Ezra 6 עזרא

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Übersetzung:
1
בֵּאדַ֛יִן דָּרְיָ֥וֶשׁ מַלְכָּ֖א שָׂ֣ם טְעֵ֑ם וּבַקַּ֣רוּ ׀ בְּבֵ֣ית סִפְרַיָּ֗א דִּ֧י גִנְזַיָּ֛א מְהַחֲתִ֥ין תַּמָּ֖ה בְּבָבֶֽל׃
BernfeldDa erließ König Darius Befehl, dass man untersuchen solle im Urkundenhaus, wo die Schätze niedergelegt wurden in Babel.
ZunzDa erließ Darjawesch, der König, Befehl, daß man untersuchen solle im Urkundenhause, wo die Schätze niedergelegt werden dort in Babel.
R. BreuerDarauf erließ der König Darius ein Edikt, und man suchte nach im Hause der Urkunden, wo die Schätze niedergelegt wurden in Babel.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 1—2. Es ist gewiß auffallend, daß in einem Urkundenhause, einer Bibliothek, Schätze aufbewahrt wurden, und es liegt gewiß die kritische Versuchung nahe, eine Umstellung vorzunehmen und an ein Schatzhaus zu denken, wo auch Urkunden niedergelegt wurden. Denn warum sollte die Annahme nicht näher liegen, daß besonders wertvolle Urkunden an einem Orte verwahrt wurden, wo sie in Gemeinschaft mit goldenen und silbernen Schätzen eine besonders strenge Obhut genossen, ähnlich wie auch heute wichtige Schriftstücke in diebes- und feuersicheren Kassaschränken aufbewahrt zu werden pflegen? Gleichwohl müssen wir uns an den Wortsinn unseres Verses halten, der ausdrücklich von einem Urkundenhause spricht, in welchem Schätze niedergelegt wurden und der Vermutung Raum geben, daß vielleicht ebenso der umgekehrte Fall möglich ist und man Gold und Silber an einem Orte verwahrte, wo man ihre Verwahrung am wenigsten voraussetzte und wo sie eben darum am sichersten verwahrt waren. Oder sollte man am Ende gar berechtigt sein, bei גנזיא nicht an goldene und silberne, sondern nur an urkundliche Schätze zu denken?

Die Nachforschung im babylonischen Urkundenhause verlief ergebnislos. Wohl infolge der politischen Wirren, welche die Regierungsgewalt von Babylonien über Persien nach Medien verschoben, fand sich die denkwürdige Urkunde des Cyrus in einer in der Hauptstadt Mediens verwahrten Rolle. אחמתא ist nach Raschi von חמת Schlauch abzuleiten. Andere identifizieren es mit Egbatana, der Hauptstadt Mediens und Sommerresidenz der persischen Könige.

2
וְהִשְׁתְּכַ֣ח בְּאַחְמְתָ֗א בְּבִ֥ירְתָ֛א דִּ֛י בְּמָדַ֥י מְדִינְתָּ֖א מְגִלָּ֣ה חֲדָ֑ה וְכֵן־כְּתִ֥יב בְּגַוַּ֖הּ דִּכְרוֹנָֽהֿ׃ {פ}
BernfeldEs wurde nun gefunden in Ahmeta, in der Hauptstadt der Landschaft Madai, eine Rolle, und folgende Denkwürdigkeit war da aufgezeichnet:
ZunzUnd es wurde gefunden in Achmeta, in der Burg der Landschaft Madai, eine Rolle, und also war darin geschrieben: Eine Denkwürdigkeit:
R. BreuerUnd es ward gefunden in einem Schlauche in der Hauptstadt der Provinz Medien eine Rolle, und folgende Denkwürdigkeit war da aufgezeichnet:
3
בִּשְׁנַ֨ת חֲדָ֜ה לְכ֣וֹרֶשׁ מַלְכָּ֗א כּ֣וֹרֶשׁ מַלְכָּא֮ שָׂ֣ם טְעֵם֒ בֵּית־אֱלָהָ֤א בִֽירוּשְׁלֶם֙ בַּיְתָ֣א יִתְבְּנֵ֔א אֲתַר֙ דִּֽי־דָבְחִ֣ין דִּבְחִ֔ין וְאֻשּׁ֖וֹהִי מְסֽוֹבְלִ֑ין רוּמֵהּ֙ אַמִּ֣ין שִׁתִּ֔ין פְּתָיֵ֖הּ אַמִּ֥ין שִׁתִּֽין׃
BernfeldIm ersten Jahre des Königs erließ der König Cyrus Befehl wegen des Gotteshauses in Jerusalem. Das Gotteshaus werde erbauet als eine Stätte, wo man Opfer schlachte auf festem Grund; seine Höhe sei sechzig Ellen, seine Breite sechzig Ellen.
ZunzIm ersten Jahre Koresch's, des Königs, erließ der König Koresch Befehl wegen des Gotteshauses in Jeruschalajim. Das Gotteshaus werde erbauet als eine Stätte, wo man Opfer schlachtet, und seine Grundfesten dauerhaft; seine Höhe sei sechzig Ellen, seine Breite sechzig Ellen.
R. BreuerIm ersten Jahre des Königs Cyrus erließ der König Cyrus Befehl wegen des Gotteshauses in Jerusalem. Das Haus soll erbaut werden als eine Stätte, wo man Opfer schlachte, und seine Mauern sollen hergerichtet werden; seine Höhe sei sechzig Ellen, seine Breite sechzig Ellen.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 3—4. Talmud Rosch-Haschanah 4a:

... ואיבעית אימא מנלן דאחמיץ דכתיב נדבכין די אבן גלל וגו' למה ליה דעבד הכי סבר אי מרדו בי יהודאי איקלייה בנורא אטו שלמה לא עבד הכי והכתיב (מ"א ו) שלשה טורי גזית וטור כרתות ארזים שלמה עבד מלמעלה דריוש עבד מלמטה שלמה שקעיה בבנינא איהו לא שקעיה בבנינא שלמה סדייה בסידא איהו לא סדייה בסידא.

Aus der Art und Weise, wie Darius (der auch den Beinamen Cyrus hatte) das Edikt des persischen Cyrus interpretierte (vgl. das. תוס' בד"ה ונדבך די אע) folgert der Talmud, daß Darius zur Zeit, da Esra nach dem heiligen Lande zog, zum Feinde Israels geworden war. Eine feindselige Absicht war's, die ihn leitete, als er den Tempel neben den drei Schichten von schweren Steinen auch aus einer Schicht von Holz erbauen ließ: damit der Tempel, wenn sich die Juden einmal gegen ihn empören sollten, um so leichter in Brand gesteckt werden könne. Gewiß kamen auch beim Bau des salomonischen Tempels, wie aus Kön. I. 6,36 erhellt, drei Lagen von gehauenen Steinen und eine Lage Bretter von Zedern zur Verwendung. Während jedoch Salomo die Holzschicht oberhalb anbringen ließ, ließ sie Darius unterhalb anbringen, während Salomo sie in den Bau einsenken ließ, war dies beim Bau des Darius nicht der Fall, und während Salomo sie mit Kalk vermörteln ließ, war dies beim Bau des Darius nicht der Fall. (Der Bibeltext gibt für diesen Unterschied zwischen dem Bau Salomos und Darius' keine Handhabe, er beruht auf talmudischer Überlieferung. Vgl. das. תוס' בד"ה שלמה.)

4
נִדְבָּכִ֞ין דִּי־אֶ֤בֶן גְּלָל֙ תְּלָתָ֔א וְנִדְבָּ֖ךְ דִּי־אָ֣ע חֲדַ֑ת וְנִ֨פְקְתָ֔א מִן־בֵּ֥ית מַלְכָּ֖א תִּתְיְהִֽב׃ {ס}
BernfeldDrei Schichten von schweren Steinen und eine Schicht von Holz, die Ausgabe soll aus dem königlichen Schatz gedeckt werden.
ZunzDrei Schichten von schweren Steinen, und Eine Schicht von Holz, und die Ausgabe soll gegeben werden vom Hause des Königs.
R. BreuerDrei Schichten von schweren Steinen und eine Schicht von Holz: die Ausgabe soll aus dem königlichen Fiskus gedeckt werden.
5
וְ֠אַ֠ף מָאנֵ֣י בֵית־אֱלָהָא֮ דִּ֣י דַהֲבָ֣ה וְכַסְפָּא֒ דִּ֣י נְבֽוּכַדְנֶצַּ֗ר הַנְפֵּ֛ק מִן־הֵיכְלָ֥א דִי־בִירוּשְׁלֶ֖ם וְהֵיבֵ֣ל לְבָבֶ֑ל יַהֲתִיב֗וּן וִ֠יהָ֠ךְ לְהֵיכְלָ֤א דִי־בִירֽוּשְׁלֶם֙ לְאַתְרֵ֔הּ וְתַחֵ֖ת בְּבֵ֥ית אֱלָהָֽא׃ {ס}
BernfeldSogar die goldenen und silbernen Geräte des Gotteshauses, welche Nebukadnezar aus dem Tempel zu Jerusalem weggenommen und nach Babel gebracht, soll man zurückgeben, dies komme hin in den Tempel zu Jerusalem, an seine Stätte, und werde niedergelegt im Gotteshause.
ZunzSogar die goldenen und silbernen Geräthe des Gotteshauses, welche Nebukadnezar aus dem Tempel zu Jeruschalajim herausgenommen und nach Babel gebracht, soll man zurückgeben, und es komme hin in den Tempel zu Jeruschalajim, an seine Stätte, und werde niedergelegt im Gotteshause.
R. BreuerSogar die goldenen und silbernen Geräte des Gotteshauses, welche Nebukadnezar aus dem Tempel zu Jerusalem weggenommen und nach Babel gebracht hatte, soll man zurückgeben, es komme hin in den Tempel zu Jerusalem, an seine Stätte, und werde niedergelegt im Gotteshause.
6
כְּעַ֡ן תַּ֠תְּנַ֠י פַּחַ֨ת עֲבַֽר־נַהֲרָ֜ה שְׁתַ֤ר בּוֹזְנַי֙ וּכְנָוָ֣תְה֔וֹן אֲפַ֨רְסְכָיֵ֔א דִּ֖י בַּעֲבַ֣ר נַהֲרָ֑ה רַחִיקִ֥ין הֲו֖וֹ מִן־תַּמָּֽה׃
BernfeldNun denn, Tatnai, Landpfleger vom Jenseit des Stromes, Setar Bosnai und ihre Genossen aus Afarsach, die jenseits des Stromes, bleibt fern von dort!
ZunzNun denn Tatnai, Landpfleger vom Jenseit des Stromes, Schetar Bosnai und ihre Genossen aus Afarsach, die jenseit des Stromes, bleibt fern von dort!
R. BreuerNun denn, Tatnaj, Statthalter des Gebiets jenseits des Stromes, und Schetar Bosnaj und seine Genossen aus Afarsach jenseits des Stromes, bleibt fern von dort!
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 6—7. Taktvolle Fernhaltung und Nichteinmischung in den Tempelbau wurde den Fragestellern von Darius als Bescheid auf ihre Frage anbefohlen. Damit hielt sich Darius zunächst noch ganz im Rahmen des von Cyrus ergangenen Befehls. Die folgenden Verse aber zeigen, daß Darius über das persische Edikt noch hinausging und nicht bloß negatives Gewährenlassen, sondern auch positive Förderung des heiligen Werkes befahl.

7
שְׁבֻ֕קוּ לַעֲבִידַ֖ת בֵּית־אֱלָהָ֣א דֵ֑ךְ פַּחַ֤ת יְהוּדָיֵא֙ וּלְשָׂבֵ֣י יְהוּדָיֵ֔א בֵּית־אֱלָהָ֥א דֵ֖ךְ יִבְנ֥וֹן עַל־אַתְרֵֽהּ׃
BernfeldLasset die Arbeit dieses Gotteshauses; der Landpfleger von Judäa und die Ältesten der Judäer sollen dieses Gotteshaus aufbauen an seiner Stätte.
ZunzLasset die Arbeit dieses Gotteshauses; der Landpfleger der Jehudim, und die Aeltesten der Jehudim sollen dieses Gotteshaus aufbauen an seiner Stätte.
R. BreuerLasset die Arbeit dieses Gotteshauses; der Landpfleger von Judäa und die Ältesten der Judäer sollen dieses Gotteshaus aufbauen an seiner Stätte.
8
וּמִנִּי֮ שִׂ֣ים טְעֵם֒ לְמָ֣א דִֽי־תַֽעַבְד֗וּן עִם־שָׂבֵ֤י יְהוּדָיֵא֙ אִלֵּ֔ךְ לְמִבְנֵ֖א בֵּית־אֱלָהָ֣א דֵ֑ךְ וּמִנִּכְסֵ֣י מַלְכָּ֗א דִּ֚י מִדַּת֙ עֲבַ֣ר נַהֲרָ֔ה אׇסְפַּ֗רְנָא נִפְקְתָ֛א תֶּהֱוֵ֧א מִֽתְיַהֲבָ֛א לְגֻבְרַיָּ֥א אִלֵּ֖ךְ דִּי־לָ֥א לְבַטָּלָֽא׃
BernfeldUnd von mir ist Befehl ergangen wegen dessen, was ihr beitragen sollet den Ältesten der Judäer zum Bau dieses Gotteshauses: Von den Gütern des Königs, aus der Steuer jenseits des Stromes, soll schnell das Nötige zu den Ausgaben diesen Männern gegeben werden, dass sie nicht gestört werden.
ZunzUnd von mir ist Befehl ergangen wegen dessen, was ihr thun sollet diesen Aeltesten der Jehudim zum Bau dieses Gotteshauses: Von den Gütern des Königs, aus der Steuer jenseit des Stromes, soll schnell die Ausgabe diesen Männern gegeben werden, daß sie nicht gestört werden.
R. BreuerUnd von mir ist Befehl ergangen wegen dessen, was ihr beitragen sollet diesen Ältesten der Judäer zum Bau dieses Gotteshauses: Von den Gütern des Königs, aus der Steuer jenseits des Stromes soll schnell der Aufwand erstattet werden jenen Männern, daß sie nicht gestört werden.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 8. Unsere Feinde sagen immer: Der Jude zahlt, und der Nichtjude arbeitet. Beim Tempelbau war's umgekehrt: Der Nichtjude hat gezahlt, und der Jude hat gearbeitet.

9
וּמָ֣ה חַשְׁחָ֡ן וּבְנֵ֣י תוֹרִ֣ין וְדִכְרִ֣ין וְאִמְּרִ֣ין ׀ לַעֲלָוָ֣ן ׀ לֶאֱלָ֪הּ שְׁמַיָּ֟א חִנְטִ֞ין מְלַ֣ח ׀ חֲמַ֣ר וּמְשַׁ֗ח כְּמֵאמַ֨ר כָּהֲנַיָּ֤א דִי־בִירֽוּשְׁלֶם֙ לֶהֱוֵ֨א מִתְיְהֵ֥ב לְהֹ֛ם י֥וֹם ׀ בְּי֖וֹם דִּי־לָ֥א שָׁלֽוּ׃
BernfeldUnd was nötig ist, junge Rinder und Widder und Lämmer zu Opfern für den Gott des Himmels, Weizen, Salz, Wein und Öl, nach dem Geheiß der Priester zu Jerusalem, soll ihnen gegeben werden Tag für Tag, ohne Unterlass,
ZunzUnd was nöthig ist, und junge Rinder und Widder und Lämmer zu Opfern für den Gott des Himmels, Waizen, Salz, Wein und Oel, nach dem Geheiß der Priester zu Jeruschalajim, soll ihnen gegeben werden Tag für Tag, ohne zu fehlen,
R. BreuerUnd was nötig ist, junge Rinder und Widder und Lämmer zu Opfern für den Gott des Himmels, Weizen, Salz, Wein und Öl, nach dem Geheiß der Priester zu Jerusalem soll ihnen gegeben werden Tag für Tag, ohne Unterlaß,
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 9—10. Talmud Rosch-Haschanah 3b:

מתקיף לה רב כהנא ומי החמיץ והכתיב ומה חשחן וגו' אמר לו רבי יצחק רבי מטונך די להון מהקרבין ניחוחין לאלה שמיא ומצלין לחיי מלכא ובנוהי ומאן דעבד הכי לאו מעליותא היא והתניא האומר סלע זו לצדקה בשביל שיחיו בני ובשביל שאזכה בה לחיי העולם הבא הרי זה צדיק גמור לא קשיא כאן בישראל כאן בעובדי כוכבים.

Aus der Tatsache, daß Darius den Befehl erteilte, den Opferdienst im Tempel zu Jerusalem aus den königlichen Einkünften zu finanzieren, folgert רב כהנא, daß die Frage, ob Darius zu einem Feinde Judäas sich entwickelt habe (vgl. das zu V. 3f. Bemerkte), zu verneinen sei. Demgegenüber weist aber רבי יצחק darauf hin, daß Darius bei dieser Finanzierung nur aus egoistischen Motiven gehandelt habe, da die ausdrückliche Absicht seines Befehls doch war, „damit sie beten für das Leben des Königs und seiner Söhne“. Gewiß besteht der Satz zurecht, daß man ein vollkommener Gerechter sein kann, auch wenn man bei der Gelobung einer Geldsumme für einen wohltätigen Zweck ausdrücklich durch diese Gabe sein und seiner Kinder Wohlergehen der Gnade Gottes empfiehlt. Dies gilt aber nur dann, wenn der Gelobende vom Geiste jüdischen Gottvertrauens erfüllt ist und ein Versagen der göttlichen Gnade mit seiner eigenen Unwürdigkeit begründet, nicht aber von heidnisch Gesinnten wie Darius, die bei einem Fehlschlagen ihrer frommen Spekulation auf Gott als den Schuldigen die Schale ihres Zornes gießen.

10
דִּֽי־לֶהֱוֺ֧ן מְהַקְרְבִ֛ין נִיחוֹחִ֖ין לֶאֱלָ֣הּ שְׁמַיָּ֑א וּמְצַלַּ֕יִן לְחַיֵּ֥י מַלְכָּ֖א וּבְנֽוֹהִי׃
BernfeldDamit sie darbringen Wohlgerüche dem Gotte des Himmels und beten für das Leben des Königs und seiner Söhne.
ZunzDamit sie darbringen Wohlgerüche dem Gotte des Himmels, und beten für das Leben des Königs und seiner Söhne.
R. Breuerdamit sie darbringen Wohlgerüche dem Gotte des Himmels und beten für das Leben des Königs und seiner Söhne.
11
וּמִנִּי֮ שִׂ֣ים טְעֵם֒ דִּ֣י כׇל־אֱנָ֗שׁ דִּ֤י יְהַשְׁנֵא֙ פִּתְגָמָ֣א דְנָ֔ה יִתְנְסַ֥ח אָע֙ מִן־בַּיְתֵ֔הּ וּזְקִ֖יף יִתְמְחֵ֣א עֲלֹ֑הִי וּבַיְתֵ֛הּ נְוָל֥וּ יִתְעֲבֵ֖ד עַל־דְּנָֽה׃
BernfeldAuch ist von mir Befehl ergangen, dass jeder Mann, der diesen Spruch verletzen wird — aus dessen Hause soll ein Holz herausgerissen und aufgerichtet werden, woran er geschlagen werde, und sein Haus soll zum Kothaufen gemacht werden dieserhalb.
ZunzUnd von mir ist Befehl ergangen, daß jeder Mann, der diesen Spruch verändern wird, — aus dessen Hause soll ein Holz herausgerissen und aufgerichtet werden, woran er geschlagen werde, und sein Haus soll zum Kothhaufen gemacht werden dieserhalb.
R. BreuerAuch ist von mir Befehl ergangen, daß jedem Menschen, der diesen Befehl ändert, ein Balken aus seinem Hause herausgerissen, aufgerichtet und er auf ihm gepfählt werde, und daß sein Haus dieserhalb zum Schutthaufen gemacht werde.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 11—12. Diese weit über das Edikt des Cyrus hinausgehende Sicherstellung des Tempelbaues, die mit verwünschendem Fluche und Hinrichtung jeden Versuch einer Verletzung des königlichen Befehls verpönte, würde — so sollte man unter dem unmittelbaren Eindruck dieser pathetischen Schlußsätze des königlichen Antwortschreibens meinen — der talmudischen Überlegung, ob Darius ein Freund oder Feind der Juden war, jeden Berechtigungsgrund entziehen, wenn nicht eben doch auch aus dieser seltsam leidenschaftlichen Begünstigung des jüdischen Tempelbaues ein persönliches Interesse herausklänge, das sich in den Schlußworten des vorigen Verses „damit sie beten für das Leben des Königs und seiner Söhne“ verriet.

Die von Darius angedrohte Strafe der Pfählung erinnert an die römische Strafe der Kreuzigung. Sie ist dem jüdischen Rechte fremd. An den Peor-Götzendienern, von denen Gott zu Mosche sagte: „Hänge sie in Gegenwart der Sonne Gott hin“ (Num. 25,4), wurde die Strafe der Steinigung vollzogen, „die für מגדף ועובד ע"ז mit momentaner תליה nach dem Tode verbunden war“. (Komm. das.)

12
וֵֽאלָהָ֞א דִּ֣י שַׁכִּ֧ן שְׁמֵ֣הּ תַּמָּ֗ה יְמַגַּ֞ר כׇּל־מֶ֤לֶךְ וְעַם֙ דִּ֣י ׀ יִשְׁלַ֣ח יְדֵ֗הּ לְהַשְׁנָיָ֛ה לְחַבָּלָ֛ה בֵּית־אֱלָהָ֥א דֵ֖ךְ דִּ֣י בִירוּשְׁלֶ֑ם אֲנָ֤ה דָרְיָ֙וֶשׁ֙ שָׂ֣מֶת טְעֵ֔ם אׇסְפַּ֖רְנָא יִתְעֲבִֽד׃ {פ}
BernfeldDer Gott, der seinen Namen dort thronen lässt, wird vernichten jeden König und jedes Volk, welches seine Hand ausstrecken wird, zu verletzen, zu verderben dieses Gotteshaus in Jerusalem. Ich Darius habe den Befehl erlassen; schnell soll er vollführt werden.
ZunzUnd der Gott, der seinen Namen dort thronen läßt, wird niederstürzen jeden König und (jedes) Volk, welches seine Hand ausstrecken wird, zu verändern, zu verderben dieses Gotteshaus in Jeruschalajim. Ich Darjawesch habe den Befehl erlassen, schnell soll er vollführt werden.
R. BreuerDer Gott, der seinen Namen dort thronen läßt, wird vernichten jeden König und jedes Volk, welches seine Hand ausstrecken wird, zu verletzen, zu verderben dieses Gotteshaus in Jerusalem. Ich, Darius, habe den Befehl erlassen, schnell soll er ausgeführt werden.
13
אֱ֠דַ֠יִן תַּתְּנַ֞י פַּחַ֧ת עֲבַֽר־נַהֲרָ֛ה שְׁתַ֥ר בּוֹזְנַ֖י וּכְנָוָתְה֑וֹן לׇקֳבֵ֗ל דִּֽי־שְׁלַ֞ח דָּרְיָ֧וֶשׁ מַלְכָּ֛א כְּנֵ֖מָא אׇסְפַּ֥רְנָא עֲבַֽדוּ׃
BernfeldDa taten Tatnai, der Landpfleger vom Jenseit des Stromes, Setar Bosnai und ihre Genossen, sobald König Darius gesandt hatte, schnell also.
ZunzDa thaten Tatnai, der Landpfleger vom Jenseit des Stromes, Schetar Bosnai und ihre Genossen, sobald Darjawesch der König gesandt hatte, schnell also.
R. BreuerDa verfuhren Tatnaj, Statthalter des Gebiets jenseits des Stromes, und Schetar Bosnaj und seine Genossen, dem Befehle, den ihnen der König Darius gesandt hatte, unverzüglich entsprechend.
14
וְשָׂבֵ֤י יְהוּדָיֵא֙ בָּנַ֣יִן וּמַצְלְחִ֔ין בִּנְבוּאַת֙ חַגַּ֣י (נביאה) [נְבִיָּ֔א] וּזְכַרְיָ֖ה בַּר־עִדּ֑וֹא וּבְנ֣וֹ וְשַׁכְלִ֗לוּ מִן־טַ֙עַם֙ אֱלָ֣הּ יִשְׂרָאֵ֔ל וּמִטְּעֵם֙ כּ֣וֹרֶשׁ וְדָרְיָ֔וֶשׁ וְאַרְתַּחְשַׁ֖שְׂתְּא מֶ֥לֶךְ פָּרָֽס׃
BernfeldDie Ältesten der Judäer setzten den Bau fort, und er gedieh ihnen nach der Prophezeiungdes Propheten Haggai und Sacharia, Sohnes Iddo; sie bauten und vollendeten auf Befehl des Gottes Israel und auf Befehl Cyus und Darius und Artahsats, Königs von Persien.
ZunzUnd die Aeltesten der Jehudim bauten, und es gedieh ihnen nach der Prophezeihung Chaggai's, des Propheten, und Secharjah's, Sohnes Iddo, und sie bauten und vollendeten auf Befehl des Gottes Jisraél's, und auf Befehl Koresch's und Darjawesch's und Artachschascht's, des Königs von Paras.
R. BreuerDie Ältesten der Judäer setzten den Bau fort, und er gedieh ihnen nach der Prophezeiung des Propheten Chagai und Secharja, des Sohnes des Iddo; sie bauten und vollendeten auf Befehl des Gottes Israels und auf Befehl des Cyrus und Darius und Arthachschasta, des Königs von Persien.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 14. Nach Raschis, auf dem Talmud (Rosch-Haschanah 3b) beruhender Erklärung beziehen sich die drei Königsnamen alle auf Darius. Dagegen zitiert hier Malbim eine Bemerkung von הרז"ה בפ"ק דר"ה, wonach, dem einfachen Sinne entsprechend, hier drei Könige gemeint seien: Cyrus, der den ersten Befehl zum Tempelbau gegeben hatte, Darius, der ihn vollenden ließ, und Arthachschasta, unter dessen Regierung die Mauern Jerusalems erbaut wurden.

15
וְשֵׁיצִיא֙ בַּיְתָ֣ה דְנָ֔ה עַ֛ד י֥וֹם תְּלָתָ֖ה לִירַ֣ח אֲדָ֑ר דִּי־הִ֣יא שְׁנַת־שֵׁ֔ת לְמַלְכ֖וּת דָּרְיָ֥וֶשׁ מַלְכָּֽא׃ {פ}
BernfeldMan vollendete das Haus bis zum dritten Tag des Monats Adar, das ist das sechste Jahr der Regierung des Königs Darius.
ZunzUnd man vollendete dieses Haus bis zum dritten Tage des Monats Adar, das ist das sechste Jahr der Regierung des Königs Darjawesch.
R. BreuerSie vollendeten dieses Haus bis zum dritten Tage des Monats Adar, das ist das sechste Jahr der Regierung des Königs Darius.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 15. Vgl. das zu 4,24 Bemerkte. Talmud Rosch-Haschanah 3b:

... מתיב רב יוסף ביום עשרים וארבעה לחדש בששי בשנת שתים לדריוש וכתיב בשביעי בעשרים ואחד לחדש ואם איתא בשביעי בשנת ג' מיבעי ליה אמר ר' אבהו כורש מלך כשר היה לפיכך מנו לו כמלכי ישראל מתקיף לה רב יוסף חדא דא"כ קשו קראי אהדדי דכתיב ושיציא ביתא דנא וכו' ותניא באותו זמן לשנה הבאה עלה עזרא מבבל וגלותו עמו וכתיב ויבא ירושלם בחדש החמישי היא שנת השביעית למלך ואם איתא שנת השמינית מיבעי ליה ועוד מי דמי התם כורש הכא דריוש תנא הוא כורש הוא דריוש הוא ארתחשסתא כורש שמלך כשר היה ארתחשסתא על שם מלכותו ומה שמו דריוש שמו מ"מ קשיא א"ר יצחק לא קשיא כאן קודם שהחמיץ כאן לאחר שהחמיץ.

Der Satz der Mischna: באחד בניסן ר"ה למלכים, die Regierungsjahre der Könige werden vom 1. Nissan ab gerechnet, bezieht sich nach ר' חסדא (s. das. 3a) nur auf מלכי ישראל, nicht aber auf מלכי אומות העולם, deren Regierungsjahre vom 1. Tischri ab gezählt werden. Dem hält רב יוסף folgende Verse entgegen: „... am 24. des Monats, im sechsten, im zweiten Jahre des Königs Darius“ (Chagai 1,15). „Im siebenten, am 21. Tage des Monats, erging das Wort Gottes ...“ (das. 2,1) Nachdem offenbar auch der zweite Vers vom zweiten Regierungsjahre des Darius spricht, so erhellt doch daraus, daß auch die Regierungsjahre des nichtjüdischen Königs Darius vom 1. Nissan ab gezählt werden, denn würden sie vom 1. Tischri ab gezählt, dann befände man sich ja am 21. Tage des siebenten Monats schon 21 Tage lang im dritten Regierungsjahre des Darius. Auf diesen Einwand des רב יוסף erwidert ר' אבהו, daß Cyrus, wie schon sein Name besagt: כורש = כשר (Raschi), ein rechtschaffener König war und deshalb seine Regierungsjahre wie die der jüdischen Könige vom 1. Nissan ab gezählt wurden. Dem gegenüber wirft רב יוסף zwei Fragen auf: 1. Wenn es richtig wäre, daß die Regierungsjahre des Darius vom 1. Nissan ab gezählt werden, dann widersprächen sich folgende zwei Verse: „Sie vollendeten dieses Haus bis zum dritten Tage des Monats Adar, das ist das sechste Jahr der Regierung des Königs Darius“ (Esra 6,15). „(Esra) kam nach Jerusalem im fünften Monat, das ist im siebenten Regierungsjahre des Königs“ (Esra 7,8). Da Esra im Adar des Jahres nach Vollendung des Baues von Babel aufbrach und im fünften Monat des darauf folgenden Jahres in Jerusalem eintraf, dann wäre doch seine Ankunft in das achte Regierungsjahr des Darius gefallen, wenn dessen Regierungsjahre vom 1. Nissan gezählt würden: Am 3. Adar des sechsten Regierungsjahres war der Tempel vollendet, im Adar des siebenten Regierungsjahres brach Esra von Babel auf und im Ab des achten Regierungsjahres — wenn wirklich am 1. Nissan ein neues Regierungsjahr begonnen hatte — traf er in Jerusalem ein. Es heißt aber doch, daß er im siebenten Regierungsjahre eingetroffen sei? 2. Was hat die Rechtschaffenheit des Cyrus mit Darius zu tun? Nur von diesem ist doch die Rede! — Die zweite Frage des רב יוסף erledigt sich mit der Feststellung, daß Cyrus ein Beiname des Darius ist, der auch den offiziellen Königsnamen Arthachschastha hatte. Und die erste Frage wird von ר' יצחק mit der Feststellung beantwortet, daß Darius zur Zeit des Aufbruches Esras aus Babel kein מלך כשר mehr war und von da ab seine Regierungsjahre vom 1. Tischri gezählt werden.

16
וַעֲבַ֣דוּ בְנֵֽי־יִ֠שְׂרָאֵ֠ל כָּהֲנַיָּ֨א וְלֵוָיֵ֜א וּשְׁאָ֣ר בְּנֵי־גָלוּתָ֗א חֲנֻכַּ֛ת בֵּית־אֱלָהָ֥א דְנָ֖ה בְּחֶדְוָֽה׃
BernfeldDann feierten die Kinder Israel, die Priester und die Leviten und die übrigen Söhne des Exils die Einweihung dieses Gotteshauses mit Freude.
ZunzUnd es feierten die Kinder Jisraél, die Priester und die Lewiim und die übrigen Söhne des Exils die Einweihung dieses Gotteshauses mit Freude.
R. BreuerDann feierten die Kinder Israels, die Priester und die Leviten und die übrigen Söhne des Exils die Einweihung dieses Gotteshauses mit Freude.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 16—18. „Die übrigen Söhne des Exils“ bezieht sich nach מצודת דוד auf die נתינים ובני עבדי שלמה, die sich alle an der Einweihung des Tempels beteiligten.

Die Darbringung von שעירי חטאת בצבור, die nicht dem Gesetz der Thora entspricht, ist nach dem Talmud als הוראת שעה zu betrachten. Vgl. Raschi.

במחלקתהון ist nach Malbim ein detaillierterer Begriff als בפלגתהון. Denn während die Priester, auf die sich das letztere bezieht, wohl in 24 משמרות für je eine Woche und diese wieder in je sieben בתי אבות für je einen Tag eingeteilt waren, dagegen die Verteilung der einzelnen עבודות durch das Los geschah, war für jedes einzelne der בתי אבות der Leviten, auf die sich das erstere bezieht, genau bestimmt, welche spezielle עבודה ihm zukam.

17
וְהַקְרִ֗בוּ לַחֲנֻכַּת֮ בֵּית־אֱלָהָ֣א דְנָה֒ תּוֹרִ֣ין מְאָ֔ה דִּכְרִ֣ין מָאתַ֔יִן אִמְּרִ֖ין אַרְבַּ֣ע מְאָ֑ה וּצְפִירֵ֨י עִזִּ֜ין (לחטיא) [לְחַטָּאָ֤ה] עַל־כׇּל־יִשְׂרָאֵל֙ תְּרֵֽי־עֲשַׂ֔ר לְמִנְיָ֖ן שִׁבְטֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
BernfeldSie brachten dar zur Einweihung dieses Gotteshauses hundert Stiere, zweihundert Widder, vierhundert Lämmer und zwölf Ziegenböcke, zu entsündigen ganz Israel, nach der Zahl der Stämme Israels.
ZunzUnd sie brachten dar zur Einweihung dieses Gotteshauses hundert Stiere, zwei hundert Widder, vier hundert Lämmer und Ziegenböcke, zu entsündigen ganz Jisraél, zwölf nach der Zahl der Stämme Jisraél's.
R. BreuerSie brachten dar zur Einweihung dieses Gotteshauses hundert Stiere, zweihundert Widder, vierhundert Lämmer und zwölf Ziegenböcke, zu entsündigen ganz Israel, nach der Zahl der Stämme Israels.
18
וַהֲקִ֨ימוּ כָהֲנַיָּ֜א בִּפְלֻגָּתְה֗וֹן וְלֵוָיֵא֙ בְּמַחְלְקָ֣תְה֔וֹן עַל־עֲבִידַ֥ת אֱלָהָ֖א דִּ֣י בִירוּשְׁלֶ֑ם כִּכְתָ֖ב סְפַ֥ר מֹשֶֽׁה׃ {פ}
BernfeldSie stellten die Priester in ihre Ordnung und die Leviten in ihre Abteilungen zum Dienste Gottes in Jerusalem, nach der Vorschrift im Buche Moses.
ZunzUnd sie stellten die Priester in ihre Ordnungen und die Lewiim in ihre Abtheilungen zum Dienste Gottes in Jeruschalajim, nach der Vorschrift des Buches Moscheh's.
R. BreuerSie stellten die Priester in ihre Ordnungen und die Leviten in ihre Abteilungen zum Dienste Gottes in Jerusalem, nach der Vorschrift im Buche Moses.
19
וַיַּעֲשׂ֥וּ בְנֵי־הַגּוֹלָ֖ה אֶת־הַפָּ֑סַח בְּאַרְבָּעָ֥ה עָשָׂ֖ר לַחֹ֥דֶשׁ הָרִאשֽׁוֹן׃
BernfeldDie vom Exil Heimgekehrten opferten das Pessach am vierzehnten des ersten Monats.
ZunzUnd die Söhne des Exils opferten das Peßach am vierzehnten des ersten Monats.
R. BreuerDie Exulanten opferten das Peßachopfer am vierzehnten des ersten Monats.
Kommentar (R. Breuer)
Kommentar von Rabbiner Raphael Breuer

V. 19—22. Nach Ex. 12, 6 ff. schlachtet der Hausvater das Peßachopfer selbst. Aber schon zu Hiskias Zeit schlachten für die, die sich nicht gereinigt hatten, die Leviten das Peßachopfer, vgl. Chronik II 30, 17, und ebenso in Josias Tagen, vgl. das. 35, 11. 14.

Nach der Mischna Kiduschin 69a hat Esra alle, die unreiner Abstammung waren, bei seinem Zuge von Babel nach Palästina mitgenommen. Daß darunter auch Proselyten und freigelassene Sklaven waren, wird im Talmud das. 70a aus unserem V. 21 abgeleitet: גירי וחרורי מנלן אמר רב חסדא דאמר קרא וכל הנבדל מטומאת גויי הארץ אליהם

König Darius von Persien wird hier König von Aschur genannt. Vgl. Kön. II. 23,29, Neh. 13,6. Nach Malbim siedelten im assyrischen Teile des persischen Reiches die einst der jüdischen Sache feindlich gesinnten Würdenträger des Staates, die aber jetzt nach dem Umschwung der Verhältnisse aus Feinden zu Freunden geworden waren.

20
כִּ֣י הִֽטַּהֲר֞וּ הַכֹּהֲנִ֧ים וְהַלְוִיִּ֛ם כְּאֶחָ֖ד כֻּלָּ֣ם טְהוֹרִ֑ים וַיִּשְׁחֲט֤וּ הַפֶּ֙סַח֙ לְכׇל־בְּנֵ֣י הַגּוֹלָ֔ה וְלַאֲחֵיהֶ֥ם הַכֹּהֲנִ֖ים וְלָהֶֽם׃
BernfeldDenn die Priester und die Leviten, hatten sich unterdessen gereinigt, alle waren sie rein, und sie schlachteten das Pessach für alle aus dem Exil Heimgekehrten und für ihre Brüder, die Priester, und für sich.
ZunzDenn es hatten sich gereinigt die Priester und die Lewiim, alle zumal waren sie rein, und sie schlachteten das Peßach für alle Söhne des Exils und für ihre Brüder, die Priester, und für sich.
R. BreuerDenn die Priester und Leviten hatten sich gereinigt, alle waren sie rein, und sie schlachteten das Peßachopfer für alle Exulanten und für ihre Brüder, die Priester, und für sich.
21
וַיֹּאכְל֣וּ בְנֵֽי־יִשְׂרָאֵ֗ל הַשָּׁבִים֙ מֵֽהַגּוֹלָ֔ה וְכֹ֗ל הַנִּבְדָּ֛ל מִטֻּמְאַ֥ת גּוֹיֵֽ־הָאָ֖רֶץ אֲלֵהֶ֑ם לִדְרֹ֕שׁ לַֽיהֹוָ֖ה אֱלֹהֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
BernfeldEs aßen es die Kinder Israel, die zurückgekehrt waren aus dem Exil, und jeder, der zu ihnen sich abgesondert hatte von der Unreinheit der Völker des Landes, um den Herrn zu suchen, den Gott Israels.
ZunzUnd es aßen es die Kinder Jisraél, die zurück kehrten aus dem Exil, und jeder, der zu ihnen sich abgesondert hatte von der Unreinheit der Völker des Landes, um den Ewigen zu suchen, den Gott Jisraél's.
R. BreuerEs aßen die Kinder Israels, die aus dem Exil zurückgekehrt waren, (das Peßachopfer), und jeder, der zu ihnen sich abgesondert hatte von der Unreinheit der Völker des Landes, um Gott zu suchen, den Gott Israels.
22
וַיַּֽעֲשׂ֧וּ חַג־מַצּ֛וֹת שִׁבְעַ֥ת יָמִ֖ים בְּשִׂמְחָ֑ה כִּ֣י ׀ שִׂמְּחָ֣ם יְהֹוָ֗ה וְֽהֵסֵ֞ב לֵ֤ב מֶֽלֶךְ־אַשּׁוּר֙ עֲלֵיהֶ֔ם לְחַזֵּ֣ק יְדֵיהֶ֔ם בִּמְלֶ֥אכֶת בֵּית־הָאֱלֹהִ֖ים אֱלֹהֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃ {פ}
BernfeldSie feierten das Fest der ungesäuerten Brote sieben Tage mit Freude, denn der Herr hatte ihnen Freude gegeben und das Herz des Königs von Assyrien [Persien], ihnen zugewandt, dass er sie unterstützte in dem Werk des Gotteshauses, des Gottes Israels.
ZunzUnd sie hielten das Fest der ungesäuerten Brode sieben Tage mit Freude, denn der Ewige hatte ihnen Freude gegeben und das Herz des Königs von Aschur ihnen zugewandt, daß er sie unterstützte in dem Werke des Gotteshauses, des Gottes Jisraél's.
R. BreuerSie feierten das Fest der ungesäuerten Brote sieben Tage mit Freude, denn Gott hatte sie erfreut und hatte ihnen das Herz des Königs von Aschur zugewendet, daß er sie unterstützte in dem Werke des Gotteshauses, des Gottes Israels.