Jeschajahu 66 ישעיהו
Kommentar (J. J. Hirsch)
Kap. 66. V. 1. Das Schlußkapitel dieses Buches bildet mit seinem Inhalt ein Seitenstück zu dessen erstem Kapitel. Gewährt das erste einen Einblick in die damaligen Zustände und Verhältnisse im jüdischen Reiche, welche die Berufung und Sendung des Propheten veranlaßten, so faßt dieses letzte Kapitel alles durch Jesaia von Gott Gesprochene gleichsam zu einem Resumé zusammen und reicht es uns dar zur Erkenntnis und zum Verständnis der Entwicklung aller Zeiten.
Himmel und Erde ruft das erste Wort unseres Buches zu Zeugen wider Israel auf, das ja wie sie eine Schöpfung Gottes ist, das ja mit seiner Sendung als Werkzeug Gottes zu seinem Teile das Ziel zu fördern berufen ist, dem auch sie zustreben: die Weltherrschaft Gottes zu verkünden. War doch bereits vorher Jesaia bei seiner Berufung zum Propheten in den Anblick Gottes auf seinem Weltenthron hingerufen und in ihm die Ahnung des hingebendsten Gehorsams aller Wesen und Kräfte in dem Dienste dieser Weltherrschaft angeregt worden, um daran einen Maßstab zum Verständnis der Bestimmung Israels und seiner Heiligtümer zu gewinnen.
Himmel und Erde sind es wiederum, die das letzte Wort des Propheten uns vor unser geistiges Auge ruft, um durch den Gedanken an sie uns die Orientierung in den Waltungsgängen Gottes durch Israels und der Menschheit Geschichte zu geben.
השמים כסאי „Die Himmel sind mein Thron“, so spricht sich dieser Gedanke aus; die ganze außerirdische Welt trägt diese Erde nur durch mein Geheiß, durch alle Himmelswelten waltet mein Wille — והארץ הדום רגלי und die Erde, sie ist der „Schemel meiner Füße“, jedes irdische Atom strebt zu mir empor und bietet sich dar zum Träger, zur Stätte meiner Herrlichkeit — אי זה בית וגו' und da könntet ihr ernstlich meinen, indem ihr mir ein Gotteshaus erbauet, meine Herrschaft und eure Huldigung auf die vier Wände eurer Tempel beschränken zu dürfen? ואי זה מקום מנוחתי Da könnet ihr in euch den Wahn aufkommen lassen, mit eurer Anbetung im Tempel habe ich mich zufrieden zu geben, müsse mit „Ruhe“ zuschauen, wie ihr, die ihr im Tempel mir huldiget, draußen im Leben meinem ausgesprochenen Willen den Gehorsam verweigert? Das ganze Universum gehorcht mir in jedem verrinnenden Zeitmoment, und euer Gehorsam überschreitet nicht die Ausgangspforte eures Tempels!
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 2. ואת כל אלה וגו'. Das ganze Weltall mit allen seinen Wesen vom größten bis zum kleinsten, mit allen darin sich betätigenden Kräften hat meine Hand gebildet, ויהיו כל אלה und „alle diese“ wurden so, wie sie nach meinem Willen werden sollten, ihr Sein und ihr Wirken ist unmittelbares Erzeugnis meiner Macht. Nur Eines ist es, das nicht durch die zwingende Gewalt meines Machtgebotes hergestellt werden soll, Eines nur ist es, nach dem ich אביט erwartend ausschaue: das ist der „freie Gehorsam des Menschen“, das ist der Mensch, der, wenn er auch arm und gemütsgedrückt ist, nur die eine Sorge kennt, „mein Wort zu verwirklichen“! Der sich reich fühlt, überreich und hochbeglückt, wenn es ihm, in welcher Lage auch immer, gelungen ist, meinem Willen zu leben, mit der Erfüllung meiner Gesetze mir seine Huldigung darzubringen. Dafür lebt er, dafür strebt er auch nach Besitz und Genuß, um in ihnen Mittel und Kraft, Geistes- und Willensstärkung zu besserer Erfüllung der ihm von Gott gewordenen Pflichten zu gewinnen.
Um Israel zu Menschen solcher sittlichen Höhe, solchen Seelenadels sich emporarbeiten zu lassen, in deren Leben sich meine Gegenwart kundgibt, dafür ließ ich sie mir ein Heiligtum errichten: ועשו לי מקדש ושכנתי בתוכם (2. B. M. 25, 8) „sie sollen mir ein Heiligtum schaffen, so werde ich in ihrer Mitte wohnen“. Das ist Ziel und Zweck der Opfergesetzgebung, des Tempeldienstes, wie des Gottesdienstes aller Zeiten. Sie sollen euch diese sittliche Hebung eures Wesens erleichtern, an ihr mitarbeiten, und im Leben draußen soll sich die veredelnde, sittigende Wirkung eures Tempellebens segensreich betätigen.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 3. Allein der im Tempel im Stier-Opfer die Hingebung seiner vollen Tatkraft an den Dienst Gottes ausspricht und damit gelobt, als Ackerstier mit dem Gottespflug, soweit seine Kräfte reichen, den Boden der Menschheit aufzulockern, um ihn für die Gottessaat empfänglich zu machen — der mißbraucht im Leben des Verkehrs eben diese Tatkraft, um Menschen weh zu tun, sie zu verderben. (Vgl. das oben zu Kap. 1, 11 u. w. Bemerkte.)
וזבח השה. Im Gottesheiligtum unterstellt man durch Darbringen des Lammes als Mahlopfer als „Lamm“ sich der göttlichen Leitung, gelobt, Ihm als Lebenshirten treue Folge zu leisten, sein ganzes häusliches Glück, seine Familienfreude nur unter Seiner Obhut, nach Seinem Willen finden zu wollen — עורף כלב aber auf dem Markte des Lebens, auf der Gasse artet man aus, ist gieriger als der Hund in schamloser Sucht nach Lebensgenuß und sucht ihn in diesem Jagen nach Besitz und Genuß zu überflügeln und gleichsam hinterrücks umzubringen. — ערף als Verbum kommt 2. B. M. 13, 13 und 5. B. M. 21, 4 in der Bedeutung vor: nach einem Tiere einen tötlichen Schlag in den Nacken führen, also nach ihm schlagen.
מעלה מנחה וגו'. Der sein Mehl und Öl, d. h. seine Nahrung und seine Gesundheit im Tempel nicht zu geringfügig für Gott erachtet, um sie im Huldigungsopfer Gott und seinem Gesetze zu Füßen zu legen und für beide seinen Segen zu erflehen, der genießt draußen דם חזיר und spricht: „was kann Gott daran liegen, was ich esse und wie ich mich nähre?“ Er bringt im מנחה symbolisch Gott seine Nahrung dar — wenn nun diese Nahrung „Schweineblut“ in sich begreift, so bringt er bildlich Gott als מנחה: דם חזיר dar. Das sagen, wie wir glauben, diese vier Worte, und dafür sprechen auch die Akzente. מזכיר לבונה. Er streut Gott im Tempel Weihrauch mit der Bitte, seiner wohlgefällig zu gedenken, und mit dem Versprechen, durch ein Leben nach Gottes Willen Ihm ריח ניחוח wohlgefällig zu werden, — draußen aber lebt er ganz seinem eigenen Willen und „segnet“ seine eigene Kraft, die, rücksichtslos und mißbräuchlich angewandt, ihn schon seine Zwecke erreichen lassen werde,
גם המה בחרו, entsprechend dem nachfolgenden גם אני אבחר. So handeln sie grundsätzlich; erwählt haben sie ihre eigenen Wege für das Außenleben und finden gerade an dem, was sie nach meinem in der Thora niedergelegten Willen verabscheuen sollten, ihr größtes Wohlgefallen. Mich aber wollen sie abfinden mit ihrer sogenannten Huldigung im Tempel, und erwarten dagegen von mir völlige Freiheit für ihr Leben draußen, oder zum mindesten strafloses Dulden ihres Tuns und Lassens. Fühlen und wissen sie sich doch in ihrer ganzen Lebensführung mit mir und meinem Worte zerfallen und fürchten darum meinen Unwillen für den Bestand ihrer Lebensrichtungen und für die Erreichung ihrer Lebensideale. Diese Furcht ist es in tiefstem Grunde, die sie zur Gotteshuldigung in den Tempel zieht.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 4. תעלליהם von עלל, das wiederholt in der Bedeutung von Mutwillen an jemand üben, ein unwürdiges Spiel mit jemand treiben, vorkommt, so 4. B. M. 22, 29, Richter 19, 25. Hier: So ist selbst ihr Gottesdienst, der ihr gottvergessenes Leben schützen soll, gerade so wie dieses selbst nichts anderes als mutwilliges, mich höhnendes Treiben, das ich zum Gegenstande meiner besonderen Beurteilung erwählen werde; ומגורתם וגו' und das, was sie fürchten, werde ich über sie bringen; das Mißgeschick, wovor ihnen Angst war und das sie mit ihrem blasphemischen Tempeldienste bannen wollten, das lasse ich sie zur Strafe heimsuchen.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 5. שמעו וגו'. Diesen gegenüber sieht der Prophet eine andere Gruppe der jüdischen Menschheit. Die zu ihr Gehörenden haben allerdings noch nicht vollständig das ideale Ziel, auf welches Gott ausschaut und V. 2 als חרד על דברי charakterisiert, erreicht, allein sie streben diesem Ziele auf das ernsteste zu: sie sind חרדים אל דברו — אל bezeichnet die Richtung —, sie bemühen sich, immer gewissenhafter und sorgsamer in der Erfüllung des göttlichen Pflichtwortes zu werden. An sie wendet sich Gott, ihnen Unterstützung und Segen verheißend. Bedürfen sie doch der göttlichen Fürsorge ganz besonders, weil sie von ihren, in den vorhergehenden Versen geschilderten, dem göttlichen Gesetze entfremdeten Brüdern gerade ihrer Gottestreue wegen angefeindet werden.
אמרו אחיכם שנאיכם מנדיכם. Sie sind eure Brüder, von gleicher Abstammung wie ihr und zur Lösung der gleichen Aufgabe berufen, aber sie sind eure prinzipiellen Hasser, ihr seid ihnen ein Dorn im Auge — שנא lautverw. mit סנה —, sie weisen euch von sich, erklären euch in Acht und Bann, wollen keine Gemeinschaft mit euch haben. Sie erachten eure Gesetzestreue als ihre Interessen schädigend, weil sie in diesem Gesetze das größte Hemmnis für die Gleichstellung des jüdischen Volkes mit den übrigen Völkern erblicken. Und zu dem jüdischen Volke gehören sie ja selbst und wollen ihm auch ferner angehörig bleiben, aber den spezifisch jüdischen Gesetzen erkennen sie den göttlichen Ursprung ab oder stellen sie als antiquiert, nur für längst vergangene Zeiten gegeben dar, als Gesetze, die jetzt jedes verpflichtenden Charakters entbehren. Ihnen ist es störend, daß ihr noch treue Anhänger dieses Gesetzes seid, und euch machen sie dafür verantwortlich, daß die übrige Menschheit das „Volk des Gesetzes“ noch nicht mit offenen Armen aufgenommen hat.
אמרו: Von sich aber sprechen sie mit stolzem Selbstgefühl: למען שמי יכבד ד' — יִכְבַּד ist Kal, eine Form, die nur noch Job 14, 21 in יִכְבְּדוּ בניו vorkommt, — dort wie hier heißt sie: zu Ehren gelangen. Die Erfolge, die wir erzielen, die Anerkennung und Auszeichnung, die wir bei den Völkern finden, der „Name“, den wir uns erwerben, sie sind ein קידוש ד', sie bringen den jüdischen Namen zu Ehren, sind eine Verherrlichung Gottes, und nur indem wir uns von dem isolierenden Einfluß der besonderen jüdischen Gesetze frei gemacht haben, sind wir dazu gekommen.
Gott aber spricht zu denen, die „sorgsam immer gewissenhaftere Erfüllung seines Wortes anstreben“: ונראה בשמחתכם. In der reinen Freude, die euch in der Heileszukunft erblüht bei der Wiedergeburt des jüdischen Volkes, da wird in Wahrheit Gott geschaut, והם יבשו, während jene, getäuscht in ihren Erwartungen, sich ihres Ungehorsams gegen Gott schämen werden: Die Anerkennung der dann zu besserer Einsicht gelangten Völker werden sie eingebüßt und den Unwillen Gottes sich zugezogen haben.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 6. קול שאון מעיר וגו'. Denn völlig falsch verstanden sie, was sich in den geschichtlichen Ereignissen der sie umgebenden Völker abspielte, und zwar in עיר, dem staatlichen, sozialen, dem Leben des Verkehrs und in היכל, dem „religiösen“, gottesdienstlichen Leben der Menschheit. Um in der gesellschaftlichen, politischen Gestaltung des nationalen Verkehrs nicht übergangen zu werden und in ihm zu Ehre und Stellung zu gelangen, hatten sie sich von den Gesetzen der Thora losgesagt, hatten selbst, von Gott abfallend, sich dem „religiösen, kirchlichen Glauben“ der anderen Völker in die Arme geworfen — und hatten nicht beachtet, hatten nicht begriffen, daß sich gerade in den staatlichen und religiösen Anschauungen der Menschheit eine Umwälzung anbahnte, die zu völliger Änderung der bisherigen Begriffe und Gestaltungen führen muß. Gerade in dem Augenblicke, da sich die von Gott abgefallenen jüdischen Volksgenossen dem staatlichen und religiösen Denken der übrigen Menschheit anschließen, arbeiten die Keime des wahren, reinen Gottesgedankens und des wirklichen Gottesrechts an dem Umsturz des von Menschen geschaffenen Glaubens und des von Menschen ausgeklügelten Opportunitäts-Rechts, um Raum zu schaffen, Boden zu gewinnen für die endliche Huldigung des einen einzigen Gottes und seiner Rechts-Idee in der Gesamtmenschheit und damit für den Aufbau des Gottesreichs auf Erden. Jene jüdischen Abgefallenen überhörten קול ד' die Gottesstimme, die aus den Erschütterungen der sozialen und religiösen Verhältnisse der Menschheit ihnen warnend entgegenruft משלם גמול לאיביו, daß die Feinde der Gottessache das sie treffende Verderben selbst zur Reife bringen. Diese Gottesstimme überhörten sie und werden deshalb mit in die Erschütterungen hineingerissen! — und sehen sich in allen ihren Erwartungen schwer getäuscht.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 7—9. Den חרדים אל דברו aber tönt aus allen weltgeschichtlichen Evolutionen das verheißende, das tröstende Gotteswort entgegen, daß diese nichts anderes seien als Geburtswehen, die einer dem Schoße der Zeiten sich entringenden gesunden, männlich starken Heilesgestaltung aller irdischen Verhältnisse zu frohem Dasein verhelfen sollen: Zunächst für „Zion und ihre Kinder“ und von Israel ausgehend für die Allmenschheit. Vermag auch das kurzsichtige Auge des Menschen in der winzigen Spanne der Zeit, die sein Leben mißt, keinen Fortschritt in dem Geburtsakte der Heileszeit zu erblicken — das Heil, die Wahrheit ist dennoch unterwegs, und ihr Eintreffen wird überraschend wirken. Gerade dann, wenn die Neugeburt erfolgt, wird man sie am allerwenigsten erwartet haben, eben weil man die Weltgeschichte sich selbst überlassen wähnte und des großen Welt-Akkoucheurs, des רב מחולל כל (Prov. 26, 10), oder, wie Gott sich hier nennt, המוליד „des zur Geburt Verhelfenden“ nicht gedachte, nicht an ihn glaubte.
והמליטה זכר: מלט aus der Not befreien, hier: aus der einengenden, beschränkenden Haft des Mutterschoßes zu neuem Dasein erstehen lassen. ועצרתי wie כי עצר עצר ד' בעד כל רחם (1. B. M. 20, 18) und עצרני ד' מלדת (1. B. M. 16, 2). — אמר אלקיך bezieht sich auf ציון, von der auch תחיל ילדה u. s. w. spricht. „Dein Gott“, der die Schwächen des jüdischen Volkes kennt, und nachdem sie ihre Sühne gefunden, Israel wieder zur Freude geleiten wird.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 10. 11. שמחו וגו'. An Zions Freude, an Jerusalems wonniger Blüte werdet ihr alle teil haben, die ihr המתאבלים (Hispael) euch in Trauer hieltet עליה wegen der Verkennung und Mißachtung der auf Zion deponierten Gotteslehre, auch dann, wenn eure eigenen persönlichen Verhältnisse nicht unter dem Druck des Exils zu leiden hatten. — משד תנחמיה: S. das oben Kap. 33, 23 Erläuterte, sowie betreffs des Wortes שׁד das zu ושד מלכים תינקי (oben Kap. 60, 16) Bemerkte. תמצו von מצץ ausspressen, hier: bis auf den letzten Tropfen genießen; verwandt mit מיץ, s. oben Kap. 16, 4: אפס הַמֵּץ. — תנחמיה: Die ihre Tröstungen bilden sollen (wie V. 3: ובשקוציהם). Ihre Mitarbeiterschaft an der Verwirklichung des Planes, der Gottesidee und der Erkenntnis der Menschenbestimmung Eingang zu verschaffen in den Kreis der Allmenschheit, ist ihre „Errungenschaft“, und in der Zuversicht, daß ihr Wirken nicht umsonst ist, sondern zum endlichen Siege führen wird, sollen sie „ihre Tröstungen“ finden inmitten der Galuth-Leiden. Sie sollen daran zehren, wie wir uns ausdrücken, und sich wonnig beglückt fühlen, wenn sich auch erst der „leiseste Anfang für die dereinstige Herrlichkeit zu regen beginnt“. וזיז שדי עמדי — זיז (Ps. 50, 11) „was nur auf dem Felde sich regt“ — bezeichnet eine leise beginnende Bewegung, שיש eine stärkere innere, die Freude, סוס eine starke äußere, das Roß, und ציץ eine plötzliche, das Aufbrechen der Blüte.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 12. Gerade in der Erkenntnis, zu der die Allmenschheit endlich nach langem, vergeblichem Ringen gelangen wird, daß sie den „Frieden“ nur in der Gotteswahrheit finden kann, die von euch ihr entgegengebracht wird, besteht die Ehre, „die Herrlichkeit“, die euer wartet. Für den Kultus des sinnlich Schönen, für den Triumph der Künste und praktischen Wissenschaften mögen andere Nationen mehr geleistet haben als ihr, die ihr על צד תנשאו (vgl. das oben Kap. 60, 4 zu על צד תאמנה Erläuterte) von der göttlichen Waltung einem „abseits“ von den Bestrebungen der übrigen Menschheit liegenden Ziele zu getragen wurdet: für die Hebung des sittlich Schönen und Guten, für Gerechtigkeit und Nächstenliebe, für den Einzug der Gottesidee in Geist und Gemüt und Tun der Menschen zu wirken.
ועל ברכים תשעשעו. Jetzt wird man eurem so lange verkannten Wirken den Ruhmeskranz spenden, euch mit offenen Armen als Träger und Vermittler des die Menschheit beglückenden Heils an sich ziehen und wie ein „Schoßkind“ zärtlich lieben.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 13. 14. Nicht eine neue Aufgabe wartet euer, es ist die Verwirklichung der alten Bestimmung, der ihr bereits bei eurer Geburt als Volk entgegen ginget: „Du bringest sie heim, du pflanzest sie ein in das Gebirge deines Erbes, die für dein Weilen bereite Stätte, die, Gott, du erzielt, das Heiligtum, Gott, das deine Hände gegründet!“ (2. B. M. 15, 17.) Die Erfüllung dieser alten, längst verheißenen „Jeruschalem-Zukunft“, die ist es, worin ihr den Trost findet für eure ganze Vergangenheit. In Jerusalems Blüte wird euer ganzes Wesen, euer Inneres לבכם und die Gestaltung eurer äußeren Stellung ועצמותיכם wonnig aufblühen und darin sich die Hand Gottes offenbaren, die auf euch als seine treuen Diener hinweist, während sein Unwille gegen die Feinde seiner Waltung sich in lautem Zürnen kundgibt.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 15. 16. כי הנה ד' באש יבוא. Denn auf daß Gott יבוא einziehen kann in den Kreis der Menschheit, um als ד' in seiner Barmherzigkeit ihr das Heil zu bringen, muß erst alles diesem Heile Widerstrebende durch das Feuer der Gotteswaltung beseitigt werden. Die Feuerglut seines Zürnens soll nur die Ursachen hinwegräumen, die seinen Zorn bisher erregt hatten, und es sollen die Verhältnisse sich so gestalten, daß es fortan nicht einmal mehr des „drohend“ erhobenen Gottesfingers bedarf ונערתו, um der Menschheit Heil und Frieden zu sichern.
כי באש ד' נשפט וגו'. Denn Ziel und Zweck des göttlichen Einschreitens ist die Verwirklichung — נשפט — seines Rechts-Ideals für das Verhältnis der Menschen zu ihm und für ihr gegenseitiges Verhalten. Es ist der Ausfluß der Liebe Gottes ד' zu allen seinen Menschenkindern כל בשר, die sich in diesem in die Verhältnisse einschneidenden Eingriff betätigt, der nicht Zerstörung, sondern Erhaltung und Aufbau bezweckt. אש beseitigt das die Errichtung des Gottesreichs Störende und חרבו die Personen, die auch alsdann noch in ungebrochenem Trotze Gottes Werk hindern zu können vermeinen. Denn auch ihnen bietet der Allgütige selbst in diesem letzten Augenblicke seine verzeihende Huld an, und erst wenn sie diese trotzig verschmähen und in ihrem Ungehorsam verharren, verfallen sie dem Gottesschwerte. Das dürfte, so glauben wir, durch das חללי ד' gesagt sein.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 17. המתקדשים והמטהרים. Sie sprechen wohl viel von einer sittlichen Veredlung und Läuterung des Lebens, allein es ist nicht jene קדושה und טהרה, die Gott, der אחד ב"ה, der Einzige Gott uns zu unserer Lebensarbeit gemacht und für welche er sich, den Einen-Einzigen Gott, uns zu unserem Vorbilde und als nachzufolgendes Ideal gesetzt, indem er gesprochen: „Eurem Gotte sollt ihr nachwandeln, arbeitet an eurer Heiligung, dann werdet ihr heilig werden, denn ich bin heilig, ich Gott berufe euch zur Heiligkeit und helfe euch zur Heiligkeit.“ Wonach sie streben, ist vielmehr die Anstands-Larve der קדושה und טהרה, mit welcher der Mensch sich nicht zu dem außerweltlichen Einen erhebt, sondern bei der אחת בתוך, bei der zwischen Gott und dem Menschen stehenden, weiblichen, vom אחד geschaffenen, von Ihm abhängigen und getragenen Einen, der Einheit der Natur, dem Kosmos, stehen bleibt. Ihre von Ihm geschaffene Herrlichkeit, ihre von Ihm gebildete Anmut, ihre von Ihm so wunderbar gegliederte Harmonie ist sein Ideal, er vergißt über אחת über die Eine אחד den Einen, der ihr בתוך in der Mitte, zwischen Sich und dem Menschen ihren Platz angewiesen hat, auf daß durch sie der Mensch eine Ahnung von der Größe, der Allmacht, der Weisheit und Herrlichkeit ihres Schöpfers gewinne und so durch אחת zum אחד geleitet werde und sich freudig einreihe in die Schar der Gott dienenden Geschöpfe. Das Buch der Natur soll ihn zu dem Buche des Gesetzes führen, damit er bewußt und willig dem ihm offenbarten Gotteswillen treu gehorche. Was dem Menschen in so harmonischer Vollkommenheit als die selbstherrliche Eine erscheint — קרי אחת — ist in Wirklichkeit — כתיב אחד — Schöpfungswerk des Einen. Aber da sie den Einen nicht sehen, vergöttern sie die Eine, die Natur und — גנות „Gärten“, die Umwandlung des irdischen Daseins zu einer schönen, veredelten Sinnlichkeit, die Gestaltung ihres Lebens zu einem heiteren Promenieren in lachender Gärten Anmut, zu einem frohen, ungetrübten und ungestörten Genießen, das wird das Ziel ihres Strebens. Vgl. auch das oben zu Kap. 1, 29. 30 Erläuterte, sowie das zum vorhergehenden Kapitel V. 3 Bemerkte.
Genießen wollen sie, und nur der die Sinnlichkeit verhüllende und umgrenzende Anmuts-Mantel des Anstandes ist ihre Moral, und darum spotten sie auch des zur Heiligkeit und Sittenreinheit von Gott gewiesenen Regimes, das den sinnlich-geistigen Menschen von seinem ersten Keimen an bilden will, das den Menschen auch rein erzeugt und rein genährt wissen will, der zu solch reiner, sittlicher Freiheit und priesterlicher Heiligkeit erblühen soll, daß er der Träger und Überbringer der göttlichen Wahrheit an die Menschheit werden kann. Deshalb lachen sie der Speiseverbote, die uns heiligen sollen, und אכלי בשר החזיר — nicht nur אכלים: essen sie gelegentlich — sind prinzipielle Verzehrer alles dessen, was die Natur ihnen darbietet und was ihnen mundet, wenn auch Gott in seiner heiligen Lehre uns diesen Genuß verbietet und warnend u. a. 3. B. M. 11, 43 spricht: „Bringet euren Seelen keine Entartung durch alles, was auf Erden kriecht, verunreinigt euch nicht dadurch, sonst werdet ihr unrein werden!“ Er, der als Schöpfer des Menschen und der Tierwelt allein weiß, welchen Einfluß die Aufnahme des Tierkörpers in den Menschenkörper auf die geistig-sittliche Reinheit, die seelische Gesundheit des Menschen auszuüben vermag, — eine Wissenschaft, die auch dem tiefsten Forscher kein Seziermesser und Mikroskop, nicht Retorte und durchleuchtende Strahlen zu vermitteln vermögen. Sie wähnen fortzuschreiten, indem sie sich über Gottes Verbote hinwegsetzen — יחדו יספו, ihnen gehört nicht die Zukunft, dem Ende gehen sie zu, נאם ד' so lautet das Gottes-Urteil!
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 18. ואנכי spricht — wie ואני in ואני זאת בריתי (oben Kap. 59, 21 und sonst) — einen selbständigen Gedanken für sich aus: „was mich betrifft“. — אנכי von Gott ausgesagt ist מדת הרחמים. — Subjekt zu unserem Satze ist die im vorhergehenden Satze genannte אחת, Prädikat dazu ist באה und deshalb Femininum, während מעשיהם ומחשבותיהם nähere Erklärungen des Subjekts sind, auf welches באה hinweist. Als Sinn ergibt sich: Und Ich — gewiß hat meine liebende Fürsorge für die Erziehung des Menschen der Natur Schönheit und Anmut und harmonisch tönende Sprache verliehen, die auf das Gemüt des Menschen veredelnd einwirken soll. Sie soll ihn für die Huldigung des Schönen gewinnen, ihn gewöhnen, den Maßstab des Schönen auch an seine eigene sinnliche Erscheinung und an die sittliche Form seiner Handlungs- und Lebensweise zu legen. Sie soll jene Wohlanständigkeit erzeugen, die den Ausbruch des Rohen überall zurückdrängt und den Menschen zur Selbstbeherrschung und zur Unterordnung seiner Begierden unter ein höheres Maß des Schönen erzieht.
Das ist die Verwirklichung des ältesten Seher-Spruchs: יפת אלק' ליפת (1. B. M. 9, 27, s. Komm.) „Gemüter öffnet Gott dem Japhet“. Allein wie jener Spruch weiter fortfährt: וישכן באהלי שם „Er wohnt jedoch in den Hütten Schems“, so ist dieses höhere Maß, die Bildung des rohen Menschen an der Hand des Schönheitssinnes, welche dem hervorragendsten Vertreter des japhetischen Stammes, der griechischen Nation, als Kulturaufgabe überwiesen war, nicht das Höchste. Nur die Vorstufe ist sie, um die Menschheit zur Erkenntnis des Wahren und Guten an sich zu erheben, zur Huldigung des sittlich Schönen und Rechten, zur Verwirklichung des reinen Menschenberufes zu erziehen, sie zur Höhe ihrer Bestimmung zu leiten — welche die Schem in seinem hervorragendsten Vertreter, Israel, gewordene Gottes-Offenbarung gelehrt hat: Die menschlichen Angelegenheiten und Verhältnisse sollen in Befolgung der göttlichen Vorschriften eine solche Gestaltung gewinnen, daß Gottes Herrlichkeit bei uns einziehe. Japhetische Kultur ist nur eine Vorbereitung für das semitische Gottesreich auf Erden!
Also hier: „Auch jenes, ihr Tun und Sinnen beherrschende Ideal der Natur-Harmonie, hat seine Mission von mir, es erfüllt sie, indem es alle Völker und Zungen sammelt, damit sie endlich dahin gelangen, meine Herrlichkeit zu sehen.“ S. ausführlich: Gesammelte Schriften 2. Band Seite 24 und weiter, Seite 253 und weiter, auch für die folgenden Verse.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 19. ושמתי בהם אות וגו'. בהם heißt möglicherweise: unter ihnen und nimmt Bezug, wie das folgende מהם, auf die im vorigen Verse gedachten Völker. Damit wäre gesagt: Ich stifte ein Wahrzeichen unter ihnen, lasse ein Symbol, eine Institution unter ihnen entstehen, die immerhin auf mich und meine Offenbarungen hinweist, und sende von ihnen פליטים Exulanten, den heimischen Zuständen Entrinnende zu den fernsten Zonen, die bis dahin nichts von mir gehört, und zu ihnen tragen sie die Kunde von meiner Herrlichkeit.
Es kann aber auch: durch sie heißen und sich auf die in V. 17 genannten, dem Leben der Thora Entfremdeten beziehen. Dann würde hiermit gesagt sein: Diese in das Völkerleben aufgehenden Juden werden, ihnen selbst unbewußt, in der Hand Gottes das Mittel zur Verbreitung der Gotteserkenntnis bis in die fernsten Zonen, um deren Bewohner für die Sammlung aller Menschen unter das Banner des Einen Einzigen und seines welterlösenden Wortes vorzubereiten. Ein weltgeschichtlicher Rückblick spräche der einen wie der anderen Annahme das Wort. Unsere Auffassung des ומדתי פעלתם ראשנה על חיקם in V. 7 des vorhergehenden Kapitels läßt uns aber die letztere vorziehen, und wir haben darum in der Übersetzung sie akzeptiert.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 20. Das erste aber, was die zur Gotteshuldigung erwachte Menschheit übt, ist: die weltzerstreuten Söhne Israels selbst als מנחה, als Huldigungsgabe Gott hinaufzubringen nach seinem wieder erstandenen Heiligtum zu Jerusalem, um damit zu bekunden, daß sie die ihr gewordene Gotteserkenntnis Israel verdankt. Vgl. das oben Kap. 18, 7 zu בעת ההיא יובל שי לד' צבא' עם ממשך ומורט וגו' Erläuterte. Und wie dieses מנחה, Israel, dann seine völlige gotteswürdige „Reinheit“ erlangt haben wird, so wird auch das es Gott darreichende Gefäß, die Allmenschheit, frei von jeder Unlauterkeit und rein sein. Ist ja von vornherein die Behandlung, welche die Menschheit Israel angedeihen lassen werde, zum Gradmesser der Gotteshuldigung auf Erden eingesetzt worden. S. Komm. 5. B. M. 32, 43 zu הרנינו גוים עמו וגו'.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 21. וגם מהם וגו'. Die Menschheit erkennt, wie dies bereits oben Kap. 2, 5 verkündet wurde, Israel die Aufgabe zu, als Priestervolk sie mit dem Geiste der Gotteslehre zu durchleuchten — so nimmt denn Gott fortan auch von ihr die Würdigsten, auf daß sie als Leviten den Priestern seines Heiligtums hilfreich zur Seite stehen.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 22. כי כאשר השמים החדשים וגו'. S. das im vorhergehenden Kapitel zu V. 17 Erläuterte. Wie die Regenerierung des Himmels und der Erde, welche die Neugestaltung der Menschheit begleitet, das unverrückbare Ziel ist, an welchem ich unablässig arbeite, so bleibt auch das Volk Israel זרעכם und sein besonderer Beruf שמכם eng verbunden mit diesem Ziele für alle Zeit bestehen.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 23. מדי וגו': Ähnlich wie 2. B. M. 36, 5: מדי העבדה „mehr als genügend“, so hier: um völlig dem zu genügen, was Neumond und Sabbat verlangt. — Wäre mit מדי die regelmäßige Wiederkehr auszudrücken beabsichtigt, so müßte es מדי חדש בחדש ומדי שבת בשבת heißen, wie מדי שנה בשנה (1. Sam. 7, 16; Zachar. 14, 16; 2. Chron. 24, 5). מדי חדש בחדשו und מדי שבת בשבתו sagt: Völlig zu genügen dem, was die Institution des חדש und des שבת an dem ihr geheiligten Neumonds- und Sabbat-Tage von uns fordert. Den Ansprüchen, welche diese beiden Institutionen ursprünglich an Israel richteten, wird dann von aller Welt entsprochen werden. Es wird alsdann der Neumond mit seinem החדש הזה לכם וגו' (s. Komm. zu 2. B. M. 12, 2) nicht nur Israel zu stets erneuter Verjüngung und Heiligung, zu immer größerer Gehorsamstreue in den von Gott gezeichneten Bahnen seines Erdenlebens einladen, der Sabbat mit seiner durch Werkeinstellung zu betätigenden Huldigung des Schöpfers nicht Israel allein zu Gottes Füßen sehen — jeder Neumond und jeder Sabbat wird die Gesamtmenschheit zu Gott hin laden, um sich Ihm in aufrichtiger Hingebung ganz zu weihen.
Kommentar (J. J. Hirsch)
V. 24. Das ist das Ziel! „Der Weg dahin aber führt über Leichen und Trümmer, über Leichen und Trümmer eines in Ungehorsam gegen Gott sich versuchenden Menschenlebens und Menschenbaues auf Erden. Die weltgeschichtliche Erfahrung der Vergänglichkeit und des Vergeblichen aller Gott widerstrebenden Versuche muß vorangehen. Moder und Trümmer alles Gott den Gehorsam verweigernden Lebens und jeder sich gegen Gott auflehnenden Macht הפשעים בי müssen erst די ראון לכל בשר „genug“, in vollem Maße von den Menschen erfahren sein — wörtlich: allem Fleische zur Einsicht genügend sein —, ehe sie Leben und Macht nur in dem Gott huldigenden Gehorsam suchen werden.“ — דראון aus די und ראון, ראון von ראה, wie חזון von חזה gebildet. Daniel 12, 2 fassen wir לדראון עולם ebenso auf. —
כי תולעתם וגו'. Vergebens mühen die Menschen sich ab, das Mittel zu finden, welches den „Wurm“ zu töten vermöchte, der nach Gottes Weltordnung alles sittlich faul Gewordene verzehrt, versuchen vergebens sich gegen das „Feuer“ zu sichern, mit welchem Gottes Blitzstrahl die auf Unrecht und Gewalt errichteten Ruhmesbauten bedroht. Sie möchten in Sittenlosigkeit und Genüssen schwelgen, ohne Siechtum und Moder fürchten zu müssen, möchten Gewalt und Raub üben können, ohne Scheu und Angst vor dem zündenden Wetterstrahl. Das erreichen sie nicht!
ויצאו וגו'. „So mögen sie denn hinausziehen und sehen die Leichen der Menschen, die sich gegen Gott in Ungehorsam auflehnen,“ so lautet daher der Geleitsbrief, den Jesaia's Schlußwort der Völkerentwicklung mit hinauszugeben hatte — „denn deren Wurm wird nicht sterben, deren Feuer nicht verlöschen, sie sollen aller Menschheit zu genügender Einsicht verhelfen,“ damit in ihr alle sittliche Fäulnis schwindet, die Verbrechen erzeugende Leidenschaft erlischt, indem sich alles Fleisch dem Einig Einzigen Gott und der Erfüllung seines heiligen Willens huldigend dahingibt: והיה מדי חדש בחדשו ומדי שבת בשבתו יבוא כל בשר להשתחות לפני אמר ד'.
Diese השתחויה, die All-Unterwerfung ist das Ziel aller Vergangenheit und Gegenwart, die Bedingung der Zukunft nicht Israels allein, sondern im Verein mit ihm der Allmenschheit.
חזק
ב'נ'ל'כ'ו'א'ע'י'
[leer]