Ejchah 5 איכה
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1
זְכֹ֤ר יְהֹוָה֙ מֶֽה־הָ֣יָה לָ֔נוּ (הביט) [הַבִּ֖יטָה] וּרְאֵ֥ה אֶת־חֶרְפָּתֵֽנוּ׃
ZunzGedenke, Ewiger, wie es uns ergangen, schaue und sieh unsere Schmach.
ItkinGedenke Gott was uns geschah, schau herab und sieh unsere Schmach [hier und jetzt].
2
נַחֲלָתֵ֙נוּ֙ נֶֽהֶפְכָ֣ה לְזָרִ֔ים בָּתֵּ֖ינוּ לְנׇכְרִֽים׃
ZunzUnser Erbe ist übergegangen an Fremde, unsere Häuser an Ausländer.
ItkinUnser Erbland [Israel] ist übergegangen an Fremde, unsere Häuser an Ausländer18Zum geschichtlichen Hintergrund siehe 2. Könige 24:14 ff.; 25:11 ff.
3
יְתוֹמִ֤ים הָיִ֙ינוּ֙ (אין) [וְאֵ֣ין] אָ֔ב אִמֹּתֵ֖ינוּ כְּאַלְמָנֽוֹת׃
ZunzWaisen sind wir, vaterlos, unsere Mütter gleichen Wittwen.
ItkinWaisen sind wir, ohne Vater [schutzlos], unsere Mütter wie Witwen.
4
מֵימֵ֙ינוּ֙ בְּכֶ֣סֶף שָׁתִ֔ינוּ עֵצֵ֖ינוּ בִּמְחִ֥יר יָבֹֽאוּ׃
ZunzUnsere Wasser trinken wir für Geld, unser Holz erlangen wir für Kaufpreis.
ItkinUnser Wasser trinken wir für Geld, unser [Brenn-]Holz kommt gegen Bezahlung.
5
עַ֤ל צַוָּארֵ֙נוּ֙ נִרְדָּ֔פְנוּ יָגַ֖עְנוּ (לא) [וְלֹ֥א] הֽוּנַֽח־לָֽנוּ׃
ZunzDicht an unserm Nacken werden wir verfolgt, wir sind müde, und keine Rast wird uns.
ItkinDicht an unserm Nacken werden wir verfolgt [müssen schuften], wir sind müde, bekommen keine Ruhe [am Schabbat].
6
מִצְרַ֙יִם֙ נָתַ֣נּוּ יָ֔ד אַשּׁ֖וּר לִשְׂבֹּ֥עַֽ לָֽחֶם׃
ZunzNach Mizrajim reichen wir die Hand, nach Aschur, um uns an Brod zu sättigen.
ItkinÄgypten reichten wir die Hand [zum Bündnis] Assyrien, um uns zu sättigen an Brot [doch statt Hilfe kam Unterdrückung19Siehe Jesaja 52:3-4.].
7
אֲבֹתֵ֤ינוּ חָֽטְאוּ֙ (אינם) [וְאֵינָ֔ם] (אנחנו) [וַאֲנַ֖חְנוּ] עֲוֺנֹתֵיהֶ֥ם סָבָֽלְנוּ׃
ZunzUnsere Väter haben gesündigt und sind nicht mehr, wir aber tragen ihre Schuld.
ItkinUnsere Väter haben gesündigt und sind nicht mehr da [sie sind tot], wir aber, ihre Verschuldungen tragen wir [als Folge ihrer Fehler20»Die gegenwärtige Not kam über uns wegen unserer Schuld und der Schuld unserer Väter zusammen. Sie haben sich ihrer Schuld entledigt, wir aber noch nicht, wie Ex. 20:5 « Ibn Ezra. Vgl. Vers 16.].
8
עֲבָדִים֙ מָ֣שְׁלוּ בָ֔נוּ פֹּרֵ֖ק אֵ֥ין מִיָּדָֽם׃
ZunzKnechte herrschen über uns, Niemand erlöst uns aus ihrer Hand.
Itkin[Unsere] Knechte21Das sind die Ärmsten des Landes, die von den Babyloniern nicht deportiert wurden; siehe 2. Könige 25:12,18,24. Nachdem die Oberschicht nach Babylon deportiert wurde, stürzten die Babylonier die gesellschaftliche Ordnung und übergaben den Knechten die Herrschaft. Die Herrschaft der Knechte führte zu Anarchie und Leid unter der verbliebenen Bevölkerung. Sie sicherten sich ihre Macht, indem sie ihre politischen Gegner verfolgten und töteten. herrschen über uns, niemand befreit aus ihrer Hand.
9
בְּנַפְשֵׁ֙נוּ֙ נָבִ֣יא לַחְמֵ֔נוּ מִפְּנֵ֖י חֶ֥רֶב הַמִּדְבָּֽר׃
ZunzMit unserm Leben gewinnen wir unser Brod vor dem Schwerte der Wüste.
ItkinUnter Lebensgefahr holen wir unser Brot [von Feldern außerhalb der Stadt] vor dem Schwert [der Beduinen] in der Wüste.
10
עוֹרֵ֙נוּ֙ כְּתַנּ֣וּר נִכְמָ֔רוּ מִפְּנֵ֖י זַלְעֲפ֥וֹת רָעָֽב׃
ZunzUnsere Haut brennt wie ein Ofen, vor der Glut des Hungers.
ItkinUnsere Haut brennt wie ein Ofen [unter der sengenden Sonne] wegen der Qualen des Hungers [wenn wir unter Lebensgefahr Brot holen].
11
נָשִׁים֙ בְּצִיּ֣וֹן עִנּ֔וּ בְּתֻלֹ֖ת בְּעָרֵ֥י יְהוּדָֽה׃
ZunzWeiber in Zijon bezwangen sie, Jungfrauen in den Städten Jehudah's.
ItkinFrauen vergewaltigen sie [die Knechte] in Zion, Jungfrauen in den Städten Judas.
12
שָׂרִים֙ בְּיָדָ֣ם נִתְל֔וּ פְּנֵ֥י זְקֵנִ֖ים לֹ֥א נֶהְדָּֽרוּ׃
ZunzFürsten wurden gehängt durch ihre Hand, der Greise Ansehn ward nicht geachtet.
ItkinFürsten werden durch ihre [der Knechte] Hand gehängt, das Antlitz der Ältesten [Ratgeber] ehren sie nicht.
13
בַּחוּרִים֙ טְח֣וֹן נָשָׂ֔אוּ וּנְעָרִ֖ים בָּעֵ֥ץ כָּשָֽׁלוּ׃
ZunzJünglinge trugen den Mühlstein, und Knaben wankten unter dem Holz.
ItkinJünglinge tragen die Handmühle, Knaben fallen unter der Holzlast.
14
זְקֵנִים֙ מִשַּׁ֣עַר שָׁבָ֔תוּ בַּחוּרִ֖ים מִנְּגִינָתָֽם׃
ZunzDie Aeltesten sind aus den Thoren verscheucht, Jünglinge von ihren Liedern.
ItkinDie Ältesten bleiben dem Stadttor fern [Ort des Gerichts], die Jünglinge ihrem Saitenspiel [Musik und Gesang sind verstummt].
15
שָׁבַת֙ מְשׂ֣וֹשׂ לִבֵּ֔נוּ נֶהְפַּ֥ךְ לְאֵ֖בֶל מְחֹלֵֽנוּ׃
ZunzEs feiert die Wonne unseres Herzens, verwandelt in Trauer ist unser Reigen.
ItkinGeschwunden ist die Freude unseres Herzens, verwandelt in Trauer unser Reigentanz.
16
נָֽפְלָה֙ עֲטֶ֣רֶת רֹאשֵׁ֔נוּ אֽוֹי־נָ֥א לָ֖נוּ כִּ֥י חָטָֽאנוּ׃
ZunzGefallen ist die Krone unseres Hauptes. Weh uns! denn wir haben gesündigt.
ItkinGefallen ist die Krone unseres Hauptes [Jerusalem], Wehe uns! Denn wir haben gesündigt.
17
עַל־זֶ֗ה הָיָ֤ה דָוֶה֙ לִבֵּ֔נוּ עַל־אֵ֖לֶּה חָשְׁכ֥וּ עֵינֵֽינוּ׃
ZunzDarob ist unser Herz krank, darum unsere Augen verdunkelt,
ItkinDarum wurde krank unser Herz, darum wurden [von Tränen] dunkel unsere Augen [und der Grund ist:]
18
עַ֤ל הַר־צִיּוֹן֙ שֶׁשָּׁמֵ֔ם שׁוּעָלִ֖ים הִלְּכוּ־בֽוֹ׃ {פ}
ZunzOb dem Zijonsberg, der verödet ist, Schakale ergehen sich auf ihm.
ItkinWeil der Berg Zion [der Tempelberg] verödet ist, Füchse laufen auf ihm herum.
19
אַתָּ֤ה יְהֹוָה֙ לְעוֹלָ֣ם תֵּשֵׁ֔ב כִּסְאֲךָ֖ לְד֥וֹר וָדֽוֹר׃
ZunzDu aber, Ewiger, bleibst ewiglich, dein Thron in alle Geschlechter.
ItkinDu, Gott, auf ewig thronst Du [auch ohne Tempel], Dein Thron von Generation zu Generation.
20
לָ֤מָּה לָנֶ֙צַח֙ תִּשְׁכָּחֵ֔נוּ תַּֽעַזְבֵ֖נוּ לְאֹ֥רֶךְ יָמִֽים׃
ZunzWarum für beständig vergissest du uns, verlässest uns für lange Zeiten?
ItkinWarum nur vergißt Du uns für immer [warum rettest Du uns nicht?] verläßt uns lebenslang ? [warum läßt Du unser Leid geschehen?]
21
הֲשִׁיבֵ֨נוּ יְהֹוָ֤ה ׀ אֵלֶ֙יךָ֙ (ונשוב) [וְֽנָשׁ֔וּבָה] חַדֵּ֥שׁ יָמֵ֖ינוּ כְּקֶֽדֶם׃
ZunzFühr' uns zurück, Ewiger, zu dir, und wir wollen zurückkehren; verjünge unsere Tage wie vormals.
ItkinFühre uns zurück zu Dir, Gott, und wir werden zurückkehren, erneure unsere Tage wie in alten Zeiten!
22
כִּ֚י אִם־מָאֹ֣ס מְאַסְתָּ֔נוּ קָצַ֥פְתָּ עָלֵ֖ינוּ עַד־מְאֹֽד׃
ZunzDenn solltest du uns verschmähet haben, uns zürnen gar zu sehr?
ItkinEs sei denn, Du hast uns völlig verworfen, zürnst uns gar sehr.