Tehillim 125 תהילים
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kap. 125, V. 1. 2. שיר המעלות. Der Zuversicht, die der Schluß des vorigen Psalms ausspricht, leihet dieses Emporlied Worte, und singt, wie durch den Gottesschutz, der das jüdische Volk zu allen Zeiten so sichtbar begleitete, dieses Wandervolk, nach dem Untergange seines Tempels, selbst der lebendige Zionsberg geworden, der die Gegenwart Gottes auf Erden verherrlicht und den Sieg des Guten allen Guten verkündet.
הבטחים בד', die auf Gott vertrauen, sind wie der nimmer wankende, ewig bleibende Zionsberg. Wie ציון bestimmt ward, צ'ין, Denkmal der Gottesgegenwart und des Gottesbundes mit den Menschen zu sein, so gestaltet Gott alle Die, die auf ihn vertrauen, zu einem solchen lebendigen Denkmal seiner Gegenwart und Bundesnähe mit den Menschen. ירושלים וגו', und wie dem sinnlichen Auge die Jerusalem umschließenden Berge den Schutz der Gottesstadt vergegenwärtigen, so sieht das geistige Auge Gottes Schutz um sein Volk zu allen Zeiten.
Kommentar (S. R. Hirsch)
V. 3. כי לא וגו'. Denn wenn auch zeitweilig das Scepter der Bosheit Macht gewinnt über das Loos, d. i. das Geschick und nach Recht und Bestimmung ihnen zukommende Theil (Vgl. Ps. 16, 5) der Gerechten, לא ינוח, zur Ruhe kommt es darauf nicht; die das Loos der Gerechten verkümmernde Gewalt hat keine Zukunft (Ps. 124, 7). Darum brauchen die Gerechten nicht selbst anzukämpfen gegen die Gewalt, sie geht von selbst zu Grunde. שלח יד ב-, Hand an Etwas anlegen, Gewalt gegen Etwas gebrauchen. שלח ידיו בשלומיו (Ps. 55, 21), ויד אל תשלחו בו (1. B. M. 37, 22) und sonst.
Kommentar (S. R. Hirsch)
V. 4. היטיבה וגו'. Gerecht sollen wir bleiben, gut und gerade selbst mitten in einer Welt, die Gewalt, Bosheit und List uns fühlen läßt. Wohl uns, wenn Gottvertrauen, Unschuld und Pflichttreue der einzige Schild und die einzige Waffe bleibt, mit denen wir einer gewaltthätigen Welt begegnen. Nur für die Guten und Braven erhoffen und erflehen wir Gutes.
Kommentar (S. R. Hirsch)
V. 5. והמטים וגו' wie לא תטה משפט (2. B. M. 23, 6), vom Geraden abneigen. עקל, krumm, vom Geraden abweichend. משפט מעוקל (Habakuk 1, 4). עקלקלותם wie ארחות עקלקלות (Richter 5, 6), krumme Wege. Diejenigen aber, die nicht ישרים bleiben, die ihre krummen Wege immer mehr vom Geraden abweichen lassen, die lasse Gott immerhin sich den uns gegenüber stehenden Gewaltthätigen anschließen und ihr Loos theilen. Was „ישראל" bleibt, dem ist ewiger Friede beschieden —