Mischlej 1 משלי
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Übersetzung unter der Redaktion von Leopold Zunz (1838)
1
מִ֭שְׁלֵי שְׁלֹמֹ֣ה בֶן־דָּוִ֑ד מֶ֝֗לֶךְ יִשְׂרָאֵֽל׃
ZunzSprüche Schelomoh's, Sohnes Dawid's, Königs von Jisraël.
2
לָדַ֣עַת חׇכְמָ֣ה וּמוּסָ֑ר לְ֝הָבִ֗ין אִמְרֵ֥י בִינָֽה׃
ZunzZu erkennen Klugheit und Zucht, zu verstehn Sprüche der Weisheit;
3
לָ֭קַחַת מוּסַ֣ר הַשְׂכֵּ֑ל צֶ֥דֶק וּ֝מִשְׁפָּ֗ט וּמֵשָׁרִֽים׃
ZunzAnzunehmen verständige Zucht, Gerechtigkeit, Recht und Redlichkeit.
4
לָתֵ֣ת לִפְתָאיִ֣ם עׇרְמָ֑ה לְ֝נַ֗עַר דַּ֣עַת וּמְזִמָּֽה׃
ZunzZu verleihen den Bethörten List, den Knaben Erkenntniß und Nachdenken.
5
יִשְׁמַ֣ע חָ֭כָם וְי֣וֹסֶף לֶ֑קַח וְ֝נָב֗וֹן תַּחְבֻּל֥וֹת יִקְנֶֽה׃
ZunzDer Kluge hört (sie) und gewinnt an Belehrung; und der Einsichtige erwirbt Anschläge.
6
לְהָבִ֣ין מָ֭שָׁל וּמְלִיצָ֑ה דִּבְרֵ֥י חֲ֝כָמִ֗ים וְחִידֹתָֽם׃
ZunzZu verstehen Spruch und Deutung, die Reden der Weisen und ihre Räthsel. —
7
יִרְאַ֣ת יְ֭הֹוָה רֵאשִׁ֣ית דָּ֑עַת חׇכְמָ֥ה וּ֝מוּסָ֗ר אֱוִילִ֥ים בָּֽזוּ׃ {פ}
ZunzFurcht des Ewigen ist die erste Kenntniß; Weisheit und Zucht verachten Thoren.
8
שְׁמַ֣ע בְּ֭נִי מוּסַ֣ר אָבִ֑יךָ וְאַל־תִּ֝טֹּ֗שׁ תּוֹרַ֥ת אִמֶּֽךָ׃
ZunzHöre, mein Sohn, die Zucht des Vaters, und lasse nicht von der Weisung deiner Mutter.
9
כִּ֤י ׀ לִוְיַ֤ת חֵ֓ן הֵ֬ם לְרֹאשֶׁ֑ךָ וַ֝עֲנָקִ֗ים לְגַרְגְּרֹתֶֽךָ׃
ZunzDenn ein anmuthiger Kranz sind sie um dein Haupt, und ein Geschmeide um deinen Hals.
10
בְּנִ֡י אִם־יְפַתּ֥וּךָ חַ֝טָּאִ֗ים אַל־תֹּבֵֽא׃
ZunzMein Sohn, wenn dich Sünder bethören wollen, willige nicht ein!
11
אִם־יֹאמְרוּ֮ לְכָ֢ה אִ֫תָּ֥נוּ נֶאֶרְבָ֥ה לְדָ֑ם נִצְפְּנָ֖ה לְנָקִ֣י חִנָּֽם׃
ZunzWenn sie sprechen: Komm mit uns, laß uns auf Blut lauern, uns nachstellen dem Unschuldigen ungefährdet.
12
נִ֭בְלָעֵם כִּשְׁא֣וֹל חַיִּ֑ים וּ֝תְמִימִ֗ים כְּי֣וֹרְדֵי בֽוֹר׃
ZunzWir werden sie verschlingen, wie die Gruft, lebendig und unverletzt, als sinken sie ins Grab.
13
כׇּל־ה֣וֹן יָקָ֣ר נִמְצָ֑א נְמַלֵּ֖א בָתֵּ֣ינוּ שָׁלָֽל׃
ZunzAllerlei köstlich Gut finden wir, füllen unsere Häuser mit Beute.
14
גּ֭וֹרָ֣לְךָ תַּפִּ֣יל בְּתוֹכֵ֑נוּ כִּ֥יס אֶ֝חָ֗ד יִהְיֶ֥ה לְכֻלָּֽנוּ׃
ZunzDu wirst dein Loos werfen unter uns; ein Beutel wird seyn für uns alle.
15
בְּנִ֗י אַל־תֵּלֵ֣ךְ בְּדֶ֣רֶךְ אִתָּ֑ם מְנַ֥ע רַ֝גְלְךָ֗ מִנְּתִיבָתָֽם׃
ZunzMein Sohn, gehe nicht auf (Einem) Wege mit ihnen, halte ab deine Füße von ihrem Steige.
16
כִּ֣י רַ֭גְלֵיהֶם לָרַ֣ע יָר֑וּצוּ וִ֝ימַהֲר֗וּ לִשְׁפׇּךְ־דָּֽם׃
ZunzDenn ihre Füße laufen zum Unheil, und sie eilen zum Blutvergießen.
17
כִּֽי־חִ֭נָּם מְזֹרָ֣ה הָרָ֑שֶׁת בְּ֝עֵינֵ֗י כׇּל־בַּ֥עַל כָּנָֽף׃
ZunzDenn ohne Ursach scheint das Netz bestreut allen Befiederten,
18
וְ֭הֵם לְדָמָ֣ם יֶאֱרֹ֑בוּ יִ֝צְפְּנ֗וּ לְנַפְשֹׁתָֽם׃
ZunzWährend jene auf ihr Blut lauren, ihrem Leben nachstellen:
19
כֵּ֗ן אׇ֭רְחוֹת כׇּל־בֹּ֣צֵֽעַ בָּ֑צַע אֶת־נֶ֖פֶשׁ בְּעָלָ֣יו יִקָּֽח׃ {פ}
ZunzSo sind die Wege jegliches nach Gewinn Geizenden, er nimmt dem Besitzer das Leben.
20
חׇ֭כְמוֹת בַּח֣וּץ תָּרֹ֑נָּה בָּ֝רְחֹב֗וֹת תִּתֵּ֥ן קוֹלָֽהּ׃
ZunzDie Weisheit schreiet auf den Gassen; auf den Plätzen läßt sie ihre Stimme hören.
21
בְּרֹ֥אשׁ הֹמִיּ֗וֹת תִּ֫קְרָ֥א בְּפִתְחֵ֖י שְׁעָרִ֥ים בָּעִ֗יר אֲמָרֶ֥יהָ תֹאמֵֽר׃
ZunzAn der Spitze geräuschvoller Straßen ruft sie, an den Eingängen der Thore, an der Stadt spricht sie ihre Sprüche:
22
עַד־מָתַ֣י ׀ פְּתָיִם֮ תְּֽאֵהֲב֫וּ־פֶ֥תִי וְלֵצִ֗ים לָ֭צוֹן חָמְד֣וּ לָהֶ֑ם וּ֝כְסִילִ֗ים יִשְׂנְאוּ־דָֽעַת׃
ZunzBis wann, ihr Bethörten, huldigt ihr der Thorheit, und haben Spötter ihre Lust am Spott, und hassen Thoren Erkenntniß?
23
תָּשׁ֗וּבוּ לְֽת֫וֹכַחְתִּ֥י הִנֵּ֤ה אַבִּ֣יעָה לָכֶ֣ם רוּחִ֑י אוֹדִ֖יעָה דְבָרַ֣י אֶתְכֶֽם׃
ZunzKehret um auf meine Zurechtweisung! Siehe ich will euch strömen lassen meinen Geist, will euch kund thun meine Reden.
24
יַ֣עַן קָ֭רָאתִי וַתְּמָאֵ֑נוּ נָטִ֥יתִי יָ֝דִ֗י וְאֵ֣ין מַקְשִֽׁיב׃
ZunzWeil ich gerufen und ihr euch geweigert; ich reichte meine Hand, und Niemand hat darauf geachtet,
25
וַתִּפְרְע֥וּ כׇל־עֲצָתִ֑י וְ֝תוֹכַחְתִּ֗י לֹ֣א אֲבִיתֶֽם׃
ZunzUnd ihr habt verworfen all meinen Rath, und meine Zurechtweisung nicht gemocht;
26
גַּם־אֲ֭נִי בְּאֵידְכֶ֣ם אֶשְׂחָ֑ק אֶ֝לְעַ֗ג בְּבֹ֣א פַחְדְּכֶֽם׃
ZunzSo werde ich auch lachen bei eurem Sturz, spotten, wenn euer Schrecken kommt.
27
בְּבֹ֤א (כשאוה) [כְשׁוֹאָ֨ה ׀] פַּחְדְּכֶ֗ם וְֽ֭אֵידְכֶם כְּסוּפָ֣ה יֶאֱתֶ֑ה בְּבֹ֥א עֲ֝לֵיכֶ֗ם צָרָ֥ה וְצוּקָֽה׃
ZunzWenn, gleich dem Wetter euer Schrekken kommt, und euer Sturz gleich dem Sturm ankommt; wenn über euch kommt Noth und Drangsal.
28
אָ֣ז יִ֭קְרָאֻנְנִי וְלֹ֣א אֶעֱנֶ֑ה יְ֝שַׁחֲרֻ֗נְנִי וְלֹ֣א יִמְצָאֻֽנְנִי׃
ZunzDann werden sie mich rufen, aber ich antworte nicht, mich aufsuchen aber mich nicht finden.
29
תַּ֭חַת כִּֽי־שָׂ֣נְאוּ דָ֑עַת וְיִרְאַ֥ת יְ֝הֹוָ֗ה לֹ֣א בָחָֽרוּ׃
ZunzDafür daß sie Erkenntniß gehaßt, und die Furcht des Ewigen nicht erkoren;
30
לֹא־אָב֥וּ לַעֲצָתִ֑י נָ֝אֲצ֗וּ כׇּל־תּוֹכַחְתִּֽי׃
ZunzSie nicht meinen Rath mochten, verwarfen all meine Zurechtweisung.
31
וְֽ֭יֹאכְלוּ מִפְּרִ֣י דַרְכָּ֑ם וּֽמִמֹּעֲצֹ֖תֵיהֶ֣ם יִשְׂבָּֽעוּ׃
ZunzSo mögen sie essen von der Frucht ihres Wandels, und an ihren Rathschlägen sich sättigen.
32
כִּ֤י מְשׁוּבַ֣ת פְּתָיִ֣ם תַּהַרְגֵ֑ם וְשַׁלְוַ֖ת כְּסִילִ֣ים תְּאַבְּדֵֽם׃
ZunzDenn die Ausgelassenheit der Albernen tödtet sie, und die Sorglosigkeit der Thoren vernichtet sie.
33
וְשֹׁמֵ֣עַֽ לִ֭י יִשְׁכׇּן־בֶּ֑טַח וְ֝שַׁאֲנַ֗ן מִפַּ֥חַד רָעָֽה׃ {פ}
ZunzAber wer auf mich hört, der wohnt sicher, und geborgen vor des Unglücks Schrecken.