Mischlej 29 משלי
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Übersetzung unter der Redaktion von Leopold Zunz (1838)
1
אִ֣ישׁ תּ֭וֹכָחוֹת מַקְשֶׁה־עֹ֑רֶף פֶּ֥תַע יִ֝שָּׁבֵ֗ר וְאֵ֣ין מַרְפֵּֽא׃
ZunzWer zurecht gewiesen hartnäckig bleibt, wird plötzlich zerbrochen, ohne Heilung.
2
בִּרְב֣וֹת צַ֭דִּיקִים יִשְׂמַ֣ח הָעָ֑ם וּבִמְשֹׁ֥ל רָ֝שָׁ֗ע יֵאָ֥נַֽח עָֽם׃
ZunzWenn die Gerechten zu Ansehen kommen, freuet sich das Volk, aber wenn der Frevler herrscht, seufzt das Volk.
3
אִישׁ־אֹהֵ֣ב חׇ֭כְמָה יְשַׂמַּ֣ח אָבִ֑יו וְרֹעֶ֥ה ז֝וֹנ֗וֹת יְאַבֶּד־הֽוֹן׃
ZunzWer Weisheit liebt, erfreuet seinen Vater, aber wer Buhldirnen nachhangt, verschwendet das Vermögen.
4
מֶ֗לֶךְ בְּ֭מִשְׁפָּט יַעֲמִ֣יד אָ֑רֶץ וְאִ֖ישׁ תְּרוּמ֣וֹת יֶהֶרְסֶֽנָּה׃
ZunzEin König erhält das Land durch Gerechtigkeit, aber wer Steuern häuft, zerstört es.
5
גֶּ֭בֶר מַחֲלִ֣יק עַל־רֵעֵ֑הוּ רֶ֝֗שֶׁת פּוֹרֵ֥שׂ עַל־פְּעָמָֽיו׃
ZunzEin Mann, der seinem Nächsten schmeichelt, breitet ein Netz seinen Schritten.
6
בְּפֶ֤שַֽׁע אִ֣ישׁ רָ֣ע מוֹקֵ֑שׁ וְ֝צַדִּ֗יק יָר֥וּן וְשָׂמֵֽחַ׃
ZunzIn der Missethat des bösen Menschen (liegt sein) Fallstrick; aber der Gerechte jubelt und ist froh.
7
יֹדֵ֣עַ צַ֭דִּיק דִּ֣ין דַּלִּ֑ים רָ֝שָׁ֗ע לֹא־יָבִ֥ין דָּֽעַת׃
ZunzDer Gerechte merkt auf den Rechtshandel der Niedrigen; der Frevler merkt nicht auf, daß er davon wisse.
8
אַנְשֵׁ֣י לָ֭צוֹן יָפִ֣יחוּ קִרְיָ֑ה וַ֝חֲכָמִ֗ים יָשִׁ֥יבוּ אָֽף׃
ZunzSpötter fachen (Aufruhr) an in einer Stadt; aber die Klugen beschwichtigen den Zorn.
9
אִֽישׁ־חָכָ֗ם נִ֭שְׁפָּט אֶת־אִ֣ישׁ אֱוִ֑יל וְרָגַ֥ז וְ֝שָׂחַ֗ק וְאֵ֣ין נָֽחַת׃
ZunzRechtet der Kluge mit dem Narren — er zürne oder lache, so hat er keine Ruhe.
10
אַנְשֵׁ֣י דָ֭מִים יִשְׂנְאוּ־תָ֑ם וִ֝ישָׁרִ֗ים יְבַקְשׁ֥וּ נַפְשֽׁוֹ׃
ZunzBlutgierige Menschen hassen den Schuldlosen, und Redliche — denen trachten sie nach dem Leben.
11
כׇּל־ר֭וּחוֹ יוֹצִ֣יא כְסִ֑יל וְ֝חָכָ֗ם בְּאָח֥וֹר יְשַׁבְּחֶֽנָּה׃
ZunzSeinen ganzen Unmuth ergießt der Thor, aber der Kluge drängt ihn zurück.
12
מֹ֭שֵׁל מַקְשִׁ֣יב עַל־דְּבַר־שָׁ֑קֶר כׇּֽל־מְשָׁרְתָ֥יו רְשָׁעִֽים׃
ZunzHorcht ein Herrscher auf Worte der Lüge, so sind all seine Diener Frevler.
13
רָ֤שׁ וְאִ֣ישׁ תְּכָכִ֣ים נִפְגָּ֑שׁוּ מֵ֤אִיר־עֵינֵ֖י שְׁנֵיהֶ֣ם יְהֹוָֽה׃
ZunzBegegnen einander der Arme und der Bedrücker, erleuchte der Ewige beider Augen.
14
מֶ֤לֶךְ שׁוֹפֵ֣ט בֶּאֱמֶ֣ת דַּלִּ֑ים כִּ֝סְא֗וֹ לָעַ֥ד יִכּֽוֹן׃
ZunzEin König, der nach Wahrheit die Niedrigen richtet, dessen Thron wird befestigt für ewig.
15
שֵׁ֣בֶט וְ֭תוֹכַחַת יִתֵּ֣ן חׇכְמָ֑ה וְנַ֥עַר מְ֝שֻׁלָּ֗ח מֵבִ֥ישׁ אִמּֽוֹ׃
ZunzRuthe und Zurechtweisung verleihet Weisheit; aber ein Knabe, sich selbst überlassen, macht seiner Mutter Schande.
16
בִּרְב֣וֹת רְ֭שָׁעִים יִרְבֶּה־פָּ֑שַׁע וְ֝צַדִּיקִ֗ים בְּֽמַפַּלְתָּ֥ם יִרְאֽוּ׃
ZunzWenn Frevler zu Ansehn kommen, mehren sich Missethaten; aber die Gerechten werden sich weiden an ihrem Falle.
17
יַסֵּ֣ר בִּ֭נְךָ וִינִיחֶ֑ךָ וְיִתֵּ֖ן מַעֲדַנִּ֣ים לְנַפְשֶֽׁךָ׃ {פ}
ZunzZüchtige deinen Sohn, so wird er dir Ruhe verschaffen, und Wonne gewähren deiner Seele.
18
בְּאֵ֣ין חָ֭זוֹן יִפָּ֣רַֽע עָ֑ם וְשֹׁמֵ֖ר תּוֹרָ֣ה אַשְׁרֵֽהוּ׃
ZunzOhne Offenbarung wird das Volk zügellos, aber wenn es das Gesetz wahrt, Heil ihm!
19
בִּ֭דְבָרִים לֹא־יִוָּ֣סֶר עָ֑בֶד כִּי־יָ֝בִ֗ין וְאֵ֣ין מַעֲנֶֽה׃
ZunzDurch Worte wird der Knecht nicht gezogen, so er keinen merkt, der ihn niederhält.
20
חָזִ֗יתָ אִ֭ישׁ אָ֣ץ בִּדְבָרָ֑יו תִּקְוָ֖ה לִכְסִ֣יל מִמֶּֽנּוּ׃
ZunzSiehest du einen Menschen, der übereilt ist in seinem Treiben, so ist für den Thoren mehr Hoffnung, als für ihn.
21
מְפַנֵּ֣ק מִנֹּ֣עַר עַבְדּ֑וֹ וְ֝אַחֲרִית֗וֹ יִהְיֶ֥ה מָנֽוֹן׃
ZunzWenn man von Jugend auf den Knecht verzärtelt, so will er zuletzt ein Vorgesetzter seyn.
22
אִֽישׁ־אַ֭ף יְגָרֶ֣ה מָד֑וֹן וּבַ֖עַל חֵמָ֣ה רַב־פָּֽשַׁע׃
ZunzEin zorniger Mensch erregt Zank, und ein hitziger Mann übt viel Missethaten.
23
גַּאֲוַ֣ת אָ֭דָם תַּשְׁפִּילֶ֑נּוּ וּשְׁפַל־ר֝֗וּחַ יִתְמֹ֥ךְ כָּבֽוֹד׃
ZunzDes Menschen Hochmuth erniedrigt ihn, aber der Demüthige erwirbt Ehre.
24
חוֹלֵ֣ק עִם־גַּ֭נָּב שׂוֹנֵ֣א נַפְשׁ֑וֹ אָלָ֥ה יִ֝שְׁמַ֗ע וְלֹ֣א יַגִּֽיד׃
ZunzWer mit dem Diebe theilt, haßt sich selber; er hört den Fluch und darf es nicht anzeigen.
25
חֶרְדַּ֣ת אָ֭דָם יִתֵּ֣ן מוֹקֵ֑שׁ וּבוֹטֵ֖חַ בַּיהֹוָ֣ה יְשֻׂגָּֽב׃
ZunzDie Furcht legt den Menschen eine Schlinge; aber wer auf den Ewigen vertrauet, wird geborgen.
26
רַ֭בִּים מְבַקְשִׁ֣ים פְּנֵֽי־מוֹשֵׁ֑ל וּ֝מֵיְהֹוָ֗ה מִשְׁפַּט־אִֽישׁ׃
ZunzViele suchen das Angesicht des Herrschers, doch vom Ewigen kommt des Mannes Recht.
27
תּוֹעֲבַ֣ת צַ֭דִּיקִים אִ֣ישׁ עָ֑וֶל וְתוֹעֲבַ֖ת רָשָׁ֣ע יְשַׁר־דָּֽרֶךְ׃ {פ}
ZunzEin Greuel den Gerechten ist der Ungerechte, und ein Greuel dem Frevler der von gradem Wandel.