Die Torah - Die fünf Bücher Mose
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Hebräischer Text (nach der Masorah)
וּכְתַבְתָּ֛ם עַל־מְזֻז֥וֹת בֵּיתֶ֖ךָ וּבִשְׁעָרֶֽיךָ׃ {ס}
Deutsche Übersetzung (Samson Raphael Hirsch)
Und schreibe sie an die Pfosten deines Hauses und an deine Tore.
Masoretische Anmerkungen
מְזֻז֥וֹת im Codex Leningradensis מְזוּזֹ֥ת
Onkelos
וְתִכְתְּבִנוּן עַל מְזוּזְיָן וְתִקְבְּעִנוּן בְּסִפֵּי בֵיתָךְ וּבְתַרְעָיךְ
Raschi
מזזות ביתך. מזזת כְּתִיב, שֶׁאֵין צָרִיךְ אֶלָּא אַחַת: ובשעריך. לְרַבּוֹת שַׁעֲרֵי חֲצֵרוֹת וְשַׁעֲרֵי מְדִינוֹת וְשַׁעֲרֵי עֲיָרוֹת (יומא י"א):
Kommentar von R. Samson Raphael Hirsch
V. 9. וכתבתם על מזוזות. Endlich soll das, was die Grundlage all deines Denkens und Tuns bilden soll, dem du dein ganzes Wesen hingeben und für dessen Lösung dein ganzes Leben einsetzen sollst, dessen Erkenntnis du zu erstreben und deinen Kindern zu vererben hast, was dich früh und spät beschäftigen und auf all deinen Wegen dich begleiten soll, was geradezu deinem Denken und Tun das Gepräge verleihen soll: das soll die Inschrift an den Eingangspfosten deiner Häuser und deiner Tore bilden und so die Räume deines häuslichen und öffentlichen Lebens zu Stätten seiner Verwirklichung weihen. Daß das Mesusagebot dem Kompendium für die ins Land Eintretenden vorbehalten blieb, dürfte sich von selbst aus dem Umstande erklären, daß "Haus und Tore", Haus und Hof, ihnen ja erst mit dem Besitze des Landes zuteil wurde. Die Wanderzelte der Wüste dürften wohl als דירת עראי schwerlich חייב במזוזה gewesen sein (Joma 10a-b). וכתבתם. Wir haben bereits zu Wajikra 23, 40, bemerkt, wie in der engen Verbindung einer gesetzlichen Aufgabe mit dem Personalausdruck der nationalen Gesamtheit, ולמדתֶם ,ולקחתֶם usw. oder, wie hier, der verpflichteten Person mit dem die Verpflichtung bildenden Objekt, וכתבתָם ,וקשרתָם die Erwartung ihre Andeutung findet, daß die Aufgabe in einer so vollkommenen Weise ausgeführt werde, daß in der Art der Ausführung die allvermögende Kraft der Gesamtheit oder die volle Hingebung des Individuums an das Objekt der Pflicht sich ausspreche, daß somit diese Ausführung תמה, eine vollkommene, eine vollendete sei, קשירה תמה ,למוד תם ,לקיחה תמה, hier also auch: וכתבתם שתהא כתיבה תם כתיבה תמה (Schabbat 103b). Zu dem die Ausführung aller Mizwot umfassenden Kanon: זה אלי ואנוהו התנאה לפניו במצות, alle Mizwot in einer möglichst schönen, ansprechenden, die Gesinnung des Ausübenden ehrenden Weise auszuführen, עשה לפניו סוכה נאה ולולב נאה ושופר נאה ציצת נאה ספר תורה נאה וכתוב בו לשמו בדיו נאה בקולמוס נאה בלבלר אומן וכורכו בשיראין נאין (Schabbat 133b; siehe Menachot 3b תוספ׳ ד׳׳ה הא) kommt für das Schreiben von ספרי תורה, תפלין und סת׳׳ם( מזוזות) noch die gesetzliche Forderung: תם, daß die Schrift "vollkommen" sei. Es darf nicht nur kein Buchstabe fehlen: es darf auch kein wesentlicher Strich an einem Buchstaben, kein קוצה של יוד fehlen. שתי פרשיות שבמזוזה ארבע פרשיות שבתפלין מעכבות זו את זו ואפילו כתב א׳ מעכבן. Jeder Buchstabe muss in der für ihn überlieferten Form deutlich, von jedem ähnlichen unterscheidbar, hervortreten, ׳שלא יכתוב ביתין כפין כפין ביתין וכו׳ דלתין רישין רישין דלתין וכו usw. und jeder gesondert stehen, מוקף גויל sein (Menachot 29a und Schabbat 103b), und sollen die Buchstaben ש׳׳ע׳׳ט׳׳נ׳׳ז ג׳׳ץ mit den überlieferten aus drei זיינין gebildeten "Kronen", תגין, versehen werden (Menachot 29b). Es muss auch der ganze Buchstabenkörper nur durch "Schrift", nicht etwa durch Wegradierung seiner Umgebung hergestellt sein, nicht חק וכתב ולא חקק ,תוכות (Gittin 20a), und müssen auch die überlieferten Abschnittsabsätze in ihrer bestimmten, offenen oder geschlossenen פתוחה- oder סתומה-Form an bestimmter Stelle beachtet sein (Schabbat 103b). Ebenso sind ganz bestimmte Normen überliefert hinsichtlich der Kolumnenzahl: רפין, der Länge der Zeilen: שיטות, des oben und unten zu lassenden Marginalrandes: גליון, des zwischen den Kolumnen, den Zeilen, den Wörtern und den Buchstaben zu lassenden Zwischenraums (Menachot 30a), sowie hinsichtlich des Liniierens שרטוט (daselbst 32b) etc. Für Tefillin und Mesusoth tritt auch noch die besondere Forderung ein, daß sie כסדרן geschrieben sein müssen, daß sie nur in der, in der תורה vorliegenden Reihenfolge geschrieben sein müssen, kein späterer Buchstabe früher als ein vorangehender, und ebenso keine in der תורה später folgende פרשה früher als die vorangehende, weshalb in Tefillin und Mesusot eine Auslassung oder ein Buchstabenirrtum nicht mehr verbessert werden kann, sobald bereits weiter geschrieben ist und dieses Weitergeschriebene wegen darin vorkommender nicht radierbarer Gottesnamen (siehe zu Kap. 12, 4) nicht wegradiert werden kann. (Mechilta בא, am Ende כותבן כסדרן ואם לא כתבן כסדרן הרי אלו יגנזו. Es wird diese Forderung in dem והיו הדברים האלה כהוייתן יהו implizite gefunden, daß ebenso wie die קריאה למפרע, so auch die כתיבה ערפמל unstatthaft seien. Siehe O. Ch. 32, 33). Es darf auch kein Buchstabe תורה aus dem Kopfe, vielmehr nur nach einem vorliegenden Exemplar geschrieben werden, אסור לכתוב אות אחת שלא מן הכתב, und nur Tefillin und Mesusot, deren Text als dem Gedächtnis vollständig gegenwärtig vorausgesetzt werden kann, dürfen aus dem Gedächtnis geschrieben werden (Megilla 18b), gleichwohl soll der Schreiber sich selbst ein jedes Wort vor dem Niederschreiben vorsprechen (O. Ch. 32, 31). Es darf nur mit der rechten Hand geschrieben werden, וקשרתם וכתבתם מה כתיבה בימין אף קשירה בימין (Menachot 37a). תפלין ,ס׳׳ת und מזוזות sind auch nur כשר, wenn sie לשמה, d. h. wenn sie mit Bewusstsein und Absicht ausdrücklich zu ihrer Bestimmung, und außerdem ein jeder Gottesname speziell לשם קדושת השם geschrieben sind, eine Absicht, die jeder Schreibende vor Beginn des Schreibens aussprechen soll (Gittin 54b). Die erwähnte Zusammenstellung וקשרתם וכתבתם lehrt auch, daß nur ein zum Tefillingebote verpflichteter und sich zu dieser Pflicht bekennender Jude zum Schreiben der Tefillin und so auch der מזוזות und ס׳׳ת tauglich ist, כל שישנו בקשירה ישנו בכתיבה וכו׳ (Gittin 45b). Auch hinsichtlich des Stoffes sind die Bestimmungen durch Überlieferung normiert. Dass ס׳׳ת׳׳מ nur auf Pergament aus עור בהמה טהורה zu schreiben sind, ist bereits oben bemerkt. Unverarbeitet heißt die Haut des Tieres עור, zu Pergament verarbeitet: דוכסוסטוס ,קלף und גויל. Nach allgemeinster Auffassung ist קלף die obere Hälfte einer gespaltenen Haut, דוכסוסטוס die untere Hälfte, גויל die ungekeilte Haut, und zwar ist die Regel: קלף במקום בשר דוכסוסטוס במקום שער (Menachot 32a und Schabbat 79b), auf קלף wird auf die untere, dem Fleische zugewandte Seite geschrieben, דוכסוסטוס auf die obere den Haaren zugewandte Seite, גויל auf die Haarseite. Das bei uns übliche Pergament hat den Charakter von קלף, da die untere דוכסוסטוס-Hälfte bei der Verarbeitung abgeschabt ist. Es wird daher במקום בשר geschrieben. — Geschrieben wird nur mit schwarzer Tinte: דיו (Schabbat 103b). Auch die Pergamentbereitung muss von vornherein לשמה geschehen sein, עבוד לשמה (Gittin 54b). Das Motiv der durch den Begriff כתיבה תמה geforderten Korrektheit und Bewahrung der überlieferten und nationalsanktionierten Buchstabenformen ist an sich klar. Wir, bemerken nur, daß Menachot 29b bedeutsame Wahrheiten in die überlieferte Form der Buchstaben niedergelegt erscheinen, wie ja denn auch Israels Propheten in der Endbuchstabenform מנצפך, wie bereits zu Bereschit 12, 2 bemerkt, die höchsten Geschichtswahrheiten der jüdischen Geschicke ihrem Volke überliefert haben. Und wenn (eben daselbst) Buchstaben des göttlichen Gesetzes mit "Waffen"-"Kronen" zu schmücken sind, so ist ja der Buchstabe des göttlichen Gesetzes von vornherein auf Kampf gerüstet und ist der einzige wirkliche zuletzt aus allen Kämpfen sieggekrönt hervorgehende Streiter auf Erden. Dass aber diese "den Buchstaben des Gesetzes gewundenen Kronen" eben von den Buchstaben שעטנז גץ getragen werden, darüber möchten wir eine Vermutung wagen. Ließe sich annehmen, daß שעטנז eben: שעטנז bedeute, ג׳׳צ aber als Abbreviatur für ג׳׳מילות חסד צ׳׳דקה zu fassen sei, so wären eben mit diesen beiden gekrönten Worten gleichsam die beiden Pole des Gesetzes und damit das ganze Gesetz sieggekrönt. שעטנז wird nämlich als Repräsentant der in ihren Motiven nicht dem gewöhnlichen Menschenverstande sofort durchsichtigen חקים betrachtet, hinsichtlich deren, wie der Ausdruck im ספרא lautet, יצר הרע ואומות העולם משיבין עליהם, die Sinnlichkeit und die nichtjüdische Menschheit remonstrieren zu dürfen glauben. גמילות חסד und צדקה gehören ja aber in ganz eminentem Sinne zu derjenigen Kategorie von Gesetzen, שאלו לא נכתבו בדין היו לכתבן, deren Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit selbst dem gewöhnlichen Menschenverstande einleuchten (siehe Wajikra 18, 4-5). Beide jedoch, lehren die "Waffenkronen" auf ihren Häuptern, die einen wie die andern haben erst ihre allgemeine Geltung zu erkämpfen, der Sieg ist ihnen aber sicher. Ihre Siegesgewissheit liegt in ihnen selber; Gott, ihr Gesetzgeber, sichert ihnen den Sieg. Ebenso klar ist die von dem כתיבה תמה-Kanon geforderte genaue Beachtung der פתוחה- und סתומה-Form der Gesetzesabschnitte. Spricht doch die offene פתוחה-Form einen wirklich sondernden Abschnitt aus, während die geschlossene סתומה-Form mehr einem bloßen Absatz innerhalb eines größeren Ganzen entspricht. Bedeutsam ist die לשמה-Bestimmung, עבוד וכתיבה לשם סתו׳׳ם und כתיבת האזכרות לשם קדושת השם. Nicht der bloße Inhalt an sich, sondern das Begreifen und Anerkennen dieses Inhalts als Gottes Wort und als das in der Nation und von derselben sanktionierte göttliche Nationalgesetz erteilt unseren zur öffentlichen Vorlesung bestimmten ספרי תורה die über alles hervorragende hohe קדושה. Daher muss von vornherein ihre ganze Herstellung in diesem Sinne geschehen, daher insbesondere auch jeder Gottesname als Vergegenwärtigung Gottes, des Israel offenbar gewordenen einen Einzigen, geschrieben sein, so sehr, daß ein ס׳׳ת שכתבה מין, wo die Überzeugung vorwaltet, daß den Gottesnamen heidnische Bedeutung untergeschoben und das Ganze לשם ע׳׳ז geschrieben worden, geradezu ישרף (Gittin 45b), und überhaupt ein ס׳׳ת nur כשר ist, wenn es von einem zum jüdischen Gottesgesetze vollverpflichteten, sich zu dieser Gesetzespflicht vollbekennenden, zur Vertretung der jüdischen Nationalgesamtheit fähigen Juden geschrieben worden (daselbst; – ש׳׳ך zu 281 י׳׳ד). Daher sollen sie auch nie aus dem Kopfe, sondern nach einem vorliegenden Exemplar, somit in dem Bewusstsein, nur eine bis zum ersten Original hinaufreichende Abschrift einer Abschrift zu sein, angefertigt werden, und wenn für תפלין und מזוזות diese Forderung sich modifiziert, weil deren Text als vollkommen dem Gedächtnis geläufig vorausgesetzt wird, gleichwohl aber der Schreibende sich selbst ein jedes niederzuschreibende Wort zuerst vorsprechen muss, so steigert sich andererseits eben für diese Bruchstücke aus dem Gesetze die Notwendigkeit, sie nur als Auszüge aus dem Gesamtheitsgesetze und als vergegenwärtigende Hinweise auf dieses zu charakterisieren, in solchem Maße, daß nicht nur für diese, dem völlig persönlich individuellen Kreise angehörigen Gesetzesschriften, ganz die für die Herstellung der öffentlichen ספרי תורה gegebenen Vorschriften gelten, sondern für sie noch die Bestimmung כסדרן eintritt. Ist doch durch diese Bestimmung das Schreiben dieser Schriftauszüge so sehr an die Urschrift gebunden, daß jeder Abschnitt und jeder Buchstabe in jedem Abschnitt nur in der durch die Urschrift gegebenen Aufeinanderfolge geschrieben sein muss. וכתבתם כתיבה תמה והדר על המזוזות ,וכתבתם על מזוזות וגו׳ zuerst eine – voraussetzlich nicht unmittelbar auf Holz- und Steinpfosten herstellbare – "vollkommene" Schrift dieser Sätze auf ein anderes Material, und sie dann an die Pfosten befestigt. Somit, wie die anderen nicht bloß temporären Pflichtschriften aus dem Gesetze, כתיבה הנוהגת לדורות, der וכתב :פרשת סוטה Bamidbar 5, 23), des Königsexemplars: וכתב לו וגו׳ על ספר Dewarim 17, 18), eine Pergamentschrift mit Tinte, wie Jeremias 36, 18: ואני כותב על הספר בדיו (Menachot 34a: תוספו׳ ד׳׳ה נאמר .כאן כתיבה). Und zwar zwei פרשיות: die פרשת שמע, hier (Verse 4-9) und die פרשת והיה אם שמע Kap. 11, 13-21, von welcher es auch V. 20 heißt: וכתבתם על מזוזות ביתך ובשעריך. על מזוזות ביתך ובשעריך. Die Wurzel זוז kommt sonst nur als Bewegung und zwar wahrscheinlich als geringe Bewegung vor. וזיז שדי עמדי (Ps. 50, 11), was nur auf dem Felde sich regt. והתענגתם מזיז בבודה (Jes. 66, 11) ihr werdet euch wonnig fühlen bei der leisesten beginnenden Regung ihrer Herrlichkeit. Im Rabbinischen heißen B. K. 82b). Es אין מוציאין בה זיזין וגזוזטראות .Vorsprünge an Gebäuden (z. B זיזין scheint ein ähnlicher Gedankengang den Ausdruck gebildet zu haben, wie unser deutsches: Vorsprung, wo der Begriff der Bewegung auch auf räumliche Formbildung als Fortbewegung von Punkten, Linien und Flächen übertragen ist. So auch der Ausdruck: hervortreten. Menachot 33b lehrt nun die Halacha, daß Pfosten, פצימין, die חיזוק לתקרה הוא דעבידי, die nur zum Tragen und Stützen der Decke bestimmt sind, nicht unter den Begriff מזוזה unseres Textes fallen. Es ergibt sich hieraus, daß מזוזות beiderseitige Mauer- oder Wandfortsätze sind. Es sind die Ansätze zur Schließung eines bereits von drei Seiten umschlossenen Raumes auch an der vierten Seite, dieser Schluss wird aber nicht ausgeführt, – oder nicht vollkommen ausgeführt, nach הלכות ,רמב׳׳ם מזוזה ist das Vorhandensein von Türen wesentlich, und wären Türöffnungen ohne Türen nicht mesusapflichtig – vielmehr durch Türöffnungen und Türen ein unbedingter oder bedingter Eintritt gewährt. ביתך. Nach der Halacha ist nur ein mindestens vier Quadratellen fassender, von Wänden umschlossener, gedeckter, bleibend zur Wohnung bestimmter Raum unter dem Begriff בית unseres Textes zu verstehen, dazu aber auch Magazine, Ställe etc. gehörig (Joma 11a). Ebenso aber sind auch durch שעריך die Pforten und Tore von Höfen, Städten etc. mesusapflichtig (daselbst). Die Mesusapflicht ist ferner dadurch bedingt, daß die Türöffnung von zwei Seitenpfosten oder Mauervorsprüngen und oben von einer Querschwelle umgeben ist (Menachot 33a). Es heißt nun nicht: על מזוזת ביתך ושעריך, sondern: על מזוזת ביתך ובשעריך. Wir glauben: מזוזת הבית bilden das שער הבית und על מזוזת ביתך ist identisch mit בשער ביתך. Folgerichtig heißt es בשעריך und nicht על מזוזת שעריך, weil in שער selbst schon der Begriff מזוזה gegeben ist. שתי מזוזת und משקוף bilden ein שער. Und es erhält eben durch diese Zusammenstellung der Begriff מזוזת ביתך seine klare Bedeutung. Es sind die מזוזת nicht als Träger der Decke, sondern als שער bildende Seitenpfosten zu begreifen (siehe oben). Daher wird auch Menachot 32b an dem Ausdruck בשעריך gelehrt: מצוה להניחה בתוך הללו של פתח, daß die Mesusa an den Seitenpfosten innerhalb der Türöffnung zu geben sei. Es ist diejenige Stelle, wo der Pfosten seine שער-Bestimmung erfüllt. Andererseits lässt מזוזת ביתך die Türpfosten in dem Moment begreifen, in welchem sie ביתך das Haus vergegenwärtigen, als zum Hause, zum Wohnraume führend, somit דרך ביאתך: vom Standpunkt des Eingehens, nicht des Ausgangs, bei welchem nicht der Wohnraum, sondern der Außenraum das Gedankenziel ist. Und da beim Eingehen man in der Regel rechtsgewandt mit dem rechten Fuß zuerst eintritt, דכי עקר אינש כרעיה דימינא עקר ברישא, so ist die Mesusa an den dem Eingehenden rechts stehenden Pfosten zu geben (daselbst 34a), und zwar innerhalb der Türöffnung in den dem Außenraume zunächst liegenden טפח der Pfostenfläche und in solcher Höhe, daß sie dem Blicke des Eintretenden zuerst begegnet (daselbst). Führt eine Türe zu zwei Wohnräumen, die beide einen selbständigen Eingang von der zur Straße führenden Hausflur haben, so entscheidet היכר ציר, die Türangelstelle. Derjenige Raum, in welchem sich die Türangel befindet, in welchem daher die Türe den Eingang bildet, und zu ihm gewandt rechts an den Türpfosten wird die Mesusa befestigt (daselbst 33a). Alle diese Bestimmungen sprechen mit Entschiedenheit sich dahin aus, daß das Objekt, auf welches die Mesusa mit ihrem Inhalte zu wirken bestimmt ist, in allererster Linie die Geister und Gemüter der im Hause lebenden und strebenden Menschen sind. וקשרתם וכתבתם wie der Tefillin Anlegende all das Denken, Wollen und Handeln seiner Persönlichkeit dem Diktate des göttlichen Willens, welches den Inhalt der Tefillin bildet, unterstellt, so unterstellt der die Mesusaschrift an die Eingänge seiner Wohnräume Befestigende sein Haus, d. h. alles in seinem Hause sich vollziehende Leben seiner Bewohner, demselben Diktate. Damit sie von ihm und von jedem seine Wohnung betretenden Menschen sofort bei dem ersten Überschreiten als Mahnung und Erinnerung gesehen werde, für diesen Zweck schlägt er die Mesusa an sein Haus und nicht an sich, amulettartig, sondern nur insofern der Mesusainhalt seine Wirkung an den Geistern und Gemütern der Menschen vollbringt und sich ihr Leben diesem Inhalte gemäß gestaltet, dürfen sie von Gott, dem "Allwaltenden und Allgenügenden", mit dessen Namen die Sitte die Außenseite der Mesusa schmückt, Schutz und Beistand in allen Wechselgängen des häuslichen Lebens erwarten. So sehr sind es nicht die konkreten Räume, sondern ist es der durch diese Räume vergegenwärtigte sittliche "Begriff des Hauses", welchem die Mesusaweihe gilt, daß ja nur insofern diese Räume architektonisch zur Vergegenwärtigung "des Hauses" sich eignen, die Mesusapflicht eintritt, und mangelhafte Haus- oder Türbrüstungsausführung שאין לו אלא פצים אחד ,פיתחי שימאי ,בית שאין לו תקרה usw. (Menachot 33b u. 34 a und Joma 11b – siehe oben) von der Mesusapflicht befreit. Ja, so sehr ist es, nicht das Haus an sich, sondern die in dem Hause ihren Bereich erblickende Persönlichkeit, auf welche die Mesusaweihe sich zu beziehen hat, daß ja mit großer Wahrscheinlichkeit nur dann in Haus seinem Bewohner ursprünglich die Mesusapflicht bringt, wenn es sein Haus ist, wenn seine Persönlichkeit als dessen Eigner darin ihren Ausdruck findet, und ein zur Miete Wohnender wäre מן התורה ebenso von der Mesusapflicht frei, wie das Kleid an sich nicht, sondern nur als dein Kleid die Zizitpflicht bringt, so ביתך wie כסותך, nicht בית und כסות. Und nur מדרבנן wäre hier wie dort nach dreißig Tagen die Pflicht. ׳תוספ zu Menachot 44a ist noch über die Frage schwankend. Allein zu Aboda Sara 21a ד׳׳ה הא אמר ist ganz entschieden שוכר בית מדאוריתא פטור מן המזוזה. So auch סי׳ טו׳ .מזוזה ,הלכות קטנות ,רא׳׳ש. תרי ביתך כתיבי חדא אצטריך למעוטי שוכר ושואל (siehe דברי חמודות daselbst). כל שיש לו heißt es Menachot 43b, כל שיש לו תפלין בראשו ותפלין בזרועו וציצת בנגדו ומזוזה בפתחו הכל בחזוק שלא יחטא שנאמר והחוט המשלש לא במהרה ינתק ואומר חונה מאלאך ה׳ סביב ליראיו ויחלצם. Wer Tefillin an Haupt und Arm, Zizit am Gewande und Mesusa an seiner Tür hat, dessen Ganzes steht in der Voraussetzung, daß er nicht sündige, denn es heißt: die dreifach geschlungene Schnur reißt nicht sobald, und ferner: ein Engel Gottes umgibt seine Ihn Ehrfürchtenden und er rettet sie (פירש׳׳י העושים מצות :סביב ליראיו ויחלצם מחטא – siehe daselbst –; vergl. סוף הל׳ מזוזה רמב׳׳ם und Kap. 5, 4).
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