Mischlej 27 משלי

Buch: Kapitel: Vers:
Übersetzung unter der Redaktion von Leopold Zunz (1838)
1
אַֽל־תִּ֭תְהַלֵּל בְּי֣וֹם מָחָ֑ר כִּ֤י לֹֽא־תֵ֝דַ֗ע מַה־יֵּ֥לֶד יֽוֹם׃
ZunzRühme dich nicht des morgenden Tages, denn du weißt nicht, was der Tag gebiert.
2
יְהַלֶּלְךָ֣ זָ֣ר וְלֹא־פִ֑יךָ נׇ֝כְרִ֗י וְאַל־שְׂפָתֶֽיךָ׃
ZunzEs rühme dich ein anderer und nicht dein Mund, ein Fremder und nicht deine Lippen.
3
כֹּֽבֶד־אֶ֭בֶן וְנֵ֣טֶל הַח֑וֹל וְכַ֥עַס אֱ֝וִ֗יל כָּבֵ֥ד מִשְּׁנֵיהֶֽם׃
ZunzDie Schwere des Steins und die Bürde des Sandes, — aber der Verdruß von dem Narren ist schwerer als Beides.
4
אַכְזְרִיּ֣וּת חֵ֭מָה וְשֶׁ֣טֶף אָ֑ף וּמִ֥י יַ֝עֲמֹ֗ד לִפְנֵ֥י קִנְאָֽה׃
ZunzDie Grausamkeit des Grimmes und der Ungestüm des Zornes, — und wer hält Stand vor der Eifersucht!
5
ט֭וֹבָה תּוֹכַ֣חַת מְגֻלָּ֑ה מֵאַהֲבָ֥ה מְסֻתָּֽרֶת׃
ZunzBesser offene Rüge, als verheimlichte Liebe.
6
נֶ֭אֱמָנִים פִּצְעֵ֣י אוֹהֵ֑ב וְ֝נַעְתָּר֗וֹת נְשִׁיק֥וֹת שׂוֹנֵֽא׃
ZunzZuverlässig sind Wunden von dem Freunde, aber Dunst die Küsse des Feindes.
7
נֶ֣פֶשׁ שְׂ֭בֵעָה תָּב֣וּס נֹ֑פֶת וְנֶ֥פֶשׁ רְ֝עֵבָ֗ה כׇּל־מַ֥ר מָתֽוֹק׃
ZunzEin Satter tritt Honigseim mit Füßen; aber dem Hungrigen ist alles Bittre süß.
8
כְּ֭צִפּוֹר נוֹדֶ֣דֶת מִן־קִנָּ֑הּ כֵּֽן־אִ֝֗ישׁ נוֹדֵ֥ד מִמְּקוֹמֽוֹ׃
ZunzWie ein Vogel, der von seinem Neste zieht, so ein Mann, der von seinem Orte ziehen muß.
9
שֶׁ֣מֶן וּ֭קְטֹרֶת יְשַׂמַּֽח־לֵ֑ב וּמֶ֥תֶק רֵ֝עֵ֗הוּ מֵעֲצַת־נָֽפֶשׁ׃
ZunzOel und Räucherwerk erfreuet das Herz, und die süße Rede des Freundes mehr als der eigne Rath.
10
רֵ֥עֲךָ֨ (ורעה) [וְרֵ֪עַ] אָבִ֡יךָ אַֽל־תַּעֲזֹ֗ב וּבֵ֥ית אָחִ֗יךָ אַל־תָּ֭בוֹא בְּי֣וֹם אֵידֶ֑ךָ ט֥וֹב שָׁכֵ֥ן קָ֝ר֗וֹב מֵאָ֥ח רָחֽוֹק׃
ZunzDeinen Freund, und den Freund deines Vaters verlasse nicht, und du brauchst das Haus deines Bruders nicht zu betreten am Tage deiner Noth; besser ein naher Rachbar, als ein entfernter Bruder.
11
חֲכַ֣ם בְּ֭נִי וְשַׂמַּ֣ח לִבִּ֑י וְאָשִׁ֖יבָה חֹרְפִ֣י דָבָֽר׃
ZunzWerde weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, daß ich meinen Lästerern Rede stehe.
12
עָר֤וּם ׀ רָאָ֣ה רָעָ֣ה נִסְתָּ֑ר פְּ֝תָאיִ֗ם עָבְר֥וּ נֶעֱנָֽשׁוּ׃
ZunzDer Kluge sieht das Uebel (und) wahret sich; die Einfältigen rennen dahin, sie büßen.
13
קַח־בִּ֭גְדוֹ כִּי־עָ֣רַב זָ֑ר וּבְעַ֖ד נׇכְרִיָּ֣ה חַבְלֵֽהוּ׃
ZunzNimm sein Kleid; denn er hat für einen Anderen gebürgt, und um der Fremden willen pfände ihn.
14
מְבָ֘רֵ֤ךְ רֵעֵ֨הוּ ׀ בְּק֣וֹל גָּ֭דוֹל בַּבֹּ֣קֶר הַשְׁכֵּ֑ים קְ֝לָלָ֗ה תֵּחָ֥שֶׁב לֽוֹ׃
ZunzWer seinen Freund begrüßt mit lauter Stimme am frühen Morgen, es wird ihm für einen Fluch geachtet.
15
דֶּ֣לֶף ט֭וֹרֵד בְּי֣וֹם סַגְרִ֑יר וְאֵ֥שֶׁת (מדונים) [מִ֝דְיָנִ֗ים] נִשְׁתָּוָֽה׃
ZunzEine anhaltende Traufe am Tage des Frostes, und ein zänkisches Weib, das beruhigt scheint.
16
צֹפְנֶ֥יהָ צָפַן־ר֑וּחַ וְשֶׁ֖מֶן יְמִינ֣וֹ יִקְרָֽא׃
ZunzWer sie bergen wollte, birgt den Wind, oder Oel in seiner Rechten, das sich verräth.
17
בַּרְזֶ֣ל בְּבַרְזֶ֣ל יָ֑חַד וְ֝אִ֗ישׁ יַ֣חַד פְּנֵֽי־רֵעֵֽהוּ׃
ZunzEisen schärft man an Eisen; und Einer schärft den Blick des Andern.
18
נֹצֵ֣ר תְּ֭אֵנָה יֹאכַ֣ל פִּרְיָ֑הּ וְשֹׁמֵ֖ר אֲדֹנָ֣יו יְכֻבָּֽד׃
ZunzWer des Feigenbaumes wartet, isset eine Frucht; und wer seinen Herrn hütet, kommt zu Ehren.
19
כַּ֭מַּיִם הַפָּנִ֣ים לַפָּנִ֑ים כֵּ֤ן לֵֽב־הָ֝אָדָ֗ם לָאָדָֽם׃
ZunzWie Wasser Angesicht dem Angesicht, so (zeigt) das Herz einen dem andern.
20
שְׁא֣וֹל וַ֭אֲבַדֹּה לֹ֣א תִשְׂבַּ֑עְנָה וְעֵינֵ֥י הָ֝אָדָ֗ם לֹ֣א תִשְׂבַּֽעְנָה׃
ZunzGruft und Verwesung ersatten nicht, und die Augen des Menschen ersatten nicht.
21
מַצְרֵ֣ף לַ֭כֶּסֶף וְכ֣וּר לַזָּהָ֑ב וְ֝אִ֗ישׁ לְפִ֣י מַהֲלָלֽוֹ׃
ZunzDer Schmelztiegel für Silber, und der Ofen für Gold, und für den Mann der Mund, der ihn lobt.
22
אִ֥ם־תִּכְתּֽוֹשׁ־אֶת־הָאֱוִ֨יל ׀ בַּ֥מַּכְתֵּ֡שׁ בְּת֣וֹךְ הָ֭רִיפוֹת בַּעֱלִ֑י לֹא־תָס֥וּר מֵ֝עָלָ֗יו אִוַּלְתּֽוֹ׃ {פ}
ZunzStampftest du auch den Narren in der Stampfe, unter dem Graupen mit der Keule, weicht nicht von ihm seine Narrheit. —
23
יָדֹ֣עַ תֵּ֭דַע פְּנֵ֣י צֹאנֶ֑ךָ שִׁ֥ית לִ֝בְּךָ֗ לַעֲדָרִֽים׃
ZunzMache dich bekannt mit dem Zustande deiner Schafe, habe Acht auf die Heerden.
24
כִּ֤י לֹ֣א לְעוֹלָ֣ם חֹ֑סֶן וְאִם־נֵ֝֗זֶר לְד֣וֹר (דור) [וָדֽוֹר]׃
ZunzDenn nicht für ewig ist ein Besitzthum, oder ist die Krone für alle Geschlechter?
25
גָּלָ֣ה חָ֭צִיר וְנִרְאָה־דֶ֑שֶׁא וְ֝נֶאֶסְפ֗וּ עִשְּׂב֥וֹת הָרִֽים׃
ZunzGeht das Heu aus, und erscheint das Gras, so müssen gesammelt werden die Kräuter der Berge.
26
כְּבָשִׂ֥ים לִלְבוּשֶׁ֑ךָ וּמְחִ֥יר שָׂ֝דֶ֗ה עַתּוּדִֽים׃
ZunzSchafe geben dir Kleider, und den Kaufpreis eines Feldes Böcke;
27
וְדֵ֤י ׀ חֲלֵ֬ב עִזִּ֗ים לְֽ֭לַחְמְךָ לְלֶ֣חֶם בֵּיתֶ֑ךָ וְ֝חַיִּ֗ים לְנַעֲרוֹתֶֽיךָ׃
ZunzUnd genug Ziegenmilch zu deiner Kost (und) zur Kost deines Hauses, und Lebensmittel für deine Mägde.