; man warf sie in die Höhle, wo sie sich verborgen hatten, und man legte Steine vor den Eingang der Höhle bis auf diesen Tag.
28
וְאֶת־מַקֵּדָה֩ לָכַ֨ד יְהוֹשֻׁ֜עַ בַּיּ֣וֹם הַה֗וּא וַיַּכֶּ֣הָ לְפִי־חֶ֘רֶב֮ וְאֶת־מַלְכָּהּ֒ הֶחֱרִ֣ם אוֹתָ֗ם וְאֶת־כׇּל־הַנֶּ֙פֶשׁ֙ אֲשֶׁר־בָּ֔הּ לֹ֥א הִשְׁאִ֖יר שָׂרִ֑יד וַיַּ֙עַשׂ֙ לְמֶ֣לֶךְ מַקֵּדָ֔ה כַּאֲשֶׁ֥ר עָשָׂ֖ה לְמֶ֥לֶךְ יְרִיחֽוֹ׃ {ס}
BernfeldJosua nahm Makkeda ein an demselben Tage, und schlug es mit der Schärfe des Schwertes, und seinen König bannte er und alle Seelen, die in [der Stadt]; er ließ keinen Entronnenen übrig. Er tat dem König von Makkeda, wie er getan dem Könige von Jericho.
R. BreuerUnd Makkeda eroberte Josua am selben Tage, und schlug es mit der Schärfe des Schwertes, und seinen König bannte er und alle seine Seelen, keiner blieb übrig. Er tat dem Könige von Makkeda, wie er dem Könige von Jericho getan.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 28. Damit war Josua zu dem Stadium seines Feldzuges gelangt, das er bereits damals erreicht zu haben geglaubt, als er nach glücklich bestandenem Kampfe mit den fünf Königen nach Gilgal zurückgekehrt war (V. 15). Noch aber war der Feldzug nicht zu Ende. Noch standen ihm, auch jetzt noch nach dem Untergang von Makkeda, Kämpfe bevor, ehe er daran denken konnte, nach Gilgal zurückzukehren.
29
וַיַּעֲבֹ֣ר יְ֠הוֹשֻׁ֠עַ וְכׇֽל־יִשְׂרָאֵ֥ל עִמּ֛וֹ מִמַּקֵּדָ֖ה לִבְנָ֑ה וַיִּלָּ֖חֶם עִם־לִבְנָֽה׃
BernfeldJosua und ganz Israel zogen von Makkeda nach Libna, und bekriegten Libna.
R. BreuerDann zog Josua und ganz Jisrael mit ihm von Makkeda nach Libna und kämpfte mit Libna.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 29. לבנה. In der Ebene des Stammes Juda.
30
וַיִּתֵּן֩ יְהֹוָ֨ה גַּם־אוֹתָ֜הּ בְּיַ֣ד יִשְׂרָאֵל֮ וְאֶת־מַלְכָּהּ֒ וַיַּכֶּ֣הָ לְפִי־חֶ֗רֶב וְאֶת־כׇּל־הַנֶּ֙פֶשׁ֙ אֲשֶׁר־בָּ֔הּ לֹא־הִשְׁאִ֥יר בָּ֖הּ שָׂרִ֑יד וַיַּ֣עַשׂ לְמַלְכָּ֔הּ כַּאֲשֶׁ֥ר עָשָׂ֖ה לְמֶ֥לֶךְ יְרִיחֽוֹ׃ {ס}
BernfeldDer Herr gab auch dies in die Hand Israels samt seinem König, und es schlug es mit der Schärfe des Schwertes und alle Seelen, die darin; es ließ keinen Entronnenen übrig; es tat dessen Könige, wie es getan dem Könige von Jericho.
R. BreuerUnd Gott gab auch dieses in die Hand Jisraels samt seinem König, und es schlug es mit der Schärfe des Schwertes und alle Seelen, die darin waren; niemanden darin ließ es entrinnen; und es verfuhr mit seinem Könige, wie es mit dem Könige von Jericho verfahren war.
31
וַיַּעֲבֹ֣ר יְ֠הוֹשֻׁ֠עַ וְכׇֽל־יִשְׂרָאֵ֥ל עִמּ֛וֹ מִלִּבְנָ֖ה לָכִ֑ישָׁה וַיִּ֣חַן עָלֶ֔יהָ וַיִּלָּ֖חֶם בָּֽהּ׃
BernfeldJosua und ganz Israel zogen von Libna nach Lachisch, und belagerten und bekriegten es.
R. BreuerDann zog Josua und ganz Jisrael mit ihm von Libna nach Lachisch, belagerten es und bekriegten es.
32
וַיִּתֵּן֩ יְהֹוָ֨ה אֶת־לָכִ֜ישׁ בְּיַ֣ד יִשְׂרָאֵ֗ל וַֽיִּלְכְּדָהּ֙ בַּיּ֣וֹם הַשֵּׁנִ֔י וַיַּכֶּ֣הָ לְפִי־חֶ֔רֶב וְאֶת־כׇּל־הַנֶּ֖פֶשׁ אֲשֶׁר־בָּ֑הּ כְּכֹ֥ל אֲשֶׁר־עָשָׂ֖ה לְלִבְנָֽה׃ {פ}
BernfeldDer Herr gab Lachisch in die Hand Israels, das es am zweiten Tage nahm und es mit der Schärfe des Schwertes schlug und alle Seelen, die darin; ganz so, wie es Libna getan.
R. BreuerGott gab Lachisch in die Hand Jisraels: es eroberte es am zweiten Tage und schlug es mit der Schärfe des Schwertes und alle Seelen, die darin waren, ganz wie es an Libna gehandelt hatte.
33
אָ֣ז עָלָ֗ה הֹרָם֙ מֶ֣לֶךְ גֶּ֔זֶר לַעְזֹ֖ר אֶת־לָכִ֑ישׁ וַיַּכֵּ֤הוּ יְהוֹשֻׁ֙עַ֙ וְאֶת־עַמּ֔וֹ עַד־בִּלְתִּ֥י הִשְׁאִֽיר־ל֖וֹ שָׂרִֽיד׃
BernfeldDa zog aber Horam König von Geser heran, Lachisch beizustehen, Josua schlug ihn und sein Volk und ließ ihm keinen Entronnenen übrig.
R. BreuerDamals zog Horam, der König von Geser herauf, um Lachisch zu helfen; aber Josua schlug ihn und sein Volk, ohne auch nur einen Einzigen von ihm übrig zu lassen.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 33. גזר. An der westlichen Grenze des Stammes Ephraim.
34
וַיַּעֲבֹ֣ר יְ֠הוֹשֻׁ֠עַ וְכׇֽל־יִשְׂרָאֵ֥ל עִמּ֛וֹ מִלָּכִ֖ישׁ עֶגְלֹ֑נָה וַיַּחֲנ֣וּ עָלֶ֔יהָ וַיִּֽלָּחֲמ֖וּ עָלֶֽיהָ׃
BernfeldJosua und ganz Israel zogen von Lachisch nach Eglon, sie belagerten es und griffen es an.
R. BreuerDann zog Josua und ganz Jisrael mit ihm von Lachisch nach Eglon; und sie belagerten es und bekämpften es.
35
וַֽיִּלְכְּד֜וּהָ בַּיּ֤וֹם הַהוּא֙ וַיַּכּ֣וּהָ לְפִי־חֶ֔רֶב וְאֵת֙ כׇּל־הַנֶּ֣פֶשׁ אֲשֶׁר־בָּ֔הּ בַּיּ֥וֹם הַה֖וּא הֶחֱרִ֑ים כְּכֹ֥ל אֲשֶׁר־עָשָׂ֖ה לְלָכִֽישׁ׃ {פ}
BernfeldSie nahmen es ein an demselben Tage und schlugen es mit der Schärfe des Schwertes, und alle Seelen, die darin, bannten sie an demselben Tage, ganz so, wie sie in Lachisch getan.
R. BreuerSie eroberten es am selben Tage und schlugen es mit der Schärfe des Schwertes, und alle Seelen, die darin waren, bannten sie an jenem Tage, ganz so, wie man es mit Lachisch gemacht hatte.
36
וַיַּ֣עַל יְ֠הוֹשֻׁ֠עַ וְכׇֽל־יִשְׂרָאֵ֥ל עִמּ֛וֹ מֵעֶגְל֖וֹנָה חֶבְר֑וֹנָה וַיִּֽלָּחֲמ֖וּ עָלֶֽיהָ׃
BernfeldJosua und ganz Israel zogen von Eglon nach Hebron und griffen es an.
R. BreuerDann zog Josua und ganz Jisrael mit ihm von Eglon nach Hebron und sie bekämpften es.
37
וַיִּלְכְּד֣וּהָ וַיַּכּֽוּהָ־לְפִי־חֶ֠רֶב וְאֶת־מַלְכָּ֨הּ וְאֶת־כׇּל־עָרֶ֜יהָ וְאֶת־כׇּל־הַנֶּ֤פֶשׁ אֲשֶׁר־בָּהּ֙ לֹא־הִשְׁאִ֣יר שָׂרִ֔יד כְּכֹ֥ל אֲשֶׁר־עָשָׂ֖ה לְעֶגְל֑וֹן וַיַּחֲרֵ֣ם אוֹתָ֔הּ וְאֶת־כׇּל־הַנֶּ֖פֶשׁ אֲשֶׁר־בָּֽהּ׃ {ס}
BernfeldSie nahmen es ein, und schlugen es mit der Schärfe des Schwertes und seinen König und all seine Städte und alle Seelen, die darin; sie ließen keinen Entronnenen übrig, ganz so, wie sie getan Eglon. Sie bannten es und alle Seelen, die darin.
R. BreuerSie eroberten es und schlugen es mit der Schärfe des Schwertes, und seinen König und alle seine Städte und alle Seelen, die sich darin befanden, ohne auch nur einen einzigen übrig zu lassen, ganz so, wie man mit Eglon verfahren war; und man bannte es und alle Seelen, die darin waren.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 37. Vgl. das zu 14, 12 zu Bemerkende.
ואת מלכה. Unter den fünf Königen, die Josua (V. 26) hinrichten ließ, befand sich auch der König von Hebron. Wenn es hier nun heißt, daß beim Feldzug gegen Hebron auch dessen König fiel, so muß angenommen werden, daß inzwischen ein neuer König gewählt worden war.
38
וַיָּ֧שׇׁב יְהוֹשֻׁ֛עַ וְכׇל־יִשְׂרָאֵ֥ל עִמּ֖וֹ דְּבִ֑רָה וַיִּלָּ֖חֶם עָלֶֽיהָ׃
BernfeldJosua und ganz Israel wandten sich nach Debir und griffen es an.
R. BreuerDann wandte sich Josua und ganz Jisrael mit ihm nach Debir und bekämpfte es.
39
וַֽיִּלְכְּדָ֞הּ וְאֶת־מַלְכָּ֤הּ וְאֶת־כׇּל־עָרֶ֙יהָ֙ וַיַּכּ֣וּם לְפִי־חֶ֔רֶב וַֽיַּחֲרִ֙ימוּ֙ אֶת־כׇּל־נֶ֣פֶשׁ אֲשֶׁר־בָּ֔הּ לֹ֥א הִשְׁאִ֖יר שָׂרִ֑יד כַּאֲשֶׁ֨ר עָשָׂ֜ה לְחֶבְר֗וֹן כֵּן־עָשָׂ֤ה לִדְבִ֙רָה֙ וּלְמַלְכָּ֔הּ וְכַאֲשֶׁ֥ר עָשָׂ֛ה לְלִבְנָ֖ה וּלְמַלְכָּֽהּ׃
BernfeldSie bezwangen es und seinen König und schlugen es mit der Schärfe des Schwertes, sie bannten alle Einwohner und ließen keine übrig; wie sie Hebron getan und Libna und seinem König, taten sie auch Debir und seinem König.
R. BreuerEr eroberte es samt seinem König und all seinen Städten, und man schlug sie mit der Schärfe des Schwertes und bannte alle Seelen, die darin waren, ohne auch nur einen einzigen übrig zu lassen; wie man mit Hebron verfahren war, so verfuhr man mit Debir und seinem König: ebenso wie man mit Libna und seinem König verfahren war.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 39. Vgl. das zu Richter 1, 13 zu Bemerkende.
וכאשר עשה ללבנה ולמלכה. Dieser überflüssige Zusatz soll vielleicht dem Mißverständnis vorbeugen, als ob Debirs König dasselbe Schicksal erlitten habe, wie der erste König von Hebron (V. 26): Demgegenüber wird betont, daß Debir dasselbe Verhängnis erfuhr wie Hebron und Libna.
40
וַיַּכֶּ֣ה יְהוֹשֻׁ֣עַ אֶת־כׇּל־הָאָ֡רֶץ הָהָר֩ וְהַנֶּ֨גֶב וְהַשְּׁפֵלָ֜ה וְהָאֲשֵׁד֗וֹת וְאֵת֙ כׇּל־מַלְכֵיהֶ֔ם לֹ֥א הִשְׁאִ֖יר שָׂרִ֑יד וְאֵ֤ת כׇּל־הַנְּשָׁמָה֙ הֶחֱרִ֔ים כַּאֲשֶׁ֣ר צִוָּ֔ה יְהֹוָ֖ה אֱלֹהֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
BernfeldJosua besiegt das ganze Land, das Gebirge und den Süden und die Niederung und die Bergrücken und all ihre Könige, er ließ keinen Entronnenen, alles Lebenatmende bannte er, so wie der Herr geboten, der Gott Israels.
R. BreuerSo besiegte Josua das ganze Land, das Gebirge, den Süden die Niederung und die Abhänge, und all ihre Könige, ohne auch nur einen einzigen übrig zu lassen; und alle Seelen bannte er, wie Gott, der Gott Jisraels, geboten hatte.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 40. Zusammenfassend bezeichnet dieser Rückblick die von Josua eroberten Gebiete. ההר: „Das in der Mitte von Nord nach Süd sich erstreckende Hochland“. (Komm. Deut. 1, 7) והנגב: „Das Tiefland im Süden.“ (das.) והשפלה: „Die Abdachungen zu beiden Seiten.“ (das.) והאשדות: Die Abhänge, oder besser: Der Ort, wohin die Gebirgsflüsse sich ergießen. Vgl. Deut. 3, 17; 4, 49.
כאשר צוה וגו'. Vgl. Deut. 7, 2; 20, 16 f.
41
וַיַּכֵּ֧ם יְהוֹשֻׁ֛עַ מִקָּדֵ֥שׁ בַּרְנֵ֖עַ וְעַד־עַזָּ֑ה וְאֵ֛ת כׇּל־אֶ֥רֶץ גֹּ֖שֶׁן וְעַד־גִּבְעֽוֹן׃
BernfeldJosua eroberte von Kades-Barnea bis Gasa und das ganze Land Gosen bis Gibeon.
R. BreuerJosua schlug sie von Kadesch-Barnea bis Asa und das ganze Land Gosen bis Gibeon.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 41. מקדש ברנע ועד עזה. Das südliche Gebiet Palästinas von Osten nach Westen. Vgl. 15, 47.
ארץ גשן. Vgl. 15, 51, wo von einer Stadt Gosen geredet wird, von der wohl die Landschaft ihren Namen hatte. An das ägyptische Gosen ist nicht gut zu denken.
42
וְאֵ֨ת כׇּל־הַמְּלָכִ֤ים הָאֵ֙לֶּה֙ וְאֶת־אַרְצָ֔ם לָכַ֥ד יְהוֹשֻׁ֖עַ פַּ֣עַם אֶחָ֑ת כִּ֗י יְהֹוָה֙ אֱלֹהֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל נִלְחָ֖ם לְיִשְׂרָאֵֽל׃
BernfeldAll diese Könige und ihr Land nahm Josua ein auf einen Schlag; denn der Herr, der Gott Israels, stritt für Israel.
R. BreuerUnd alle diese Könige und ihr Land eroberte Josua mit einem Schlage, denn Gott, der Gott Jisraels, kämpfte für Jisrael.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 42. פעם אחת. Von Sieg zu Sieg war Josua geschritten. Unaufhaltsam folgte Schlag auf Schlag. Denn Gott war's, der für Israel kämpfte.
43
וַיָּ֤שׇׁב יְהוֹשֻׁ֙עַ֙ וְכׇל־יִשְׂרָאֵ֣ל עִמּ֔וֹ אֶל־הַֽמַּחֲנֶ֖ה הַגִּלְגָּֽלָה׃ {פ}
BernfeldJosua und ganz Israel kehrten dann ins Lager zurück nach Gilgal.
R. BreuerHierauf kehrte Josua und ganz Jisrael mit ihm in das Lager nach Gilgal zurück.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer
V. 43. Jetzt erst konnte Josua an eine Ruhepause denken, die er schon früher einmal (V. 15) als gekommen irrtümlich gewähnt hatte.
Kap. 11, V. 1 f. Die Erfolge Josuas im Süden machten auch die Bewohner der nördlichen Landeshälfte für ihre Selbständigkeit zittern. Und wie einst Adoni-Zedek, der König von Jerusalem, das Signal zum Königsbunde und gemeinschaftlichem Angriff gab (10, 1 f.), so ergriff jetzt Jabin, der König von Chazor, die Initiative, um die von gleicher Gefahr bedrohten Mächte des Nordens zum Feldzug gegen Israel zu sammeln.
חצור. Im Stamme Naphtali.
אכשף. Im Stamme Ascher.
ובנפות דור. „נוף, Wurzel von תנופה und הניף, bezeichnet die horizontale Richtung (Siehe Pent. 2. B. M. 29, 24), daher ja auch נוף: der Zweig, als das vom Stamm in seitlicher Richtung Ausgehende. Als Ortsbeschaffenheit bezeichnet es die Richtung, die Lage. Daher נפה: ein Landstrich, eine Gegend, נפות דור (Josua 11, 2).“ (Komm. Ps. 48, 3)