Nechemjah 3 נחמיה

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1
וַיָּ֡קׇם אֶלְיָשִׁיב֩ הַכֹּהֵ֨ן הַגָּד֜וֹל וְאֶחָ֣יו הַכֹּהֲנִ֗ים וַיִּבְנוּ֙ אֶת־שַׁ֣עַר הַצֹּ֔אן הֵ֣מָּה קִדְּשׁ֔וּהוּ וַֽיַּעֲמִ֖ידוּ דַּלְתֹתָ֑יו וְעַד־מִגְדַּ֤ל הַמֵּאָה֙ קִדְּשׁ֔וּהוּ עַ֖ד מִגְדַּ֥ל חֲנַנְאֵֽל׃ {ס}
BernfeldAlso machten sich auf der Hohepriester Eljasib, und seine Brüder, die Priester, und bauten das Schaftor; sie weihten es und setzten seine Türen ein, und bis zum Turm der Hundert stellten sie [die Mauer] fertig, bis zum Turm Hananel.
ZunzUnd es machte sich auf Eljaschib, der Hohepriester, und seine Brüder, die Priester, und baueten das Schafthor; sie weiheten es und setzten seine Thüren ein, und bis zum Thurm der Hundert weiheten sie es, bis zum Thurm Chananel.
R. BreuerEs machten sich auf Eljaschib, der Hohepriester, und seine Brüder, die Priester, und sie bauten das Schaftor; sie weiheten es und setzten seine Türen ein; bis zum Turm Hammeah weiheten sie es, bis zum Turm Chananel.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

Kap. 3. V. 1. Die Bauliste beginnt mit dem Anteil der priesterlichen Familie, an deren Spitze der Hohepriester Eljaschib stand. Sie erbauten das Schaftor, das (vgl. V. 32; 12, 39) nördlich vom Tempel lag. Vermutlich rührt der Name von den Opfertieren her, die durch dieses Tor zum Tempel getrieben wurden. Nach seiner Fertigstellung wurde das Tor geweiht. Die Weihung bestand wohl zunächst darin, daß die Einbeziehung des Tores in die Heiligkeit der heiligen Stadt mit ausdrücklichen Worten verkündet wurde. Vielleicht mag aber auch die Einsetzung der Türen, die das Tor gebrauchsfertig machten, den Akt der Weihung vollendet haben. Die Weihung des Schaftores wurde aber, wie der Text berichtigend hinzufügt, erst vollzogen, nachdem der Bau bis zu den Türmen Hammeah und Chananel fortgeschritten war. Die beiden Türme lagen nach 12, 39 zwischen dem Fischtor und Schaftor. Der Turm Chananel wird auch Jirm. 31, 37 und Secharjah 14, 10 erwähnt, doch geht über seine Lage aus diesen Versen nichts Bestimmtes hervor.

2
וְעַל־יָד֥וֹ בָנ֖וּ אַנְשֵׁ֣י יְרֵח֑וֹ וְעַל־יָד֣וֹ בָנָ֔ה זַכּ֖וּר בֶּן־אִמְרִֽי׃ {ס}
BernfeldUnd ihm zur Seite bauten die Männer von Jericho, und zur andern Seite baute Sakkur, Sohn Imri.
ZunzUnd ihm zur Seite baueten die Männer von Jerecho, und ihm zur (andern) Seite bauete Sakkur, Sohn Imri.
R. BreuerUnd ihm zur Seite bauten die Männer von Jericho, und zur (anderen) Seite baute Sakkur, der Sohn des Imri.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 2. Den einzelnen Gruppen der Bauleute waren bestimmte Mauerstücke zugewiesen. So bauten Eljaschib, dem Hohenpriester, zur Seite die Männer von Jericho und ihm zur anderen Seite (auch das zweite ועל ידו bezieht sich wohl auf Eljaschib, da es mit Bezug auf אנשי ירחו doch ועל ידם hätte heißen müssen) baute Sakkur, der Sohn des Imri.

3
וְאֵת֙ שַׁ֣עַר הַדָּגִ֔ים בָּנ֖וּ בְּנֵ֣י הַסְּנָאָ֑ה הֵ֣מָּה קֵר֔וּהוּ וַֽיַּעֲמִ֙ידוּ֙ דַּלְתֹתָ֔יו מַנְעוּלָ֖יו וּבְרִיחָֽיו׃ {ס}
BernfeldDas Fischtor bauten die Leute aus Senaa; sie bälkten es und setzten seine Türen ein mit Schlössern und Riegeln.
ZunzUnd das Fischthor baueten die Söhne des Senaah; sie bälkten es und setzten seine Thüren ein mit Schlössern und Riegeln.
R. BreuerUnd das Fischtor bauten die Söhne des Senaa, sie legten Balken hinein und setzten seine Türen ein, seine Schlösser und Riegel.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 3. Zur Lage des Fischtores vgl. 12, 39.

V. 3. Hier unterläßt es der Erzähler, den Inhalt des Gebetes mitzuteilen, wie um anzudeuten, daß in Stunden unmittelbarer Gefahr das Gebet die sofortige Einleitung von Schutzmaßregeln nicht verzögern darf.

עליהם bezieht sich auf die Bauleute, מפניהם auf die Feinde (Raschi).

4
וְעַל־יָדָ֣ם הֶחֱזִ֗יק מְרֵמ֤וֹת בֶּן־אוּרִיָּה֙ בֶּן־הַקּ֔וֹץ {ס} וְעַל־יָדָ֣ם הֶחֱזִ֔יק מְשֻׁלָּ֥ם בֶּן־בֶּרֶכְיָ֖ה בֶּן־מְשֵׁיזַבְאֵ֑ל {ס} וְעַל־יָדָ֣ם הֶֽחֱזִ֔יק צָד֖וֹק בֶּֽן־בַּעֲנָֽא׃ {ס}
BernfeldIhnen zur Seite griff zu Meremot, Sohn Urija, Sohnes Hakkoz; ihnen zur Seite griff zu Mesullam, Sohn Berechja, Sohnes Mesesabel; ihnen zur Seite griff zu Zadok, Sohn Baana.
ZunzUnd ihnen zur Seite legte Hand an Meremot, Sohn Urijah, Sohnes Hakkoz; und ihnen zur Seite legte Hand an Meschullam, Sohn Berechjah, Sohnes Meschesabel; und ihnen zur Seite legte Hand an Zadok, Sohn Baana.
R. BreuerIhnen zur Seite besserte aus Meremoth, der Sohn Urias, des Sohnes Hakkoz’; ihnen zur Seite besserte aus Meschullam, der Sohn Berechjas, des Sohnes Meschesabels; ihnen zur Seite besserte aus Zadok, der Sohn Baanas.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 4. Während בנה den Neubau einer eingefallenen Mauer bedeutet, ist unter החזיק die Ausbesserung einer brüchigen Mauer zu verstehen (Malbim).

V. 4. Es war höchste Zeit, daß zur Verteidigung etwas geschah. Denn schon kam eine offizielle Abordnung der Judäer — das liegt in dem seltsamen ויאמר יהודה — und berichtete, daß unter dem Eindruck der drohenden Gefahr die Kraft der mit dem Wegschaffen des massenhaften Bauschutts sich abmühenden Arbeiter nachzulassen beginne, wodurch die Fortsetzung des Baues unmöglich geworden sei.

5
וְעַל־יָדָ֖ם הֶחֱזִ֣יקוּ הַתְּקוֹעִ֑ים וְאַדִּֽירֵיהֶם֙ לֹא־הֵבִ֣יאוּ צַוָּרָ֔ם בַּעֲבֹדַ֖ת אֲדֹנֵיהֶֽם׃ {ס}
BernfeldIhnen zur Seite griffen Leute von Tekoa zu; aber die Vornehmen unter ihnen brachten nicht ihren Nacken unter den Dienst ihres Herrn, [sie arbeiteten nicht mit an der Mauer].
ZunzUnd ihnen zur Seite legten die Tekoim Hand an; aber die Vornehmen unter ihnen brachten nicht ihren Nacken unter den Dienst ihres Herrn.
R. BreuerIhnen zur Seite besserten aus die Männer aus Thekoa, aber die Vornehmen unter ihnen brachten ihren Nacken nicht unter den Dienst ihres Herrn.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 5. Die Vornehmen von Thekoa hielten es unter ihrer Würde, sich an der Ausführung des Mauerbaues zu beteiligen. Sie bedachten nicht, daß Gott der Bauherr war, unter dessen Willen sie ihren Nacken hätten dienend beugen müssen.

V. 5. Hier nimmt der Erzähler das erst im folgenden Vers zu Erzählende vorweg, wonach man auf jüdischer Seite über die Vorgänge im feindlichen Lager durch Spione unterrichtet war. Die Feinde planten einen plötzlichen Überfall, sie unternahmen es, die Bauenden zu erschlagen, um den Bau zu vernichten.

6
וְאֵת֩ שַׁ֨עַר הַיְשָׁנָ֜ה הֶחֱזִ֗יקוּ יֽוֹיָדָע֙ בֶּן־פָּסֵ֔חַ וּמְשֻׁלָּ֖ם בֶּן־בְּסֽוֹדְיָ֑ה הֵ֣מָּה קֵר֔וּהוּ וַֽיַּעֲמִ֙ידוּ֙ דַּלְתֹתָ֔יו וּמַנְעֻלָ֖יו וּבְרִיחָֽיו׃ {ס}
BernfeldAn dem alten Tor griffen zu Jojada, Sohn Paßeah, und Mesullam, Sohn Beßodeja; sie bälkten es und setzten seine Türen ein mit Schlössern und Riegeln.
ZunzUnd an das alte Thor legten Hand an Jojada, Sohn Paßeach, und Meschullam, Sohn Beßodjah; sie bälkten es und setzten seine Thüren ein mit Schlössern und Riegeln.
R. BreuerDas alte Tor besserten aus Jojada, der Sohn des Passeach, und Meschullam, der Sohn des Besodjah, sie legten Balken hinein und setzten seine Türen ein, seine Schlösser und Riegel.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 6. Malbim weist nach, daß das „alte Tor“ identisch ist mit dem Chr. II 26, 9 erwähnten שער הפנה.

V. 6. Die Judäer, die mitten unter der heidnischen Bevölkerung wohnten, wußten aus nächster Nähe, was die Feinde planten. Im Augenblick der Gefahr erwachte in ihnen das jüdische Gemeinschaftsgefühl zu solcher Stärke, daß sie ungeachtet des Spionenschicksals, das sie bedrohte, zu den an der Mauer Jerusalems bauenden Stammgenossen überliefen von allen Orten her, wo sie siedelten, und jene mit aller Eindringlichkeit, nicht ein-, sondern zehnmal beschworen: Bleibt nicht an dem gefahrvollen Orte, wo euch der feindliche Überfall unversehens bedroht, verlaßt ihn und flieht und kehrt zurück zu uns!

אשר ist hier nicht relativische Anknüpfung an המקמות, sondern von ויאמרו abhängige Partikel zur Einleitung der direkten Redeform des תשובו עלינו.

7
וְעַל־יָדָ֨ם הֶחֱזִ֜יק מְלַטְיָ֣ה הַגִּבְעֹנִ֗י וְיָדוֹן֙ הַמֵּרֹ֣נֹתִ֔י אַנְשֵׁ֥י גִבְע֖וֹן וְהַמִּצְפָּ֑ה לְכִסֵּ֕א פַּחַ֖ת עֵ֥בֶר הַנָּהָֽר׃ {ס}
BernfeldIhnen zur Seite griffen zu Melatja aus Gibeon, und Jadon aus Meronot, Männer von Gibeon und Mizpa, vom Sitze des Landpflegers jenseits des Stromes.
ZunzUnd ihnen zur Seite legte Hand an Melatjah der Gibeoni, und Jadon, der Meronoti, Männer von Gibeon und Mizpah, vom Sitze des Landpflegers jenseit des Stromes.
R. BreuerIhnen zur Seite besserten aus Melatja aus Gibeon und Jadon aus Meronoth, die Männer von Gibeon und Mizpah, die unter der Herrschaft des Statthalters jenseits des Stromes standen.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 7. Die Männer von Gibeon und Mizpah werden, wie Malbim bemerkt, in Esra 2 nicht unter den aus Babel Heimkehrenden genannt: sie hatten die Heimat nie verlassen und standen unter der Herrschaft des über die in der Heimat Verbliebenen eingesetzten Landpflegers, während die mit Serubabel und Esra Heimgekehrten unter Serubabels und Nehemias Statthalterschaft standen.

V. 7. Nehemia folgt dem Rufe der Überläufer nicht. Er verharrt mit den Seinen bei dem teuren Orte, dessen Befestigung das Ziel ihres heiligen Strebens ist. Die Stellung, die er von den Seinen, nach Geschlechtern geordnet, mit vielfältigem Kriegsgerät bewaffnet, für die Zurückschlagung des erwarteten Überfalls beziehen läßt, wird mit aller Vorsorge bestimmt: sie befindet sich unterhalb des Geländes, wo sie der Feind zu überraschen plante, hinter der Mauer auf felsigem Grunde. Hier läßt er sie sich aufstellen und auf die Dinge warten, die da kommen würden. Bei dieser Verteidigung rechnet er mehr auf die Gunst der Stellung als auf die Zahl und Kampfkraft der Menschen, was der Erzähler durch das wiederholte ואעמיד andeutet: Bei der Aufstellung schwebte ihm zuvörderst die günstige Lage des für die Verteidigung gewählten Ortes und erst in zweiter Linie das nach Geschlechtern geordnete Volk mit seiner Waffenausrüstung vor.

8
עַל־יָד֣וֹ הֶחֱזִ֗יק עֻזִּיאֵ֤ל בֶּֽן־חַרְהֲיָה֙ צֽוֹרְפִ֔ים {ס} וְעַל־יָד֣וֹ הֶחֱזִ֔יק חֲנַנְיָ֖ה בֶּן־הָרַקָּחִ֑ים וַיַּֽעַזְבוּ֙ יְר֣וּשָׁלַ֔͏ִם עַ֖ד הַחוֹמָ֥ה הָרְחָבָֽה׃ {ס}
BernfeldIhnen zur Seite griff zu Usiel, Sohn Harhaja, von den Goldschmieden; ihm zur Seite griff zu Hananja, von den Salbenmischern; sie pflasterten Jerusalem bis an die breite Mauer.
ZunzIhnen zur Seite legte Hand an Usiel, Sohn Charhajah, von den Goldschmieden; und ihm zur Seite legte Hand an Chananjah, von den Salbenmischern; und sie pflasterten Jeruschalajim bis an die breite Mauer.
R. BreuerDaneben besserte aus Usiel, der Sohn des Harhajah, von den Goldschmieden; ihm zur Seite besserte aus Chananjah, von den Salbenmischern; sie pflasterten Jerusalem bis an die breite Mauer.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 8. ויעזבו ist ein sehr schwieriges Wort. Raschi erklärt: מלאוה עפר. Im מצודת ציון wird auf מעזיבה Estrich hingewiesen. Unsere Übersetzung dürfte der überlieferten Auffassung entsprechen.

V. 8. Der Aufruf, den Nehemia an das zur Verteidigung aufgestellte Volk von hoch bis niedrig ergehen ließ, muß nicht, wie Raschi und Malbim erläutern, durch den Anblick des heranrückenden Feindes veranlaßt worden sein. Objekt von וארא können auch die ängstlichen Mienen sein, denen er bei einer Umschau begegnete: sie mögen ihn bestimmt haben, aufzustehen und sie aufzuraffen zum Vertrauen auf Gott, den Großen und Furchtbaren, der sie und die Ihren, für die sie ja kämpfen würden, nicht verlassen werde.

9
וְעַל־יָדָ֤ם הֶחֱזִיק֙ רְפָיָ֣ה בֶן־ח֔וּר שַׂ֕ר חֲצִ֖י פֶּ֥לֶךְ יְרוּשָׁלָֽ͏ִם׃ {ס}
BernfeldIhnen zur Seite griff zu Refaja, Sohn Hur, Oberster des halben Bezirks von Jerusalem.
ZunzUnd ihnen zur Seite legte Hand an Refajah, Sohn Chur, Oberster des halben Bezirks von Jeruschalajim.
R. BreuerIhnen zur Seite besserte aus Refajah, der Sohn des Chur, der Oberste der Hälfte des Bezirks von Jerusalem.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 9. So sehr war der Plan der Feinde auf Überrumpelung aufgebaut, daß, als sich herausstellte, daß ihre Berechnung falsch war, ihr ganzer Plan in sich zusammenfiel. Wieder einmal hatte Gott seine schützende Hand über Israel gebreitet. Alles kehrte zur Arbeit an der Mauer zurück.

10
וְעַל־יָדָ֧ם הֶחֱזִ֛יק יְדָיָ֥ה בֶן־חֲרוּמַ֖ף וְנֶ֣גֶד בֵּית֑וֹ וְעַל־יָד֣וֹ הֶחֱזִ֔יק חַטּ֖וּשׁ בֶּן־חֲשַׁבְנְיָֽה׃ {ס}
BernfeldIhnen zur Seite griff zu Jedaja, Sohn Harumaf, und zwar seinem Hause gegenüber; und ihm zur Seite griff zu Hattus, Sohn Hasabneja.
ZunzUnd ihnen zur Seite legte Hand an Jedajah, Sohn Charumaf, und zwar seinem Hause gegenüber; und ihm zur Seite legte Hand an Chattusch, Sohn Chaschabnejah.
R. BreuerIhnen zur Seite besserte aus Jedajah, der Sohn des Charumaf und gegenüber seinem Hause; ihm zur Seite besserte aus Chattusch, der Sohn des Chasabnejah.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 10. ונגד ביתו. Entweder befand sich das Mauerstück, das Jedajah ausbesserte, gegenüber seinem Hause (Raschi), oder es wurde neben dem Stück, das Jedajah dem Refajah zur Seite ausbesserte, von ihm auch noch ein anderes bearbeitet, das gegenüber seinem Hause lag (מצודת דוד und Malbim). Nach der ersteren Auffassung müßte das ו von ונגד mit „und zwar“, nach der letzteren mit „und außerdem“ wiedergegeben werden. Unsere Übersetzung läßt die Frage, welche Auffassung die richtige ist, offen.

V. 10. Hatte es der Feind auch nicht gewagt, seinen Plan auszuführen, so war doch mit seiner Feindseligkeit nach wie vor zu rechnen. Vorsorglich traf Nehemia darum die Einrichtung, daß von den jungen Leuten seiner Umgebung, die ursprünglich, wie es scheint, samt und sonders zu Wachleuten bestimmt waren, nunmehr zur Beschleunigung des Aufbauwerkes die Hälfte zur Arbeit an der Mauer abkommandiert wurde, während die andere Hälfte unter den Waffen blieb und auch die Obersten des Volkes kampfbereit bei ihren Abteilungen zu verbleiben hatten.

11
מִדָּ֣ה שֵׁנִ֗ית הֶחֱזִיק֙ מַלְכִּיָּ֣ה בֶן־חָרִ֔ם וְחַשּׁ֖וּב בֶּן־פַּחַ֣ת מוֹאָ֑ב וְאֵ֖ת מִגְדַּ֥ל הַתַּנּוּרִֽים׃ {ס}
BernfeldAn eine zweite Abteilung griff zu Maltija, Sohn Harim, und Hasub, Sohn Pahat-Moab, und auch an dem Öfenturm.
ZunzAn eine zweite Abtheilung legte Hand an Malkijah, Sohn Charim, und Chaschub, Sohn Pachat Moab, und auch an den Thurm der Oefen.
R. BreuerEinen zweiten Abschnitt besserte aus Malkijah, der Sohn des Charim, und Chaschub, der Sohn des Pachath Moab, dazu den Ofenturm.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 11-12. Die Verteidigung für den Fall eines feindlichen Angriffs überließ Nehemia den bewaffneten jungen Leuten nicht allein. Auch die Bauleute und Lastträger waren bewaffnet. V. 11 schildert dieses Arbeiten unter Waffen in jener dramatisch einprägsamen Form, in der es auf die Nachwelt kam und noch heute als geflügeltes Wort lebendig ist: in der einen Hand die Kelle, in der andern das Schwert. Die geschichtliche Wahrheit aber gebietet das Eingeständnis, daß Bauleute, die in der einen Hand das Schwert tragen, auch mit der anderen nicht arbeitsfähig sind. Darum fährt V. 12 fort und berichtet berichtigend: Sie hatten die Schwerter um die Hüften gegürtet, während sie arbeiteten, und wenn es in V. 11 hieß, daß sie die Waffe in der Hand hielten, so sollte damit nur die sofortige Kampfbereitschaft der Arbeiter eindrucksvoll gezeichnet werden, die in jedem Augenblick darauf gefaßt waren, sich auf das Signal des Posaunenbläsers an Nehemias Seite zur Abwehr des Feindes sammeln zu müssen.

12
וְעַל־יָד֣וֹ הֶחֱזִ֗יק שַׁלּוּם֙ בֶּן־הַלּוֹחֵ֔שׁ שַׂ֕ר חֲצִ֖י פֶּ֣לֶךְ יְרוּשָׁלָ֑͏ִם ה֖וּא וּבְנוֹתָֽיו׃ {ס}
BernfeldIhm zur Seite griff zu Sallum, Sohn des Lohes, Oberster des halben Bezirks von Jerusalem, er und seine Töchter.
ZunzUnd ihm zur Seite legte Hand an Schallum, Sohn des Lochesch, Oberster des halben Bezirks von Jeruschalajim, er und seine Töchter.
R. BreuerIhm zur Seite besserte aus Schallum, der Sohn des Hallochesch, der Oberste der Hälfte des Bezirks von Jerusalem, er und seine Töchter.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 12. ובנותיו wäre man geneigt im Sinne von „Tochterstädte“ aufzufassen, wenn nicht das vorausgehende הוא sich offenbar auf שלום bezöge und dementsprechend ובנותיו eben die Töchter dieses שלום wären, die es sich nicht nehmen ließen, ihren Vater bei seiner heiligen Arbeit zu unterstützen. Eben die ungewöhnliche Tatsache, daß bei der Ausbesserung des von Schallum bearbeiteten Mauerstücks auch Frauen beteiligt waren, veranlaßte wohl den Erzähler, dies besonders hervorzuheben.

V. 14f. Während Malbim sich redlich bemüht, die hier verzeichneten Örtlichkeiten festzustellen, bemerkt Raschi mit einer gewissen Resignation: הם היו מכירים מקומות הללו, sie kannten diese Örtlichkeiten: sie waren dort heimisch, sie gingen dort ein und aus, wie nur Eingeborene und Seßhafte mit jedem Weg und Steg ihres Wohnsitzes vertraut sein können; wir aber tasten im Dunkeln, wenn wir heute nach Jahrtausenden feststellen wollen, wo Malkijah, Schallum usw. gewandelt sind und sich aufgehalten haben, um ihr Aufbauwerk zu verrichten.

13
אֵת֩ שַׁ֨עַר הַגַּ֜יְא הֶחֱזִ֣יק חָנוּן֮ וְיֹשְׁבֵ֣י זָנ֒וֹחַ֒ הֵ֣מָּה בָנ֔וּהוּ וַֽיַּעֲמִ֙ידוּ֙ דַּלְתֹתָ֔יו מַנְעֻלָ֖יו וּבְרִיחָ֑יו וְאֶ֤לֶף אַמָּה֙ בַּחוֹמָ֔ה עַ֖ד שַׁ֥עַר הָשְׁפֽוֹת׃
BernfeldAm Thaltor griffen zu Hanun und die Bewohner von Sanoah, sie bauten es und setzten seine Türen ein mit Schlössern und Riegeln, und weitere tausend Ellen von der Mauer bis zum Misttor.
ZunzAn das Thalthor legte Hand an Chanun und die Bewohner von Sanoach, sie baueten es und setzten seine Thüren ein mit Schlössern und Riegeln, und tausend Ellen von der Mauer bis zum Mistthor.
R. BreuerDas Taltor besserte aus Chanun und die Bewohner von Sanoach, sie bauten es aus und setzten seine Türen ein, seine Schlösser und Riegel; tausend Ellen waren es an der Mauer bis zum Misttor.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 13-14. Die Aufgabe des Posaunenbläsers war, im Falle eines feindlichen Angriffs die zu einem großen und umfangreichen Werke auf der Mauer Zerstreuten aus ihrer Vereinzelung und gegenseitigen Entfernung an den Ausgangspunkt des Posaunenschalls zu sammeln. Daß dieser Schall nicht bloß Sammelruf der Kämpfer, sondern auch als Aufruf der Herzen zu Gott, als dem obersten Kriegsherrn, empfunden werden würde, dafür bürgte das von Thora und Tradition zu vielfältiger heiliger Mission geweihte Instrument, das Nehemia hier verwenden ließ: das Schofar.

14
וְאֵ֣ת ׀ שַׁ֣עַר הָאַשְׁפּ֗וֹת הֶחֱזִיק֙ מַלְכִּיָּ֣ה בֶן־רֵכָ֔ב שַׂ֖ר פֶּ֣לֶךְ בֵּית־הַכָּ֑רֶם ה֣וּא יִבְנֶ֔נּוּ וְיַעֲמִיד֙ דַּלְתֹתָ֔יו מַנְעֻלָ֖יו וּבְרִיחָֽיו׃ {ס}
BernfeldAm Misttor griff zu Malkija, Sohn Rehab, Oberster des Bezirks des Weinbergs; er baute es und setzte seine Türen ein mit Schlössern und Riegeln.
ZunzUnd an das Mistthor legte Hand an Malkijah, Sohn Rechab, Oberster des Bezirks des Weinbergs; er bauete es und setzte seine Thüren ein mit Schlössern und Riegeln.
R. BreuerDas Misttor besserte aus Malkijah, der Sohn des Rechab, der Oberste des Bezirks von Beth-Hakkerem, er baute es auf und setzte seine Türen ein, seine Schlösser und Riegel.
15
וְאֵת֩ שַׁ֨עַר הָעַ֜יִן הֶ֠חֱזִ֠יק שַׁלּ֣וּן בֶּן־כׇּל־חֹזֶה֮ שַׂ֣ר פֶּ֣לֶךְ הַמִּצְפָּה֒ ה֤וּא יִבְנֶ֙נּוּ֙ וִיטַֽלְלֶ֔נּוּ (ויעמידו) [וְיַעֲמִיד֙] דַּלְתֹתָ֔יו מַנְעֻלָ֖יו וּבְרִיחָ֑יו וְ֠אֵ֠ת חוֹמַ֞ת בְּרֵכַ֤ת הַשֶּׁ֙לַח֙ לְגַן־הַמֶּ֔לֶךְ וְעַד־הַֽמַּעֲל֔וֹת הַיּוֹרְד֖וֹת מֵעִ֥יר דָּוִֽיד׃ {ס}
BernfeldAm Quellentor griff zu Sallun, Sohn des Kol-Hose, Oberster des Bezirks Mizpa; er baute es und deckte es, und setzte seine Türen ein mit Schlossern und Riegeln und die Mauer des Teiches Siloah an dem Garten des Königs, bis zu den Stufen, die hinabführen von der Stadt Davids.
ZunzUnd an das Quellenthor legte Hand an Schallum, Sohn des Kol Choseh, Oberster des Bezirks Mizpah; er bauete es und deckte es, und setzte seine Thüren ein mit Schlössern und Riegeln; und an die Mauer des Teiches Schelach an dem Garten des Königs, und bis zu den Stufen, die hinabführen von der Stadt Dawid's.
R. BreuerDas Quellentor besserte aus Schallun, der Sohn des Kol-Chose, der Oberste des Bezirks Mizpah, er baute es und deckte es und setzte seine Türen ein, seine Schlösser und Riegel; und ebenso (baute er) die Mauer des Teiches der Wasserleitung zum Königsgarten, bis zu den Stufen, die von der Davidsstadt hinabführten.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 15-17. Bei der Erklärung dieser ungemein schwierigen Verse möchten wir zu vermuten wagen, daß Nehemia hier einen Unterschied macht zwischen „wir“ und dem „Volke“. Im Gegensatz zu so manchen Volks- und Heerführern, die in schweren Zeiten die Hauptlast den Schultern des „Volkes“ aufbürden, während sie selber hinter der Front ein behagliches Etappendasein führen, bewährte sich Nehemia in jener schweren Zeit, als mitten unter den Arbeiten des Aufbauwerks täglich und stündlich mit einem feindlichen Angriff zu rechnen war, als einer jener אלופים, jener Fürsten, deren fürstlicher Vorzug darin besteht, daß sie מסבלים, die meistbelasteten sind. (Vgl. Komm. Ps. 144, 14). Nehemia und die Leute seiner nächsten Umgebung arbeiteten mit am Werke, ja, die eine Hälfte von ihnen war, wie schon oben V. 10. berichtet wurde, ausschließlich zum Dienste mit der Waffe bestimmt. Arbeitend und kampfbereit harrten sie aus im Dienste vom Anbruch des Morgengrauens bis zum Aufgang der Sterne. (Aus dieser Wendung מעלות השחר עד צאת הכוכבים in Verbindung mit dem Satze des folgenden Verses והיו לנו הלילה משמר והיום מלאכה folgert der Talmud Berachoth 2b, daß die Nacht mit dem Aufgang der Sterne beginnt.)

Ja, seiner nächsten Umgebung mutete Nehemia eine dienstliche Opferbereitschaft zu, die er von den anderen, dem „Volke“ nicht erwarten zu dürfen glaubte. Selbst in dieser Zeit, wo im Angesichte des drohenden Feindes höchste Alarmbereitschaft Tag und Nacht geboten war, gestattete er dem Volke von alt bis jung, die gefahrvolle Stelle an der Mauer zu verlassen und in Jerusalem zu übernachten. „Uns“ aber, Nehemia und seine Leute trafen Tag und Nacht auf dem Posten. (והיו bezieht sich auf הלילה und והיום). Für „uns“ gab es keine Ruhe und keinen Schlaf. „Uns“ war die Nacht eine Zeit der Wache und der Tag eine Zeit der Arbeit. Ohne unsere Kleider abzulegen, harrte ich und harrten meine Brüder usw. im Dienste aus bei Tag und bei Nacht.

איש שלחו המים. Raschi und Malbim ergänzen hier das Wort ואין aus dem Vordersatze: sie entkleideten sich nicht, weder zum Zwecke der Ruhe, noch um die Kleider im Wasser zu waschen, wobei שלחו im Targumsinne, wie הפשטו, zu verstehen wäre. Wir haben im Sinne dieser Auffassung übersetzt. Dagegen faßt מצודת דוד diesen fast unerklärlichen Satz als einen selbständigen, von ואין unabhängigen auf: sie entkleideten sich nur, wenn sie טבילה-bedürftig waren. Diese Erklärungen sind so unbefriedigend, daß wir versucht wären, שלחו von שלח Waffe (s. o. V. 11) abzuleiten und etwa folgendes zu meinen: In übermenschlicher Anstrengung harrten diese Menschen Tag und Nacht im Dienste aus. Sie legten ihre Kleider nicht ab und sie schliefen nicht. Sie waren bewaffnet mit Lanzen, mit Schilden, mit Bogen und mit Panzern. Doch was halfen ihnen diese Waffen im Kampfe mit dem gefährlichsten Feind, der sie des Nachts bedrohte, dem Schlafe? Hier half ihnen nur eine Waffe: sie hielten sich künstlich wach, indem sie, wenn sie der Schlaf zu übermannen drohte, ihre brennenden Augen mit erfrischendem Wasser wuschen: איש שלחו המים, ein jeder dieser Schwerbewaffneten fand im Wasser die einzige Waffe, die ihn künstlich wach und kampfbereit erhielt. —

16
אַחֲרָ֤יו הֶחֱזִיק֙ נְחֶמְיָ֣ה בֶן־עַזְבּ֔וּק שַׂ֕ר חֲצִ֖י פֶּ֣לֶךְ בֵּֽית־צ֑וּר עַד־נֶ֙גֶד֙ קִבְרֵ֣י דָוִ֔יד וְעַד־הַבְּרֵכָה֙ הָעֲשׂוּיָ֔ה וְעַ֖ד בֵּ֥ית הַגִּבֹּרִֽים׃ {ס}
BernfeldNächst ihm griffen [am Bau] zu Nehemja, Sohn Asbuk, Oberster des halben Bezirks von Bet-Zur, bis gegen die Gräber Davids und dem neu angelegten Teich, bis zum Hause der Helden.
ZunzNächst ihm legte Hand an Rechemjah, Sohn Asbuk, Oberster des halben Bezirks von Bet Zur, bis gegen die Gräber Dawid's und bis zu dem (neu) angelegten Teiche und bis zum Hause der Helden.
R. BreuerNach ihm besserte aus Nehemia, der Sohn des Asbuk, der Oberste der Hälfte des Bezirks von Beth-Zur, gegenüber den Davidsgräbern, bis zum künstlichen Teich, bis zum Haus der Helden.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 16. בית הגברים. Unter diesem „Haus der Helden“ wird man sich wohl ein Versammlungshaus der Heeresführer vorzustellen haben, so ähnlich wie in unseren Tagen die Offiziere in besonderen Klubräumen sich zu versammeln pflegen.

17
אַחֲרָ֛יו הֶחֱזִ֥יקוּ הַלְוִיִּ֖ם רְח֣וּם בֶּן־בָּנִ֑י {ס} עַל־יָד֣וֹ הֶחֱזִ֗יק חֲשַׁבְיָ֛ה שַׂר־חֲצִי־פֶ֥לֶךְ קְעִילָ֖ה לְפִלְכּֽוֹ׃ {ס}
BernfeldNächst ihm bauten die Leviten, Rehum, Sohn Bani; ihm zur Seite griff zu Hafabja, Oberster des halben Bezirks von Këila für seinen Bezirk.
ZunzNächst ihm legten Hand an die Lewiim: Rechum Sohn Bani; ihm zur Seite legte Hand an Chaschabjah, Oberster des halben Bezirks von Keïlah für seinen Bezirk.
R. BreuerNach ihm besserten aus die Leviten: Rechum, der Sohn des Bani; neben ihm besserte aus Chaschabjah, der Oberste der Hälfte des Bezirks Keilah für seinen Bezirk.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 17. In לפלכו ist das כ mit Dagesch versehen, gemäß der grammatischen Regel für die Buchstaben בג"ד כפ"ת. In unserer Raschi-Ausgabe wird auf תום' זבחים קי"ז ד"ה פלכו verwiesen, wo das כף דגושה in לפלכו mit נסך נסכו verglichen wird. In זבחים das. ist die Rede vom בן לוי שהרג גולה מפלך לפלך ואם גולה לפלכו פלכו קולטו. Wenn ein Levite unabsichtlich getötet hat, dann flieht er von einem Levitenbezirk in den andern; ist er aber in seinem eigenen Bezirk von einem Ort zum andern geflohen, dann übt sein eigener Bezirk die Funktion des Aufnehmens aus. Im Anschluß an dieses פלכו קולטו verweist die zitierte Toßafoth-Stelle auf unseren Vers in Nehemia 3. Vielleicht verbreitet dieser Hinweis Licht über das an und für sich ganz überflüssige לפלכו in unserem Verse. Auch חשביה, der Oberste des halben Bezirks von Keilah, war offenbar Levite, wie aus der Mehrzahlform הלוים erhellt (vgl. auch das אחיהם im folgenden Verse), das sich nicht nur auf רחום beziehen kann. Das überflüssige לפלכו dürfte sich nun vielleicht aus der Tatsache erklären, daß die Leviten durch ein im ערי מקלט-Gesetz begründetes Zusammengehörigkeitsgefühl so verwachsen waren, daß wenn חשביה an der Mauer Jerusalems sein Aufbauwerk verrichtete, in ihm und durch ihn sein ganzer Bezirk sich vertreten fühlte.

18
אַחֲרָיו֙ הֶחֱזִ֣יקוּ אֲחֵיהֶ֔ם בַּוַּ֖י בֶּן־חֵנָדָ֑ד שַׂ֕ר חֲצִ֖י פֶּ֥לֶךְ קְעִילָֽה׃ {ס}
BernfeldNächst ihm arbeiteten ihre Brüder: Bawai Sohn Henadad, Oberster des halben Bezirks von Këila.
ZunzNächst ihm legten Hand an ihre Brüder: Bawai Sohn Chenadad, Oberster des halben Bezirks von Keïlah.
R. BreuerNach ihm besserten aus ihre Brüder; Bawai, der Sohn des Chenadad, der Oberste der Hälfte des Bezirks Keilah.
19
וַיְחַזֵּ֨ק עַל־יָד֜וֹ עֵ֧זֶר בֶּן־יֵשׁ֛וּעַ שַׂ֥ר הַמִּצְפָּ֖ה מִדָּ֣ה שֵׁנִ֑ית מִנֶּ֕גֶד עֲלֹ֥ת הַנֶּ֖שֶׁק הַמִּקְצֹֽעַ׃ {ס}
BernfeldIhm zur Seite bauten mit Eser, Sohn Jesua, Oberster von Mizpa, in der zweiten Abteilung, gegenüber dem Aufgang zu dem Rüsthause, in dem Winkel.
ZunzUnd es legte ihm zur Seite Hand an Eser, Sohn Jeschua, Oberster von Mizpah, in der zweiten Abtheilung, gegenüber dem Aufgang zum Rüsthause, in dem Winkel.
R. BreuerEs besserte aus zu seiner Seite Eser, der Sohn des Jeschua, der Oberste von Mizpah, ein zweites Stück, gegenüber dem Aufgang zu dem Rüsthause in dem Winkel.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 19. מדה שנית. Das Stück, das Eser ausbesserte, war so groß wie das von Bawai (V. 18) bearbeitete.

הנשק. Hängt offenbar, wie aus Raschi hervorgeht, mit dem בית הגבורים (V. 16) zusammen. Wie es ein Versammlungshaus für die Heeresführer gab, so waren auch die Kriegsgeräte in einem besonderen Gebäude (Arsenal, Zeughaus) untergebracht.

20
אַחֲרָ֨יו הֶחֱרָ֧ה הֶחֱזִ֛יק בָּר֥וּךְ בֶּן־[זַכַּ֖י] (זבי) מִדָּ֣ה שֵׁנִ֑ית מִ֨ן־הַמִּקְצ֔וֹעַ עַד־פֶּ֙תַח֙ בֵּ֣ית אֶלְיָשִׁ֔יב הַכֹּהֵ֖ן הַגָּדֽוֹל׃ {ס}
BernfeldNächst ihm arbeitete Baruch, Sohn Sabbai, eifrig mit an der zweiten Abteilung, von dem Winkel bis zum Eingange des Hauses des Hohepriesters Eljasib.
ZunzNächst ihm legte Baruch, Sohn Sabbai, eifrig Hand an an die zweite Abtheilung, von dem Winkel bis zum Eingange des Hauses Eljaschib's, des Hohenpriesters.
R. BreuerNach ihm besserte aus mit glühendem Eifer Baruch, der Sohn des Sakkai, ein zweites Stück, von dem Winkel bis zum Eingange des Hauses des Hohenpriesters Eljaschib.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 20. החרה wird vom Malbim seltsamerweise als Personenname aufgefaßt und mit ויחזק im vorigen Vers verbunden. Unsere Übersetzung „mit glühendem Eifer“ folgt dem Hinweis des מצודת ציון auf Jirm. 6, 29: נחר מפח, wonach החרה von חרר abzuleiten wäre.

21
אַחֲרָ֣יו הֶחֱזִ֗יק מְרֵמ֧וֹת בֶּן־אוּרִיָּ֛ה בֶּן־הַקּ֖וֹץ מִדָּ֣ה שֵׁנִ֑ית מִפֶּ֙תַח֙ בֵּ֣ית אֶלְיָשִׁ֔יב וְעַד־תַּכְלִ֖ית בֵּ֥ית אֶלְיָשִֽׁיב׃ {ס}
BernfeldNächst ihm baute Meremot, Sohn Urija, Sohnes Hakkoz an der zweiten Abteilung, vom Eingange des Hauses Eljasibs bis zum Ende des Hauses Eljasibs.
ZunzNächst ihm legte Meremot, Sohn Urijah, Sohnes Hakkoz Hand an an die zweite Abtheilung, vom Eingange des Hauses Eljaschib's bis zum Ende des Hauses Eljaschib's.
R. BreuerNach ihm besserte aus Meremoth, der Sohn des Urijah, des Sohnes Hakkoz’, ein zweites Stück, vom Eingange des Hauses Eljaschibs bis zum Ende des Hauses Eljaschibs.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 21. Von dem Aufbauwerk des Meremoth war schon oben (V. 4) die Rede. Wenn hier von ihm berichtet wird, daß er sich’s nicht nehmen ließ, abermals zuzugreifen und ein zweites Stück auszubessern, so darf man vielleicht die Vermutung aussprechen, daß sein Eifer an der Glut des ihm vorangehenden Baruch, (V. 20) sich entzündet habe.

22
וְאַחֲרָ֛יו הֶחֱזִ֥יקוּ הַכֹּהֲנִ֖ים אַנְשֵׁ֥י הַכִּכָּֽר׃
BernfeldNächst ihm arbeiteten die Priester, die Leute des Kreises, mit.
ZunzUnd nächst ihm legten Hand an die Priester, die Leute des Kreises.
R. BreuerUnd nach ihm besserten aus die Priester, die Männer des Umkreises.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 22. הככר wird man im Hinblick auf 12, 28: ומן הככר סביבות ירושלם als den Landkreis von Jerusalem zu verstehen haben.

23
אַחֲרָ֨יו הֶחֱזִ֧יק בִּנְיָמִ֛ן וְחַשּׁ֖וּב נֶ֣גֶד בֵּיתָ֑ם {ס} אַחֲרָ֣יו הֶחֱזִ֗יק עֲזַרְיָ֧ה בֶן־מַעֲשֵׂיָ֛ה בֶּן־עֲנָֽנְיָ֖ה אֵ֥צֶל בֵּיתֽוֹ׃ {ס}
BernfeldNächst ihm bauten Benjamin und Hasub, ihrem Hause gegenüber; nächst ihm Asarja, Sohn Maaßeja, Sohnes Ananja, neben seinem Hause.
ZunzNächst ihm legte Hand an Binjamin und Chaschub, ihrem Hause gegenüber; nächst ihm legte Hand an Asarjah, Sohn Maaßejah, Sohnes Ananjah, neben seinem Hause.
R. BreuerNach ihm besserte aus Benjamin und Chaschub ihrem Hause gegenüber; nach ihm besserte aus Asarjah, der Sohn des Maasejah, des Sohnes des Ananjah, neben seinem Hause.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 23. אחריו. Die Singularform paßt nicht zur Pluralform des vorausgehenden כהנים, worauf sich ja אחריו bezieht. Es heißt aber bei dieser Aufzählung immer אחריו, und es werden dabei offenbar die Bearbeiter eines Mauerstückes ohne Rücksicht auf ihre Zahl als eine Einheit hingestellt, um die Leistung des Einzelnen im Gesamtwerk der Gruppe als ein Bruchstück, das erst durch die Hilfe der anderen sich zur Ganzheit rundet, verschwinden zu lassen.

24
אַחֲרָ֣יו הֶחֱזִ֗יק בִּנּ֛וּי בֶּן־חֵנָדָ֖ד מִדָּ֣ה שֵׁנִ֑ית מִבֵּ֣ית עֲזַרְיָ֔ה עַד־הַמִּקְצ֖וֹעַ וְעַד־הַפִּנָּֽה׃
BernfeldNächst ihm baute Binnuj, Sohn Hanadod, an der zweiten Abteilung, von dem Hause Asarjas bis zu dem Winkel und der Zinne.
ZunzNächst ihm legte Binnuj, Sohn Chenadad, Hand an an die zweite Abtheilung, von dem Hause Asarjah's bis zu dem Winkel und der Zinne.
R. BreuerNach ihm besserte aus Binnuj, der Sohn des Chenadad ein zweites Stück, vom Hause des Asarjah bis zu dem Winkel und der Zinne.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 24. מדה שנית. Das erste Stück hatte Binnuj in Gemeinschaft mit seinen Brüdern bearbeitet. Vgl. 17 f.

עזריה. Vgl. V. 23.

עד המקצוע ועד הפנה. Dort wo Binnuj arbeitete, lief die Mauer in einen mit einer Zinne überdachten Winkel aus. Daß פנה nicht bloß Ecke, sondern auch Mauerspitze bedeutet, beweist Zeph. 2, 16 und Chr. II 26, 15.

25
פָּלָ֣ל בֶּן־אוּזַי֮ מִנֶּ֣גֶד הַמִּקְצ֒וֹעַ֒ וְהַמִּגְדָּ֗ל הַיּוֹצֵא֙ מִבֵּ֤ית הַמֶּ֙לֶךְ֙ הָֽעֶלְי֔וֹן אֲשֶׁ֖ר לַחֲצַ֣ר הַמַּטָּרָ֑ה אַחֲרָ֖יו פְּדָיָ֥ה בֶן־פַּרְעֹֽשׁ׃ {ס}
BernfeldPalal, Sohn Usai, [baute an der Mauer] gegenüber dem Winkel und dem vorspringenden Turm, am obern Königshause, das an den Hof des Gewahrsams reicht; nächst ihm Pedaja, Sohn Paros.
ZunzPalal, Sohn Usai, gegenüber dem Winkel und dem vorspringenden Thurm, am obern Königshause, das an den Hof des Gewahrsams (stößt); nächst ihm Pedajah, Sohn Parosch.
R. BreuerPalal, der Sohn des Usaj, (besserte aus) gegenüber dem Winkel und dem Turme, der vom oberen Königshause vorspringt, das an den Vorhof des Gefängnisses reicht. Nach ihm (besserte aus) Pedajah, der Sohn des Parosch.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 25-26. In diesen Versen fehlt das החזיק und החזיקו. Auch die נתינים, die zu den geringeren Diensten und Handleistungen beim Tempel verurteilten גבעונים beteiligten sich am Aufbauwerk, dem die Vornehmsten im Volke ihre Kräfte weihten. Mutet es nicht an wie ein Abrücken von diesen mit einem ewigen Makel behafteten Tempeldienern, das die Empfindungen der Vornehmen wiederspiegelt, wenn der Erzähler, wie um die Aufmerksamkeit von der Hauptsache abzulenken, von ihnen zunächst berichtet, daß sie am עפל (einer Anhöhe am östlichen Teile des Berges Zion, die mit einer Mauer umgeben und befestigt war; vgl. Kön. II 5, 24; Chr. II 27, 3. 33, 14) wohnten, und dann, wenn er berichtet, daß sie am Aufbauwerk sich beteiligt haben, das gewohnte החזיקו unterdrückt? Und hat man nicht den Eindruck, daß, wenn schon im vorhergehenden Verse das החזיק fehlt, damit nur das Fehlen des החזיקו im folgenden Verse schonend vorbereitet werden soll, um die geringschätzige Behandlung dieser נתינים nicht gar zu auffallend zu machen?

26
וְהַ֨נְּתִינִ֔ים הָי֥וּ יֹשְׁבִ֖ים בָּעֹ֑פֶל עַ֠ד נֶ֜גֶד שַׁ֤עַר הַמַּ֙יִם֙ לַמִּזְרָ֔ח וְהַמִּגְדָּ֖ל הַיּוֹצֵֽא׃ {ס}
BernfeldDie Tempeldiener, die auf dem Hügel wohnten, bauten bis gegen das Wassertor im Osten und den verspringenden Turm.
ZunzUnd die Tempeldiener wohnten auf dem Hügel, bis gegen das Wasserthor im Osten und den vorspringenden Thurm.
R. BreuerDie Nethinim wohnten am Hügel; (sie besserten aus) bis gegen das Wassertor im Osten und den vorspringenden Turm.
27
אַחֲרָ֛יו הֶחֱזִ֥יקוּ הַתְּקֹעִ֖ים מִדָּ֣ה שֵׁנִ֑ית מִנֶּ֜גֶד הַמִּגְדָּ֤ל הַגָּדוֹל֙ הַיּוֹצֵ֔א וְעַ֖ד חוֹמַ֥ת הָעֹֽפֶל׃
BernfeldNächst ihnen die Leute von Tekoa an der zweiten Abteilung, gegenüber dem großen vorspringenden Turm bis zur Mauer des Hügels.
ZunzNächst ihm legten die Tekoim Hand an, an die zweite Abtheilung, gegenüber dem großen vorspringenden Thurm bis zur Mauer des Hügels.
R. BreuerNach ihm besserten aus die Männer aus Thekoa ein zweites Stück, gegenüber dem großen vorspringenden Turm bis zur Mauer des Hügels.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 27. Von den Männern aus Thekoa war schon oben V. 5 erzählt worden, daß sie an dem Aufbauwerk sich beteiligten, obwohl ihre Vornehmen ihre Mitarbeit versagten. Wenn hier nun berichtet wird, daß die Männer aus Thekoa durch Auslassung eines zweiten Mauerstückes ein übriges taten und ihr Pensum freiwillig verdoppelten, so gewinnt man hier fast den Eindruck, als ob sich die Männer von der Absicht einer Demonstration leiten ließen, durch doppelt erhöhten Eifer des „niederen Volkes“ die Gleichgültigkeit der lässig abseits stehenden „oberen Zehntausend“ zu beschämen.

חומת העפל. Vgl. die im vorigen V. zu עפל zitierten Stellen.

28
מֵעַ֣ל ׀ שַׁ֣עַר הַסּוּסִ֗ים הֶחֱזִ֙יקוּ֙ הַכֹּ֣הֲנִ֔ים אִ֖ישׁ לְנֶ֥גֶד בֵּיתֽוֹ׃ {ס}
BernfeldOberhalb des Rosstors bauten Priester jeder seinem Hause gegenüber.
ZunzOberhalb des Roßthors legten die Priester Hand an, jeglicher seinem Hause gegenüber.
R. BreuerOberhalb des Roßtores besserten die Priester aus, ein jeder gegenüber seinem Hause.
29
אַחֲרָ֧יו הֶחֱזִ֛יק צָד֥וֹק בֶּן־אִמֵּ֖ר נֶ֣גֶד בֵּית֑וֹ {ס} וְאַחֲרָ֤יו הֶחֱזִיק֙ שְׁמַֽעְיָ֣ה בֶן־שְׁכַנְיָ֔ה שֹׁמֵ֖ר שַׁ֥עַר הַמִּזְרָֽח׃ {ס}
BernfeldNächst ihnen baute Zadok, Sohn Immer, seinem Hause gegenüber; und nächst ihm Semaja, Sohn Sechanja, der Hüter des Osttores.
ZunzNächst ihm legte Hand an Zadok, Sohn Immer, seinem Hause gegenüber; und nächst ihm legte Hand an Schemajah, Sohn Schechanjah, der Hüter des Ostthores.
R. BreuerNach ihm besserte aus Zadok, der Sohn des Immer, seinem Hause gegenüber. Und nach ihm besserte aus Schemajah, der Sohn des Schechanjah, der Hüter des Osttores.
30
(אחרי) [אַחֲרָ֨יו] הֶחֱזִ֜יק חֲנַנְיָ֣ה בֶן־שֶׁלֶמְיָ֗ה וְחָנ֧וּן בֶּן־צָלָ֛ף הַשִּׁשִּׁ֖י מִדָּ֣ה שֵׁנִ֑י {ס} אַחֲרָ֣יו הֶחֱזִ֗יק מְשֻׁלָּם֙ בֶּן־בֶּ֣רֶכְיָ֔ה נֶ֖גֶד נִשְׁכָּתֽוֹ׃ {ס}
BernfeldNächst ihm bauten Hananja, Sohn Selemja, und Hanun, der sechste Sohn Zalafs, an der zweiten Abteilung; nächst ihm Mesullam, Sohn Berechja, seinem Gemache gegenüber.
ZunzNächst ihm legte Hand an Chananjah, Sohn Schelemjah, und Chanun, der sechste Sohn Zalaf's, an die zweite Abtheilung; nächst ihm legte Hand an Meschullam, Sohn Berechjah, seinem Gemache gegenüber.
R. BreuerNach ihm besserte aus Chananjah, der Sohn des Schelemjah, und Chanun, der sechste Sohn des Zulaf ein zweites Stück. Nach ihm besserte aus Meschullam, der Sohn des Berechjah, gegenüber seinem Gemache.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 30. Von Chanun wurde schon oben V. 13 berichtet, daß er sich an dem Aufbauwerk beteiligte. Hier, wo von ihm erzählt wird, daß er noch ein zweites Mauerstück ausbesserte, wird zugleich betont, daß er der sechste Sohn des Zalaf war. Von den fünf älteren Söhnen schweigt der Bericht. Erst mit seinem sechsten Kinde wird Zalaf ein Sohn geschenkt, den die heilige Schrift als einen besonders eifrigen Mitarbeiter am Aufbau eines heiligen Werkes verewigt. Wer könnte die Mahnung überhören, die aus diesem Berichte an unsere Zeit ergeht, die mit ihrer willkürlichen Beschränkung der Kinderzahl unausdenkbare Möglichkeiten der Fort- und Hinaufpflanzung des Menschengeschlechtes erstickt!

נשכתו dasselbe wie לשכתו.

31
(אחרי) [אַחֲרָ֣יו] הֶחֱזִ֗יק מַלְכִּיָּה֙ בֶּן־הַצֹּ֣רְפִ֔י עַד־בֵּ֥ית הַנְּתִינִ֖ים וְהָרֹכְלִ֑ים נֶ֚גֶד שַׁ֣עַר הַמִּפְקָ֔ד וְעַ֖ד עֲלִיַּ֥ת הַפִּנָּֽה׃
BernfeldNächst ihm baute Malkija, der Goldschmiedesohn, bis zum Hause der Tempeldiener und der Krämer, gegen das Tor der Musterung bis zum Ecksöller.
ZunzNächst ihm legte Hand an Malkijah, der Goldschmieds-Sohn, bis zum Hause der Tempeldiener und der Krämer, gegen das Thor der Musterung bis zum Ecksöller.
R. BreuerNach ihm besserte aus Malkijah, der Sohn des Goldschmiedes, bis zum Hause der Nethinim und der Krämer gegenüber dem Mifkadtor und bis zum Aufstieg der Ecke.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 31. שער המפקד ist mit שער המזרח in V. 29 identisch. Vgl. Malbim.

32
וּבֵ֨ין עֲלִיַּ֤ת הַפִּנָּה֙ לְשַׁ֣עַר הַצֹּ֔אן הֶחֱזִ֥יקוּ הַצֹּרְפִ֖ים וְהָרֹכְלִֽים׃ {פ}
BernfeldZwischen dem Ecksöller und dem Schaftor bauten die Goldschmiede und die Krämer.
ZunzUnd zwischen dem Ecksöller und dem Schafthor legten die Goldschmiede und die Krämer Hand an. —
R. BreuerUnd zwischen dem Aufstieg der Ecke und dem Schaftor besserten aus die Goldschmiede und die Krämer.
33
וַיְהִ֞י כַּאֲשֶׁ֧ר שָׁמַ֣ע סַנְבַלַּ֗ט כִּֽי־אֲנַ֤חְנוּ בוֹנִים֙ אֶת־הַ֣חוֹמָ֔ה וַיִּ֣חַר ל֔וֹ וַיִּכְעַ֖ס הַרְבֵּ֑ה וַיַּלְעֵ֖ג עַל־הַיְּהוּדִֽים׃
BernfeldAls Sanballat nun erfuhr, dass wir die Mauer bauten, da verdross es ihn und er ärgerte sich sehr darüber; er spottete über die armseligen Judäer.
ZunzUnd es geschah, als Sanballat hörte, daß wir die Mauer bauen, da verdroß es ihn und er zürnte sehr; und er spottete über die Jehudim,
R. BreuerEs war, als Sanballat hörte, daß wir die Mauer bauten, da verdroß es ihn und er ärgerte sich sehr und spottete über die Juden.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 33. Von Sanballats Mißbehagen und Spott hörten wir schon, als Nehemia in Jerusalem eingetroffen war und Anstalten machte, sein Vorhaben auszuführen. Vgl. 2, 10; 19. Oben aber hielt es der Erzähler noch nicht für nötig, die Intensität dieses Mißvergnügens durch Zerlegung in seine einzelnen seelischen Komponenten plastisch aufzuzeigen. Oben hieß es einfach וילענו לנו ויבזו עלינו. Solange das Aufbauwerk noch nicht begonnen war, brach der verächtliche Spott impulsiv hervor, noch gedämpft durch ein stilles Hoffen, daß der Beginn des Werkes doch noch irgendwie vereitelt werden könnte. Als aber Sanballat hörte, daß Nehemia mit seinem Vorhaben Ernst gemacht hatte und die Mauer gebaut wurde, da gedieh sein Spott zum vollen Ausmaß seines Giftes, und die Erzählung hält es nicht für überflüssig, die Genesis dieses Spottes zu schildern: Diesem Spotte ging zweierlei voraus: Stiller Ingrimm, der ungeäußert die Seele quält und bedrückt (ויחר לו), heftiger Zorn, der nach außen drängt (ויכעס הרבה) und in lautem Spott sich entlädt.

34
וַיֹּ֣אמֶר ׀ לִפְנֵ֣י אֶחָ֗יו וְחֵיל֙ שֹֽׁמְר֔וֹן וַיֹּ֕אמֶר מָ֛ה הַיְּהוּדִ֥ים הָאֲמֵלָלִ֖ים עֹשִׂ֑ים הֲיַעַזְב֨וּ לָהֶ֤ם הֲיִזְבָּ֙חוּ֙ הַיְכַלּ֣וּ בַיּ֔וֹם הַיְחַיּ֧וּ אֶת־הָאֲבָנִ֛ים מֵעֲרֵמ֥וֹת הֶעָפָ֖ר וְהֵ֥מָּה שְׂרוּפֽוֹת׃
BernfeldUnd sprach vor seinen Brüdern und dem Heer von Schomron: Was machen da die armseligen Judäer? Wird man es ihnen gestatten? Werden sie opfern? Werden sie es einmal vollenden? Werden sie aus den Schutthaufen die Steine festmachen, die doch durchgebrannt sind?
ZunzUnd sprach vor seinen Brüdern und dem Heere von Schomron, und sagte: Was machen die verkümmerten Jehudim? Wird man es ihnen gestatten? Werden sie opfern? Werden sie es vollenden an Einem Tage? Werden sie aus den Schutthaufen die Steine gesund machen, die doch durchbrannt sind?
R. BreuerUnd sprach vor seinen Brüdern und dem Heere von Samaria: Was machen da die armseligen Juden? Wird man es ihnen gestatten? Werden sie opfern? Werden sie es rechtzeitig vollenden? Werden sie die Steine aus den Schutthaufen wieder lebendig machen? Sie sind ja doch verbrannt.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 34. Sanballats Aufregung, die nichts weniger als die ruhige Gelassenheit eines überlegen ironischen Spötters war, tritt in der ungeordneten, nervös konfusen Aufeinanderfolge seiner in gehässigster Stimmung herausgeschleuderten Fragen hervor. Noch immer spielt er mit dem Gedanken einer Unterdrückung des Aufbauwerks im Keime in einem Augenblick, wo dieses längst begonnen war. Er kann sich in seiner Verblendung noch immer nicht denken, daß man Nehemia und seine Leute ruhig gewähren lassen könne. Und er fragt: reden sich diese armseligen Juden wirklich ein, daß man ihnen gestatten werde, ihr Vorhaben auszuführen? Und die Angst, die sofort in ihm erwacht, daß man es ihnen am Ende doch gestatten werde, peitscht seine Gedanken über alle logischen Zwischenglieder hinweg bis zu jener fernen Stunde fort, in der diese Juden nach Vollendung ihres Werks das Weiheopfer darbringen werden: Wird es wirklich noch dahin kommen? Werden sie opfern? Werden sie die Stunde dieses Opfers erleben? Alsbald springen seine Gedanken zurück in die Gegenwart: Werden sie mit ihrem Bau rechtzeitig fertig werden am Tag, den sie in ihrer Berechnung für die Vollendung in Aussicht genommen haben? Ja, womit wollen sie denn bauen? Etwa mit den verbrannten Steinen, die an Jerusalems Zerstörung erinnern? In logischer Folge hätte diese Frage im Anfang erhoben werden müssen. Nur die nervöse Hast des Fragestellers schob sie an das Ende.

וחיל שמרון. Entweder die persische Besatzung oder etwa eine den heidnischen Ansiedlern zur Verfügung stehende Miliz.

35
וְטוֹבִיָּ֥ה הָעַמֹּנִ֖י אֶצְל֑וֹ וַיֹּ֗אמֶר גַּ֚ם אֲשֶׁר־הֵ֣ם בּוֹנִ֔ים אִם־יַעֲלֶ֣ה שׁוּעָ֔ל וּפָרַ֖ץ חוֹמַ֥ת אַבְנֵיהֶֽם׃ {פ}
BernfeldDer Ammoniter Tobija stand neben ihm und sprach: Und wenn sie nun bauen! Wenn ein Schakal hinaufläuft, so bricht er ihre Steinmauer ein. — —
ZunzUnd Tobijah der Ammoni stand neben ihm und sprach: Und wenn sie nun bauen! Wenn ein Schakal hinaufläuft, so bricht er ihre Steinmauer ein.
R. BreuerUnd Tobijah, der Ammoniter, stand neben ihm und sprach: Und wenn sie nun bauen — wenn ein Fuchs hinaufläuft, bricht er ihre Steinmauer ein.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 35. Während Sanballats Spott die ingrimmige Aufregung seines Herzens nicht verleugnen kann, steht der Ammoniter Tobijah ruhig neben ihm und sucht den aufgeregten Freund mit der gut gespielten Kühle eines überlegen ironischen Spötters zu besänftigen. Und wenn sie schon bauen, was macht's? Es kommt nichts Bedrohliches zustande. Nur ein Fuchs braucht darüber hinwegzulaufen, um die Steine dieser unhaltbaren Mauer auseinanderzureißen.

36
שְׁמַ֤ע אֱלֹהֵ֙ינוּ֙ כִּֽי־הָיִ֣ינוּ בוּזָ֔ה וְהָשֵׁ֥ב חֶרְפָּתָ֖ם אֶל־רֹאשָׁ֑ם וּתְנֵ֥ם לְבִזָּ֖ה בְּאֶ֥רֶץ שִׁבְיָֽה׃
BernfeldHöre unser Gott, wie wir zum Spott geworden! Und bringe ihren Hohn auf ihr Haupt zurück gib sie dem Raube hin im Lande der Gefangenschaft.
ZunzHöre, unser Gott, wie wir zum Spott sind! Und bringe ihren Hohn auf ihr Haupt zurück, und gieb sie dem Raube hin im Lande der Gefangenschaft.
R. BreuerHöre, unser Gott, wie wir verachtet sind, und bringe ihren Hohn auf ihr Haupt zurück und gib sie zur Beute hin im Lande der Gefangenschaft!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 36-37. Was tut Nehemia, als er vom Spotte seiner Feinde hört? Er betet, Gott möge sie an ihrem eigenen Schicksal die tiefe Unmoral ihres feindseligen Verhaltens gegenüber den Judäern zu ihrer eigenen Belehrung und Besserung erleben lassen. Heute spotten und höhnen sie, weil sie sich als die Herren fühlen. Sie haben kein Verständnis für das Weh, das sie den Judäern bereiten. Verständnis dafür kann ihnen nur kommen, wenn Gottes Fügung sie am eigenen Leibe erfahren läßt, was es bedeutet, zur Beute der Feinde im Lande der Gefangenschaft zu werden. Ja, wenn ihr Spott nur ihnen, den Judäern, gälte. Dann könnte und dürfte Gott hinwegschauen über ihre Schuld, und ihre Sünde könnte und dürfte wohl verziehen werden. Was liegt den Judäern, den Bauenden, an ihnen selbst? Aber in Wahrheit haben die Spottenden nicht sie, die Bauenden, erzürnt. Ihr Spott traf Gott, in dessen Dienste sie bauen. Dich, o Gott, erzürnten sie, als sie die Bauenden zu erzürnen glaubten. Die Pfeile ihres Hohnes waren auf die Bauenden gerichtet, doch sie trafen Gott, der „gegenüber den Bauenden“ über das Gelingen ihres Werkes wacht.

37
וְאַל־תְּכַס֙ עַל־עֲוֺנָ֔ם וְחַטָּאתָ֖ם מִלְּפָנֶ֣יךָ אַל־תִּמָּחֶ֑ה כִּ֥י הִכְעִ֖יסוּ לְנֶ֥גֶד הַבּוֹנִֽים׃
BernfeldVerzeihe nicht ihre Schuld, und ihre Sünde werde nicht ausgelöscht vor dir; denn sie haben die Erbauer [der Stadtmauer] gekränkt.
ZunzUnd bedecke nicht ihre Schuld, und ihre Sünde werde nicht ausgelöscht vor dir; denn sie haben (uns) gekränkt in Gegenwart der Bauleute.
R. BreuerUnd decke ihre Schuld nicht zu, und nicht werde ausgelöscht ihre Sünde vor deinem Angesicht, denn sie haben Zorn erregt gegenüber den Bauenden.
38
וַנִּבְנֶה֙ אֶת־הַ֣חוֹמָ֔ה וַתִּקָּשֵׁ֥ר כׇּל־הַחוֹמָ֖ה עַד־חֶצְיָ֑הּ וַיְהִ֧י לֵ֦ב לָעָ֖ם לַעֲשֽׂוֹת׃ {פ}
BernfeldDoch wir bauten die Mauer, so dass die Mauer geschlossen wurde bis zur Hälfte; denn das Volk hatte Mut zur Arbeit.
ZunzDoch wir baueten die Mauer, und die Mauer ward geschlossen bis zur Hälfte; denn das Volk hatte Muth zur Arbeit.
R. BreuerDa bauten wir die Mauer, so daß die Mauer geschlossen wurde bis zur Hälfte; denn das Volk gewann Mut zur Arbeit.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 38. Aus der Inbrunst des Gebetes, mit welchem die Bauenden die schweren Hemmungen des feindlichen Spottes innerlich überwanden, brach eine frische Welle des Mutes hervor, der ihren Willen zur Arbeit neu beflügelte, so daß die Mauer noch unter dem unmittelbaren Eindruck jenes Spottes und seiner Überwindung zur Vollendung ihrer ersten Hälfte gedieh.

Kap. IV. V. 1-2. Beim Anblick des fortschreitenden Aufbauwerkes erstarb den Spöttern der Spott. Jetzt mußte gehandelt werden. Sie hätten ja warten können, bis der von Tobijah herbeigehöhnte Fuchs die Mauern vernichten würde. Nun aber, wie sie gewahrten, daß den Mauern Jerusalems eine fortschreitende Genesung beschieden war und der Zusammenschluß ihrer Risse den bis dahin allen feindlichen Angriffen wehrlos preisgegebenen Bewohnern der Stadt (auf die Raschi הפרצים bezieht) zukünftigen Schutz versprach, da wich der Spott dem Zorn, einem wenig männlichen Zorne, dem die gemeinschaftliche Tat, zu der die bisherigen Feinde der Judäer, nunmehr durch weitere Komplizen, die Asdoditer, vermehrt, sich verschworen, war die Tat eines hinterhältigen Zornes, in der sich ingrimmiger Verdruß und erbärmliche Feigheit mischte. So sicher, wie sie es wünschten, waren sie ihrer Sache nicht. Statt zu offenem Kampfe gegen Jerusalem vorzugehen, wagten sie nur den Weg der Verwirrung und Überrumpelung zu beschreiten, (s. weiter V. 5) sie, die gestern noch durch Tobijahs Mund die Vernichtung der Mauer einem Fuchse überlassen zu können glaubten.