Tehillim 125 תהילים

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1
שִׁ֗יר הַֽמַּ֫עֲל֥וֹת הַבֹּטְחִ֥ים בַּיהֹוָ֑ה כְּֽהַר־צִיּ֥וֹן לֹא־יִ֝מּ֗וֹט לְעוֹלָ֥ם יֵשֵֽׁב׃
BernfeldStufenlied. Die auf den Herrn vertrauen, sind wie der Zijonsberg, der nicht wankt, der ewig bestehen wird.
ZunzStufenlied. Die vertrauen auf den Ewigen, sind wie der Zijonsberg, der nicht wankt, ewiglich bleibt.
HirschLied der Emporgänge. Die auf Gott vertrauen, sind wie Zions Berg, der nimmer wankt, der ewig bleibt.
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

Kap. 125, V. 1. 2. שיר המעלות. Der Zuversicht, die der Schluß des vorigen Psalms ausspricht, leihet dieses Emporlied Worte, und singt, wie durch den Gottesschutz, der das jüdische Volk zu allen Zeiten so sichtbar begleitete, dieses Wandervolk, nach dem Untergange seines Tempels, selbst der lebendige Zionsberg geworden, der die Gegenwart Gottes auf Erden verherrlicht und den Sieg des Guten allen Guten verkündet.

הבטחים בד', die auf Gott vertrauen, sind wie der nimmer wankende, ewig bleibende Zionsberg. Wie ציון bestimmt ward, צ'ין, Denkmal der Gottesgegenwart und des Gottesbundes mit den Menschen zu sein, so gestaltet Gott alle Die, die auf ihn vertrauen, zu einem solchen lebendigen Denkmal seiner Gegenwart und Bundesnähe mit den Menschen. ירושלים וגו', und wie dem sinnlichen Auge die Jerusalem umschließenden Berge den Schutz der Gottesstadt vergegenwärtigen, so sieht das geistige Auge Gottes Schutz um sein Volk zu allen Zeiten.

2
יְֽרוּשָׁלַ֗͏ִם הָרִים֮ סָבִ֢יב לָ֥֫הּ וַ֭יהֹוָה סָבִ֣יב לְעַמּ֑וֹ מֵ֝עַתָּ֗ה וְעַד־עוֹלָֽם׃
BernfeldJerusalem — Berge sind rings um es und der Herr rings um sein Volk von nun an bis in Ewigkeit.
ZunzJeruschalajim, Berge sind rings darum, so der Ewige rings um sein Volk, von nun an bis in Ewigkeit.
HirschJeruschalaim hat Berge um sich, Gott aber ist rings um sein Volk von jetzt auf ewig.
3
כִּ֤י לֹ֪א יָנ֡וּחַ שֵׁ֤בֶט הָרֶ֗שַׁע עַל֮ גּוֹרַ֢ל הַֽצַּדִּ֫יקִ֥ים לְמַ֡עַן לֹא־יִשְׁלְח֖וּ הַצַּדִּיקִ֨ים בְּעַוְלָ֬תָה יְדֵיהֶֽם׃
BernfeldDenn nicht ruhen wird des Frevlers Zepter neben dem Los der Gerechten, dass die Gerechten nicht nach dem Frevel ihre Hände ausstrecken.
ZunzDenn nicht soll ruhen des Frevlers Stamm neben dem Loos der Gerechten, auf daß nicht ausstrecken die Gerechten nach dem Unrecht ihre Hände.
HirschDenn nimmer gewinnt der Bosheit Scepter Ruhe auf dem Loose der Gerechten, darum brauchen die Gerechten nicht selbst Hand zu legen an die Gewalt.
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 3. כי לא וגו'. Denn wenn auch zeitweilig das Scepter der Bosheit Macht gewinnt über das Loos, d. i. das Geschick und nach Recht und Bestimmung ihnen zukommende Theil (Vgl. Ps. 16, 5) der Gerechten, לא ינוח, zur Ruhe kommt es darauf nicht; die das Loos der Gerechten verkümmernde Gewalt hat keine Zukunft (Ps. 124, 7). Darum brauchen die Gerechten nicht selbst anzukämpfen gegen die Gewalt, sie geht von selbst zu Grunde. שלח יד ב-, Hand an Etwas anlegen, Gewalt gegen Etwas gebrauchen. שלח ידיו בשלומיו (Ps. 55, 21), ויד אל תשלחו בו (1. B. M. 37, 22) und sonst.

4
הֵיטִ֣יבָה יְ֭הֹוָה לַטּוֹבִ֑ים וְ֝לִישָׁרִ֗ים בְּלִבּוֹתָֽם׃
BernfeldErweise Gutes, Herr, den Guten und denen, die in ihrem Herzen rechtschaffen sind
ZunzErweise Gutes, Ewiger, den Guten, und den Redlichen in ihrem Herzen.
HirschDen Guten, Gott, gieb Gutes, und Denen, die gerade bleiben in ihrem Herzen.
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 4. היטיבה וגו'. Gerecht sollen wir bleiben, gut und gerade selbst mitten in einer Welt, die Gewalt, Bosheit und List uns fühlen läßt. Wohl uns, wenn Gottvertrauen, Unschuld und Pflichttreue der einzige Schild und die einzige Waffe bleibt, mit denen wir einer gewaltthätigen Welt begegnen. Nur für die Guten und Braven erhoffen und erflehen wir Gutes.

5
וְהַמַּטִּ֤ים עֲֽקַלְקַלּוֹתָ֗ם יוֹלִיכֵ֣ם יְ֭הֹוָה אֶת־פֹּעֲלֵ֣י הָאָ֑וֶן שָׁ֝ל֗וֹם עַל־יִשְׂרָאֵֽל׃ {פ}
BernfeldDie aber auf krummen Wegen gehen, entführe der Herr mit den Übeltätern. Friede über Israel!
ZunzDie aber ihre gewundenen Pfade krümmen, — es entführe der Ewige sie, die Uebelthäter. Friede über Jisraél!
HirschDie aber, die ihre Krümmen immer weiter ab vom Geraden ziehen, die lasse Gott gehen mit den Vollbringern der Gewalt, — Friede über Jisrael!
Kommentar (S. R. Hirsch)
Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch

V. 5. והמטים וגו' wie לא תטה משפט (2. B. M. 23, 6), vom Geraden abneigen. עקל, krumm, vom Geraden abweichend. משפט מעוקל (Habakuk 1, 4). עקלקלותם wie ארחות עקלקלות (Richter 5, 6), krumme Wege. Diejenigen aber, die nicht ישרים bleiben, die ihre krummen Wege immer mehr vom Geraden abweichen lassen, die lasse Gott immerhin sich den uns gegenüber stehenden Gewaltthätigen anschließen und ihr Loos theilen. Was „ישראל" bleibt, dem ist ewiger Friede beschieden —