Ezra 3 עזרא
Kommentar (R. Breuer)
V. 1. Durch כאיש אחד kann sowohl die Raschheit als auch die Vollzähligkeit der Versammlung angedeutet sein.
Kommentar (R. Breuer)
V. 2. Ob durch עלות alle anderen Opfer ausgeschlossen werden sollen oder ob dieser engere Begriff nur die Tatsache ausdrücken soll, daß nunmehr nach Erbauung des Altars die im folgenden Verse erwähnten täglichen עלות dargebracht werden konnten, die Entscheidung dieser exegetischen Frage hängt (vgl. Malbim z. St.) mit der Entscheidung der grundsätzlichen Frage zusammen, ob Esras Heiligtum einer neuen Weihung bedurfte, oder ob die Heiligung, die dem Tempel und der Stadt Jerusalem zur Zeit Salomos zuteil wurde, sich automatisch auch auf die Zukunft erstreckte. רמב"ם in הל' בית הבחירה 6, 14 bejaht, הראב"ד verneint diese Frage. S. jedoch משנה למלך das.
Sie erbauten den Altar „des Gottes Israels“ . . . wie geschrieben ist in der Lehre Moses „des Mannes Gottes“. In dieser ausdrücklichen Betonung, daß der Altar ein Altar Gottes und dieser Gott der Gott Israels war, und daß die Opfer, die auf diesem Gottesaltar dargebracht wurden, in der von dem Gottesmanne Moses überlieferten Lehre vorgeschrieben sind, spricht sich das Bestreben aus, aus der Gottesferne des Exils in die Gottesnähe der Heimat sich zurückzufinden. Das heimkehrende Israel kehrt zu seinem Gotte und seiner Lehre heim.
Kommentar (R. Breuer)
V. 3. Erst dieser Altar wurde על מכונתיו in seiner ganzen Länge und Breite erbaut. „Gleichwohl hat die Höhe nicht gewechselt und wird nicht wechseln, der von Moses, von Salomo, der im zweiten Tempel errichtete waren von gleicher Höhe, obgleich die Länge und Breite von fünf Quadratellen des mosaischen Altars bis zu 32 Quadratellen des zweiten Tempels stieg, und auch der einst zu erwartende, von Jecheskel geschaute wird dieselbe Höhe haben.“ (Kom. Ex. 27,1). Vgl. Sebachim 62a: אמר רב יוסף לאו היינו דתניא ויכינו המזבח על מכונתיו שהגיעו לסוף מדותיו.
Die Heimkehrenden hielten sich streng an den Wortlaut des Edikts, worin Cyrus ihnen die Heimkehr zum Zweck der Tempelerbauung erlaubte. Sie fühlten die Augen der Welt, der „Völker der Länder“, auf sich gerichtet, daher, kaum in der Heimat angelangt, bauten sie den Altar, כי באימה עליהם וכו', weil die Furcht in ihnen lebte, daß schon die leiseste Abweichung vom graden Weg zu Verläumdungen bei Cyrus und politischen Komplikationen führen könnte.
Kommentar (R. Breuer)
V. 4—6. Am 1. Tischri begann die Darbringung der täglichen Opfer (V. 3 u. 6). Dann kam das Hüttenfest mit seinen täglichen Festopfern, die genau nach Vorschrift dargebracht wurden (V. 4). Nachdem dieses Fest zu Ende war, galt es, die übrigen Punkte des normalen Opferprogramms der Tage, Neumonde und Feste, sowie der freiwilligen Gaben, zu erfüllen (V. 5), obwohl vorerst nur der Altar, der Tempel aber noch nicht errichtet war.
Kommentar (R. Breuer)
V. 7. Wie beim Bau des ersten Tempels (Kön. I. 5), so waren es auch hier Sidonier, Tyrer und wohl auch Phönizier, die als Steinmetzen, Zimmerleute, Bauhandwerker angeworben wurden. Treffend folgert Malbim aus Nehem. 2,8 und Esra 6, 4, daß die Zedernstämme des Libanon dem König von Persien gehörten und daher ohne seine Erlaubnis nicht zum Bau des Tempels verwendet werden durften, daß aber dieses רשיון des Cyrus ihnen die Bäume nicht zum Ankauf, sondern להביא, unentgeltlich zur Verfügung stellte. Sie wurden vom Libanon ans Meer nach Japho gebracht und von dort auf dem Wasserwege nach Jerusalem befördert.
Kommentar (R. Breuer)
V. 8—9. לנצח—לנצח. Beide Male wird nach Raschi mit diesem Worte der Levitengesang bezeichnet, mit welchem die hierzu Bestellten die Bauarbeit begleiteten. Malbim begreift das zweite לנצח im Sinne von Beaufsichtigen, wozu die lediglich in V. 9 Genannten bestellt wurden, während sich zum Gesange, wie aus V. 8 hervorgehe, sämtliche Leviten vereinigt hätten. Ein Blick in den Talmud lehrt aber im Gegenteil, daß eher das erste לנצח im Sinne von Beaufsichtigen und das zweite in seiner musikalischen Bedeutung zu verstehen ist. Aus Chulin 24b: מאימתי כשר לעבודה משיביא שתי שערות רבי אומר עד שיהא בן עשרים א"ר חסדא מ"ט דרבי דכתיב ויעמידו את הלוים מבן עשרים שנה ומעלה לנצח על מלאכת בית ה' ואידך לנצח שאני.... רש"י: דמשמע לעבוד עבודות כבדות הצריכות ניצוח. רבינו גרשום: כלומר שהיו מחזיקים ברמחים geht hervor, daß das erste לנצח keineswegs speziell auf den Levitengesang, sondern auf die gesamte, den Leviten obliegende עבודה, ja nach רבי auf die eine ausgereifte Körperkraft erfordernden Arbeiten des Levitendienstes sich bezieht. Dagegen erhellt aus Arachin 13b: אין הקטן נכנס לעזרה לעבודה אלא בשעה שהלוים אומרים בשיר מנא הני מילי אמר רבי יוחנן דאמר קרא ויעמוד ישוע וכו' לנצח וכו', daß gerade mit dem zweiten לנצח der Levitengesang gemeint ist, an dem sich auch die minderjährigen Leviten in Begleitung der Erwachsenen beteiligten. Nach תוס' das. בד"ה אין קטן wird die biblische Verankerung des Mischnasatzes, daß minderjährige Leviten in den Tempel nur zur Zeit des Gesanges der Erwachsenen Einlaß finden, in der überflüssigen Wörterhäufung unseres V. 9 בניו ואחיו . . . בניהם ואחיהם gefunden, דרבי ליה מיתורא דקרא s. das.
Kommentar (R. Breuer)
V. 10—11. Wie Malbim bemerkt, ist es eine halachische Streitfrage, ob die Priester auch außerhalb der Zeit ihres Priesterdienstes die priesterliche Amtstracht tragen durften. Nach dem רמב"ם, der diese Frage verneint, muß angenommen werden, daß die Priester bei der Feier der Grundsteinlegung noch mit der Amtstracht bekleidet waren, mit der sie sich vorher zur Darbringung des Tamidopfers bekleidet hatten. Die Trompeten, die von den Priestern sonst nur an den Festtagen geblasen wurden, wurden hier offenbar ausnahmsweise zur Feier des Tages, der festlichen Charakters war, geblasen.
Kommentar (R. Breuer)
V. 12—13. Aus Themura 15b und Horioth 6a: כי אקרובינהו להני חטאות אחיי אקרבינהו דכתיב ורבים מהכהנים וכו' ודילמא הנך מיעוטא לא מצית אמרת דכתיב ואין העם מכירים וכו'. geht hervor, daß die Sühnopfer, von denen im 8. Kapitel des Esrabuches erzählt wird, für die Überlebenden aus der in Götzendienst versunkenen Zeit des Königs Zidkijahu dargebracht wurden, daß ferner diese Überlebenden, die mit ihrem Weinen das Freudengeschrei der andern übertönten, die Mehrheit bildeten.