Ijow 21 איוב
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1
וַיַּ֥עַן אִיּ֗וֹב וַיֹּאמַֽר׃
BernfeldIjow antwortete nun und sprach:
ZunzDa antwortete Ijob und sprach:
2
שִׁמְע֣וּ שָׁ֭מוֹעַ מִלָּתִ֑י וּתְהִי־זֹ֝֗את תַּנְח֥וּמֹֽתֵיכֶֽם׃
BernfeldO höret doch meine Rede! Möge sie eure Beruhigung sein.
ZunzHöret, o höret meine Rede! und sei das eure Tröstung.
3
שָׂ֭אוּנִי וְאָנֹכִ֣י אֲדַבֵּ֑ר וְאַחַ֖ר דַּבְּרִ֣י תַלְעִֽיג׃
BernfeldErtragt mich, dass ich rede, und wenn ich geredet habe, dann höhnt!
ZunzErtragt mich, daß ich rede, und wenn ich geredet, spottet!
4
הֶ֭אָנֹכִי לְאָדָ֣ם שִׂיחִ֑י וְאִם־מַ֝דּ֗וּעַ לֹֽא־תִקְצַ֥ר רוּחִֽי׃
BernfeldFühre ich denn gegen einen Menschen Klage? Und warum sollte ich nicht ungeduldig werden!
ZunzHab' ich denn gegen einen Menschen Klage? und wenn . . . wie sollt' ich nicht ungeduldig werden.
5
פְּנוּ־אֵלַ֥י וְהָשַׁ֑מּוּ וְשִׂ֖ימוּ יָ֣ד עַל־פֶּֽה׃
BernfeldSchauet zu mir her und erstarret und leget die Hand auf den Mund.
ZunzWendet euch zu mir her, und erstarret, und leget die Hand auf den Mund! . . . .
6
וְאִם־זָכַ֥רְתִּי וְנִבְהָ֑לְתִּי וְאָחַ֥ז בְּ֝שָׂרִ֗י פַּלָּצֽוּת׃
BernfeldWenn ich auch nur daran denke, werde ich bestürzt, mein Leib wird von Entsetzen ergriffen.
ZunzUnd wenn ich daran denke, so werd' ich bestürzt, und es faßt Schauder meinen Leib.
7
מַ֭דּוּעַ רְשָׁעִ֣ים יִֽחְי֑וּ עָ֝תְק֗וּ גַּם־גָּ֥בְרוּ חָֽיִל׃
BernfeldWarum leben Frevler, sie werden alt und erstarken an Kraft?
ZunzWarum leben Frevler, werden alt, und nehmen noch zu an Kraft?
8
זַרְעָ֤ם נָכ֣וֹן לִפְנֵיהֶ֣ם עִמָּ֑ם וְ֝צֶאֱצָאֵיהֶ֗ם לְעֵינֵיהֶֽם׃
BernfeldIhre Nachkommenschaft gedeiht vor ihnen und mit ihnen und ihre Sprösslinge vor ihren Augen.
ZunzIhr Same gedeihet vor ihrem Angesichte mit ihnen, und ihre Nachkömmlinge vor ihren Augen.
9
בָּתֵּיהֶ֣ם שָׁל֣וֹם מִפָּ֑חַד וְלֹ֤א שֵׁ֖בֶט אֱל֣וֹהַּ עֲלֵיהֶֽם׃
BernfeldIhre Häuser sind friedlich und ohne Bangen, Gottes Zuchtrute trifft sie nicht.
ZunzIhre Häuser sind friedlich sonder Bangen, und keine Ruthe Gottes drohet ihnen.
10
שׁוֹר֣וֹ עִ֭בַּר וְלֹ֣א יַגְעִ֑ל תְּפַלֵּ֥ט פָּ֝רָת֗וֹ וְלֹ֣א תְשַׁכֵּֽל׃
BernfeldSein Stier bespringt und lässt nicht auswerfen, es gebärt seine Kuh und hat keine Fehlgeburt.
ZunzSein Stier bespringt und läßt nicht auswerfen, es gebärt seine Kuh und fehlt nicht.
11
יְשַׁלְּח֣וּ כַ֭צֹּאן עֲוִילֵיהֶ֑ם וְ֝יַלְדֵיהֶ֗ם יְרַקֵּדֽוּן׃
BernfeldSie lassen wie die Herde ihre Buben los, und ihre Kinder springen umher.
ZunzSie lassen frei wie die Heerde ihre Buden, und ihre Kinder springen umher.
12
יִ֭שְׂאוּ כְּתֹ֣ף וְכִנּ֑וֹר וְ֝יִשְׂמְח֗וּ לְק֣וֹל עוּגָֽב׃
BernfeldSie singen laut bei Pauke und Zither und tanzen nach dem Klang der Flöte.
ZunzSie singen zu Pauke und Zither, und tanzen nach dem Klang der Flöte.
13
(יבלו) [יְכַלּ֣וּ] בַטּ֣וֹב יְמֵיהֶ֑ם וּ֝בְרֶ֗גַע שְׁא֣וֹל יֵחָֽתּוּ׃
BernfeldSie verbringen im Glück ihre Tage und auch [nicht] einen Augenblick zagen sie vor dem Grabe.
ZunzSie verbringen im Glück ihre Tage, und im Nu stürzen sie zur Gruft nieder.
14
וַיֹּאמְר֣וּ לָ֭אֵל ס֣וּר מִמֶּ֑נּוּ וְדַ֥עַת דְּ֝רָכֶ֗יךָ לֹ֣א חָפָֽצְנוּ׃
BernfeldSie sprechen zu Gott: Weiche von uns, wir wollen deine Wege nicht lernen.
ZunzDoch sprachen sie zu Gott: Weiche von uns, und die Erkenntniß deiner Wege begehren wir nicht!
15
מַה־שַּׁדַּ֥י כִּֽי־נַעַבְדֶ֑נּוּ וּמַה־נּ֝וֹעִ֗יל כִּ֣י נִפְגַּע־בּֽוֹ׃
BernfeldWas nützt es, dass wir dem Allmächtigen dienen, und was frommt es, dass wir ihn anbeten?
ZunzWas ist der Allmächtige, daß wir ihm dienen, und was frommt es, daß wir ihn angehen?
16
הֵ֤ן לֹ֣א בְיָדָ֣ם טוּבָ֑ם עֲצַ֥ת רְ֝שָׁעִ֗ים רָ֣חֲקָה מֶֽנִּי׃
Bernfeld„Aber sie können ihr Glück nicht mit den Händen festhalten“ [wird gesagt]. Die Gesinnung der Frevler bleibe mir fern.
ZunzNun, ist nicht in ihrer Hand ihr Glück? — Der Rathschluß der Frevler ist mir zu fern!
17
כַּמָּ֤ה ׀ נֵר־רְשָׁ֘עִ֤ים יִדְעָ֗ךְ וְיָבֹ֣א עָלֵ֣ימוֹ אֵידָ֑ם חֲ֝בָלִ֗ים יְחַלֵּ֥ק בְּאַפּֽוֹ׃
BernfeldWann erlischt denn das Licht der Frevler, dass sie das Verhängnis ereilt? Daß er ihnen ihr Loos in seinem Zorn zuteilt?
Zunz„Wie lang währt's — erlischt der Frevler Leuchte, und es kommt über sie ihr Sturz; Loose theilt er ihnen zu in seinem Zorn.
18
יִֽהְי֗וּ כְּתֶ֥בֶן לִפְנֵי־ר֑וּחַ וּ֝כְמֹ֗ץ גְּנָבַ֥תּוּ סוּפָֽה׃
BernfeldDass sie wie Stroh vor dem Wind seien und wie Spreu, die der Sturm entführt?
ZunzSie sind wie Stroh vor dem Wind, und wie Spreu, die der Sturm entführt.
19
אֱל֗וֹהַּ יִצְפֹּן־לְבָנָ֥יו אוֹנ֑וֹ יְשַׁלֵּ֖ם אֵלָ֣יו וְיֵדָֽע׃
Bernfeld„Gott bewahrt das Unglück den Kindern“ [wird weiter gesagt]; möcht er [dem Frevler selbst] heimzahlen, dass er es merkte!
ZunzGott verwahrt seinen Kindern seine Unthat: — bezahl' er doch ihm, daß er es fühle!
20
יִרְא֣וּ עֵינָ֣ו כִּיד֑וֹ וּמֵחֲמַ֖ת שַׁדַּ֣י יִשְׁתֶּֽה׃
BernfeldDass seine Augen seinen Sturz sehen, und er selbst vom Grimme des Allmächtigen trinke.
ZunzSehen seine Augen seinen Sturz, und trink' er vom Grimm des Allmächtigen!
21
כִּ֤י מַה־חֶפְצ֣וֹ בְּבֵית֣וֹ אַחֲרָ֑יו וּמִסְפַּ֖ר חֳדָשָׁ֣יו חֻצָּֽצוּ׃
BernfeldDenn was kümmert er sich um das Schicksal seines Hauses nach ihm, wenn die Zahl seiner Monde zu Ende ist?
ZunzDenn, was ist sein Geschäft in seinem Hause nach ihm, wenn seiner Monde Zahl ihm zugetheilt worden?
22
הַלְאֵ֥ל יְלַמֶּד־דָּ֑עַת וְ֝ה֗וּא רָמִ֥ים יִשְׁפּֽוֹט׃
BernfeldFreilich, soll man Gott Weisheit lehren wollen, ihn, der von der Höhe alles leitet?
Zunz„Wie? Gott will man Weisheit lehren ihn, der erhaben richtet?“
23
זֶ֗ה יָ֭מוּת בְּעֶ֣צֶם תֻּמּ֑וֹ כֻּ֝לּ֗וֹ שַׁלְאֲנַ֥ן וְשָׁלֵֽיו׃
BernfeldDer eine stirbt in vollem Glück, ganz unbesorgt und in Frieden.
Zunz(Und doch) stirbt der in seiner kräftigen Fülle, ganz unbesorgt und in Frieden;
24
עֲ֭טִינָיו מָלְא֣וּ חָלָ֑ב וּמֹ֖חַ עַצְמוֹתָ֣יו יְשֻׁקֶּֽה׃
BernfeldSeine Gefäße sind voll Milch, und das Mark seiner Gebeine voller Saft.
ZunzSeine Gefäße sind voll Milch, und das Mark seiner Gebeine ist saftvoll;
25
וְזֶ֗ה יָ֭מוּת בְּנֶ֣פֶשׁ מָרָ֑ה וְלֹֽא־אָ֝כַ֗ל בַּטּוֹבָֽה׃
BernfeldDer andere wieder stirbt mit betrübtem Gemüt und hat nie vom Glücke genossen.
ZunzUnd der stirbt mit betrübtem Gemüth, und hat nicht vom Glücke genossen.
26
יַ֭חַד עַל־עָפָ֣ר יִשְׁכָּ֑בוּ וְ֝רִמָּ֗ה תְּכַסֶּ֥ה עֲלֵיהֶֽם׃
BernfeldZusammen liegen sie nun im Staube, und Gewürm bedeckt sie.
ZunzZusammen liegen sie nun im Staube, und Gewürm bedeckt sie.
27
הֵ֣ן יָ֭דַעְתִּי מַחְשְׁבֽוֹתֵיכֶ֑ם וּ֝מְזִמּ֗וֹת עָלַ֥י תַּחְמֹֽסוּ׃
BernfeldIch kenne wohl eure Gedanken und eure ungerechte Gesinnung wider mich.
ZunzSieh! ich kenne eure Gedanken, und was ihr ungerecht wider mich ersinnet.
28
כִּ֤י תֹאמְר֗וּ אַיֵּ֥ה בֵית־נָדִ֑יב וְ֝אַיֵּ֗ה אֹ֤הֶל ׀ מִשְׁכְּנ֬וֹת רְשָׁעִֽים׃
BernfeldIndem ihr sprecht: Wo ist das Haus des Mächtigen? Und wo ist das Zelt, die Wohnung der Frevler.
ZunzDenn ihr sprechet: Wo ist das Haus des Edlen? und wo ist das Zelt, die Wohnung der Frevler?
29
הֲלֹ֣א שְׁ֭אֶלְתֶּם ע֣וֹבְרֵי דָ֑רֶךְ וְ֝אֹתֹתָ֗ם לֹ֣א תְנַכֵּֽרוּ׃
BernfeldSo fragt doch, die des Weges ziehen und verkennt ihre Zeichen nicht.
ZunzHabt ihr nicht befragt, die des Weges ziehen, und ihre Zeichen verkennt ihr nicht,
30
כִּ֤י לְי֣וֹם אֵ֭יד יֵחָ֣שֶׂךְ רָ֑ע לְי֖וֹם עֲבָר֣וֹת יוּבָֽלוּ׃
BernfeldDass der Böse am Tage des Verhängnisses verschont wird, am Tage, wo [andere] ins Unglück geleitet werden.—
ZunzDaß dem Unglückstag aufgespart werde der Böse, zum Tage des Zorns hingeführt. —
31
מִֽי־יַגִּ֣יד עַל־פָּנָ֣יו דַּרְכּ֑וֹ וְהוּא־עָ֝שָׂ֗ה מִ֣י יְשַׁלֶּם־לֽוֹ׃
BernfeldDenn wer soll ihm ins Gesicht seinen Wandel vorhalten, und was er getan, wer vergilt es ihm?
ZunzWer (aber) zeugt ihm ins Gesicht seinen Wandel? und was er gethan, wer vergilt es ihm?
32
וְ֭הוּא לִקְבָר֣וֹת יוּבָ֑ל וְֽעַל־גָּדִ֥ישׁ יִשְׁקֽוֹד׃
BernfeldSo wird er zu Grabe geleitet; [bis dahin] hat er aber auf Garbenhaufen [in Fülle] sein Leben zugebracht.
ZunzWenn er zu den Gräbern hingeführt wird, wie der am Garbenhaufen wacht;
33
מָֽתְקוּ־ל֗וֹ רִגְבֵ֫י־נָ֥חַל וְ֭אַחֲרָיו כׇּל־אָדָ֣ם יִמְשׁ֑וֹךְ וּ֝לְפָנָ֗יו אֵ֣ין מִסְפָּֽר׃
BernfeldDie Schollen des Thals sind ihm süß; nach ihm zieht sich hin eine Menschenmenge und vor ihm — ohne Zahl
ZunzSchmecken ihm süß die Schollen des Thales. Und ihm nach ziehen alle Menschen, und vor ihm — sonder Zahl.
34
וְ֭אֵיךְ תְּנַחֲמ֣וּנִי הָ֑בֶל וּ֝תְשׁ֥וּבֹתֵיכֶ֗ם נִשְׁאַר־מָֽעַל׃ {פ}
BernfeldUnd wie mögt ihr mich so nichtig trösten! Eure Antworten sind vergeblich.
ZunzUnd wie mögt ihr mich trösten mit Dunst? an euren Antworten bleibt übrig nur der Trug.