Tehillim 91 תהילים

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1
יֹ֭שֵׁב בְּסֵ֣תֶר עֶלְי֑וֹן בְּצֵ֥ל שַׁ֝דַּ֗י יִתְלוֹנָֽן׃
Bernfeld[Wohl dem,] der in dem Schutz des Höchsten sitzt, der im Schatten des Allmächtigen weilt.
ZunzWer in dem Schutz des Höchsten sitzet, der ruhet im Schatten des Allmächtigen.
HirschEr thronte als עליון im Verborgenen, wollte als שדי noch im Schatten weilen.
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

Kap. 91, V. 1. 2. Dieser Ps. schließt sich unmittelbar dem vorigen an. Welch' einen Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit seine Sendung bilde, und wie das Volk seiner Sendung „Freiheit und Gesetz" aus Gottes Händen, und damit das Unterpfand des glückseligsten Zustandes auf Erden empfangen solle, das hatte Moses im vorigen Psalm ausgesprochen. In diesem Psalm spricht Moses nun den Schutz und die geschichtliche Unsterblichkeit aus, die dieses Volk unter der unmittelbaren Gottesleitung finden wird.

ישב וגו' אמר וגו'. עליון, שדי, ה', bezeichnen die drei Stufen der Gotteserkenntniß, zu welchen fortschreitend die Offenbarung Gottes in der Gründungsgeschichte Israels geführt. Die Erkenntniß Gottes als עליון, als über alle andern vergötterten Welt-Mächte hinausragenden Höchsten, als אלהא דאלהא, als Gott der Götter, wie es die Weisen ausdrücken, war auch in der abrahamitischen Mitwelt nicht ganz geschwunden (Siehe Pent. 1. B. M. 14, 18). Diesen „Höchsten" fand Abraham vor, allein ihm ward dieser „Höchste" der „Einzige," und während der Gedanke der Erhabenheit den עליון, den „Höchsten" בסתר, in die geheimnißvolle Zurückgezogenheit über die der physischen Naturordnung überlassenen Welt und ihr Getriebe hinaushob, offenbarte er sich Abraham und seinen Söhnen als שדי, als den בצל, in verborgener Unsichtbarkeit allen Kraft- und Machtentwickelungen sein די, sein „Genug," Maaß, Gesetz und Ziel Setzenden und die natürliche Ordnung der Dinge zu seinen Zwecken Lenkenden, der auch in seiner Einzigkeit der Welt und dem Menschen די, „genügt" (Pent. 1. B.

M. 17, 1) Und erst Moses trat Gott in seiner vollen, freien Persönlichkeit hervor, und offenbarte sich in seiner, von aller von ihm geschaffenen und gesetzten Weltordnung unabhängigen, dem Menschen und der Menschheit nahen, ihn und sie zu Seinem Heile erziehenden Unmittelbarkeit, wie dies von seinem Namen ה' getragen ist (Pent. 2. B. M. 6, 3).

Moses sagt daher: בסתר עליון, in der Verborgenheit des „Höchsten," d. h. in der Verborgenheit als „Höchster" thronte Gott, בצל שדי' im שדי'-Schatten, d. h. in Unsichtbarkeit als שדי' wollte er sich halten, ich aber sage von ה', der sich mir, in meinem eigenen Geschicke als מחסי' ומצודתי', als אלהי' אבטח בו erwiesen hat, daß הוא יצילך u. s. w. Der Gedanke: Gott ist aus dem zweiten Vers schon als Subjekt im ersten gedacht, um zu sagen, daß Der, der sich uns jetzt als ה' zeigt, derselbe ist, der von der Vorwelt und den Vätern als עליון und שדי' erkannt worden. Es ist aber das ישב und יתלונן von עליון und שדי' in der Gegenwart ausgesagt, weil auch jetzt noch da, wo die Erkenntniß Gottes als ה' noch nicht erreicht ist, Gott noch höchstens als עליון und שדי' in zurückgezogener Ferne gedacht wird.

מחסי וגו'. Gott hat sich Moses bereits als ה' in seinem unmittelbar persönlichen Nahetreten als Den erwiesen, den er seine Zuversicht und seine „ihn sich wahrende, gegen alles Feindliche schützende Burg" nennen kann, der ihm „sein Gott" geworden, der Lenker und Leiter seines Geschickes und seiner Thaten, dem er daher seine und seiner Sendung Zukunft „vertrauensvoll anheimgiebt." Von Ihm sagt daher Moses seinem Volke, daß „Er" in gleicher schützenden und rettenden Unmittelbarkeit ihm in seinem Geschicke und seiner Volkeszukunft nahe sein werde.

2
אֹמַ֗ר לַ֭יהֹוָה מַחְסִ֣י וּמְצוּדָתִ֑י אֱ֝לֹהַ֗י אֶבְטַח־בּֽוֹ׃
BernfeldIch spreche deshalb zum Herrn: Meine Zuflucht und meine Burg bist du, mein Gott, dem ich vertraue.
ZunzIch spreche zum Ewigen: Meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, dem ich vertraue.
HirschIch aber sage von Gott, der meine Zuversicht, meine Burg, mein Gott ist, auf den ich vertraue,
3
כִּ֤י ה֣וּא יַ֭צִּילְךָ מִפַּ֥ח יָק֗וּשׁ מִדֶּ֥בֶר הַוּֽוֹת׃
BernfeldEr wird dich retten von der Schlinge der Heimtücke, von der Pest des Verderbens.
ZunzDenn er wird dich retten von der Schlinge des Vogelstellers, von der Pest Verderben.
Hirschdaß Er dich retten wird von gelegter Falle, von vernichtender Pest.
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 3. כי וגו'. יקש hat gewöhnlich den in der Falle zu Fangenden als Objekt. Es kommt aber auch mit der Falle als Objekt vor. פח יקשו לי (Ps. 141, 9). Ebenso hier. פח יקוש sind die von Menschen drohenden Gefahren, דבר הוות: das aus der Elementarwelt drohende Verderben. הוות, es ist nicht unmöglich, daß הוות, als Pielform von היה, das Aufheben des Daseins, die Vernichtung bedeutet, in der nicht selten verneinenden Bedeutung des Piel's, wie דשן, סקל. Auch סקל kommt in beiden Bedeutungen vor. ויסקל באבנים (Sam. II. 16, 6, 13) mit Steinen bewerfen. סקלו מאבן (Jes. 62, 10) von Steinen reinigen. So vielleicht auch הוות: Brüten und Vernichten. Oder es hieße: von drohender, im Werden begriffener Pest.

4
בְּאֶבְרָת֨וֹ ׀ יָ֣סֶךְ לָ֭ךְ וְתַחַת־כְּנָפָ֣יו תֶּחְסֶ֑ה צִנָּ֖ה וְסֹחֵרָ֣ה אֲמִתּֽוֹ׃
BernfeldMit seiner Schwinge deckt er dich, und unter seinen Fittichen bist du geborgen. Schild und Panzer ist seine Treue.
ZunzMit seinem Gefieder deckt er dich, und unter seinen Fittigen bist du geborgen. Schild und Panzer ist seine Treue.
HirschMit seiner Schwinge deckt er dich und unter seine Flügel suchst du Schutz; Stachelschild und Panzer ist seine Wahrheit.
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 4. באברתו וגו'. אברה sind die ausgebreiteten Flügel. ישאהו על אברתו (5. B. M, 32, 11). כנפים mehr die ruhenden, bergenden Flügel, obgleich es auch die Flügel in Bewegung bedeutet (Siehe Pent. 1. B. M. 1, 21). Mit seinen über die ganze Menschheit ausgebreiteten Schwingen deckt er auch dich, ja nimmt er auch ganz besonders auf dich Rücksicht, insofern du ihm Werkzeug für die Heileszukunft der Menschheit bist, aber auch in besonderm engern Anschluß an ihn hast du unter die Flügel seiner besondern Waltung zuversichtlich Schutz zu suchen, wie der Muttervogel seine Jungen unter den Flügeln birgt. צנה, von צנן verw. mit שנן, scharf sein, wovon צנינים: Stachel: Stachelschild, womit der Feind fern gehalten wird. סוחרה, von סחר, verw. mit סהר das Runde, im Kreise sich bewegen: ein den ganzen Körper umgebender Schutz, Panzer. אמתו: seine Wahrheit, die du in dich aufnimmst, und der du dienst, hält alles Feindliche in fürchtender Scheu von dir fern, und wer sich an dich heranwagt, kann dir nicht schaden, du bist gegen seine Waffe gepanzert.

5
לֹֽא־תִ֭ירָא מִפַּ֣חַד לָ֑יְלָה מֵ֝חֵ֗ץ יָע֥וּף יוֹמָֽם׃
BernfeldDu hast nicht zu fürchten die Schrecken der Nacht, und den Pfeil, der am Tage abgeschossen wird.
ZunzNicht fürchtest du vor dem Schrecken der Nacht, vor dem Pfeile, der fliegt bei Tage,
HirschNicht hast du dich zu fürchten vor der Angst der Nacht, vor dem Pfeil, der am Tage fliegt,
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 5. 6. לא תירא וגו', weder heimlichen noch offenen Angriff von Menschen, und ebenso wenig den im Dunkel schleichenden oder offen wüthenden Tod durch feindliche Naturkräfte. פחד ist hier nicht nur die Angst, sondern der Gegenstand der Angst. Vielleicht so auch פחד יצחק 1. B. M. 31, 42. 53. קטב verw. mit קטף abrupfen, eine Todesart, die den Menschen rasch wegrafft. ישוד von שוד, entweder gleichbedeutend mit שדד, verheeren, oder verw. mit שוט, umherstreifen, sich ausbreiten, grassiren.

6
מִ֭דֶּבֶר בָּאֹ֣פֶל יַהֲלֹ֑ךְ מִ֝קֶּ֗טֶב יָשׁ֥וּד צׇהֳרָֽיִם׃
BernfeldAuch nicht die Pest, die im Dunkel schleicht, die Seuche, die am Mittag wütet.
ZunzVor der Pest, die im Dunkel schleicht, vor der Seuche, die wüthet am Mittage.
Hirschvor der Pest nicht, die im Dunkel schleicht, vor dem Tode nicht, der am Mittag rafft.
7
יִפֹּ֤ל מִצִּדְּךָ֨ ׀ אֶ֗לֶף וּרְבָבָ֥ה מִימִינֶ֑ךָ אֵ֝לֶ֗יךָ לֹ֣א יִגָּֽשׁ׃
BernfeldEs fallen dir zur Seite Tausende und Zehntausende zu deiner Rechten, zu dir tritt sie nicht heran
ZunzEs fallen dir zur Seite Tausend und Zehntausend zu deiner Rechten — dir nahet sie nicht.
HirschFällt ein Tausend zu deiner Linken und Zehntausend zu deiner Rechten, dir naht es nicht.
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 7. יפל וגו', selbst bei Kalamitäten, die große Massen niederwerfen, wirst du verschont bleiben.

8
רַ֭ק בְּעֵינֶ֣יךָ תַבִּ֑יט וְשִׁלֻּמַ֖ת רְשָׁעִ֣ים תִּרְאֶֽה׃
BernfeldMit deinen Augen wirst du hinblicken und die Vergeltung der Frevler sehen.
ZunzNur mit deinen Augen schauest du, und die Vergeltung der Frevler siehest du an.
HirschNur mit Augen sollst du es schauen, die Vergeltung Gesetzloser sehen.
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 8. רק וגו'. רק, ganz fern und unbekannt werden dir die Kalamitäten nicht bleiben, welche die Menschenwelt heimsuchen. Erleben wirst du sie alle, aber als zuschauender Beobachter, wirst aus den Katastrophen der Völkergeschichte erfahren, wie alles Gesetzlose sich selbst den Untergang bereitet:

9
כִּֽי־אַתָּ֣ה יְהֹוָ֣ה מַחְסִ֑י עֶ֝לְי֗וֹן שַׂ֣מְתָּ מְעוֹנֶֽךָ׃
Bernfeld[Weil du gesagt hast]: Du, Herr, bist meine Zuversicht; den Höchsten machtest du zu deiner Zuflucht.
ZunzDenn du, Ewiger, bist meine Zuversicht; den Höchsten machst du zu deiner Zuflucht.
HirschDenn du hast Gott, meine Zuversicht, den Höchsten, zum Träger deines Seins gemacht.
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 9. כי וגו'. Denn du hast, Gott, in den ich meine ganze Zuversicht habe, der aber von der übrigen Menschheit als עליון, als, in den menschlichen, irdischen Dingen, unnahbarer, ferner Höhe sich haltender „Höchster" gedacht wird, zu מעונך, zum „Boden und Träger deines ganzen zeitlichen Seins" (siehe Ps. 90, 1) gemacht. Diese Basis, auf welche du dein ganzes irdisches Sein gestellt hast, macht dasselbe gegen jeden schadenden Angriff und Eingriff geschützt.

10
לֹא־תְאֻנֶּ֣ה אֵלֶ֣יךָ רָעָ֑ה וְ֝נֶ֗גַע לֹא־יִקְרַ֥ב בְּאׇהֳלֶֽךָ׃
BernfeldKein Unglück wird dir widerfahren, und eine Plage naht nicht deinem Zelt.
ZunzNicht wird Unglück dir widerfahren, und eine Plage nahet nicht deinem Zelte.
HirschDir wird kein Unglück zugeschickt, und kein Gottesfinger nahet deinem Zelte.
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 10. לא וגו'. אנה zuschicken (Siehe Pent. 1. B. M. S. 38. 2. B. M. 21, 13). רעה sociales Uebel. נגע körperliches Leid (3. B. M. 13, 2). Wohl sendet Gott sociales Unglück und körperliches Leid, aber dir wird es nicht zugesandt, und deinem Familienleben bleibt es fern.

11
כִּ֣י מַ֭לְאָכָיו יְצַוֶּה־לָּ֑ךְ לִ֝שְׁמׇרְךָ֗ בְּכׇל־דְּרָכֶֽיךָ׃
BernfeldDenn seine Engel wird er dir entbieten, dich zu behüten auf all deinen Wegen.
ZunzDenn seine Engel entbietet er für dich, dich zu behüten auf all deinen Wegen.
HirschDenn seinen Engeln gebietet er für dich, dich zu hüthen auf allen deinen Wegen.
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 11. כי מלאכיו וגו', denn seine „Schickungen," seine Boten, die auch Leid der Erde bringen, sie sind von Ihm beauftragt, dich auf allen deinen Wegen zu hüthen.

12
עַל־כַּפַּ֥יִם יִשָּׂא֑וּנְךָ פֶּן־תִּגֹּ֖ף בָּאֶ֣בֶן רַגְלֶֽךָ׃
BernfeldAuf Händen werden sie dich tragen, dass nicht an dem Stein dein Fuß sich stoße.
ZunzAuf Händen tragen sie dich, daß nicht an dem Steine dein Fuß sich stoße.
HirschAuf Händen sollen sie dich tragen, daß du an keinem Stein dir den Fuß verletzest,
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 12. על כפים וגו', על „כפים", du bist ihnen ein anvertrautes, in ihre Hand gelegtes Gut.

13
עַל־שַׁ֣חַל וָפֶ֣תֶן תִּדְרֹ֑ךְ תִּרְמֹ֖ס כְּפִ֣יר וְתַנִּֽין׃
BernfeldÜber Löwe und Otter wirst du schreiten, zertreten junge Löwen und Drachen.
ZunzAuf Löw' und Otter trittst du, zertrittst junge Leuen und Drachen.
Hirschüber Schakal und Otter hinschreitest, Leu und Drache niedertretest:
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 13. על שחל וגו'. Dir unbewußt schreitest du über Gefahren hin, und wo dir mächtige Gewalt und List, כפיר und תנין, entgegentritt, da zertrittst du sie mit deinem Fuße, der nur im Dienste Gottes auftritt.

14
כִּ֤י בִ֣י חָ֭שַׁק וַאֲפַלְּטֵ֑הוּ אֲ֝שַׂגְּבֵ֗הוּ כִּֽי־יָדַ֥ע שְׁמִֽי׃
BernfeldDenn nach mir begehrt er, [spricht Gott], so will ich ihn befreien, ich stelle ihn hoch, weil er meinen Namen kennt.
ZunzDenn nach mir begehrt er, so befrei' ich ihn, ich stell' ihn hoch, weil er meinen Namen kennt.
Hirsch„Denn es hängt mit Lust an mir, darum rette ich es, hebe es hoch, weil es meinen Namen kennt;
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 14. כי וגו'. Es ist dies die Anrede an die Gottesboten, mit welcher ihnen die Huth Israels geboten wird. חשק eigentlich: umfassen, Etwas eng an sich schließen (siehe 2. B. M. 38, 10). Wie Andere an sinnlichen Gegenständen hangen, so hängt es mit innigem Verlangen an mir. Meine Nähe, mein Wohlgefallen, das Bewußtsein meiner Zufriedenheit mit ihm ist ihm das höchste Glück, darum lasse ich es aus allen Gefahren entrinnen.

אשגבהו, ich hebe es empor über alle irdische Bedenken und Fahrniß, כי ידע שמי, weil es „meinen Namen kennt," weil es vom Standpunkt der ihm mit meinem „Namen" geoffenbarten Wahrheit über mein Wollen und Walten sich und seine Welt begreift und würdigt,

15
יִקְרָאֵ֨נִי ׀ וְֽאֶעֱנֵ֗הוּ עִמּֽוֹ־אָנֹכִ֥י בְצָרָ֑ה אֲ֝חַלְּצֵ֗הוּ וַאֲכַבְּדֵֽהוּ׃
BernfeldEr soll mich anrufen und ich erhöre ihn, mit ihm bin ich in der Not; ich errette ihn und will ihn zu Ehren bringen.
ZunzEr ruft mich an und ich erhöre ihn, mit ihm bin ich in der Noth, ich errette ihn und schaffe ihm Ehren.
Hirsch„ruft es mich, so antworte ich ihm, mit ihm bin Ich in der Noth, mache es frei und bringe es zu Ehren,
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 15. יקראני וגו', ruft es mich, so antworte ich ihm, bin mit ihm und bei ihm in der Noth, mache es immer freier von aller irdischen Fessel, immer gerüsteter zur Vollbringung seiner Anfgabe, ואכבדהו, und lasse es endlich die ihm gebührende Achtung und Anerkennung unter den Menschen finden,

16
אֹ֣רֶךְ יָ֭מִים אַשְׂבִּיעֵ֑הוּ וְ֝אַרְאֵ֗הוּ בִּישׁוּעָתִֽי׃ {פ}
BernfeldMit langem Leben will ich ihn sättigen und ihn meine Hilfe schauen lassen.
ZunzMit langem Leben sättige ich ihn, und laß ihn meine Hülfe schauen.
Hirsch„sättige es mit der Tage Dauer und gebe ihm Anblick an meiner Hilfe."
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 16. ארך, ich lasse es alle Zeiten der Geschichte durchleben, mache es zu dem einzigen unsterblichen Volke unter den Völkern, ואראהו בישועתי, und gebe ihm Einsicht in die Gänge meiner Waltung, mit denen ich mein Heil für die Menschheit in der Menschheit herbeiführe — oder vielmehr: gebe ihm Anblick an meiner Hilfe, d. h. lasse es meine ישועה der Menschheit, meine die Menschheit zu wahrem, wirklichen Sein bringende Führung erleben. Vgl. Ps. 50, 23.