Mischlej 6 משלי
Buch:
Kapitel:
Vers:
Übersetzung unter der Redaktion von Leopold Zunz (1838)
1
בְּ֭נִי אִם־עָרַ֣בְתָּ לְרֵעֶ֑ךָ תָּקַ֖עְתָּ לַזָּ֣ר כַּפֶּֽיךָ׃
ZunzMein Sohn, wenn du gebürgt für deinen Nächsten, deine Hand eingeschlagen für einen Fremden,
2
נוֹקַ֥שְׁתָּ בְאִמְרֵי־פִ֑יךָ נִ֝לְכַּ֗דְתָּ בְּאִמְרֵי־פִֽיךָ׃
ZunzBist du verstrickt in die Zusagen deines Mundes, gefangen in den Zusagen deines Mundes.
3
עֲשֵׂ֨ה זֹ֥את אֵפ֪וֹא ׀ בְּנִ֡י וְֽהִנָּצֵ֗ל כִּ֘י־בָ֤אתָ בְכַף־רֵעֶ֑ךָ לֵ֥ךְ הִ֝תְרַפֵּ֗ס וּרְהַ֥ב רֵעֶֽיךָ׃
ZunzThue denn dies, mein Sohn, und rette dich, da du gerathen bist in die Hand deines Nächsten: Gehe, wirf dich zu Füßen, dann magst du deinem Nächsten trotzen.
4
אַל־תִּתֵּ֣ן שֵׁנָ֣ה לְעֵינֶ֑יךָ וּ֝תְנוּמָ֗ה לְעַפְעַפֶּֽיךָ׃
ZunzGönne nicht Schlaf deinen Augen, nicht Schlummer deinen Lidern;
5
הִ֭נָּצֵל כִּצְבִ֣י מִיָּ֑ד וּ֝כְצִפּ֗וֹר מִיַּ֥ד יָקֽוּשׁ׃ {פ}
ZunzRette dich wie ein Hirsch aus der Hand, und wie ein Vogel aus der Hand des Vogelstellers. —
6
לֵֽךְ־אֶל־נְמָלָ֥ה עָצֵ֑ל רְאֵ֖ה דְרָכֶ֣יהָ וַחֲכָֽם׃
ZunzGeh zur Ameise, Fauler, sieh ihre Wege und werde klug.
8
תָּכִ֣ין בַּקַּ֣יִץ לַחְמָ֑הּ אָגְרָ֥ה בַ֝קָּצִ֗יר מַאֲכָלָֽהּ׃
ZunzBereitet im Sommer ihr Brod, sammelt in der Ernte ihre Speise.
9
עַד־מָתַ֖י עָצֵ֥ל ׀ תִּשְׁכָּ֑ב מָ֝תַ֗י תָּק֥וּם מִשְּׁנָתֶֽךָ׃
ZunzWie lange, Fauler, willst du liegen? Wann wirst du aufstehn von deinem Schlafe?
10
מְעַ֣ט שֵׁ֭נוֹת מְעַ֣ט תְּנוּמ֑וֹת מְעַ֓ט ׀ חִבֻּ֖ק יָדַ֣יִם לִשְׁכָּֽב׃
ZunzEin wenig Schlaf, ein wenig Schlummer, ein wenig die Arme verschränken zum Ruhen!
11
וּבָֽא־כִמְהַלֵּ֥ךְ רֵאשֶׁ֑ךָ וּ֝מַחְסֹרְךָ֗ כְּאִ֣ישׁ מָגֵֽן׃ {פ}
ZunzUnd ankommt wie ein Wandrer deine Armuth, und dein Mangel wie ein Gewappneter. —
12
אָדָ֣ם בְּ֭לִיַּעַל אִ֣ישׁ אָ֑וֶן ה֝וֹלֵ֗ךְ עִקְּשׁ֥וּת פֶּֽה׃
ZunzEin ruchloser Mensch, ein Mann der Unthat, geht umher mit gekrümmtem Munde,
13
קֹרֵ֣ץ בְּ֭עֵינָו מֹלֵ֣ל בְּרַגְלָ֑ו מֹ֝רֶ֗ה בְּאֶצְבְּעֹתָֽיו׃
ZunzWinkt mit den Augen, scharrt mit den Füßen, zeigt mit den Fingern.
14
תַּ֥הְפֻּכ֨וֹת ׀ בְּלִבּ֗וֹ חֹרֵ֣שׁ רָ֣ע בְּכׇל־עֵ֑ת (מדנים) [מִדְיָנִ֥ים] יְשַׁלֵּֽחַ׃
ZunzHat Ränke im Herzen, schmiedet Unheil zu aller Zeit; stiftet Zänkereien an.
15
עַל־כֵּ֗ן פִּ֭תְאֹם יָב֣וֹא אֵיד֑וֹ פֶּ֥תַע יִ֝שָּׁבֵ֗ר וְאֵ֣ין מַרְפֵּֽא׃ {פ}
ZunzDarum kommt plötzlich sein Sturz; jählings wird er umgebrochen ohne Heilung.
16
שֶׁשׁ־הֵ֭נָּה שָׂנֵ֣א יְהֹוָ֑ה וְ֝שֶׁ֗בַע (תועבות) [תּוֹעֲבַ֥ת] נַפְשֽׁוֹ׃
ZunzSechs sind's, die der Ewige haßt, und sieben sind seiner Seele ein Greuel.
17
עֵינַ֣יִם רָ֭מוֹת לְשׁ֣וֹן שָׁ֑קֶר וְ֝יָדַ֗יִם שֹׁפְכ֥וֹת דָּם־נָקִֽי׃
ZunzHochblickende Augen, falsche Zunge, und Hände, die vergießen unschuldig Blut.
18
לֵ֗ב חֹ֭רֵשׁ מַחְשְׁב֣וֹת אָ֑וֶן רַגְלַ֥יִם מְ֝מַהֲר֗וֹת לָר֥וּץ לָרָעָֽה׃
ZunzEin Herz, das schmiedet Gedanken des Unheils, Füße, behende zum Bösen zu rennen.
19
יָפִ֣יחַ כְּ֭זָבִים עֵ֣ד שָׁ֑קֶר וּמְשַׁלֵּ֥חַ מְ֝דָנִ֗ים בֵּ֣ין אַחִֽים׃ {פ}
ZunzEin Lügen-Schwätzer, falscher Zeuge, und wer Zank stiftet unter Brüdern. —
20
נְצֹ֣ר בְּ֭נִי מִצְוַ֣ת אָבִ֑יךָ וְאַל־תִּ֝טֹּ֗שׁ תּוֹרַ֥ת אִמֶּֽךָ׃
ZunzHüte, mein Sohn, das Gebot deines Vaters, und lasse nicht von der Weisung deiner Mutter.
21
קׇשְׁרֵ֣ם עַל־לִבְּךָ֣ תָמִ֑יד עׇ֝נְדֵ֗ם עַל־גַּרְגְּרֹתֶֽךָ׃
ZunzKnüpfe sie an dein Herz beständig, binde sie um deinen Hals.
22
בְּהִתְהַלֶּכְךָ֨ ׀ תַּנְחֶ֬ה אֹתָ֗ךְ בְּֽ֭שׇׁכְבְּךָ תִּשְׁמֹ֣ר עָלֶ֑יךָ וַ֝הֲקִיצ֗וֹתָ הִ֣יא תְשִׂיחֶֽךָ׃
ZunzWenn du gehest, wird sie dich leiten, wenn du dich hinlegst, wird sie über dich wachen, und erwachst du, wird sie sich mit dir unterreden.
23
כִּ֤י נֵ֣ר מִ֭צְוָה וְת֣וֹרָה א֑וֹר וְדֶ֥רֶךְ חַ֝יִּ֗ים תּוֹכְח֥וֹת מוּסָֽר׃
ZunzDenn eine Leuchte ist das Gebot, und die Weisung ein Licht, ja ein Weg des Lebens sind Ermahnungen der Zucht;
24
לִ֭שְׁמׇרְךָ מֵאֵ֣שֶׁת רָ֑ע מֵ֝חֶלְקַ֗ת לָשׁ֥וֹן נׇכְרִיָּֽה׃
ZunzDich zu wahren vor dem bösen Weibe, vor der glatten Zunge der Ausländerin.
25
אַל־תַּחְמֹ֣ד יׇ֭פְיָהּ בִּלְבָבֶ֑ךָ וְאַל־תִּ֝קָּחֲךָ֗ בְּעַפְעַפֶּֽיהָ׃
ZunzLaß dich nicht gelüsten ihre Schönheit in deinem Herzen, und daß sie dich nicht einnehme mit ihren Blicken.
26
כִּ֤י בְעַד־אִשָּׁ֥ה זוֹנָ֗ה עַֽד־כִּכַּ֫ר־לָ֥חֶם וְאֵ֥שֶׁת אִ֑ישׁ נֶ֖פֶשׁ יְקָרָ֣ה תָצֽוּד׃ {פ}
ZunzDenn durch ein buhlerisches Weib (kommt man herab) bis auf einen Laib Brod, und das fremde Eheweib stellt der edlen Seele nach.
27
הֲיַחְתֶּ֤ה אִ֓ישׁ אֵ֬שׁ בְּחֵיק֑וֹ וּ֝בְגָדָ֗יו לֹ֣א תִשָּׂרַֽפְנָה׃
ZunzSchüttet Jemand in seinen Schooß Feuer, daß seine Kleider nicht brennen?
28
אִם־יְהַלֵּ֣ךְ אִ֭ישׁ עַל־הַגֶּחָלִ֑ים וְ֝רַגְלָ֗יו לֹ֣א תִכָּוֶֽינָה׃
ZunzOder geht Jemand auf Kohlen, daß er sich die Füße nicht verbrennt?
29
כֵּ֗ן הַ֭בָּא אֶל־אֵ֣שֶׁת רֵעֵ֑הוּ לֹ֥א יִ֝נָּקֶ֗ה כׇּֽל־הַנֹּגֵ֥עַ בָּֽהּ׃
ZunzSo wer zu dem Weibe seines Nächsten kommt: nicht ungestraft bleibt, wer sie berührt.
30
לֹא־יָב֣וּזוּ לַ֭גַּנָּב כִּ֣י יִגְנ֑וֹב לְמַלֵּ֥א נַ֝פְשׁ֗וֹ כִּ֣י יִרְעָֽב׃
ZunzMan sollte den Dieb nicht verspotten, wenn er stiehlt, um seine Gier zu stillen, da ihn hungert.
31
וְ֭נִמְצָא יְשַׁלֵּ֣ם שִׁבְעָתָ֑יִם אֶת־כׇּל־ה֖וֹן בֵּית֣וֹ יִתֵּֽן׃
ZunzUnd wird er betroffen, so bezahlt er das Siebenfache, er giebt auch alles Gut seines Hauses.
32
נֹאֵ֣ף אִשָּׁ֣ה חֲסַר־לֵ֑ב מַֽשְׁחִ֥ית נַ֝פְשׁ֗וֹ ה֣וּא יַעֲשֶֽׂנָּה׃
Zunz(Doch) wer die Ehe bricht mit einem Weibe, ist sinnlos, wer sein eigner Verderber ist, thut das;
33
נֶגַע־וְקָל֥וֹן יִמְצָ֑א וְ֝חֶרְפָּת֗וֹ לֹ֣א תִמָּחֶֽה׃
ZunzPlage und Schande findet er, und seine Schmach wird nicht ausgelöscht.
34
כִּֽי־קִנְאָ֥ה חֲמַת־גָּ֑בֶר וְלֹא־יַ֝חְמ֗וֹל בְּי֣וֹם נָקָֽם׃
ZunzDenn Eifersucht, das ist die Wuth des Mannes; der schont nicht am Tage der Rache.
35
לֹֽא־יִ֭שָּׂא פְּנֵ֣י כׇל־כֹּ֑פֶר וְלֹא־יֹ֝אבֶ֗ה כִּ֣י תַרְבֶּה־שֹּֽׁחַד׃ {פ}
ZunzEr siehet kein Lösegeld an, und willigt nicht ein, so viel du Geschenke bietest,