Ejchah 1 איכה

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1
אֵיכָ֣ה ׀ יָשְׁבָ֣ה בָדָ֗ד הָעִיר֙ רַבָּ֣תִי עָ֔ם הָיְתָ֖ה כְּאַלְמָנָ֑ה רַבָּ֣תִי בַגּוֹיִ֗ם שָׂרָ֙תִי֙ בַּמְּדִינ֔וֹת הָיְתָ֖ה לָמַֽס׃ {ס}
ZunzWie sitzt einsam die Stadt, die volkreiche, ist einer Wittwe gleich geworden die Herrin über Völker! die Fürstin über Länder ist zinsbar geworden.
ItkinAch, wie einsam sitzt sie da die Stadt [Jerusalem] reich an Volk, sie wurde wie eine Witwe. Die Große unter den Völkern, die Fürstin unter den Provinzen zu Zwangsabgaben gezwungen.
2
בָּכ֨וֹ תִבְכֶּ֜ה בַּלַּ֗יְלָה וְדִמְעָתָהּ֙ עַ֣ל לֶֽחֱיָ֔הּ אֵֽין־לָ֥הּ מְנַחֵ֖ם מִכׇּל־אֹהֲבֶ֑יהָ כׇּל־רֵעֶ֙יהָ֙ בָּ֣גְדוּ בָ֔הּ הָ֥יוּ לָ֖הּ לְאֹיְבִֽים׃ {ס}
ZunzSie weint in der Nacht, ihre Thränen bleiben auf ihren Wangen, Niemand tröstet sie von all ihren Freunden, all ihre Vertraute sind ihr treulos geworden, wurden ihre Feinde.
ItkinSie [Jerusalem] weint und weint durch die Nacht, ihre Tränen über ihren Wangen. Sie hat keinen Tröster unter all ihren [politischen] Freunden. All ihre Verbündeten verrieten sie, wurden ihr zu Feinden1Zidkijahu, der letzte König von Jehuda, schloss eine antibabylonische Koalition mit seinen Nachbarn Edom Moab, Ammon, Tyros und Sidon (Jer. 27:3). Doch diese Verbündeten brachen das Bündnis und ihre Armeen zogen mit den Babyloniern gegen Jerusalem, siehe 2. Könige 24:2..
3
גָּֽלְתָ֨ה יְהוּדָ֤ה מֵעֹ֙נִי֙ וּמֵרֹ֣ב עֲבֹדָ֔ה הִ֚יא יָשְׁבָ֣ה בַגּוֹיִ֔ם לֹ֥א מָצְאָ֖ה מָנ֑וֹחַ כׇּל־רֹדְפֶ֥יהָ הִשִּׂיג֖וּהָ בֵּ֥ין הַמְּצָרִֽים׃ {ס}
ZunzJehudah wandert aus vor Druck und schwerer Frohne, sie weilte unter Völkern, fand nicht Ruhe. All ihre Verfolger erreichten sie zwischen den Marken.
ItkinJehuda ging in die Verbannung aus Elend und schwerer Arbeit. Sie [Jehuda2Nach Ibn Ezra ist das grammatische Geschlecht von Eigennamen wie Jehuda, Israel und Ägypten manchmal männlich und manchmal weiblich. Siehe z.B: Hos. 12:1, Ex. 3:20, Jes. 54:1 u. 59:3.] sitzt unter den Völkern, Ruhe findet sie nicht. Alle ihre Verfolger holten sie ein, zwischen den engen [Gassen].
4
דַּרְכֵ֨י צִיּ֜וֹן אֲבֵל֗וֹת מִבְּלִי֙ בָּאֵ֣י מוֹעֵ֔ד כׇּל־שְׁעָרֶ֙יהָ֙ שֽׁוֹמֵמִ֔ין כֹּהֲנֶ֖יהָ נֶאֱנָחִ֑ים בְּתוּלֹתֶ֥יהָ נּוּג֖וֹת וְהִ֥יא מַר־לָֽהּ׃ {ס}
ZunzDie Wege Zijon's trauern, weil Niemand zum Feste kommt, all ihre Thore sind öde, ihre Priester seufzen, ihre Jungfrauen wimmern, und sie — ihr ist so weh!
ItkinZions Pilgerwege trauern, fort sind die Pilger [zu Pessach, Schawuot, Sukkot]. Alle ihre Tore sind menschenleer [ohne Pilger], ihre Priester seufzen [ohne Dienst], ihre Jungfrauen sind betrübt [ohne Festtänze], und sie [Jerusalem], bitter ist ihr.
5
הָי֨וּ צָרֶ֤יהָ לְרֹאשׁ֙ אֹיְבֶ֣יהָ שָׁל֔וּ כִּֽי־יְהֹוָ֥ה הוֹגָ֖הּ עַ֣ל רֹב־פְּשָׁעֶ֑יהָ עוֹלָלֶ֛יהָ הָלְכ֥וּ שְׁבִ֖י לִפְנֵי־צָֽר׃ {ס}
ZunzIhre Widersacher sind oben auf, ihren Feinden geht es wohl; denn der Ewige hat sie betrübt wegen der Menge ihrer Missethaten, ihre Kinder gehen gefangen vor dem Feinde her.
ItkinIhre [Jerusalems] Bedränger haben die Oberhand, ihre Feinde sind zufrieden, denn Gott hat sie betrübt wegen der Vielzahl ihrer Sünden. Ihre Kinder gingen in Gefangenschaft, im Angesicht des Feindes.
6
וַיֵּצֵ֥א (מן בת) [מִבַּת־]צִיּ֖וֹן כׇּל־הֲדָרָ֑הּ הָי֣וּ שָׂרֶ֗יהָ כְּאַיָּלִים֙ לֹא־מָצְא֣וּ מִרְעֶ֔ה וַיֵּלְכ֥וּ בְלֹא־כֹ֖חַ לִפְנֵ֥י רוֹדֵֽף׃ {ס}
ZunzUnd auswandert aus der Tochter Zijon all ihr Glanz, ihre Fürsten sind gleich Rehen, die keine Weide fanden, und fliehen ohnmächtig vor dem Verfolger.
ItkinEs schwand von der Tochter Zion [Jerusalem] all ihre Pracht. Ihre Fürsten waren wie Hirsche [in der Wüste], die keine Weide fanden, sie liefen ohne Kraft [schwach vor Hunger] vor dem Verfolger her.
7
זָֽכְרָ֣ה יְרוּשָׁלַ֗͏ִם יְמֵ֤י עׇנְיָהּ֙ וּמְרוּדֶ֔יהָ כֹּ֚ל מַחֲמֻדֶ֔יהָ אֲשֶׁ֥ר הָי֖וּ מִ֣ימֵי קֶ֑דֶם בִּנְפֹ֧ל עַמָּ֣הּ בְּיַד־צָ֗ר וְאֵ֤ין עוֹזֵר֙ לָ֔הּ רָא֣וּהָ צָרִ֔ים שָׂחֲק֖וּ עַ֥ל מִשְׁבַּתֶּֽהָ׃ {ס}
ZunzEs gedenkt Jeruschalajim in den Tagen ihres Elends und ihres Jammers, all ihrer Herrlichkeiten, die gewesen in der Vorzeit Tagen — da ihr Volk sinkt durch Feindes Hand und ihr Keiner beisteht. Es sehen sie die Feinde, lachen ihres Unterganges.
ItkinEs erinnert sich Jerusalem in den Tagen ihres Elends und ihrer Heimatlosigkeit, all ihrer Kostbarkeiten [Bauten, Straßen, Bewohner], die da waren seit den Tagen der Vorzeit, als ihr Volk fiel in die Hand des Bedrängers und es keinen Helfer gab. So sahen sie die Bedränger, sie lachten über ihr Ende.
8
חֵ֤טְא חָֽטְאָה֙ יְר֣וּשָׁלַ֔͏ִם עַל־כֵּ֖ן לְנִידָ֣ה הָיָ֑תָה כׇּֽל־מְכַבְּדֶ֤יהָ הִזִּיל֙וּהָ֙ כִּי־רָא֣וּ עֶרְוָתָ֔הּ גַּם־הִ֥יא נֶאֶנְחָ֖ה וַתָּ֥שׇׁב אָחֽוֹר׃ {ס}
ZunzVersündigt hat sich Jeruschalajim, darum ward sie dem abgesonderten Weibe gleich; all ihre Verehrer beschimpfen sie, weil sie gesehen ihre Blöße; und sie seufzet und zieht sich zurück.
ItkinSchwer gesündigt hat Jerusalem, deshalb wurde sie zum Gespött. All ihre Verehrer verachten sie, denn sie sahen ihre Nacktheit [Schutzlosigkeit]. Sie selbst seufzt und zieht sich zurück.
9
טֻמְאָתָ֣הּ בְּשׁוּלֶ֗יהָ לֹ֤א זָֽכְרָה֙ אַחֲרִיתָ֔הּ וַתֵּ֣רֶד פְּלָאִ֔ים אֵ֥ין מְנַחֵ֖ם לָ֑הּ רְאֵ֤ה יְהֹוָה֙ אֶת־עׇנְיִ֔י כִּ֥י הִגְדִּ֖יל אוֹיֵֽב׃ {ס}
ZunzMit ihrer Unreinheit an ihres Kleides Säumen gedachte sie nicht ihrer Zukunft, — da sank sie erschrecklich tief, Niemand tröstet sie. Siehe, Ewiger, mein Elend, denn der Feind überhebt sich.
ItkinIhre [Zions] Unreinheit an ihren Kleidern, nicht bedachte sie ihr Ende [wollte nicht umkehren]. Da stürzte sie schrecklich tief, niemand tröstet sie. Sieh, Gott, mein Elend, denn der Feind triumphiert!
10
יָדוֹ֙ פָּ֣רַשׂ צָ֔ר עַ֖ל כׇּל־מַחֲמַדֶּ֑יהָ כִּֽי־רָאֲתָ֤ה גוֹיִם֙ בָּ֣אוּ מִקְדָּשָׁ֔הּ אֲשֶׁ֣ר צִוִּ֔יתָה לֹא־יָבֹ֥אוּ בַקָּהָ֖ל לָֽךְ׃ {ס}
ZunzSeine Hand breitet der Feind über alle ihre Herrlichkeiten; denn sie sah Völker dringen in ihr Heiligthum, von denen du geboten, daß sie nicht kommen in deine Versammlung.
ItkinSeine Hand streckt aus der Bedränger über all ihre Kostbarkeiten [Stadt und Tempel] Sie [Zion] sah Völker [Amon und Moab] in ihr Heiligtum dringen, denen Du verboten, dass sie kommen in deine Gemeinschaft3Nach Deut. 23:4 ist es Juden verboten mit Ammonitern und Moabitern zu heiraten, siehe auch Raschi z. St. Ebenfalls ist es ihnen, wie allen Nichtjuden, verboten den Tempel zu betretten, siehe Ezekiel 44:6-8, Targum und Abarbanel a.a.O..
11
כׇּל־עַמָּ֤הּ נֶאֱנָחִים֙ מְבַקְשִׁ֣ים לֶ֔חֶם נָתְנ֧וּ (מחמודיהם) [מַחֲמַדֵּיהֶ֛ם] בְּאֹ֖כֶל לְהָשִׁ֣יב נָ֑פֶשׁ רְאֵ֤ה יְהֹוָה֙ וְֽהַבִּ֔יטָה כִּ֥י הָיִ֖יתִי זוֹלֵלָֽה׃ {ס}
ZunzIhr ganzes Volk seufzet, verlangt nach Brod, hingeben sie ihre Kostbarkeiten um Speise, die Seele zu erquicken. Sieh, Ewiger, und schaue, wie ich so erniedrigt bin!
ItkinAll ihr Volk seufzt, sucht nach Brot. Sie gaben ihre Kostbarkeiten her für Nahrung, um am Leben zu bleiben. Sieh, Gott, und schau, wie verachtet ich [Zion] bin.
12
ל֣וֹא אֲלֵיכֶם֮ כׇּל־עֹ֣בְרֵי דֶ֒רֶךְ֒ הַבִּ֣יטוּ וּרְא֔וּ אִם־יֵ֤שׁ מַכְאוֹב֙ כְּמַכְאֹבִ֔י אֲשֶׁ֥ר עוֹלַ֖ל לִ֑י אֲשֶׁר֙ הוֹגָ֣ה יְהֹוָ֔ה בְּי֖וֹם חֲר֥וֹן אַפּֽוֹ׃ {ס}
ZunzNicht treffe es euch, Alle, die ihr des Weges ziehet! Schauet und sehet, ob ein Schmerz gleichet meinem Schmerze, der mir angethan worden, mit dem der Ewige mich betrübt am Tage seiner Zornglut.
ItkinNicht euch trifft es, die ihr des Weges geht [oder das hier liest]. Schaut und seht, ob es einen Schmerz gibt wie meinen Schmerz, der mir [Zion] zugefügt worden, mit dem Gott mich betrübte am Tage Seiner Zornesglut.
13
מִמָּר֛וֹם שָֽׁלַח־אֵ֥שׁ בְּעַצְמֹתַ֖י וַיִּרְדֶּ֑נָּה פָּרַ֨שׂ רֶ֤שֶׁת לְרַגְלַי֙ הֱשִׁיבַ֣נִי אָח֔וֹר נְתָנַ֙נִי֙ שֹֽׁמֵמָ֔ה כׇּל־הַיּ֖וֹם דָּוָֽה׃ {ס}
ZunzAus der Höhe sandte er Feuer in meine Gebeine und bezwang sie, breitete ein Netz meinen Füßen, trieb mich zurück, machte mich zur Verstörten, den ganzen Tag Siechen.
ItkinAus der Höhe sandte Er [Gott] Feuer, in meine Knochen [Bauwerke] ließ Er es dringen. Er [Gott] spannte ein Netz meinen Füßen, riss mich nach hinten hat mich entsetzlich zugerichtet, krank den ganzen Tag.
14
נִשְׂקַד֩ עֹ֨ל פְּשָׁעַ֜י בְּיָד֗וֹ יִשְׂתָּ֥רְג֛וּ עָל֥וּ עַל־צַוָּארִ֖י הִכְשִׁ֣יל כֹּחִ֑י נְתָנַ֣נִי אֲדֹנָ֔י בִּידֵ֖י לֹא־אוּכַ֥ל קֽוּם׃ {ס}
ZunzFestgeknüpft ist das Joch meiner Missethaten von seiner Hand, verflochten stieg es meinen Nacken hinan, lähmt meine Kraft. (So) gab der Herr mich in Hände, daß ich mich nicht aufrichten kann.
ItkinFest geknüpft ist das Joch meiner Verfehlungen durch Seine [Gottes] Hand gebunden Es [das Joch] drückt auf meinen Nacken es lähmte meine Kraft. Mein Herr gab mich jenen in die Hände, denen ich nicht standhalten konnte.
15
סִלָּ֨ה כׇל־אַבִּירַ֤י ׀ אֲדֹנָי֙ בְּקִרְבִּ֔י קָרָ֥א עָלַ֛י מוֹעֵ֖ד לִשְׁבֹּ֣ר בַּחוּרָ֑י גַּ֚ת דָּרַ֣ךְ אֲדֹנָ֔י לִבְתוּלַ֖ת בַּת־יְהוּדָֽה׃ {ס}
ZunzNiedertritt all meine Starken der Herr in meiner Mitte, er ladet gegen mich zum Fest, daß sie zermalmen meine Jünglinge. Eine Kelter tritt der Herr bei der jungfräulichen Tochter Jehudah's.
ItkinVerworfen hat all meine Starken [Kämpfer], mein Herr in meiner Mitte. Er rief gegen mich ein [Schlacht-]Fest aus, zu zerschlagen meine Jünglinge Eine Weinpresse hat mein Herr getreten gegen die jungfräuliche Tochter Jehudas4Nach Ibn Ezra will dieser Ausdruck sagen, dass so viel Blut floss wie Wein aus einer Weinpresse..
16
עַל־אֵ֣לֶּה ׀ אֲנִ֣י בוֹכִיָּ֗ה עֵינִ֤י ׀ עֵינִי֙ יֹ֣רְדָה מַּ֔יִם כִּֽי־רָחַ֥ק מִמֶּ֛נִּי מְנַחֵ֖ם מֵשִׁ֣יב נַפְשִׁ֑י הָי֤וּ בָנַי֙ שֽׁוֹמֵמִ֔ים כִּ֥י גָבַ֖ר אוֹיֵֽב׃ {ס}
ZunzDarob weine ich; mein Auge, ach mein Auge strömt Thränen herab; denn fern ist von mir der Tröster, der meine Seele erquickt; meine Söhne sind verstört, denn der Feind hat obgesiegt.
ItkinDarüber weine ich [Zion], mein Auge, mein Auge fließt von Tränen denn fern von mir ist ein Tröster, der zurückbringt mein Leben. Meine Kinder sind verstört, denn stark ist der Feind.
17
פֵּֽרְשָׂ֨ה צִיּ֜וֹן בְּיָדֶ֗יהָ אֵ֤ין מְנַחֵם֙ לָ֔הּ צִוָּ֧ה יְהֹוָ֛ה לְיַעֲקֹ֖ב סְבִיבָ֣יו צָרָ֑יו הָיְתָ֧ה יְרוּשָׁלַ֛͏ִם לְנִדָּ֖ה בֵּינֵיהֶֽם׃ {ס}
ZunzAusbreitet Zijon ihre Hände, Niemand tröstet sie. Entboten hat der Ewige gegen Jaakob ringsum seine Widersacher, geworden ist Jeruschalajim zum abgesonderten Weibe unter ihnen.
ItkinAusgebreitet hat Zion ihre Hände, niemand tröstet sie. Gerufen hat Gott gegen Jakob, um ihn herum seine Feinde. Jerusalem ist geworden zum Abscheu zwischen ihnen [den Feinden].
18
צַדִּ֥יק ה֛וּא יְהֹוָ֖ה כִּ֣י פִ֣יהוּ מָרִ֑יתִי שִׁמְעוּ־נָ֣א כׇל־[הָֽעַמִּ֗ים] (עמים) וּרְאוּ֙ מַכְאֹבִ֔י בְּתוּלֹתַ֥י וּבַחוּרַ֖י הָלְכ֥וּ בַשֶּֽׁבִי׃ {ס}
ZunzGerecht ist der Ewige; denn seinem Worte war ich widerspenstig. Höret doch, ihr Völker alle, und sehet meinen Schmerz! Meine Jungfrauen und meine Jünglinge gehen in die Gefangenschaft.
ItkinGerecht ist Gott [gegen mich] denn Seinem Mund trotzte ich [Zion]. Höret doch, alle Völker und sehet meinen Schmerz. Meine Jungfrauen und meine Jünglinge sie gingen in die Gefangenschaft.
19
קָרָ֤אתִי לַֽמְאַהֲבַי֙ הֵ֣מָּה רִמּ֔וּנִי כֹּהֲנַ֥י וּזְקֵנַ֖י בָּעִ֣יר גָּוָ֑עוּ כִּֽי־בִקְשׁ֥וּ אֹ֙כֶל֙ לָ֔מוֹ וְיָשִׁ֖יבוּ אֶת־נַפְשָֽׁם׃ {ס}
ZunzIch rufe meine Buhlen, sie haben mich betrogen; meine Priester und Greise verscheiden in der Stadt; denn sie bettelten Speise für sich, daß sie ihre Seele erquickten.
ItkinIch [Jerusalem] rief meine Liebhaber5Meine Verbündeten sie ließen mich in Stich. Meine Priester und Ältesten sie starben in der Stadt, als sie suchten [vergeblich] nach Nahrung, um am Leben zu bleiben.
20
רְאֵ֨ה יְהֹוָ֤ה כִּֽי־צַר־לִי֙ מֵעַ֣י חֳמַרְמָ֔רוּ נֶהְפַּ֤ךְ לִבִּי֙ בְּקִרְבִּ֔י כִּ֥י מָר֖וֹ מָרִ֑יתִי מִח֥וּץ שִׁכְּלָה־חֶ֖רֶב בַּבַּ֥יִת כַּמָּֽוֶת׃ {ס}
ZunzSchau', o Ewiger, wie mir so weh ist. Meine Eingeweide glühen, es wendet sich mein Herz in mir um; weil ich widerspenstig gewesen. Draußen rafft hin das Schwert, wie im Hause der Tod.
ItkinSieh, Gott, wie bang mir [Zion] ist, meine Eingeweide glühen [vor Hunger], mein Herz windet sich in mir, denn ich war so widerspenstig. Draußen macht kinderlos das Schwert, im Haus gleicht es dem Tod6Draußen tötet der Feind, drinnen der Hunger.
21
שָׁמְע֞וּ כִּ֧י נֶאֱנָחָ֣ה אָ֗נִי אֵ֤ין מְנַחֵם֙ לִ֔י כׇּל־אֹ֨יְבַ֜י שָׁמְע֤וּ רָֽעָתִי֙ שָׂ֔שׂוּ כִּ֥י אַתָּ֖ה עָשִׂ֑יתָ הֵבֵ֥אתָ יוֹם־קָרָ֖אתָ וְיִֽהְי֥וּ כָמֹֽנִי׃ {ס}
ZunzSie hören, daß ich ächze, da ist Niemand, der mich tröstet. All meine Feinde hörten mein Unglück, sie freuen sich, daß du es gethan. Bringst du den Tag, den du verkündet, so werden sie mir gleich! —
ItkinSie [die Liebhaber] hörten wie ich [Jerusalem] seufzte, doch niemand tröstete mich Alle meine Feinde hörten von meinem Unglück und waren erfreut, dass Du [Gott] es [das Strafgericht] getan hast [Du hast sie erfreut damit] Du brachtest den Tag [des Gerichts über mich], den Du angekündet, Sie [meine Feinde] sollen [zerstört] werden wie ich!
22
תָּבֹ֨א כׇל־רָעָתָ֤ם לְפָנֶ֙יךָ֙ וְעוֹלֵ֣ל לָ֔מוֹ כַּאֲשֶׁ֥ר עוֹלַ֛לְתָּ לִ֖י עַ֣ל כׇּל־פְּשָׁעָ֑י כִּֽי־רַבּ֥וֹת אַנְחֹתַ֖י וְלִבִּ֥י דַוָּֽי׃ {פ}
ZunzEs komme all ihre Bosheit vor dich, und thue ihnen an, wie du mir angethan wegen all meiner Missethaten; denn viel sind meine Seufzer, und mein Herz ist siech.
ItkinEs komme all ihre [der Feinde] Bosheit vor dich und tue ihnen an, wie Du mir getan wegen all meiner Sünden. Denn zahlreich sind meine Seufzer und mein Herz ist krank.