Die Torah - Die fünf Bücher Mose
ואלה המשפטים. כָּל מָקוֹם שֶׁנֶּאֱמַר "אֵלֶּה" פָּסַל אֶת הָרִאשׁוֹנִים, "וְאֵלֶּה" מוֹסִיף עַל הָרִאשׁוֹנִים, מָה הָרִאשׁוֹנִים מִסִּינַי, אַף אֵלּוּ מִסִּינַי; וְלָמָּה נִסְמְכָה פָּרָשַׁת דִּינִין לְפָרָשַׁת מִזְבֵּחַ? לוֹמַר לְךָ, שֶׁתָּשִׂים סַנְהֶדְרִין אֵצֶל הַמִּקְדָּשׁ (מכילתא):
אשר תשים לפניהם. אָמַר לוֹ הַקָּבָּ"ה לְמֹשֶׁה: לֹא תַעֲלֶה עַל דַּעְתְּךָ לוֹמַר, אֶשְׁנֶה לָהֶם הַפֶּרֶק וְהַהֲלָכָה ב' אוֹ ג' פְּעָמִים, עַד שֶׁתְּהֵא סְדוּרָה בְּפִיהֶם כְּמִשְׁנָתָהּ, וְאֵינִי מַטְרִיחַ עַצְמִי לַהֲבִינָם טַעֲמֵי הַדָּבָר וּפֵרוּשׁוֹ, לְכָךְ נֶאֱמַר אֲשֶׁר תָּשִׂים לִפְנֵיהֶם – כְּשֻׁלְחָן הֶעָרוּךְ וּמוּכָן לֶאֱכֹל לִפְנֵי הָאָדָם (שם):
לפניהם. וְלֹא לִפְנֵי גוֹיִם, וַאֲפִלּוּ יָדַעְתָּ בְדִין אֶחָד שֶׁהֵם דָּנִין אוֹתוֹ כְּדִינֵי יִשְׂרָאֵל, אַל תְּבִיאֵהוּ בְעַרְכָּאוֹת שֶׁלָּהֶם, שֶׁהַמֵּבִיא דִּינֵי יִשְׂרָאֵל לִפְנֵי גוֹיִם, מְחַלֵּל אֶת הַשֵּׁם וּמְיַקֵּר שֵׁם עֲ"זָ לְהַשְׁבִּיחָהּ, שֶׁנֶּאֱמַר כִּי לֹא כְצוּרֵנוּ צוּרָם וְאֹיְבֵינוּ פְּלִילִים (דברים ל"ב) – כְּשֶׁאוֹיְבֵינוּ פְּלִילִים זֶהוּ עֵדוּת לְעִלּוּי יִרְאָתָם (תנחומא):
Und das sind die Rechte, überall, wo אלה steht, bildet es einen Gegensatz zum Früheren; ואלה fügt zum Früheren hinzu; wie das Frühere vom Sinai kam, so kamen auch diese vom Sinai (Midrasch Tanchuma, Mech.). Und warum ist der Abschnitt der Rechte an den Abschnitt des Altars angeschlossen? Um dir zu sagen, daß du das Sanhedrin neben das Heiligtum setzen sollst (den Altar, d. h. den Vorhof) (Mech.). Die du ihnen vorlegen sollst; der Heilige, gelobt sei Er, sagte zu Mosche, du sollst nicht denken, ich will mit ihnen den Abschnitt und die Halacha zwei- oder dreimal lernen, bis sie gleich ihrer Mischna (d. h. in ihrem Wortlaut) in ihrem Munde geläufig sind, und mich nicht bemühen, sie die Gründe und die Erklärung der Sache begreifen zu machen; darum heißt es, die du ihnen vorlegen sollst, gleich einem gedeckten Tisch, der vor dem Menschen zum Essen bereit steht (Mech.). Vor sie und nicht vor Nichtjuden, und sogar, wenn du von einer Rechtssache weißt, daß sie dieselbe ebenso beurteilen wie die jüdischen Gerichte, bringe sie doch nicht vor ihren Gerichtshof (Git. 88b); denn, wer Rechtssachen eines Jisraeliten vor Nichtjuden bringt, entweiht den göttlichen Namen und ehrt den Namen der Götzen, indem er ihnen Ruhm erschafft; denn so heißt es (Dewarim 32, 31), nicht gleich unserem Fels ist ihr Fels, und unsere Feinde sind Richter; wenn unsere Feinde Richter sind, ist dies ein Beweis für die Erhebung ihres Abgottes.
VI. MISCHPATIM
(KAPITEL XXI—XXIV)
ZIVIL-RECHT
KAPITEL XXI, 1—32. PERSONENRECHT
Und das sind. »Das ‚und‘ verbindet die vorangegangenen mit den folgenden Gesetzen. Da die vorangegangenen Gebote am Sinai verkündet worden waren, so sind die nunmehr folgenden ebenfalls dort gegeben worden« (Mechilta). Die Torah zieht keine scharfe Trennungslinie zwischen Dekalog und den nunmehr folgenden Gesetzen bürgerlichen Rechts. Alle geben sie Gottes Willen wieder, Seine Torah behandelt alle Gebiete des persönlichen und des Volkslebens — die bürgerliche Sphäre wie die religiöse, das Gebiet des Körperlichen wie das des Geistigen.
ihnen vorlegen sollst. Moses soll sie vortragen, wiederholen und erklären.
ואלה, כל מקום שנאמר אלה פסל את הראשוני', ואלה מוסיף על הראשוני', מה הראשונים מסיני, אף אלו מסיני (לשון רש"י, והוא מהמכילת') , והכוונה קרובה למ"ש הראב"ע ז"ל, שאחרי כלות עשרת הדברי' צוה השם למשה שירד אל העם, ויודיעם את יתר המצות והמשפטי', ואמר כה תאמר אל בני ישראל וגו' (לעיל כ' י"ט), והחל להזהיר על ע"ז, ואמר שיכרות ברית עמם בדתו, שהשם לבדו יהי' להם לאלהים, אח"כ הורהו המשפטים והדינין שבין איש לרעהו, כמ"ש רבותינו ז"ל במדרש רבה, כל התורה כלה תלוי' במשפט, לכך נתן הקב"ה דינין, אחר עשרת הדברות, ולסוף חזר והזהיר על ע"ז, בפרשת הנה אנכי שלח מלאך וגו' (לקמן כ"ג כ'), שעקרה להכרית זכר האלילי' והפסילים מארץ כנען : אשר תשים לפניהם, אנקלוס תרגם די תסדר קדמיהון, וכן אמרו רז"ל שיבינ' טעמי הדברי' ופירושיהם, וישימם לפניהם כשלחן הערוך ומוכן לאכול לפני האדם, לכך נאמר לפניהם ולא נאמר להם, כמו שם שם לו חק ומשפט (לעיל ט"ו כ"ה) :
Kap. 21. V. 1. ואלה: Unmittelbar zuvor war in der Konstruktion des Altars der symbolische Ausdruck dem Grundprinzipe gegeben: daß unsere ganze Beziehung zu Gott als eine solche zu begreifen sei, daß damit dem Rechte und der Menschlichkeit für den Bau der Gesellschaft und der keuschen Sittlichkeit für die Arbeit jedes Einzelnen an sich selber die feste unerschütterliche Basis gewonnen werde. Daran schließt das Waw kopulativum die Mischpatim, die Rechtsordnungen, mit welchen nun zuerst der Aufbau der jüdischen Gesellschaft auf dem Prinzipe des Rechts und der Menschlichkeit geordnet wird. חרב, das "Schwert", Gewalt und Härte, sollen damit aus der jüdischen Staatsgesellschaft gebannt sein, erst dann wird sie würdig, daß sie in ihrer Mitte Gott einen Altar errichte. Darum gehen diese Mischpatim dem Bau der Stiftshütte voran. Die Gesetze, die dann der Verbannung der גלוי ערוה im weiteren Sinne, der Zurückdrängung des, "den Aufgang zur Altarhöhe" hemmenden Tierischen im Menschen, somit der Vollendung des Einzelnen auf dem Prinzipe der keuschen Sittlichkeit geweiht sind, folgen sodann im dritten Buche.
Es heißt aber: אשר תשים לפניהם, nicht: אשר תצוה אותם ,אשר תדבר אליהם oder sonst. שום לפני־ kommt außer bei Mitteilung der göttlichen Gebote durch Mosche an Israel nur noch in einer einzigen Bedeutung vor, und zwar als spezieller Ausdruck für das Auftragen zubereiteter Speisen vor einen Gast. So: ויושם לפניו לאכול (Bereschit 24, 33), וישם לפני שאול. (Sam. I. 9, 24). Ebenso: (Sam. I. 28, 22) Auf Mitteilung von Gesetzen übertragen, heißt es daher nichts anderes, als eine dergestalt ausführliche und deutliche Mitteilung, daß sie für die Erkenntnis und Ausführung vollständig und klar vorliegen. Die der מכילתא entnommene Erklärung: כשולחן ערוך ומוכן לאכול לפני האדם ,"wie ein zum Essen vor dem Menschen angerichteter und bereiter Tisch", ist daher der wortgetreue Sinn des Ausdrucks. Es ist damit in der Überschrift dieser Gesetze das Faktum konstatiert, daß die hier folgenden schriftlichen Aufzeichnungen nur kurze, nackte Sätze enthalten, deren genauere Präzision Und vollständige Ausführung der mündlichen Überlieferung vorbehalten blieb, wir somit in diesen Sätzen der תורה שבכתב nicht schon das Gesetz in seiner Totalität vor uns sehen, wir vielmehr die Vollständigkeit des Gesetzes nur der תורה שבעל פה zu entnehmen haben.