Nachum 1 נחום

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Einleitung von Julius Jehuda Hirsch

Nachum

Über die Person und das Leben des Propheten ist nichts Näheres bekannt, ebensowenig Bestimmtes über die Lage seines Geburtsortes Elkosch. Aus seinem Buche aber kennen wir ihn als einen Heros des prophetischen Wortes, der von Keinem in den Schatten gestellt wird. Die Erhabenheit des Standpunktes, von dem aus er das gewaltige assyrische Weltreich betrachtet, der Schwung seiner Gedanken, die lohende Begeisterung, die Kraft der Diction, das tiefe Erbarmen mit den Elenden und Unterdrückten, der weite Blick, das tiefe Eindringen in das Wesen und die geschichtliche Bedeutung des Reiches, dessen Untergang er zu verkünden hatte, in seine politischen und administrativen Verhältnisse, die unvergleichlich treffenden Bilder, mit denen seine wunderbare gestaltende Phantasie das Erschaute zu veranschaulichen weiß, lassen ihn, trotz der geringen Anzahl der Kapitel, die wir von ihm besitzen, als der Größten einen unter den Großen erkennen und verehren. Herrlicher hat keiner das Wesen der göttlichen Weltwaltung, Gottes Allmacht und Gnade geschildert (1, 2—8), treffender nie ein Bild gezeichnet, wie z. B. das von der herzlosen, brutalen Selbstsucht der die Masse aussaugenden herrschenden Kreise, die er mit untereinander verschlungenen „vollgesogenen“ Dornen vergleicht, im Gegensatz zum leeren Strohhalm, der doch „auch einmal voll war“! (1, 10 siehe das.) Oder wenn er von Ninive sagt, es sei eine prächtige, wohnliche Heimstätte für — Löwen und Löwensippen, wo nur diese unbehelligt und geschützt seien, und ruhig rauben und würgen könnten für „die Löwinnen und die Jungen“. (2, 12 f.) Giebt es eine ergreifendere Schilderung erbarmungsloser Vergewaltigung und aller Greuel der Klassenjustiz? — Oder wenn er Ninive mit einem riesigen, künstlich angelegten See vergleicht, in den das Lebenselement, die Lebenskräfte weiter Länderstrecken künstlich geleitet sind. Die Dämme brechen und die Wasser fließen auseinander, so zerstreuen sich die Völkermassen, die nur durch Zwang zusammengehalten worden waren. Ninive ruft ihnen vergebens nach: Halt! bleibt doch stehen! doch niemand wendet sich auch nur um! (2, 9). Freilich alles nur in markigen Zügen hingeworfen, die Übergänge und Ergänzungen jedoch ergeben sich von selbst.

Tritt uns so die Persönlichkeit des Propheten aus seinem Buche lebendig entgegen, so läßt sich aus demselben auch die Zeit seiner Wirksamkeit wenigstens annähernd abgrenzend bestimmen. Dieselbe fällt jedenfalls in den Zeitraum vor dem Untergange Ninives und nach der 3, 8 ff. erwähnten Eroberung No-Ammons, auf welche als auf etwas Vergangenes exemplificiert wird, also innerhalb der 6 Decennien vor 606.

Das Buch Nachum. Was den Inhalt des Buches Nachum betrifft, so ist dasselbe in hohem Grade charakteristisch für den weltbürgerlichen Charakter der jüdischen Prophetie. Des Druckes, den auch Israel von Ninive zu erdulden gehabt hatte, wird allerdings auch gedacht, sowie des freudigen Aufatmens, mit dem die Kunde von seinem Falle in Juda begrüßt werden würde. (1, 12 f. 2, 1—3). Allein diese Beziehung zu Juda steht durchaus nicht im Vordergrunde, sie wird vielmehr nur gestreift und verschwindet in der Kennzeichnung des Machtmißbrauches, den das assyrische Weltreich von seiner Herrscherstellung gegen alle seiner Gewalt unterworfenen Völker machte und durch den es das Einschreiten des göttlichen Strafgerichtes herausforderte. Die Einkehr und die Besserung, die durch Jonas Ankündigung bewirkt worden war, war nur eine vorübergehende gewesen.

Kap. 1. Nachum beginnt damit, dem macht- und siegestrunkenen Reiche die Majestät des allmächtigen Gottes gegenüber zu stellen, der ein Gott der Liebe ist, der, wenn er auch der Macht des Bösen lange Frist gewährt, doch seine Menschenkinder nicht dauernd unterdrücken läßt, sondern einschreitet als Rächer der verletzten Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Thorheit die Verblendung, die wähnt, seiner Allmacht Trotz bieten zu können, Thorheit die Verblendung, die in den Geschicken der Völker nur das Walten blinden Zufalls wirkend wähnt! „Er kennt sehr wohl die in ihn ihre Zuversicht setzen und wird ihnen ein Quell der Widerstandskraft.“ (V. 1—8). Er kennzeichnet sodann in dem bereits erwähnten Bilde die herzlose Selbstsucht der Machthaber in Ninive, und bezeichnet dieses ganze schlau ersonnene System der Vergewaltigung der Massen als einen „gegen Gott ersonnenen Frevel“, wegen dessen Ninive von dem wohlverdienten Untergange nunmehr rettungslos ereilt werde. Auch Juda wird dadurch von Aschurs Joch befreit, dem Gott „das Grab bereitet, denn es ist zu leicht befunden worden“ (V. 9—14).

Kap. 2 schildert zunächst den Eindruck, den die Kunde von Ninives Fall in Jerusalem machen werde (V. 1), sodann den Gegensatz zwischen der Haltung Jerusalems und derjenigen Ninives im Anblick der herannahenden Gefahr — die ernste Sammlung des ersteren und die übermütige Siegestrunkenheit des letzteren (V. 2—5), während deren die Feinde unbemerkt an die Mauern gelangt und in die Stadt eingedrungen sind. Der Königspalast wankt, der Bann ist gebrochen, die nur durch die Schrecken der Gewalt zusammengehaltenen Heere lösen sich auf, die Völker fliehen ihrer Heimat zu und sind nicht mehr zum Stehen zu bringen (V 6—9). Ninive wird ausgeplündert, seine Großen sind gelähmt, sie zittern, ihre Kniee schlottern — das sind dieselben, die bisher unter dem Prestige der assyrischen Herrschermacht wie Raubtiere gehaust hatten! Ninive war eine Heimstätte nur für Löwen! Nicht seine Zerstörung wird verkündet, sondern die Vernichtung seiner Macht, es wird unschädlich gemacht, vor ihm hat keiner mehr zu zittern.

Im dritten Kapitel wird der Gegensatz zwischen dem äußeren Glanze und der inneren Fäulnis Ninives geschildert, und seine Grausamkeit und Sinnlichkeit als Ursachen seines Unterganges bezeichnet (V. 1—4). Das werde durch den Untergang klar hervortreten und Ninives Entartung und Schicksal so zum warnenden Spiegel werden (V. 5—7). Wegen der von ihm geübten Gewalt werde sein Los nirgends Teilnahme erregen (V. 8). Es wird ja nur von demselben Geschicke getroffen, das es bisher anderen bereitet hatte. Erinnert wird an die Eroberung des mächtigen No-Ammon in Ägypten, das trotz seiner Stärke dem Geschicke der Eroberung und aller damit verbundenen Greuel nicht entgangen war (V. 9—11). Auch die Festungen werden Ninive nichts nützen, sie fallen zuerst, und auch alle Anstrengungen zur Abwendung der Katastrophe sind vergebens (V. 12—14). Sein Untergang war notwendig für das Gedeihen der Völker, denn verderblich wie freßgierige Heuschrecken hat seine nie zu befriedigende Habsucht geschaltet, dadurch hat es sich selbst, wie dies im Bilde näher ausgeführt wird, den Untergang bereitet, der von allen freudig als eine Erlösung begrüßt wird (V. 15—19).

1
מַשָּׂ֖א נִֽינְוֵ֑ה סֵ֧פֶר חֲז֛וֹן נַח֖וּם הָאֶלְקֹשִֽׁי׃
BernfeldVortrag über Ninive. Das Buch der Weissagung Nachums, des Elkoschiten.
ZunzVortrag über Ninweh. Das Buch der Prophezeihung Nachum's, des Elkoschi.
J. J. HirschSchicksalslast Ninives, Buch der Prophezeiung Nachums, des Elkoschiten.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

Kap. 1. V. 1. מַשָּׂא, von נָשָׂא tragen, bezeichnet die Geschicke eines Volkes oder Reiches als die ihm von der göttlichen Weltwaltung seinen Thaten entsprechend auferlegte Last. So von Babel, Moab, Dameßek, Mizrajim u. A. Jes. 13,1. 15, 1 17, 1. 19, 1.

2
אֵ֣ל קַנּ֤וֹא וְנֹקֵם֙ יְהֹוָ֔ה נֹקֵ֥ם יְהֹוָ֖ה וּבַ֣עַל חֵמָ֑ה נֹקֵ֤ם יְהֹוָה֙ לְצָרָ֔יו וְנוֹטֵ֥ר ה֖וּא לְאֹיְבָֽיו׃
BernfeldEin eifervoller und rachender Gott ist der Herr; der Herr übt Rache und ist voller Grimm. Der Herr wird Rache üben an seinen Widersachern und trägt seinen Feinden [ihre Sünde] nach.
ZunzEin eifernder und rächender Gott ist der Ewige, rächend ist der Ewige und zornglühend, rächend ist der Ewige an seinen Widersachern und trägt nach seinen Feinden.
J. J. HirschAllmächtiger, rechtfordernder und rächender Gott ist Gott, Rächer ist Gott und Meister der Zornesglut! Rächer ist Gott seinen Drängern und Zorn bewahrend ist er seinen Feinden.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 2. Aschur war das älteste Weltreich, das die Menschen in den Dienst der Ruhmsucht eines Einzelnen knechtete. Während nach dem Gottesworte die Bestimmung und Bedeutung der Einzelpersönlichkeit, also eines jeden Menschen, eine unendlich hohe ist, hat in den Reichen, als deren Typus hier Aschur dasteht, der einzelne Mensch jegliche Bedeutung, jeglichen Wert verloren. In dem weltgebietenden Staate, dessen glänzende Hauptstadt Ninive war, bildeten die Völker eine der absoluten Willkür des Königs und der Raubgier der Großen preisgegebene Masse, an sich bedeutungs- und rechtlos, wertvoll nur als Gegenstand der Ausbeutung. Nicht dazu aber — als Vertreter dieser Wahrheit beginnt Nachum seine Rede — hat Gott die Menschen bestimmt, ה', der ein Gott des Erbarmens ist und, wie dieser Name lehrt, seine Freude hat am aufblühenden Leben und stets bereit ist zur Spende neuen Seins. Wo der Name ה' lebendig wird, da giebt es keine Knechte, da giebt es nur einen Herrn, der zugleich Vater ist. Es ist dies der größte Gegensatz zwischen der jüdischen und der heidnischen Anschauung. Der Mensch und die Menschheit werden nach dieser Lehre als Gottes teuerstes Gut betrachtet. Wer sie knechtet und sie herabwürdigt, wer sie seiner Selbstsucht opfert, der entzieht sie ihrer eigentlichen Bestimmung, der vergreift sich an dem teuersten Gute Gottes, ihres wahren Herrn, der „sich sein Eigentum nicht rauben läßt“: קַנּוֹא, der zugleich: אֵל ist, der Quell aller Kraft, der, eben weil er ה', der liebende Vater der Menschen ist, auch: נֹקֵם, rächend einschreitet gegen die, die sich an seinen Kindern, den Menschen, vergreifen. Aschur schien unüberwindlich, sein Stern schien nie untergehen zu sollen: da tritt ihm der Prophet Nachum entgegen und spricht es aus, daß über dem sich allmächtig dünkenden Aschur ein höherer, in Wirklichkeit Allmächtiger waltend throne. Dieselben Eigenschaften, die es im Dienste seiner Selbstsucht zum Unheile der Menschheit bethätigte, verkündet Nachum als Attribute Gottes, die Er zum Menschheitsheile Aschur gegenüber in überwältigender Allmacht offenbaren werde. Aschur wagte den Kampf gegen Gott. Demgegenüber heißt es also: Nicht nur ein eifervoller, sein Recht sich nicht nehmen lassender Gott, sondern auch ein allmächtig für die unterdrückte Menschenwürde gegen die Tyrannei eintretender (נֹקֵם) Gott ist der barmherzige Gott, ein Rächer ist Gott und ein Meister des erglühenden Zornes: Rächer ist er gegen die, die den Kampf mit ihm eingehen, צָרָיו, „ihn verdrängen wollen“, und er bewahrt lange seinen Zorn לְאֹיְבָיו, solange sie noch bloß ihm feindlich sind, ihre Feindschaft noch nicht in Thaten als seine „Dränger“ zu bekunden wagen. Die dreimalige Wiederholung des Attributes נֹקֵם, der rächenden Waltung, erfolgt wegen ihres scheinbaren Gegensatzes zur göttlichen Barmherzigkeit, die in ה' ausgedrückt ist. Denn in Wahrheit ist ja das rächende Einschreiten gegen die Feinde des Menschenglücks die höchste Liebeswaltung Gottes. Der alttestamentlichen Anschauung ist die Vorstellung von Gott als eines Gottes der Liebe und der Gnadenwaltung eine so geläufige, daß es der ausdrücklichen Betonung bedarf, wie eifervolles und rächendes Einschreiten gleichfalls nichts als Ausfluß dieser Liebe sei. Wir haben hier den geraden Gegensatz zu der heidnischen Anschauung und zu derjenigen, die seit fast zwei Jahrtausenden so beharrlich wie fälschlich für die angeblich „alttestamentliche“ Gottesanschauung ausgegeben wird. — קַנּוֹא, nicht קַנָּא wie in den Parallelstellen, eigentlich Inf. abs. emphatisch mit ו, zur kräftigen Hervorhebung, wörtlich: ein Gott der eifervollen Rechtsforderung. Über נֹקֵם und נוֹטֵר vergl. zu Gen. 4, 15 und 27, 41.

3
יְהֹוָ֗ה אֶ֤רֶךְ אַפַּ֙יִם֙ (וגדול) [וּגְדׇל־]כֹּ֔חַ וְנַקֵּ֖ה לֹ֣א יְנַקֶּ֑ה יְהֹוָ֗ה בְּסוּפָ֤ה וּבִשְׂעָרָה֙ דַּרְכּ֔וֹ וְעָנָ֖ן אֲבַ֥ק רַגְלָֽיו׃
BernfeldDer Herr ist langmütig und von großer Kraft, doch straflos läßt er es nicht hingehen. Der Herr kommt seines Weges in Sturm und Wetter; Gewölk ist der Staub unter seinen Füßen.
ZunzDer Ewige ist langmüthig bei Größe der Kraft, doch straflos hingehen läßt er nicht; der Ewige — im Sturm und Wetter ist sein Weg, und Gewölk ist der Staub zu seinen Füßen.
J. J. HirschGott, lange geduldend und [eben darin] groß an Kraft, aber er erläßt doch nichts! Gott — auch durch Sturm und Orkan geht sein Weg, und Gewölk ist seiner Füße Staub.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 3. Gott ist freilich langmütig, sieht lange dem Treiben der Schlechten zu, und in dieser Langmut zeigt sich gerade seine Größe: die von ihm geschaffene Weltordnung gestattet seine Langmut, sie wird auch durch die zeitweiligen Ausschreitungen der Verblendung und der Schlechtigkeit nicht gefährdet. Daß er so lange mit dem Einschreiten warten kann, ist die größte Offenbarung seiner Weisheit und Stärke. Aber ungestraft läßt er nichts, ohne Zuthun des Menschen, ohne aufrichtige Reue und Besserung „reinigt“, „entschlägt“ (נקה verw. mit נכה) er ihn nicht der Sünde, sondern überläßt ihn deren Folgen. ה', dieser Gott, den wir sonst nur als den Gott der Liebe und des Erbarmens kennen: auch durch Sturm und Orkan geht sein Weg, es ist dieselbe Liebe, die auch in den Sturmeswettern der Geschicke waltet, und nicht nur der wolkenlos strahlende Himmel, auch das düstere Gewölk ist seiner Waltungsnähe Spur. Das Bild ist von der Staubwolke hergenommen, die den des Weges Dahinziehenden den Blicken der Menschen verhüllt und doch zugleich seine lebendige Nähe ihnen anzeigt.

4
גּוֹעֵ֤ר בַּיָּם֙ וַֽיַּבְּשֵׁ֔הוּ וְכׇל־הַנְּהָר֖וֹת הֶחֱרִ֑יב אֻמְלַ֤ל בָּשָׁן֙ וְכַרְמֶ֔ל וּפֶ֥רַח לְבָנ֖וֹן אֻמְלָֽל׃
BernfeldEr schreit das Meer an und macht es trocken und alle Ströme macht er versiegen; es welkt Baschan und Karmel, und die Blüte des Libanon welkt.
ZunzEr bedräuet das Meer und macht es trocken, und alle Ströme macht er versiegen, es welkt Baschan, wie Karmel, und die Blüthe des Lebanon welkt.
J. J. HirschEr drohet dem Meere, da hat er es schon trocken gemacht, und alle Ströme ließ er versiegen — es welken Baschan und Carmel und die Blüte des Libanon welkt!
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 4. Es folgt die Vergegenwärtigung der göttlichen Allmacht. Für den Blick des Menschen giebt es in der Schöpfung keine gewaltigere und augenfälligere Offenbarung elementarer Kraft als das wogende Meer. Dieses Meer braucht Gott nur einmal dräuend anzufahren, Präs. גֹּעֵר, so trocknet er es damit aus, und die Folge dieses Zürnens spürt die ganze Erde, in demselben Augenblick hat er damit auch alle, im tiefen Grunde vom Meere gespeisten Ströme versiegen gemacht, es welkt der Pflanzenwuchs auf den wald- und weidebedeckten Bergen Baschan und Carmel, und ob des das Meer treffenden Donnerwortes Gottes welkt die Blüte auf des Libanons Gipfel. וַיַּבְּשֵׁהוּ Piel, für וַיְיַבְּשֵׁהוּ, mit zusammengezogenem י, wie וַיַּדּוּ für וַיְיַדּוּ Thren. 3, 53. הֶחֱרִיב Perf., er hat trocken gemacht, versiegen lassen: auch die fernste Wirkung seines Thuns ist von ihm gewollt und von ihm vollbracht. Und wie das Meer, so hat er (V. 5.) in demselben Momente auch das feste Gerippe der Erde getroffen, Berge und Hügel lösen sich auf. Und da könnte die Erde glauben sich מִפָּנָיו: seiner allmächtigen Waltung entziehen, entheben zu können. Wer könnte Stand halten vor seinem Zorne, wer es wagen aufzustehen, wenn sein Zorn entbrennt? Wo seine Zornesglut noch immer je sich geäußert, da hat sie wie Feuer sich ergossen, und selbst Felsen wurden von ihr auseinander- und niedergerissen!

5
הָרִים֙ רָעֲשׁ֣וּ מִמֶּ֔נּוּ וְהַגְּבָע֖וֹת הִתְמֹגָ֑גוּ וַתִּשָּׂ֤א הָאָ֙רֶץ֙ מִפָּנָ֔יו וְתֵבֵ֖ל וְכׇל־י֥וֹשְׁבֵי בָֽהּ׃
BernfeldBerge erbeben vor ihm, und die Hügel zerfließen. Die Erde fährt in die Höhe vor seinem Antlitz, der Erdenball und alle seine Bewohner.
ZunzBerge erbeben vor ihm, und die Hügel zergehen, und die Erde erhebt sich vor seinem Antlitz und das Erdenrund und all seine Bewohner.
J. J. HirschBerge erbeben vor ihm und die Hügel zerfließen! — Da wollte sich die Erde seiner Waltung entheben, die Menschenwelt und alle ihre Bewohner?
6
לִפְנֵ֤י זַעְמוֹ֙ מִ֣י יַעֲמ֔וֹד וּמִ֥י יָק֖וּם בַּחֲר֣וֹן אַפּ֑וֹ חֲמָתוֹ֙ נִתְּכָ֣ה כָאֵ֔שׁ וְהַצֻּרִ֖ים נִתְּצ֥וּ מִמֶּֽנּוּ׃
BernfeldWer kann seinem Groll widerstehn, und wer bestehen vor seiner Zornesglut? Sein Grimm ergießt sich wie Feuer, und die Felsen zerspringen vor ihm.
ZunzVor seiner Wuth, wer hält aus? Und wer mag bestehen bei seiner Zornglut? Sein Grimm ergießt sich wie Feuer, und die Felsen zerspringen vor ihm.
J. J. HirschVor seinem Zürnen — wer könnte bestehen? Und wer aufstehen, wenn sein Zorn entbrannt? Wo seine Zornesglut sich in Feuer ergoß, da wurden die Felsen von ihr niedergerissen!
7
ט֣וֹב יְהֹוָ֔ה לְמָע֖וֹז בְּי֣וֹם צָרָ֑ה וְיֹדֵ֖עַ חֹ֥סֵי בֽוֹ׃
BernfeldAber gut ist auch der Herr und eine Schutzwehr am Tage der Not; er kennt [alle], die sich bei ihm bergen.
ZunzGut ist der Ewige zur Schutzwehr am Tage der Roth, und er kennet, die sich bei ihm bergen.
J. J. HirschGütig ist Gott, er wird zum Quell der Kraft am Tage der Not und er kennt die auf ihn vertrauen!
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 7. Und dieser selbe Gott ist auch gütig, ja er wird zum Quell der Widerstandskraft, das ist עוז mit vorgesetztem מ, er selbst giebt dem Menschen Kraft, die schweren Zeiten zu überdauern, die er selbst zur Erziehung der Menschen herbeigeführt hat, er kennt die und sorgt für die (das ist ganz eigentlich ידע s. zu Ps.6), die ihre Zuversicht in ihn setzen, wie dies im folgenden Verse weiter ausgeführt wird.

8
וּבְשֶׁ֣טֶף עֹבֵ֔ר כָּלָ֖ה יַעֲשֶׂ֣ה מְקוֹמָ֑הּ וְאֹיְבָ֖יו יְרַדֶּף־חֹֽשֶׁךְ׃
BernfeldDoch mit überströmender Flut wird er [Ninive] vernichten an ihrer Stätte, und seine Feinde wird er in Finsternis jagen.
ZunzAber mit überströmender Flut wird er ihre [Ninweh's] Stätte vernichten, und seine Feinde wird er in Finsterniß jagen.
J. J. HirschUnd inmitten der überströmenden Flut macht er die Vernichtung selbst zu ihrer [Rettungs-] Stätte — seine Feinde aber verfolgt Finsternis.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 8. Für diese macht er inmitten der alles überströmenden Flut — dem Bilde der zerstörenden Verhängnisse, hier der ein Land überflutenden feindlichen Heeresmassen — die Vernichtung selbst zu ihrer Stätte. Das Suff. in מְקוֹמָהּ bezieht sich auf כָּלָה, was für die Anderen, die V. 2 genannten צָרָיו, für die „Dränger Gottes“ Vernichtung, das wird für die in Gott ihre Zuversicht Setzenden zur Rettung. Seine „Feinde“ aber, siehe oben V. 2, die nicht offen hervortreten, dem Göttlichen aber feind sind, die verfolgt mit aller Macht, יְרַדֵּף Piel, die Finsternis, sie stehen ratlos da, wissen sich nicht zu helfen, ihr Princip ist zu Schanden geworden. שֶׁטֶף עֹבֵר: die alle Ufer überschreitende Überschwemmung, vergl. Jes. 8, 8. So wird der Untergang Ninives die Rettung der von ihm Unterdrückten, in deren Mitte auch Israels, wenn es seine Zuversicht in Gott setzt. — Das ב in בְּשֶׁטֶף kann auch causal gefaßt werden: durch die überschwemmende Flut macht er die Vernichtung selbst zu der durch sie zu schaffenden Stätte. Die Beseitigung des dem Menschenheile Feindlichen hat nur zum Zwecke, die Stätte für dieses Heil frei zu machen. Was Vernichtung scheint, ist der erste Schritt zur Grundlegung, wörtlich: Raumgebung. Der Prophet spricht die Wahrheit von dem in den Geschicken sich vollziehenden, je nach Verdienst Vernichtung, Demütigung oder Rettung planvoll zuteilenden Gottesgerichte bis hierher zunächst ganz allgemein aus. Erst im folgenden Verse wendet er sich an Ninive.

9
מַה־תְּחַשְּׁבוּן֙ אֶל־יְהֹוָ֔ה כָּלָ֖ה ה֣וּא עֹשֶׂ֑ה לֹא־תָק֥וּם פַּעֲמַ֖יִם צָרָֽה׃
BernfeldWas sinnt ihr wider den Herrn? Er übt Vernichtung, damit die Not [Israels] nicht zum zweiten Male erstehe.
ZunzWas haltet ihr Abrechnung mit dem Ewigen? Vernichten wird er; nicht zwei Mal entsteht die Noth.
J. J. HirschWas für Pläne wollet ihr deshalb Gott gegenüber machen? Vernichtung bereitet er ja! Nicht zweimal soll die Not erstehen!
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 9. חָשַׁב Grundbedeutung: Verbinden, Piel: rechnendes Denken, Überlegen, Pläne machen. אֶל ה': in Beziehung auf Gott, d. i. auf euer Verhalten zu ihm, um die von ihm bestimmten Folgen eures Machtmißbrauches abzuwenden oder vielmehr sie abzuschwächen. Ihr täuscht euch über ihren Ernst. Nicht weniger als Vernichtung seiner Macht ist Ninives Los, die Katastrophe bringt das Ende: „nicht zweimal kommt die Not.“

10
כִּ֚י עַד־סִירִ֣ים סְבֻכִ֔ים וּכְסׇבְאָ֖ם סְבוּאִ֑ים אֻ֨כְּל֔וּ כְּקַ֥שׁ יָבֵ֖שׁ מָלֵֽא׃
BernfeldDenn wenn auch die Fleischtöpfe dicht gefüllt und die Zecher vollgetrunken sind, werden sie doch verzehrt, wie dürres Stroh, ganz und gar.
ZunzDenn eben an den Fleischtöpfen betäubt, und wie sie zechen bezecht, werden sie verzehrt gleich dürrem Stroh, ganz und gar.
J. J. HirschDenn [die Not kommt] bis zu den ineinandergeschlungenen Dornen, die so vollgesogen sind als sie nur fassen können, sie werden verzehrt wie trockenes — volles Stroh.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 10. Die Herren in Ninive werden mit „vollgesogenen“, „ineinander verflochtenen“ Dornen verglichen, denen der „dürre“ — „volle“ Strohhalm gegenüber gestellt wird. Der Dornstrauch trinkt alle Säfte des Bodens ohne sie zur Frucht zu zeitigen, nur zur Nahrung des unfruchtbaren Holzes, daher ist er das treffendste Bild der selbstsüchtigen Macht, die alle die Beherrschten nur als Ausbeutungsobjecte betrachtet, die nur Rechte kennt, aber keine Pflichten. Ihm gegenüber wird der schwache Strohhalm genannt, der alle Säfte in sich aufgenommen, sie jedoch nicht für sich behalten, sondern sie zur Fruchtähre geleitet hat: das Bild edler Selbstlosigkeit. Eine moderne „Philosophie“ würde den Dorn als Verkörperung der „Herrenmoral“, den Strohhalm, der so thöricht war, die Säfte nicht für sich zu behalten, deren er doch auch „voll“ war, sondern sich nur als Zuleiter zur Ähre darzubieten, als Verkörperung der verachteten „Sklavenmoral“ bezeichnen. Dorn und Halm — die beiden streitenden Principien, die einander ausschließenden Weltanschauungen, die entgegengesetzten Ideale von Menschenbestimmung und Menschenehre. Das abrahamitische Ideal heißt nicht: gesegnet zu werden, sondern: „Werde selbst ein Segen!“ (Gen. 12, 2.) Solange es Nacht ist auf Erden, solange noch nicht das Gottesreich begonnen, wird der Halm eben nur Stroh bleiben und als Stoppel verbrannt werden. In den einzelnen Phasen des sich schon im Laufe der Geschichte vollziehenden Gottesgerichtes ereilt die einzelnen Weltreiche dasselbe Verhängnis, das sonst nur die verachteten Stoppeln, die Reste der Strohhalme traf. Dieses Gehege der vollgesogenen „ineinandergeschlungenen“ Dornen, die sich gegenseitig schützten, gemeinsam Front machten gegen jeden, der ihre „Rechte“ antasten könnte, es wird von dem Feuer des göttlichen Strafgerichtes widerstandslos verzehrt. Denn gegen das Feuer nützt dem Dorn weder die eigene, noch des Nachbars Schärfe und Stärke; im Gegenteil dient ein jeder durch den eigenen Brand nur zur Verstärkung des Feuers, das auch den Nachbar, den „Standesgenossen“, verzehrt. סְבֻאִים von סבא, lautverw. mit שָׂבַע satt sein und צָבָה anschwellen: zechen, im Übermaß trinken, Part. pass. durchtränkt, d. i. vollgesogen, כְסָבְאָם: soviel sie nur sich voll trinken können, „bis zum Bersten voll“. Dem סְבֻאִים steht das מָלֵא beim Strohhalm parallel, durch den Accent sind die beiden Worte קַשׁ יָבֵשׁ zu einem Begriffe verbunden und das מָלֵא weist im adversativen Sinne darauf hin, daß der jetzt trockene Halm doch auch „voll“ war, sich jedoch nicht „voll sog“, sondern alles weiter leitete. Der Pual אֻכְּלוּ bezeichnet die Vehemenz, es bebt darin die sittliche Empörung nach über die von dem wohlverdienten Gerichte nunmehr Getroffenen.

11
מִמֵּ֣ךְ יָצָ֔א חֹשֵׁ֥ב עַל־יְהֹוָ֖ה רָעָ֑ה יֹעֵ֖ץ בְּלִיָּֽעַל׃ {ס}
BernfeldAus dir ging der hervor der wider den Herrn Böses sann, ein Ruchloser.
ZunzAus dir ging hervor, der Böses ersann wider den Ewigen, der Verderbliches rieth.
J. J. HirschVon dir ist ausgegangen der gegen Gott Böses sinnt, Niederträchtiges im Plane hat.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 11. Hier redet der Prophet Ninive an und bezeichnet es als das erste große Weltreich, das dem Gottesplane der Menschenerziehung direkt entgegen gearbeitet hat und dem nichts zu schlecht ist, so es in seine Pläne paßt. חָשַׁב עַל ה': gegen Gott, oben V. 9: אֶל, in Beziehung auf Gott. Dort war nur von Plänen die Rede, um dem von Gott gefügten Unheil zu entgehen, hier wird dem in Ninive concentrierten Weltreiche der Vorwurf gemacht, daß es dem von Gott gewollten Heile entgegen arbeite, „gegen Gott Böses ersinne“ und „Niederträchtiges“ als Mittel für die Durchführung seiner Pläne im Sinne habe.

12
כֹּ֣ה ׀ אָמַ֣ר יְהֹוָ֗ה אִם־שְׁלֵמִים֙ וְכֵ֣ן רַבִּ֔ים וְכֵ֥ן נָג֖וֹזּוּ וְעָבָ֑ר וְעִ֨נִּתִ֔ךְ לֹ֥א אֲעַנֵּ֖ךְ עֽוֹד׃
BernfeldSo spricht der Herr: Ob sie auch kräftig und ihrer viele sind, sie werden doch weggeschnitten, es ist vorbei. Ich habe dich leiden lassen, aber nun lasse ich dich nicht mehr leiden.
ZunzSo spricht der Ewige: Ob sie auch kräftig und ihrer Viele sind, werden sie weggeschnitten, und es ist vorbei; und habe ich dich leiden lassen, so laß ich dich nicht mehr leiden.
J. J. HirschSo hat Gott gesprochen: Wenn sie auch noch so vollkräftig sind und ebenso zahlreich, gerade so werden sie abgeschnitten, und es ist verschwunden! Habe ich dich [Juda] gedemütigt, so werde ich dich nicht ferner demütigen.
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kommentar von Julius Jehuda Hirsch

V. 12. Ninives bis jetzt unbesiegte und ungebrochene Heeresmacht wird es vor dem Verhängnisse nicht schützen. Was oben V. 9 noch allgemein ausgesprochen war, wird hier unmittelbar auf Ninive bezogen. Und zwar wird Israel oder vielmehr Juda als dasjenige Reich (2, 1) genannt, das am meisten von Aschurs Macht zu leiden gehabt hatte, und dem deshalb dessen Untergang Befreiung von Unterdrückung und fortgesetzter Bedrohung bringt. Auf es bezieht sich die 2. Pers. weibl. in diesem und dem folgenden Verse, und im Hinblick auf die Verheerungen unter Achas und Hiskija wird ihm verheißen, daß diese Bedrängungen und Bedrohungen durch Aschur ihr Ende erreicht hätten. In kunstvoller Construction wird die Ohnmacht der so sehr gefürchteten, bisher unbesiegten Assyrermacht markig hervorgehoben: wenn sie auch noch so unversehrt sind, und so viel sind wie sie stark sind: gerade so werden sie, wörtlich: hinweggeschoren, widerstandslos und winzig wie die Wolle von Schafen, und — „vorüber ist's!“ Der Übergang in den Singular läßt der eben noch in ihrer Heeresmenge geschauten Feinde nur noch als einer einzigen, nunmehr verschwundenen Schattengröße gedenken. Daß sich dieser Vers und die Verheißung des folgenden Verses nur auf Juda und nicht auf die bereits fortgeführten zehn Stämme Israels beziehen, geht aus der ausdrücklichen Nennung Judas (Kap. 2, 1) hervor. Durch den Untergang des assyrischen Heeres vor Jerusalem unter Hiskija war die Macht Ninives nur geschwächt worden. Juda blieb stets von ihm bedroht, doch unter Manasse machte es einen Einfall und führte diesen König gefangen fort (2 Chr. 33, 11). Was hier ausgesprochen wird, ist der vollständige Bruch der assyrischen Macht, der mit der Zerstörung Ninives erfolgte, die im zweiten Kapitel verkündet wird.

V. 13 f. וְעַתָּה, das ו schließt sich an לֹא אֲעַנֵּךְ causal an. Das männliche Suffix in מֹטֵהוּ bezieht sich ebenso wie die 2 Pers. des V. 14 auf den König von Ninive, als Repräsentanten der assyrischen Macht. Ich breche sein Joch מֵעָלֶיךָ: von auf dir, sodaß du von ihm befreit wirst. Über dich, Aschur, aber hat Gott bestimmt: von deinem Namen wird in den Schoß der Menschheit nichts mehr eingesäet werden, das Königshaus stirbt aus und das Volk hat keine Zukunft, und ebenso geht es mit seinen Göttern zu Ende; seine Dynastie, sein Reich, sein Volksdasein und seine Religion sind dem Untergang geweiht. Für Aschur hat die göttliche Weltwaltung nur noch eins zu vollbringen: ich bereite dein Grab, denn du bist auf der Gotteswage, auf der nur Gerechtigkeit und Menschlichkeit den Wert des Einzelnen wie der Reiche bestimmen, zu leicht befunden worden. Vergl. Jes. 28, 17: ich nehme die Gerechtigkeit zum Maßstabe und die Menschlichkeit zum Gewichtsteine.

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וְעַתָּ֕ה אֶשְׁבֹּ֥ר מֹטֵ֖הוּ מֵעָלָ֑יִךְ וּמוֹסְרֹתַ֖יִךְ אֲנַתֵּֽק׃
BernfeldBald breche ich sein Joch von dir und zerreiße seine Bande.
ZunzDenn nun breche ich sein Joch von dir, und zerreiße seine Bande.
J. J. HirschDenn jetzt werde ich sein auf dir lastendes Joch brechen und werde deine Fesseln sprengen.
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וְצִוָּ֤ה עָלֶ֙יךָ֙ יְהֹוָ֔ה לֹא־יִזָּרַ֥ע מִשִּׁמְךָ֖ ע֑וֹד מִבֵּ֨ית אֱלֹהֶ֜יךָ אַכְרִ֨ית פֶּ֧סֶל וּמַסֵּכָ֛ה אָשִׂ֥ים קִבְרֶ֖ךָ כִּ֥י קַלּֽוֹתָ׃ {פ}
BernfeldÜber dich [Ninive] hat der Herr verhängt, daß dein Name nicht mehr fortgeführt werde; aus dem Hause deines Gottes tilg‘ ich gehauene und gegossene Bilder; ich bereite dir ein Grab, denn du bist verabscheut.
ZunzUeber dich aber verhängt der Ewige: Kein Same deines Namens bleibe dir fortan, aus dem Hause deines Gottes tilg' ich gehauene und gegossene Bilder; ich mache dir ein Grabmal, daß du verachtet gewesen bist.
J. J. HirschUeber dich [Ninive] aber hat Gott geboten: Von deinem Namen wird nicht ferner Samen werden, aus deiner Götter Hause tilge ich die geschnitzten und gegossenen Bilder — ich bereite dir das Grab, denn du bist zu leicht befunden!